{"id":117436,"date":"2024-07-01T12:23:34","date_gmt":"2024-07-01T10:23:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=117436"},"modified":"2024-07-01T13:28:05","modified_gmt":"2024-07-01T11:28:05","slug":"correctiv-dpa-newsguard-und-co-bekommen-scharfen-gegenwind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=117436","title":{"rendered":"Correctiv, DPA, NewsGuard und Co. bekommen scharfen Gegenwind"},"content":{"rendered":"<p>NewsGuard, mutma&szlig;lich ein wichtiger Dienstleister f&uuml;r die Zensurkampagne der Regierenden gegen unabh&auml;ngige, kritische Medien, sieht sich in den USA einer parlamentarischen Untersuchung ausgesetzt, die die Beziehung des Unternehmens zur Regierung und den Umgang mit Interessenkonflikten kl&auml;ren soll. Auch die sogenannten Faktenchecker sp&uuml;ren massiven Gegenwind. Von <strong>Norbert H&auml;ring<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong><a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/propaganda-zensur\/newsguard-steinhoefel\/\">NewsGuard<\/a><\/strong> ist eine von ehemaligen Herausgebern und Chefredakteuren von <em>Wall Street Journal<\/em>, <em>Reuters<\/em>, <em>AP<\/em> und <em>Chicago Tribune<\/em> 2018 gegr&uuml;ndete und geleitete US-Organisation, die Negativlisten vermeintlich unzuverl&auml;ssiger Netzseiten erstellt. &bdquo;Unzuverl&auml;ssig&ldquo; ist dabei in aller Regel ein Synonym f&uuml;r &bdquo;regierungskritisch&ldquo;.<\/p><p>Die Weltgesundheitsorganisation hat 2022 <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/propaganda-zensur\/who-soziale-medien\/\">bekanntgegeben<\/a>, dass sie mit NewsGuard Technologies zusammenarbeite, &bdquo;um die neuesten Trends zu Desinformationsthemen zu erhalten und zu ermitteln, welche Websites und Konten diese verbreiten&ldquo;. NewsGuard stelle die f&uuml;r die WHO erhobenen Daten zu Desinformation in elektronischer Form relevanten sozialen Medien- und Suchplattformen zur Verf&uuml;gung. Diese sind nach WHO-Angaben gerne bereit, von der WHO beanstandete Beitr&auml;ge zu l&ouml;schen.<\/p><p>Ob und wie sehr NewsGuard auch im Auftrag der US-Regierung und anderer Regierungen aktiv geworden ist, um nicht genehme Inhalte zu unterdr&uuml;cken, ist nicht bekannt. Eine Untersuchung des House Oversight Committee des US-Kongresses soll Licht in dieses Dunkel bringen. Das Unternehmen wurde laut einem <a href=\"https:\/\/private.reclaimthenet.org\/CL0\/https:%2F%2Freclaimthenet.org%2Fhouse-oversight-committee-targets-newsguards-media-influence\/1\/010201902274e92a-fb375192-a772-4fc2-ac55-a0438fd1a163-000000\/hFbWTOSX1BH3D_CgJpg882Q7v9oEjOpcNHnK0d4mydw=357\">Bericht<\/a> des Magazins <em>Reclaim the Net<\/em> aufgefordert, s&auml;mtliche Unterlagen zu Vertr&auml;gen mit der Regierung an den Ausschuss herauszugeben, sowie zum Umgang mit Interessenkonflikten und mit eigenen Fehlern.<\/p><p>Vorausgegangen waren Klagen unter anderem von <em>The Daily Wire<\/em>, <em>The Federalist<\/em> und dem Staat Texas, die angreifen, dass ein von der Regierung mit 750.000 Dollar subventioniertes Unternehmen die &bdquo;Zuverl&auml;ssigkeit&ldquo; regierungskritischer Medien beurteilt und soziale Medienplattformen das zur Grundlage von Zensurma&szlig;nahmen machen.<\/p><p><strong>Faktenchecker unter Druck<\/strong><\/p><p>Welche riesigen Ausma&szlig;e der generalstabsm&auml;&szlig;ig organisierte Kampf der Regierenden gegen sogenannte Desinformation, also gegen Kritik an ihnen, inzwischen angenommen hat, wird dadurch deutlich, dass sich k&uuml;rzlich 130 Faktencheck-Organisationen aus 80 L&auml;ndern im bosnischen Sarajevo zur bereits elften &bdquo;globalen Konferenz&ldquo; getroffen haben. Das geht aus einer Pressemitteilung des Poynter Instituts for Media Studies in Florida hervor. Bei diesem laufen die F&auml;den des internationalen Faktenchecker-Netzwerks zusammen.<\/p><p>Poynter hat 2015 das International Fact-checking Network (IFCN) gegr&uuml;ndet, dem binnen kurzem viele der wichtigsten internationalen Nachrichtenagenturen und Verlage beitraten. In Deutschland und &Ouml;sterreich sind unter anderem die f&uuml;hrenden Nachrichtenagenturen <em>DPA<\/em> und <em>APA<\/em> und das regierungsnahe &bdquo;Recherchekollektiv&ldquo; <em>Correctiv<\/em> Mitglieder. Das Netzwerk wird unter anderem finanziert vom US-Au&szlig;enministerium, der National Endowment for Democracy (NED), der Omidyar Network Foundation, der Bill &amp; Melinda Gates Foundation, Open Society Foundations, Google und Facebook. Ein Faktenchecker, der mit den sozialen Medienplattformen lukrative Auftr&auml;ge bekommen will, Inhalte zur Zensur vorzuschlagen, muss sich vom IFCN lizensieren lassen.<\/p><p>Das Sch&ouml;ne ist: Aus der Pressemitteilung geht vor allem auch hervor, wie sehr diese Zensurdienstleister der Regierenden inzwischen wegen ihrer perfiden T&auml;tigkeit unter Druck stehen. In der &Uuml;berschrift hei&szlig;t es:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Die Faktenpr&uuml;fer der Welt geben auf der GlobalFact 11-Konferenz eine &bdquo;Erkl&auml;rung von Sarajevo&ldquo; ab, in der sie Faktenpr&uuml;fung als freie Meinungs&auml;u&szlig;erung und nicht als Zensur bezeichnen.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Faktenchecken d&uuml;rfe nie als Zensur bezeichnet werden, auch nicht, wenn die Regierenden daf&uuml;r bezahlen. In der vom Poynter Institute getexteten Erkl&auml;rung beklagen die 130 unterzeichnenden Organisationen, darunter <em>DPA<\/em>, <em>APA<\/em> und <em>Correctiv<\/em>:<\/p><blockquote><p>&bdquo;In den letzten Jahren wurden Faktenpr&uuml;fer als Online-Zensoren angegriffen, und nach solchen Angriffen wurden sie beschimpft und bel&auml;stigt. Solche Reaktionen sind ungerechtfertigt. Durch Zensur werden Informationen entfernt. (&hellip;) Bei der &Uuml;berpr&uuml;fung der Fakten geht es nicht darum, Botschaften auszul&ouml;schen oder zu beseitigen, sondern sie als Teil der &ouml;ffentlichen Debatte zu bewahren und gleichzeitig Belege zu liefern, die notwendig sind, damit diese Debatte informiert gef&uuml;hrt wird.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Das fadenscheinige Argument der Zensurdienstleister, warum es keine Zensur sei, was sie bef&ouml;rdern, besteht allein darin, dass die von ihnen monierten Beitr&auml;ge in der Regel nicht gel&ouml;scht werden. Die Zensurkritik bezieht sich jedoch darauf, dass die von den Regierungen unter Druck gesetzten sozialen Medienplattformen mit den Faktencheckern (lukrative) Vertr&auml;ge abgeschlossen haben, wonach die aufs Korn genommenen regierungskritischen Texte oder Videos in ihrer Verbreitung massiv eingeschr&auml;nkt werden.<\/p><p>Diese unbequeme Tatsache wird nur kurz und heuchlerisch verbr&auml;mt angedeutet als: &bdquo;Falsche Behauptungen sollten nicht mit Popularit&auml;t und Viral-gehen belohnt werden.&ldquo; Es gibt aber keinen grunds&auml;tzlichen, sondern nur einen (recht kleinen) graduellen Unterschied zwischen L&ouml;schen eines Beitrags und der massiven Einschr&auml;nkung seiner Verbreitung. Wenn diejenigen, die bestimmen, was wahr ist, Geld von der Regierung erhalten und beh&ouml;rdliche &Auml;u&szlig;erungen als Ausweis von Wahrheit akzeptieren, wie es die Faktenchecker regelm&auml;&szlig;ig tun, dann handelt es sich in der Tat um Zensur im Regierungsinteresse.<\/p><p>Die sogenannten Faktenchecker beklagen bitterlich, sie w&uuml;rden von den Opfern ihrer Zensurbem&uuml;hungen auf der ganzen Welt &ndash; und insbesondere in den USA &ndash; mit Gerichtsverfahren &uuml;berzogen. (Das Poynter Institute mit seinen finanzkr&auml;ftigen Sponsoren unterst&uuml;tzt sie bei der Verteidigung.) Gerichtsverfahren h&auml;tten dazu gef&uuml;hrt,  dass Wissenschaftler ihre Arbeit f&uuml;r die Faktenpr&uuml;fung zur &bdquo;Verbesserung der Wahlverfahren&ldquo; einschr&auml;nken m&uuml;ssen. 2020 war das Pr&auml;sidentenwahlverfahren in den USA unter anderem dadurch &bdquo;verbessert&ldquo; worden, dass kurz vor der Wahl ein Bericht der <em>New York Post<\/em> &uuml;ber ausgesprochen peinliche Inhalte eines Laptops des Sohnes von Joe Biden auf den sozialen Medien <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/propaganda-zensur\/new-york-post-biden\/\">zensiert<\/a> und von anderen Medien nicht aufgegriffen wurde, weil es sich angeblich um von Russland ausgehende Desinformation handle. Erst lange nach den f&uuml;r Biden knapp erfolgreichen Wahlen berichteten die gro&szlig;en Medien, dass der Laptop authentisch und Russland offenbar nicht involviert war.<\/p><p>Auch <em>Correctiv<\/em> bekommt es zunehmend mit den Gerichten zu tun. Erst wurde <em>Correctiv<\/em> <a href=\"https:\/\/justiz.hamburg.de\/gerichte\/oberlandesgericht\/gerichtspressestelle\/unterlassungsantrag-gegen-correctiv-berichterstattung-nur-teilweise-erfolgreich--635106\">untersagt<\/a>, falsche Behauptungen &uuml;ber den Staatsrechtler Ulrich Vosgerau im Zusammenhang mit dem Potsdamer Treffen rechter Migrationskritiker zu wiederholen, dann wurde im M&auml;rz Correctiv-Chef David Schraven gerichtlich verboten, die &uuml;ber die <em>FAZ<\/em> verbreitete <a href=\"https:\/\/apollo-news.net\/potsdam-treffen-correctiv-chef-schraven-raeumt-falschbehauptung-ein\/\">L&uuml;ge zu wiederholen<\/a>, bei diesem Urteil habe das Hamburger Landgericht die Berichterstattung von <em>Correctiv<\/em> &uuml;ber das Treffen als &bdquo;prozessuale Wahrheit&ldquo; best&auml;tigt.<\/p><p><strong>Fazit<\/strong><\/p><p>Der Vertrauensverlust der Regierenden aufrund ihrer freiheitsfeindlichen Exzesse in Sachen Corona, Migration, Klima- und Hitzepropaganda, Genderpolitik, &bdquo;Kampf gegen Rechts&ldquo; und Kriegstreiberei ist dramatisch. Um so wichtiger ist es f&uuml;r sie, daf&uuml;r zu sorgen, dass die Regierungskritik in den sozialen Medien durch Zensur in Grenzen gehalten wird. Den Faktencheckern, die die zugeh&ouml;rige Propaganda mit einem Schutzwall umgeben haben, traut kaum noch jemand. Aber die Plattformen exekutieren deren Zensurauftr&auml;ge und Journalisten der Nachrichtenagenturen und Rundfunkanstalten m&uuml;ssen sich nach den Urteilen der regierungsh&ouml;rigen Faktenchecker von <em>DPA<\/em>, <em>ARD<\/em> und Co richten, ob sie wollen oder nicht. Mit der &ouml;ffentlichen Meinung &auml;ndert sich aber nach und nach die Rechtsprechung der Gerichte.<\/p><p>Weder von den Gerichten noch von einer neuen Regierung im Faktenchecker-Mutterland USA sollte man sich allerdings ein Ende des Faktenchecker-Unwesens als Ganzes versprechen. Die zentrale Faktenchecker-Funktion, Kritik an der Politik der Nato und f&uuml;r diese unbequeme Informationen zu unterdr&uuml;cken, wird weder von einer Trump-Regierung noch von Gerichten eingeschr&auml;nkt werden.<\/p><p><em>Hinweis: Dies ist eine Zweitver&ouml;ffentlichung &ndash; der Artikel ist zuerst bei <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/propaganda-zensur\/newsguard-congress\/\">norberthaering.de<\/a> erschienen.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: Tero Vesalainen \/ shutterstock.com<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>NewsGuard, mutma&szlig;lich ein wichtiger Dienstleister f&uuml;r die Zensurkampagne der Regierenden gegen unabh&auml;ngige, kritische Medien, sieht sich in den USA einer parlamentarischen Untersuchung ausgesetzt, die die Beziehung des Unternehmens zur Regierung und den Umgang mit Interessenkonflikten kl&auml;ren soll. Auch die sogenannten Faktenchecker sp&uuml;ren massiven Gegenwind. 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