{"id":117489,"date":"2024-07-02T10:49:48","date_gmt":"2024-07-02T08:49:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=117489"},"modified":"2024-07-03T12:22:21","modified_gmt":"2024-07-03T10:22:21","slug":"unsichere-hoffnung-auf-eine-gute-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=117489","title":{"rendered":"Unsichere Hoffnung auf eine gute Zukunft"},"content":{"rendered":"<p><strong>Krisen und Kriege im Nahen und Mittleren Osten untergraben das Recht auf Bildung.<\/strong> Aleppo, Juni 2024. Das Schuljahr geht zu Ende. Vor den langen Sommerferien bereiten die Sch&uuml;ler in Syrien sich auf die Pr&uuml;fungen vor. F&uuml;r die &Auml;lteren geht es um das Abitur, um das Baccalaureat, f&uuml;r die anderen um die Jahresabschlusszeugnisse. Das zentralistische Schulsystem ist ein Relikt aus der Zeit des franz&ouml;sischen Mandats (1920-1946), das die Syrer, wie auch die Libanesen, beibehalten haben. In anderen Teilen der arabischen Welt, die vom britischen Mandat oder &ndash; nach dem 2. Weltkrieg &ndash; von den USA gepr&auml;gt wurden, herrschen britische oder US-amerikanische Schulsysteme vor. Eine Reportage von <strong>Karin Leukefeld<\/strong> aus Aleppo.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6309\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-117489-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240702-Unsichere-Hoffnung-auf-gute-Zukunft-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240702-Unsichere-Hoffnung-auf-gute-Zukunft-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240702-Unsichere-Hoffnung-auf-gute-Zukunft-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240702-Unsichere-Hoffnung-auf-gute-Zukunft-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=117489-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240702-Unsichere-Hoffnung-auf-gute-Zukunft-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"240702-Unsichere-Hoffnung-auf-gute-Zukunft-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>In den L&auml;ndern des Nahen und Mittleren Ostens ist eine gute Schulbildung f&uuml;r die Kinder ein &bdquo;Muss&ldquo; f&uuml;r die Familien. Den Kindern mit guter Schul- und Ausbildung den Weg f&uuml;r eine bessere Zukunft zu ebnen, ist Lebensinhalt und Aufgabe der Eltern. Doch anhaltende Krisen, Sanktionen, wirtschaftliche Probleme, Kriege und Kriegsdrohungen berauben die Jugend in den betroffenen L&auml;ndern ihres Rechts auf Sicherheit, Gesundheit und des Rechts auf Bildung.<\/p><p><strong>Libanon<\/strong><\/p><p>Im Libanon mussten Ende Juni die Pr&uuml;fungen f&uuml;r rund 3.000 Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler aus dem S&uuml;dlibanon unter dem Schutz der libanesischen Streitkr&auml;fte in Schuleinrichtungen im Landesinneren stattfinden. Beteiligte berichteten, dass israelische Kampfjets w&auml;hrend der Pr&uuml;fungen in Tieffl&uuml;gen die Schallmauer &uuml;ber den Pr&uuml;fungsorten durchbrachen, um die Menschen einzusch&uuml;chtern.<\/p><p>Rund 90.000 Menschen wurden seit Oktober 2023 wegen der anhaltenden gegenseitigen Angriffe von Hisbollah und Israel aus dem S&uuml;dlibanon evakuiert. F&uuml;r Kinder und Jugendliche stockte der Schulunterricht. W&auml;hrend die Hisbollah Milit&auml;rbasen, Abschussrampen und &Uuml;berwachungsanlagen der israelischen Streitkr&auml;fte angreift, attackiert Israel Agrarfl&auml;chen und Wohnh&auml;user auch im Landesinneren des Libanon. Die Waffen k&ouml;nnten sofort schweigen, wenn ein Waffenstillstand im Krieg gegen Gaza erreicht werde, so die Hisbollah. Doch der Waffenstillstand kommt nicht voran und Israel hat in den letzten Wochen <a href=\"https:\/\/today.lorientlejour.com\/article\/1418714\/despite-shelling-security-measures-and-delays-final-year-high-school-students-begin-official-exams.html\">wiederholt erkl&auml;rt<\/a>, nun den Libanon &bdquo;in die Steinzeit&ldquo; zu bomben.<\/p><p><strong>Gazastreifen<\/strong><\/p><p>Im Gazastreifen sprechen die Vereinten Nationen, Zusammenschl&uuml;sse von Universit&auml;ten und Akademikern weltweit von einem &bdquo;Educide&ldquo;, der systematischen Vernichtung der Bildung f&uuml;r die betroffenen Gesellschaften. Der englische Begriff wird aus &bdquo;Education&ldquo;, auf Deutsch Bildung, und &bdquo;Genocide&ldquo;, der massenhaften Vernichtung (von Menschen), zusammengesetzt. Die Situation im Gazastreifen seit Beginn des israelischen Krieges vor fast neun Monaten und das Schweigen der westlichen Regierungen, die Israel weiter mit Waffen, Ausr&uuml;stung, Munition und milit&auml;rischer Aufkl&auml;rung unterst&uuml;tzen, wird mit Entsetzen kommentiert.<\/p><p>In dem englischsprachigen Internetportal <em>University World News<\/em>, einem &bdquo;Globalen Fenster auf die Hochschulbildung&ldquo;, werden die israelischen Angriffe auf die Hochschulen im Gazastreifen und die &bdquo;komplette Zerst&ouml;rung des Bildungssystems in Gaza&ldquo; <a href=\"https:\/\/www.universityworldnews.com\/post.php?story=20240227095745252\">scharf kritisiert<\/a>. 23.000 Lehrer und Professoren h&auml;tten bis zum Beginn des Krieges an den sieben Universit&auml;ten mehr als 625.000 Studierende unterrichtet (Stand 27. Februar 2024), hei&szlig;t es. 4.327 Studierende und 231 Lehrer und Professoren sowie Mitarbeiter seien get&ouml;tet worden. Die massive Zerst&ouml;rung von Schulen, die teilweise und komplette Zerst&ouml;rung der Universit&auml;ten sei, wenn man der Sprachregelung der V&ouml;lkermordkonvention folge, eine Form des &bdquo;Educide&ldquo;, eine vollst&auml;ndige und teilweise Vernichtung des Bildungssystems im Gazastreifen.<\/p><p>Die UN-Kinderhilfsorganisation UNICEF <a href=\"https:\/\/www.aljazeera.com\/news\/2024\/6\/15\/israel-targeting-of-gaza-schools-eroding-foundation-for-societal-growth\">wies im April 2024 darauf hin<\/a>, dass acht von zehn Schulen (76 Prozent) im Gazastreifen ganz oder teilweise zerst&ouml;rt seien. 620.000 Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler k&ouml;nnten keinen Unterricht mehr besuchen. Die Angriffe auf die Bildungseinrichtungen zerst&ouml;rten nicht nur den Unterricht, sondern &bdquo;untergraben die Grundlage f&uuml;r nachhaltiges gesellschaftliches Wachstum und Entwicklung&ldquo;, so Talal al-Hathal, Direktor der Stiftung &bdquo;Bildung &uuml;ber alles&ldquo;, in Doha (Katar).<\/p><p><strong>Syrien<\/strong><\/p><p>Trotz vieler Probleme k&ouml;nnen die meisten Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler in Syrien ihre Abschlusspr&uuml;fungen wahrnehmen. Es scheint, als w&uuml;rden f&uuml;r die Zeit der Pr&uuml;fungen alle Kr&auml;fte mobilisiert, um die Kinder zu unterst&uuml;tzen. Eltern sorgen sich darum, dass ihre Spr&ouml;sslinge gute Lernbedingungen haben, um sich auf die Pr&uuml;fungen vorzubereiten. Die Pr&uuml;flinge selber sind angespannt und besuchen die von den Schulen angebotenen Kurse oder, wenn die Eltern es sich leisten k&ouml;nnen, private Lehrer, um Unsicherheiten im Lehrstoff zu &uuml;berwinden. Strommangel und die enorme Hitze in diesem Juni stellen alle Beteiligten vor eine gro&szlig;e Herausforderung.<\/p><p>Die Pr&uuml;fungstage beginnen mit einer Art Ausnahmezustand. Landesweit wird am fr&uuml;hen Morgen das Internet f&uuml;r mehrere Stunden abgeschaltet. Begr&uuml;ndet wird die drastische Ma&szlig;nahme damit, dass die Pr&uuml;fungsaufgaben f&uuml;r alle Pr&uuml;fungsf&auml;cher zentral erstellt werden und an jedem Pr&uuml;fungstag per Internet an die Pr&uuml;fungsstellen verschickt werden. Damit niemand sich auf welchem Weg auch immer Informationen &uuml;ber die Pr&uuml;fungsfragen verschaffen kann, bleibt das Internet f&uuml;r die Allgemeinheit an diesen Tagen von 6:00 Uhr fr&uuml;h bis 10:00 oder auch 11:00 Uhr abgeschaltet.<\/p><p><strong>In Idlib und im Nordosten wird das syrische Schulsystem nicht anerkannt<\/strong><\/p><p>In Idlib und im Nordosten Syriens k&ouml;nnen die Pr&uuml;fungen nicht durchgef&uuml;hrt werden. Sowohl die dogmatischen Islamisten von Hayat Tahrir al-Sham (HTS), die Idlib kontrollieren, als auch die kurdisch gef&uuml;hrte Autonome Verwaltung im Norden und Osten Syriens (AANES), erkennen das Schulsystem Syriens nicht an und verhindern die Durchf&uuml;hrung der Pr&uuml;fungen.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240702_Reportage-Syrien-01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240702_Reportage-Syrien-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/div><p><small>Mustafa Abdul Ghani leitet in Aleppo die Bildungsdirektion<\/small><\/p><p>In Aleppo organisiert die Bildungsdirektion der Provinzbeh&ouml;rde seit Jahren, dass Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler aus diesen Gebieten nach Aleppo kommen k&ouml;nnen. Mustafa Abdul Ghani, Leiter der Bildungsdirektion, berichtet von einem Angebot an die Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler, zwei bis drei Wochen in Aleppo zu verbringen, um sich auf die Pr&uuml;fungen vorzubereiten und diese dann auch in Aleppo abzulegen. &bdquo;Die Autonomiebeh&ouml;rde im Nordosten &ndash; die ja verschiedentlich mit den syrischen Beh&ouml;rden kooperiert &ndash; l&auml;sst die Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler nach Aleppo oder auch nach Deir Ez-Zor fahren, damit sie an den zentralen Abschlusspr&uuml;fungen teilnehmen zu k&ouml;nnen&ldquo;, sagt Abdul Ghani im Gespr&auml;ch mit der Autorin in Aleppo. &bdquo;Doch die Islamisten geben den Sch&uuml;lern und Sch&uuml;lerinnen keine Genehmigung, blockieren die Stra&szlig;en nach Aleppo und f&uuml;hren Kontrollen durch.&ldquo; Die Zeugnisse und Abschlussnoten seien f&uuml;r die Jugendlichen wichtig, weil das syrische Schulsystem international anerkannt sei. Man wisse nicht, welche Abschl&uuml;sse die Kinder in den Gebieten au&szlig;erhalb der Kontrolle der Regierung erhalten w&uuml;rden.<\/p><p>Die Bildungsdirektion in Aleppo biete den Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;lern Transport, Unterkunft und Verpflegung, Strom, Wasser und psychologische Hilfe an, um sich in Aleppo auf die Pr&uuml;fungen vorzubereiten, sagt Abdul Ghani. 45 Schulen und andere Einrichtungen seien f&uuml;r die Unterkunft vorbereitet worden, Schulmaterial und B&uuml;cher w&uuml;rden zur Verf&uuml;gung gestellt. Lehrerinnen und Lehrer h&auml;tten die Aufsicht und Betreuung &uuml;bernommen. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF unterst&uuml;tze, wenn auch nicht mehr so wie in fr&uuml;heren Jahren, sagt er. Die meiste Hilfe komme von syrischen privaten und &ouml;ffentlichen Hilfsorganisationen. <\/p><p>Um an den Pr&uuml;fungen teilnehmen zu k&ouml;nnen, m&uuml;ssten die Kinder &bdquo;15 Jahre alt sein und sich mit einem Personalausweis und ihren Zeugnissen anmelden&ldquo;. In diesem Jahr seien 9.500 Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler aus den Gebieten, die nicht von der syrischen Regierung kontrolliert w&uuml;rden, nach Aleppo gekommen. Mehr als 200 Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler seien auf eigene Faust sogar aus Idlib gekommen. &bdquo;Sie nutzten den &Uuml;bergang bei Khan Scheikhun, Hilfsorganisationen haben den Transport organisiert und finanziert.&ldquo; 7.200 der Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler seien in den &ouml;ffentlichen Schulen untergebracht, die anderen wohnten in der Zeit der Pr&uuml;fungen bei Verwandten.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240702_Reportage-Syrien-02.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240702_Reportage-Syrien-02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/div><p><small>Teamwork und mehr f&uuml;r den Erfolg. Die Lehrerin Fatima al-Kurdi in der Eingangshalle einer Schule in Masaken Hanano<\/small><\/p><p>Mustafa Abdul Ghani und Osama Sorour vom Bildungsministerium (Damaskus), der die Pr&uuml;fungen in Aleppo beaufsichtigt, begleiten die Autorin nach Masaken Hanano am Stadtrand von Aleppo. Dort sind zwei der Schulen, in denen die Pr&uuml;flinge untergebracht sind. In einer Schule sind M&auml;dchen, in der anderen Jungen. Im Eingangsbereich und auf den Fluren sind viele Zeichnungen, die den Kindern Sinn und Ziel des Schulunterrichts und des Lernens nahebringen sollen. &bdquo;Konzept, F&auml;higkeiten, Strategie, Profit, harte Arbeit, Erneuerung, Teamwork&ldquo; steht in Kreisen, die um eine Gl&uuml;hbirne angeordnet sind, die den &bdquo;Erfolg&ldquo; symbolisiert.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240702_Reportage-Syrien-03.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240702_Reportage-Syrien-03.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/div><p><small>Eine M&auml;dchengruppe kommt aus Jaraboulus, das an der syrisch-t&uuml;rkischen Grenze liegt und von t&uuml;rkisch unterst&uuml;tzten islamistischen Milizen kontrolliert wird<\/small><\/p><p>Die Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler wohnen und lernen in den Schulzimmern, die mit Schr&auml;nken, Matratzen, St&uuml;hlen und Tischen ausgestattet sind. Auf jedem Flur gibt es B&auml;der, die Kinder erhalten Gutscheine, um sich Essen zu kaufen. In den fr&uuml;heren Jahren wurde Essen verteilt, das von privaten Hilfsorganisationen vorbereitet wurde, doch in diesem Jahr fehlt daf&uuml;r das Geld, erkl&auml;rt Herr Abdul Ghani. Die Jungen und M&auml;dchen kommen aus D&ouml;rfern und kleinen St&auml;dten in den l&auml;ndlichen Gebieten von Idlib, Hama und Aleppo. Die Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler in den beiden Schulen in Masaken Hanano kommen aus dem Nordosten von Aleppo, aus Ain Arab\/Kobane, Manbij, Jaraboulus und Al Bab.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240702_Reportage-Syrien-04.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240702_Reportage-Syrien-04.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/div><p><small>Sch&uuml;lerinnen aus Ain Arab\/Kobane m&uuml;ssen erst ihr Arabisch auffrischen. Eine Gro&szlig;mutter (Mitte) begleitet ihre Enkelin.<\/small><\/p><p>An diesem Tag ist pr&uuml;fungsfrei und die jungen Leute bereiten sich in kleinen Gruppen oder mit Lehrern auf die n&auml;chsten Pr&uuml;fungen vor. Eine Gruppe der M&auml;dchen aus Ain Arab\/Koban&eacute; musste zun&auml;chst die arabische Sprache auffrischen. Die kurdische Autonomiebeh&ouml;rde hat an den Schulen Arabisch abgeschafft und der Unterricht findet nur noch in Kurdisch, zumeist Kurmanci statt. Dennoch geh&ouml;rt die arabische Sprache der Bev&ouml;lkerung weiterhin zum Alltag. Eine der Sch&uuml;lerinnen wird von ihrer Gro&szlig;mutter begleitet, die mit den M&auml;dchen zusammen in dem Klassenraum wohnt. Sie wollte unbedingt bei ihrer Enkelin bleiben, sagt Lehrerin al-Kurdi. Die meisten der befragten M&auml;dchen wollen Apothekerinnen werden. Der Beruf der Lehrerin steht nicht hoch im Kurs, stellt die Lehrerin Fatima al-Kurdi fest, die die M&auml;dchenunterkunft beaufsichtigt. Doch sie zwinkert mit den Augen, als sie das sagt, und die M&auml;dchen lachen.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240702_Reportage-Syrien-05.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240702_Reportage-Syrien-05.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/div><p><small>Osama Sorour (2. v.links) vom Bildungsministerium beaufsichtigt die Pr&uuml;fungen. Die drei Jungen bereiten sich auf das Abitur vor<\/small><\/p><p>In der Schule, wo die Jungen untergebracht sind, wird mit einem Lehrer gerade Mathematik gepaukt. In einem anderen Klassenraum bereiten sich drei &auml;ltere Jungen auf das Abitur vor. Zwei von ihnen kommen aus Manbij und Ain Arab\/Kobane. Der dritte Sch&uuml;ler sagt, er komme aus Raqqa. Seine Familie lebe aber in Manbij, weil Raqqa v&ouml;llig zerst&ouml;rt sei. Er wolle Betriebswirtschaft studieren, um sp&auml;ter den Betrieb seines Vaters &uuml;bernehmen zu k&ouml;nnen, sagt der Sch&uuml;ler. Er werde Syrien auf keinen Fall verlassen. Seine beiden Mitpr&uuml;flinge planen nach dem Abitur ein Studium zum IT-Ingenieur und Medizin. Sie denken dar&uuml;ber nach, Syrien zu verlassen, doch wie und wohin, ist unklar.<\/p><p>Viele junge M&auml;nner haben in den letzten Jahren Syrien verlassen, weil sie nicht in der syrischen Armee dienen und auch nicht von den verschiedenen bewaffneten Gruppen f&uuml;r den Krieg rekrutiert werden wollten. Die Erkl&auml;rung des syrischen Verteidigungsministeriums (Ende Juni 2024), Rekruten und Reservisten aus dem Milit&auml;rdienst bis Ende des Jahres zu entlassen und die Dauer der Wehrpflicht f&uuml;r junge M&auml;nner neu zu regeln, sorgt in Syrien und vor allem bei den Familien f&uuml;r Aufatmen.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240702_Reportage-Syrien-06.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240702_Reportage-Syrien-06.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/div><p><small>Daumen hoch: Die Sch&uuml;ler hoffen auf ein gutes Zeugnis f&uuml;r die Zukunft<\/small><\/p><p>Der Mathematikunterricht ist inzwischen abgeschlossen, die Jungen versammeln sich neugierig im Flur, um die ausl&auml;ndische Journalistin zu befragen. &bdquo;Nehmen Sie mich mit nach Deutschland&ldquo;, sagt ein Sch&uuml;ler mit roten Haaren und Sommersprossen. Alle lieben deutschen Fu&szlig;ball und wollen auch wissen, wie es denn mit der Schule in Deutschland sei. W&auml;hrend Mustafa Abdul Ghani sich zu Einzelgespr&auml;chen mit einigen Jungen zur&uuml;ckzieht, verfolgt Osama Sorour interessiert den Austausch zwischen den Jungen und der Autorin. Schlie&szlig;lich werden Fotos und Selfis mit der deutschen Journalistin gemacht, bevor die Jungen zur n&auml;chsten Unterrichtsstunde zusammengerufen werden.<\/p><p>Die syrische Jugend habe es schwer, sich eine Zukunft in Syrien vorzustellen, sagt Osama Sorour. Die Probleme seien sehr gro&szlig;, der Krieg habe alles ver&auml;ndert. &bdquo;Unsere Aufgabe ist, den Kindern die beste Schulbildung mitzugeben. Gute Zeugnisse k&ouml;nnen ihren Weg in die Zukunft ebnen.&ldquo;<\/p><p><small>Bildnachweis: Alle Bilder &copy; Karin Leukefeld<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Krisen und Kriege im Nahen und Mittleren Osten untergraben das Recht auf Bildung.<\/strong> Aleppo, Juni 2024. Das Schuljahr geht zu Ende. Vor den langen Sommerferien bereiten die Sch&uuml;ler in Syrien sich auf die Pr&uuml;fungen vor. F&uuml;r die &Auml;lteren geht es um das Abitur, um das Baccalaureat, f&uuml;r die anderen um die Jahresabschlusszeugnisse. Das zentralistische Schulsystem<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=117489\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":117490,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,151,20],"tags":[1652,302,1583,1553],"class_list":["post-117489","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-bildungspolitik","category-landerberichte","tag-abwanderung","tag-gaza","tag-libanon","tag-syrien"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/240702_Reportage-Syrien-06.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/117489","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=117489"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/117489\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":117549,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/117489\/revisions\/117549"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/117490"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=117489"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=117489"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=117489"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}