{"id":11811,"date":"2012-01-09T09:28:29","date_gmt":"2012-01-09T08:28:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11811"},"modified":"2015-01-18T10:53:41","modified_gmt":"2015-01-18T09:53:41","slug":"wir-sind-kultur-uber-geistige-ernahrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11811","title":{"rendered":"Wir sind Kultur. \u00dcber geistige Ern\u00e4hrung"},"content":{"rendered":"<p>Ein Essay von Gert Heidenreich<br>\nBildung ist die Verwandlung geistiger Erfahrung in lebendiges Bewusstsein &ndash; Bewusstsein im Sinne von Vorbereitung auf das Leben und von Bestimmung des eigenen Selbst im komplexen Gef&uuml;ge aller anderen, also bildlich gesprochen: den eigenen Ort in der Welt zu finden und zu verstehen. Genau das ist offenbar kein Ziel der P&auml;dagogik mehr &ndash; die Inhalte, die daf&uuml;r n&ouml;tig w&auml;ren, werden zur&uuml;ckgedr&auml;ngt zugunsten anderer Curricula, deren unmittelbar n&uuml;tzliche Anwendbarkeit im Berufsleben hervorgehoben wird. Der trainierte Mensch, der dabei entsteht, hat als Idealbild der sogenannten Informationsgesellschaft den gebildeten Menschen abgel&ouml;st.<br>\nEine Entwicklung, die ich nicht nur f&uuml;r falsch halte. Sie stellt eine Besch&auml;digung der jungen Menschen dar. Warum?<br>\n<!--more--><br>\nDas Eigent&uuml;mliche an der Kultur ist, dass jeder gern dar&uuml;ber spricht und glaubt, dass er sie hat, zugleich aber meint, f&uuml;r ihr Bestehen nicht unbedingt den letzten Einsatz riskieren zu m&uuml;ssen. So kommt es zur D&uuml;rrenmatt&rsquo; schen Sottise, Kultur sei die &ldquo;Petersilie auf dem Karpfen&rdquo;. D&uuml;rrenmatt beschrieb damit aber nicht die Kultur, sondern ihr &ouml;ffentliches Verst&auml;ndnis. Genau gesagt: Ihre Verwaltung in der &Ouml;ffentlichkeit. Da ist sie ein Schmuck, der auch teuer sein darf, wenn es uns gut geht. Mit ihrer Bedeutung hat das nichts zu tun. <\/p><p>Die Bedeutung der Kulturf&auml;higkeit des Menschen wird seitens der Anthropologie nicht mehr in einem luxuri&ouml;sen &Uuml;berschuss der Evolution gesehen, sondern als ein entscheidender Faktor im evolution&auml;ren Prozess, ja sogar als Reproduktionsvorteil. So betrachtet sind wir Kultur, bestehen wir aus Kultur und &uuml;berleben wir durch Kultur. Es gibt zu ihr keine Alternative. &Uuml;blicherweise grenzen wir den Begriff auf das ein, was wir im engeren Sinn darunter verstehen: Kunst und Kulturtechniken, die sich mit dem Begriff der Bildung verbinden. <\/p><p>Das letzte Jahrhundert hat zu Einw&auml;nden gegen den Wert der Kultur gef&uuml;hrt: Wie konnte ein Kulturvolk wie das Deutsche die exemplarische Barbarei des Zwanzigsten Jahrhunderts errichten? Da hat doch die Kultur versagt und ihre Bedeutungslosigkeit erwiesen.<br>\nEin verbreiteter Irrtum, in dem eine Erkenntnis verpackt ist. Dass Hitler &uuml;ber H&ouml;lderlin gesiegt hat, lag nicht an H&ouml;lderlin. Es lag an denen, die H&ouml;lderlin preisgegeben haben, um Hitler akzeptabel zu machen. Ein Fall von kultureller Selbst-Korrumpierung im Volksma&szlig;stab, die wiederum die Vorraussetzung war f&uuml;r die kollektive Preisgabe ethischer Normen.<br>\nKultur und Bildung sichern dem Einzelnen nicht a priori die richtige sittliche und politische Entscheidung. Im Gegenteil: Sie fordern zu kritischer Bewertung heraus. Kultur verlangt Entscheidung und ersetzt sie nicht. Dass Barbarei sich durch Kultur nicht aufhalten l&auml;sst, ja dass sie oft sogar miteinander auskommen, ist vielfach geschichtlich belegt. Denn der Gegensatz zur Barbarei ist nicht die Kultur, sondern die Zivilisation. Darum kommt alles darauf an, dass wir zivile Zust&auml;nde in den K&ouml;pfen und in der Gesellschaft erhalten. <\/p><p>Was mit Kunst in der Barbarei geschieht, ist hinl&auml;nglich bekannt. Sie wird in Dienst genommen und erstarrt. Sie b&uuml;&szlig;t somit die Essenz ein, von der sie lebt: Ihren prozessualen, ihren dialogischen, mithin unfesten Charakter. Sehr verk&uuml;rzt kann man sagen: wenn Kultur generell die Suche nach M&ouml;glichkeiten ist, mit der Welt umzugehen, dann ist die Kunst Suche nach eigenem Ausdruck f&uuml;r die Deutung der Welt. Sobald individuelle Ergebnisse solcher Suche sich so weit durchsetzen, dass sie zu allgemeiner Anerkennung gelangen, also Kultur werden im Sinne von gemeinschaftlicher Vereinbarung, beginnt das individuelle Suchen von neuem, so dass lebendige Kultur ein permanenter Prozess ist, der sich speist aus dem &Uuml;berholen einer Lebenstechnik und Weltdeutung durch eine jeweils bessere oder zumindest andere und aus der Behauptung des eigenen Ausdrucks gegen den allgemeinen, den man auch Tradition nennt.<br>\nAnders gesagt: im dialogischen Prozess der Kultur, und nur als solcher ist sie sinnvoll zu denken, kommt es auf das Individuum und auf die kollektive Adaption in gleichem Ma&szlig;e an. Sowohl die individuelle kulturelle Arbeit, als auch die kollektive Aneignung und Verwandlung setzen Menschen voraus, die f&auml;hig sind, in diesem Prozess kritisch zu handeln. Sind sie dies nicht, jubeln sie Scharlatanen zu und halten geschickt inszenierte Aufm&auml;rsche f&uuml;r einen Ausdruck von Kultur, wie ein russisches Sprichwort sagt: &ldquo;Wenn die Fahne flattert, steckt der Verstand in der Trompete.&rdquo; <\/p><p>Kultur macht das Leben nicht bequem, sondern unruhig. Sch&ouml;nheit ist ebenso beunruhigend wie das Grauen, sonst h&auml;tte Rilke nicht vor dem Delphischen Apoll erschrocken festgestellt: &ldquo;Du musst dein Leben &auml;ndern!&rdquo; Kultur verweist uns auf den prozessualen Charakter des Lebens und braucht zugleich Individuen, die dazu f&auml;hig sind, in ihr keinen ewigen Wert, sondern den Dialog zu entdecken, den wir beispielsweise in der Kunst durch Jahrhunderte, sogar Jahrtausende f&uuml;hren k&ouml;nnen: Wenn wir uns darauf einlassen, finden wir, dass ein Kunstwerk, ganz gleich wie fern uns seine Entstehung liegt, in einen gegenw&auml;rtigen Dialog mit uns tritt. <\/p><p>Wer sich auf solche Dialoge einlassen will, bedarf dazu einiger kultureller Voraussetzungen. Deshalb ist Kultur mit Bildung auf Gedeih und Verderb verschwistert. Zumindest seit der Aufkl&auml;rung, deren Segen ihren Schrecken doch &uuml;berwiegt, ist unsere Kultur ohne Bildung nicht mehr denkbar. <\/p><p>Wie sieht es heute damit aus?<br>\nWir haben, grob gesagt, starke Bildungsinstitute ohne Kultur. Das liegt weder an den Lehrenden, noch an den Lernenden. Es liegt an dem grotesk falschen Verst&auml;ndnis von Bildung, das sich in der Wissensgesellschaft durchgesetzt hat. Bildung als Konditionierung auf die Praxisbed&uuml;rfnisse des Staates und seiner Wirtschaft f&uuml;hrt zu einer, wenngleich nicht sch&auml;dlichen Anh&auml;ufung von Wissen und Techniken zum Wissenserwerb. Niemand leugnet, dass angelernter Inhalt nicht nur sich selbst repr&auml;sentiert, sondern auch den Vorgang des Lernens als einer geistigen Erfahrung.<br>\nUnter der Perspektive der Kultur allerdings ist das keine Bildung des Menschen, denn seine hinreichende Ausstattung mit Instrumenten und Informationen setzt ihn noch nicht instand, entscheidungsf&auml;hig zu sein, m&ouml;glichst autonom sein Leben zu gestalten und die Voraussetzungen allgemeiner Menschenw&uuml;rde anzuerkennen.<br>\nBildung ist die Verwandlung geistiger Erfahrung in lebendiges Bewusstsein &ndash; Bewusstsein im Sinne von Vorbereitung auf das Leben und von Bestimmung des eigenen Selbst im komplexen Gef&uuml;ge aller anderen, also bildlich gesprochen: den eigenen Ort in der Welt zu finden und zu verstehen. Genau das ist offenbar kein Ziel der P&auml;dagogik mehr &ndash; die Inhalte, die daf&uuml;r n&ouml;tig w&auml;ren, werden zur&uuml;ckgedr&auml;ngt zugunsten anderer Curricula, deren unmittelbar n&uuml;tzliche Anwendbarkeit im Berufsleben hervorgehoben wird. Der trainierte Mensch, der dabei entsteht, hat als Idealbild der sogenannten Informationsgesellschaft den gebildeten Menschen abgel&ouml;st.<br>\nEine Entwicklung, die ich nicht nur f&uuml;r falsch halte. Sie stellt eine Besch&auml;digung der jungen Menschen dar. Warum? <\/p><p>Ich will es am Beispiel der Literatur erl&auml;utern. H&auml;ufig sto&szlig;e ich in Schulen, bei Lesungen vor Deutschleistungskursen &ndash; schon dieser Trainer-Titel erzeugt einen Abwehrreflex &ndash; auf Abiturjahrg&auml;nge, die erstaunlich wenig f&uuml;r ihr Fach gelesen haben, aber &uuml;ber ein ebenso verbl&uuml;ffendes wie &uuml;berfl&uuml;ssiges germanistisches Fachwissen verf&uuml;gen. Manche k&ouml;nnen eine Tautologie von einem Pleonasmus und diesen von einem Hendiadyoin unterscheiden, kennen aber keine Ballade, haben so gut wie nie ein Theaterst&uuml;ck ganz gelesen, oft nur einen Roman, mehr oder weniger vollst&auml;ndig; doch man hat ihnen die strukturellen Unterschiede der literarischen Gattungen und die Schubladen der Literaturepochen beigebracht. Manche wurden mit falschen Texten f&uuml;r die Poesie verdorben, weil es Lyrik gibt, die man erst begreift, wenn man selbst ein paar Lebensabgr&uuml;nde durchschritten hat. Bedeutende Werke kennen viele nur in Ausz&uuml;gen oder gar aus vorgefertigten Interpretationen. Freilich gibt es Gegenbeispiele: Wie &uuml;berall h&auml;ngt es auch hier von der Person des Lehrers ab, ob sich die Begeisterung f&uuml;r sein Fach auf die Sch&uuml;ler &uuml;bertr&auml;gt. &Uuml;berwiegend aber tritt eine rudiment&auml;re Literaturwissenschaft an die Stelle von Literaturerfahrung. Das ist gleichbedeutend mit der Zerst&ouml;rung der Phantasie.<br>\nVon der lebenspraktischen Nutzanwendung solcher Germanistisierung des Deutschunterrichts bin ich nicht &uuml;berzeugt. Schlimmer, viel schlimmer, ist etwas anderes &ndash; und dies greift &uuml;ber das Fach weit hinaus in den Bereich der Lebenskultur. <\/p><p>In unserer Gesellschaft k&ouml;nnen wir &ndash; und dies ist ein wahrhaft hoch einzusch&auml;tzender Gewinn &ndash; Wissen so leicht, so vielf&auml;ltig und so umf&auml;nglich wie noch nie zuvor in der Menschheitsgeschichte erwerben und verwenden. <\/p><p>Das Internet ist, neben seinen scheu&szlig;lichen Seiten, der neue Reichtum, der allen verf&uuml;gbar ist. Das meiste, was heute in der Schule informatorisch gelehrt wird, l&auml;sst sich im Netz abfragen, und wenn man gelernt hat, kritisch zu fragen und skeptisch und flexibel mit den Angeboten umzugehen, erh&auml;lt man richtige und n&uuml;tzliche Antworten. Zumal Wissen dort &uuml;berwiegend auf neuestem Stand ist, das in den Schullehrpl&auml;nen oft noch nicht aktualisiert wurde.<br>\nWas sich in der gigantischen Informationsbank aber nicht lernen l&auml;sst, ist der Umgang mit den eigentlich bedeutenden, tiefgreifenden, schwierigen Vorf&auml;llen des Lebens, die auf jeden von uns unausweichlich zukommen. Liebe und Trauer, Eifersucht und Verlust, Abschied und Entt&auml;uschung, Krankheit und Besch&auml;digung, Barmherzigkeit und Mitmenschlichkeit, Mut vor Autorit&auml;ten und Todesangst. <\/p><p>Auf diese Situationen bereitet die heutige Schule so gut wie nicht vor. Dabei liegt das Material daf&uuml;r in unbegrenzter Menge bereit: Es ist die Literatur. In ihr und in den ihr verwandten K&uuml;nsten Theater und Film l&auml;sst sich mittels der Phantasie antizipierend die eigene Empfindung, die eigene Entscheidung an der Stelle der scheiternden oder siegenden Helden erfahren und pr&uuml;fen. In unserer Phantasie versetzen wir uns in die Lage der fiktiven Personen und lernen, indem wir gleichsam mit ihnen leben, ihre Art der Konfliktl&ouml;sung kennen; wir erleben ihre Niederlagen, ihre Erfolge, ihren Untergang, ihre Erl&ouml;sung. In der Literatur ist dieses Wissen der Kulturen &uuml;ber Jahrtausende unter dem Begriff &bdquo;Schicksal&ldquo; versammelt &ndash; und nirgendwo sonst erfahren wir so intensiv, dass wir mit den entscheidenden Klippen in unserem Leben nicht allein sind, sondern dass sie schon immer zu den schmerzlichen und sch&ouml;nen Bedingungen menschlichen Seins geh&ouml;rt haben. <\/p><p>Mit solchen Grundereignissen, die uns anfangs immer &uuml;berfordern, so umgehen zu k&ouml;nnen, dass wir authentisch bleiben und nicht hilflos und ratlos &uuml;berw&auml;ltigt werden, wenn sie eintreten, l&auml;sst sich &uuml;ben: In der Fiktion, in der Kunst. Nat&uuml;rlich ist das Scheitern das gr&ouml;&szlig;ere Thema in der Dichtung, geh&ouml;rt die Erl&ouml;sung eher in den Bereich der Religion. Die Literatur ist ganz so, wie wir Leser sind: Das Gute bewegt uns, aber das B&ouml;se hat unser Interesse, die Abgr&uuml;nde sind faszinierender als die Br&uuml;cken. Auch ersch&ouml;pft sich die Literatur nicht in ihrer Funktion als &Uuml;bungsraum f&uuml;r unsere Vorahnung des Schicksals, ich rede ja hier noch nicht von Kunst. Aber die M&ouml;glichkeit, tief verst&ouml;rende Konflikte, noch bevor sie sich f&uuml;r uns ereignen, am Leben der literarischen und biblischen Gestalten gleichsam spielerisch und auf einer noch nicht existentiellen Ebene seelisch durchleben zu k&ouml;nnen, bereitet uns &ndash; davon bin ich fest &uuml;berzeugt &ndash; besser auf das Erwachsensein vor als jede akkumulierte Quantifizierung der Welt. Vor allem das Wissen um den Zusammenhang unserer Existenz mit der anderer Menschen, seien sie auch fernen Zeiten und Kulturen zugeh&ouml;rig, wird das besonders in der Pubert&auml;t h&auml;ufige Gef&uuml;hl der Vereinsamung mildern. Das Reich der Phantasie kann auf diese Weise in sp&auml;teren Jahren unter Umst&auml;nden Leben retten. Kindern und Jugendlichen dies nicht zu vermitteln, hei&szlig;t sie zu besch&auml;digen. Antrainierte Information ist daf&uuml;r kein Ausgleich. Es ist, als ob man den jungen Menschen, bevor man sie ins Leben entl&auml;sst, gro&szlig;artige Werkzeuge in die H&auml;nde dr&uuml;ckt, zehn &bdquo;Tools&ldquo; an jedem Finger, ihnen aber zugleich ein Bein amputiert. Sollen sie doch ins Leben h&uuml;pfen, es gibt ja Geh-Hilfen an jeder Ecke, Hauptsache, sie k&ouml;nnen mit ihren Fingern die Wirtschaft profitabel steuern. <\/p><p>Ich kenne den Einwand, dass es immerhin Ethikunterricht gebe. Ich habe nichts gegen Ethikunterricht, auch nichts gegen Religionsunterricht. Aber niemand kann mir einreden, dass eine theoretische Er&ouml;rterung der Frage, ob das Gesetz des Staates h&ouml;her stehe als das sittliche Gesetz in mir selbst, ebenso fesselnd und f&uuml;r junge Menschen nachvollziehbar gestaltet werden kann, wie dies in der Antigone des Sophokles geschieht. Von jener jungen Frau, die ihr Gewissen der Staatsmacht entgegensetzt, betr&auml;gt die Zeitstrecke zu Sophie Scholl und der &bdquo;Wei&szlig;en Rose&ldquo; 2.400 Jahre, die Ideenstrecke ist winzig, der Konflikt bleibt unvermindert aktuell. Hier wird auf ganz andere Weise Auseinandersetzung provoziert und Stellungnahme abgefordert als bei der Er&ouml;rterung des Kategorischen Imperativs von Immanuel Kant. In einem solchen Prozess erworbene Bildung meinte Demokrit von Abdera vor zweieinhalbtausend Jahren, wenn er feststellt:<br>\n&ldquo;Bildung ist den Gl&uuml;cklichen Schmuck und den Ungl&uuml;cklichen Zuflucht.&rdquo; Auch diesen Satz macht die historische Distanz heute nicht weniger zutreffend als seinerzeit. Dass die Bedeutung der Bildung jungen Menschen, die von Angeboten zur Ablenkung umschrieen werden, nicht einfach vermittelt werden kann, ist bekannt. Bildung war noch nie einfach, nur jetzt scheint sich einerseits eine Tendenz abzuzeichnen, die der M&uuml;helosigkeit einen besonderen p&auml;dagogischen Wert beimisst, andererseits wird immer mehr Stoff in immer k&uuml;rzere Lernzeiten gepresst. Und das in einer Gesellschaft, die im Zeitvertreib ein Lebensziel und -Gl&uuml;ck sieht und die immenses Geld und ein erstaunliches Ma&szlig; an Phantasie daf&uuml;r aufwendet, den Menschen von sich selbst abzulenken und ihm dabei das Gef&uuml;hl zu vermitteln, erst in der Ablenkung sei er ganz bei sich selbst. Die legitime Absicht von Unterhaltung, n&auml;mlich Entspannung, wandelt sich in der Zeitvertreibindustrie von einer Pausengestaltung zum Dauerzustand, dessen Folge nicht Erholung, sondern Bewusstseinslosigkeit ist. <\/p><p>Dennoch sollte der Schule m&ouml;glich sein, zu kl&auml;ren, dass beim Zeitvertreib Lebenszeit vertrieben wird, und zwar im w&ouml;rtlichen Sinn; dass es trotz der Nachmittagsserien des Fernsehens noch immer einen Unterschied zwischen Kom&ouml;die und Klamauk gibt; dass jugendlicher S&auml;ngerwettstreit in den Medien nicht der Befriedigung von Sehns&uuml;chten dient, sondern ihrer ausbeuterischen Vermarktung; dass das Lesen von Literatur nicht nur gut tut, weil die Gehirnforscher es dringend empfehlen, sondern weil wir dabei Gegenwelten erfahren; dass der alte Grundsatz, nicht f&uuml;r die Schule, sondern f&uuml;r das Leben zu lernen, nicht die Zurichtung f&uuml;r den Arbeitsmarkt meint, sondern tats&auml;chlich das ganze Leben; dass Kultur in den Bildungsinstitutionen etwas mit Kultivieren zu tun hat; und es schadet nicht, dabei an den Ursprung des Wortes, das lateinische colere zu denken, das nicht nur pflegen, sondern auch pfl&uuml;gen hei&szlig;t. Dabei geht es nicht darum, nette Muster in den Sand zu kratzen. Es geht darum, dass P&auml;dagogik sich selbst wieder ernst nehmen darf und Lehrer nicht als &sbquo;Infotrainer&rsquo; missbraucht werden. <\/p><p>Was hier so klingen mag, als r&auml;soniere ein N&ouml;ckergreis und klage &uuml;berholte Bildungswerte ein, ist m&ouml;glicherweise ein fortschrittliches Pl&auml;doyer. Selten wurde in der Neuzeit &ouml;ffentlich so viel &uuml;ber das Gl&uuml;ck geschrieben und gesprochen wie in unserem Jahrzehnt. Fast schien der Begriff ganz der Werbung anheimgefallen, die ihn mit Geld und Gegenst&auml;nden verklebte. Inzwischen wird dar&uuml;ber fast so viel, wenn auch nicht so gr&uuml;ndlich nachgedacht wie in den dreihundert Jahren zwischen Epikur und Epiktet, und die Er&ouml;rterung der n&ouml;tigen Ingredienzien zum Lebensgl&uuml;ck ern&auml;hrt die neuen Autoren besser als einst die Philosophen. Doch anders als bei jenen steht Lebenskunst gegenw&auml;rtig nicht an vorderster Stelle, denn zu ihr geh&ouml;ren Erkenntnis und Bewertung der Welt, in der ich lebe, und solche wiederum setzen ein gewisses Ma&szlig; an Bildung voraus. Unsere arbeitsteilige Gesellschaft hingegen hat f&uuml;r nahezu alle Wechself&auml;lle des Lebens Beratungszentren und Service-Angebote geschaffen. Die Lebenshilfe-Buch-Produktion ist beeindruckend; von der allt&auml;glichsten Verrichtung &uuml;ber die komplizierten Fragen der Liebe bis hin zu empfehlenswerten Variationen des Ablebens k&ouml;nnen wir uns, wenn wir dies als w&uuml;nschenswert empfinden, auf andere verlassen. Kein Wunder: Je mehr ein Teil der Mediengesellschaft die Bet&auml;ubung als Ziel sieht, um so dringlicher muss dort Service angeboten werden, wo Bet&auml;ubung nicht mehr ausreicht. <\/p><p>Nun ist gegen Hilfe ist gar nichts einzuwenden. Wir m&uuml;ssen uns nur bewusst sein, dass eine Kultur aus Zeitvertreib und Service die Autonomie des Individuums nicht f&ouml;rdert, sondern f&uuml;r &uuml;berfl&uuml;ssig, ja eigentlich f&uuml;r gesch&auml;ftssch&auml;digend h&auml;lt. <\/p><p>F&uuml;r die kulturelle Vorstellung des emanzipierten Menschen gilt das Gegenteil. Notwendigerweise muss er im Besitz einiger Erfahrungen, und seien es angelesene, sein, die ihn bef&auml;higen, m&ouml;glichst autonom zu handeln und kritische Distanz zu den Angeboten seiner Gegenwart zu wahren. Er sollte seine Urteile nicht geliehen haben, sondern herleiten k&ouml;nnen. Er sollte immerhin so viel selbst vernetztes Wissen verf&uuml;gbar haben, um Entscheidungen treffen zu k&ouml;nnen, die auch sp&auml;terer Begr&uuml;ndung standhalten. Mit anderen Worten, er sollte ein Bewusstsein von sich selbst innerhalb der dialogischen Kultur und von der Vorl&auml;ufigkeit seiner Ansichten und Einsichten haben. Nicht zuletzt geh&ouml;rt wohl zum gebildeten Menschen, dass er seiner Vernunft nicht Absolutheitsanspruch einr&auml;umt, denn einige &uuml;berlebensnotwendige Maximen und sittliche Imperative sind rational nicht begr&uuml;ndbar: Barmherzigkeit, N&auml;chstenliebe, sogar die Menschenrechte sind keine Ergebnisse von Wissenschaft. Der polnische Philosoph Leszek Kolakowski, nach eigener Auskunft ein &bdquo; konservativliberalen Sozialist&ldquo;, hat dar&uuml;ber, zugespitzt, gesagt: &bdquo;Die moderne Chim&auml;re, die dem Menschen totale Freiheit von der Tradition oder jeglichem vorexistentem Sinn verspr&auml;che, (&hellip;) schickt ihn in eine Finsternis, in der alles mit gleicher Gleichg&uuml;ltigkeit betrachtet wird. Das utopische Vertrauen in die F&auml;higkeit des Menschen, sich selbst zu erfinden, die utopische Hoffnung auf grenzenlose Perfektion k&ouml;nnte das wirkungsvollste Instrument des Selbstmords sein, das die menschliche Kultur je geschaffen hat.&ldquo; <\/p><p>Die F&auml;higkeit, jede Maxime, sei sie eigener Einsicht entsprungen oder einem allgemein vereinbarten Canon entnommen, stets auf ihr Menschenma&szlig;, ihre Gem&auml;&szlig;heit &uuml;berpr&uuml;fen zu k&ouml;nnen, setzt eben jene nicht nur rationale Bildung voraus, die, wie eingangs gesagt, aus der Verwandlung von Wissen in Bewusstsein entsteht. Die Entscheidung, nichts als ein Absolutum anzuerkennen, das sich selbst dazu erkl&auml;rt &ndash; beispielsweise alleinseligmachende Ideologien und Religionen &ndash; ist nat&uuml;rlich zugleich eine der Voraussetzungen von Freiheit. <\/p><p>Ich will die Freiheitsfrage hier nicht er&ouml;rtern, nur so viel: Eine Gesellschaft, in der sich die Idee der pers&ouml;nlichen Freiheit vorrangig ans Geld bindet, verliert m&ouml;glicherweise den Blick auf die geistige Unabh&auml;ngigkeit und die Autonomie des Individuums, die, wie ich glaube, einzig durch Bildung erreichbar ist. Die Demokratie, die stets um so mehr beschworen wird, je mehr sie ins Ungef&auml;hre ger&auml;t, ist vermutlich mehr als alle anderen politischen Organisationsformen darauf angewiesen, mehrheitlich von gebildeten B&uuml;rgern gestaltet zu werden; nicht nur, weil ungebildete W&auml;hler leichter von Populisten &uuml;berzeugt werden, sondern vor allem, weil Demokratie sich zu ihrem &Uuml;berleben in einem st&auml;ndigen Prozess der M&auml;ngelkorrektur befinden muss, anders gesagt: in permanenter Revision. Wie aber soll dies gelingen, wenn nicht die entscheidenden Mehrheiten in der Lage sind, sich bessere Alternativen zum gegenw&auml;rtigen Bestand auszudenken. Bildungslose B&uuml;rger w&uuml;nschen sich meist nur eines: Das Ende aller Komplikationen. Dieser Wunsch f&uuml;hrt, realisiert, in die Totalkomplikation, die man auch Katastrophe nennt. <\/p><p>Ich bin zuversichtlich, dass unsere Gesellschaft diese Zusammenh&auml;nge, wenn nicht erkennt, so doch sp&uuml;rt und auf diese Weise dann auch wahrnimmt. In unserer freiheitlichen Gesellschaft mit ihrer F&uuml;lle von Medien sind die Einfl&uuml;sse von ver&ouml;ffentlichten Informationen und Meinungen so komplex, dass wir die Wirkungen und Wechselwirkungen von Kommunikation l&auml;ngst nicht mehr definieren oder gar klassifizieren k&ouml;nnen. Inzwischen ist kein generationen&uuml;bergreifender Vorrang bestimmter Multiplikatoren mehr auszumachen. Was f&uuml;r den einen die Tagesschau, sind f&uuml;r die anderen l&auml;ngst Blogs und Twitter und facebook. Nachrichten-Apps auf dem iPhone ersetzen f&uuml;r eine betr&auml;chtliche Menge sogenannter User die Tageszeitung. Digitale Enzyklop&auml;dien werden weitaus h&auml;ufiger genutzt als vormals die gedruckten. Und wenn einst beim Aufschlagen des Lexikons an der falschen Stelle, wo man sich vielleicht festlas, der Bildungsvorteil des sch&ouml;nen Umwegs den Leser bereicherte, so ist heute die Menge der Links in einem Artikel eine sehr viel gr&ouml;&szlig;ere Versuchung, die eigene Suche auszuweiten. Das kann, wer Bildung sch&auml;tzt, nur begr&uuml;&szlig;en. <\/p><p>Sowohl freie Organisation von privaten Bildungszirkeln und -vereinigungen, Kulturinstituten und Diskussionsforen im Internet, als auch die deutliche Zunahme von Dokumentationen zu Geschichte, Naturgeschichte und Geistesgeschichte in diversen Fernseh- und Rundfunkprogrammen k&ouml;nnen darauf hin deuten, dass Inhalte, die von den Ausbildungsinstitutionen zugunsten der Konditionierung vernachl&auml;ssigt werden, gleichsam auf den freien Markt ausweichen. F&uuml;r die dialogische Kultur ist das ein Prozess, der m&ouml;glicherweise erfolgreicher ist, als wir messen k&ouml;nnen. Leider wird das Angebot &uuml;berwiegend von B&uuml;rgern &uuml;ber F&uuml;nfzig wahrgenommen. <\/p><p>Der Jungen Generation wird gern angepasstes Verhalten unterstellt. Die Demonstrationen der Studenten haben eine andere Jugend gezeigt. Gegen&uuml;ber einer Politik, die offensichtlich die Normierung von Pr&uuml;fungsabl&auml;ufen f&uuml;r wichtiger h&auml;lt als die sinnvolle Gestaltung des Bildungsprozesses, hat diese Jugend das richtige Bed&uuml;rfnis zum Ausdruck gebracht: Bildung wieder mit Umf&auml;nglichkeit, Entscheidungsfreiheit und Entscheidungsf&auml;higkeit zu verbinden.<br>\nSie daf&uuml;r als &ldquo;gestrig&rdquo; zu beschimpfen, wie die damalige und jetzige Bundesbildungsministerin Annette Schavan es bei den ersten Demonstrationen von Sch&uuml;lern vor einem Jahr tat, ist absurd. Im Gegenteil: Diese Jugend sp&uuml;rt, dass sie nicht ausreichend auf die pers&ouml;nlichen und gesellschaftlichen Konflikte vorbereitet wird, die auf sie zukommen. Und sie fordert diese Vorbereitung ein. Pr&auml;zise hei&szlig;t es auf den studentischen Transparenten: &bdquo;Wir demonstrieren f&uuml;r bessere Bildung!&ldquo; &ndash; nicht f&uuml;r bessere Ausbildung. Die Reaktionen der politisch Verantwortlichen zeigen bisher ein Ausma&szlig; an Unverst&auml;ndnis, das allenfalls mit Betriebsblindheit zu erkl&auml;ren, keineswegs aber zu rechtfertigen ist. Als ginge es darum, ein paar trotzigen Kindern entgegenzukommen, wird, wie Kastanien in der Wildf&uuml;tterung, eine leichte Erh&ouml;hung des Baf&ouml;g hingeworfen. Da und dort meinen Kultusminister, sie k&ouml;nnten mit dem Versprechen, Lernstoff zu vermindern, Ruhe erkaufen. Die Kanzlerin erkl&auml;rt vor dem deutschen Parlament: &bdquo;Bildung ist mehr denn je der Rohstoff der Deutschen&ldquo;, und der Bundestag applaudiert, statt in sardonisches Gel&auml;chter auszubrechen. Die Formulierung &bdquo;mehr denn je Rohstoff der Deutschen&ldquo; l&auml;sst sich nur als kurios deuten, denn einerseits behauptet Frau Merkel, wir lebten noch mehr von Bildung als einst von den Rohstoffen Kohle und Eisenerz, andererseits unterstellt sie, wir selbst best&uuml;nden aus Bildung, und zwar &bdquo;roh&ldquo; &ndash; was nun offensichtlich unsinnig ist. Denn Bildung im klassischen Sinn ist Veredlung des Menschen, Befreiung aus seinem Rohzustand.<br>\nUnfreiwillig enttarnt die Formulierung ein Verst&auml;ndnis von Bildung, das ins Regierungskonzept passt: &bdquo;Rohstoff&ldquo; n&auml;mlich enth&auml;lt keinen Mehrwert. Und was in unserer Gesellschaft keinen Mehrwert hat, ist eben nicht mehr wert als Rohstoff. <\/p><p>Es f&auml;llt leicht, solche fahrl&auml;ssigen Dummheiten aufs Korn zu nehmen. Schlimm ist, dass sie als Parolen einer Politik dienen, die den Mehrwert der Bildung f&uuml;r die Demokratie schlicht nicht begreift. Mit solchen Formeln lassen sich die Studenten, man ist versucht zu sagen: Gott sei Dank, nicht abspeisen. Die jungen Frauen und M&auml;nner, die derzeit in ihren Universit&auml;ten und auf &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en und Pl&auml;tzen auf ihre Lage aufmerksam machen, haben offenbar begriffen, worum es in ihrem Leben gehen wird: um Flexibilit&auml;t im Denken, die F&auml;higkeit zur Entscheidung mit der n&ouml;tigen Skepsis, um den Lebenszusammenhang innerhalb ihrer Kultur, Neugier und permanenten Blick &uuml;bern Tellerrand, Freude am Wissen, Verantwortung f&uuml;r sich selbst und um wichtige emotionale Grundlagen f&uuml;r ein gelungenes Leben. Stattdessen erfahren sie, dass sie f&uuml;r einen Arbeitsmarkt konditioniert werden, der dann, wenn sie ihn erreichen, l&auml;ngst andere Voraussetzungen haben wird. <\/p><p>Es ist lehrreich f&uuml;r einen sogenannten Altachtundsechziger wie mich, einer Studentenversammlung in einer besetzten Universit&auml;t zuzuh&ouml;ren. Ich hatte die Gelegenheit im Audimax der Ludwig-Maximilian-Universit&auml;t in M&uuml;nchen. Selbstverst&auml;ndlich war es ein Dejavu. Und doch wieder nicht. Diese Studenten heute verf&uuml;gen &uuml;ber eine bessere Diskussionskultur. Wo wir ausgebuht oder zugejubelt haben, herrscht hier eine fast lautlose Zeichensprache, mittels derer st&auml;ndig Zustimmung, Ablehnung, Kritik und Einwand ge&auml;u&szlig;ert werden &ndash; w&auml;hrend die Rede h&ouml;rbar bleibt. <\/p><p>Nat&uuml;rlich hat auch diese Generation Schwierigkeiten, die eigenen Ziele treffend zu formulieren. Wo die 68er seinerzeit versucht haben, dieses Land f&uuml;r sich geistig bewohnbar zu machen, geht es heute darum, das Land lebenswert zu erhalten. Und welche Aufgabe w&auml;re angemessener f&uuml;r eine Generation, die jetzt anf&auml;ngt, sich zu orientieren? <\/p><p>Man soll die jungen Menschen nicht anl&uuml;gen, indem man behauptet, sie h&auml;tten derzeit durch unser Bildungssystem gute Aussicht auf ein gelungenes Leben. Man soll nicht versuchen, sie mit ein paar H&auml;ppchen weniger Lernstoff und etwas mehr Geld stillzustellen. Man sollte nicht, wie die Bundesministerin Schavan, Polizeieins&auml;tze gegen Universit&auml;tsbesetzer guthei&szlig;en und zugleich auf Erm&uuml;dung der Proteste spekulieren. Solche Arroganz treibt die Jugend am Ende auf die Barrikaden. Auch dazu hat &uuml;brigens Demokrit schon zutreffend gesagt: &ldquo;Es gibt Verstand bei den Jungen und Unverstand bei den Alten. Denn nicht die Zeit lehrt denken, sondern eine fr&uuml;hzeitige Erziehung und Naturanlage.&rdquo;<br>\n(18.02.2010.)<\/p><p><em>Die obige Rede Gert Heidenreichs zur Feier &bdquo;20 Jahre Kulturforum Starnberg&ldquo; wurde am 13.12.2009 in der Sendung DIE AULA des SWR H&ouml;rfunks ausgestrahlt. Die Wiedergabe auf <a href=\"http:\/\/www.kulturpixel.de\">kulturpixel.de<\/a> erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die Bildzitate entstammen dem in den Jahren 1977 bis 1983 entstandenen Bilderzyklus &ldquo;Caf&eacute; Deutschland&rdquo; von J&ouml;rg Immendorf (&ldquo;Caf&eacute; Deutschland I&rdquo;, 1977\/78, und &ldquo;Caf&eacute;probe&rdquo;, 1980).<br>\nGert Heidenreich studierte Germanistik, Philosophie, Soziologie und Theatergeschichte in M&uuml;nchen. 1986 wurde er mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet und war von 1991 bis 1995 Pr&auml;sident des P.E.N.-Clubs (West). Bekannt wurde er nicht nur als Schriftsteller, Journalist, Regisseur und Dramaturg, sondern auch durch seine H&ouml;rb&uuml;cher und als H&ouml;rfunk- und Fernsehsprecher. (Quelle: br-online.de.) Zu den Autoren seiner H&ouml;rb&uuml;cher &ndash; die man nicht kaufen muss, sondern auch &uuml;ber einen Online DVD Verleih beziehen kann &ndash; z&auml;hlen Friedrich Ani, Lucette ter Borg, J&uuml;rgen Roth und Hans Well, Lilian Noetzel, Elia Barcel&oacute;, Uwe Timm, Friedrich D&uuml;rrenmatt, Georges Simenon, Paolo Coelho, Emile Zola, Guy de Maupassant, Nikolaj Gogol, Prosper M&eacute;rim&eacute;e, Italo Svevo, Pierre Loti, Johannes Mario Simmel, Martin Suter, Raymond Chandler, F. Scott Fitzgerald, Salman Rushdie und der Dalai Lama; aus meiner Sicht herausragende Titel sind: J. R. R. Tolkien, Hobbit, Elbenwald und Der Herr der Ringe; Umberto Eco, Der Name der Rose; Grimms, Andersens und Hauffs M&auml;rchen; Charles Darwin, Die Fahrt mit der Beagle; Herbert Rosendorfers Deutsche Geschichte sowie Ausz&uuml;ge aus Karl Marx, Das Kapital. Leichtere Kost bieten Erotische Mysterien und &ndash; durchaus dazu passend &ndash; eine Thomas-Gottschalk-Biographie. &ndash; Nichts gegen HDTV, aber: Auch ein gutes (H&ouml;r-) Buch ist ein paar Mouseclicks wert &hellip;<\/em><\/p><p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der Essay von Gert Heidenreich ist zwar schon etwas &auml;lter, aber aktueller denn je.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Essay von Gert Heidenreich<br \/> Bildung ist die Verwandlung geistiger Erfahrung in lebendiges Bewusstsein &ndash; Bewusstsein im Sinne von Vorbereitung auf das Leben und von Bestimmung des eigenen Selbst im komplexen Gef&uuml;ge aller anderen, also bildlich gesprochen: den eigenen Ort in der Welt zu finden und zu verstehen. Genau das ist offenbar kein Ziel der<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11811\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[151,161],"tags":[],"class_list":["post-11811","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bildungspolitik","category-wertedebatte"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11811","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11811"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11811\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24607,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11811\/revisions\/24607"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11811"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=11811"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=11811"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}