{"id":1182,"date":"2006-04-04T16:42:16","date_gmt":"2006-04-04T14:42:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=1182"},"modified":"2016-02-14T16:05:31","modified_gmt":"2016-02-14T15:05:31","slug":"imk-report-weltwirtschaftliche-ungleichgewichte-nehmen-zu-deutschland-hinkt-hinterher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1182","title":{"rendered":"IMK-Report: Weltwirtschaftliche Ungleichgewichte nehmen zu \u2013 Deutschland hinkt hinterher"},"content":{"rendered":"<p>Einerseits werde sich das Wirtschaftswachstum in den kommenden zwei Jahren in den USA und Asien verlangsamen und damit d&auml;mpfend auf den deutschen Export wirken. Andererseits werde sich die preisliche Wettbewerbsf&auml;higkeit der deutschen Wirtschaft weiter verbessern, da die Lohnst&uuml;ckkosten im Gegensatz zu denen in anderen Industriel&auml;ndern sinken w&uuml;rden. Der Euroraum hinkt im Vergleich zum weltwirtschaftlichen Wachstum hinterher und Deutschland liegt mit einer Wachstumsprognose von 1,7% (2006) und nur noch 1,1% (2007) unter dem Durchschnitt der europ&auml;ischen L&auml;nder. Ein Aufschwung werde durch die restriktive Finanzpolitik verhindert.<br>\nDas sind einige der wichtigsten Prognosen der neuesten weltwirtschaftlichen <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_imk_report_09_2006.pdf\">Analyse des Instituts f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung [PDF &ndash; 456 KB]<\/a>.<br>\n<!--more--><br>\nAlles spreche daf&uuml;r, dass die Wirtschaftspolitik in Deutschland vor allem die Binnennachfrage beleben muss, w&auml;hrend die internationale Wettbewerbsf&auml;higkeit lediglich zu sichern sei. Insbesondere gelte es, den privaten Verbrauch auf einen Aufw&auml;rtstrend zu bringen. In keinem anderen gr&ouml;&szlig;eren Industrieland war die Binnennachfrage w&auml;hrend der vergangenen zehn Jahre so schwach wie in Deutschland. Die konsumfeindliche Politik, die schon in den vergangenen Jahren praktiziert wurde, strebe 2007 einem neuen H&ouml;hepunkt zu. Gerieten bisher die Realeinkommen vor allem wegen der Lohnzur&uuml;ckhaltung und der &Ouml;lpreiserh&ouml;hungen unter Druck, komme 2007 noch die Erh&ouml;hung der Mehrwertsteuer hinzu. Die Kraft der Aufw&auml;rtsentwicklung 2006 werde nicht ausreichen, um diesen Schock ohne Wachstumsverluste aufzufangen.<\/p><p>Das IMK setzt bei der Debatte um Mindestl&ouml;hne einen neuen wirtschaftstheoretischen Akzent. Eine der Erkl&auml;rungen warum der Lohndruck nach unten gerade in Deutschland so ausgepr&auml;gt ist, sei das Fehlen eines expliziten gesetzlichen Mindestlohns. Bei der Einf&uuml;hrung von Mindestl&ouml;hnen gehe es, anders als es der Sachverst&auml;ndigenrat sieht, selbst aus neoklassischer Sicht nicht darum, einen Lohnsatz, der sich auf einem kompetetiven Markt gebildet hat, qua Gesetz zu erh&ouml;hen. Es gehe vielmehr darum, einen Lohnsatz, der sich zu Lasten der Arbeitnehmer auf einem unvollkommenen Markt gebildet habe, qua Gesetz in Richtung eines kompetetiven Lohnsatzes zu erh&ouml;hen. So gesehen sei Mindestlohnpolitik in diesem Kontext Wettbewerbspolitik und wirke daher positiv auf Wachstum und Besch&auml;ftigung. Von vorneherein immer von vollkommen kompetetiven M&auml;rkten auszugehen sei, betrachte man die Realit&auml;t, ein &bdquo;etwas naiver Positivismus&ldquo;.<br>\nMit der Einf&uuml;hrung von Mindestl&ouml;hnen k&ouml;nnte die Abw&auml;rtsspirale der Lohnentwicklung durchbrochen und damit die Gefahren f&uuml;r Wachstum, Besch&auml;ftigung und Stabilit&auml;t in Deutschland, wie auch im Euroraum deutlich gemildert werden.\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einerseits werde sich das Wirtschaftswachstum in den kommenden zwei Jahren in den USA und Asien verlangsamen und damit d&auml;mpfend auf den deutschen Export wirken. Andererseits werde sich die preisliche Wettbewerbsf&auml;higkeit der deutschen Wirtschaft weiter verbessern, da die Lohnst&uuml;ckkosten im Gegensatz zu denen in anderen Industriel&auml;ndern sinken w&uuml;rden. 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