{"id":118430,"date":"2024-07-19T14:30:22","date_gmt":"2024-07-19T12:30:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=118430"},"modified":"2024-07-19T15:14:07","modified_gmt":"2024-07-19T13:14:07","slug":"leserbriefe-zu-cdu-linnemann-bei-lanz-arbeitszwang-fuer-die-kriegspolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=118430","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eCDU-Linnemann bei Lanz \u2013 Arbeitszwang f\u00fcr die Kriegspolitik\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Jens Berger thematisiert <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=118326\">hier<\/a> die Aussagen von CDU-Generalsekret&auml;r Carsten Linnemann in der ZDF-Sendung <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/gesellschaft\/markus-lanz\/markus-lanz-vom-17-juli-2024-100.html\"><em>Markus Lanz<\/em><\/a>. Der &bdquo;personifizierte Neoliberalismus &ndash; wirtschaftsliberal bis ins Mark, gesellschaftspolitisch reaktion&auml;r&ldquo; &ndash; habe gesagt, die CDU wolle noch mehr Geld f&uuml;r die R&uuml;stung und mehr Geld f&uuml;r die Bundeswehr. Zugleich w&uuml;rden Millionen Menschen in Deutschland, die zurzeit auf die Grundsicherung angewiesen, aber gleichzeitig arbeitsf&auml;hig seien, k&uuml;nftig kein Geld mehr vom Staat bekommen. Seine Vorstellungen w&uuml;rden eklatant dem Grundsatz der Menschenw&uuml;rde widersprechen. Wir danken f&uuml;r die interessanten Zuschriften. Es folgt nun eine Auswahl der Leserbriefe. Zusammengestellt von <strong>Christian Reimann<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr gesch&auml;tzter Jens Berger, <\/p><p>vielen lieben Dank f&uuml;r die deutlichen, wichtigen und auch aus meiner Sicht richtigen Worte in Richtung Linnemann bzw. CDU! <\/p><p>Diese &ldquo;Truppe&rdquo; (CDU) wird laut Sonntagsfrage Bundestagswahl (CDU\/CSU Stand heute 30-32 %) den n&auml;chsten Kanzler stellen &ndash; ein absoluter Albtraum.<\/p><p>Auch bei den drei noch anstehenden Landtagswahlen sieht es nicht besser aus &ndash; insbesondere in Sachsen (CDU Stand heute 29 %). Brandenburg wei&szlig; wies geht &ndash; CDU 18 % Stand heute (immer noch viel zu viel aus meiner Sicht) <\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nAndreas Rommel<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Herr Linnemann wei&szlig; offenbar nicht, wor&uuml;ber er spricht. &nbsp;&ndash; &nbsp;Aber doch, er wei&szlig; es, und deshalb halte ich ihn f&uuml;r einen &sbquo;Sozialhetzer&lsquo; der Extraklasse.<br>\n&nbsp;<br>\nVor Jahren gab es einmal einen XY aus der CDU, der behauptete, dass diejenigen etwas falsch gemacht haben, welche in &bdquo;Hartz IV&ldquo; gelandet seien. Und dann gab es die M&auml;r des Herren Gerhard Schr&ouml;der von der SPD &uuml;ber diejenigen, welche sich in der &bdquo;sozialen H&auml;ngematte&ldquo; ein sch&ouml;nes Leben machen. Von &bdquo;Sozialschmarotzern&ldquo; war die Rede.<br>\n&nbsp;<br>\nUmgekehrt wird ein Schuh daraus:<\/p><ol>\n<li>Die den deutschen Steuerzahler am teuersten zu stehen kommenden Sozialschmarotzer kommen aus der Politik, u. a. aus Bullshit Berlin. Ich nenne sie Minderleister, frei nach Peter Turrini. Hinzu kommen durch sie verursachte Kosten infolge von Fehlentscheidungen ( Maskenkauf, immer aus dem Ufer laufende Bauprojekte wie BER, Stuttgart 21, Elbphilharmonie, Elbtower u. v. a. m. ), welche &uuml;brigens diejenigen mitbezahlen, welche Herr Linnemann bei Lanz verunglimpfte. Widerlich, einfach nur widerlich.<\/li>\n<li>Wieviele Arbeitspl&auml;tze, nicht irgendwelche Hilfsjobs, wurden in Deutschland seit den 90er Jahren aus Rendite- \/ Spekulatioinsgr&uuml;nden vernichtet?<\/li>\n<li>Wie lange noch lassen sich bestimmte gesellschaftliche Gruppen gefallen, dass auf sie immer nur herumgehackt wird? &ndash; Feuer legen und dann die Feuerwehr rufen. Das geht gar nicht.<\/li>\n<\/ol><p>Und dann: Die sogenannte &bdquo;Agenda 2010&ldquo; der SPD entrechtet Otto Normalarbeitnehmer in nie gekanntem Ausma&szlig;. Sie ist ein Anschlag auf ein gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliches Allgemeinwohl. Und nun folgt &ndash; wieder unter den Sozis &ndash; wieder ein Anschlag auf Otto Normalarbeitnehmer, u. a. ins Werk gesetzt von u. a. Leuten ohne Berufserfahrung, Studienabschluss usw. Versagern eben, Minderleistern.<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nRoland Weinert<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>ich m&ouml;chte Ihnen keinesfalls widersprechen, dass Linnemann gef&auml;hrlich ist.<\/p><p>Leider wird die Axt an den Sozialstaat aber bereits jetzt angelegt.<\/p><blockquote><p>\nArbeitsminister Hubertus Heil (SPD) muss 2025 beim B&uuml;rgergeld mit 4,7 Milliarden Euro weniger auskommen, als er f&uuml;r das laufende Jahr zur Verf&uuml;gung hat. Das geht aus dem Haushaltsentwurf 2025 hervor, der an diesem Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossen werden soll.\n<\/p><\/blockquote><p><a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/haushalt-buergergeld-und-rente-wo-sozialminister-heil-mit-weniger-geld-planen-muss-a-3f3d5996-b8ea-4700-aff9-59bf27cb6742\">spiegel.de\/politik\/deutschland\/haushalt-buergergeld-und-rente-wo-sozialminister-heil-mit-weniger-geld-planen-muss-a-3f3d5996-b8ea-4700-aff9-59bf27cb6742<\/a><\/p><p>Was &uuml;brigens auch der Ukrainehilfe entspricht die f&uuml;r n&auml;chste Jahr eingeplant ist (4 Milliarden, fairerweise muss man sagen das die auch von 8 Milliarden gek&uuml;rzt wurde)<\/p><p>Besonders spannend dabei ist, dass die Ukrainer die wir aufgenommen haben, ja auch B&uuml;rgergeld beziehen, diese also genauso betroffen sind von den K&uuml;rzungen, w&auml;hrend man aber immer die &ldquo;Solidarit&auml;t&rdquo; mit der Ukraine\/Ukrainern betont.<\/p><p>Also, bevor ich mir Sorgen mache, was Linnemann k&uuml;rzen k&ouml;nnte, sollten wir auch mal &uuml;ber die bereits stattfindenden K&uuml;rzungen beim B&uuml;rgergeld reden.<\/p><p>Es scheint wirklich so, dass wir uns immer mehr auf einen Krieg zu bewegen und man derzeit nur die Mittel daf&uuml;r sammelt.<\/p><p>mfg<br>\nRonny Dietzsch<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Jens Berger,<\/p><p>Ihr Beitrag zeigt: Der Irrsinn dieser Politik hat Methode.<br>\n&nbsp;<br>\nSch&ouml;n w&auml;re ja wenn alle, &nbsp;die bisher &bdquo;gegen rechts, gegen die AfD&ldquo; auf die Stra&szlig;e gingen, sich ebenso lauthals gegen die vorherrschende menschenfeindliche , wie kriegstreibende Politik zeigten.<\/p><p>Wo sind sie , die vielen NGOs, Gewerkschaften, Kirchenfunktion&auml;re, Verb&auml;nde..&hellip;..?<\/p><p>Vielleicht abgebremst durch so manchen monet&auml;ren Zufluss u.a. aus dem sog. Demokratief&ouml;rdergesetz ?<br>\n&nbsp;<br>\nNicht zu fassen. Da droht allen durch Krieg und R&uuml;stungswahn der Atomtod&nbsp; und eine gro&szlig;e Friedensbewegung ist immer noch nicht in Sicht. &nbsp;<\/p><p>Bisher konnte ich auf dem Terminkalender der Friedenskooperative keinen Hinweis auf die Friedensdemo am 3. August in Berlin finden.<\/p><p>Meine Anfrage, warum dem so ist, blieb bisher unbeantwortet. Zu bef&uuml;rchten ist, dass sich &nbsp;leider immer noch viele Friedensbewegte &nbsp;im &bdquo; Moralgef&auml;ngnis &bdquo; (M.Andrick) befinden?!<\/p><p>Zur Zeiten des Nato-Doppelbeschluss klang das so: &bdquo;Lieber tot als rot&ldquo;. Und heute?<br>\n&nbsp;<br>\nSehr in Sorge.<br>\nUte Plass<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger,<\/p><p>er ist schon ein rechtes Unwesen, dieser CDU-Linnemann, was soll man dazu noch sagen? Meine Schwester sagt dann gern: &ldquo;Du darfst nicht immer alles so negativ sehen&rdquo;. Mach ich doch, schaue mir keine Talkshows an, lese lieber die NachDenkSeiten. Ein Tip, der Ihnen nicht weiter hilft, Sie schreiben da ja. &Uuml;ber den ganzen Schei&szlig;. Danke f&uuml;r Ihre Ausdauer und das Zitat von Max Liebermann.<\/p><p>Da lese ich vor 3 Stunden: &ldquo;BSW beantragt Aufschub der Wahl von der Leyens&rdquo;&nbsp; (Europaparlament). Ein Lichtblick! Dann, vor 1 Stunde: &ldquo;Ursula von der Leyen als EU-Kommissionspr&auml;sidentin wiedergew&auml;hlt&rdquo;. &ldquo;Da schlafft er wieder ab &hellip;&rdquo; (Werner Enke).<\/p><p>Und so geht es weiter mit dem Sch***. Warum lassen die Deutschen sich das gefallen? Die armen Ossies, dachten vor 35 Jahren, sie h&auml;tten ein totalit&auml;res System &uuml;berwunden. Und jetzt sind sie, in einem etwas anderen, wieder mitten drin. Aber sie haben wenigstens den Vorteil, dass sie wissen wie das funktioniert. Der Wessie hat das nicht, der kriegt das (mehrheitlich) gar nicht mit (&ldquo;du musst nicht immer alles &hellip;&rdquo;).<\/p><p>Also, liebe mehrheitlichen Deutschen, &auml;ndert doch mal was, wenn nicht Euch selbst, dann zumindest den Blickwinkel. &ldquo;Der Mensch &auml;ndert sich nicht &ndash; nur wenn es gar nicht mehr anders geht &ndash; und dann ungern!&rdquo; (Eckhard Sperling, G&ouml;ttinger Psychoanalytiker und Familientherapeut). Der h&auml;tte sicher auch was zu dem fliehenden Blick vom CDU-Linnemann sagen k&ouml;nnen.<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e,<br>\nRolf Henze<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrtes Team der NachDenkSeiten, <\/p><p>anbei eine kurze Anmerkung zu Herrn Bergers &lsquo;CDU-Linnemann bei Lanz &ndash; Arbeitszwang f&uuml;r die Kriegspolitik, vom 18. Juli 2024. <\/p><p>Ist immer wieder spannend wenn die hochdotierten Leistungsverweigerer, deren einzige &ldquo;Besch&auml;ftigung&rdquo; es ist, Geld von unten nach oben und von &ouml;ffentlichen in private Taschen zu schaufeln, anderen, die ohnehin zu niedrig beschaffenen Sozialleistungen, gedenken auch noch wegzunehmen. Zu erkennen da&szlig; man aus verschiedenen Gr&uuml;nden, in den euphemistisch sogenannten B&uuml;rgergeldbezug geraten kann, obwohl man arbeiten k&ouml;nnte, d&uuml;rfte diese Kaste ohnehin &uuml;berfordern. Daf&uuml;r sind sie auch nicht gebucht. Sie schaffen die Voraussetzungen f&uuml;r die gesellschaftlichen Verwerfungen, um sie dann zu beklagen und die Schuld schlie&szlig;lich auf die Opfer abzuw&auml;lzen. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nMike Holstein<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Mannschaft der Nachdenkseiten,<\/p><p>mein Bruder wurde 1997 durch die zuweilen offene Hetze, die von Wirtschaft, Politik und Medien gegen Erwerbslose gesch&uuml;rt wird, sowie durch die Schikanen des Arbeitsamtes in den Selbstmord getrieben. Mein Bruder hat sich vor eine Lokomotive geworfen, und was von einem Menschen &uuml;brigbleibt, der von einer Lokomotive &uuml;berfahren wird, wollen sich Leute wie Herr Linnemann wohl nicht selber vorstellen, ihre eigenen Angeh&ouml;rigen sind ja nicht die Opfer.<\/p><p>Seit den Hartz-Gesetzen und der Agenda 2010 ist alles noch schlimmer. Der Sozialmediziner Prof. Gerhard Trabert, der auch Obdachlose behandelt, weist seit vielen Jahren darauf hin, dass Er&shy;werbslose eine 20-mal h&ouml;here Selbstmordrate haben als die &uuml;brige Bev&ouml;lkerung, aber nichts wird dagegen getan.<\/p><ul>\n<li>Hat Herr Linnemann sich mal vorgestellt, was das f&uuml;r die Eltern bedeutet, die selber bereits am Ende ihres Lebens stehen, wenn sie ihre eigene Tochter oder ihren Sohn begraben m&uuml;ssen; nicht, weil er eine t&ouml;dliche Krankheit hatte, sondern weil er durch die Hetze und Schikane, die gegen Erwerbslose gesch&uuml;rt werden, in den Tod getrieben wurde?<\/li>\n<li>W&uuml;rde Herr Linnemann solche &Auml;u&szlig;erungen gegen&uuml;ber Erwerbslosen auch dann von sich geben, wenn er seine eigene Tochter oder seine Schwester oder seinen eigenen Bruder aus den selben Gr&uuml;nden wie ich begraben m&uuml;sste?<\/li>\n<li>Hat er mal &uuml;berlegt, was seine &Auml;u&szlig;erungen und Pl&auml;ne f&uuml;r uns als Hinterbliebene der Opfer bedeuten?<\/li>\n<\/ul><p>Ich habe noch nie erlebt, dass im Fernsehen ein Politiker seine Menschenverachtung so offen zur Schau stellt. Seine &Auml;u&szlig;erungen und Pl&auml;ne sind gesellschafts- und demokratiezerst&ouml;rend und demzufolge ein Fall f&uuml;r den Verfassungsschutz.<\/p><p>W&uuml;rde Herr Linnemann jemals die M&ouml;glichkeit bekommen, seine jeder christlichen N&auml;chstenliebe spottenden Pl&auml;ne tats&auml;chlich auszuf&uuml;hren, dann w&uuml;rde er jedes Jahr den Tod tausender Erwerbsloser durch Suizid verursachen, eine nie dagewesene Obdachlosigkeit, eine nie dagewesene Verelendung breiter Volksmassen, Verzweiflungstaten, Amokl&auml;ufe und den Zusammenbruch sozialer Strukturen, wie wir uns das in den schlimmsten Alptr&auml;umen nicht vorstellen k&ouml;nnen, aber wie das f&uuml;r die USA seit Jahrzehnten typisch ist.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nJ&ouml;rg Fauser<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Tag Herr Berger,<\/p><p>der Mensch und Politiker Carsten Linnemann ist Neoliberalismus pur \/ CDU pur. Und wie so oft bei den Neoliberalen ist es nicht weit zur &auml;tzenden Komik. Carsten Linnemanns Eltern betrieben als Familienunternehmen die Buchhandlung Linnemann in Paderborn. Das Gewerbe der Buchh&auml;ndler genie&szlig;t in Deutschland&nbsp;das Privileg der Buchpreisbindung. Sobald dieses Privileg infrage gestellt wird, feuert die&nbsp;Buchh&auml;ndlerlobby aus allen Rohren. Was genau den Handel ausmacht bei staatlich verordneter Preissetzung, ist mir ein R&auml;tsel. F&uuml;r mich ist das Anachronismus pur.<\/p><p>Dass solches Gedankengut (Neoliberalismus) in einer Volkspartei gel&auml;ufig ist, zeigt einem, welch Stellenwert der Humanismus hat. Sollten Merz und Linnemann mit ihrem Weltbild bei der n&auml;chsten Bundestagswahl antreten, erleidet die Union Schiffbruch. Letztendlich ist der Mensch ein ambivalentes Wesen. Es wird gerne nach unten getreten, dann aber wird sich auf die Erziehung r&uuml;ckbesonnen und der menschenverachtende Spuk tritt wieder in den Hintergrund.<\/p><p>(Ich komme aus Mainz und bin mit der katholischen Fastnacht aufgewachsen. F&uuml;r gewisse Zeit wird die Sau herausgelassen, doch dann sind wir alle wieder brav. Wer nach Aschermittwoch &ouml;ffentlich&nbsp;fremdknutscht, hat die Spielregeln nicht verstanden und darf sanktioniert werden.)<\/p><p>Liebe Gr&uuml;&szlig;e<br>\nJan Schulz<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo liebe NDS,<\/p><p>die Aussagen der G&auml;ste in der Sendung von Markus Lanz bestehen, wie Sie zu recht anmerken, schon wieder aus dem neoliberalen Fundus unserer &ldquo;Eliten&rdquo;.<\/p><p>Herr Linnemann<\/p><p>Herr Linnemann kommt mit unserem J&auml;ger- und Sammlerdenken um die Ecke, bei denen man den Nicht-auf-die-Jagd-gehenden nichts von der Jagdbeute abgeben darf, damit sie selbst auf die Jagd gehen m&uuml;ssen (F&uuml;r die, die k&ouml;nnen). Also, weg mit dem B&uuml;rgergeld f&uuml;r alle, die nicht wollen. In einer J&auml;ger- und Sammlerumgebung, in der man jederzeit in den Wald\/die Natur gehen kann, um zu Jagen, ein real funktionierendes Modell, um die Arbeitslosigkeit abzubauen. Innerhalb eines geldbasierten Wirtschaftssystem dagegen passiert genau das Gegenteil. Die Arbeitslosigkeit steigt, weil dem Grundbed&uuml;rfniskonsum die Kaufkraft entzogen werden w&uuml;rde. Auftragslagen brechen weg, es gibt weniger zu tun, also gibt es mehr Arbeitslosigkeit. Herr Linnemann hat nicht verstanden, dass man das J&auml;ger- und Sammlerdenken nicht innerhalb eines geldbasierten Wirtschaftssystems anwendet! &rarr; Neoliberalismus<\/p><p>Weiterhin projiziert Herr Linnemann hier kr&auml;ftig auf B&uuml;rgergeldempf&auml;nger. Er nimmt sich selbst als einen Menschen war, der zielstrebig ist, der willensstark ist und ehrgeizig. Und, so ehrlich und fair muss man sein, er hat f&uuml;r sich privat und beruflich auch Erfolg damit. In einer Partei eine hohe Position zu haben und einen hohen Status zu haben, bekommt man nicht geschenkt. Da muss man etwas f&uuml;r geleistet haben, das muss man sich erarbeiten. Dementsprechend hat sein Unterbewusstsein gespeichert: sei willensstark, sei ehrgeizig und sei strebsam\/ehrgeizig und dann hast du Erfolg. Das ist ein Denken, welches sich ganz automatisch bei erfolgreichen Menschen entwickelt. Das sogenannte &bdquo;Elitedenken&ldquo;. In der Logik des Unterbewusstseins hei&szlig;t das dann aber auch, dass jeder, der beruflich eben nicht erfolgreich ist, ein Problem mit seinem Willen, seinen Zielen und seinem Ehrgeiz hat. Wenn man also beruflich erfolgreich sein m&ouml;chte, dann muss man sich dazu entscheiden! Punkt! Dementsprechend projiziert er auf B&uuml;rgergeldempf&auml;nger und sagt ihnen unterbewusst, dass sie gef&auml;lligst eine Kopie von ihm selbst sein sollen, damit sie Erfolg haben und es kann keine Ausreden daf&uuml;r geben, sich unwillig zu zeigen. Daher unterteilt er auch die B&uuml;rgergeldempf&auml;nger in zwei Gruppen. Diejenigen, die arbeiten wollen, bekommen B&uuml;rgergeld. Die, die nicht wollen, bekommen keines (Null!). Gleichzeitig stellt er sich aber gar nicht die Frage, ob es ausreicht, seinen Willen zu zeigen. Denn, er deutet ja auch ganz klar an, dass man, wenn man will, auch Arbeit findet. Wie bereits oben im ersten Abschnitt beschrieben, ist das ein Umgebungsproblem. In einer J&auml;ger- und Sammlerumgebung kann ich in den Wald gehen, wenn ich will. Kein Problem und Herr Linnemann h&auml;tte recht. Innerhalb eines geldbasierten Wirtschaftssystems ist die M&ouml;glichkeit zu Arbeiten aber abh&auml;ngig von den Konsumbed&uuml;rfnissen und dem realen Konsum der Menschen um mich herum. Und wenn die Menschen um mich herum nicht genug Geld in der Tasche haben, um genug zu konsumieren, dann kann ich lange darauf warten, Arbeit zu finden und mein Wille zur Arbeit ist v&ouml;llig irrelevant. Und auch das hat Herr Linnemann nicht verstanden. &rarr; Neoliberalismus<\/p><p>Frau Lehmann<\/p><p>Weiter geht es mit Frau Lehmann. Auch sie projiziert auf B&uuml;rgergeldempf&auml;nger. F&uuml;r ihren eigenen Erfolg macht sie ihre Bildung verantwortlich. Laut Wikipedia hat sie Politik und Journalismus studiert und arbeitet dementsprechend jetzt bei einer gro&szlig;en &bdquo;Zeitung&ldquo;. Auch hier muss man der Fairness halber sagen, dass sie erfolgreich ist. Auch so eine Position muss man sich erarbeiten. Sie z&auml;hlt sich, mindestens unterbewusst, zur geistigen Elite dieses Landes und hat genau das gleiche projizierende Verhalten den B&uuml;rgergeldempf&auml;ngern gegen&uuml;ber. Nur dass sie eben halt keine Willensst&auml;rke, keinen Ehrgeiz und keine Zielstrebigkeit fordert, sondern eben Bildungsanstrengungen. Ihre Aufz&auml;hlung der Vermittlungshemmnisse bei Arbeitslosen beginnt dementsprechend mit (alles Folgende sinngem&auml;&szlig;) &bdquo;psychisch krank, kein Berufsabschluss, kein Schulabschluss usw.&ldquo;. Wenig sp&auml;ter: &bdquo;Will der Fleischer einen psychisch Kranken oder jemanden, der nicht mal einen Hauptschulabschluss geschafft hat?&ldquo;. Gleich danach &bdquo;Ist es nicht kl&uuml;ger den Leuten zu sagen, dass sie ihren Berufsabschluss und\/oder ihren Schulabschluss nachmachen sollten?&ldquo;, &bdquo;Also dass man die Leute qualifiziert, auch wenn sie dann 1-2 Jahre l&auml;nger brauchen?&ldquo;. Wie gesagt, sinngem&auml;&szlig;. Lieber B&uuml;rgergeldempf&auml;nger, sei doch bitte einfach nur eine Kopie von mir und dann hast du auch Erfolg. Das ist der neoliberale Bildungsaberglaube, der gerade denjenigen unterl&auml;uft, die studiert haben bzw. eine hohe Fachausbildung haben. Denn, wenn es bei ihnen funktioniert hat f&uuml;r den beruflichen Erfolg, dann muss es auch bei Arbeitslosen funktionieren.<\/p><p>&bdquo;Gibst du einem Menschen einen Fisch, ern&auml;hrst du ihn f&uuml;r einen Tag. Bringst du ihm bei zu Fischen, ern&auml;hrst du ihn ein Leben lang!&ldquo;. In einer J&auml;ger- und Sammlerumgebung ein funktionierendes Konzept. Wer wei&szlig;, wie Jagd funktioniert, der kann auch bestehen im Leben und braucht nicht von anderen abh&auml;ngig zu sein. Innerhalb eines geldbasierten Wirtschaftssystems dagegen ist Bildung bei Arbeitslosigkeit v&ouml;llig irrelevant. Denn, wenn man bestimmtes Wissen in den Kopf eines Menschen bringt, entsteht dadurch kausal auf der anderen Seite kein einziger Arbeitsplatz, den der Gebildete besetzen kann. Wird f&uuml;r einen bestehenden Arbeitsplatz eine bestimmte Bildung ben&ouml;tigt, bildet das Unternehmen diesen Menschen aus. Das Gleiche gilt f&uuml;r Sprachkurse. Es ist im Interesse des Unternehmens, dass die innerbetriebliche Kommunikation unter den Arbeitern funktioniert. Dementsprechend werden die Unternehmen Sprachkurse durchf&uuml;hren, wenn sie ben&ouml;tigt werden. Warum Arbeitslose auf Staatskosten im Auftrag f&uuml;r Unternehmen gebildet\/ausgebildet werden, ist mir bis heute schleierhaft. Das ist neben Lohnsubvention (Aufstocken) auch noch Bildungssubvention (auch Aufstocken).<\/p><p>Abschlie&szlig;end gilt: Das (Fach-)Bildungsspektrum einer Gesellschaft ist abh&auml;ngig vom Arbeitsspektrum einer Gesellschaft und dies wiederum ist abh&auml;ngig vom Konsumspektrum einer Gesellschaft. Was wir konsumieren, bestimmt was wir arbeiten und was wir arbeiten, bestimmt, welche Bildung wir haben, weil wir sie brauchen, um so zu arbeiten, dass wir konsumieren k&ouml;nnen.<\/p><p>Mit der Idee von Bildungsma&szlig;nahmen f&uuml;r Arbeitslose wird dies kausal mal eben einfach umgedreht. Bildung ist in den Augen von Frau Lehmann angebotsorientiert und nicht, wie es in geldbasierten Wirtschaftssystemen der Fall ist, nachfrageorientiert. Die Projektion, gekoppelt mit dem Nichtverst&auml;ndnis eines geldbasierten Wirtschaftssystems: &rarr; Neoliberalismus.<\/p><p>Bildung ist also auch keine L&ouml;sung.<\/p><p>Herr Olk<\/p><p>Dann kam bei mir kurz mal ein wenig Hoffnung auf, als das Thema Arbeitsvolumen angesprochen wurde und Herr Olk ansetzte, um zwei der Ursachen f&uuml;r dessen Niedrigkeit zu benennen. Sinngem&auml;&szlig; 1.: Wir werden weniger Leute und arbeiten deswegen weniger und 2.: Die nachfolgenden Generationen haben eine ge&auml;nderte Einstellung zur Arbeit im Sinne der Work-Life-Balance. Auf die Idee, dass das Arbeitsvolumen abh&auml;ngig ist vom Ausma&szlig; der zu erledigenden Arbeiten, die abh&auml;ngig sind von der bestehenden gesamtwirtschaftlichen Auftragslage und diese wiederum vom Gesamtkonsum, darauf kommt er nicht. Das Arbeitsvolumen ist f&uuml;r den Herrn Olk abh&auml;ngig von der Anzahl der verf&uuml;gbaren Arbeiter und deren Einstellung zur Arbeit. Letzteres ist wieder die gleiche neoliberale Projektionsgeschichte wie beim Herrn Linnemann. Der Wille zur Arbeit entscheidet, wie viel und ob gearbeitet wird. Dementsprechend w&uuml;rde das Arbeitsvolumen auch steigen, wenn die Leute ihre Work-Life-Balance ver&auml;ndern w&uuml;rden zu Gunsten der Arbeit. Als ob dadurch auf einmal mehr Auftragslage entsteht, die abgearbeitet werden m&uuml;sste. Daher &rarr; Neoliberalismus<\/p><p>Allgemein<\/p><p>Der Hinweis im Artikel auf das Konzept von &bdquo;Teil und Herrsche&ldquo; ist aus meiner Sicht v&ouml;llig deplatziert bei dieser Thematik, weil es durch fehlende Aufkl&auml;rung der &Auml;u&szlig;ernden genauso gut erkl&auml;rbar ist und dies auch viel besser passt, wenn man den Leuten einfach mal zuh&ouml;rt und versucht, das Gesagte einzuordnen. Diese Leute, bzw. ihre unterbewussten Gedanken, haben einfach nicht mitbekommen, dass wir nicht mehr als J&auml;ger- und Sammler unterwegs sind. Da fehlt die Reflexion. Das ist das Geheimnis des Neoliberalismus und seiner Wirkkraft.<\/p><p>Ich habe das Thema Neoliberalismus und die da drunter arbeitenden psychischen und sozialen Wirkmechanismen und auch die Auseinandersetzung mit dem Thema Arbeitslosigkeit mal in einem Buch zusammengefasst, f&uuml;r diejenigen, die sich f&uuml;r das Thema interessieren.<br>\neBook: &bdquo;Falsche Narrative &ndash; Neoliberalismus von Andre Klein&ldquo; mit der ISBN: 9783759210760<\/p><p>lg Andre Klein<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jens Berger thematisiert <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=118326\">hier<\/a> die Aussagen von CDU-Generalsekret&auml;r Carsten Linnemann in der ZDF-Sendung <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/gesellschaft\/markus-lanz\/markus-lanz-vom-17-juli-2024-100.html\"><em>Markus Lanz<\/em><\/a>. Der &bdquo;personifizierte Neoliberalismus &ndash; wirtschaftsliberal bis ins Mark, gesellschaftspolitisch reaktion&auml;r&ldquo; &ndash; habe gesagt, die CDU wolle noch mehr Geld f&uuml;r die R&uuml;stung und mehr Geld f&uuml;r die Bundeswehr. 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