{"id":118522,"date":"2024-07-22T09:00:04","date_gmt":"2024-07-22T07:00:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=118522"},"modified":"2026-01-27T11:46:09","modified_gmt":"2026-01-27T10:46:09","slug":"juristischer-teilerfolg-gegen-die-plattform-linkedin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=118522","title":{"rendered":"Juristischer Teilerfolg gegen die Plattform LinkedIn"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gel&ouml;schtes Profil muss wiederhergestellt werden, gel&ouml;schte Postings zur Corona-Impfung aber nicht<\/strong>. Der Berliner Unternehmer <strong>J&ouml;rg Kuttig<\/strong> ist gegen das soziale Netzwerk LinkedIn vor Gericht gezogen. Dabei geht es um sein gel&ouml;schtes Profil und kritische Postings im Zusammenhang mit der Corona-Impfung. Die NachDenkSeiten <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110408\">sprachen Anfang des Jahres mit Kuttig &uuml;ber das Verfahren<\/a>. Nun hat das Gericht entschieden, Kuttig hat gewonnen &ndash; einerseits. LinkedIn muss sein Profil wiederherstellen. Andererseits hat er im Hinblick auf die gel&ouml;schten Beitr&auml;ge verloren. Deshalb geht er nun in Berufung &ndash; warum genau, erkl&auml;rt er im aktuellen Interview. Es geht unter anderem darum, ob die &bdquo;Wahrheit&ldquo; der WHO in Bezug auf die Wirksamkeit einer Impfung auf LinkedIn in Frage gestellt werden darf oder nicht. Von <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2842\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-118522-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240722_Juristischer_Teilerfolg_gegen_die_Plattform_LinkedIn_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240722_Juristischer_Teilerfolg_gegen_die_Plattform_LinkedIn_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240722_Juristischer_Teilerfolg_gegen_die_Plattform_LinkedIn_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240722_Juristischer_Teilerfolg_gegen_die_Plattform_LinkedIn_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=118522-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240722_Juristischer_Teilerfolg_gegen_die_Plattform_LinkedIn_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"240722_Juristischer_Teilerfolg_gegen_die_Plattform_LinkedIn_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Marcus Kl&ouml;ckner: Herr Kuttig, Sie sind im Sinne der Meinungsfreiheit gegen das soziale Netzwerk LinkedIn vor Gericht gezogen. Es geht um Postings von Ihnen in Sachen Corona-Impfung und die L&ouml;schung Ihres Profils. Wir haben im Februar dieses Jahres &uuml;ber Ihren Prozess gesprochen. Nun hat das Berliner Gericht entschieden. Sehe ich das richtig? Sie haben gewonnen. Sie haben aber auch verloren, oder?<\/strong><\/p><p><strong>J&ouml;rg Kuttig:<\/strong> Ja, das sehen Sie richtig. Gem&auml;&szlig; dem Urteil muss LinkedIn mein am 15. April 2022 gesperrtes Profil vollst&auml;ndig wiederherstellen, aber die drei schon zuvor gel&ouml;schten Beitr&auml;ge muss LinkedIn nicht wieder freischalten. Von den Kosten des Rechtsstreits hat LinkedIn 65 Prozent zu tragen. Vor dem Hintergrund meint mein Anwalt, dass wir den Prozess zum &uuml;berwiegenden Teil gewonnen haben.<\/p><p><strong>Werden Sie in Berufung gehen?<\/strong><\/p><p>Ja, ich werde in Berufung gehen. Meines Erachtens liegt das im Allgemeininteresse, deshalb f&uuml;hle ich mich dazu verpflichtet.<\/p><p><strong>Zum besseren Verst&auml;ndnis f&uuml;r die Leser, die unser erstes Interview nicht gelesen haben: W&uuml;rden Sie bitte kurz skizzieren, welche Postings Gegenstand des Verfahrens sind?<\/strong><\/p><p>Es sind drei. Ich hatte die im Vorfeld der am 7. April 2022 im deutschen Bundestag durchgef&uuml;hrten Abstimmung &uuml;ber eine allgemeine gesetzliche Impfpflicht gepostet. In dem ersten Beitrag habe ich aus einem in der <em>Berliner Zeitung<\/em> ver&ouml;ffentlichten Artikel zitiert. Der Autor hat darin geschrieben, dass er seit seiner Impfung unter neurologischen Problemen leidet. Er hat eine Frage gestellt und die diskutiert. Die Frage lautet: &bdquo;Wie reagieren wir also, wenn sich nun (&hellip;) herausstellt, dass die Impfstoffe nicht halten, was wir von ihnen erwartet haben?&ldquo; In dem zweiten Beitrag habe ich aus einem offenen Brief einer Gruppe von 81 Wissenschaftlern zitiert, in dem dritten aus einem offenen Brief des Netzwerks Kritischer Richter und Staatsanw&auml;lte. Beide Briefe waren an die Bundestagsabgeordneten gerichtet. In beiden Briefen wurde dargelegt, warum eine allgemeine gesetzliche Impfpflicht nicht verfassungsgem&auml;&szlig; gewesen w&auml;re.<\/p><p><strong>Zun&auml;chst erstmal zu der f&uuml;r Sie guten Nachricht. Das Gericht hat entschieden, dass Ihr Profil zu Unrecht gel&ouml;scht wurde. Und das Profil muss wiederhergestellt werden. Wie bewerten Sie das?<\/strong><\/p><p>Mein Profil muss LinkedIn aus formalen Gr&uuml;nden wiederherstellen, die Inhalte meiner Beitr&auml;ge haben diesbez&uuml;glich keine Rolle gespielt. Mit seinen Richtlinien hat LinkedIn gegen das Gebot von Treu und Glauben versto&szlig;en und mich unangemessen benachteiligt. Die Richtlinien sind deshalb als Allgemeine Gesch&auml;ftsbedingungen unwirksam. LinkedIn hat sich bei der Profilsperrung nicht an das gem&auml;&szlig; Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes erforderliche Verfahren in der Kommunikation mit mir gehalten. Es geht also nur um Formalien &ndash; die k&ouml;nnte LinkedIn in einem eventuellen neuen Fall ganz einfach einhalten.<\/p><p><strong>Jetzt l&auml;sst sich doch leicht sagen: Ihr Profil wird wiederhergestellt, Sie haben gesiegt. Und sind die drei gel&ouml;schten Posts wirklich so wichtig? Das w&auml;re aber zu einfach gesprochen, oder?<\/strong><\/p><p>Ja, das w&auml;re zu einfach gesprochen. Klar, diese drei Posts von mir sind nicht besonders wichtig. Aber es geht nicht nur um mich, sondern um alle Nutzer, und zwar nicht nur die von LinkedIn, sondern auch die von allen anderen Social-Media-Plattformen. Und es geht nicht nur um diese Beitr&auml;ge, sondern um alle Beitr&auml;ge &ndash; unabh&auml;ngig davon, wer sie auf welcher Plattform ver&ouml;ffentlicht. Dabei ist das Besondere an meinen Beitr&auml;gen, dass es um Grundrechte geht, n&auml;mlich um die Frage, ob eine allgemeine gesetzliche Impfpflicht mit unserem Grundgesetz vereinbar gewesen w&auml;re. Bei den Beitr&auml;gen dreht sich der Streit also st&auml;rker um Inhaltliches, weniger um Formales. Deswegen wiegt f&uuml;r mich die Niederlage hinsichtlich der Beitr&auml;ge schwerer als der Sieg hinsichtlich des Profils.<\/p><p><strong>Wie ist denn die Position des Gerichts? Warum vertritt das Gericht die Auffassung, dass LinkedIn Ihre Postings mit Recht gel&ouml;scht hat? <\/strong><\/p><p>Das Urteil besagt, dass LinkedIn auf Grundlage der Vorschriften des mittlerweile in Kraft getretenen Digital Services Act (DSA) die Positionen der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization &ndash; WHO) als Ma&szlig;stab verwenden darf, wenn es um die Frage geht, ob ein Beitrag zu einem medizinischen Thema falsche oder irref&uuml;hrende Informationen enth&auml;lt und dementsprechend gel&ouml;scht werden darf. Wenn also die WHO einen Impfstoff f&uuml;r wirksam und sicher h&auml;lt, dann darf man das auf LinkedIn nicht in Frage stellen, auch nicht im Rahmen einer Diskussion &uuml;ber die Frage nach der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit einer allgemeinen gesetzlichen Pflicht zur Anwendung dieses Impfstoffes.<\/p><p><strong>Was ist Ihre Position? Wie lautet Ihre Argumentation dagegen?<\/strong><\/p><p>Meine Position ist, dass die Einsch&auml;tzungen der WHO nicht als L&ouml;schungsma&szlig;stab dienen d&uuml;rfen. Mein wesentliches Argument lautet, dass das unwissenschaftlich w&auml;re. Die WHO ist nicht allwissend oder unfehlbar, ihr unterlaufen Fehleinsch&auml;tzungen, das ist ja auch ganz normal. Das Problem wird deutlicher, wenn man sich vor Augen f&uuml;hrt, dass nicht nur medizinische Laien wie ich die Einsch&auml;tzungen der WHO auf den entsprechend vorgehenden Social-Media-Plattformen nicht in Frage stellen d&uuml;rften, sondern auch Fachleute.<\/p><p><strong>Weitere Argumente?<\/strong><\/p><p>Es gibt noch mehrere andere Argumente, die dagegensprechen, dass die Positionen der WHO als Bewertungsma&szlig;stab geeignet sind. Ein solches Argument ist die fehlende demokratische Legitimation der WHO. In dem von Rechtsanwalt Steinh&ouml;fel verfassten Buch &bdquo;Die digitale Bevormundung&ldquo; gibt es ein Kapitel, dass sich mit der Richtlinie von <em>YouTube<\/em> befasst, in der ebenfalls die WHO als Ma&szlig;stab definiert ist.<\/p><p><strong>Was steht da?<\/strong><\/p><p>In dem Buch hei&szlig;t es auf Seite 96: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die (wissenschaftlichen) Positionen einer Koordinationsbeh&ouml;rde der Vereinten Nationen, deren Mitgliedermehrheit nicht demokratisch legitimiert ist, kann nicht der Ma&szlig;stab f&uuml;r die Reichweite der Grundrechte in einem (unserem) demokratischen Rechtsstaat sein. Dies w&uuml;rde nicht mehr und nicht weniger bedeuten, als dass autorit&auml;re Regime jedenfalls mittelbar ein wesentliches Mitspracherecht bez&uuml;glich dessen haben, was in Deutschland erlaubt ist und was nicht.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>W&auml;re denn eine solche Festlegung &uuml;berhaupt mit dem Grundgesetz zu vereinbaren?<\/strong><\/p><p>Lassen Sie mich zu dieser Frage nochmal Steinh&ouml;fel zitieren. Der Anwalt schreibt auf Seite 98: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die gegen elementare verfassungsrechtliche Normen versto&szlig;ende Richtlinie ber&uuml;hrt die Grundlagen unserer Werteordnung. Denn der Schutz der Meinungsfreiheit ist gerade aus dem besonderen Schutzbed&uuml;rfnis der Machtkritik erwachsen und findet darin unver&auml;ndert seine Bedeutung. Teil dieser Freiheit ist, dass B&uuml;rger von ihnen als verantwortlich angesehene Amtstr&auml;ger &ndash; und dann erst recht die Institutionen oder deren Standpunkte &ndash; in anklagender und personalisierter Weise f&uuml;r deren Art und Weise der Machtaus&uuml;bung angreifen k&ouml;nnen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Das hei&szlig;t, bei dieser Richtlinie wird ein Versto&szlig; gegen die Meinungsfreiheit sichtbar. Davon mal abgesehen: Die WHO ist doch keine Organisation, die frei von, sagen wir: Interessenkonflikten ist. M&uuml;sste ein Gericht nicht erkennen, dass die &bdquo;Wahrheiten&ldquo; der WHO auch im Hinblick auf &auml;u&szlig;ere Einwirkungen kritisch zu verstehen sind?<\/strong><\/p><p>Das ist ein wichtiger Punkt. Nat&uuml;rlich gibt es auf Seiten der WHO Interessenskonflikte. Die WHO ist personell und finanziell mit der Pharmaindustrie verquickt. Bei dem Thema muss man gut aufpassen, was man sagt. Ich bin zum Beispiel allein schon daf&uuml;r angegangen worden, dass ich im ersten Interview Bill Gates erw&auml;hnt habe.<\/p><p><strong>In gewissen Kreisen d&uuml;rfen Sie den Namen Bill Gates zwar aussprechen, aber, bitte, nicht kritisieren. Meinen Sie das?<\/strong><\/p><p>So kann man das sagen. Aber gerade Bill Gates ist ein gutes Beispiel f&uuml;r die genannte Verquickung. Er hat ein sehr gro&szlig;es Interesse daran, dass sehr viel von den Stoffen mit modifizierter Boten-RNS verwendet wird. Dieses Interesse gr&uuml;ndet stark auf einem wesentlichen Teil seiner Finanzinvestitionen.<\/p><p><strong>K&ouml;nnen Sie das bitte etwas konkreter machen?<\/strong><\/p><p>Seine Bill &amp; Melinda Gates Foundation ist der zweitgr&ouml;&szlig;te Geldgeber der WHO, tr&auml;gt fast zehn Prozent des Gesamtetats der WHO, zudem ist die GAVI (Global Alliance for Vaccines and Immunisation), in der die Bill &amp; Melinda Gates Foundation Mitglied ist, der viertgr&ouml;&szlig;te Geldgeber der WHO, tr&auml;gt knapp sechseinhalb Prozent <a href=\"https:\/\/open.who.int\/2020-21\/contributors\/contributor\">des Gesamtetats<\/a> der WHO. Und: Die Bill &amp; Melinda Gates Foundation hatte sehr kurz vor Beginn der Corona-Krise 55 Millionen US-Dollar in BioNTech investiert (<a href=\"https:\/\/investors.biontech.de\/news-releases\/news-release-details\/biontech-announces-new-collaboration-develop-hiv-and\/\">siehe die Presseerkl&auml;rung von BioNTech vom 4. April 2019<\/a>). In dem Zusammenhang <a href=\"https:\/\/x.com\/BillGates\/status\/1207681997612748801?lang=de\">schrieb er<\/a> am 19. Dezember 2019 auf der Plattform <em>X<\/em> (damals <em>Twitter<\/em>): &bdquo;Besonders gespannt bin ich darauf, was das n&auml;chste Jahr f&uuml;r eine der besten Anschaffungen im Bereich der globalen Gesundheit bedeuten k&ouml;nnte: Impfstoffe.&ldquo; Am 12 April 2020 sagte er dazu passend in einem <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=083VjebhzgI\">Tagesthemen-Interview<\/a>: &bdquo;Wir werden den zu entwickelnden Impfstoff letztlich sieben Milliarden Menschen verabreichen.&ldquo;<\/p><p><strong>Naiv angemerkt: Gates ist Philanthrop. Er handelt zum Wohle der Menschheit.<\/strong><\/p><p>Das w&auml;re tats&auml;chlich naiv. Es gibt zahlreiche Ver&ouml;ffentlichungen, in denen belegt ist, dass Bill Gates&acute; Aktivit&auml;ten oft fragw&uuml;rdig sind, dass viele sogar alles andere als altruistisch sind, dass sie nicht selten rein eigenn&uuml;tzigen Motiven dienen wie seinem Profit und der Befriedigung seines Geltungsbed&uuml;rfnisses. Dazu geh&ouml;rt ein im letzten Jahr im Verlag S. Fischer in deutscher &Uuml;bersetzung erschienenes Buch von Tim Schwab, der Titel lautet &bdquo;Das Bill-Gates-Problem &ndash; Der Mythos vom wohlt&auml;tigen Milliard&auml;r&ldquo;. Besonders interessant im Hinblick auf mein Thema finde ich den am 17. September 2022 erschienenen Welt-Artikel <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus241078911\/Corona-Politik-Die-Machtmaschine-des-Bill-Gates.html\">&bdquo;Globale Corona-Politik &ndash; Die Machtmaschine des Bill Gates&ldquo;<\/a>, in dessen Einleitung steht: &bdquo;Der Kampf gegen Corona ist eine der gr&ouml;&szlig;ten Gemeinschaftsaufgaben der Welt. Wichtige Entscheidungen trafen nicht die Staatschefs und die Weltgesundheitsorganisation, sondern die Stiftung von Bill und Melinda Gates und deren Netzwerk.&ldquo; &Auml;hnlich kommt das auch in einem <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/bill-gates-und-george-soros-umstrittene-macht-der-milliardaere-18690675.html\">am 20. Februar 2023 erschienenen FAZ-Artikel zum Ausdruck<\/a>, er ist &uuml;berschrieben mit &bdquo;Die umstrittene Macht der Milliard&auml;re&ldquo;, in seiner Einleitung hei&szlig;t es: &bdquo;Multimilliard&auml;re wie George Soros oder Bill Gates wurden so reich, auch weil sie alle Register zogen. Ihr Geld setzt die Elite oft f&uuml;r Zwecke ein, &uuml;ber die besser demokratisch entschieden werden sollte.&ldquo;<\/p><p><strong>Allein schon auf den Einfluss von sehr reichen Pers&ouml;nlichkeiten hinzuweisen, setzt einen heutzutage sehr schnell dem Vorwurf &bdquo;Verschw&ouml;rungstheoretiker&ldquo; aus.<\/strong><\/p><p>Und dann ist man regelrecht gebrandmarkt. Vor der Corona-Krise hingegen war die Thematisierung dieser Sachverhalte allerdings noch hoff&auml;hig. Noch am 17. April 2017 &uuml;berschrieb selbst die <em>Zeit<\/em> die Rezension eines kritischen Films des zum &Ouml;RR geh&ouml;renden Senders <em>ARTE<\/em>: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wissen\/gesundheit\/2017-03\/who-unabhaengigkeit-bill-gates-film\">&bdquo;Der heimliche WHO-Chef hei&szlig;t Bill Gates&ldquo;<\/a> und berichtete weiter: &bdquo;Auch mit wenig kostenaufwendigen Ma&szlig;nahmen, wie etwa Anti-Drogen-Kampagnen, hat die WHO im Laufe ihrer Geschichte viele Leben gerettet. Es scheint aber, als engagiere sie sich mittlerweile in solchen Bereichen weniger &ndash; etwas, das Gesundheitswissenschaftler seit L&auml;ngerem kritisieren. Die Filmemacherinnen sagen klar: Das k&ouml;nnte an der Gates Foundation liegen, denn sie hat unter Umst&auml;nden andere Interessen. Der Grund: Die Stiftung legt ihr Geld bei Konzernen an, deren Handeln die Gesundheit vieler Menschen gef&auml;hrdet. Je mehr Gewinn diese Unternehmen machen, desto mehr Rendite springt heraus.<\/p><p><strong>Sie haben jetzt einiges zu Gates gesagt. Ihnen geht es also darum, zu verdeutlichen, dass ein Gericht es sich zu einfach macht, wenn es, wie jetzt in Ihrem Fall, die WHO unkritisch betrachtet.<\/strong><\/p><p>Richtig. Wobei das zugrunde liegende Problem deutlich &uuml;ber Gerichtsprozesse hinausreicht, n&auml;mlich in unser aller Alltag. Die WHO hat sich einen unangemessenen Einfluss verschafft. Diese Entwicklung setzt sich fort, das zeigt sich aktuell bei den Verhandlungen &uuml;ber den Pandemievertrag sowie die Revision der internationalen Gesundheitsvorschriften. Viele Fachleute warnen vor dieser Entwicklung, zum Beispiel zwei Juristinnen: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=hUF3kOTGkXM\">Dr. Beate Pfeil<\/a> und <a href=\"https:\/\/netzwerkkrista.de\/2024\/05\/22\/das-gerangel-um-das-grosse-geschaeft-mit-pandemieprodukten\/\">Laura K&ouml;lsch<\/a>.<\/p><p><strong>Bei Klagen im Zusammenhang mit den Corona-Ma&szlig;nahmen und der Impfung war und ist das ja bis heute so, dass Gerichte sich auf Institutionen wie das RKI etc. st&uuml;tzen, ohne selbst genauer in die Pr&uuml;fung zu gehen. Was bedeutet das f&uuml;r uns als Gesellschaft und f&uuml;r den einzelnen B&uuml;rger, der vor Gericht Recht sucht?<\/strong><\/p><p>Das RKI ist eine Beh&ouml;rde, es ist also an Weisungen der Regierung gebunden. Diese Weisungsgebundenheit ist zum Beispiel in den entschw&auml;rzten Protokollen zu den Sitzungen des Krisenstabes deutlich geworden. Wenn also die Judikative bei der Rechtsfindung die Position der Exekutive absolut setzt, dann gibt es an dieser Stelle keine Gewaltenteilung mehr. Das ist nicht nur f&uuml;r den einzelnen betroffenen B&uuml;rger frustrierend, sondern f&uuml;r die gesamte Gesellschaft, es untergr&auml;bt das Vertrauen in den Rechtsstaat, f&uuml;hrt zu Politikverdrossenheit und bef&ouml;rdert Extremismus.<\/p><p><strong>Was w&uuml;rden Sie jemandem entgegen, der sagt: Das Thema Corona ist doch im Wesentlichen durch. Warum lassen Sie es jetzt nicht einfach &bdquo;gut&ldquo; sein?<\/strong><\/p><p>Ja, das Thema Corona ist im Wesentlichen durch, aber es geht nicht nur um die Vergangenheit, sondern auch und vor allem um die Zukunft. Biotechnologische Forschung l&auml;sst sich nicht global unterbinden, Laborunf&auml;lle lassen sich nicht vollst&auml;ndig verhindern, Viren halten sich nicht an Staatsgrenzen und kein Mensch ist allwissend, schon deshalb werden wir wieder in eine Situation geraten, in der wir uns als Zivilgesellschaft dar&uuml;ber verst&auml;ndigen m&uuml;ssen, ob eine Impfpflicht zu unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung passt. Dabei werden wir als Staatsvolk uns nicht wieder spalten lassen d&uuml;rfen. Es gab auf jeder Seite des politischen Spektrums Gegner der unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;igen Impfpflicht, nicht nur auf der rechten Seite. Auch wird sich die Seite der Impfpflichtgegner nicht wieder durch nebens&auml;chliche Themen atomisieren lassen d&uuml;rfen. Dass zum Beispiel einige aus dieser Gruppe Tessa Ganserer hart daf&uuml;r angehen, welche Kleidung sie im Bundestag tr&auml;gt, halte ich f&uuml;r v&ouml;llig unangemessen angesichts der Tatsache, dass sie aus Gewissensgr&uuml;nden gegen die Impfpflicht gestimmt hat.<\/p><p>Wir B&uuml;rger d&uuml;rfen auch nicht wieder in Panik geraten und uns einreden lassen, es gehe um eine sehr einfache Abw&auml;gung zwischen Gesundheit und Freiheit. Sch&auml;dliche Nebenwirkungen von Ma&szlig;nahmen wie Schulschlie&szlig;ungen und Behandlungen mit neuartigen Pharmazeutika werden sehr viel genauer erfasst werden m&uuml;ssen. Und der Wert der Freiheit darf nicht wieder leichtfertig untersch&auml;tzt werden. Guido Westerwelle hat einmal gesagt: &bdquo;Freiheit stirbt nicht durch Politiker, stirbt nicht dadurch, dass man B&uuml;rgerrechte und Freiheitsrechte von Politik wegen einschr&auml;nken will, sondern dann wird es gef&auml;hrlich f&uuml;r die Freiheit, wenn die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger ihr eigenes Immunsystem vergessen, das sie wappnen muss gegen jede Freiheitsbedrohung.&ldquo; Das sollten wir sehr ernst nehmen!<\/p><p><small>Titelbild: IB Photography\/shutterstock.com<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Gel&ouml;schtes Profil muss wiederhergestellt werden, gel&ouml;schte Postings zur Corona-Impfung aber nicht<\/strong>. Der Berliner Unternehmer <strong>J&ouml;rg Kuttig<\/strong> ist gegen das soziale Netzwerk LinkedIn vor Gericht gezogen. Dabei geht es um sein gel&ouml;schtes Profil und kritische Postings im Zusammenhang mit der Corona-Impfung. Die NachDenkSeiten <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110408\">sprachen Anfang des Jahres mit Kuttig &uuml;ber das Verfahren<\/a>. Nun hat das<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=118522\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":110409,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,126,209,129],"tags":[1112,1581,418,2880,930,3485,1865,1113,439,220],"class_list":["post-118522","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-erosion-der-demokratie","category-interviews","category-lobbyorganisationen-und-interessengebundene-wissenschaft","tag-buergerrechte","tag-gates-bill","tag-grundgesetz","tag-impfungen","tag-justiz","tag-linkedin","tag-meinungsfreiheit","tag-soziale-medien","tag-who","tag-zensur"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shutterstock_2141031889.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/118522","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=118522"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/118522\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":145416,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/118522\/revisions\/145416"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/110409"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=118522"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=118522"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=118522"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}