{"id":119106,"date":"2024-08-03T13:00:30","date_gmt":"2024-08-03T11:00:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=119106"},"modified":"2024-08-02T19:43:50","modified_gmt":"2024-08-02T17:43:50","slug":"us-generalin-will-marshallplan-fuer-lateinamerika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=119106","title":{"rendered":"US-Generalin will Marshallplan f\u00fcr Lateinamerika"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hintergrund ist der Einfluss Chinas und Russlands im US-amerikanischen &bdquo;Hinterhof&rdquo; &ndash;&nbsp;milit&auml;rische und wirtschaftliche Interessen dahinter.<\/strong> Die Kommandeurin des S&uuml;dkommandos der Vereinigten Staaten (US-Southcom), Generalin Laura Richardson, hat auf dem Aspen Security Forum einen Marshallplan f&uuml;r Lateinamerika vorgeschlagen. Ein solches Programm, wie es die USA nach dem Zweiten Weltkrieg zur F&ouml;rderung der Wirtschaft in Westeuropa einsetzten, sei eine M&ouml;glichkeit, dem Einfluss Russlands und Chinas in der durch die Covid 19-Pandemie geschw&auml;chten Region entgegenzuwirken. Von <strong>Hans Weber<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDas Southcom ist verantwortlich f&uuml;r die Koordination und F&uuml;hrung aller milit&auml;rischen Operationen der USA in Lateinamerika und der Karibik.<\/p><p>Am Aspen Forum, das in der dritten Juliwoche in Colorado stattfand, nahmen unter anderem hochrangige Regierungs- und Milit&auml;rvertreter aus den USA und der ganzen Welt sowie F&uuml;hrungskr&auml;fte von Gro&szlig;unternehmen, Akademiker und Journalisten teil. Hauptthemen waren die nationale Sicherheit und die Au&szlig;enpolitik.<\/p><p>Richardson verwies auf die &bdquo;schwere Rezession&rdquo; Lateinamerikas nach der Pandemie, die von Russland und China f&uuml;r Investitionen in der Region ausgenutzt werde. Andere Stimmen unterst&uuml;tzen diese Sichtweise. &bdquo;Die wirtschaftlichen Bed&uuml;rfnisse Lateinamerikas und die in vielen F&auml;llen schwache Regierungsf&uuml;hrung haben r&auml;uberischen und undurchsichtigen Gesch&auml;ften T&uuml;r und Tor ge&ouml;ffnet, insbesondere im Fall der Volksrepublik China, die ihren Einfluss ausgeweitet hat&rdquo;, sagte Evan Ellis, Professor f&uuml;r Lateinamerikastudien am Institut f&uuml;r Strategische Studien des US Army War College.<\/p><p>US-Experten f&uuml;r Au&szlig;enpolitik hinterfragen die Motivation f&uuml;r den Vorschlag eines &bdquo;Marshallplans&rdquo; f&uuml;r Lateinamerika &ndash; so Kelley Beaucar Vlahos, leitende Beraterin am Quincy Institute f&uuml;r au&szlig;enpolitische Analyse und Chefredakteurin des Online-Magazins <em>Responsible Statecraft<\/em>. Sie merkte an, der Marshallplan habe wahrscheinlich mehr mit der Sorge &bdquo;&uuml;ber Chinas Eindringen in Amerikas Hinterhof&rdquo; zu tun als mit der Frage, &bdquo;was die Armen im Globalen S&uuml;den wirklich brauchen&rdquo;.<\/p><p>Tats&auml;chlich dr&uuml;ckte Richardson ihre Besorgnis dar&uuml;ber aus, dass Chinas Investitionen &bdquo;fast die gesamte Region abdecken&rdquo;, mit Projekten von U-Bahn-Stationen &uuml;ber Eisenbahnen und Telekommunikation bis hin zu Staud&auml;mmen. Sie warnte, dass Chinas Investitionen in kritische Infrastruktur wie Tiefseeh&auml;fen, Cybersicherheit, Energie und Raumfahrt f&uuml;r milit&auml;rische Zwecke genutzt werden k&ouml;nnten.<\/p><p>&bdquo;Ich habe mindestens zwei Drittel der Pr&auml;sidenten meiner Region getroffen, aber sie sehen nicht, was das Team USA den L&auml;ndern bringt (&hellip;). Sie sehen nur die chinesischen Kr&auml;ne (&hellip;) und die Projekte der Neuen Seidenstra&szlig;e&rdquo;, klagte die Southcom-Kommandantin. 22 der 31 L&auml;nder der Region h&auml;tten sich diesem Entwicklungsprogramm Chinas bereits angeschlossen.<\/p><p>Stimmen aus den Denkfabriken des US-Milit&auml;rs, wie die von Ellis, sehen in den Beziehungen zwischen Russland, dem Iran und &bdquo;autorit&auml;ren Regimen wie Venezuela, Kuba und Nicaragua&rdquo; eine &bdquo;strategische Bedrohung f&uuml;r die Vereinigten Staaten&rdquo;.<\/p><p>Die au&szlig;enpolitische Sorge des US-Milit&auml;rs um die nationale Sicherheit scheint eine wirtschaftliche Komponente zu haben: &bdquo;Ich glaube wirklich, dass wirtschaftliche Sicherheit und nationale Sicherheit in dieser Hemisph&auml;re Hand in Hand gehen, und wir m&uuml;ssen beides sehr, sehr schnell zusammenbringen&rdquo;, sagte Richardson. &bdquo;Wir m&uuml;ssen uns dar&uuml;ber im Klaren sein, wie rohstoffreich diese Region ist und wie nah unsere Konkurrenten und Gegner in der Region sind&rdquo;, sagte sie auf dem Aspen Forum.<\/p><p>&bdquo;Wie konkurrieren wir mit dem Team USA und dem Team Demokratie mit Angeboten aus anderen L&auml;ndern? Wie bekommen wir unsere US-amerikanischen Qualit&auml;tsinvestitionen, und wie sprechen wir &uuml;ber unsere US-amerikanischen Unternehmen, die in der Region investieren? Wir haben viele Unternehmen in der Region. Ich glaube nicht, dass wir das Team USA so bekannt machen, wie wir es sollten. Das sollten wir besser machen. Wir m&uuml;ssen damit prahlen, was US-Qualit&auml;tsinvestitionen bewirken&rdquo;, so Richardson weiter.<\/p><p>Auf dem Aspen Forum sprach sich die Southcom-Chefin auch f&uuml;r ein amerikanisches Handels- und Investitionsgesetz, den sogenannten &bdquo;Americas Act&rdquo;, aus. Der Gesetzesentwurf wurde Anfang des Jahres vom republikanischen Senator Bill Cassidy aus Los Angeles, dem demokratischen Senator Michael Bennet aus Colorado, der republikanischen Abgeordneten Mar&iacute;a Salazar aus Florida und dem demokratischen Abgeordneten Adriano Espaillat aus New York in den Kongress eingebracht.<\/p><p>Der Entwurf zielt in erster Linie darauf ab, die wirtschaftliche Sicherheit der USA zu st&auml;rken. Er fordert, die Politik gegen&uuml;ber Lateinamerika &bdquo;mit einem umfassenden Ansatz zu erneuern&rdquo; und das Abkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada (USMCA) auf andere L&auml;nder auszuweiten. Er fordert auch die Verlagerung von US-Unternehmen, um die Pr&auml;senz Russlands und Chinas deutlich zu schw&auml;chen.<\/p><p>Beaucar vom Quincy Institute sagte, Richardson k&ouml;nnte recht haben, dass Lateinamerika, wie andere L&auml;nder des Globalen S&uuml;dens, immer intensivere Wirtschaftsbeziehungen mit Russland und China aufbaut, weil diese &bdquo;nicht an so viele Bedingungen gekn&uuml;pft sind&rdquo; wie mit den USA. Sie fragt sich jedoch, &bdquo;warum das Milit&auml;r [der USA] die F&uuml;hrung &uuml;bernimmt&rdquo; und ob dies nicht &bdquo;nur ein weiteres Argument f&uuml;r die Stationierung von mehr Milit&auml;r in der Region&rdquo; sei.<\/p><p><small>Titelbild: Southcom-Chefin Richardson (r.): &bdquo;Wirtschaftliche Sicherheit und nationale Sicherheit gehen Hand in Hand&rdquo; &ndash; Quelle:@Southcom<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/7e28f0c44db5495eb5de89cfdef68050\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\" title=\"\"><\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Hintergrund ist der Einfluss Chinas und Russlands im US-amerikanischen &bdquo;Hinterhof&rdquo; &ndash;&nbsp;milit&auml;rische und wirtschaftliche Interessen dahinter.<\/strong> Die Kommandeurin des S&uuml;dkommandos der Vereinigten Staaten (US-Southcom), Generalin Laura Richardson, hat auf dem Aspen Security Forum einen Marshallplan f&uuml;r Lateinamerika vorgeschlagen. 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