{"id":119403,"date":"2024-08-10T12:00:02","date_gmt":"2024-08-10T10:00:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=119403"},"modified":"2024-08-12T07:23:58","modified_gmt":"2024-08-12T05:23:58","slug":"stimmen-aus-ungarn-die-ukraine-unterstuetzung-der-westlichen-laender-ist-heuchlerisch-ein-ungarischer-militaerexperte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=119403","title":{"rendered":"Stimmen aus Ungarn: Die \u201eUkraine-Unterst\u00fctzung\u201c der westlichen L\u00e4nder ist heuchlerisch \u2013 ein ungarischer Milit\u00e4rexperte"},"content":{"rendered":"<p>Seit dem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=108582\">Gespr&auml;ch der NachDenkSeiten<\/a> mit dem ungarischen Milit&auml;rexperten <strong>Istv&aacute;n Resperger<\/strong> im Dezember hat es einige wichtige Ereignisse gegeben wie Orb&aacute;ns Friedensmission und den NATO-Gipfel. Der Krieg in der Ukraine geht immer noch weiter, und die Gefahr seiner Eskalation scheint zu wachsen. Wir haben mit Oberst Resperger &uuml;ber die aktuelle Lage aus ungarischer Sicht gesprochen. Er beschreibt sie aus der Perspektive eines Milit&auml;rexperten eines &ouml;stlichen NATO-Landes und Nachbarlandes der Ukraine. Resperger ist Professor und Leiter des Szent-Istv&aacute;n-Sicherheitsforschungszentrums an der Ungarischen Universit&auml;t f&uuml;r Agrar- und Biowissenschaften in G&ouml;d&ouml;ll&#337;. Das Interview mit Istv&aacute;n Resperger f&uuml;hrte <strong>&Eacute;va P&eacute;li<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1008\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-119403-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240809-ungarischer-Militaerexperte-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240809-ungarischer-Militaerexperte-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240809-ungarischer-Militaerexperte-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240809-ungarischer-Militaerexperte-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=119403-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240809-ungarischer-Militaerexperte-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"240809-ungarischer-Militaerexperte-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>&Eacute;va P&eacute;li: Herr Resperger, wie sehen Sie die aktuelle Situation an der Front?<\/strong><\/p><p><strong>Istv&aacute;n Resperger<\/strong>: An der russisch-ukrainischen Front hat sich die derzeitige Situation im Hinblick auf das Kr&auml;fteverh&auml;ltnis entwickelt:<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240810-Resperger-IV-1.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240810-Resperger-IV-1.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Nach Angaben von General Oleksandr Syrskyj verst&auml;rken die Russen die Entsendung von Personal in die Ukraine weiter. Die russische Seite hat derzeit eine dreifache &Uuml;berlegenheit bei Panzern, eine zweifache bei der gepanzerten Ausr&uuml;stung, ebenfalls eine zweifache bei der Artillerie und eine dreifache bei den Raketenwerfern. Wir sehen russische Kampfvorst&ouml;&szlig;e an allen Fronten, und die Ukrainer setzen bereits viele Male ihre operativen Reserven ein. Nur auf der Krim beschie&szlig;en die Ukrainer russische Marine- und Luftwaffenst&uuml;tzpunkte mit Langstreckenwaffen.<\/p><p><strong>Zu Beginn des Jahres sahen einige Experten das Ende des Krieges in Sicht. Durch neue westliche Waffenlieferungen und den Einsatz westlicher Waffen gegen russische Ziele scheint er sich jedoch zu verl&auml;ngern.<\/strong><\/p><p>Meines Erachtens zeigt der Krieg eine schwankende Entwicklung, wobei die aktuellen russischen Kampferfolge durch den Versuch des Westens, sie durch zus&auml;tzliche Waffenlieferungen wie die 14 d&auml;nischen Leopard-2A\/4-Panzer auszugleichen, konterkariert werden. Man h&ouml;rt immer mehr &uuml;ber die F-16-Kampfflugzeuge, von denen sechs der Ukraine zur Verf&uuml;gung stehen und von denen vielleicht 24 bis 30 bis Ende des Jahres verf&uuml;gbar sein werden. Ich denke jedoch, dass diese den Krieg nur verl&auml;ngern werden, da es sehr schwierig ist, der russischen Luft&uuml;berlegenheit mit diesen Mitteln an einer 1.500 Kilometer langen Frontlinie zu begegnen. Bei den gegebenen M&ouml;glichkeiten wird die Ukraine bis August dieses Jahres h&ouml;chstwahrscheinlich 30 bis 40 Prozent ihrer operativen Reserven verlieren, sodass sie nicht in der Lage sein wird, Territorium zur&uuml;ckzugewinnen und es eher eine Frage dessen ist, was sie zur&uuml;ckgewinnen kann und was sie am Verhandlungstisch bekommen kann.<\/p><p><strong>&bdquo;Die Chancen f&uuml;r einen Frieden sind im Moment ziemlich gering&ldquo;, sagten Sie in einem Interview mit den NachDenkSeiten im Dezember 2023. Mittelfristig haben Sie einen Waffenstillstand zwischen M&auml;rz und April 2024 ins Auge gefasst. Warum ist das aus Ihrer Sicht nicht eingetreten? Gab es keine Chance daf&uuml;r?<\/strong><\/p><p>Ich glaube, dass die Gro&szlig;m&auml;chte nicht gewillt waren, den Krieg auf diplomatischem Wege beizulegen. Die Tatsache, dass die Ukraine von Oktober 2023 bis Juni 2024 keine nennenswerten Waffen- und Munitionslieferungen erhielt, erm&ouml;glichte es Russland, an allen Frontabschnitten 300 bis 1.200 Meter pro Tag vorzur&uuml;cken.<\/p><p>In der gegenw&auml;rtigen Situation zeigt das Gespr&auml;ch von Pr&auml;sident Wolodymyr Selenskyj mit Donald Trump die Notwendigkeit, einen gerechten und dauerhaften Frieden in der Region zu schaffen. Pr&auml;sident Selenskyj sagte k&uuml;rzlich in einem Interview mit der <em>BBC<\/em>, dass in der Weltgeschichte die meisten Gebiete durch Diplomatie und nicht durch milit&auml;rische Gewalt zur&uuml;ckgewonnen wurden. Wir k&ouml;nnen also davon ausgehen, dass die Parteien letztendlich an den Verhandlungstisch kommen werden &ndash; vorausgesetzt, es kommt zu einer Pattsituation im Krieg, der Wille der Gro&szlig;m&auml;chte ist vorhanden und sie k&ouml;nnen sich auf eine Waffenstillstandsperiode einigen. Dann kommt die Zeit f&uuml;r die Diplomatie und die Verhandlungen, und sp&auml;testens in den Monaten nach den US-Pr&auml;sidentschaftswahlen kann die Friedensschaffung losgehen.<\/p><p><strong>Wie bewerten Sie die aktuellen Ereignisse wie die neuen Friedensvorschl&auml;ge von Wladimir Putin, die Friedensmission des ungarischen Ministerpr&auml;sidenten Viktor Orb&aacute;n und den j&uuml;ngsten NATO-Gipfel in Washington? Werden diese Ereignisse Entwicklungen in Richtung Beendigung des Krieges in der Ukraine bringen?<\/strong><\/p><p>Es war kein Zufall, dass der ungarische Ministerpr&auml;sident mit seiner &bdquo;Friedensmission&ldquo; Kiew, Moskau, Washington und Peking besuchte. Ich denke, dass Pr&auml;sident Selenskyj derzeit ohne US-amerikanische Aufsicht kaum kommunizieren kann, sodass es ihm gelungen ist, eine Botschaft an Pr&auml;sident Putin zu senden. Wann die Chancen f&uuml;r die Aufnahme von Friedensgespr&auml;chen reif werden, l&auml;sst sich an den brutalen Verlusten ablesen. Nach Angaben des britischen Geheimdienstes gibt es Tage, an denen die russischen Offensivkr&auml;fte zwischen 1.000 und 1.300 Soldaten verlieren. Auf ukrainischer Seite fallen etwa 1.000 Mann pro Tag &ndash; aufgrund von Luftangriffen, Serienangriffen, deutlicher Artillerie&uuml;berlegenheit (vier zu eins) der russischen Streitkr&auml;fte.<\/p><p>Der Gipfel in Washington war zur&uuml;ckhaltend, entt&auml;uschend vor allem f&uuml;r die Ukrainer. Ihnen wurde die NATO-Mitgliedschaft versprochen, aber es wurde ihnen kein Datum genannt und sonst auch keine andere M&ouml;glichkeit. Es wurde ihnen milit&auml;rische Unterst&uuml;tzung zugesagt, und die von den Tschechen ins Leben gerufene Koalition aus 18 L&auml;ndern kann die Ukraine bis Dezember mit Hunderttausenden Schuss Munition pro Monat versorgen. Die russische Seite produziert monatlich 250.000 St&uuml;ck ihrer 152-Millimeter-Munition. Diese &Uuml;berlegenheit bei der Artillerie wird den Verlauf des Krieges bestimmen, ganz gleich, &uuml;ber welche Langstreckenwaffen die Ukrainer verf&uuml;gen (HIMARS-Raketen mit einer Reichweite von 80 Kilometern, 160 Kilometern und 300 Kilometern, Storm-Shadow-Raketen mit 500 Kilometern).<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240810-Resperger-IV-2.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240810-Resperger-IV-2.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240810-Resperger-IV-3.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240810-Resperger-IV-3.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240810-Resperger-IV-4.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240810-Resperger-IV-4.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Reichweite der deutschen Waffensysteme<\/small><\/p><p>Ein weiteres wichtiges Ereignis ist die Ank&uuml;ndigung Deutschlands, dass es in diesem Jahr nur noch vier Milliarden Euro f&uuml;r den Krieg in der Ukraine zur Verf&uuml;gung stellen wird, w&auml;hrend es im letzten Jahr noch acht Milliarden Euro waren. Es ist zu sehen, dass mehr L&auml;nder helfen wollen, siehe die F-16-Koalition, die Munitionskoalition. Aber in der Ukraine herrscht ein deutlicher Personalmangel. Die Menschen m&uuml;ssen auf den Stra&szlig;en und Pl&auml;tzen gefangen werden, doch auch so ist das System der milit&auml;rischen Verst&auml;rkung auf ukrainischer Seite immer noch unzureichend. Das andere ist die Luftverteidigungsausr&uuml;stung &ndash; ich glaube nicht, dass es m&ouml;glich ist, der Ukraine 25 Patriot-Luftabwehrraketen-Systeme zu &uuml;bergeben, die derzeit &uuml;ber 3,5 S&auml;tze verf&uuml;gt und drei weitere erhalten werden, um gr&ouml;&szlig;ere Angriffe abzuwehren.<\/p><p><strong>Jens Stoltenberg war Ende Juni in Budapest und hat ein Abkommen mit Viktor Orb&aacute;n unterzeichnet. Wie wurde dies in Ungarn aufgenommen? Was ist Ihrer Meinung nach das Wesentliche und die Bedeutung des Abkommens?<\/strong><\/p><p>Das Treffen zwischen dem NATO-Generalsekret&auml;r und dem ungarischen Ministerpr&auml;sidenten war Teil des Besuchs von Stoltenberg in jedem Mitgliedsland. Wegen der harten ungarischen Position hatte der Generalsekret&auml;r eine Sondersitzung mit Orb&aacute;n, um sich zu vergewissern, dass Ungarn die Ver&ouml;ffentlichung des Dokuments, das auf dem Gipfeltreffen herausgegeben werden sollte, unterst&uuml;tzt. Auch die ungarische Seite machte klar, dass sie sich an keiner NATO-Mission auf ukrainischem Gebiet beteiligen m&ouml;chte.<\/p><p>Dies wird dadurch eindeutig erm&ouml;glicht, dass der Nordatlantikrat (NAC) eine politische Entscheidung &uuml;ber jede Mission trifft, aber der NATO-Milit&auml;rausschuss (MC) bei der Planung der Mission jedem Land die Entscheidung &uuml;berl&auml;sst, ob es an der gegebenen Mission teilnehmen m&ouml;chte. Mit anderen Worten: Es muss eine politische Entscheidung mit hundertprozentiger Zustimmung getroffen werden, ohne dass es ein Veto gibt, aber die Teilnahme an der milit&auml;rischen Aktion ist nicht zwingend. Siehe das Beispiel Kosovo: Griechenland und die Tschechische Republik haben sich nicht an den Operationen gegen das ehemalige Jugoslawien beteiligt.<\/p><p>In Ungarn unterst&uuml;tzt die Bev&ouml;lkerung heute die Position von Viktor Orb&aacute;n: Wir wollen uns nicht an einem Milit&auml;reinsatz in der Ukraine beteiligen, weil wir [dort] eine bedeutende ungarische Minderheit haben, und wir wollen nicht, dass an ihnen die ungarische Beteiligung ger&auml;cht wird. Allein in Uschhorod (Hauptstadt der Oblast Transkarpatien in der Westukraine) haben wir bereits 145 gefallene ungarische Helden.<\/p><p><strong>Sie sagten im Dezember auch: &bdquo;Es gibt eine Chance auf Frieden, wenn die Ukraine bankrottgeht und niemand mehr die ukrainischen Milit&auml;r- und Staatsausgaben finanziert.&ldquo; Sehen Sie das auch so, wenn man bedenkt, dass die NATO und die EU k&uuml;rzlich eine neue Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die Ukraine zugesagt haben?<\/strong><\/p><p>Mittelfristig besteht meines Erachtens immer noch die M&ouml;glichkeit, dass das Land kurz vor dem Bankrott steht, denn mehrere Banken haben angedeutet, dass sie ihr Geld von der Ukraine zur&uuml;ckhaben wollen. In vielen F&auml;llen ist kein Geld da, um die Soldaten zu bezahlen, dadurch befinden sich auch ihre Familien in einer schwierigen Situation. Die Staatsausgaben k&ouml;nnen finanziert werden, aber langfristig kann der IWF nicht zulassen, dass der Ukraine unendlich viel Geld zur Verf&uuml;gung gestellt wird &ndash; sch&auml;tzungsweise 20 bis 30 Prozent dieser Gelder fallen in die H&auml;nde der Oligarchen, die Korruption betreiben.<\/p><p>Die NATO und die Europ&auml;ische Union haben die Hilfe beschlossen, aber nat&uuml;rlich k&ouml;nnte diese Entscheidung aufgrund von sehr bedeutenden politischen Ver&auml;nderungen und Wahlen leicht umgesto&szlig;en werden, und die Ukraine k&ouml;nnte wirklich in eine Situation des Beinahe-Bankrotts geraten.<\/p><p><strong>Eines der Ergebnisse des NATO-Gipfels in Washington war, neben der Best&auml;tigung der Fortsetzung des Krieges gegen Russland in der Ukraine, die Vereinbarung zwischen der US-Regierung und der deutschen Regierung &uuml;ber die erneute Stationierung von &bdquo;Tomahawk&ldquo;-Marschflugk&ouml;rpern und anderen US-Langstreckenwaffen in Deutschland. Bringt uns ein solches Abkommen noch n&auml;her an einen gro&szlig;en Krieg in Europa? Warum l&auml;sst sich Berlin darauf ein?<\/strong><\/p><p>Die auf dem NATO-Gipfel angek&uuml;ndigte Stationierung von Atomwaffen in Deutschland ist nicht neu. W&auml;hrend des Kalten Krieges waren wir daran gew&ouml;hnt, dass die USA an mindestens sechs Standorten in Europa Atomwaffen lagerten. Dieser Schritt kann als Antwort auf Moskaus Stationierung von zehn bis 20 taktischen Atomwaffen in Belarus gesehen werden, die sich vollst&auml;ndig unter russischer Kontrolle und Verwaltung befinden. Der derzeitige Bestand an Atomwaffen, 5.904 auf russischer und 5.632 auf US-amerikanischer Seite, deckt die beiden Gro&szlig;m&auml;chte vollst&auml;ndig ab und erm&ouml;glicht eine gegenseitige Vernichtung.<\/p><p>Diese Aktionen dienen eher dazu, dass eine Seite auf die bewaffnete Bedrohung und den Vorsto&szlig; der anderen Seite reagiert. Aus milit&auml;rischer Sicht sind sie nicht notwendig, da die NATO-Kr&auml;fte auf europ&auml;ischem Gebiet vom russischen Territorium aus bis nach Irland und Spanien erreichbar sind. Auch von US-amerikanischer Seite k&ouml;nnen die verschiedenen Flugzeugtr&auml;ger und Milit&auml;rflugzeuge ihre Ziele auf dem gesamten russischen Territorium erreichen.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240810-Resperger-IV-5.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240810-Resperger-IV-5.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Reichweite von Iskander- und Kalibr-Raketen<\/small><\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240810-Resperger-IV-6.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240810-Resperger-IV-6.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><strong>Der Krieg in der Ukraine wird von den westlichen L&auml;ndern genutzt, um ihre R&uuml;stung zu erh&ouml;hen. Begr&uuml;ndet wird dies mit der neuen &bdquo;russischen Bedrohung&ldquo; einschlie&szlig;lich der wiederholten Behauptung, Russland werde in einigen Jahren ein NATO-Land angreifen. In Deutschland wird bereits &uuml;ber die Wiedereinf&uuml;hrung der &bdquo;Wehrpflicht&ldquo; gesprochen. Ungarn ist ein Nachbarland der Ukraine. Wie beurteilen Sie die neue &bdquo;russische Bedrohung&ldquo;?<\/strong><\/p><p>F&uuml;r Ungarn ist die russische Bedrohung nicht neu, wir haben Russland immer als Gro&szlig;macht, als Atommacht betrachtet, aber da Ungarn von Energieimporten abh&auml;ngig ist &ndash; 70 bis 80 Prozent unserer Energie kommen von au&szlig;erhalb unserer Grenzen &ndash;, ist es au&szlig;erordentlich wichtig, wie wir zu Russland stehen. Ich halte die M&ouml;glichkeit, dass Russland die NATO im Jahr 2026 angreifen k&ouml;nnte, nicht f&uuml;r realistisch, und auch das Datum 2029 ist blo&szlig; eine Art Vorhersage, dass Russland bis dahin auf eine Operation gegen die NATO vorbereitet sein wird.<\/p><p>Wir sehen, dass Russland mit konventionellen Waffen an einer 1.500 Kilometer langen Frontlinie in der Ukraine k&auml;mpft und nur sehr langsam seinen Zielen n&auml;herkommt. Gegen die NATO m&uuml;sste es an einer Land- und Seegrenze von bis zu 7.000 Kilometern antreten. Kommt es zu einem Konflikt mit der NATO, so ist diese in Bezug auf Personal und Kampfflugzeuge f&uuml;nfmal und in Bezug auf Flugzeugtr&auml;ger 17-mal &uuml;berlegen. Russland ist eindeutig nur in der Lage, die NATO mit Atomwaffen anzugreifen, aber das halte ich nicht f&uuml;r ein realistisches Szenario, da sich die Parteien gegenseitig vernichten w&uuml;rden.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240810-Resperger-IV-7.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240810-Resperger-IV-7.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Der russische Krieg in der Ukraine hat in Europa, das seit Langem an Frieden gew&ouml;hnt ist, eine Art Konfrontation mit regul&auml;ren und irregul&auml;ren Streitkr&auml;ften ausgel&ouml;st. Doch nur sehr wenige Menschen melden sich als Reservisten. Ich glaube, dass nur Norwegen bei der Ausbildung von Reservisten erfolgreich war. Die Frage der Wiedereinf&uuml;hrung der Wehrpflicht f&uuml;r M&auml;nner und Frauen in Deutschland hat ein sehr starkes politisches Echo hervorgerufen, und alle L&auml;nder haben dar&uuml;ber nachgedacht, wie sie eine gr&ouml;&szlig;ere Armee aufrechterhalten k&ouml;nnen, w&auml;hrend sie zwei Prozent des BIP f&uuml;r die Armee ausgeben m&uuml;ssen. Einigen Wirtschaftsanalysten zufolge k&ouml;nnte die Einf&uuml;hrung der Wehrpflicht in Deutschland 60 Milliarden Euro kosten.<\/p><p>Meiner Meinung nach sollten die Regierungen um die Jahre 2030\/2032 dar&uuml;ber nachdenken, dass viel mehr Menschen aus der Armee ausscheiden, als in die europ&auml;ischen Streitkr&auml;fte eintreten werden. Daf&uuml;r brauchen wir eine L&ouml;sung. Die k&ouml;nnte ein Milizsystem nach Schweizer oder israelischem Vorbild sein. Das Schweizer Milizsystem sieht eine kleine Berufstruppe von etwa 20.000 Soldaten vor, aber 170.000 Reservesoldaten, die einen F&uuml;nf-Wochen-Dienst pro Jahr leisten. Frauen k&ouml;nnen nur als Freiwillige dienen. Das israelische System basiert auf 170.000 Soldaten und 460.000 Reservisten. Alle Mitglieder der Gesellschaft, einschlie&szlig;lich der Frauen, sind wehrpflichtig, alle k&ouml;nnen einberufen werden.<\/p><p>Unter Ber&uuml;cksichtigung der Erfahrungen und Traditionen der Nationen k&ouml;nnen wir beispielsweise das Reservesystem f&uuml;r unser Land entwickeln.<\/p><p><strong>Zumindest f&uuml;r die ungarische Regierung ist Russland kein feindliches Land, aber das Zwei-Prozent-Ziel der NATO gilt auch f&uuml;r Ungarn. Gegen wen wappnet sich Ungarn, und was rechtfertigt es, so viel Geld f&uuml;r das Milit&auml;r auszugeben, w&auml;hrend die Lebenshaltungskosten der Bev&ouml;lkerung massiv steigen?<\/strong><\/p><p>Bei der derzeitigen Wirtschaftslage und trotz der sehr hohen ungarischen Inflation hat Ungarn das NATO-Ziel erreicht, derzeit gibt es 2,34 Prozent des BIP f&uuml;r die Verteidigung aus. Ungarn beschloss 2016, sich neu zu bewaffnen, und t&auml;tigte die gr&ouml;&szlig;ten K&auml;ufe von technischem Ger&auml;t, haupts&auml;chlich in Deutschland (Leopard 2 A7Hu, LYNX, Panzerhaubitze 2000, Hubschrauber H-145 und H-225).<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240810-Resperger-IV-8.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240810-Resperger-IV-8.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Ungarn antwortete auf die Herausforderungen in Bezug auf die Migration als auch die Bew&auml;ltigung einer humanit&auml;ren Massenkrankheit (Covid-19) aufgrund seiner besonderen geopolitischen Lage. Da sich Ungarn im &ouml;stlichen Teil der NATO befindet, muss es auf Herausforderungen aus dem Osten und S&uuml;dosten reagieren. Die Lage auf dem Balkan ist noch nicht stabil, und deshalb ist es wichtig, &uuml;ber Streitkr&auml;fte zu verf&uuml;gen, die auf m&ouml;gliche milit&auml;rische Bedrohungen reagieren k&ouml;nnen. Die andere Richtung ist die Ukraine, denn in der Ukraine herrscht Krieg, und Ungarn muss auch den Grenzabschnitt dort verst&auml;rken.<\/p><p>Dar&uuml;ber hinaus unterst&uuml;tzt das Milit&auml;r st&auml;ndig Fl&uuml;chtlinge aus der Ukraine bei ihrem Transport und ihrer m&ouml;glichen Weiterreise nach Europa.<\/p><p><strong>Es gibt eine Debatte, und die Experten sind sich uneins dar&uuml;ber, ob der dritte Weltkrieg kurz vor dem Ausbruch steht oder bereits begonnen hat. Eines ist sicher: Der Wirtschaftskrieg hat bereits begonnen. Welche Rolle spielt Ungarn in diesem Krieg? Wo verliert es und wo gewinnt es im Wirtschaftskrieg? Was hat sich f&uuml;r Ungarn in dieser Hinsicht seit dem 24. Februar 2022 ge&auml;ndert?<\/strong><\/p><p>Ich denke, dass der Weltkrieg noch nicht begonnen hat, aber es gibt Anzeichen daf&uuml;r. Aber da die gro&szlig;en globalen Akteure wie China nicht an einem bewaffneten Konflikt in der Welt interessiert sind, sondern den &bdquo;One Belt, One Road&ldquo;-Plan (das Projekt der Neuen Seidenstra&szlig;e) umsetzen wollen, wollen sie die Spannungen nicht eskalieren lassen. F&uuml;r Ungarn ist das gr&ouml;&szlig;te Problem die extrem hohe Inflation, die Verarmung, die Abwanderung aus Ungarn in die reicheren westeurop&auml;ischen L&auml;nder. Es stehen viel weniger Arbeitskr&auml;fte zur Verf&uuml;gung, die Besch&auml;ftigungsquote in Ungarn hat ein noch nie dagewesenes Ausma&szlig; erreicht. Deshalb ist es &auml;u&szlig;erst schwierig, qualifizierte Arbeitskr&auml;fte f&uuml;r verschiedene T&auml;tigkeiten zu finden, so auch in der R&uuml;stungsindustrie, in unseren R&uuml;stungsbetrieben.<\/p><p>Aus der Sicht der Weltwirtschaft haben die R&uuml;stungsunternehmen bis 2040 die gr&ouml;&szlig;te Chance, ihre Gewinne zu steigern, und deshalb halten sie an dem Narrativ &bdquo;Russland zieht in den Krieg&ldquo; fest. Ich denke, dass die russische Seite bereits erkannt hat, dass sie nicht alle ihre Ziele auf dem Territorium der Ukraine erreichen kann. Auch Moskau wird einen gerechten und dauerhaften Frieden anstreben, vor allem, wenn die Zivilbev&ouml;lkerung in der Ukraine und in Russland die Bedingungen akzeptiert, auf die sich die beiden Seiten einigen. Es reicht n&auml;mlich nicht aus, dass die Gro&szlig;m&auml;chte ein bestimmtes Ziel und einen bestimmten Ansatz verfolgen, um Frieden zu erreichen. In diesem Zusammenhang muss ich den Balkan erw&auml;hnen, wo es in Kosovo und in Bosnien und Herzegowina in dem von einer externen Macht auferlegten Frieden anhaltende Spannungen gibt.<\/p><p><strong>In dem Interview im Dezember sagten Sie, dass &bdquo;Ungarn grunds&auml;tzlich keine Waffen in Krisengebiete liefert, weil dies nicht zur L&ouml;sung des Problems beitr&auml;gt&ldquo;. Die NATO-L&auml;nder tun dies jedoch und versichern der Ukraine, dass sie dies so lange wie n&ouml;tig tun werden. Was halten Sie von dieser Haltung? Warum tut der globale Westen dies?<\/strong><\/p><p>Ich bleibe bei meiner Aussage, dass Ungarn grunds&auml;tzlich keine Waffen in Krisengebiete liefert, da dies nicht zur L&ouml;sung des Problems beitr&auml;gt. Ich halte die &bdquo;Unterst&uuml;tzung&ldquo; der westlichen L&auml;nder f&uuml;r heuchlerisch, da sie der Ukraine lediglich zehn Prozent ihrer Waffen zur Verf&uuml;gung gestellt haben, und zwar nicht einmal die modernsten (T-72, BMP, MIG-29). Ich bleibe dabei, dass der Krieg ein guter Schauplatz ist, um Waffen zu testen und die Ukraine mit gen&uuml;gend Waffen zu versorgen, damit sie diesen Krieg nicht schnell und besch&auml;mend verliert. Aber sie haben nie genug geliefert, um einen bedeutenden Erfolg zu erzielen. Die Gr&uuml;nde daf&uuml;r sind Personalmangel, die riesige Fl&auml;che des Landes, die geringe Anzahl der verf&uuml;gbaren Luftabwehrkr&auml;fte. Mittlerweile ist es offensichtlich, dass 30 Prozent der ukrainischen Gesellschaft Territorium f&uuml;r den Frieden hergeben w&uuml;rden.<\/p><p><strong>Die Ukraine droht Ungarn mit einer &Ouml;lblockade, die eine Energiekrise ausl&ouml;sen k&ouml;nnte. Ungarn kauft weiterhin russisches &Ouml;l und Gas, w&auml;hrend Europa versucht, sich von russischer Energie unabh&auml;ngig zu machen. Wie gro&szlig; ist diese Abh&auml;ngigkeit wirklich? Sind Sie mehr &uuml;ber die Abh&auml;ngigkeit von Russland oder von der Ukraine besorgt?<\/strong><\/p><p>Die besondere geopolitische Lage Ungarns und die Tatsache, dass das Land keine K&uuml;ste hat, bedeuten, dass es &Ouml;l und Gas nur auf dem Landweg beziehen kann. Einer der gr&ouml;&szlig;ten Lieferanten ist Russland, allerdings &uuml;ber die Ukraine. Nun erpresst die Ukraine, die von Ungarn keine t&ouml;dlichen Waffen erhalten hat, die ungarische Regierung, indem sie ihr den &Ouml;lhahn zudreht. Ich finde das unhaltbar, denn Ungarn hilft der Ukraine auch auf andere Weise, nur um ein Beispiel zu nennen: 42 Prozent des ukrainischen Energiebedarfs kommen in Form von Strom aus Ungarn.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240810-Resperger-IV-9.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240810-Resperger-IV-9.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Aber die Slowakei befindet sich in der gleichen Situation, sie ist ebenfalls ein Binnenland und importiert ebenfalls &Ouml;l und Erdgas aus Russland. Sowohl f&uuml;r die Europ&auml;ische Union als auch f&uuml;r die NATO ist es unverzeihlich, dass die Ukraine ihre eigenen Lieferanten und Verb&uuml;ndeten in diese Situation bringt, da die Slowakei ebenfalls zw&ouml;lf Prozent des Stroms liefert, den die Ukraine zum &Uuml;berleben braucht.<\/p><p>Abgesehen von den aktuellen Ereignissen sucht Ungarn nach alternativen Richtungen und Routen, und wir k&ouml;nnen auch eine solche M&ouml;glichkeit bieten, Gas und &Ouml;l &uuml;ber die Adria-Pipeline &uuml;ber das Meer durch Kroatien zu transportieren. Diese Pipeline hat nicht die Kapazit&auml;t, um Ungarn vollst&auml;ndig zu versorgen, daher werden wir weiter daran arbeiten, wie wir das Problem der drohenden Energieknappheit l&ouml;sen k&ouml;nnen.<\/p><p><strong>Einige Leute machen sich Sorgen um Ungarn, und es gibt Ger&uuml;chte &uuml;ber eine &bdquo;farbige Revolution&ldquo;. Sie sind ein Experte f&uuml;r Milit&auml;r und Sicherheit. Wie sch&auml;tzen Sie die Bedrohungslage ein? Ist das Land darauf vorbereitet?<\/strong><\/p><p>Als Milit&auml;rexperte sehe ich diese &bdquo;farbige Revolution&ldquo; nicht. Was f&uuml;r eine Situation sich bei den politischen Wahlen entwickeln wird, wird sich noch zeigen &ndash; die n&auml;chsten Wahlen werden 2026 sein. Wir sind darauf vorbereitet, dass hybride Kriegsf&uuml;hrung, wirtschaftliche, politische, diplomatische, milit&auml;rische und Cyber-Aktionen die Sicherheit Ungarns insbesondere aus dem Osten bedrohen k&ouml;nnen. Die Tatsache, dass Ungarn einen Streit mit der Europ&auml;ischen Union oder mit bestimmten Ambitionen der Vereinigten Staaten von Amerika hat, ist etwas, was wir als verb&uuml;ndetes Land politisch regeln k&ouml;nnen. Aber die gr&ouml;&szlig;ere Bedrohung f&uuml;r Ungarn ist meiner Meinung nach auf l&auml;ngere Sicht die hybride Kriegsf&uuml;hrung aus dem Osten.<\/p><p><strong>Was die ungarische Armee angeht: Wie sieht es mit den Verteidigungsf&auml;higkeiten des Landes aus? Ungarn ist in vielerlei Hinsicht ein einsamer Wolf in der EU. Vor allem aber ist es bei der Verteidigung in hohem Ma&szlig;e von seinen NATO-Partnern abh&auml;ngig. Was tut sich in dieser Hinsicht?<\/strong><\/p><p>Seit 2016 baut Ungarn seine Streitkr&auml;fte kontinuierlich auf, r&uuml;stet sie mit modernen Waffen aus, hat inzwischen fast 16.000 Soldaten in der Reserve und will diese weiter ausbauen. Wir bereiten uns auf jeden Fall darauf vor, das Territorium, die politische Einheit und den Status quo des Landes zu verteidigen &ndash; nicht nur durch die NATO, sondern auch mit unseren eigenen Kr&auml;ften. Im Moment haben wir den politischen Willen zur Verteidigung, wir haben die wirtschaftliche Basis, das hei&szlig;t wir geben mehr als zwei Prozent f&uuml;r die Verteidigung aus, wir haben das Personal und wir haben das Verteidigungskonzept des Landes. Dies beruht darauf, dass wir das Territorium des Landes mit unseren eigenen Streitkr&auml;ften und dann zusammen mit anderen NATO-L&auml;ndern aufgrund des Artikels 5, wenn n&ouml;tig, verteidigen werden.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240810-Resperger-IV-10.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240810-Resperger-IV-10.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><strong>Was erwarten Sie von den US-Wahlen f&uuml;r Ungarn, die Ukraine und Russland?<\/strong><\/p><p>Ich pers&ouml;nlich und auch Ungarn erwarten von den Pr&auml;sidentschaftswahlen, dass es einen US-Pr&auml;sidenten geben wird, der die Ukraine und Russland kurzfristig an den Verhandlungstisch bringen, eine Friedensphase herbeif&uuml;hren und den Wiederaufbau der Ukraine beginnen kann. Die Weltbank sch&auml;tzt, dass der Wiederaufbau der Ukraine 411 Milliarden US-Dollar kosten wird, wovon allein etwa 40 Milliarden US-Dollar auf die Minenr&auml;umung und die Munitionssammlung entfallen. Ich glaube, dass ein dauerhafter Frieden nur dann m&ouml;glich ist, wenn die Parteien die Garantie der Gro&szlig;m&auml;chte zur Erhaltung des Friedens akzeptieren und wenn sie die Bev&ouml;lkerung davon &uuml;berzeugen k&ouml;nnen, dass Frieden die beste L&ouml;sung ist.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240810-Resperger-IV-11.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240810-Resperger-IV-11.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240810-Resperger-IV-12.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240810-Resperger-IV-12.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Der britische Milit&auml;rhistoriker, Stratege und Autor zahlreicher B&uuml;cher B. H. Liddell Hart schrieb in seinem Buch &bdquo;Strategy&ldquo;, dass die oberste Strategie (Politik) nicht darauf ausgerichtet sein sollte, den Krieg zu gewinnen, sondern darauf, einen besseren Frieden zu schaffen. Das erwarten wir von allen unseren politischen und diplomatischen Partnern.<\/p><p><em>Die Grafiken sind von Prof. Dr. Istv&aacute;n Resperger.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: sunlight7\/shutterstock.com<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/af275c4abfea4e39a7a8280d75505281\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit dem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=108582\">Gespr&auml;ch der NachDenkSeiten<\/a> mit dem ungarischen Milit&auml;rexperten <strong>Istv&aacute;n Resperger<\/strong> im Dezember hat es einige wichtige Ereignisse gegeben wie Orb&aacute;ns Friedensmission und den NATO-Gipfel. Der Krieg in der Ukraine geht immer noch weiter, und die Gefahr seiner Eskalation scheint zu wachsen. Wir haben mit Oberst Resperger &uuml;ber die aktuelle Lage aus ungarischer Sicht<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=119403\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":119404,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,209,171],"tags":[2035,1519,3240,1754,466,670,1367,259,2620,260,668,2377,2474],"class_list":["post-119403","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-interviews","category-militaereinsaetzekriege","tag-abschreckungsstrategie","tag-atomwaffen","tag-diplomatische-verhandlungen","tag-energieversorgung","tag-nato","tag-orban-viktor","tag-ruestungsausgaben","tag-russland","tag-selenskyj-wolodymyr","tag-ukraine","tag-ungarn","tag-waffenlieferungen","tag-wiederaufbau"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/240809_ungarn.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/119403","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=119403"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/119403\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":119508,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/119403\/revisions\/119508"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/119404"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=119403"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=119403"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=119403"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}