{"id":119440,"date":"2024-08-11T12:00:10","date_gmt":"2024-08-11T10:00:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=119440"},"modified":"2024-08-09T20:45:16","modified_gmt":"2024-08-09T18:45:16","slug":"druck-auf-us-regierung-nimmt-zu-kuba-soll-von-terror-liste-gestrichen-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=119440","title":{"rendered":"Druck auf US-Regierung nimmt zu: Kuba soll von Terror-Liste gestrichen werden"},"content":{"rendered":"<p><strong>Expertengruppe der Vereinten Nationen, 123 L&auml;nder des UN-Menschenrechtsrates sowie Abgeordnete der Demokraten fordern Biden zum Handeln auf. <\/strong>Eine Arbeitsgruppe unabh&auml;ngiger internationaler Expertinnen und Experten des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen hat die US-Regierung&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.ohchr.org\/en\/press-releases\/2024\/07\/united-states-experts-call-removal-cuba-states-sponsors-terrorism-list-and\">aufgefordert<\/a>, Kuba von seiner Liste der staatlichen Sponsoren des Terrorismus (SSOT) zu streichen. Das sei angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen und humanit&auml;ren Herausforderungen, mit denen das Land konfrontiert ist, dringend erforderlich. Von <strong>Edgar G&ouml;ll.<\/strong><br>\n<!--more--><br>\nIn ihrer Pressemitteilung hei&szlig;t es: &bdquo;Wir sind ernsthaft besorgt dar&uuml;ber, dass die US-Regierung Kuba seit 2021 erneut als staatlichen Sponsor des Terrorismus eingestuft hat.&rdquo; Die SSOT-Einstufung bringt zus&auml;tzlich zu der seit &uuml;ber 60 Jahren bestehenden US-Blockade eine Reihe wirtschaftlicher und finanzieller Beschr&auml;nkungen mit sich, die Kubas F&auml;higkeit beeintr&auml;chtigen, die Bed&uuml;rfnisse seiner Bev&ouml;lkerung zu befriedigen.<\/p><p>Die auch von anderen Gremien und Organisationen kritisierten Beschr&auml;nkungen betreffen die Ausweitung der von den USA verbotenen G&uuml;ter, die nicht nach Kuba geliefert werden d&uuml;rfen, und den aktiven Widerstand der USA gegen die Gew&auml;hrung von Krediten durch internationale Finanzinstitutionen an Kuba.<\/p><p>L&auml;ndern, die Kuba unterst&uuml;tzen und sich nicht an die Vorgaben beim Austausch und Handel mit Kuba halten, droht die Unterbrechung der Kooperation mit den USA. Dies habe &bdquo;die Unsicherheit und Angst unter Staaten, Unternehmen und anderen Akteuren versch&auml;rft&rdquo;, hei&szlig;t es in der Erkl&auml;rung.<\/p><p>Laut dem Text haben die Zwangsma&szlig;nahmen infolge von SSOT die Herausforderungen, mit denen die kubanische Bev&ouml;lkerung in den letzten drei bis vier Jahren bereits konfrontiert war, deutlich versch&auml;rft. Zus&auml;tzlich h&auml;tten die Covid-19-Pandemie, die Naturkatastrophen und die wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklungen, die sich auf die globalen Lieferketten und die Rohstoff- und Energiepreise auswirken, weitere&nbsp;negative Folgen f&uuml;r die Situation in Kuba.<\/p><p>Von den versch&auml;rften US-Ma&szlig;nahmen betroffen seien die Versorgung Kubas, die humanit&auml;re Hilfe und Entwicklungshilfe sowie die Verf&uuml;gbarkeit von lebenswichtigen G&uuml;tern wie Nahrungsmittel und Medikamente. Die&nbsp;Treibstoffknappheit und Einfuhrbeschr&auml;nkungen f&uuml;r landwirtschaftliche Maschinen, chemische Erzeugnisse, Futtermittel und Ersatzteile seien zu einem gro&szlig;en Problem f&uuml;r die Ern&auml;hrungssicherheit geworden, so die Experten.<\/p><p>Der Bericht ist von Alena Douhan, Sonderberichterstatterin &uuml;ber die negativen Auswirkungen einseitiger Zwangsma&szlig;nahmen, Cecilia M. Bailliet, unabh&auml;ngige Expertin f&uuml;r Menschenrechte und internationale Solidarit&auml;t, und von George Katrougalos, unabh&auml;ngiger Experte f&uuml;r die F&ouml;rderung einer demokratischen und gerechten internationalen Ordnung,&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.granma.cu\/mundo\/2024-07-31\/un-kuba-ist-kein-sponsor-von-terroristen\">unterzeichnet<\/a>.<\/p><p>Abschlie&szlig;end erkl&auml;ren sie: &bdquo;Unter Hinweis auf alle UN-Resolutionen, in denen die negativen humanit&auml;ren Auswirkungen einseitiger Zwangsma&szlig;nahmen hervorgehoben werden, und auf Grundlage der breiten internationalen Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die Aufhebung des Kuba-Embargos fordern wir die US-Regierung nachdr&uuml;cklich auf, allen ihren internationalen Menschenrechtsverpflichtungen, auch extraterritorial, in vollem Umfang nachzukommen und unverz&uuml;glich Ma&szlig;nahmen zur Beendigung solcher Ma&szlig;nahmen zu ergreifen.&rdquo;<\/p><p>Die Sonderberichterstatter, unabh&auml;ngigen Experten und Arbeitsgruppen sind Teil der sogenannten Sonderverfahren des Menschenrechtsrats. &bdquo;Sonderverfahren&rdquo; ist die allgemeine Bezeichnung f&uuml;r die unabh&auml;ngigen Untersuchungs- und &Uuml;berwachungsmechanismen des Rates, die sich entweder mit spezifischen L&auml;ndersituationen oder mit thematischen Fragen in allen Teilen der Welt befassen.<\/p><p>Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen hat neben dem Bericht der Arbeitsgruppe eine von 123 L&auml;ndern unterzeichnete&nbsp;<a href=\"https:\/\/cubaminrex.cu\/en\/statement-123-countries-demanding-exclusion-cuba-unilateral-list-states-allegedly-sponsor-terrorism\">Erkl&auml;rung<\/a>&nbsp;ver&ouml;ffentlicht, in der die USA aufgefordert werden, Kuba von der SSOT-Liste zu streichen, weil dadurch die Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade noch verst&auml;rkt werde. Diese Liste versto&szlig;e zudem gegen die grundlegenden Prinzipien und zwingenden Normen des V&ouml;lkerrechts, einschlie&szlig;lich der internationalen Solidarit&auml;t. Das Verfahren, nach dem die Benennung erfolge, sei unklar und nicht transparent. &bdquo;Anstatt einseitige, v&ouml;lkerrechtswidrige Zwangsma&szlig;nahmen zu verh&auml;ngen, m&uuml;ssen wir die internationale Solidarit&auml;t und Zusammenarbeit f&ouml;rdern, um gemeinsame Herausforderungen zu bew&auml;ltigen, die Menschenrechte f&uuml;r alle zu f&ouml;rdern und zu sch&uuml;tzen und die Ziele der nachhaltigen Entwicklung zu erreichen&rdquo;, hei&szlig;t es abschlie&szlig;end.<\/p><p>Die US-Terror-Liste umfasst derzeit neben Kuba die Demokratische Volksrepublik Korea, Iran und Syrien.<\/p><p>Unterdessen&nbsp;<a href=\"https:\/\/casar.house.gov\/media\/press-releases\/news-46-congressional-democrats-call-administration-support-colombias-peace\">forderten 46 US-Kongressabgeordnete der Demokraten<\/a> die Regierung von Joe Biden und Kamala Harris auf, den kolumbianischen Friedensprozess zu unterst&uuml;tzen und in diesem Zusammenhang auch die von Donald Trump vorgenommene Einstufung Kubas als staatlicher Sponsor des Terrorismus r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen. Diese Ma&szlig;nahmen gegen Kuba seien wegen der Unterst&uuml;tzung des kolumbianischen Friedensprozesses verh&auml;ngt worden.<\/p><p>Kuba war ab 2012 Gastland und Garantiestaat der Friedensgespr&auml;che mit der Farc-Guerilla und ab Mai 2018 auch mit der Nationalen Befreiungsarmee (ELN). Der damalige Pr&auml;sident Kolumbiens Iv&aacute;n Duque forderte nach Abbruch der Verhandlungen mit der ELN im Jahr 2019 die Auslieferung ihrer Delegierten. Die kubanische Regierung verweigerte dies und erkl&auml;rte, sie halte die unterzeichneten Protokolle &uuml;ber den Friedensdialog strikt ein, die vorsahen, dass im Falle eines Abbruchs der Gespr&auml;che den ELN-Delegierten Aufschub zur Ausreise und R&uuml;ckkehr zu ihren Einheiten garantiert wird.<\/p><p>Trump hatte dies in seiner letzten Amtswoche zum Anlass genommen, Kuba erneut auf die Terrorliste zu setzen. Sein Au&szlig;enminister Mike Pompeo erkl&auml;rte damals, Havanna habe &bdquo;wiederholt Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Akte des internationalen Terrorismus geleistet, indem es Terroristen einen sicheren Hafen gew&auml;hrt&rdquo;. Er f&uuml;hrte die Anwesenheit von Mitgliedern der kolumbianischen ELN-Guerilla auf der Karibikinsel an. Die kubanische Regierung verweigere zudem die Auslieferung von mindestens zwei Mitgliedern der US-amerikanischen Schwarzen Befreiungsbewegung: Joanne Chesimard (73), die international als Assata Shakur bekannt ist, und Charles Lee &bdquo;Charlie&rdquo; Hill (71). Beide werden seit Anfang der 1970er-Jahre vom FBI gesucht.<\/p><p>Die neue kolumbianische Regierung von Gustavo Petro hat die Friedensverhandlungen mit der ELN wieder aufgenommen und die Auslieferungsgesuche zur&uuml;ckgezogen. Kuba geh&ouml;rt erneut zu den Garantiestaaten.<\/p><p>Mit der Initiative der Kongressabgeordneten steigt nun der Druck auf die voraussichtliche Pr&auml;sidentschaftskandidatin der Demokratischen Partei Harris, sich hier kontrastierend zu ihrem extrem kubafeindlichen Gegenkandidaten Trump zu positionieren.<\/p><p><small>Titelbild: Progressive International\/shutterstock.com<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Expertengruppe der Vereinten Nationen, 123 L&auml;nder des UN-Menschenrechtsrates sowie Abgeordnete der Demokraten fordern Biden zum Handeln auf. <\/strong>Eine Arbeitsgruppe unabh&auml;ngiger internationaler Expertinnen und Experten des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen hat die US-Regierung&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.ohchr.org\/en\/press-releases\/2024\/07\/united-states-experts-call-removal-cuba-states-sponsors-terrorism-list-and\">aufgefordert<\/a>, Kuba von seiner Liste der staatlichen Sponsoren des Terrorismus (SSOT) zu streichen. 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