{"id":1195,"date":"2006-04-13T14:00:27","date_gmt":"2006-04-13T12:00:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=1195"},"modified":"2016-02-11T12:42:10","modified_gmt":"2016-02-11T11:42:10","slug":"transkript-der-beckmann-sendung-mit-blum-und-nina-ruge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1195","title":{"rendered":"Transkript der Beckmann Sendung mit Bl\u00fcm und Nina Ruge"},"content":{"rendered":"<p>Unsere Bitte, die Sendung abzuschreiben, hat sehr freundliche Reaktionen ausgel&ouml;st. Herzlichen Dank allen f&uuml;r das Angebot und jenen besonders, die sich gleich an die Arbeit gemacht haben. Die Abschrift des Gespr&auml;chs folgt unten. Nachlesen lohnt sich. Hier wird eine Sendung f&uuml;r Stimmungsmache zu Gunsten jener privaten Interessen benutzt, f&uuml;r die Beckmann und Nina Ruge als Testimonial engagiert sind bzw. waren. Siehe Tagebucheintrag vom 11.4. Es ist interessant zu sehen, wie gl&auml;ubig oder eben interessengeleitet Beckmann und auch Nina Ruge die herrschenden Glaubenss&auml;tze nachbeten. Die ARD sollte ihren Moderatoren eine Pflicht-Fortbildung in &Ouml;konomie verschreiben.<br>\nVorher noch ein Hinweis auf einen anderen <a href=\"http:\/\/www.medienhandbuch.de\/prchannel\/details.php?callback=index&amp;id=7251\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.medienhandbuch.de\/prchannel\/details.php?callback=index&amp;id=7251\">Link zu einem Beitrag eines Medienhandbuchs<\/a>, der treffend mit der folgenden &Uuml;berschrift versehen ist:<br>\n<!--more--><br>\n<strong>&bdquo;Reinhold Beckmann wird Versicherungsvertreter&ldquo;:<\/strong><\/p><p><strong>Transkript: Interview Beckmann (Be) mit Norbert Bl&uuml;m (Bl). Ko-Moderatorin (??) Nina Ruge (Ru).<\/strong><br>\nWeitere G&auml;ste: Karl Moik, Andr&eacute; Rieux.<br>\nARD, 20. M&auml;rz 2006, 22.45 Uhr.<\/p><p>Bitte beachten: die Abschrift ist nicht autorisiert von der ARD, entspricht jedoch der Sendung: <\/p><p><strong>Be:<\/strong> &hellip;dass er heute hier ist. Dr. Norbert Bl&uuml;m.<br>\n<strong>Bl:<\/strong> Vorsicht, ich bin auf dem Kriegspfad.<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  Ja, ich merke das. Das Gift, das Adrenalin, schie&szlig;t nur so &lsquo;r&uuml;ber.<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Von wegen, sechzehn Jahre gepennt&hellip;<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  Er legt schon gleich los. Noch keine Frage gestellt&hellip;<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Ah, das kann ja nur jemand&hellip; das ist das Papageien-Syndrom. Einer sagt&rsquo;s, und alle reden&rsquo;s nach, nicht wahr?<br>\n<strong>Be:<\/strong>  Bisher hab&rsquo; ich noch gar nichts gesagt.<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Ja, Sie haben&rsquo;s ja zitiert. Sie haben ja nur Bild-Zeitung, t&auml;glich. K&ouml;nnen die Rentner richtig&hellip;<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  Die Bild-Zeitung lieben Sie inzwischen ganz besonders, ja? Was ist denn da los? Ich mein&rsquo;, das sind ja Ihre Freunde fr&uuml;her gewesen!<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Ja, f&uuml;r mich ist das nicht&hellip; das ist nicht das Blatt des &ldquo;Kleinen Mannes&rdquo;, sondern das Organ des gro&szlig;en Geldes, um es gleich mal grob zu sagen.<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  Warum denn das?<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Na, bleiben wir erst mal&hellip; nicht so viel durcheinander.<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  O.k. Also kommen wir zur Bild-Zeitung sp&auml;ter. Geben wir noch mal das Foto, das wir eben gesehen haben. [Bl&uuml;m vor 20 Jahren an der Litfa&szlig;-S&auml;ule beim Kleben eines Plakats:&rdquo;Die Renten sind sicher&rdquo;].<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Gehn wir erst mal&hellip; die erste Behauptung&hellip; <\/p><p><strong>Be:<\/strong>  [unterbricht] Moment, darf ich eine Frage stellen? Dieses Foto ist zwanzig Jahre alt, aber jetzt wieder in allen Zeitungen nat&uuml;rlich zu finden, denn eins ist &ldquo;sischer&rdquo;, wie Sie damals gesagt haben &ndash; die Rente. Dieser Satz gilt heute fast als Inbegriff der Volkst&auml;uschung. W&uuml;rden Sie ihn heute noch mal so sagen, oder tut er Ihnen leid?<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Das ist das&hellip; ich will ihn so sagen, wie ich ihn damals auch gesagt ha<strong>Be:<\/strong> Es gibt nichts Sichereres als unser Rentensystem. Allerdings hab&rsquo; ich keine Riester-Rente gemacht, die die Sache verunsichert hat, ich habe auch nicht die R&uuml;cklage zur&uuml;ck genommen auf ein F&uuml;nftel der Monatsausgabe, das ist&hellip; wenn Sie das Thermostat falsch einstellen &ndash; zu niedrig einstellen &ndash; dann wird&rsquo;s im Zimmer kalt; da ist aber die Heizung nicht dran schuld, sondern das Thermostat. Und wenn man sagt, die Rentenbeitr&auml;ge d&uuml;rfen nie h&ouml;her sein wie zwanzig Prozent, dann st&uuml;rzen die Renten ab, und was soll denn die L&ouml;sung sein? Die L&ouml;sung soll sein: Versichert euch privat. Da bin ich auch daf&uuml;r. Nur, die Privatversicherung kann die Rentenversicherung nicht ersetzen, das&hellip;<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  [unterbricht] Gehen wir St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck durch, damit der Zuschauer es auch versteht. Wir haben eine ver&auml;nderte Situation. [betont langsam und untermalt mit weit ausholender Gestik] Also, alle fragen sich, warum wussten unsere Politiker damals nicht, dass die Demographie eine andere sein wird, also die &Uuml;beralterung der Gesellschaft, der Geburtenr&uuml;ckgang aufgrund der Babypille, und alles, was dazu kam. Die Politiker h&auml;tten doch wissen m&uuml;ssen, dass es demographisch darauf hinaus l&auml;uft, dass die Renten irgendwann nicht mehr finanzierbar sind. Was sagen Sie dazu?<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Ja, bleiben wir bei dem Thema. Ich war kaum im Amt, als ich bereits reagiert habe. Die Marktpl&auml;tze waren voll mit Demonstranten, wir haben den Krankenversicherungsbeitrag der Rentner eingef&uuml;hrt, wir haben die nettolohnbezogene Rente, das war die erste demographische Antwort, Herr Beckmann, falls es Ihnen entgangen ist.<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  Ich h&ouml;re Ihnen weiter sehr gern zu&hellip;<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Ich bitte: Ganz langsam zum Mitschreiben. Die Netto&hellip; umk&auml;mpfte Nettolohnrente funktioniert so: Wenn der Beitrag der Jungen steigt, dann sinkt die Rentenanpassung. Das ist ein&hellip; auch eine demographische Antwort. Wenn aus demographischen Gr&uuml;nden der Beitrag steigt &ndash; aus Gr&uuml;nden auch der Arbeitslosigkeit &ndash; dann k&ouml;nnen die Rentner nicht mehr die gleichen Rentenerh&ouml;hungen haben wie fr&uuml;her. Wir haben die beitragsfreie Zeit reduziert, wir haben eine demographische Formel eingef&uuml;hrt, und, Herr Beckmann, selbst wenn die doppelte Anzahl von Kindern geboren wird, Sie und ich, wir w&uuml;nschen uns das alle [l&auml;chelt]&hellip; ich finde eine Gesellschaft mit Kindern viel sch&ouml;ner, nicht nur aus Rentengr&uuml;nden. [laut] Selbst wenn die doppelte Anzahl von Kindern geboren wird, die Kinder aber keine Arbeit h&auml;tten, w&auml;re gar nichts gewonnen. Wenn Kinderzahl die Rente retten w&uuml;rde, m&uuml;ssten sie in Indien eine hervorragende Alterssicherung haben. Afrika m&uuml;sste ja eine gl&auml;nzende Rentenversicherung haben&hellip;<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  [unterbricht] Sie m&uuml;ssten Arbeit haben&hellip;<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Also ist das das Hauptthema. Und was&hellip;<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  [Einwurf] Beides.<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Und was gibt die Privatversicherung da f&uuml;r eine Antwort? Die soll ja der Retter sein. H&ouml;ren Sie mal, die hat f&uuml;r den Arbeitslosen &uuml;berhaupt nix. Der hat n&auml;mlich keinen Beitrag. Der geht leer aus. F&uuml;r den Erwerbsunf&auml;higen, der mit drei&szlig;ig Jahren erwerbsunf&auml;hig wird, der schaut in die R&ouml;hre, bei der Privatversicherung. In der Rentenversicherung wird er behandelt, als h&auml;tte er weiter Beitrag gezahlt. Ich sage nicht, dass Privatversicherung als Erg&auml;nzung [l&auml;sst ein zweites &ldquo;nicht&rdquo; aus] gut w&auml;re. Aber ersetzen kann sie unsere Rentenversicherung nicht, und ich behaupte, dass die Rentenversicherung deshalb so madig gemacht wird, damit das Geld in der Kasse der Privatversicherung besser klingelt. Allianz ist der Gewinner der Bild-Kampagne. Und die Bild arbeitet ja auch mit Allianz zusammen&hellip;<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  [unterbricht] Das hei&szlig;t, Sie sprechen in jedem Fall von einer Kampagne.<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Von einer Kampagne.<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  Die gestartet wird, um die Privatversicherung auf die Art und Weise zu f&ouml;rdern&hellip;<br>\n<strong>Bl:<\/strong>  [Einwurf] Durchgehend. Je mehr ihr die Rentenversicherung kaputt redet&hellip; wir sind ja insoweit&hellip; die wissen ja gar nicht, was die anrichten, die wissen gar nicht&hellip; jetzt&hellip; ja, mal langsam!<br>\n<strong>Be:<\/strong>  [versucht zu unterbrechen]<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Die wissen ja gar nicht, was sie anrichten. Das bringt mich deshalb so hoch: Ich kenne n&auml;mlich viele &auml;ltere Leute, die meinen, morgen wird die Rente nicht mehr bezahlt, die meinen, die w&auml;r&rsquo; zahlungsunf&auml;hig&hellip;<br>\n<strong>Be:<\/strong>  [Einwurf] V&ouml;llig gro&szlig;e Verunsicherung&hellip;<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  &hellip; und ich war ja &lsquo;neunundachtzig, ich war ja &lsquo;neunzig, als auch diese Plakate, auf die Sie sich berufen&hellip; ich war in der damals, der endenden DDR. Wissen Sie, was die Hauptsorge der &auml;lteren Generation war? Dass sie noch eine Rente bekommt. Die sind vom Adolf betrogen worden, vom Honecker, und jetzt haben die Angst gehabt, dass sie in dem vereinten Deutschland keine Rente mehr bekommen. Um auch denen Vertrauenswerbung zu machen, ohne, dass ich die Probleme wegrede &hellip; rede ich nicht weg&hellip;<br>\n<strong>Be:<\/strong>  Dann lassen Sie uns mal anfangen, &uuml;ber die Probleme zu reden.<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  [Einwurf] Bitte.<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  Herr Doktor Bl&uuml;m, Nullrunden seit 2004, die Nullrunden h&ouml;ren nicht auf. Die Inflation w&auml;chst und w&auml;chst. Also: K&ouml;nnen Sie verstehen, dass die Rentner nat&uuml;rlich verunsichert sind, dass sie Angst haben, dass die Rente nicht mehr so stabil ist, wie sie mal war?<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Ja, und wenn das so stimmt, unser System, wie es angelegt ist, dass Jung und Alt in einem Boot sitzen: Wenn die L&ouml;hne nicht steigen, dann steigen die Renten auch nicht. Nur &ndash; so, wie es die Bild-Zeitung gemacht hat, bleiben wir bei der. Die hat gerechnet, f&uuml;r die n&auml;chsten drei&szlig;ig Jahre&hellip;<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  [unterbricht] Nee, ich m&ouml;chte, dass&hellip;<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  [ungehalten] Ja, doch!&hellip;<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  &hellip; Sie auf meine Frage antworten, und nicht irgendwie die Bild-Zeitung &ndash; die legen wir jetzt erst mal beiseite..<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  [unterbricht] Ja, doch, das ist&hellip; woll&rsquo;n wir jetzt mal Aufkl&auml;rung betreiben, wo soll ich das denn sonst machen? &ndash; Zwei Prozent Preissteigerung rechnen die den Leuten vor. Drei&szlig;ig Jahre, jedes Jahr zwei Prozent. Und gleichzeitig ein Prozent [Steigerung der] L&ouml;hne. Wenn das eintritt, dass die L&ouml;hne ein Prozent steigen und die realen Einkommen sinken, weil die Preise h&ouml;her [steigen]. Dann wird&hellip;<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  [unterbricht] Wem erz&auml;hlen Sie das?<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Ja, ich sch&auml;tze jetzt, allen. Das kann man gar nicht genug erz&auml;hlen. Dann ist nicht nur die Rente gef&auml;hrdet, dann ist die Bild-Zeitung auch gef&auml;hrdet. Dann gibt&rsquo;s n&auml;mlich niemanden mehr, der die Bild-Zeitung kaufen kann.<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  [unterbricht] Herr&hellip; also&hellip; jetzt m&uuml;ssen wir erst mal eins klarstellen&hellip; Herr Doktor Bl&uuml;m, es ist doch nicht nur die Bild-Zeitung, es ist eine Sorge, die sich bei allen breit macht&hellip;<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  [Einw&uuml;rfe] Sp&auml;ter &hellip; Jawohl &hellip; Richtig &hellip; Ich versteh&rsquo; die Sorgen.<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  Ich wei&szlig;, Sie haben jetzt Ihr pers&ouml;nliches Feindbild mit der Bild-Zeitung gefunden&hellip;<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  [Einwurf] Nein, gar nicht!<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  &hellip;lasst uns bitte allgemein dar&uuml;ber reden &ndash; es ist doch ein Gef&uuml;hl, das &uuml;berall zu sp&uuml;ren ist. Und aufgrund der demographischen Entwicklung, die Frank Schirrmacher vor anderthalb, zwei Jahren beschrieben hat in seinem Buch:&rdquo;Das Methusalem-Komplott&rdquo;, ist es ja beschrieben, dass die Rente in der Form nicht mehr finanzierbar ist, weil [weit ausholendes Gestikulieren] durch die &Uuml;beralterung der Gesellschaft oben ganz, ganz Viele sind und unten ganz, ganz Wenige, die das finanzieren k&ouml;nnen. Glauben Sie noch weiter, dass das finanzierbar ist?<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Und sagen Sie mir, welches System anstelle unserer Rentenversicherung das&hellip;<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  [unterbricht] Das war nicht die Frage.<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Doch. Es ist ja nicht damit zu tun, zu sagen, ja, ja, die Rente kann&rsquo;s nicht zahlen &ndash; wer soll&rsquo;s denn zahlen? Die Privatversicherung ist genau so abh&auml;ngig von der demograph&hellip;<\/p><p><strong>Ru:<\/strong>  [unterbricht] Aber das w&uuml;rd&rsquo; mich jetzt echt interessieren, die Antwort auf seine Frage. Glauben Sie tats&auml;chlich, dass das finanzierbar ist, das System jetzt?<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Ja. Ja&hellip;<\/p><p><strong>Ru:<\/strong>  [dreht sich zu Beckmann] Wie viel Milliarden hat der Bund jetzt schon letztes Jahr dazu geschossen?<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  Zugebuttert laufend in den letzten Jahren. jetzt verh&auml;lt sich der Beitrag von 19,4 auf 19,9&hellip;<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Das will ich auch Ihnen erkl&auml;ren. Dieser Bundeszuschuss ist Abgeltung der versicherungsfremden Leistungen. Die Rentenversicherung zahlt n&auml;mlich Leistung, die gar nicht ihr Aufgabengebiet ist. Insofern entgeltet der Bund&hellip;<\/p><p><strong>Ru:<\/strong>  [unterbricht] Fein, aber die Milliarde ist gezahlt worden. Und das wird jedes Jahr mehr. Ich bitte Sie, also so l&auml;sst sich alles locker finanzieren. Es ist nur&hellip; ich bin genau so neugierig wie Sie&hellip;<\/p><p><strong>Bl<\/strong>,  <strong>Be:<\/strong> [Einw&uuml;rfe] Ja, Sie m&uuml;ssen doch&hellip; Ja, und wohin&hellip;<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  Herr Doktor Bl&uuml;m, wo soll das Geld herkommen? Es kann demographisch nicht funktionieren. Sollen die Beitr&auml;ge &uuml;ber zwanzig Prozent?<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  [Einw&uuml;rfe] Ja&hellip; Ja&hellip;<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  &Uuml;ber zwanzig Prozent?<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Ja, nat&uuml;rlich&hellip;<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  [aufgebracht] Warum denn das? Wer soll das alles bezahlen? Lohnnebenkosten schie&szlig;en wieder nach oben, macht die Arbeit in Deutschland unattraktiv wie sonstwas&hellip;<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  [unterbricht] Herr Beckmann&hellip; Herr Beck&hellip; Also es gibt keinen&hellip;<\/p><p><strong>Ru:<\/strong>  [unterbricht] Erz&auml;hlen Sie das mal den F&uuml;nfundzwanzigj&auml;hrigen&hellip;<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Ja, ich will&rsquo;s ja gerade sogar F&uuml;nfzigj&auml;hrigen erkl&auml;ren. Wenn Arbeitslosigkeit ist, dann gibt&rsquo;s kein System der Welt, das das in Null aufl&ouml;sen kann. Und so wird auch denen &ndash; wenn Sie sagen, zwanzig Prozent ist das H&ouml;chste, hei&szlig;t ja die Empfehlung &ndash; wenn du dann Renteneink&uuml;nfte brauchst, musst [du] dich privat zusatzversichern. [zu Ruge] Jetzt erz&auml;hlen Sie mir mal, wo die Verk&auml;uferin, mit tausend Euro vielleicht, wie die vier Prozent abzweigen kann. Die sagen dauernd, und das regt mich so auf, zwanzig Prozent ist das H&ouml;chste. Aber was man dann privat ersatzweise bezahlen soll, wird doch nicht vom lieben Gott bezahlt. Und das ist teurer als die Rentenversicherung. Denn f&uuml;nfundzwanzig Prozent, zwischen f&uuml;nfzehn und f&uuml;nfundzwanzig Prozent der Privatversicherung sind schon mal Verwaltungskosten. Bei der Rentenversicherung sind&rsquo;s eins komma f&uuml;nf. Sie m&uuml;ssen die ganzen Dr&uuml;ckerkompanien ja mitbezahlen. Sie m&uuml;ssen die Aktion&auml;re bezahlen. Und wenn&hellip; das ist ja vom Kapital abh&auml;ngig. Sehen Sie sich mal den internationalen Kapitalmarkt an. Auf dem deutschen Kapitalmarkt sind in achtzehn Monaten sechshundert Milliarden durch den Kamin gerauscht. Vernichtet. K&ouml;nnen Sie sich vorstellen, in der Rentenversicherung w&auml;ren sechshundert Millionen&hellip; sechshundert Milliarden, drei Jahresausgaben, vernichtet worden?<\/p><p><strong>Ru:<\/strong>  Schauen Sie sich doch einfach mal in den USA an, die gro&szlig;en Pensionsfonds&hellip;<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  [Einwurf] Sind alle am Wackeln.<\/p><p><strong>Ru:<\/strong>  &hellip; sind alle kapitalgest&uuml;tzt, sind &uuml;berhaupt nicht alle am Wackeln&hellip;<\/p><p><strong>Bl:<\/strong> Von hundert&hellip; Da hab&rsquo; ich Zahlen. [auf Geste von Ruge] Die sind schon verl&auml;sslich. Von hunderteinunddrei&szlig;igtausend Pensionsfonds der Vereinigten Staaten haben gerade mal sechsunddrei&szlig;igtausend &uuml;berlebt. Der letzte, der wackelt, ist gerade der Pensionsfonds von General Motors. Die k&ouml;nnen weltweit&hellip;<\/p><p><strong>Ru:<\/strong>  [Einwurf] Das hat aber andere Ursachen&hellip;<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Ja, wie auch immer &ndash; da verlassen sich die Leute drauf!<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  Lasst uns doch&hellip;<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Zahlungsunf&auml;hig! Die Rente ist gezahlt worden bei W&auml;hrungsreform, im Krieg, bei Inflation&hellip;<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  [unterbricht] Das will auch keiner bezweifeln. Das will keiner bezweifeln. Lassen Sie mich doch&hellip;<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Arbeit ist das Thema.<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  Jaaa, aber lassen Sie mich &uuml;ber die deutsche Situation sprechen. Wenn also die Schwierigkeit, und das hat M&uuml;ntefering ja jetzt erkl&auml;rt bei der Vorstellung des Rentenberichts, den er jetzt geliefert hat, wenn also die Finanzierung der Rente so nicht gesichert ist, ist ja die Aufforderung gegeben von der Bundesregierung, dass die Menschen sich zus&auml;tzlich privat eine Absicherung besorgen sollen&hellip;<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  [Einwurf] Das kostet auch Geld!<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  &hellip; So, warum sprechen Sie so dagegen, dass die Bundesregierung hier ein klares Wort spricht und sagt, es wird in Zukunft nicht mehr gew&auml;hrleistet sein, dass die staatliche Rente&hellip;<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  [unterbricht und greift sich an den Kopf] Ich versteh&rsquo; die Logik nicht, Herr Beckmann. Sie sagen, sie sollen sich privat versichern, das kostet ja Geld&hellip;<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  [Einwurf] Zus&auml;tzlich.<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  &hellip;aber &uuml;ber zwanzig Prozent darf nicht bezahlt werden. Ich sage&hellip; das kostet doch beides Geld! Und wenn Sie sagen, Arbeitgeber&hellip; angenommen, wir w&uuml;rden mal den Arbeitgeberbeitrag zur Sozialversicherung, das sind insgesamt zwanzig Prozent, den w&uuml;rde man wegfallen lassen&hellip;<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  War denn die &Auml;u&szlig;erung von M&uuml;ntefering unverantwortlich, ist er auch ein Handlanger der Privatversicherer?<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Nein, das ist&hellip; das System f&auml;hrt man wider die Wand, wenn man mit H&ouml;chstgrenzen arbeitet. Sicherlich, das hab&rsquo; ich ja auch verlangt, die Renten steigen nicht mehr so, und wenn es Nullrunden bei den L&ouml;hnen gibt, gibt es auch Nullrunden bei den Rentnern. Ich w&uuml;rde bei den L&ouml;hnen allerdings auch nicht, wie bei der Rente, nicht vergessen, dass L&ouml;hne nicht nur Kosten sind, sondern auch Kaufkraft. Und wenn die Leute kein Geld mehr haben, was zu kaufen, dann n&uuml;tzt Ihnen die ganze Reform nichts. Wir haben inzwischen eine Volkswirtschaft, wo die Leute so in Angst und Schrecken versetzt wurden &ndash; selbst die Rentner, die Geld haben, geben kein Geld mehr aus, weil sie Angst haben.<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  Wenn man Ihre Position sieht &ndash; in der CDU sind ja keine Gei&szlig;lers, keine Bl&uuml;ms mehr zu finden, in der SPD fast auch nicht, was Sie jetzt sagen, L&ouml;hne rauf, Rentenbeitr&auml;ge rauf, alles rauf, das klingt ja fast&hellip;<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  [unterbricht] Alles rauf, das hab&rsquo; ich ja gar nicht&hellip;<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  Doch, so &auml;hnlich haben Sie eben formuliert, das klingt ja fast wie Lafo&hellip;<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Nein, ich habe so&hellip;<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  Das klingt ja fast wie Lafontaine!<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Ja, wo er recht hat, hat er recht. Ich hab&rsquo; ja nicht gesagt.. [Lachen von Ruge] &hellip; ich hab&rsquo; ja nicht gesagt, hoch, hoch und immer hoch&hellip;ich mein&rsquo;, ich hab&rsquo; ja Reformen gemacht, und zwar mehr als alle meine Nachfolger, das nur mal nebenbei. Die Renten w&auml;ren 2030 drei&szlig;ig Prozent h&ouml;her ohne die Reformen, die ich gemacht habe. Wir haben den Rentnern, offenbar unter Ausschluss der &Ouml;ffentlichkeit, viele Opfer zugemutet. Freilich auch den Jungen. Und ich sage nicht: Beitr&auml;ge auf Teufel komm &lsquo;raus. Nur &ndash; Sie d&uuml;rfen das nicht so festschreiben, weil Sie ja dann von den Leuten verlangen, dass das, was die Rentenversicherung nicht leistet, sollte dann die Privatversicherung leisten. Diese Privatversicherung &ndash; soll ich&rsquo;s noch mal sagen? &ndash; kostet Geld. Und zwar mehr Geld &ndash; und ist unsicherer. Von sechsunddrei&szlig;ig Lebensversicherungen sechsundachtzig&hellip;<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  [unterbricht] Ja, ja&hellip; das wissen wir ja jetzt, das&hellip;<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  &hellip; haben nur, das hab&rsquo; ich ja noch nicht&hellip; [jovial] hab&rsquo; meine ganze Bombe ja noch nicht abgeladen&hellip;[Beckmann, Ruge lachen] &hellip; von sechsundachtzig Lebensversicherungen haben in Deutschland sechsunddrei&szlig;ig den Stress-Test nicht bestanden.<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  Den Stress-Test.<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Den Stress, Sie&hellip; also, mit anderen Worten, die sind in Gefahr, wenn die Situation&hellip; &ndash; haben Sie da in irgend einer Zeitung was davon gelesen?<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  Doch. Les&rsquo; ich was davon&hellip;<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Das muss aber &lsquo;ne Geheimzeitung sein.<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  Ninneinneinnein, also ich hab&rsquo;noch ne&hellip; hier ist noch &lsquo;ne kleine Bombe. Mehrere Politiker wie Norbert Geist von der CSU &ndash; Kurt Biedenkopf &uuml;brigens auch, ja &ndash; haben gefordert: Wer keine Kinder hat, [langsam, eindringlich] soll auch weniger Rente bekommen. Oder halt mehr einzahlen. Nina: Es war letzte Woche ein Thema. Karrierefrauen. In Deutschland. Beispielhaft standest du auch mit auf Seite eins. Muss Kinderlosigkeit &ndash; ich sag&rsquo;s mal so brutal &ndash; bestraft werden, indem zum Beispiel also weniger Rente dann nachher gezahlt wird oder Sie m&uuml;ssen mehr einzahlen? Was h&auml;ltst du von diesem Vorschlag?<\/p><p><strong>Ru:<\/strong>  Ich find&rsquo; diese ganze Diskussion, das ist &hellip; ich glaube, dass wir in eine Zeit hinein laufen, in der wir alle mehr Eigenverantwortung &uuml;bernehmen m&uuml;ssen und uns dem stellen m&uuml;ssen. Dass nicht mehr alles staatlich geregelt wird. Dass weder Kinderlosigkeit bestraft wird, noch, dass man sich mit zweiundzwanzig &uuml;berlegen muss, ob man sein Leben lang f&uuml;nfundzwanzig Prozent oder sechsundzwanzig Prozent in die Rentenkasse einzahlt, oder ob man nicht vielleicht sagt, ich bekomm&rsquo; von meinen Eltern ein Haus geerbt, und ich m&ouml;cht&rsquo; eigentlich nicht so viel f&uuml;r meine Alterssicherung einzahlen, und ich m&ouml;chte die Wahl haben&hellip; dass der Sozialstaat&hellip;<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  [Einwurf] Also jedem selbst zu &uuml;berlassen?<\/p><p><strong>Ru:<\/strong>  Nein&hellip; also eine Grundsicherung muss auf jeden Fall da sein., gerade f&uuml;r diejenigen, die sehr, sehr, sehr wenig verdienen oder die durch&rsquo;s soziale Netz aus irgendwelchen anderen Gr&uuml;nden fallen. Aber dass wir alles &uuml;ber-regeln, bis hin zu wer keine Kinder hat oder wer Kinder hat, oder was&hellip;<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  [Einwurf] &Uuml;ber-Regeln will ich auch nicht.<\/p><p><strong>Ru:<\/strong>  &hellip; das halt&rsquo; ich einfach f&uuml;r schwierig. Und das halte ich in Zeiten der Globalisierung f&uuml;r besonders schwierig, weil es verdammt viele L&auml;nder gibt, in denen es anders l&auml;uft, in denen es anders auch nicht mit dem Level der Sicherheit l&auml;uft, das ist v&ouml;llig klar, das muss man sich bewusst sein&hellip;<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  [Einwurf] Amerika!<\/p><p><strong>Ru:<\/strong>  Es gibt viele L&auml;nder, die uns im Augenblick angreifen in der Wirtschaft politisch, und mit Power! Schauen Sie sich einfach an, wer hier auch&hellip; &auml;h&hellip; auch Finnland oder Irland, was die hingelegt haben im Vergleich zu uns.<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Aber Amerika&hellip; Eigenverantwortung. Haste in New Orleans gesehen. Die Eigenverantwortlichen haben sich ins Auto gesetzt, sind weggefahren, die anderen sind in den&hellip;<\/p><p><strong>Ru:<\/strong>  Das ist absolut sch&auml;ndlich. Ja.<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Sind in dem Wasser ertrunken. Ich bin f&uuml;r Eigenverantwortung&hellip;<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  [Einwurf] Es gibt kein soziales Netz in der Form in Amerika, das ist klar&hellip;<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  &hellip;aber ohne&hellip; ohne Solidarit&auml;t funktioniert keine Gesellschaft.<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  Ein Vorschlag. Einen Vorschlag, Herr Doktor Bl&uuml;m. Sie leben es ja vor als Nebenerwerbs-Schauspieler. [salbungsvoll] Sie sind ja unterwegs auf den B&uuml;hnen, spielen bald in Worms, mal den Burgw&auml;chter bei der Inszenierung von Moritz Rinke, also Rente mit siebenundsechzig. L&auml;nger arbeiten statt auf Mallorca faulenzen &ndash; ist das das Programm? Ich mein&rsquo;, f&uuml;r Sie pers&ouml;nlich ist es das ja.<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Ich war immer daf&uuml;r, die Altersgrenze frei zu geben, das nicht vom Staat zu reglementieren, wir m&uuml;ssen nur den Zeitpunkt festlegen, von dem [an] es Rentenzuschl&auml;ge gibt&hellip;<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  Ist das der richtige Vorschlag, den M&uuml;ntefering jetzt gemacht hat?<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Der hat&hellip; den Vorschlag hat er nicht gemacht, und der Vorschlag, den ich gemacht habe&hellip;<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  &hellip; den M&uuml;ntefering gemacht hat&hellip;<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  &hellip;m&uuml;sst&rsquo; ich einmal erkl&auml;ren&hellip; freigeben, wissen Sie, an wem der gescheitert ist? &ndash; An der FDP und an den Arbeitgebern, weil dann der Betrieb sich nicht mehr verstecken kann hinter jemand&hellip;<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  [unterbricht] Freigeben bis wie weit?<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Freigeben die Altersgrenze und jeden Einzelnen bestimmen lassen, wann er in Rente geht. Allerdings &ndash; das Problem ist insofern im Moment relativ akademisch. Die H&auml;lfte der Betriebe in Deutschland besch&auml;ftigt keinen &Uuml;ber-F&uuml;nfzig-J&auml;hrigen mehr. Und in einer solchen Situation, wo wir das Gesetz, das heute geltende Ziel, f&uuml;nfundsechzig, nicht erreichen, siebenundsechzig anzugeben &ndash; Sie sind doch Sportreporter &ndash; das ist so ungef&auml;hr&hellip; ich rei&szlig;e die Latte bei zwei Meter und sage: Zwei Meter habe ich nicht geschafft, deshalb lege ich sie jetzt auf zwei Meter drei&szlig;ig. So ungef&auml;hr ist das. Da haben wir&hellip; da m&uuml;ssen wir doch erst mal sehen, dass Sie das jetzige Ziel erreichen, und wenn Sie das erreichen, dann k&ouml;nnen wir ja &uuml;ber Vieles reden. Aber wenn wir das jetzige Ziel nicht erreichen &ndash; und zumal muss ich sagen, dass es auch Berufe gibt, also tun Sie mal &lsquo;nen Maurer in den f&uuml;nften Stock mit siebenundsechzig schicken &ndash; ich mein&rsquo;, das ist ja ein bisschen weltfern. Trotzdem sage ich: Das Hauptproblem sind nicht die Paragraphen. Das Hauptproblem ist, dass die jetzige Generation, ihre&hellip; die jetzt geltenden Altersgrenzen erreicht; ich mein&rsquo;, die da entlassen werden; bei jedem Firmenzusammenschluss gibt&rsquo;s ja Entlassungen&hellip; die machen das doch nicht aus Spa&szlig;!<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  [unterbricht] Sollten die Politiker da ein bisschen dem&uuml;tiger und beispielhafter voran gehen? &ndash; Also im Zuge der knappen Rentenkassen werden die &uuml;ppigen Pensionen der Politiker heftig kritisiert, k&ouml;nnen Sie den Unmut der Leute verstehen?<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Jaa, deswegen war und bin ich daf&uuml;r, damit der ganze Streit aufh&ouml;rt, das, was in Nordrhein-Westfalen ja auch geschehen ist, dass auch die Mandatstr&auml;ger, also die Politiker, in die Rentenkasse einzahlen, damit&hellip;<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  Keine ausgewiesene, &uuml;ppige Pension mehr f&uuml;r die Politiker, sondern Einzahlen in die Rentenkasse.<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Alle&hellip; ich mein&rsquo;, dann haben wir den ganzen Streit weg, wenn wir eine Kasse haben, in der die Politiker auch einzahlen, die Rentenkasse, dann beschlie&szlig;en sie Renten, die sie selber betreffen.<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  Wie gut sind Sie eigentlich versorgt?<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Ich bin nicht&hellip;<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  Lange Abgeordneter, sechzehn Jahre Minister&hellip;<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  Ich bin kein Rentenfall, der hier klagen m&uuml;sste. Ich mein&rsquo;, Sie brauchen das Thema auch nicht zu privatisieren. Es geht nicht um Norbert. Ich hab nicht&hellip; ich reg&rsquo; mich hier nicht auf, wegen&hellip; weil ich betroffen bin. Ich rege mich&hellip;<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  [Einwurf] Haben Sie eine Privatversicherung noch zus&auml;tzlich angelegt?<\/p><p><strong>Bl:<\/strong>  N&ouml;, hab&rsquo; ich nicht. Ich w&uuml;rd&rsquo; noch mal sagen: Ich hab&rsquo; gar nichts gegen Privatversicherung. Als Erg&auml;nzung, als Spielbein. Ich hab&rsquo; nur etwas dagegen, die Privatversicherung sozusagen zum Lebensretter der Alterssicherung zu machen. Das ist sie nicht f&uuml;r Arbeitslose, die haben kein Geld, das ist sie nicht f&uuml;r Geringverdienende, das ist sie nicht f&uuml;r Kranke, das ist sie nicht f&uuml;r Erwerbsunf&auml;hige, und f&uuml;r die brauchen wir unsere gute, alte Rentenversicherung &ndash; und die lass&rsquo; ich mir von niemandem, noch nicht einmal heut&rsquo; abend, kaputt machen [lacht].<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  Und dies ist ein brillantes, ausgleichendes, fast harmonisches Schlusswort. Herr Doktor Bl&uuml;m, ich bedanke mich f&uuml;r das Gespr&auml;ch, ich bedanke mich f&uuml;r den Besuch, und ich merke, Sie sind mit viel Adrenalin unterwegs, um sich zu wehren gegen all die Vorw&uuml;rfe, die da auf Sie niederprallen im Moment. Und das wollt&rsquo; ich als n&auml;chstes, was f&uuml;r freie Radikale setzen sich da gerade in Gang&hellip; [zu Ruge] das sind ja alles kleine Stressboten&hellip;<\/p><p><strong>Ru:<\/strong>  [&hellip;]<\/p><p><strong>Be:<\/strong>  Abmoderation, Ank&uuml;ndigung der n&auml;chsten Sendung.<\/p><p><em>Transkription: Fabian Helms, 12. April 2006<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Bitte, die Sendung abzuschreiben, hat sehr freundliche Reaktionen ausgel&ouml;st. Herzlichen Dank allen f&uuml;r das Angebot und jenen besonders, die sich gleich an die Arbeit gemacht haben. Die Abschrift des Gespr&auml;chs folgt unten. Nachlesen lohnt sich. Hier wird eine Sendung f&uuml;r Stimmungsmache zu Gunsten jener privaten Interessen benutzt, f&uuml;r die Beckmann und Nina Ruge als<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1195\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[35,123,183,39],"tags":[350,628,273,1820],"class_list":["post-1195","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aufbau-gegenoeffentlichkeit","category-kampagnentarnworteneusprech","category-medienkritik","category-rente","tag-beckmann-reinhold","tag-bluem-norbert","tag-privatvorsorge","tag-ruge-nina"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1195","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1195"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1195\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31143,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1195\/revisions\/31143"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1195"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1195"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1195"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}