{"id":11955,"date":"2012-01-19T16:11:48","date_gmt":"2012-01-19T15:11:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11955"},"modified":"2015-01-18T11:23:33","modified_gmt":"2015-01-18T10:23:33","slug":"nicht-nur-in-eigener-sache-probleme-beim-e-mail-verkehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11955","title":{"rendered":"Nicht nur in eigener Sache: Probleme beim E-Mail-Verkehr"},"content":{"rendered":"<p>Bereits letzten September machten wir Sie darauf <a href=\"\/?p=10788\">aufmerksam<\/a>, dass es unter Umst&auml;nden passieren kann, dass Ihre E-Mails an die NachDenkSeiten ungerechtfertigterweise als Spam eingestuft werden und nicht bei uns ankommen. Damals betraf dies Kunden des gro&szlig;en Internetdienstleisters T-Online, der daraufhin auf den &ouml;ffentlichen Druck reagierte und sein Servermanagement &uuml;berarbeitete, so dass das Problem binnen weniger Wochen behoben werden konnte. Diese Woche haben uns mehrere Hinweise von Lesern erreicht, die vermuten lassen, dass nun wieder das gleiche Spam-Problem auftritt und es diesmal nicht nur T-Online, sondern auch andere Dienstleister betrifft. Im Folgenden m&ouml;chten wir Ihnen die Hintergr&uuml;nde schildern und Ihnen Hinweise geben, wie Sie sich gegen ungerechtfertigt abgewiesene Mails zur Wehr setzen k&ouml;nnen &ndash; hier geht es um ein Problem, das weit &uuml;ber die NachDenkSeiten hinausgeht und zweifelsohne eine gesellschaftliche Relevanz hat. Von <strong>Jens Berger<\/strong><br>\n<!--more--><br>\nVielleicht haben Sie ja schon einmal eine E-Mail erhalten, an deren Beginn folgende S&auml;tze standen:<\/p><p><em>Sorry, we were unable to deliver your message to the following address.<\/em><br>\n<em>&lt;hinweise@nachdenkseiten.de&gt;:<\/em><br>\n<em>Remote host said: 554 Refused. Your IP address is listed in the RBL at bl.spamcop.net [RCPT_TO]<\/em><\/p><p>So erging es zumindest mehreren unserer Leser, die uns per E-Mail wertvolle Hinweise zusenden oder mit der Redaktion Kontakt aufnehmen wollten. Die Leser vermuteten hinter dieser Fehlermeldung ein technisches Problem bei den NachDenkSeiten. Bei genauerer Betrachtung stellt sich jedoch heraus, dass die Fehlerursache recht komplex ist und vielmehr beim E-Mail-Provider dieser Leser liegt. Ihre Mail wurde von unserem Mailserver nicht angenommen, da der Mailserver, &uuml;ber den sie die Mail verschickt haben, beim weitverbreiteten Spamfilter SpamCop auf der schwarzen Liste steht. Nat&uuml;rlich setzen nicht nur die NachDenkSeiten SpamCop ein, so dass es sehr wahrscheinlich ist, dass Ihre Mails, wenn Sie einmal diese Fehlermeldung bekommen haben, f&uuml;r einen bestimmten Zeitraum auch bei vielen anderen Empf&auml;ngern nie angekommen sind. Anders als der Mailserver der NachDenkSeiten schicken viele andere Mailserver n&auml;mlich keine Fehlermeldung zur&uuml;ck, sondern l&ouml;schen verd&auml;chtige Mails, ohne Empf&auml;nger oder Absender der Mail eine Nachricht zukommen zu lassen.<\/p><p><strong>Wie kommt es zu dieser Fehlermeldung?<\/strong><\/p><p>Wenn Sie eine E-Mail versenden, so tun Sie dies in der Regel entweder mit einem Mailprogramm &uuml;ber den Postausgangsserver Ihres Internet- bzw. Mailproviders oder &uuml;ber die Webmail-Oberfl&auml;che Ihres Providers. In beiden F&auml;llen wird die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/IP-Adresse\">IP-Adresse<\/a> des Postausgangsservers Ihres Providers mit &uuml;bertragen. Da Spam sich mittlerweile zu einem riesigen Problem entwickelt hat, m&uuml;ssen vor allem Nutzer, die wie die NachDenkSeiten ihre E-Mail-Adressen &ouml;ffentlich im Netz anzeigen, Schutzma&szlig;nahmen ergreifen, um nicht t&auml;glich die &bdquo;echten&ldquo; Mails in einem Wust von Tausenden Spam-Mails suchen zu m&uuml;ssen. Eine bew&auml;hrte Methode, Spam auszufiltern, stellen sogenannte &bdquo;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Realtime_Blackhole_List\">schwarze Listen<\/a>&ldquo; dar, in die die IP-Adressen von bekannten Spamversendern eingetragen werden. Wenn ein solches Schutzsystem genutzt wird, lehnt der eigene Mailserver jede E-Mail, die von einem Postausgangsserver verschickt wurde, der auf dieser schwarzen Liste steht, automatisch ab. Die NachDenkSeiten nutzen unter anderem die bekannte und kostenlose Liste des zum Cisco-Konzern geh&ouml;renden Anbieters <a href=\"http:\/\/www.spamcop.net\/\">SpamCop<\/a>, die vor allem deshalb so effektiv ist, da sich ihre Betreiber nicht von den Branchengr&ouml;&szlig;en unter Druck setzen lassen.<\/p><p>Wenn ein Postausgangsserver des Providers T-Online auf einer solchen schwarzen Liste steht, so ist dies weder ein Versehen, noch ein Konfigurationsfehler, wie der Kundenservice von T-Online ratlosen Kunden immer wieder suggeriert. T-Online hat es schlicht jahrelang vers&auml;umt, seine Server gegen den Missbrauch von Spammern abzusichern und ist dabei in &bdquo;guter&ldquo; Gesellschaft mit anderen gro&szlig;en Anbietern. Lange handelte man nach der Devise, Sicherheitsma&szlig;nahmen nur dort vorzunehmen, wo sie vom Kunden als Mehrwert erkannt werden. Die Sicherheits&uuml;berpr&uuml;fung ausgehender Mails brachte dem Kunden &ndash; der davon gar nichts mitbekam und -bekommt &ndash; jedoch lange Zeit keinen nennenswerten Mehrwert, weshalb die gro&szlig;en Provider ausgerechnet an dieser Stelle gespart haben. Wer an der Sicherheit spart, wird jedoch schnell zum Opfer von Spammern, die diese Sicherheitsl&uuml;cken ausnutzen. So geschehen bei T-Online und Co. Trotz mehrfacher Warnungen wegen des steigenden Spamvolumens durch neutrale Sachverst&auml;ndige, wie beispielsweise die zum Heise-Verlag geh&ouml;rende Fachzeitschrift iX, unterlie&szlig; es T-Online bis zum September letzten Jahres, die Postausgangsserver wirkungsvoll abzusichern. Im letzten September kam es dann auch folgerichtig zum gro&szlig;en Knall, T-Online-Server landeten auf der schwarzen Liste von SpamCop und tausende Kunden konnten keine Mails mehr verschicken. T-Online besserte nach und der Technik-Vorstand machte einen Kotau, indem er sich bei den Nutzern entschuldigte.<\/p><p>Auch wir dachten, dass diese Posse seitdem beendet w&auml;re. In dieser Woche mehren sich jedoch die Hinweise, dass nicht nur T-Online, sondern auch Yahoo-Deutschland wieder auf der schwarzen Liste vertreten sind. Wir wissen nicht, ob es sich nur um ein vor&uuml;bergehendes Problem handelt, das nur einen Server dieser Unternehmen betrifft, oder ob das Problem sich in den n&auml;chsten Tagen oder Wochen wieder zu einem Totalausfall dieser Anbieter entwickeln wird. <\/p><p><strong>Was k&ouml;nnen Sie als Kunde tun?<\/strong><\/p><p>T-Online und Co. verdienen mit ihren Dienstleistungen sehr viel Geld. Selbst wenn Sie das Angebot dieser Provider kostenlos nutzen, verdienen diese Geld an Ihnen, da Sie (und die Empf&auml;nger ihrer Mails) schlie&szlig;lich mit Werbung bombadiert werden. Als Kunde haben Sie das Recht, dass Ihr Provider die Server, die Sie nutzen, auch fachgerecht gegen Missbrauch absichert. Tut er dies nicht, ist dies nicht der Fehler der gut administrierten Mailserver, die Ihre Mails ablehnen, sondern der Fehler Ihres Providers. Beschweren Sie Sich! Schlie&szlig;lich zahlen Sie direkt oder indirekt f&uuml;r diese Dienstleistung und haben somit auch ein Anrecht darauf, dass Ihre Mails ordnungsgem&auml;&szlig; verschickt werden. Wenn die Provider Ihrer Beschwerde nicht nachkommen, wechseln Sie den Anbieter. Dies ist die einzige Sprache, die diese Unternehmen verstehen.<\/p><p>Spammer sind Kriminelle. Es ist unter Fachleuten unumstritten, dass man diese Form der Kriminalit&auml;t nur dann l&ouml;sen kann, wenn man nur solche Rechner am internationalen Datenverkehr teilnehmen l&auml;sst, die sich an anerkannte Sicherheitsrichtlinien halten. Wenn ein Branchenriese wie T-Online (oder auch Yahoo) es aus Kostengr&uuml;nden unterl&auml;sst, vor der eigenen Haust&uuml;r zu kehren, muss er nun einmal vom internationalen Datenverkehr abgeschnitten werden. Das Kapital SpamCop d&uuml;rfte da nur der Auftakt einer ganzen Reihe von Problemen sein, die uns in der n&auml;chsten Zeit noch erwarten. <\/p><p>Sollten Sie eine Fehlermeldung der oben zitierten Art bekommen, weisen Sie bitte Ihren Provider darauf hin und machen Sie Druck. Drohen Sie mit einem Vertragswechsel. Bis der Fehler behoben ist, k&ouml;nnen Sie &uuml;bergangsweise auch einen anonymen Webmailer, wie beispielweise <a href=\"https:\/\/www.awxcnx.de\/anon-email.htm\">Mixmaster<\/a> nutzen. Als Betreiber der NachDenkSeiten bedauern wir diese Unannehmlichkeiten, sehen uns selbst jedoch nicht in der Verantwortung, da wir &ndash; anders als T-Online und Co. &ndash; uns an die Sicherheitsregeln halten. Wir bedanken uns bei Ihnen f&uuml;r Ihr Verst&auml;ndnis.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/8624a9baec74477c98662468bc210369\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bereits letzten September machten wir Sie darauf <a href=\"\/?p=10788\">aufmerksam<\/a>, dass es unter Umst&auml;nden passieren kann, dass Ihre E-Mails an die NachDenkSeiten ungerechtfertigterweise als Spam eingestuft werden und nicht bei uns ankommen. 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