{"id":119608,"date":"2024-08-14T10:00:46","date_gmt":"2024-08-14T08:00:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=119608"},"modified":"2024-08-16T12:21:29","modified_gmt":"2024-08-16T10:21:29","slug":"denkfehler-die-aktienrente-ist-demografiefest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=119608","title":{"rendered":"Denkfehler: Die Aktienrente ist demografiefest"},"content":{"rendered":"<p>Das Lieblingsargument von Bef&uuml;rwortern einer kompletten oder teilweisen Umstellung des Rentensystems auf eine Aktienrente ist stets die Demografie. Die klassische Umverteilung bek&auml;me demnach Probleme, wenn die Zahl der Rentenempf&auml;nger gegen&uuml;ber der Zahl der Einzahler steigt; bei einem Rentensystem, das Ein- und Auszahlungen ins System &uuml;ber den Kauf und Verkauf von Aktien h&auml;ndelt, sei dies g&auml;nzlich anders. Aktien seien demografiefest. Oberfl&auml;chlich betrachtet mag das einleuchten. Sobald Altersvorsorgesysteme aber den Aktienmarkt bestimmen, verh&auml;lt es sich vollkommen anders. Nicht die Umverteilungs-, sondern die Aktienrente hat dann ein massives Problem mit der Demografie &ndash; am Ende k&ouml;nnte der Aktienmarkt dabei die Mutter aller Finanzblasen werden und wir sind aktuell schon auf dem Weg dorthin. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1114\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-119608-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240814_Denkfehler_Die_Aktienrente_ist_demografiefest_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240814_Denkfehler_Die_Aktienrente_ist_demografiefest_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240814_Denkfehler_Die_Aktienrente_ist_demografiefest_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240814_Denkfehler_Die_Aktienrente_ist_demografiefest_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=119608-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240814_Denkfehler_Die_Aktienrente_ist_demografiefest_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"240814_Denkfehler_Die_Aktienrente_ist_demografiefest_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?tag=aktienrente\">Aktienrente<\/a> auf den NachDenkSeiten<\/strong>\n<p>Albrecht M&uuml;ller &ndash; <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=112046\">Alle Jahre wieder: &bdquo;Der demographische Wandel bedroht die Rente. Ein Kapitalstock muss her.&ldquo;<\/a><\/p>\n<p>Albrecht M&uuml;ller &ndash; <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=106435\">Und wieder mal eine Kampagne gegen die Gesetzliche Rente und f&uuml;r die Aktienrente. Der Sachverst&auml;ndigenrat machts m&ouml;glich.<\/a><\/p>\n<p>Jens Berger &ndash; <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=92598\">Lindners Aktienrente ist da &ndash; ein Taschenspielertrick ohne Sinn und Verstand<\/a><\/p>\n<p>Gerd Bosbach &ndash; <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93070\">Operation Aktienrente: &bdquo;Christian Lindner will mehr!&ldquo;<\/a>\n<\/p><\/div><p>In der letzten Woche bin ich im Artikel <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=119340\">&bdquo;B&ouml;rsenkauderwelsch&ldquo;<\/a> bereits auf die Eigenheiten von Aktienm&auml;rkten eingegangen. Wichtig f&uuml;r die Betrachtung demografischer Effekte einer Aktienrente ist dabei vor allem, dass Aktien im normalen Handel nicht von den betreffenden Aktiengesellschaften ausgegeben werden, sondern stets zwischen zwei Marktteilnehmern gehandelt werden. Wenn Sie eine Aktie kaufen, braucht es zwingend einen Verk&auml;ufer, der im Besitz der Aktien ist. Und wenn sie eine Aktie verkaufen, braucht es zwingend einen K&auml;ufer, der diese Aktien kaufen will. Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Vereinfacht kann man also sagen, wenn es deutlich mehr Marktteilnehmer gibt, die eine Aktie kaufen und nicht verkaufen wollen, steigt deren Preis. Gibt es jedoch mehr Marktteilnehmer, die diese Aktie verkaufen und nicht kaufen wollen, sinkt deren Preis. Gleiches gilt f&uuml;r den gesamten Aktienmarkt. Indizes, wie beispielsweise der deutsche DAX, steigen dann dauerhaft, wenn die Kaufangebote die Verkaufsangebote &uuml;bersteigen und umgekehrt.<\/p><p>Lange Zeit gab es im Grunde nur drei Typen von Marktteilnehmern &ndash; langfristige &bdquo;Investoren&ldquo;, kurzfristige Spekulanten, die auf kurzfristige Kursentwicklungen spekulieren, und Spekulanten, die technische Schw&auml;chen des Marktes ausnutzen und &uuml;ber Arbitragegesch&auml;fte oder im Hochgeschwindigkeitshandel mit riesigen Volumina kleine St&uuml;ckgewinne machen, die sich am Ende jedoch rechnen. Die beiden Letztgenannten k&ouml;nnen wir bei der Betrachtung ausklammern, da sie zwar f&uuml;r das rege Auf und Ab der Kurse, also die Volatilit&auml;t der Kurse, verantwortlich sind, aber keinen gro&szlig;en Einfluss auf die langfristige Kursentwicklung haben. Diese langfristige Entwicklung wird vor allem durch sogenannte institutionelle Investoren bestimmt &ndash; also Banken, Verm&ouml;gensverwalter, Versicherungen und Fonds, die vor allem die Gelder ihrer Kunden in Aktien anlegen.<\/p><p>Wenn Sie beispielsweise eine Lebensversicherung auf Aktienbasis oder einen Aktienfonds haben und monatlich Geld in dieses moderne Sparprodukt einzahlen, muss der Anbieter von diesem Geld die entsprechenden Aktien kaufen. Welche Aktien dies sind und ob es &uuml;ber die gesamte Laufzeit die gleichen Aktien sind, entscheidet die Art des Sparprodukts. Haben Sie z.B. einen aktiv gemanagten Aktienfonds in ihrem Portfolio, entscheiden Fondsmanager &uuml;ber den Kauf und Verkauf einzelner Aktien. Diese Produkte sind jedoch mehr und mehr im R&uuml;ckzug. Vor allem f&uuml;r die Altersvorsorge und hier ganz besonders f&uuml;r die sogenannte Aktienrente spielen sogenannte Indexfonds &ndash; f&uuml;r Privatkunden meist in Form sogenannter ETFs &ndash; heute die entscheidende Rolle.<\/p><p>Indexfonds sind &ndash; kurz erkl&auml;rt &ndash; Fonds, die ihre Aktienanteile streng nach deren Anteil in einem Aktienindex kaufen. Das hat Vorteile f&uuml;r den Anleger, da so Einzelrisiken gut verteilt sind und keine unn&ouml;tigen Kosten f&uuml;r f&uuml;rstlich bezahlte Fondsmanager anfallen. F&uuml;r den Betrieb eines Indexfonds reicht ein Algorithmus, der auf Autopilot Aktien kauft und verkauft. Im Kern ist dies ein gutes Produkt, das jedoch indirekte Risiken mit sich bringt.<\/p><p>Das gr&ouml;&szlig;te Problem der Indexfonds und ETFs ist &ndash; so paradox es klingen mag &ndash; deren gro&szlig;er Erfolg. Heute ist der Markt f&uuml;r Indexfonds und ETFs zw&ouml;lf Billionen US-Dollar gro&szlig; und w&auml;chst weiterhin unaufh&ouml;rlich. Der Hauptanteil dieser Fonds bildet die gro&szlig;en Aktienindizes ab und muss die Kundengelder in die Aktien anlegen, die den jeweiligen Index bilden. Dies erfolgt dann kapitalgewichtet. Ein Indexfonds, der den S&amp;P 500 &ndash; also den bestimmenden US-Aktienindex, der die 500 gr&ouml;&szlig;ten US-Aktiengesellschaften abbildet &ndash; kauft, muss also 4,08 Prozent der Kundeneinlagen in Aktien von Apple investieren, 3,29 Prozent in Microsoft, 3,92 Prozent in Amazon und so weiter.<\/p><p>Diese &bdquo;Gie&szlig;kannenmethode&ldquo; f&uuml;hrt dazu, dass vor allem die Aktien der im Index hoch gewichteten Unternehmen immer st&auml;rker nachgefragt werden und sich alleine schon wegen dieser steten zus&auml;tzlichen Nachfrage im Preis steigern. Steigt der Preis, steigt die Marktkapitalisierung des Unternehmen und dies in sogar Relation zu den anderen im Index vertretenen Unternehmen. Apple, Microsoft, Amazon und Co. werden durch die verst&auml;rkte Nachfrage nach Indexfonds immer wertvoller, ohne dass diese Wertsteigerung etwas mit deren unternehmerischen T&auml;tigkeiten zu tun hat. Sie gewinnen an Wert, weil sie ohnehin schon wertvoll sind und Indexfonds ihre Aktien kaufen m&uuml;ssen, um den Index nachzubilden.<\/p><p>Da sollte man sich schon die Frage stellen, ob der B&ouml;rsenwert dieser Unternehmen &uuml;berhaupt gerechtfertigt ist. Ist Apple wirklich 3.360 Milliarden US-Dollar, Microsoft 3.080 Milliarden US-Dollar und Amazon 1.790 Milliarden US-Dollar wert? Oder ist dieser Wert bereits heute massiv verzerrt und &uuml;berbewertet, weil die Indexfonds als stetige K&auml;ufer den Aktienpreis nach oben katapultieren?<\/p><p>Und was f&uuml;r die ganz Gro&szlig;en zutrifft, gilt nat&uuml;rlich f&uuml;r alle Unternehmen, die in den popul&auml;ren Indizes gelistet sind. Eigentlich besagt ja die Theorie, dass der Markt &ndash; wer auch immer das konkret sein soll &ndash; Aktien von Unternehmen kauft, die besonders vielversprechend sind, gut gemanagt werden oder schlicht unterbewertet sind, und Aktien von Unternehmen verkauft, die auf dem absteigenden Ast sind, schlecht gemanagt oder &uuml;berbewertet sind. Nun gibt es am Markt aber einen riesigen Akteur, dem solche Dinge komplett egal sein m&uuml;ssen. Indexfonds kaufen schlie&szlig;lich gerade eben nicht selektiv, sondern fahren auf Autopilot und kaufen blind, wie es der Index vorgibt.<\/p><p>Und das gilt heute schon f&uuml;r den gesamten Aktienmarkt. Eine Studie des European Systemic Risk Boards kam vor wenigen Jahren zu dem Ergebnis, dass heute an den B&ouml;rsen der USA bereits jeder dritte Handel direkt oder indirekt mit Indexfonds und ETFs zu tun hat &ndash; Tendenz stark steigend. Bei einer stetig steigenden Nachfrage nach ETFs bedeutet dies ganz einfach, dass die ETFs eine stetige Nachfrage nach den Aktien aus&uuml;ben, deren Indizes nachgebildet werden.<\/p><p>An was liegt es, dass der S&amp;P 500 in den letzten f&uuml;nf Jahren um eigentlich unvorstellbare 85 Prozent gestiegen ist, obwohl sowohl die US-Konjunktur im gleichen Zeitraum nur um 10,5 Prozent gewachsen ist? Und warum ist der DAX in den letzten f&uuml;nf Jahren &ndash; trotz kleiner Delle in der letzten Woche &ndash; um 53 Prozent gestiegen, w&auml;hrend die deutsche Realwirtschaft vor sich hin d&uuml;mpelt und nur um zwei Prozent gewachsen ist? Der Erfinder der Indexfonds, der US-&Ouml;konom Paul A. Samuelson, sagte einst: Die Ergebnisse an den Finanzm&auml;rkten k&ouml;nnen nicht dauerhaft besser sein als die Konjunktur. Woran liegt es also, dass hier elementare Regeln der &Ouml;konomie au&szlig;er Kraft gesetzt sind?<\/p><p>Waren die Unternehmen, die den S&amp;P 500 oder den DAX bilden, besonders ertragsstark? Werden sie so genial gemanagt? Oder liegt der ma&szlig;gebliche Grund f&uuml;r den anhaltenden Bullenmarkt nicht vielmehr darin begr&uuml;ndet, dass ihm stetig neue Gelder zugef&uuml;hrt werden, die den Aktienkurs auf der Nachfrageseite stimulieren?<\/p><p>Dazu eine erstaunliche Zahl: Zwischen 2022 und 2023 sind allein durch Indexfonds und ETFs zweieinhalb Billionen US-Dollar, das sind 2.500 Milliarden, in den Aktienmarkt geflossen. Es wurden also allein durch diese Akteure Aktien in einem Wert, der beinahe der gesamten Wirtschaftsleistung Deutschlands entspricht, zus&auml;tzlich gekauft. Die stetige Nachfrage nach Aktien durch diese Akteure ist ma&szlig;geblich daf&uuml;r verantwortlich, dass die Kurse sich von der Realwirtschaft abgekoppelt haben und &ndash; wie es derzeit scheint &ndash; nur nach oben gehen.<\/p><p>Das ganze Geld, das in diese Indexfonds und ETFs flie&szlig;t, stammt &ndash; und hier schlie&szlig;t sich der Kreis zur Rentendebatte &ndash; haupts&auml;chlich aus privaten Altersvorsorgesystemen von Staaten und Unternehmen und der freiwilligen Altersvorsorge. Und nun kommen wir zur Demografie. Altersvorsorgesysteme sind dadurch gekennzeichnet, dass es eine Einzahlungs- bzw. Ansparphase und eine Auszahlungsphase gibt. Ist man berufst&auml;tig, zahlt man in die Systeme ein, ist man nicht mehr berufst&auml;tig, zahlen diese Systeme an einen aus. Systemisch betrachtet erzeugt ein Altersvorsorgesystem auf Aktienbasis also dann einen permanenten Kauf&uuml;berschuss am Markt, wenn mehr Sparer ins System einzahlen, als es Bezieher gibt, an die aus dem System ausbezahlt werden. Diese simple und unstrittige Logik ist elementar.<\/p><p>Nehmen wir nun die Demografie mit rein, hei&szlig;t das, dass im System so lange ein Nachfrage&uuml;berschuss nach Aktien vorhanden ist, wie es &ndash; in der Summe &ndash; mehr Einzahlungen ins System als Auszahlungen aus dem System gibt. Das ist momentan noch der Fall. Wenn nun aber die Teilnehmer im Altersvorsorgesystem auf Aktienbasis mehrheitlich in die Auszahlungsphase kommen, kippt das Verh&auml;ltnis und es gibt in Summe mehr Auszahlungen als Einzahlungen. Das System, das vorher ein stetigen Kauf&uuml;berschuss an den Aktienm&auml;rkten verursacht hat, verursacht nun einen stetigen Verkaufs&uuml;berschuss. Die Aktienpreise steigen nicht mehr durch die stetige Nachfrage, sondern sie sinken durch das stetige &Uuml;berangebot. Der demografische Wandel sorgt f&uuml;r ein solches Umkippen.<\/p><p>&bdquo;Prognosen sind schwierig, insbesondere, wenn sie die Zukunft betreffen&ldquo;, besagt ein beliebtes Bonmot, das wahlweise Mark Twain, Karl Valentin, Niels Bohr oder auch Winston Churchill zugeschrieben wird. Versuchen wir es dennoch. Wenn dies alles so ist wie hier dargestellt, dann ist der heutige Aktienkurs aller in diesen Indizes vertretenen Unternehmen durch die k&uuml;nstliche und nicht selektive Nachfrage seitens der Indexfonds und ETFs bereits jetzt deutlich &uuml;berbewertet. Die Abkoppelung der Aktienkurse von den realwirtschaftlichen Zahlen ist daf&uuml;r ein guter Beleg. Die entscheidende Frage ist, wie lange das gutgehen kann. Wie lange k&ouml;nnen Aktienkurse abgekoppelt von den Fundamentaldaten der Unternehmen steigen? Ohne es zu wissen, k&ouml;nnten wir uns bereits jetzt in einer gigantischen Finanzblase befinden. Und wenn das Modell der Aktienrente sich ausweiten wird und noch mehr Billionen in den Markt gepumpt werden &ndash; und das ist keinesfalls unwahrscheinlich &ndash;, wird der Aktienmarkt auf die Mutter aller Blasen zusteuern.<\/p><p>Wie Sie sehen, &auml;hnelt die Aktienrente nicht einer soliden Altersvorsorge, sondern sie stellt eher ein klassisches Schneeballsystem dar. Das System ist nicht demografiefest. Die zugrundeliegenden Aktienkurse &auml;hneln vielmehr einer Blase, die durch stetig neue Zustr&ouml;me immer weiter aufgepumpt wird, und ist auch systemisch darauf angewiesen, immer neue Gelder in den Markt zu pumpen. Gelingt dies nicht dauerhaft, wird die Blase platzen, die &bdquo;Rentner&ldquo; werden nur einen Bruchteil des Angesparten ausbezahlt bekommen und das Finanzsystem wird ein ernsthaftes Problem bekommen. Bis dahin nutzt das Finanzsystem die Blase f&uuml;r seine eigenen Zwecke. Wer wei&szlig;, dass Jahr f&uuml;r Jahr Billionen &bdquo;dumme&ldquo; Dollar oder Euro ins System flie&szlig;en, wei&szlig; auch, dass die Kurse erst einmal dauerhaft steigen und verdient &uuml;ber gehebelte Wetten daran, denn irgendwer muss den Indexfonds diese Aktien ja verkaufen. Wenn die Blase dann platzt, sind die Finanzkonzerne aus dem Markt raus und werden auf fallende Kurse wetten. Denn sie k&ouml;nnen &ndash; anders als die Rentner &ndash; bei steigenden und fallenden Kursen Gewinne machen; in beiden F&auml;llen &uuml;brigens indirekt bezahlt von den &bdquo;Aktienrentnern&ldquo;. Wie hei&szlig;t es doch so sch&ouml;n? &bdquo;Ihr Geld ist nicht weg, mein Freund, es hat nur ein anderer.&ldquo;<\/p><p><small>Titelbild: TommyStockProject\/shutterstock.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/a03881c6f64e423b9fee6c4748fdbab6\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Lieblingsargument von Bef&uuml;rwortern einer kompletten oder teilweisen Umstellung des Rentensystems auf eine Aktienrente ist stets die Demografie. 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