{"id":120243,"date":"2024-08-27T09:13:54","date_gmt":"2024-08-27T07:13:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=120243"},"modified":"2024-08-28T07:22:50","modified_gmt":"2024-08-28T05:22:50","slug":"wirtschaftsminister-habeck-klimaschuetzer-oder-lobbyist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=120243","title":{"rendered":"Wirtschaftsminister Habeck \u2013 Klimasch\u00fctzer oder Lobbyist?"},"content":{"rendered":"<p>Angesichts steigender Energiepreise, bisher nicht erreichter Ausbauziele der Erneuerbaren und Fehlplanungen bei deren Finanzierung stellt sich die Frage, ob es in der Klimapolitik vorrangig um sozial vertr&auml;glichen Klimaschutz geht. Oder hat sich eine Subventionsblase entwickelt, in deren Zentrum der Wirtschaftsminister steht und gro&szlig;z&uuml;gig Gelder an Unternehmen verteilt, die wiederum gr&uuml;ne Lobbyvereine finanzieren? Ein Erkl&auml;rungsversuch anhand der Frage, ob W&auml;rmepumpen mittelfristig tats&auml;chlich kosteng&uuml;nstiger und klimafreundlicher als effiziente Gasheizungen sind. Von <strong>Karsten Montag<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_662\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-120243-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240827_Wirtschaftsminister_Habeck_Klimaschuetzer_oder_Lobbyist_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240827_Wirtschaftsminister_Habeck_Klimaschuetzer_oder_Lobbyist_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240827_Wirtschaftsminister_Habeck_Klimaschuetzer_oder_Lobbyist_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240827_Wirtschaftsminister_Habeck_Klimaschuetzer_oder_Lobbyist_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=120243-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240827_Wirtschaftsminister_Habeck_Klimaschuetzer_oder_Lobbyist_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"240827_Wirtschaftsminister_Habeck_Klimaschuetzer_oder_Lobbyist_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Im Rahmen seiner <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/nachrichten\/deutschland\/innenpolitik\/id_100468210\/robert-habeck-auf-waermepumpen-tour-er-schaut-doch-in-den-heizungskeller.html\">Tour durch Deutschland<\/a>, auf der Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck unverhohlen Werbung f&uuml;r die W&auml;rmepumpe machte, ver&ouml;ffentlichte das Bundeswirtschaftsministerium ein <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=eW-Gvlx9LY0\">Video<\/a>, in dem der Minister behauptet, W&auml;rmepumpen geh&ouml;rten zum &bdquo;Bereich des klimaneutralen Heizens&ldquo;. Mit ihnen lie&szlig;e sich der Wert von H&auml;usern steigern, k&ouml;nne man Geld sparen und das Klima sch&uuml;tzen. W&auml;rmepumpen seien schon nach wenigen Jahren g&uuml;nstiger als Gas- oder &Ouml;lheizungen, da der Preis f&uuml;r Gas und &Ouml;l weiter steigen w&uuml;rde; dies sei ja schon auf europ&auml;ischer Ebene beschlossen worden. W&auml;hrend seine erste Aussage aufgrund von ihm selbst eingebrachter gesetzlicher Vorgaben, die sp&auml;testens ab 2045 fossile Heizungen generell verbieten, kaum zweifelhaft ist, gibt es an den beiden anderen erhebliche Zweifel.<\/p><p><strong>W&auml;rmepumpen sind nicht per se klimaneutral<\/strong><\/p><p>W&auml;rmepumpen ben&ouml;tigen zum Betrieb Strom. Sie funktionieren im Prinzip <a href=\"https:\/\/www.wienenergie.at\/blog\/die-waermepumpe-heizt-so-wie-dein-kuehlschrank-kuehlt-nur-umgekehrt\/\">wie ein handels&uuml;blicher K&uuml;hlschrank<\/a>. Eine einfache Luft-Wasser-W&auml;rmepumpe kann durch den Entzug von W&auml;rmeenergie aus der Umwelt aus einer Kilowattstunde elektrischer Energie circa 3,5 Kilowattstunden Heizenergie erzeugen. Genauso wie ein K&uuml;hlschrank ist sie jedoch nur dann klimaneutral, wenn der von ihr verbrauchte Strom klimaneutral erzeugt wird. Solange der in Deutschland verbrauchte Strom nicht zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammt, k&ouml;nnen W&auml;rmepumpen prinzipiell nicht klimaneutral sein. 2023 lag der Anteil der Erneuerbaren bei der Stromerzeugung <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/themen\/klima-energie\/erneuerbare-energien\/erneuerbare-energien-in-zahlen\">in Deutschland bei 51,8 Prozent<\/a>, der Anteil am gesamten Endenergieverbrauch gerade einmal bei <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/daten\/umweltindikatoren\/indikator-erneuerbare-energien\">22 Prozent<\/a>.<\/p><p>Im Extremfall, wenn eine Gasheizung mit einem <a href=\"https:\/\/www.thermondo.de\/info\/rat\/vergleich\/wirkungsgrad-der-heizung\/\">Wirkungsgrad von ann&auml;hernd 100 Prozent<\/a> durch eine Luft-Wasser-W&auml;rmepumpe ersetzt wird, die ihre elektrische Energie ausschlie&szlig;lich aus einem Braunkohlekraftwerk mit einem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kohlekraftwerk#Wirkungsgrad\">Wirkungsgrad von 40 Prozent<\/a> bezieht, kann deren CO2-Aussto&szlig; sogar eineinhalb mal so hoch wie im Vergleich zur Gasheizung sein. Bei der Berechnung ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass der <a href=\"https:\/\/www.volker-quaschning.de\/datserv\/CO2-spez\/index.php\">CO2-Aussto&szlig; je Kilowattstunde Strom<\/a> bei Braunkohle doppelt so hoch liegt wie bei Erdgas. Das Gleiche gilt im Grunde auch f&uuml;r die Elektromobilit&auml;t.<\/p><p><strong>Zweifelhafte Wirtschaftlichkeit von W&auml;rmepumpen &ndash; zumindest in den kommenden Jahren<\/strong><\/p><p>Aufgrund der Au&szlig;enpolitik der EU und der Bundesregierung, welche europ&auml;ische beziehungsweise deutsche Wirtschaftsinteressen nicht gerade in den Mittelpunkt stellen, hat sich der Beschaffungspreis von Gas in Deutschland 2022 im Vergleich zum Durchschnitt der vorangegangenen zehn Jahre ann&auml;hernd vervierfacht. Doch auch nach einer deutlichen Entspannung in den Jahren 2023 und 2024 werden die Kosten f&uuml;r die Beschaffung wahrscheinlich nicht wieder auf das Niveau wie vor 2022 sinken. Dies liegt vor allen Dingen daran, dass verfl&uuml;ssigtes Erdgas (LNG), das Deutschland nun in gr&ouml;&szlig;eren Mengen bezieht, im Schnitt <a href=\"https:\/\/www.iwd.de\/artikel\/fluessiggas-ein-mittel-gegen-die-abhaengikeit-von-russland-543050\/\">um 30 Prozent teurer als das russische Pipeline-Gas<\/a> ist.<\/p><p>Angenommen, der Beschaffungspreis bleibt in den n&auml;chsten Jahren gleich, werden die <a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/aktuelles\/co2-preis-kohle-abfallbrennstoffe-2061622\">nationale CO2-Bepreisung<\/a> und ab 2027 die Ausweitung des europ&auml;ischen Emissionshandels auf den <a href=\"https:\/\/www.agora-energiewende.de\/aktuelles\/co2-preis-fuer-verkehr-und-gebaeude-ein-sozialvertraeglicher-uebergang-zum-eu-emissionshandel\">Geb&auml;ude- und Verkehrsbereich (ETS II)<\/a> die gr&ouml;&szlig;ten Preistreiber beim Gaspreis f&uuml;r die Endkunden sein. Analog gilt dies auch f&uuml;r den Heiz&ouml;lpreis und den Preis f&uuml;r Benzin, Diesel und Fl&uuml;ssiggas (LPG).<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240827-Montag-Wirtschaftsminister-01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240827-Montag-Wirtschaftsminister-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Abbildung 1: Gaspreispreis in Cent je Kilowattstunde f&uuml;r ein Einfamilienhaus, Datenquelle: <a href=\"https:\/\/www.bdew.de\/service\/daten-und-grafiken\/bdew-gaspreisanalyse\/\">Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft<\/a><\/small><\/p><p>Die Aussage von Wirtschaftsminister Habeck, dass der Preis f&uuml;r Gas und &Ouml;l zuk&uuml;nftig steigen wird, ist also nicht falsch. Was er jedoch in seinem Werbevideo f&uuml;r W&auml;rmepumpen verschweigt, ist die Tatsache, dass auch die Stromkosten aufgrund der hohen Gaspreise stark angestiegen sind und durchaus ein hohes Risiko besteht, dass sie auch weiterhin deutlich steigen werden.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240827-Montag-Wirtschaftsminister-02.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240827-Montag-Wirtschaftsminister-02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Abbildung 2: Strompreis in Cent je Kilowattstunde f&uuml;r Privathaushalte, Datenquelle: <a href=\"https:\/\/www.bdew.de\/service\/daten-und-grafiken\/bdew-strompreisanalyse\/\">Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft<\/a><\/small><\/p><p>Daran &auml;ndert auch das Ende der EEG-Umlage seit 2022 wenig. Seither wird der Ausbau der erneuerbaren Energien nicht mehr &uuml;ber einen Aufschlag beim Strompreis finanziert, sondern &uuml;ber den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Klima-_und_Transformationsfondsgesetz\">Klima- und Transformationsfonds<\/a>. Dieser speist sich vornehmlich aus den CO2-Abgaben auf fossile Energietr&auml;ger, gr&ouml;&szlig;tenteils jedoch aus Steuergeldern. Die Energiewende soll also prinzipiell nicht mehr von allen Stromverbrauchern, sondern zu einem Teil von den Nutzern fossiler Energie finanziert werden.<\/p><p>Im Grunde ist dies ein starker Anreiz f&uuml;r finanziell gut ausgestattete Besitzer von Eigenheimen, komplett energieautark und unabh&auml;ngig von Stromlieferungen aus dem Netz zu werden. Denn aufgrund der noch auf Jahrzehnte abzusehenden Abh&auml;ngigkeit der Gesamtstromerzeugung von fossilen Energietr&auml;gern, insbesondere von Erdgas, sowie aufgrund des Merit-Order-Prinzips haben hohe Gaspreise auch eine hohe Auswirkung auf den Strompreis. Die CO2-Abgabe beim Gaspreis wird h&ouml;chstwahrscheinlich also zu einer deutlichen Steigerung des Strompreises f&uuml;hren, denn auch Gaskraftwerke m&uuml;ssen am europ&auml;ischen Emissionshandel teilnehmen und Zertifikate f&uuml;r ihren CO2-Aussto&szlig; erstehen.<\/p><p><strong>Langfristige Abh&auml;ngigkeit von Erdgas und das Merit-Order-Prinzip<\/strong><\/p><p>Da die Produktion elektrischer Energie in Windkraft- und Photovoltaikanlagen naturgem&auml;&szlig; schwankt (ohne Sonne kein Solarstrom, ohne Wind kein Windstrom) und in ein Stromnetz immer so viel Energie eingespeist werden muss, wie verbraucht wird, bedarf es kurzfristig hoch- und herunterfahrbarer Gaskraftwerke, um Versorgungsl&uuml;cken der Erneuerbaren zu kompensieren. Das ist der Grund, warum parallel zum fortschreitenden Ausbau von Windkraft und Photovoltaik <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/250973\/umfrage\/nennleistung-der-kraftwerke-nach-energietraeger-in-deutschland\/\">zus&auml;tzliche Gaskraftwerke gebaut werden<\/a>.<\/p><p>Alternativen zur Schlie&szlig;ung der Versorgungsl&uuml;cke mit Erdgas w&auml;ren Energiespeicher, die &uuml;bersch&uuml;ssige Energie aus den Erneuerbaren an sonnen- und windreichen Tagen an sonnen- und windarmen Tagen zur Verf&uuml;gung stellen. Denkbar sind beispielsweise <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pumpspeicherkraftwerk\">Pumpspeicherkraftwerke<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Batteriespeicher\">Batteriespeicher<\/a> und Gaskraftwerke, die mit Wasserstoff betrieben werden, der zuvor aus &uuml;bersch&uuml;ssiger Energie der Erneuerbaren erzeugt wurde.<\/p><p>Doch <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pumpspeicherkraftwerk_Rur\">gro&szlig;e Pumpspeicherkraftwerke sind unpopul&auml;r<\/a>, Batteriespeicher sehr teuer, und die Erzeugung von Wasserstoff aus erneuerbarer Energie ist <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wasserelektrolyse#Technische_Wasserelektrolyse\">verlustbehaftet<\/a> und macht daher erst Sinn, wenn deutlich mehr elektrische Energie aus Erneuerbaren erzeugt wird, als in das Stromnetz eingespeist werden kann. Zudem existiert bisher nur <a href=\"https:\/\/www.bmbf.de\/bmbf\/shareddocs\/kurzmeldungen\/de\/2023\/10\/231023-wasserstoffkraftwerk.html\">ein Gaskraftwerk<\/a> in Deutschland, das auch mit Wasserstoff betrieben werden kann, und derzeit ist die Wasserstoffgewinnung aus fossilen Energietr&auml;gern noch wirtschaftlicher als die Herstellung von Wasserstoff mittels Wasserelektrolyse.<\/p><p>Das <a href=\"https:\/\/www.next-kraftwerke.de\/wissen\/merit-order\">Merit-Order-Prinzip<\/a> ist eine EU-weite Regelung zur Bildung des t&auml;glichen Strompreises an den europ&auml;ischen Stromb&ouml;rsen. Das Kraftwerk mit den teuersten Produktionskosten von Strom, der an einem Tag gehandelt wird, definiert den B&ouml;rsenpreis f&uuml;r alle eingesetzten Kraftwerke. Das Prinzip beg&uuml;nstigt im Grunde erneuerbare Energien, da diese Strom kosteng&uuml;nstig erzeugen k&ouml;nnen. Denn im Gegensatz zu fossilen Kraftwerken oder Kernkraftwerken sind deren ben&ouml;tigte Ressourcen (Wind, Sonne, Wasserkraft) kostenfrei. Da jedoch auf lange Sicht &ndash; wie oben beschrieben &ndash; nicht auf Erdgas bei der Produktion von elektrischer Energie verzichtet werden kann, steigt paradoxerweise auch der Strompreis f&uuml;r erneuerbare Energien, wenn der Gaspreis steigt &ndash; zumindest bei den kurzfristig gehandelten Energiemengen. Abhilfe k&ouml;nnen langfristige Stromliefervertr&auml;ge leisten. Darauf zielt auch die aktuelle <a href=\"https:\/\/www.consilium.europa.eu\/de\/policies\/electricity-market-reform\/\">Strommarktreform der EU<\/a> ab. Kurzfristige und nicht vorhersehbare Schwankungen bei der Produktion der Erneuerbaren k&ouml;nnen jedoch von den Energielieferanten auch in Zukunft nur &uuml;ber den t&auml;glichen Spotmarkt an den Stromb&ouml;rsen kompensiert werden.<\/p><p><strong>Die riskante Wette des Robert Habeck<\/strong><\/p><p>Im Rahmen der Debatte um die Novelle des Geb&auml;udeenergiegesetzes, auch landl&auml;ufig &bdquo;Heizungsgesetz&ldquo; genannt, hat das Bundeswirtschaftsministerium Mitte 2023 eine <a href=\"https:\/\/www.zfk.de\/politik\/deutschland\/strompreis-prognose-2042-habeck-ministerium\">Prognose der Entwicklung der Energiepreise<\/a> vorgelegt. Demnach soll der Erdgaspreis 2027 bei 12,34 Cent pro Kilowattstunde liegen und bis 2042 auf 16,53 Cent ansteigen. Der Strompreis soll 2027 bei 37,37 Cent pro Kilowattstunde liegen, jedoch bis 2042 lediglich auf 40,27 Cent ansteigen. &bdquo;W&auml;rmepumpentarife&ldquo; sollen von lediglich 30,30 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2027 auf 32,65 Cent im Jahr 2042 ansteigen. Die Preise stammen aus der <a href=\"https:\/\/www.bmwk.de\/Redaktion\/DE\/Parlamentarische-Anfragen\/2023\/06\/20-7078.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=4\">Antwort des Wirtschaftsministeriums<\/a> auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion.<\/p><p>Diese Zahlen deuten tats&auml;chlich auf signifikant geringere Betriebskosten der W&auml;rmepumpe hin. Die Berechnung ist relativ simpel: F&uuml;r 3,5 Kilowattstunden Heizenergie ben&ouml;tigen moderne Gasheizungen mit einem Wirkungsgrad von ann&auml;hernd 100 Prozent 3,5 Kilowattstunden Gas. F&uuml;r die gleiche Heizleistung ben&ouml;tigen Luft-Wasser-W&auml;rmepumpen mit einer Jahresarbeitszahl von 3,5 eine Kilowattstunde Strom. Legt man die Preise f&uuml;r 2027 zugrunde, wird eine Heizenergie von 3,5 Kilowattstunden bei Gasheizungen demnach 43,19 Cent kosten, bei W&auml;rmepumpen mit W&auml;rmepumpentarif 30,30 Cent. 2042 w&auml;re das Verh&auml;ltnis folglich noch ung&uuml;nstiger f&uuml;r die Gasheizung.<\/p><p>Die Prognose stammt aus einer <a href=\"https:\/\/www.bmwk.de\/Redaktion\/DE\/Downloads\/Energie\/heizen-mit-65-prozent-erneuerbaren-energien.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=8\">im April 2023 ver&ouml;ffentlichten Studie<\/a>, die das Wirtschaftsministerium in Auftrag gegeben hat. Doch eine Darlegung, wie die prognostizierten Energiepreise berechnet wurden, fehlt in dem Dokument &ndash; und wie unzuverl&auml;ssig die Berechnung ist, kann man bereits an aktuellen Preisen feststellen. F&uuml;r 2024 hat die Studie einen Gaspreis von 12,07 Cent pro Kilowattstunde vorhergesagt. Tats&auml;chlich liegt er derzeit f&uuml;r ein Einfamilienhaus bei 10,68 Cent pro Kilowattstunde. Beim Strompreis liegt die Studie noch weiter daneben. Statt eines prognostizierten Strompreises von 37,00 Cent pro Kilowattstunde f&uuml;r 2024 liegt der tats&auml;chliche Preis f&uuml;r Privathaushalte derzeit bei 41,35 Cent pro Kilowattstunde.<\/p><p>Die vom Wirtschaftsministerium vorgelegten prognostizierten Energiepreise enthalten noch weitere Haken. So ist ein <a href=\"https:\/\/www.verivox.de\/heizstrom\/waermepumpentarife\/\">W&auml;rmepumpentarif &uuml;berhaupt nicht gesetzlich vorgeschrieben<\/a>. Endverbraucher sind also darauf angewiesen, dass die Energielieferanten einen derartigen Tarif anbieten. Zudem ist ein weiterer Z&auml;hler und eine externe Steuereinheit zur eventuellen Drosselung der Heizleistung der W&auml;rmepumpe durch den Netzbetreiber notwendig, die zus&auml;tzliche Anschlusspreise und Netzentgelte verursachen. Daher lohnt sich laut dem <a href=\"https:\/\/www.verivox.de\/heizstrom\/ratgeber\/wann-ist-ein-spezieller-waermepumpentarif-sinnvoll-1120520\/\">Vergleichsportal Verivox<\/a> ein W&auml;rmepumpentarif erst bei einem Verbrauch ab 5.000 Kilowattstunden pro Jahr.<\/p><p>Des Weiteren wurde bei der Berechnung der Prognose offenbar die Anfang 2023 beschlossene und ab 2027 geltende Ausweitung des europ&auml;ischen Emissionshandels auf den Geb&auml;ude- und Verkehrsbereich (ETS II) nicht ber&uuml;cksichtigt. Der Denkfabrik <a href=\"https:\/\/www.agora-energiewende.de\/aktuelles\/co2-preis-fuer-verkehr-und-gebaeude-ein-sozialvertraeglicher-uebergang-zum-eu-emissionshandel\">Agora Energiewende<\/a> zufolge ist bei dem &Uuml;bergang von der nationalen zur EU-weiten CO2-Bepreisung in Deutschland ein sprunghafter Anstieg des Gaspreises um drei Cent pro Kilowattstunde m&ouml;glich. Statt der prognostizierten 12,34 Cent pro Kilowattstunde k&ouml;nnte der Gaspreis 2027 bei heutigen Beschaffungspreisen bei &uuml;ber 15 Cent pro Kilowattstunde liegen. Aufgrund der weiter oben dargelegten Abh&auml;ngigkeiten zwischen Gas- und Strompreis k&ouml;nnte auch der Strompreis ab 2027 sprunghaft steigen.<\/p><p>Die Entwicklung des Strompreises im Vergleich zum Gaspreis h&auml;ngt letztendlich elementar davon ab, ob sich die ehrgeizigen Ziele des von Robert Habeck gef&uuml;hrten Wirtschaftsministeriums beim Ausbau der Erneuerbaren erreichen lassen. Demzufolge m&uuml;ssten die installierten Leistungen bis 2030 von Photovoltaik auf 215 Gigawatt, von Wind an Land auf 115 Gigawatt und von Wind auf See auf 30 Gigawatt <a href=\"https:\/\/www.bmwk.de\/Redaktion\/DE\/Dossier\/erneuerbare-energien.html\">wachsen<\/a>. In welchem Ma&szlig;e der bisherige Ausbau gesteigert werden muss, verdeutlicht folgende Abbildung.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240827-Montag-Wirtschaftsminister-03.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240827-Montag-Wirtschaftsminister-03.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Abbildung 3: Installierte Leistung erneuerbarer Energien in Deutschland in Gigawatt (ab 2024 gesch&auml;tzt), Datenquelle: <a href=\"https:\/\/www.bmwk.de\/Redaktion\/DE\/Dossier\/erneuerbare-energien#entwicklung-in-zahlen\">Bundesministerium f&uuml;r Wirtschaft und Klimaschutz<\/a> (1) \/ <a href=\"https:\/\/www.bmwk.de\/Redaktion\/DE\/Dossier\/erneuerbare-energien.html\">Bundesministerium f&uuml;r Wirtschaft und Klimaschutz (2)<\/a><\/small><\/p><p>Professor J&uuml;rgen Karl vom Lehrstuhl f&uuml;r Energieverfahrenstechnik an der Universit&auml;t Erlangen-N&uuml;rnberg hat bereits Mitte 2023 die Ausbauziele f&uuml;r unrealistisch gehalten, einen zuk&uuml;nftig vermehrten Einsatz von Gaskraftwerken prognostiziert und daher einen Strompreis von 60 bis 80 Cent pro Kilowattstunde <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/verbraucher\/strompreis-2030-energie-100.html\">bis 2030 f&uuml;r realistisch erkl&auml;rt<\/a>. Selbst bei einem Gaspreis von 16 Cent pro Kilowattstunde und einem g&uuml;nstigen W&auml;rmepumpentarif k&ouml;nnte dann eine Luft-Wasser-W&auml;rmepumpe im Unterhalt teurer als eine effiziente Gasheizung sein.<\/p><p>Im Grunde handelt es sich bei der Entwicklung der Strompreise um eine Wette von Robert Habeck, deren Folgen &ndash; sollte er sie verlieren &ndash; nicht er pers&ouml;nlich, sondern die vielen Hausbesitzer tragen m&uuml;ssen, die eine effiziente und noch intakte Gasheizung durch eine Luft-Wasser-W&auml;rmepumpe ausgetauscht haben. Dass immer mehr Hausbesitzer diese Wette nicht mehr mitgehen, kann man an dem deutlichen <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/wirtschaft\/waermepumpe-absatz-heizung-gesetz-100.html\">Einbruch des Absatzes von W&auml;rmepumpen<\/a> erkennen.<\/p><p><strong>Ist die deutsche Wirtschafts- und Klimaschutzpolitik verantwortungsvoll?<\/strong><\/p><p>Hintergrund der k&uuml;nstlichen Verteuerung von fossilen Energien sind verschiedene weltweite, europ&auml;ische und nationale <a href=\"https:\/\/www.bmwk.de\/Redaktion\/DE\/Textsammlungen\/Industrie\/klimaschutz.html\">Klimaschutzabkommen und Klimaschutzgesetze<\/a>. EU-weit gilt derzeit das Klimaschutzpaket <a href=\"https:\/\/www.consilium.europa.eu\/de\/policies\/green-deal\/fit-for-55\/\">&bdquo;Fit for 55&ldquo;<\/a>, dessen Ziel es ist, dass die EU-Mitglieder ihren Treibhausgasaussto&szlig; bis 2030 um 55 Prozent im Vergleich zu 1990 senken und bis 2050 klimaneutral werden. Das Mitte 2021 vom Bundestag beschlossene <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bundes-Klimaschutzgesetz\">Bundes-Klimaschutzgesetz<\/a> geht noch weiter. Demnach soll Deutschland seinen Treibhausgasaussto&szlig; bis 2030 um 65 Prozent im Vergleich zu 1990 senken und bis 2045 klimaneutral werden.<\/p><p>Um diese Ziele zu erreichen, m&uuml;ssen enorme Mengen an Treibhausgasemissionen <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/daten\/klima\/treibhausgasminderungsziele-deutschlands#projektionsdaten-2024\">eingespart werden<\/a>. Mit der Einf&uuml;hrung von ETS II ab 2027 wird der CO2-Preis im Geb&auml;ude- und Verkehrsbereich nicht mehr pauschal &uuml;ber einen Preiszuschlag bestimmt, sondern von der zul&auml;ssigen H&ouml;chstmenge an Treibhausgasaussto&szlig; und den entsprechenden zum Handeln zur Verf&uuml;gung stehenden CO2-Zertifikaten. Der H&ouml;chstpreis f&uuml;r eine Tonne CO2 lag 2023 bereits bei <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/energie\/rekorderloes-emissionshandel-100.html\">&uuml;ber 100 Euro<\/a>. Zum Vergleich: Derzeit liegt der nationale Preis f&uuml;r eine Tonne CO2 im Geb&auml;ude- und Verkehrsbereich bei 45 Euro pro Tonne. Mit dem &Uuml;bergang zum mengenbasierten Emissionshandel sind <a href=\"https:\/\/www.energiezukunft.eu\/mobilitaet\/uebergang-von-nationalem-zu-eu-emissionshandel-vordenken\">Preise bis zu 200 Euro pro Tonne m&ouml;glich<\/a>.<\/p><p>Steht nicht genug erneuerbare Energie bereit, werden in s&auml;mtlichen Lebensbereichen die Preise empfindlich ansteigen, egal ob man mit einer W&auml;rmepumpe heizt oder ein Elektroauto f&auml;hrt. Denn es ist nicht nur zu erwarten, dass der Strompreis deutlich ansteigt. Die Preissteigerung wird dann auch auf alle Produkte und Dienstleistungen aufgeschlagen, so wie dies bereits seit der Energiekrise mit dem Beginn des Ukraine-Krieges zu verzeichnen ist. Die Energiekrise wird sozusagen durch eine k&uuml;nstliche Verteuerung von Energie fortgesetzt. An diesem Punkt stellen sich die berechtigten Fragen: Ist das noch eine verantwortungsvolle Wirtschafts- und Klimaschutzpolitik? Was n&uuml;tzt dem Klimaschutz ein Umstieg auf eine W&auml;rmepumpe oder ein Elektroauto, wenn am Ende die Energie daf&uuml;r mit Braunkohle oder Erdgas bereitgestellt wird? Was n&uuml;tzt es der Wirtschaft, wenn die Kaufkraft der Konsumenten durch hohe Energiepreise gedrosselt wird? Es besteht die ernst zu nehmende Gefahr, dass Deutschland zwar seine Klimaziele erreicht, jedoch nur durch eine erhebliche Reduktion des Energieverbrauchs sowie einen einhergehenden Verlust an Wirtschaftswachstum und Wohlstand.<\/p><p>Diese kritische Sicht erscheint noch berechtigter, wenn man sich die Klimaschutzma&szlig;nahmen in anderen L&auml;ndern mit hohem Treibhausgasaussto&szlig; ansieht. Zwar hat auch China, das f&uuml;r knapp ein Drittel der weltweiten CO2-Emissionen <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/179260\/umfrage\/die-zehn-groessten-c02-emittenten-weltweit\/\">verantwortlich ist<\/a> (Deutschland: 1,8 Prozent, EU: 9,1 Prozent), einen CO2-Preis eingef&uuml;hrt. Allerdings liegt dieser bei weniger als <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/CO2-Preis\">zehn Dollar pro Tonne<\/a>. Viele US-Bundesstaaten haben noch gar keinen CO2-Preis eingef&uuml;hrt, obwohl die USA mit einem Anteil von 13 Prozent auf dem zweiten Platz hinter China liegen. Indien (7,6 Prozent) und Russland (4,5 Prozent) haben keine CO2-Bepreisung, Japan (2,8 Prozent) erhebt eine CO2-Steuer von umgerechnet 2,40 Euro je Tonne CO2-Aussto&szlig;.<\/p><p><strong>Die gr&ouml;&szlig;ten Profiteure der Energiewende<\/strong><\/p><p>Seit 2010 sind durch EEG-Umlage und Bundeszusch&uuml;sse knapp 270 Milliarden Euro an F&ouml;rderung <a href=\"https:\/\/www.netztransparenz.de\/de-de\/Erneuerbare-Energien-und-Umlagen\/EEG\/Transparenzanforderungen\/EEG-Konten%C3%Bcbersicht\">in den Ausbau erneuerbarer Energien geflossen<\/a>. Einer <a href=\"https:\/\/www.bdew.de\/media\/original_images\/2024\/04\/24\/fortschrittsmonitor_2024_zCu1QX7.pdf\">Studie des Beratungsunternehmens EY und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW)<\/a> zufolge m&uuml;ssen bis 2030 allein in der Energiewirtschaft weitere 721 Milliarden Euro investiert werden, bis 2035 sind noch einmal 493 Milliarden notwendig. Mit &ouml;ffentlicher F&ouml;rderung allein wird diese Investitionssumme nicht aufzubringen sein, denn im Klima- und Transformationsfonds sind f&uuml;r das Jahr 2024 <a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/aktuelles\/der-klima-und-transformationsfonds-2024-2250738\">lediglich 49 Milliarden Euro vorgesehen<\/a>. F&uuml;r das Jahr 2024 werden zudem <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/verbraucher\/co2-preis-energie-100.html\">nur 10,9 Milliarden Euro Einnahmen aus dem CO2-Preis erwartet<\/a>. Das bedeutet, dass die Energiewende gr&ouml;&szlig;tenteils &uuml;ber Steuergelder finanziert werden muss.<\/p><p>Allein die Diskrepanz zwischen Bedarf und geplanter F&ouml;rderung zeigt, wie illusorisch die ehrgeizigen Ausbauziele der Erneuerbaren sind, wenn private Investoren nicht mitziehen. Hinzu kommt, dass sich die &Uuml;bertragungsnetzbetreiber dieses Jahr bei der Sch&auml;tzung des Strompreises und damit bei der Berechnung des Bundeszuschusses auf das EEG-Konto <a href=\"https:\/\/www.pv-magazine.de\/2024\/06\/26\/zusaetzlicher-finanzierungsbedarf-fuer-das-eeg-konto-sorgt-fuer-diskussionen\/\">verkalkuliert haben<\/a>. Denn paradoxerweise wird der Strompreis an den Energieb&ouml;rsen im Jahr 2024 geringer gehandelt als erwartet. Das liegt vor allen Dingen an hohen Ertr&auml;gen der Erneuerbaren. Da die Betreiber von EEG-Anlagen eine staatlich garantierte Einspeiseverg&uuml;tung erhalten, wird die Differenz zwischen B&ouml;rsenstrompreis und Einspeiseverg&uuml;tung aus dem Klima- und Transformationsfonds ausgeglichen. Statt geplanter 10,6 Milliarden Euro fallen 2024 diesbez&uuml;glich voraussichtlich 19,3 Milliarden Euro an.<\/p><p>Es stellt sich heraus, dass die Betreiber von Windkraft- und Photovoltaikanlagen immer mit hohen Ertr&auml;gen rechnen k&ouml;nnen. Wenn an Tagen mit hoher Produktion der Erneuerbaren der Strompreis niedrig ist, springt der Bund ein. An Tagen mit niedrigen Ertr&auml;gen, wenn Gaskraftwerke die Versorgungsl&uuml;cke schlie&szlig;en m&uuml;ssen, profitieren sie &uuml;ber das Merit-Order-Prinzip von einem hohen Strompreis. Auf eine Kleine Anfrage der CDU\/CSU-Fraktion, wie die Mehrkosten aus dem Bundeshaushalt gedeckt werden sollen, <a href=\"https:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/20\/124\/2012405.pdf\">antwortete das Wirtschaftsministerium<\/a>, das Bundeskabinett habe den Entwurf eines Nachtragshaushaltsgesetzes beschlossen und &bdquo;Mehrbedarfe bei der EEG-F&ouml;rderung und Mindereinnahmen aus dem europ&auml;ischen Emissionshandel werden im Umfang von insgesamt 10,375 Mrd. Euro ausgeglichen&ldquo;. Das hei&szlig;t, auch hier soll der Steuerzahler die Folgen der Fehlplanung begleichen.<\/p><p>Anhand der <a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/aktuelles\/der-klima-und-transformationsfonds-2024-2250738\">Erkl&auml;rung der Bundesregierung<\/a> zu den F&ouml;rderprojekten des Klima- und Transformationsfonds ist erkennbar, welche Wirtschaftszweige von den hohen staatlichen Subventionen im Rahmen der Energiewende profitieren. Neben den Herstellern, Installateuren und Betreibern von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie fallen darunter die Hersteller und Installateure von W&auml;rmepumpen, Halbleiterhersteller, die Wasserstoffwirtschaft, Batteriespeicherhersteller, Unternehmen, die die Tank- und Ladeinfrastruktur f&uuml;r Elektromobilit&auml;t ausbauen, sowie Energieberater. &bdquo;Alle B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger und gro&szlig;e Teile der Wirtschaft&ldquo; w&uuml;rden durch den Fonds &bdquo;weiterhin beim Strompreis entlastet&ldquo;, denn &bdquo;die EEG-Umlage bleibt abgeschafft&ldquo;, lautet es weiter in der Erkl&auml;rung der Bundesregierung. Das klingt so, als ob der Fonds eine eierlegende Wollmilchsau sei. Doch das ist nur eine Illusion, denn die &bdquo;B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger&ldquo;, die zuvor &uuml;ber den Strompreis zur Kasse gebeten wurden, finanzieren nun &uuml;ber den CO2-Preis und &uuml;ber Steuern die hohen Subventionen f&uuml;r die profitierenden Unternehmen.<\/p><p>Letztere findet man dann auch logischerweise unter den F&ouml;rderern der beiden gr&uuml;nen Lobby-Vereine <a href=\"https:\/\/www.wirtschaftsvereinigung-gruene.de\/ueber-uns\/\">&bdquo;Die Wirtschaftsvereinigung der Gr&uuml;nen&ldquo;<\/a> und <a href=\"https:\/\/gruener-wirtschaftsdialog.de\/mitglieder\/\">&bdquo;Gr&uuml;ner Wirtschaftsdialog&ldquo;<\/a> wieder. Es entsteht der Eindruck, als w&auml;re aus der Energiewende eine sich selbst erhaltende Subventionsblase entstanden &ndash; mit dem Wirtschaftsminister in deren Zentrum. Dieser Eindruck verh&auml;rtet sich, wenn man einen mittlerweile gel&ouml;schten Tweet des W&auml;rmepumpenherstellers Enpal betrachtet.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240827-Montag-Wirtschaftsminister-04.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240827-Montag-Wirtschaftsminister-04.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Abbildung 4: Tweet des W&auml;rmepumpenherstellers Enpal, Quelle: X<\/small><\/p><p><strong>Schlussbetrachtung<\/strong><\/p><p>Die urspr&uuml;nglichen Ziele der hohen staatlichen Subventionen der Energiewende waren Klimaschutz und Unabh&auml;ngigkeit von fossiler Energie, die Deutschland gr&ouml;&szlig;tenteils aus dem Ausland importieren muss. Es bestand die Hoffnung, dass die Energiewende ein Selbstl&auml;ufer wird, dass sie sich durch g&uuml;nstigere Energie von selbst tr&auml;gt, dass Heizen mit W&auml;rmepumpen und das Fahren mit Elektroautos preiswerter wird als herk&ouml;mmliche L&ouml;sungen. Doch nach fast 30 Jahren immens hoher F&ouml;rderkosten wird noch nicht einmal ein Viertel der in Deutschland verbrauchten Endenergie durch Erneuerbare bereitgestellt. Trotzdem halten &bdquo;Vision&auml;re&ldquo; wie Robert Habeck an dem Ziel fest, in den n&auml;chsten 20 Jahren die riesige L&uuml;cke zur vollst&auml;ndigen Klimaneutralit&auml;t schlie&szlig;en zu k&ouml;nnen &ndash; koste es, was es wolle.<\/p><p>Anstatt einen Schritt zur&uuml;ckzutreten und die Sinnhaftigkeit und soziale Vertr&auml;glichkeit der eigenen Ziele zu &uuml;berpr&uuml;fen, erh&ouml;ht die Bundesregierung die Schlagzahl sogar noch. Dieses Vorgehen allein damit zu begr&uuml;nden, das Klima zu retten, erscheint geradezu absurd, wenn man die Bem&uuml;hungen anderer L&auml;nder mit hohem Treibhausgasaussto&szlig; in Betracht zieht. Wenn Menschen im mittleren und unteren Einkommensbereich den beheizten Wohnraum verringern sowie auf Mobilit&auml;t, Reisen, hochwertige Produkte, Dienstleistungen und Lebensmittel verzichten m&uuml;ssen, damit einige hoch subventionierte Unternehmen und Nutznie&szlig;er der Erzeugung erneuerbarer Energie weiterhin hohe Profite einfahren, dann entsteht der nicht von der Hand zu weisende Eindruck einer Umverteilung von unten nach oben. Betrachtet man die aktuellen Umfragezahlen und Wahlergebnisse, sieht es so aus, als ob eine Mehrheit der W&auml;hler eher auf einen Politikwechsel hofft, als den derzeitig eingeschlagenen Weg weiterhin zu unterst&uuml;tzen.<\/p><p><small>Titelbild: penofoto\/shutterstock.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/bc97592fd1f84c82a6c5760ee1ef2879\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angesichts steigender Energiepreise, bisher nicht erreichter Ausbauziele der Erneuerbaren und Fehlplanungen bei deren Finanzierung stellt sich die Frage, ob es in der Klimapolitik vorrangig um sozial vertr&auml;glichen Klimaschutz geht. Oder hat sich eine Subventionsblase entwickelt, in deren Zentrum der Wirtschaftsminister steht und gro&szlig;z&uuml;gig Gelder an Unternehmen verteilt, die wiederum gr&uuml;ne Lobbyvereine finanzieren? Ein Erkl&auml;rungsversuch anhand<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=120243\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":120244,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,198,162,164,129],"tags":[492,3338,3205,2182,2366,3068,394,3414],"class_list":["post-120243","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-einzelne-politiker-personen-der-zeitgeschichte","category-energiepolitik","category-energiewende","category-lobbyorganisationen-und-interessengebundene-wissenschaft","tag-eeg","tag-emissionshandel","tag-energiepreise","tag-erneuerbare-energie","tag-habeck-robert","tag-klimaneutralitaet","tag-subventionen","tag-waermepumpen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Shutterstock_2301176001.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/120243","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=120243"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/120243\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":120291,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/120243\/revisions\/120291"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/120244"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=120243"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=120243"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=120243"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}