{"id":120453,"date":"2024-08-31T12:00:16","date_gmt":"2024-08-31T10:00:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=120453"},"modified":"2024-08-31T03:41:13","modified_gmt":"2024-08-31T01:41:13","slug":"das-jahr-2024-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=120453","title":{"rendered":"Das Jahr 2024 \u2013 Teil 1"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gaza, die Ukraine und Eurasien in der Krise des westlichen Niedergangs. <\/strong>Seit dem 24. Jahr des 21. Jahrhunderts hat man das Gef&uuml;hl, dass die Entwicklungen des Krieges in der Ukraine und des Massakers im Gazastreifen das markieren, was die Russen &bdquo;vodorazdiel&ldquo; (&#1074;&#1086;&#1076;&#1086;&#1088;&#1072;&#1079;&#1076;&#1077;&#1083;) bezeichnen, eine &bdquo;Wasserscheide&rdquo;, die einen Meilenstein, einen Wendepunkt in der Krise des Niedergangs des Westens und seiner unangefochtenen globalen Dominanz markiert. Lesen Sie heute den ersten Teil des dreiteiligen Artikels von <strong>Rafael Poch-de-Feliu<\/strong>, &Uuml;bersetzung aus dem Spanischen von <strong>Walter Tauber<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nMan kannte zwei wesentliche Aspekte dieser Krise, die r&uuml;ckl&auml;ufige Entwicklung der westlichen Macht und die Verlagerung der globalen Macht nach Asien. Seit dem 16. Jahrhundert hatte die europ&auml;ische Welt und sp&auml;ter ihre nordamerikanische Ausdehnung das Schachbrett definiert, die Regeln auferlegt und die Preise festgelegt. Der Rest der Welt war lediglich ein Ziel ihrer Vorherrschaft. Die ver&auml;nderte Situation, die wir heute erleben, mit der wachsenden Kluft zwischen dem &bdquo;erweiterten Westen&rdquo; und dem &bdquo;globalen S&uuml;den&rdquo;, ist eine ernsthafte psychologische und mentale Pr&uuml;fung f&uuml;r diejenigen, die gezwungen sind, abzutreten oder ihre Rolle als Meister zu &auml;ndern. Der Herr hatte die Kraft, &uuml;bte praktisch unangefochtene Macht aus und f&uuml;rchtet nat&uuml;rlich, dass derjenige, der nun das Ruder &uuml;bernimmt, sich genauso verhalten wird wie er, d. h. als r&uuml;cksichtsloser Diktator und Ausbeuter. Die Mentalit&auml;t dieser Angst spiegelt sich in dem bekannten Sprichwort wider: &bdquo;Der Dieb denkt, alle sind wie er&ldquo;.<\/p><p>Man war sich bewusst, dass dieser Niedergang Teil eines historischen Prozesses war &ndash; d. h. unaufhaltsam und langsam zugleich &ndash;, der mit dem Aufstieg und Fall der Gro&szlig;m&auml;chte und ihrer &bdquo;St&auml;rke&rdquo; und &bdquo;Ersch&ouml;pfung&rdquo; im Laufe ihrer Geschichte zusammenhing. Man wusste, dass wir es mit einem Prozess zu tun haben, den man besser oder schlechter steuern, aber nicht umkehren kann; dass die US-Wirtschaft 1945 fast die H&auml;lfte der Weltwirtschaft ausmachte und 2024 nur noch 15,2 Prozent des Welt-BSP [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] ausmachen wird; und dass China, Indien und Brasilien, die damals im globalen Kr&auml;fteverh&auml;ltnis in der Welt keine Rolle spielten, heute wichtige Akteure sind. Jeder hat verstanden, dass die Organisation der Welt nach dem Zweiten Weltkrieg &uuml;berholt ist und dass die unipolare Vorherrschaft der Vereinigten Staaten nach dem 11. September 2001, der Versuch, die Situation milit&auml;risch zu &bdquo;managen&rdquo;, ein eklatanter Misserfolg gewesen ist. Mit zwischen 4,5 und 4,7 Millionen direkten und indirekten Toten und 38 Millionen Vertriebenen in den Kriegen, die die USA im Irak, in Libyen oder Afghanistan begonnen haben, hat ihre Macht in Zentralasien und im Nahen Osten nur R&uuml;ckschl&auml;ge erlitten. [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><p>Russland, das ebenfalls Teil dieses Niedergangs ist &ndash; denn es ist offensichtlich, dass es nie wieder so m&auml;chtig sein wird wie mit der UdSSR &ndash; und das danach strebte, sich &bdquo;Respekt zu verschaffen&rdquo;, hat sich schlie&szlig;lich der gleichen milit&auml;rischen &bdquo;L&ouml;sung&rdquo; in seinem unmittelbaren Hinterland angeschlossen. Das Ziel ist, seine Position auf der eurasischen Landkarte, die es seit dem 18. Jahrhundert hatte, wieder herzustellen. Was die Europ&auml;ische Union betrifft, die als Projekt an sich schon eine Antwort auf den Niedergang war (sie hat sich zusammengeschlossen, um die f&uuml;hrende Rolle in der Welt zu behalten), so hat sie im Laufe der Zeit an Gewicht und Einfluss verloren, bis sie zu einem blo&szlig;en Handlanger der Vereinigten Staaten verkommen ist. All dies war bekannt, aber pl&ouml;tzlich vermitteln diese beiden kriegerischen Konflikte, die die Grenzen der westlichen Milit&auml;rmacht in der Ukraine markieren und das moralische Debakel der westlichen Unterst&uuml;tzung f&uuml;r ein Massaker an Zivilisten in Gaza festschreiben, das Gef&uuml;hl einer Zuspitzung, die alles beschleunigt. Die Welt n&auml;hert sich dem Szenario eines allgemeinen Krieges, eines Weltkrieges, mit Schaupl&auml;tzen in Europa, dem Nahen Osten und Ostasien.<\/p><p><strong>Drei Fronten<\/strong><\/p><p>In der Ukraine hat der Prozess der milit&auml;rischen Einkreisung einer nuklearen Supermacht durch feindliche Milit&auml;rb&uuml;ndnisse und Ressourcen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft zu den gef&auml;hrlichsten nuklearen Spannungen seit der kubanischen Raketenkrise von 1962 gef&uuml;hrt. Russland wird beschuldigt, eine Reihe apokalyptischer Drohungen ausgesto&szlig;en zu haben, die zum strategischen Kanon beider Seiten im Kalten Krieg geh&ouml;rten. John Bolton selbst, Donald Trumps ehemaliger nationaler Sicherheitsberater und einer der verr&uuml;cktesten Kriegstreiber des republikanischen Establishments in Washington, erkannte ausdr&uuml;cklich die G&uuml;ltigkeit und Aktualit&auml;t dieses Kanons an, demzufolge man keine Milit&auml;rbasen und Anlagen, &bdquo;die Offensivwaffen, Tr&auml;gersysteme oder andere bedrohliche F&auml;higkeiten (&hellip;) wie Hyperschall-Marschflugk&ouml;rper, die schwieriger zu verfolgen, aufzusp&uuml;ren und zu zerst&ouml;ren sind als ballistische Raketen&ldquo;, in der N&auml;he der Grenzen der jeweils anderen Seite errichten darf. Bolton gab diese Erkl&auml;rung ab, nachdem das <em>Wall Street Journal<\/em> im Juni 2023 die Falschmeldung ver&ouml;ffentlicht hatte, dass China und Kuba &uuml;ber die Einrichtung eines chinesischen Milit&auml;rst&uuml;tzpunktes auf der Insel verhandeln w&uuml;rden [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]. <\/p><p>Eine solche Initiative stelle &bdquo;eine rote Linie f&uuml;r die Vereinigten Staaten dar&rdquo; und sei &bdquo;eine Aussicht, die wir nicht tolerieren k&ouml;nnen&rdquo;. Bolton wiederholte die Argumente, die Russland und China in Bezug auf die Situation in ihrer geografischen Umgebung vorbringen, sowohl in der Ukraine als auch um Taiwan und im s&uuml;dchinesischen Meer [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]. Anders als bei der Krise von 1962 werden diese Argumente von politischen Entscheidungstr&auml;gern, die keine biografische Kriegserfahrung haben, m&uuml;helos ignoriert. Und dies geschieht in v&ouml;lliger Abwesenheit der R&uuml;stungskontrollmechanismen und -vereinbarungen, die nach den gro&szlig;en nuklearen Spannungskrisen des Kalten Krieges eingef&uuml;hrt und nun von den Vereinigten Staaten einseitig au&szlig;er Kraft gesetzt wurden. Das Ergebnis ist, dass die Welt noch nie so gef&auml;hrlich nahe an einer nuklearen Katastrophe war, so die f&uuml;hrende Institution, die diese Gefahr seit 1947 misst &ndash; die Doomsday Clock des Bulletin of the Atomic Scientists an der University of Chicago [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>].<\/p><p>Im Nahen Osten spielt sich eine &auml;hnliche Trag&ouml;die ab: der Versuch, mit den Methoden vergangener Jahrhunderte eine Situation zu l&ouml;sen, die sich im 21. Jahrhundert abspielt. Der israelische Kolonialismus ist ein sehr spezifischer Kolonialismus, in dem die kolonisierte Bev&ouml;lkerung keinen Nutzen als ausgebeutete Arbeitskraft hat. F&uuml;r den israelischen Kolonisator ist &bdquo;der beste Pal&auml;stinenser derjenige, der tot ist oder das Land verlassen hat&rdquo;, um es mit den Worten von Edward Said zu sagen [<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]. Die totale Eliminierung der einheimischen Bev&ouml;lkerung und ihre Ersetzung waren in der Vergangenheit m&ouml;glich, im 18. und 19. Jahrhundert in Nordamerika oder Australien. Aber Israel ist sp&auml;t dran mit dieser &bdquo;Endl&ouml;sung&rdquo;, deren Opfer die europ&auml;ischen Juden im gr&ouml;&szlig;ten rassistischen Verbrechen der modernen Geschichte wurden. Dieses tragische Paradoxon f&uuml;hrt zu der irrsinnigen Aggressivit&auml;t des Zionismus mit seiner Mischung aus kolonialer Gewalt alter Schule, modernsten Waffen und einer suprematistischen Ideologie, die in primitive biblische Szenen verpackt ist.<\/p><p>Das Streben nach Sicherheit eines kleinen Volkes, das &uuml;ber keine nat&uuml;rlichen Ressourcen verf&uuml;gt und von feindlichen Staaten und radikalisierten Bev&ouml;lkerungsgruppen umgeben ist, f&uuml;hrt zu einer selbstm&ouml;rderischen, aggressiven Politik gegen&uuml;ber seiner gesamten Umwelt, die ihre Wurzeln in einer schrecklichen, jahrhundertealten Verfolgungsgeschichte hat. Eine unhaltbare Strategie ohne die Vereinigten Staaten, deren Unterst&uuml;tzung nicht ewig andauern wird. Eine ganze Gesellschaft von verunsicherten Migranten ist zu dieser Aggressivit&auml;t erzogen worden, deren Politiker, Milit&auml;rs und Zivilgesellschaft offen und ungeniert zum Massaker an Zivilisten aufrufen. Noch nie hat der Beweis f&uuml;r moralischen Selbstmord so viele Zuschauer gehabt. Anfang Dezember 2023 sch&auml;tzte der renommierte pal&auml;stinensische Historiker Walid Al Khalidy, dass Israel in sechs Wochen Krieg gegen Gaza mehr Pal&auml;stinenser get&ouml;tet hat als in 106 Jahren j&uuml;discher Pr&auml;senz in Pal&auml;stina. Die &uuml;berw&auml;ltigende milit&auml;rische &Uuml;berlegenheit Israels, die durch die US-Luftbr&uuml;cke noch verst&auml;rkt wurde, hat diesen Konflikt &bdquo;zu einem der zerst&ouml;rerischsten und t&ouml;dlichsten des 21. Jahrhunderts&rdquo; gemacht. <\/p><p>Al Khalidy, Gr&uuml;nder des Instituts f&uuml;r Pal&auml;stinastudien, sch&auml;tzte, dass Israel fast 20.000 Pal&auml;stinenser, zumeist Zivilisten, get&ouml;tet hat, mehr als seit Beginn der j&uuml;dischen Pr&auml;senz in Pal&auml;stina nach dem Versprechen der Balfour-Erkl&auml;rung von 1917, eine &bdquo;j&uuml;dische Heimst&auml;tte in Pal&auml;stina&rdquo; zu schaffen. Haytham Manna seinerseits, Pr&auml;sident des Skandinavischen Instituts f&uuml;r Menschenrechte (SIHR) und Doyen der politischen Gegner Syriens, wies darauf hin, dass der Krieg zur Zerst&ouml;rung des Gazastreifens in 55 Tagen doppelt so viele zivile Opfer gefordert hat wie in den zwei Jahren des Krieges in der Ukraine (2022-2023) (siehe Tabelle 1 Child deaths in conflict zones. Quellen Irak, Syrien und Jemen (UNICEF), Gaza (OCHA), Afghanistan (UNAMA) und Regierung der Ukraine) und dass die Zahl der in der Enklave get&ouml;teten Journalisten, &Auml;rzte und Mitarbeiter von UN-Organisationen unendlich viel h&ouml;her ist als die Zahl der Todesopfer dieser Gruppen in den 20 Jahren Krieg in Vietnam (1955-1975) oder in den acht Jahren Krieg im Irak (2003-2011). Genauer gesagt wurden innerhalb von 45 Tagen 50 Journalisten im Gazastreifen get&ouml;tet, elf von ihnen bei der Aus&uuml;bung ihres Berufes: eine der h&ouml;chsten Opferzahlen dieses Jahrhunderts [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]. Ende Februar 2024 lag die Zahl der get&ouml;teten pal&auml;stinensischen Zivilisten bei fast 30.000, nicht eingerechnet die Zehntausenden, die unter den Tr&uuml;mmern &bdquo;vermisst&rdquo; werden.<\/p><p>Die Haltung der westlichen Regierungen gegen&uuml;ber dem Spektakel eines Massakers, das milit&auml;risch und politisch unterst&uuml;tzt, von ihren Medien gerechtfertigt und vertuscht und teilweise live &uuml;bertragen wird, hat die Kluft zwischen dem Westen und dem globalen S&uuml;den so gro&szlig; wie nie zuvor gemacht, selbst in einigen westlichen Metropolen, in denen Demonstrationen zur Unterst&uuml;tzung der Massakrierten verboten und kriminalisiert werden. Das Gemetzel hat das zerst&ouml;rt, was von der nach 20 Jahren Krieg bereits schwer besch&auml;digten Glaubw&uuml;rdigkeit der Vereinigten Staaten im Nahen Osten &uuml;brig geblieben ist &ndash; einschlie&szlig;lich ihres Anspruchs, ein Vermittler zu sein. Durch die Weigerung, Israels Kriegsverbrechen zu verurteilen, wurde die Heuchelei Washingtons und Br&uuml;ssels angesichts der russischen Invasion in der Ukraine aufgedeckt.<\/p><p>Die Verleugnung des vom erweiterten Westen praktizierten Grundsatzes der Gleichheit der Menschen sowie dessen Vereinbarkeit mit den &bdquo;europ&auml;ischen Werten&rdquo; und der semantischen Instrumentalisierung von Demokratie und Menschenrechten ist deutlich geworden. Das historische Ged&auml;chtnis des S&uuml;dens hat in Gaza daran erinnert, dass der Kolonialismus die &bdquo;Zivilisation&rdquo; durch V&ouml;lkermord durchgesetzt hat, was mit der Aufkl&auml;rung, der Gewaltenteilung und dem Parlamentarismus durchaus vereinbar war [<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>]. Das europ&auml;ische historische Ged&auml;chtnis kennt auch die Koexistenz des Humanismus der Renaissance mit den Religionskriegen und Auschwitz mit der deutschen &bdquo;gro&szlig;en Kultur&rdquo;. In Deutschland und Frankreich haben die Nachfolger und Nachkommen Hitlers und Petains &ndash; und im gesamten EU-Establishment ein ganzes Heer von Politikern, Beamten und Kommunikatoren &ndash; der Realit&auml;t des V&ouml;lkermords in einer Weise den R&uuml;cken gekehrt, die einer &Uuml;bereinstimmung mit der V&ouml;lkermordwelle der 1930er- und 1940er-Jahre gleichkommt. Die heutige Unterst&uuml;tzung Israels und die damit einhergehende Islamophobie beruhen auf der Verantwortung f&uuml;r den &bdquo;Judenmord&rdquo; von damals, was ein Widerspruch in sich ist. Dieser moralische Selbstmord deutet darauf hin, dass die Fortsetzung dieser ber&uuml;chtigten historischen Serie heute durchaus m&ouml;glich ist und eine Zukunft hat.<\/p><p>Die Haltung der westlichen Regierungen, ihrer Medien und Propagandisten ist eine klare Warnung, wie der privilegierte Teil dieser Welt aus der Sackgasse herauskommen kann, in die uns das kapitalistische System in diesem Jahrhundert gef&uuml;hrt hat. In Ermangelung &bdquo;neuer Welten&rdquo;, in die demographische &Uuml;bersch&uuml;sse und Lebensweisen exportiert werden k&ouml;nnen, die nicht nachhaltig und mit dem Prinzip der Gleichheit unter den Menschen unvereinbar sind, ist der Horizont, der gezogen werden kann, der der politischen und medialen Rechtfertigung eines &bdquo;planetarischen Gaza&rdquo;: die Aufrechterhaltung von Inseln des Wohlbefindens und des Rechts, streng gesch&uuml;tzt durch Armeen und Flotten f&uuml;r, sagen wir, 20 Prozent der Weltbev&ouml;lkerung, und die Beschr&auml;nkung des Rests auf Gebiete, die menschlich und &ouml;kologisch katastrophal sind. Wie der Soziologe und geopolitische Analyst Immanuel Wallerstein feststellte, unterscheidet sich dieser Plan nicht wesentlich von dem, den Hitler und seine Zeitgenossen im Sinn hatten [<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>]. F&uuml;r jeden, der versucht, diesen Zonen zu entkommen: Mauern, Erschie&szlig;ungen und Schiffbr&uuml;che. Das zeigen die 28.000 Todesf&auml;lle, die allein im Mittelmeer seit 2014 zu beklagen sind, als Vorgeschmack auf die gro&szlig;e &ouml;kologische Emigration, die uns erwartet [<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>].<\/p><p>Wenn dieses Muster in Pal&auml;stina politisch und medial funktioniert, kann es auch in anderen Breitengraden und Situationen funktionieren.<\/p><p>Der kolumbianische Pr&auml;sident Gustavo Petro hat darauf hingewiesen: &bdquo;Was die barbarische Milit&auml;rmacht des Nordens auf das pal&auml;stinensische Volk losgelassen hat, ist das Vorspiel dessen, was sie auf alle V&ouml;lker des S&uuml;dens loslassen wird, wenn uns infolge der Klimakrise das Wasser ausgeht; das Vorspiel dessen, was sie auf den Exodus der Menschen loslassen wird, die zu Hunderten von Millionen aus dem S&uuml;den in den Norden ziehen werden.&rdquo; [<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>] Der V&ouml;lkermord in Gaza, so der italienische Philosoph Franco Berardi, &bdquo;ist das Epizentrum eines Kataklysmus, der die Menschheit dauerhaft spalten wird: Der S&uuml;den der Welt und die Vororte der gro&szlig;en westlichen Metropolen umgeben die wei&szlig;e Zitadelle mit einer Mauer des Hasses, die in den kommenden Monaten und Jahren die Rache sch&uuml;ren wird. Dieses Ereignis leitet das Jahrhundert der Konfrontation zwischen der kolonialen Rasse und der kolonisierten Welt ein.&rdquo; [<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>]<\/p><p>W&auml;hrend all dies im Nahen Osten vor dem Hintergrund der Spaltung des politischen Establishments der USA brodelt, sind sich sowohl Donald Trump als auch seine Gegner in der Biden-Administration einig, dass der Niedergang der USA milit&auml;risch bew&auml;ltigt werden muss und dass China das wichtigste strategische Problem darstellt. In dieser Frage sind ihre internen Differenzen dar&uuml;ber, ob die milit&auml;rische Auseinandersetzung mit Russland angesichts der Herausforderung, die sie in China sehen, aufrechterhalten werden soll oder nicht, taktischer Natur. Dies war von Anfang an das dem Ukraine-Krieg zugrunde liegende Kalk&uuml;l, das im November 2022 von einem der f&uuml;hrenden Milit&auml;rs des Landes, Stratcom-Chef Charles Richard, im <em>Wall Street Journal<\/em> als &bdquo;Aufw&auml;rm&uuml;bung f&uuml;r die kommende gro&szlig;e Krise&rdquo; (d. h. eine Krise mit China) beschrieben wurde [<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>]. &bdquo;Die Ukraine zu nutzen, um Russland ohne den Einsatz amerikanischer Truppen zu bek&auml;mpfen, ist Professionalit&auml;t ersten Ranges, damit wir uns auf unseren Hauptfeind konzentrieren k&ouml;nnen, der China ist&rdquo;, erkl&auml;rte Trumps ehemaliger Sekret&auml;r im Sicherheitsrat, Generalleutnant Keith Kellogg, im Februar 2023 [<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>]. &bdquo;Je mehr die Ukraine Russland entlastet, desto mehr wird Russlands wichtigster Verb&uuml;ndeter, China, geschw&auml;cht&rdquo;, erkl&auml;rte Bill Kristol, der Neocon, der die Gruppe vor den Wahlen koordiniert, kurz darauf vor dem US-Kongress [<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>].<\/p><p>Im September 2023, als trotz der enormen westlichen Milit&auml;r- und Wirtschaftshilfe f&uuml;r Kiew in den Vereinigten Staaten bereits Zweifel an den Ergebnissen der ukrainischen Milit&auml;roffensive aufkamen, betonte NATO-Generalsekret&auml;r Jens Stoltenberg dieselbe Idee eines Ukraine-Krieges mit Blick auf China: &bdquo;Wenn die Vereinigten Staaten um China besorgt sind, m&uuml;ssen sie sicherstellen, dass Putin in der Ukraine nicht gewinnt. Wenn Kiew gewinnt, werden wir die zweitgr&ouml;&szlig;te Armee in Europa haben (&hellip;), und es wird f&uuml;r die USA einfacher sein, sich auf China zu konzentrieren und sich weniger um die Situation in Europa zu k&uuml;mmern.&rdquo; [<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>] Die gleiche Beziehung wurde von der Europ&auml;ischen Union hergestellt, als die deutsche Au&szlig;enministerin Annalena Baerbock sich fragte, &bdquo;was ein Sieg Putins in der Ukraine f&uuml;r andere Diktatoren in der Welt wie den chinesischen Pr&auml;sidenten bedeuten w&uuml;rde&rdquo; [<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>], oder als die Pr&auml;sidentin der Europ&auml;ischen Kommission Ursula von der Leyen erkl&auml;rte, dass die Ukraine &bdquo;nicht nur ein europ&auml;ischer Krieg ist, sondern ein Krieg um die Zukunft der Welt&rdquo; [<a href=\"#foot_18\" name=\"note_18\">18<\/a>].<\/p><p>In Peking war all dies von Anfang an klar &ndash; so sehr, dass die chinesische Fernsehmoderatorin Liu Xin zwei Monate nach Beginn der Invasion den Druck des Westens auf China, sich den westlichen Sanktionen gegen Russland wegen dessen Einmarsch in der Ukraine anzuschlie&szlig;en, so interpretierte: &bdquo;Helft uns, euren Freund zu bek&auml;mpfen, damit wir uns besser darauf konzentrieren k&ouml;nnen, euch zu bek&auml;mpfen.&rdquo; [<a href=\"#foot_19\" name=\"note_19\">19<\/a>]<\/p><p>Seit Pr&auml;sident Obamas Ank&uuml;ndigung seiner &bdquo;Pivot to Asia&rdquo;-Strategie im Jahr 2012, d. h. der Verlagerung des Gro&szlig;teils der US-Luft- und Seestreitkr&auml;fte nach Ostasien, war klar, dass Taiwan der Dreh- und Angelpunkt f&uuml;r die St&auml;rkung der historischen milit&auml;rischen Einkreisung Chinas durch die USA sein w&uuml;rde; eine Einkreisung, die bereits ohne das Verbot der Stationierung taktischer Atomwaffen in der Region auskommt &ndash; dank Trumps einseitigem Ausstieg aus dem erw&auml;hnten INF-Abkommen im Jahr 2019. Dazu geh&ouml;ren die Stationierung strategischer B52-Bomber in Guam und die Zunahme der spannungsreichen Patrouillenfahrten von Kriegsschiffen, die zu chronischen Zwischenf&auml;llen im S&uuml;dchinesischen Meer f&uuml;hren.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240830_Rafael-Poch-de-Feliu-04.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240830_Rafael-Poch-de-Feliu-04.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Biden hat die eskalierenden Spannungen um Taiwan, den weltweit f&uuml;hrenden Hersteller von Halbleitern, ein wichtiges Element f&uuml;r Chinas technologischen Aufschwung, aufrechterhalten. Seit 1978 sind die Anerkennung des Ein-China-Prinzips (d. h., dass Taiwan Teil Chinas ist) und der Taiwan Relations Act (TRA) von 1979 die Grundlage der bilateralen Beziehungen in diesem Bereich. Der Inhalt des TRA war zweideutig: Obwohl die Insel zu China geh&ouml;rte, sah er die Lieferung von &bdquo;Verteidigungswaffen&rdquo; an Taiwan vor und besagte, dass jeder Versuch Pekings, die Abspaltung gewaltsam r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen, Anlass zu &bdquo;gro&szlig;er Sorge&rdquo; geben w&uuml;rde. Mit anderen Worten, es hie&szlig; nicht: &bdquo;Wir werden Taiwan im Falle eines Konflikts milit&auml;risch unterst&uuml;tzen.&rdquo; Jetzt hei&szlig;t es das. Biden hat dies in den letzten zwei Jahren vier oder f&uuml;nf Mal gesagt.<\/p><p>Gleichzeitig wird das Projekt der Schaffung eines Milit&auml;rblocks in Asien gegen China nach dem Vorbild der NATO in Europa vorangetrieben, an dem Japan, S&uuml;dkorea, Australien, das Vereinigte K&ouml;nigreich und, wenn m&ouml;glich, Indien beteiligt sind. Unter Premierminister Fumio Kishida hat Japan seine Milit&auml;rausgaben verdoppelt und den Antikriegsartikel 9 seiner Verfassung au&szlig;er Kraft gesetzt [<a href=\"#foot_20\" name=\"note_20\">20<\/a>]. In S&uuml;dkorea ist der ultrakonforme Pr&auml;sident Yoon Suk-yeol ebenfalls ein &uuml;berzeugter Militarist, der die Stationierung von US-Atomwaffen auf seinem Territorium w&uuml;nscht (die bisher nur als Lager vermutet wurden) und eine ganze Flottille nuklearer Flugzeugtr&auml;ger in seinen Gew&auml;ssern begr&uuml;&szlig;t. Nordkorea setzt seine regelm&auml;&szlig;igen demonstrativen Raketenstarts fort und st&auml;rkt seine milit&auml;rischen Beziehungen zu Moskau und Peking. Auf den Philippinen haben die USA vier neue Milit&auml;rst&uuml;tzpunkte eingerichtet, und Australien gibt Milliarden f&uuml;r neue Atom-U-Boote gegen China aus. Selbst Neuseeland konnte nicht widerstehen und hat eine Erh&ouml;hung seines Milit&auml;rbudgets angek&uuml;ndigt. Gleichzeitig schreitet das komplizierte (und widerspr&uuml;chliche) Projekt, die Europ&auml;er in diese Einkreisung gegen China, den wichtigsten Handelspartner der EU, einzubeziehen, voran: Japan und S&uuml;dkorea nehmen ab dem Madrider Gipfel im Juni 2022 an NATO-Treffen teil, und deutsche und franz&ouml;sische sowie britische Kriegsschiffe sind in der Region pr&auml;sent [<a href=\"#foot_21\" name=\"note_21\">21<\/a>].<\/p><p>Alles in allem stellt die Situation ein &auml;u&szlig;erst brisantes und gef&auml;hrliches Szenario dar, an dem an allen drei Fronten Nuklearm&auml;chte beteiligt sind: Russland, die Vereinigten Staaten, Israel, China und Nordkorea. Es ist auch eine besonders heikle Situation f&uuml;r Washington, denn selbst wenn das f&uuml;r die gesamte Menschheit katastrophale Szenario eines Atomkriegs ausger&auml;umt und auf einen konventionellen Konflikt beschr&auml;nkt w&uuml;rde, k&ouml;nnten die Vereinigten Staaten einen Krieg verlieren, wenn sie an drei Fronten gleichzeitig agieren m&uuml;ssten. In einem solchen Fall w&uuml;rde die Situation nach den Worten des ehemaligen stellvertretenden Staatssekret&auml;rs f&uuml;r Europa und Eurasien in der Trump-Regierung, Aaron Wess Mitchell, erfordern, dass &bdquo;die Vereinigten Staaten in jedem der drei Kriegsszenarien stark sein m&uuml;ssen, w&auml;hrend ihre drei Gegner, China, Russland und Iran, nur in ihrer eigenen Region stark sein m&uuml;ssen, um ihre Ziele zu erreichen&rdquo; [<a href=\"#foot_22\" name=\"note_22\">22<\/a>].<\/p><p>Zu sagen, dass ein Dreifrontenkrieg unwahrscheinlich ist, ist genauso beunruhigend wie die Annahme, dass eine nukleare Konfrontation unwahrscheinlich ist: Die blo&szlig;e M&ouml;glichkeit ist zu schrecklich, um sie in Erw&auml;gung zu ziehen, und zwingt zu Ma&szlig;nahmen, um sie zu vermeiden. Tatsache ist, dass in Europa bereits ein Krieg im Gange ist und dass Russland kein Interesse daran hat, ihn jetzt zu beenden. Denn der Ukraine geht es wirklich schlecht, ohne dass Russland die Ziele, die es zu Beginn des Krieges verfolgte, eindeutig erreicht h&auml;tte. Im Nahen Osten hat niemand, au&szlig;er vielleicht die israelische Regierung, ein Interesse daran, dass das Massaker im Gazastreifen zu einem gro&szlig;en regionalen Krieg ausartet. Die Hisbollah kann den ersch&ouml;pften Libanon nicht in eine weitere Zerst&ouml;rung hineinziehen, wie sie das Land in den 1970er- und 1980er-Jahren aus Solidarit&auml;t mit Pal&auml;stina erlitten hat; der Iran hat noch nie von sich aus Krieg gef&uuml;hrt und w&uuml;rde dies nur in einer Situation tun, in der ein Angriff &auml;u&szlig;erst notwendig w&auml;re; Syrien leidet unter den Folgen seines Krieges; und die Vereinigten Staaten k&ouml;nnen keinen Angriff riskieren, dessen unmittelbare Folgen die Zerst&ouml;rung aller ihrer St&uuml;tzpunkte in der Region mit Tausenden von Opfern unter ihren Streitkr&auml;ften w&auml;re. Dazu k&auml;me die Schlie&szlig;ung der Stra&szlig;e von Hormus, die f&uuml;r den weltweiten &Ouml;lverkehr lebenswichtig ist. Schlie&szlig;lich entspricht es nicht der sprichw&ouml;rtlichen chinesischen Klugheit, diese turbulente Situation f&uuml;r ein milit&auml;risches Abenteuer gegen Taiwan mit mehr als ungewissem Ausgang auszunutzen. All diese Unwahrscheinlichkeiten lenken nicht ein Haarbreit von einer Gesamtsituation ab, die in ihrer Gef&auml;hrlichkeit beispiellos ist. Wie konnte es so weit kommen?<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240830_Rafael-Poch-de-Feliu-02.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240830_Rafael-Poch-de-Feliu-02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><strong>Verpasste Gelegenheit<\/strong><\/p><p>Jede Generation schreibt die Geschichte neu und nutzt die Vergangenheit, um die Gegenwart zu verstehen &ndash; mit unterschiedlichem Erfolg. Doch aus der Perspektive des Jahres 2024, aus der Distanz von mehr als einem Vierteljahrhundert seit dem Ende des sogenannten &bdquo;Ost-West-Konflikts&rdquo; w&auml;hrend des Kalten Krieges, ist eines in den letzten Jahren deutlich in den Vordergrund getreten: Wir haben eine gro&szlig;e Chance verstreichen lassen. Es war eine Reifepr&uuml;fung, und der globale Norden ist durchgefallen.<\/p><p>Mit der verbalen Aufhebung der gef&auml;hrlichen Spannungen zwischen den M&auml;chten wurden M&ouml;glichkeiten f&uuml;r einen Mentalit&auml;tswandel der politischen und wirtschaftlichen Eliten er&ouml;ffnet, der sie in die Lage versetzen w&uuml;rde, sich den Herausforderungen des Anthropoz&auml;ns und den gro&szlig;en Dilemmata der Nord-S&uuml;d-Beziehungen zu stellen. Die &Uuml;berwindung des Krieges und der Bedrohung durch Massenvernichtung als Methode und letztes Argument in den internationalen Beziehungen, die Suche nach neuen Kriterien f&uuml;r die kollektive Sicherheit, der Verzicht auf die Militarisierung des Weltraums, die Verringerung der Ungleichheit zwischen sozialen Gruppen und Regionen der Welt, um sie weniger ungerecht zu machen, die Bek&auml;mpfung der &Uuml;berbev&ouml;lkerung und nat&uuml;rlich die Bew&auml;ltigung der Klima- und &ouml;kosozialen Krise. Der globale Norden hat bei diesem Test kl&auml;glich versagt. Statt sich auf die notwendige internationale Konzertierung zur Bew&auml;ltigung der Herausforderungen des Jahrhunderts einzulassen, mobilisieren die globalen Eliten, insbesondere die westlichen M&auml;chte, ihre Gesellschaften f&uuml;r den Kampf gegen ihre geopolitischen Rivalen &ndash; eine verpasste Gelegenheit.<\/p><p>Infolge des R&uuml;ckzugs der USA aus wichtigen Abr&uuml;stungs- und R&uuml;stungskontrollabkommen und des Verschwindens der politischen Generation, die eine biografische Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg hatte, ist die Situation viel gef&auml;hrlicher geworden als w&auml;hrend des Kalten Krieges. Damals stand der Atomkrieg mehrmals kurz bevor. Die Menschheit hatte Gl&uuml;ck, k&ouml;nnte man sagen. Angesichts von &Uuml;berbev&ouml;lkerung und globaler Ungleichheit konnte und kann die Welt weiterhin gef&auml;hrlich und ohne &Auml;nderung ihres Biorhythmus mit zehn Potentaten koexistieren, die mehr Reichtum als 40 Prozent der Weltbev&ouml;lkerung auf sich vereinen, und mit 13.000 nuklearen Sprengk&ouml;pfen, die in der Lage sind, ein Vielfaches allen Lebens auf dem Planeten zu vernichten. Der Unterschied zwischen der F&auml;higkeit zur Massenvernichtung und der globalen Erw&auml;rmung ist jedoch der Zeitfaktor. Erstere kann eingefroren werden, als potenzielle Bedrohung aufrechterhalten werden, ohne dass dies andere Folgen als Risiken nach sich zieht, wie es w&auml;hrend des Kalten Krieges der Fall war. Letzteres ist anders, weil es sich um eine Bedrohung handelt, die, wenn sie nicht oder nicht ehrgeizig genug angegangen wird, mit der Zeit fortschreitet.<\/p><p>Seit 30 Jahren finden Klimagipfel statt. Seit dem Erdgipfel von Rio im Jahr 1992 sind die Emissionen nicht zur&uuml;ckgegangen, sondern um mehr als 60 Prozent gestiegen [<a href=\"#foot_23\" name=\"note_23\">23<\/a>]. W&auml;hrend die F&ouml;rderung fossiler Brennstoffe zusammen mit den Emissionen weiter zugenommen hat, haben wir die hei&szlig;esten Jahre seit der Aufzeichnung der Temperaturen erlebt. In Indien kam es zu beispiellosen Hitzewellen und &Uuml;berschwemmungen; in Australien, Sibirien und Kalifornien kam es zu den schlimmsten Br&auml;nden der Geschichte; in Teilen Afrikas sind die Umweltbedingungen selbst f&uuml;r die prek&auml;rsten menschlichen Lebensbedingungen nicht mehr gegeben; die Eiskappen und Gletscher des Himalaya, die die gro&szlig;en Fl&uuml;sse Asiens speisen und die Bew&auml;sserungslandwirtschaft von L&auml;ndern wie Indien und China aufrechterhalten, von der zwei Milliarden Menschen abh&auml;ngen, sind st&auml;rker als erwartet geschmolzen.<\/p><p>Die Zusammenarbeit zwischen den Hauptverursachern von Treibhausgasen &ndash; China (29,2 Prozent des Gesamtaussto&szlig;es), den Vereinigten Staaten (11,2 Prozent) und der Europ&auml;ischen Union (6,7 Prozent) &ndash; ist unerl&auml;sslich [<a href=\"#foot_24\" name=\"note_24\">24<\/a>]. Das Kriegsklima, das vom Westen gef&ouml;rdert und geschaffen wird, macht dies jedoch &auml;u&szlig;erst kompliziert. Anstelle einer sozialen Mobilisierung gegen die Herausforderungen des Jahrhunderts f&ouml;rdern die Eliten eine milit&auml;rische Mobilisierung gegen ihre geopolitischen Rivalen. Einmal mehr stellt sich also die Frage: Wie sind wir an diesen Punkt gekommen? Um diese Frage zu beantworten, m&uuml;ssen wir unsere Aufmerksamkeit auf die Entwicklung der Ereignisse in Europa richten, dem Kontinent, von dem die wichtigsten Kriegsimpulse der Geschichte ausgingen [<a href=\"#foot_25\" name=\"note_25\">25<\/a>].<\/p><p><strong>Die Europ&auml;ische Union und ihre Zukunft<\/strong><\/p><p>Die Lage in Europa wird von zwei Faktoren bestimmt. Der Erste ist das falsche Ende des Kalten Krieges, dessen Folge und Ergebnis der Krieg in der Ukraine ist, der mit den geostrategischen Interessen der Vereinigten Staaten, aber nicht mit denen Europas &uuml;bereinstimmt. Der Zweite ist die gro&szlig;e eurasische Integration, die aus der Harmonie zwischen Russland und China resultiert und eine gro&szlig;e geo&ouml;konomische Macht formt.<\/p><p>Durch den Krieg ist die EU zu einer Hilfsorganisation der NATO geworden. An die Stelle der unseligen deutsch-franz&ouml;sischen Achse ist eine Achse London &ndash; Warschau &ndash; Baltikum &ndash; Skandinavien &ndash; Ukraine getreten, die f&uuml;r Washington, das die F&auml;den zieht, viel g&uuml;nstiger ist. Doch damit dies in den letzten 30 oder 40 Jahren m&ouml;glich wurde, mussten mehrere Prozesse ablaufen. Einer davon ist die kulturelle &bdquo;Amerikanisierung&rdquo; Europas und die Schw&auml;chung seiner Staaten, mit dem Verlust der Souver&auml;nit&auml;t seiner Institutionen als Folge der Privatisierung des &ouml;ffentlichen Sektors.<\/p><p>In der EU herrschte eine Mentalit&auml;t der kulturellen &Uuml;berlegenheit gegen&uuml;ber den Vereinigten Staaten, eine &auml;hnliche Position wie die der Griechen gegen&uuml;ber Rom in der Antike. Die amerikanische Kultur war eine Kultur, die Teil der europ&auml;ischen Zivilisation war. Heute gibt es, wie R&eacute;gis Debray sagt, eine ganze Reihe von europ&auml;ischen Nationalkulturen (die franz&ouml;sische, deutsche, italienische, spanische usw.), die Teil der amerikanischen Zivilisation sind. Mit der Sprache, die selbst in L&auml;ndern, die so eifers&uuml;chtig auf ihre Sprache sind wie Frankreich, absolut dominant ist, hat diese Zivilisation ihre Mentalit&auml;t, ihren Kommunitarismus, ihre kommerzielle Version menschlicher Beziehungen, die Logik von &bdquo;Gewinnern&rdquo; und &bdquo;Verlierern&rdquo; und ihren infantilen Manich&auml;ismus der Weltanschauungen exportiert. Die jungen Europ&auml;er von heute sind ihren amerikanischen Altersgenossen, bei denen sie nach Vorbildern und Inspiration suchen, sehr viel &auml;hnlicher, als ihre Eltern es waren [<a href=\"#foot_26\" name=\"note_26\">26<\/a>].<\/p><p>Ein weiteres Zeichen f&uuml;r den gro&szlig;en Wandel, der sich im letzten halben Jahrhundert vollzogen hat, ist, dass kein europ&auml;isches Land am Vietnamkrieg teilgenommen hat (nicht einmal das Vereinigte K&ouml;nigreich) und einige sogar ernsthafte Spannungen mit Washington hatten (ich denke da an Olof Palmes Schweden). Heute haben fast alle L&auml;nder Truppen in Washingtons Desaster im Irak oder in Afghanistan entsandt, haben eine f&uuml;hrende Rolle in Libyen und Syrien gespielt und sind mitschuldig am anachronistischen israelischen Kolonialismus.<\/p><p>Die f&uuml;r den neoliberalen Kapitalismus charakteristische Privatisierung der &ouml;ffentlichen Sph&auml;re und die Zunahme des Einflusses von Unternehmen zum Nachteil von Regierungen und Staaten haben diesen Einfluss stark beg&uuml;nstigt. Ein halbes Jahrhundert neoliberaler Kapitalismus hat die europ&auml;ischen Staaten und Regierungen sehr schwach und machtlos gemacht. Die Europ&auml;ische Union selbst wurde vor allem ab den 1990er-Jahren als neoliberale Autobahn f&uuml;r die Interessen der Gro&szlig;konzerne aufgebaut. Denken wir einen Moment an Spanien in den 1980er-Jahren [<a href=\"#foot_27\" name=\"note_27\">27<\/a>]. Der Staat kontrollierte die Telekommunikation (Telef&oacute;nica), den Import, den Vertrieb und die Versorgung mit Treibstoffen mit seinem Tankstellennetz (Campsa, Repsol), das gro&szlig;e Elektrizit&auml;tsunternehmen (Endesa), die nationalen Fluggesellschaften und Eisenbahnen (Iberia, Renfe) mit ihren entsprechenden Infrastrukturen, die nationale Tabakgesellschaft (Tabacalera) und einen gro&szlig;en Teil der Automobilindustrie (Seat) sowie den Schiffbau und die Luftfahrtindustrie. Damals gab es gro&szlig;e &ouml;ffentliche Banken, die Sparkassen waren nicht spekulativ, und das wichtigste Medium, das Fernsehen, bestand aus zwei &ouml;ffentlichen Kan&auml;len. Dies galt f&uuml;r ganz Europa, ganz zu schweigen vom Ostblock mit einer fast vollst&auml;ndig in Staatsbesitz befindlichen Wirtschaft. Mit all diesen Gegebenheiten waren die europ&auml;ischen Staaten in der Lage, zu regieren und die Politik und Strategie zu beeinflussen. Heute widerspricht all dies dem Geist der europ&auml;ischen Vertr&auml;ge (die von nicht gew&auml;hlten Technokraten verabschiedet werden, die sich nie selbst korrigieren und praktisch nicht reformierbar sind, weil sie Einstimmigkeit erfordern). Sie r&auml;umen der Privatisierung und Deregulierung Vorrang ein, sodass die F&auml;higkeit zu regieren und die Souver&auml;nit&auml;t verloren gegangen sind.<\/p><p>Abgesehen von ihrer narzisstischen Rhetorik ist die einfache Realit&auml;t der Europ&auml;ischen Union, dass sie keine demokratische Konstruktion ist. In der W&auml;hrungspolitik hat die Europ&auml;ische Zentralbank das Sagen, in der Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik die NATO, und in fast allen anderen Bereichen ist die Kommission federf&uuml;hrend. Keine dieser Organisationen und Institutionen unterliegt dem Votum und den Mechanismen der Volkssouver&auml;nit&auml;t &ndash; die nur national sein kann, denn es gibt ein spanisches Volk, ein franz&ouml;sisches Volk und ein deutsches Volk, aber kein &bdquo;europ&auml;isches Volk&rdquo;. Es handelt sich also um ein typisches technokratisches und oligarchisches Konstrukt. Ich m&ouml;chte betonen, dass mir der Zusammenschluss der europ&auml;ischen Nationen n&uuml;tzlich und notwendig erscheint, aber gerade deshalb muss man anerkennen, dass seine derzeitige Form die Demokratie im Rahmen des neoliberalen Kapitalismus, in dem das Politische dem &Ouml;konomischen untergeordnet ist, eingeschr&auml;nkt hat.<\/p><p>All dies tr&auml;gt dazu bei, den gr&ouml;&szlig;eren Zusammenhang der falschen Beendigung des Kalten Krieges zu verstehen. Um jedoch zu verstehen, wovon wir sprechen, sollten wir uns die historische Perspektive dieses falschen Abschlusses ansehen.<\/p><p><em>Lesen Sie morgen den zweiten Teil.<\/em><\/p><p><em><strong>Rafael Poch-de-Feliu<\/strong> (Barcelona, 1956) war 35 Jahre lang Auslandskorrespondent, die meisten davon in Moskau und Peking f&uuml;r La Vanguardia (1988-2008). In den 1970er- und 1980er-Jahren studierte er Geschichte in Barcelona und Westberlin, war Korrespondent f&uuml;r die Tageszeitung und reiste als Korrespondent durch Osteuropa (1983-1987). Er hat gelegentlich f&uuml;r die spanische Ausgabe von Le Monde Diplomatique und die Pekinger Zeitschrift DuShu geschrieben. Er ist Autor mehrerer B&uuml;cher &uuml;ber Russland und China und war Gastprofessor f&uuml;r internationale Beziehungen an der Universitat Pompeu Fabra (UPF) in Barcelona und an der Universidad Nacional de Educaci&oacute;n a Distancia (UNED). Au&szlig;erdem schreibt er f&uuml;r das digitale Magazin Ctxt unter der Rubrik &bdquo;Combatant Empires&rdquo; und unterh&auml;lt einen pers&ouml;nlichen Blog: <a href=\"http:\/\/www.rafaelpoch.com\">rafaelpoch.com<\/a>.<\/em><\/p><p><em><strong>&Uuml;ber das JHU-UPF Public Policy Center<\/strong><\/em><\/p><p><em>Das JHU-UPF Public Policy Center ist ein internationaler Referenzpunkt f&uuml;r Forscher und Studenten im Bereich der &ouml;ffentlichen Politik, der 2013 gemeinsam von der Johns Hopkins University (JHU) und der Universitat Pompeu Fabra (UPF) in Barcelona gegr&uuml;ndet wurde. Unser Hauptziel ist die Durchf&uuml;hrung und F&ouml;rderung von Forschung, Lehre und Politik in den wichtigsten Bereichen, die sich auf das soziale Wohlergehen, die Lebensqualit&auml;t und die Gesundheit der Bev&ouml;lkerung auswirken.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: Screencap La Casa Encendida via YouTube<\/small><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Internationaler W&auml;hrungsfonds (2019). BSP auf Basis von KKP, Anteil an der Welt. IMF. Zugriff: <a href=\"https:\/\/www.imf.org\/external\/datamapper\/PPPSH@WEO\/EU\/CHN\/USA\">imf.org\/external\/datamapper\/PPPSH@WEO\/EU\/CHN\/USA<\/a> <a href=\"https:\/\/es.statista.com\/estadisticas\/600569\/participacion-de-estados-unidos-en-el-producto-interior-bru-to-global-pib\/USA\">es.statista.com\/estadisticas\/600569\/participacion-de-estados-unidos-en-el-producto-interior-bru-to-global-pib\/USA<\/a> <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Watson Institute. Kosten des Krieges. Brown Universit&auml;t. Zugriff unter: <a href=\"https:\/\/watson.brown.edu\/costsofwar\/\">watson.brown.edu\/costsofwar\/<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Strobel, W.P., Lubold, G., Salama, V. y Gordon M.R. (20 de junio de 2023). Beijing Plans a New Training Facility in Cuba, Raising Prospect of Chinese Troops on America&rsquo;s Doorstep. The Wall Street Journal. <a href=\"https:\/\/www.wsj.com\/articles\/beijing-plans-a-new-training-facility-in-cuba-raising-prospect-of-chinese-troops-on-americas-doorstep-e17fd5d1\">wsj.com\/articles\/beijing-plans-a-new-training-facility-in-cuba-raising-prospect-of-chinese-troops-on-americas-doorstep-e17fd5d1<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Bolton, J. (1 de julio de 2023). &ldquo;America can&rsquo;t permit Chinese military expansion in Cuba&rdquo;. The Hill. <a href=\"https:\/\/thehill.com\/opinion\/national-security\/4075978-ame-rica-cant-permit-chinese-military-expan-sion-in-cuba\/\">thehill.com\/opinion\/national-security\/4075978-ame-rica-cant-permit-chinese-military-expan-sion-in-cuba\/<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Die Regierung George W. Bush k&uuml;ndigte 2002 das ABM-Abkommen und schuf Raketenabwehrbasen in Alaska, Kalifornien, Osteuropa, Japan und S&uuml;dkorea, um einen G&uuml;rtel um Russlands ausgedehnte Grenzen zu schaffen, einschlie&szlig;lich der Stationierung von mehreren Dutzend Zerst&ouml;rern. Die europ&auml;ischen St&uuml;tzpunkte dieser Ressourcen an der europ&auml;ischen Grenze zu Russland in Polen und Rum&auml;nien wurden mit der Begr&uuml;ndung eingerichtet, dass sie Europa vor den nicht existierenden Interkontinentalraketen des Iran sch&uuml;tzen sollten &ndash; ein schamloser Bluff, der die v&ouml;llige Missachtung eines minimal glaubw&uuml;rdigen Vorwandes demonstrierte. Bush &ouml;ffnete die T&uuml;ren der NATO f&uuml;r die Ukraine und Georgien im Jahr 2008. Anschlie&szlig;end startete die Obama-Regierung einen direkten Angriff auf Russland mit dem Ziel, es von seinen St&uuml;tzpunkten am Schwarzen Meer zu vertreiben, indem sie den Sturz der rechtm&auml;&szlig;igen ukrainischen Regierung und ihre Ersetzung durch eine prowestliche Regierung im Jahr 2014 unterst&uuml;tzte. Die Trump-Administration hat die nuklearen Risiken erh&ouml;ht, indem sie die Schwelle der Annahmen f&uuml;r einen nuklearen Angriff angehoben hat und indem sie neue Waffen entwickelte, die die Grenzen zwischen nuklearen und konventionellen Waffen verwischte. Trump hat sich schlie&szlig;lich 2019 aus dem INF-Abkommen (Intermediate Nuclear Forces) zur&uuml;ckgezogen. Bolton selbst war daf&uuml;r verantwortlich, in Moskau zu erkl&auml;ren, dass der Grund daf&uuml;r der Wunsch der USA sei, taktische Atomwaffen in der N&auml;he Chinas zu stationieren.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Khalidi, R. (2022). Palestina, cien a&ntilde;os de colonialismo y resistencia. Madrid: Capitan Swing.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Siehe die Darstellung der Erkl&auml;rungen israelischer Beamter in: Cogan, Y. und Stern-Weiner, J. (12. November 2023). Fighting Amalek in Gaza: What Israelis Say and Western Media Ignore. Substack. <a href=\"https:\/\/normanfinkelstein.substack.com\/p\/fighting-amalek-in-gaza-what-israelis\">normanfinkelstein.substack.com\/p\/fighting-amalek-in-gaza-what-israelis<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Siehe u.a. die Materialien des Tricontinental Institute for Social Research. <a href=\"https:\/\/thetricontinental.org\/\">thetricontinental.org\/<\/a>; und Naba, R. (4. Dezember 2023). Gaza: Les premiers enseignements de la guerre. Madan&iuml;ya. Civique et citoyen. <a href=\"https:\/\/www.madaniya.info\/2023\/12\/04\/gaza-les-premiers-enseignements-de-la-guerre\/\">madaniya.info\/2023\/12\/04\/gaza-les-premiers-enseignements-de-la-guerre\/<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Wallerstein, I. (2003). Un mundo incierto. Buenos Aires: Libros del Zorzal.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] IOM. Missing Migrants Project: Vermisste Migranten im Mittelmeer (seit 2014). <a href=\"https:\/\/missingmigrants.iom.int\/region\/mediterranean\">missingmigrants.iom.int\/region\/mediterranean<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Petro, G. (1. Dezember 2023). Hochrangiges Segment f&uuml;r Staatschefs. COP28, Dubai, Vereinigte Arabische Emirate. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=SDPxpZLK-qHM\">youtube.com\/watch?v=SDPxpZLK-qHM<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] Berardi, F. (19. November 2023). Epizentrum. Ctxt. <a href=\"https:\/\/ctxt.es\/en\/20231101\/Firmas\/44732\/franco-bifo-berar-di-israel-gaza-genocidio-desintegracion-moral.Htm\">ctxt.es\/en\/20231101\/Firmas\/44732\/franco-bifo-berar-di-israel-gaza-genocidio-desintegracion-moral.Htm<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Editorial Board (4 de noviembre de 2022). The Big One Is Coming&rsquo; and the U.S. Military Isn&rsquo;t Ready. Wall Street Journal. <a href=\"https:\/\/www.wsj.com\/articles\/the-big-one-is-coming-china-russia-charles-richard-u-s-military-11667597291\">wsj.com\/articles\/the-big-one-is-coming-china-russia-charles-richard-u-s-military-11667597291<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] Kellog, K. (28 de febrero de 2023). General Kellogg: Dies ist, was das Wei&szlig;e Haus in der Ukraine falsch macht. IllinoisChannelTV. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?-v=tmmPHvlbdwI\">youtube.com\/watch?-v=tmmPHvlbdwI<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] Johnstone, C. (27. September 2023). Caitlin Johnstone: Neocons lieben den ukrainischen Krieg. Consortium News. <a href=\"https:\/\/consortiumnews.com\/2023\/09\/27\/caitlin-johnstone-neocons-love-the-ukraine-war\/\">consortiumnews.com\/2023\/09\/27\/caitlin-johnstone-neocons-love-the-ukraine-war\/<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] Stoltenberg, J. (21. September 2023). Russell C. Leffingwell Lecture at the Council on Foreign Relations. <a href=\"https:\/\/www.nato.int\/cps\/en\/natohq\/news_218281.Htm\">nato.int\/cps\/en\/natohq\/news_218281.Htm<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] Baerbock, A. &lsquo;Deutscher Au&szlig;enminister: Wir verteidigen nicht nur die Ukraine, sondern die Demokratie weltweit&rsquo;. Fox News. Sonderbericht. Abrufbar unter: <a href=\"https:\/\/www.foxnews.com\/video\/6337177076112\">foxnews.com\/video\/6337177076112<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_18\" name=\"foot_18\">&laquo;18<\/a>] Blick auf die Karte (14. November 2022). Warum nichts mehr so sein wird, wie es vor dem Krieg in der Ukraine war. Looking at the Map. <a href=\"https:\/\/mirandoelmapa.com\/sobre-este-blog\">mirandoelmapa.com\/sobre-este-blog<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_19\" name=\"foot_19\">&laquo;19<\/a>] Xin, L. [@LiuXininBeijing] (19. M&auml;rz 2022). Kannst du mir helfen, deinen Freund zu bek&auml;mpfen, damit ich mich sp&auml;ter auf den Kampf gegen dich konzentrieren kann [Tweet]. Twitter. <a href=\"https:\/\/twitter.com\/LiuXi-ninBeijing\/status\/1505043155682402306\">twitter.com\/LiuXi-ninBeijing\/status\/1505043155682402306<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_20\" name=\"foot_20\">&laquo;20<\/a>] Mit starken famili&auml;ren Bindungen in Hiroshima und Verwandten, die durch die Atombombe get&ouml;tet wurden, hielt Kishida die letzte G-7-Kriegsklausur im Mai 2023 in Hiroshima ab, ohne die geringste Anspielung darauf zu machen, wer es war, der die Bombe abwarf.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_21\" name=\"foot_21\">&laquo;21<\/a>] Der ehemalige australische Premierminister Paul Keating brachte es auf den Punkt: &bdquo;Die Europ&auml;er haben sich die meiste Zeit der letzten 300 Jahre gegenseitig bek&auml;mpft, einschlie&szlig;lich zweier Weltkriege im letzten Jahrhundert. Dieses b&ouml;se Gift nach Asien zu exportieren ist gleichbedeutend damit, diese Plage willkommen zu hei&szlig;en. NATO-Generalsekret&auml;r Jens Stoltenberg &bdquo;ist ein kompletter Narr, der sich wie ein amerikanischer Agent verh&auml;lt, anstatt als F&uuml;hrer und Sprecher f&uuml;r die europ&auml;ische Sicherheit zu agieren&rdquo;, sagte Keating. Siehe: Knott, M. und Harris, R. (9. Juli 2023). Paul Keating brandmarkt NATO-Chef Jens Stoltenberg als &bdquo;Obertrottel&rdquo; f&uuml;r die Vertiefung der Beziehungen zu Asien. The Sidney Morning Herald. <a href=\"https:\/\/www.smh.com.au\/politics\/federal\/paul-keating-brands-nato-boss-a-su-preme-fool-for-deepening-asia-ties-20230709-p5dmwn.html\">smh.com.au\/politics\/federal\/paul-keating-brands-nato-boss-a-su-preme-fool-for-deepening-asia-ties-20230709-p5dmwn.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_22\" name=\"foot_22\">&laquo;22<\/a>] Mitchell, A.W. (November 16, 2023). America Is a Heartbeat Away From a War It Could Lose. Foreign Policy. <a href=\"https:\/\/foreignpolicy.com\/2023\/11\/16\/us-russia-china-gaza-ukraine-world-war-defense-security-strategy\/\">foreignpolicy.com\/2023\/11\/16\/us-russia-china-gaza-ukraine-world-war-defense-security-strategy\/<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_23\" name=\"foot_23\">&laquo;23<\/a>] Global Carbon Project (n.d.). Fokus auf Szenarien und Technologien mit negativen Emissionen. Verf&uuml;gbar unter: <a href=\"https:\/\/www.globalcarbonproject.org\/news\/FocusOnNegativeEmissions.html\">globalcarbonproject.org\/news\/FocusOnNegativeEmissions.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_24\" name=\"foot_24\">&laquo;24<\/a>] Crippa, M., Guizzardi, D., Pagani, F., Banja, M., Muntean, M., Schaaf E., Becker, W., Monforti-Fe- rrario, F., Quadrelli, R., Risquez Martin, A., Tagha- vi-Moharamli, P., K&ouml;ykk&auml;, J., Grassi, G., Rossi, S., Brandao De Melo, J., Oom, D., Branco, A., San-Miguel, J., Vignati, E. (2023). Treibhausgasemissionen aller L&auml;nder der Welt. Luxemburg: Amt f&uuml;r Ver&ouml;ffentlichungen der Europ&auml;ischen Union. Doi:10.2760\/953332.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_25\" name=\"foot_25\">&laquo;25<\/a>] In den letzten 500 Jahren springt die europ&auml;ische Geschichte von einem Krieg zum anderen, insbesondere in den zwei Jahrhunderten von 1615 bis zum Ende der napoleonischen Kriege 1815. In diesem Zeitraum befanden sich die europ&auml;ischen Nationen im Durchschnitt 60 bis 70 Jahre pro Jahrhundert im Krieg. Danach herrschte bis 1914 etwas mehr Frieden, aber in der Zeit bis zum Ersten Weltkrieg setzte Europa den Export von Krieg und V&ouml;lkermord &uuml;ber seine Grenzen hinaus mit dem kolonial-imperialen Holocaust fort, der in der Eroberung der au&szlig;ereurop&auml;ischen Welt bestand. Dar&uuml;ber hinaus hat Europa in dieser Zeit des relativen inneren Friedens die Industrialisierung &bdquo;erneuert&rdquo; und damit auch die Kriegsf&uuml;hrung industrialisiert, wodurch sie noch zerst&ouml;rerischer wurde. Das Ergebnis: zwei beispiellos t&ouml;dliche Weltkriege, die in und von Europa ausgel&ouml;st wurden.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_26\" name=\"foot_26\">&laquo;26<\/a>] Debray, R. (2017) Civilisation. Comment nous sommes devenues am&eacute;ricains. Paris: Gallimard.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_27\" name=\"foot_27\">&laquo;27<\/a>] Ridruejo, C. (Mai 2021). La Espa&ntilde;a sovi&eacute;tica de los ochenta. LoQueSomos. Partidarios de la libertad de comunicaci&oacute;n. <a href=\"https:\/\/loquesomos.org\/la-espana-sovieti-ca-de-los-ochenta\/\">loquesomos.org\/la-espana-sovieti-ca-de-los-ochenta\/<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Gaza, die Ukraine und Eurasien in der Krise des westlichen Niedergangs. <\/strong>Seit dem 24. Jahr des 21. Jahrhunderts hat man das Gef&uuml;hl, dass die Entwicklungen des Krieges in der Ukraine und des Massakers im Gazastreifen das markieren, was die Russen &bdquo;vodorazdiel&ldquo; (&#1074;&#1086;&#1076;&#1086;&#1088;&#1072;&#1079;&#1076;&#1077;&#1083;) bezeichnen, eine &bdquo;Wasserscheide&rdquo;, die einen Meilenstein, einen Wendepunkt in der Krise des Niedergangs<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=120453\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":120454,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,172,171,205],"tags":[3293,379,374,1251,3360,302,1917,2102,1426,1268,1792,2301,3276,1878,466,259,2645,2147,260,1556,966,1281],"class_list":["post-120453","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-aufruestung","category-militaereinsaetzekriege","category-neoliberalismus-und-monetarismus","tag-bellizismus","tag-china","tag-eliten","tag-eurasische-union","tag-europaeische-union","tag-gaza","tag-genozid","tag-geostrategie","tag-hegemonie","tag-kalter-krieg","tag-kolonialismus","tag-konfrontationspolitik","tag-multipolare-welt","tag-naher-osten","tag-nato","tag-russland","tag-seidenstrasse","tag-sowjetunion","tag-ukraine","tag-usa","tag-weltkrieg","tag-zionismus"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/240830_Rafael-Poch-de-Feliu-titel.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/120453","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=120453"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/120453\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":120601,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/120453\/revisions\/120601"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/120454"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=120453"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=120453"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=120453"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}