{"id":12047,"date":"2012-01-27T14:28:37","date_gmt":"2012-01-27T13:28:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12047"},"modified":"2015-01-18T11:48:43","modified_gmt":"2015-01-18T10:48:43","slug":"die-staatsparteien-konnen-sich-alles-leisten-von-demokratie-weit-und-breit-nichts-zu-sehen-ams-wochenruckblick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12047","title":{"rendered":"Die \u201eStaatsparteien\u201c k\u00f6nnen sich alles leisten. Von Demokratie weit und breit nichts zu sehen. (AMs Wochenr\u00fcckblick)"},"content":{"rendered":"<p>Die Bundeskanzlerin beherrscht mit ihrem Z&ouml;gern die Rettungspl&auml;ne in der Finanzkrise. Und doch wird das fortw&auml;hrende Scheitern ihr kaum angelastet. Entwicklungsminister Niebel  macht im BMZ massive parteipolitische Personalpolitik. Und nichts geschieht. Die Regierung l&auml;sst den Verfassungsschutz die politische Konkurrenz &uuml;berwachen, klar erkennbar mit dem Ziel der Diskreditierung und Schw&auml;chung der Konkurrenz &ndash; ohne einen Sturm der Entr&uuml;stung und ohne Sanktion gegen dieses Staatsparteigehabe. Der Bundespr&auml;sident hat sich mit seiner N&auml;he zum gro&szlig;en Geld und seine Vertuschungsversuche um seine Glaubw&uuml;rdigkeit als Pr&auml;sident aller Deutschen gebracht. Er kann auch dies aussitzen. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Wulff sitzt die Affaire aus<\/strong><br>\nGestern Abend konnte man bei <a href=\"http:\/\/maybritillner.zdf.de\/ZDFde\/inhalt\/19\/0,1872,1021235,00.html?dr=1\">Maybritt Illner<\/a> (Mediathek <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/beitrag\/video\/1552706\/Die-verwulffte-Republik#\/beitrag\/video\/1552706\/Die-verwulffte-Republik\">hier<\/a>) sehen, dass Wulff und seine Freunde gewillt sind, die Affaire auszusitzen. Wulffs Freunde, Niedersachsens Finanzminister M&ouml;llring und der Chef der Drogeriekette Rossmann durften unangefochten so tun, als sei alles harmlos und in Butter. Das Medium  ZDF half beim Aussitzen. M&ouml;llring und Rossmann waren zentral, rechts und links von Frau Illner platziert, durften reden so lange, sie wollten. Wenn der als Kritiker eingeladene Journalist L&uuml;tgert anhub, dann wurde er in der Regel sofort von M&ouml;llring unterbrochen und die Kamera schwenkte zum Wulff-Verteidiger M&ouml;llring. Ganz &auml;hnlich dann auch beim Gespr&auml;ch Frau Illners mit dem zwischenzeitlich interviewten Stern-Journalisten Tillack. &ndash; Frau Illner intervenierte nicht zugunsten der Kritiker von Wulff. Und die Kamera-Regie bevorzugte M&ouml;llring und Rossmann.<br>\nDas mag ja von Illner und ihrer Redaktion nicht so geplant gewesen sein. Abgelaufen ist es so. Und die Auswahl des Publikums, das ja &uuml;ber Agenturen ausgew&auml;hlt wird, l&auml;sst am Zufall zweifeln.<\/p><p><strong>Zu Niebel<\/strong><br>\nEr baut im BMZ die Bastion der FDP aus. Kenner sagen, dies geschehe auch im Blick auf den n&auml;chsten Wahlkampf. Seine Personalpolitik belastet den Bundeshaushalt mit Millionen.<br>\nDazu zitiere ich aus einem kursierenden Schreiben:  <\/p><blockquote><p>&bdquo;Betr.: Personalpolitik im Ministerium f&uuml;r wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung<br>\n(BMZ)<br>\n&hellip;<br>\nDie Personalpolitik des BMZ verst&ouml;&szlig;t seit Jahren gegen elementare Verfassungsgrunds&auml;tze wie das Prinzip der Chancengleichheit beim Zugang zum &ouml;ffentlichen Amt oder das Prinzip der Bestenauslese nach den Ma&szlig;st&auml;ben von Eignung, Leistung und Bef&auml;higung Stattdessen wurde ein System von &Auml;mterpatronage eingerichtet, das alle bisherigen Ma&szlig;st&auml;be sprengt. Zudem sind Parlament, Finanzministerium (BMF) und Bundesrechnungshof (BRH) von Minister Niebel im Zusammenhang mit der Beantragung und Gew&auml;hrung neuer, zus&auml;tzlicher<br>\nStellen systematisch get&auml;uscht und hintergangen worden.<\/p>\n<p>Das &bdquo;System Niebel&rdquo; basiert wesentlich auf zwei S&auml;ulen: Dem k&uuml;nstliche Aufpumpen des Apparates und der gnadenlosen Besetzung nicht nur der neu geschaffen Stellen mit oft gering qualifizierten pers&ouml;nlichen Vertrauten und Parteig&auml;ngern des Ministers, die gr&ouml;&szlig;tenteils weder &uuml;ber entwicklungspolitische Kompetenz noch &uuml;ber F&uuml;hrungserfahrung verf&uuml;gen.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Auch die parteipolitische Personalpolitik wird von ihm ausgesessen werden k&ouml;nnen.<\/p><p><strong>Zur Beobachtung der Linken incl. ihrer Abgeordneten durch den Verfassungsschutz<\/strong><\/p><p>Es h&auml;tte von Beginn der Bundesrepublik an gute Gr&uuml;nde gegeben, die Union und die FDP zu beobachten, weil sie reihenweise Nazis aufgenommen haben. Es h&auml;tte gute Gr&uuml;nde gegeben, gegen Politiker der Union wie Streibl und Strauss vorzugehen, weil sie Volksverhetzung betrieben haben. Nichts da. Aber Abgeordnete der Linken und Teile der Partei werden beobachtet, obwohl sie gew&auml;hlt worden sind und keine verfassungsfeindliche Programmatik oder Aktion erkennbar ist. Die Beobachtung dient eindeutig der Diskreditierung, sonst nichts. Es ist der Versuch, die politische Konkurrenz zu schw&auml;chen. Deshalb auch der laue Protest der SPD, die von der Diskreditierung der Linkspartei zu profitieren hofft. Alle sind sie daran interessiert, nicht die Gefahr einer politischen Alternative zu Angela Merkel aufkommen zu lassen. Die SPD merkt das nur nicht, worauf wir <a href=\"\/?p=12019\">hier<\/a> aufmerksam machten. <\/p><p>Interessant ist in diesem Kontext ein Kommentar von Jakob Augstein, auf den wir heute schon hingewiesen haben, allerdings ohne die f&auml;llige Anmerkung. Hier zun&auml;chst der Eintrag in den Hinweisen von heute: <\/p><blockquote><p><strong>Jakob Augstein &ndash; Das Grundgesetz ist links<\/strong><br>\nVon wegen Verfassungsschutz! Es geht um das (vor)herrschende System. Darum werden auch nicht die irren Links-Fundis im Westen &uuml;berwacht, sondern die Realos im Osten. Die sind f&uuml;r den real existierenden Kapitalismus viel gef&auml;hrlicher.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,811506,00.html\">Spiegel<\/a><\/p><\/blockquote><p>Und hier die Anmerkung: Augstein analysiert treffend, dass es bei der Beobachtung um den Schutze des herrschenden Systems und nicht um den Schutz der Versprechen des Grundgesetzes, um Demokratie und Sozialstaatlichkeit, geht. Aber dann leistet er mit dem folgenden Absatz genau den Dienst am herrschenden System, das er zu kritisieren gedenkt:<br>\nEr schreibt:<\/p><blockquote><p>Es ist darum auch folgerichtig, dass die Spitzel des Verfassungsschutzes nicht so sehr die durchgeknallten Fundis aus den Westgliederungen der Linkspartei im Auge haben. Vor denen braucht niemand Angst zu haben: Die neutralisieren sich selbst. Es sind vor allem Leute wie <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/thema\/dietmar_bartsch\/\">Dietmar Bartsch<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/thema\/petra_pau\/\">Petra Pau<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/thema\/jan_korte\/\">Jan Korte<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/thema\/gregor_gysi\/\">Gregor Gysi<\/a>, denen das Augenmerk der Verfassungssch&uuml;tzer gilt. Das sind die Realos der Partei, die im ostdeutschen Alltag erprobten Linkspragmatiker, die vom demokratischen Sozialismus nicht nur reden, sondern auch das Zeug h&auml;tten, ihn zu verwirklichen.<\/p><\/blockquote><p>Er schreibt nicht, wen er mit &bdquo;durchgeknallten Fundis&ldquo; meint. Lafontaine? Wagenknecht? Die NRW-Linken? Wen denn bitte? Der letzte Satz ist (mit Ausnahme des Hinweises auf Gysi) reine Propaganda f&uuml;r den einen Fl&uuml;gel der Linken, ohne Beleg, nur nachgeplappert. Mit der Diskreditierung der angeblichen Fundis im Westen betreibt Augstein genau das Spiel des herrschenden Systems.<\/p><p>F&uuml;r mich ist dieser Artikel auch typisch f&uuml;r die Entwicklung des &bdquo;Freitag&ldquo; unter der Regie von Augstein: Links blinken, aber ja nicht die Gefahr der echten politischen Alternative aufkommen lassen. <\/p><p><strong>Zum Staatsgehabe der Herrschenden geh&ouml;rt auch noch die T&ouml;tung Benno Ohnesorgs<\/strong><br>\nWenn das ein Mord war und wenn dieser von der Berliner Polizei vertuscht worden ist, dann zeigt das an einem schlimmen Fall, dass im etablierten Bereich unseres Landes alles m&ouml;glich ist, Hauptsache es schadet den echten Freunden des Grundgesetzes.<br>\nMit welchem Recht wird hierzulande noch die Verletzung der Menschenrechte in anderen L&auml;ndern kritisiert, wenn die Ermordung Benno Ohnesorgs und seine Verschleierung m&ouml;glich waren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bundeskanzlerin beherrscht mit ihrem Z&ouml;gern die Rettungspl&auml;ne in der Finanzkrise. Und doch wird das fortw&auml;hrende Scheitern ihr kaum angelastet. Entwicklungsminister Niebel macht im BMZ massive parteipolitische Personalpolitik. Und nichts geschieht. 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