{"id":120760,"date":"2024-09-04T12:51:09","date_gmt":"2024-09-04T10:51:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=120760"},"modified":"2024-09-10T14:24:01","modified_gmt":"2024-09-10T12:24:01","slug":"autoland-ist-abgebrannt-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=120760","title":{"rendered":"Autoland ist abgebrannt"},"content":{"rendered":"<p>Deutschlands gr&ouml;&szlig;ter Industriekonzern schw&auml;chelt. Auch wenn der Gesamtkonzern nach wie vor sagenhafte Gewinne erwirtschaftet, ist die Rentabilit&auml;t der Kernmarke VW in den letzten Jahren f&ouml;rmlich erodiert. Nun sind zum ersten Mal in der Konzerngeschichte Werkschlie&szlig;ungen in Deutschland und K&uuml;ndigungen an deutschen Standorten geplant. Auch wenn Managementfehler ein Grund f&uuml;r die Krise sind, waren es vor allem politische Entscheidungen in Berlin und Br&uuml;ssel, die dem Autobauer nachhaltig zusetzen. Doch VW ist nicht der einzige Autobauer, der massive Probleme hat. Dem Automobilsektor, einst ein Zugpferd der deutschen Volkswirtschaft, drohen am Standort Deutschland, die Lichter auszugehen. Die Deindustrialisierung des Landes nimmt Fahrt auf. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9084\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-120760-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240903_Autoland_ist_abgebrannt_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240903_Autoland_ist_abgebrannt_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240903_Autoland_ist_abgebrannt_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240903_Autoland_ist_abgebrannt_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=120760-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240903_Autoland_ist_abgebrannt_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"240903_Autoland_ist_abgebrannt_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Wer den einen Grund sucht, warum der einst hochprofitable Autobauer VW seine Renditeziele nicht mehr erreichen kann, der sucht vergebens. Die Gr&uuml;nde f&uuml;r den Niedergang des alten Gesch&auml;ftsmodells sind vielschichtig und gr&ouml;&szlig;tenteils direkte und indirekte Folgen politischer Fehlentscheidungen. Werfen wir doch mal einen Blick auf drei ma&szlig;gebliche Faktoren, die sowohl auf der Angebots-, als auch auf der Nachfrageseite eine wichtige Rolle f&uuml;r die Krise spielen.<\/p><p><strong>Faktor 1: Elektromobilit&auml;t<\/strong><\/p><p>Das wohl gr&ouml;&szlig;te Problem, mit dem sich deutsche Automobilhersteller derzeit konfrontiert sehen, ist die Elektromobilit&auml;t. 2034 soll nach Vorgaben der EU der letzte Verbrenner vom Band laufen, ab 2035 sollen in der EU nur noch Autos verkauft werden d&uuml;rfen, die im Betrieb klimaneutral sind. Das ginge &ndash; zumindest theoretisch &ndash; mit alternativen Brennstoffen, die in modifizierten Verbrennermotoren eingesetzt werden. Dazu z&auml;hlen neben Wasserstoff (Brennstoffzelle) auch die sogenannten E-Fuels, also synthetische Kraftstoffe, die mit Strom hergestellt wurden. Das Problem: Diese alternativen Brennstoffe weisen im Vergleich zu direkt mit Strom betriebenen Autos einen deutlich schlechteren Wirkungsgrad auf und sind wohl bis 2035 meist noch nicht marktreif. Es gibt aber auch Vorteile, da alternative Brennstoffe &uuml;ber das traditionelle Tankstellennetz vertrieben werden k&ouml;nnten und in puncto Rohstoffsicherheit und Lieferketten dem massenhaften Einsatz von Batterien in reinen E-Autos &uuml;berlegen sind. Doch um diese sehr vielschichtige Debatte mit zahlreichen Pros und Contras soll es an dieser Stelle nicht gehen[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]. Die derzeitigen Richtlinien der EU-Kommission samt ihrer Deadlines lassen den Automobilbauern keine Alternative, als bereits jetzt voll auf die baldige Ausmusterung ihrer Verbrennermotoren und den Umstieg auf Elektroantriebe mit Batteriespeichern zu setzen. Und das ist gerade f&uuml;r deutsche Hersteller ein gro&szlig;es Problem.<\/p><p>Das Alleinstellungsmerkmal deutscher Hersteller war stets deren gro&szlig;es Know-How in der Antriebstechnologie. F&uuml;r Konkurrenten aus L&auml;ndern wie China w&auml;re es schwer bis unm&ouml;glich, den technischen Vorsprung in k&uuml;rzerer Zeit aufzuholen. Bei E-Autos sieht dies jedoch anders aus. Hier ist die Konkurrenz aus China den deutschen Anbietern in vielen Bereichen &ndash; vor allem bei Autos im unteren Preissegment &ndash; bereits voraus. Nun kann man sagen, dass es ein strategischer Fehler des Managements deutscher Autokonzerne war, zu sp&auml;t und zu halbherzig auf das Thema E-Mobilit&auml;t zu setzen. Doch das w&auml;re zu kurz gesprungen. In der deutschen Politik gibt es sp&auml;testens seit der Regierungsbeteiligung der Gr&uuml;nen zwar den unbedingten Willen zur Mobilit&auml;tswende &ndash; der daf&uuml;r n&ouml;tige Umbau der Infrastruktur ist jedoch nicht erfolgt. Wo man auch hinschaut, es fehlen Lades&auml;ulen und sowohl im st&auml;dtischen als auch im l&auml;ndlichen Bereich ist das Stromnetz ohnehin nicht in der Lage, die n&ouml;tigen Kapazit&auml;ten f&uuml;r einen fl&auml;chendeckenden Betrieb von Schnelllades&auml;ulen, die mindestens 300 kW Ladeleistung haben, zu gew&auml;hrleisten. Zur Erinnerung &ndash; die diesbez&uuml;gliche <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hausanschluss#:~:text=In%20Deutschland%20regelt%20die%20DIN,elektrische%20Warmwasserbereitung%20existiert%2C%2034%20kW\">DIN-Norm<\/a> sieht f&uuml;r Haushaltsanschl&uuml;sse eine Leistung von 14,5 bzw. 34kW vor und vereinzelte Schnelllades&auml;ulen auf ein, zwei Supermarktparkpl&auml;tzen reichen nicht aus, wenn das ganze Land auf E-Mobilit&auml;t umstellen soll.<\/p><p>Die nicht vorhandene Infrastruktur und die bauartbedingt h&ouml;heren Preise sind auch der Grund, warum sich E-Autos in Deutschland so schleppend verkaufen. Trotz hoher Rabatte wurden im Juli in Deutschland nur <a href=\"https:\/\/www.kba.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/Fahrzeugzulassungen\/2024\/pm27_2024_n_07_24_pm_komplett.html#:~:text=238.263%20Personenkraftwagen%20(%20Pkw%20)%20wurden%20im,%2B7%2C3%20Prozent%20zu\">30.762 E-Autos verkauft<\/a> &ndash; das ist mehr als ein Drittel weniger als im Vorjahresmonat. Im August lag der R&uuml;ckgang &ndash; wie es gerade eben <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/auto\/elektroauto-kaufen-absatz-von-strom-pkw-bricht-im-august-um-zwei-drittel-ein-a-35fae735-f596-41b2-b06c-be294a5a37b4\">&uuml;ber den Ticker lief<\/a> &ndash; sogar bei 69 Prozent. Zum Vergleich: Im Juli wurden 43.107 Fahrzeuge mit Dieselantrieb, 79.870 Fahrzeuge mit Hybridantrieb und 83.405 Benziner zugelassen.<\/p><p>Nun haben aber Konzerne wie VW viele Milliarden Euro in die E-Mobilit&auml;t investiert. Da die daraus entstandenen Produkte sich aber kaum &ndash; und wenn, dann nur mit sehr hohen Rabatten &ndash; verkaufen, dr&uuml;cken sie nat&uuml;rlich auf die Gesamtmargen und das Konzernergebnis. Dass VW also vergleichsweise schlechte Ergebnisse erzielt, liegt auch &ndash; und vor allem &ndash; an der schleppend verlaufenden Mobilit&auml;tswende, und dass die Mobilit&auml;tswende so schleppend verl&auml;uft, ist auch &ndash; und vor allem &ndash; Schuld der Politik.<\/p><p><strong>Faktor 2: Energiekosten<\/strong><\/p><p>Ein weiteres Kernproblem deutscher Automobilhersteller sind die steigenden Kosten. Deutsche Autos waren schon immer auch in der Herstellung etwas teurer als die Konkurrenz aus anderen L&auml;ndern, aber der &bdquo;Deutschland-Aufschlag&ldquo; war immer noch im Rahmen. Das hat sich in den letzten Jahren ge&auml;ndert. Durch die Russlandsanktionen sind die Energiekosten massiv gestiegen. Vor allem der Industriestrompreis spielt hier eine entscheidende Rolle. Lag der vor den Sanktionen noch bei 15 bis 18 Cent pro kWh, explodierte er 2022 auf ganze 43,20 Cent und lag im letzten Jahr bei 24,46 Cent pro kWh. In diesem Jahr ist der Preis &uuml;brigens wieder auf Vorkriegsniveau &ndash; jedoch nur, weil er derzeit durch den Wegfall der EEG-Umlage und der Stromsteuer massiv subventioniert wird. Doch diese Subventionen werden irgendwann auslaufen. Auf das Betriebsergebnis der Automobilhersteller dr&uuml;cken die hohen Energiepreise gleich doppelt &ndash; direkt durch die h&ouml;heren Kosten bei der eigenen Produktion und indirekt, da sie Preisbestandteil der zugekauften Teile sind, die man von Zulieferern bezieht.<\/p><p>Der Standort Deutschland ist damit noch teurer geworden und es wird immer attraktiver, die eigene Produktion und die Produktion der Zulieferer in L&auml;nder zu verlagern, in denen die Energiekosten niedriger sind. Der &bdquo;Deutschland-Aufschlag&ldquo; ist durch die Sanktionen erheblich gestiegen und l&auml;sst sich immer schwerer auf dem Markt &uuml;ber den Verkaufspreis wieder reinholen. Das betrifft vor allem den Massenhersteller VW, dessen Produktionsanteil aus deutscher Herstellung immer noch sehr hoch ist und der sich zudem in einem Marktumfeld bewegt, in dem die Konkurrenz durch Hersteller, die in L&auml;ndern mit niedrigeren Energiepreisen produzieren, besonders gro&szlig; ist. Daher ist es auch kein Wunder, dass die Kernmarke VW im Gesamtkonzern besonders ertragsschwach ist.<\/p><p><strong>Faktor 3: Absatzm&auml;rkte<\/strong><\/p><p>All diese Probleme w&auml;ren &auml;rgerlich, aber nicht existenzbedrohend, wenn VW beim Verkauf an der Preisschraube drehen und damit die Margen halten k&ouml;nnte. Doch das ist nicht so. Auf dem heimischen Markt fehlt den Kunden schlicht das n&ouml;tige Geld. Die Inflation &ndash; vor allem durch steigende Energiekosten durch die Sanktionen &ndash; und auch die gestiegenen Zinsen &ndash; eine Fehlentscheidung der EZB wegen der steigenden Energiekosten &ndash; lassen vielen Kunden ganz einfach nicht den finanziellen Spielraum, sich einen teuren Neuwagen von VW zu kaufen. Man greift zur preiswerteren Konkurrenz oder schiebt die Investition noch hinaus und f&auml;hrt seinen alten Wagen halt l&auml;nger. Und wenn VW Autos verkauft, dann m&uuml;ssen die H&auml;ndler meist hohe Rabatte einr&auml;umen. Wir haben es mit &Uuml;berkapazit&auml;ten auf dem Markt zu tun und die f&uuml;hren nun einmal zu niedrigeren Margen. Das ist nicht &uuml;berraschend.<\/p><p>Gerade f&uuml;r VW kommt versch&auml;rfend hinzu, dass auch viele traditionelle Absatzm&auml;rkte im Ausland schw&auml;cheln. Die Kaufkraft in der gesamten EU und auch in den USA ist zur&uuml;ckgegangen und der ehemalige Umsatz- und Margenretter China schw&auml;chelt ebenfalls und hier kommt versch&auml;rfend hinzu, dass VW gerade bei den E-Autos im mittleren Preissegment, die ja das Portfolio der Konzernmarke VW bilden, gegen die chinesische Konkurrenz immer weiter zur&uuml;ckf&auml;llt. Da haben es Marken, die im Hochpreissegment angesiedelt sind, leichter, da die Wohlhabenden sowohl in Deutschland als auch in anderen Absatzm&auml;rkten durchaus in der Lage und gewillt sind, die Margen der Hersteller zu sichern. So kann es auch nicht verwundern, dass die zum VW-Konzern geh&ouml;rende Marke Porsche die margen- und ertragsst&auml;rkste Tochter ist. Aber das nutzt den Arbeitern in den deutschen VW-Werken wenig, da der Gesamtkonzern eine Querfinanzierung kritisch sieht und gerne auch die Kernmarke VW wieder in h&ouml;here Gewinnzonen bringen w&uuml;rde.<\/p><p><strong>Die Politik interveniert wieder einmal genau auf der falschen Seite<\/strong><\/p><p>Die Krise von VW ist ein Politikum. Der Konzern ist nicht nur Deutschlands gr&ouml;&szlig;ter Industriekonzern, sondern auch das Aush&auml;ngeschild des Standortes. Hinzu kommt, dass das Land Niedersachsen mit 20 Prozent VWs gr&ouml;&szlig;ter Einzelaktion&auml;r ist und gerade in Niedersachsen die Wirtschaftskompetenz der Landesregierung auch und vor allem daran bemessen wird, wie es VW und den vielen Zulieferern im Umfeld des Konzerns geht. Nun k&ouml;nnte die Politik VW nachhaltig helfen, indem sie auf die oben genannten drei Probleme eingeht. Sie k&ouml;nnte die Mobilit&auml;tswende samt Verbrennerverbot abschw&auml;chen oder einen realistischeren zeitlichen Rahmen definieren, der die Marktreife alternativer Brennstoffe und Antriebskonzepte als Alternative zur reinen E-Mobilit&auml;t vorsieht. Das wird ohnehin kommen, da 2035 ein viel zu ambitioniertes Ziel ist, und die offenen Probleme mit der Infrastruktur und den Lieferketten eine Verschiebung sehr wahrscheinlich machen.<\/p><p>Die Politik k&ouml;nnte auch auf der Kostenseite Hilfestellung bieten &ndash; indem sie daf&uuml;r sorgt, dass die Energiekosten sinken. Das w&auml;re problemlos m&ouml;glich, wenn man die Sanktionen gegen Russland aufhebt und wieder preiswertes Erdgas importiert, wodurch auch der Strompreis deutlich sinken w&uuml;rde. Das h&auml;tte den &ndash; auch f&uuml;r VW &ndash; angenehmen Nebeneffekt, dass dies auch bei den m&ouml;glichen K&auml;ufern das Budget verbessern w&uuml;rde und man mehr Autos mit geringeren Rabatten verkaufen k&ouml;nnte.<\/p><p>Doch diese L&ouml;sungen &ndash; so einfach und logisch sie sind &ndash; stehen nat&uuml;rlich nicht auf der Agenda der Ampel. Stattdessen wird die Bundesregierung <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/automobilbranche-steuervorteile-fuer-e-autos-von-mehr-als-600-millionen-euro-geplant\/100065897.html\">heute beschlie&szlig;en<\/a>, Steuervorteile von mehr als 600 Millionen Euro als Subventionen an Unternehmen auszusch&uuml;tten, die E-Autos als Dienstwagen einsetzen. Hinzu kommt eine Anhebung des Preisdeckels bei der Dienstwagenbesteuerung f&uuml;r E-Autos &ndash; hier wird der alte Listenpreis von 70.000 auf 95.000 Euro angehoben. So kommen nun auch Manager und leitende Angestellte in den Genuss von Steuererleichterungen, die sich von ihrem Arbeitgeber ein besonders hochpreisiges E-Auto spendieren lassen. Bezahlt werden diese Subventionen vom Steuerzahler. Der Hilfsarbeiter mit seinem alten Diesel zahlt, der Manager mit seinem Tesla kassiert &ndash; so sieht es wohl aus, wenn Gr&uuml;ne und FDP zu einem Kompromiss kommen.<\/p><p><strong>Schwarze Wolken am Horizont<\/strong><\/p><p>VW wird nicht der letzte deutsche Automobilhersteller sein, der Werke schlie&szlig;t und Arbeiter entl&auml;sst. Trotz (noch) guter Gesch&auml;ftsergebnisse zieht sich der Himmel &uuml;ber dem Automobilstandort Deutschland schon l&auml;nger zu. Neben BMW und Mercedes haben eigentlich alle Automobilhersteller mit sinkendem Absatz und noch st&auml;rker sinkenden Margen zu k&auml;mpfen. Bislang konnte man dies zumindest zum Teil einfach an die Zulieferer weiterreichen, die ihrerseits bereits seit Jahren in eine existenzbedrohende Krise rutschen. Continental und ZF haben bereits angek&uuml;ndigt, Werke in Deutschland zu schlie&szlig;en und sie werden nicht die letzten sein. Autoland ist abgebrannt.<\/p><p>Diese Entwicklung kann jedoch nicht &uuml;berraschen. In der allgemeinen Deindustrialisierung waren die Automobilhersteller wohl die letzten Dinosaurier des &bdquo;alten Deutschlands&ldquo;. Ihre Produkte sind zwar beim Kunden beliebt, aber auch sehr teuer und gerade bei der finanzkr&auml;ftigen Klientel, die sich derlei Produkte leisten k&ouml;nnte, aber auch rein statistisch &uuml;berproportional h&auml;ufig gr&uuml;n w&auml;hlt, mehr und mehr verp&ouml;nt. Ja, es gibt sie immer noch &ndash; die &bdquo;Soccer Moms&ldquo; vom Prenzlauer Berg, die gr&uuml;n w&auml;hlen und ihre Kinder mit dem E-SUV zur Schule bringen. Die Zeiten, in denen man als Besserverdiener mit seinem hochpreisigen und noch h&ouml;her motorisierten Gef&auml;hrt in der Peer Group angeben kann, sind jedoch vorbei. Und dem gemeinen Volk, das seinen wirtschaftlichen Status immer noch gerne &uuml;ber schicke Autos pr&auml;sentiert, fehlt mehr und mehr das Geld. W&auml;rmepumpen und hohe Energiepreise lassen da oft keinen Spielraum mehr f&uuml;r neue Autos aus deutscher Produktion. Die Zeiten f&uuml;r VW und Co. werden hart. Die nun angek&uuml;ndigten Werkschlie&szlig;ungen werden sicher nicht die letzten bleiben.<\/p><p>Die Zukunft ist d&uuml;ster. Als das Auto erfunden wurde, waren Pferde das Transportmittel Nummer Eins &ndash; bei den Eliten und dem einfachen Volk. Pferde werden heute immer noch gez&uuml;chtet und verkauft; aber nicht als Transportmittel und schon gar nicht f&uuml;r das einfache Volk, sondern als kostspieliges Hobby f&uuml;r meist Wohlhabende. &Auml;hnlich wird es dem Verbrennungsmotor wohl auch ergehen.<\/p><p><em>Leserbriefe zu diesem Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=121095\">finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: Ilari Nackel\/shutterstock.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/e4c0cca7d5db4676a8896cde0843385e\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] <em>* Anmerkung Jens Berger: Ich wei&szlig;, dass dieses Thema einige unserer Leser von &bdquo;beiden Seiten&ldquo; besonders triggert. In diesem Artikel will ich die technischen Details zu E-Autos und E-Fuels sowie Wasserstoff nur sehr grob anrei&szlig;en. Sie m&uuml;ssen mir also keine ausf&uuml;hrlichen Leserbriefe dazu schreiben; k&ouml;nnen das aber, wenn Sie m&ouml;gen, nat&uuml;rlich dennoch tun.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutschlands gr&ouml;&szlig;ter Industriekonzern schw&auml;chelt. Auch wenn der Gesamtkonzern nach wie vor sagenhafte Gewinne erwirtschaftet, ist die Rentabilit&auml;t der Kernmarke VW in den letzten Jahren f&ouml;rmlich erodiert. Nun sind zum ersten Mal in der Konzerngeschichte Werkschlie&szlig;ungen in Deutschland und K&uuml;ndigungen an deutschen Standorten geplant. Auch wenn Managementfehler ein Grund f&uuml;r die Krise sind, waren es vor<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=120760\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":120761,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,131,73,30],"tags":[1565,290,3299,511,2126,3205,1494,3468,741,3009,394,2764,1371,2542],"class_list":["post-120760","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-oekonomie","category-verkehrspolitik","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-automobilindustrie","tag-binnennachfrage","tag-deindustrialisierung","tag-dienstwagen","tag-elektromobilitaet","tag-energiepreise","tag-infrastruktur","tag-kuendigung","tag-privatkonsum","tag-standortschliessungen","tag-subventionen","tag-verkehrswende","tag-volkswagen","tag-zuliefererindustrie"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Shutterstock_1673512306.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/120760","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=120760"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/120760\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":121101,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/120760\/revisions\/121101"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/120761"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=120760"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=120760"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=120760"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}