{"id":12080,"date":"2012-02-01T08:42:19","date_gmt":"2012-02-01T07:42:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12080"},"modified":"2012-02-01T08:42:19","modified_gmt":"2012-02-01T07:42:19","slug":"hinweise-des-tages-1562","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12080","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;Mehr&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12080#h01\">Arbeitsmarkt im Januar 2012<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12080#h02\">Heiner Flassbeck: Der Staat ist keine schw&auml;bische Hausfrau<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12080#h03\">EZB verleiht Milliarden &ndash; Geld scheffeln ohne Risiko<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12080#h04\">DGB: Fiskalpakt &bdquo;f&uuml;hrt zu einseitigem Sparen&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12080#h05\">Demokratische Linke: Die Verteilungsfrage ins Zentrum r&uuml;cken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12080#h06\">Hungernde Sch&uuml;ler in Griechenland &ndash; Regierung verteilt Essensmarken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12080#h07\">Die Finanzindustrie hat die Politik in die Detailfalle gelockt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12080#h08\">&bdquo;Altersarmut bek&auml;mpfen, wo sie entsteht: am Arbeitsmarkt&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12080#h09\">GEW Hessen: Entt&auml;uschendes Urteil des EuGH zu Kettenarbeitsvertr&auml;gen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12080#h10\">Hochqualifiziert und unterbezahlt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12080#h11\">Einzelhandelsumsatz im Dezember 2011 real um 0,9 % gesunken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12080#h12\">&raquo;Wir hoffen, da&szlig; es diesen Winter ohne Tote abgeht&laquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12080#h13\">US-Republikaner bek&auml;mpfen Gewerkschaften: Kriegserkl&auml;rung im Rostg&uuml;rtel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12080#h14\">ACTA im Detail<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12080#h15\">Hinter die Schalter!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12080#h16\">Tom Strohschneider: Gegengewicht: Was tun Linke und Gr&uuml;ne gegen den CDU-Drall der SPD?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12080#h17\">Deutscher Qualit&auml;tsrahmen (DQR): Wichtige Einigung in der Abitur-Frage<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12080#h18\">Handwerks-Meister und Bachelor sind gleichwertig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12080#h19\">zu guter Letzt: Die gro&szlig;en Sparer<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=12080&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Arbeitsmarkt im Januar 2012<\/strong>\n<ul>\n<li>5,300 Millionen &ldquo;Arbeitslosengeld-Empf&auml;nger\/innen&rdquo; (SGB III und SGB II)1<\/li>\n<li>4,457 Millionen Arbeitslosengeld II-Empf&auml;nger\/innen &ndash; 254.000 (5,4%) weniger als im Januar 20112<\/li>\n<li>3,082 Millionen registrierte Arbeitslose &ndash; 264.000 (7,9%) weniger als im Januar 2011<\/li>\n<li>Ver&auml;nderungsraten (registrierte Arbeitslose) in den L&auml;ndern (Januar 2011 &ndash; Januar 2012)<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>M&auml;nner und Frauen: &ndash;12,7% in Baden-W&uuml;rttemberg bis &ndash;3,2% in Sachsen-Anhalt<\/li>\n<li>Frauen &ndash;11,2% in Bayern bis &ndash;1,9% in Sachsen-Anhalt<\/li>\n<li>M&auml;nner: -14,3% in Baden-W&uuml;rttemberg bis &ndash;4,2% in Sachsen-Anhalt<\/li>\n<li>unter 25 Jahre: -18,5% in Sachsen bis &ndash;1,3% in Berlin<\/li>\n<li>67,2% der Arbeitslosen sind im Rechtskreis SGB II (Hartz IV) registriert (Januar 2011: 65,8%)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Im Januar 2012 wurden von der Statistik der BA insgesamt 3,082 Millionen Arbeitslose registriert, 264.000 bzw. 7,9% weniger als im Januar 2011. Von diesen 3,082 Millionen Arbeitslosen waren 1,011 Millionen (32,8%) im Rechtskreis SGB III und 2,071 Millionen (67,2%) im Rechtskreis SGB II (Hartz IV) registriert.<br>\nAls Arbeitsuchende waren im Januar 2012 insgesamt 5,059 Millionen Frauen und M&auml;nner registriert, 448.000 (8,1%) weniger als im Januar 2011.<br>\nDie von der Statistik der BA ermittelte &bdquo;Unterbesch&auml;ftigung ohne Kurzarbeit&ldquo; betrug im Januar 2012 4,113 Millionen, 489.000 (10,6%) weniger alsim Januar 2011.<br>\nNach vorl&auml;ufigen, hochgerechneten Daten hatten im Januar 2012 937.000 (arbeitslose und nicht arbeitslose) Frauen und M&auml;nner Anspruch auf das beitragsfinanzierte Arbeitslosengeld (SGB III) und 4,457 Millionen Anspruch auf Arbeitslosengeld II. Bereinigt um die Zahl der etwa 94.000 sog. Aufstocker (Bezug von Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II) hatten im Januar 2012 etwa 5,300 Millionen erwerbsf&auml;hige Frauen und M&auml;nner Anspruch auf Arbeitslosengeld (SGB III) bzw. Arbeitslosengeld II, 377.000 (6,6%; nicht &bdquo;gut 7 Prozent&ldquo;) weniger ein Jahr zuvor. (vgl. BA-Monatsbericht, S. 18)<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/biaj.de\/images\/stories\/2012-01-31_alo0112t.pdf%20\">Bremer Institut f&uuml;r Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe e.V. (BIAJ) [PDF &ndash; 459 KB]<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"\/upload\/pdf\/120201_arbeitsmarkt-deutschland-zeitarbeit-aktuelle-entwicklung_Stand_01-2012.pdf\">Bundesagentur f&uuml;r Arbeit Monatsbericht [PDF &ndash; 308 KB]<\/a><\/p>\n<p><strong>dazu: Billigl&ouml;hner bauen am Jobwunder mit<\/strong><br>\nDas scheinbare deutsche Jobwunder mit 41 Millionen Erwerbst&auml;tigen trotz Weltfinanzkrise hat einen Makel: Das Wachstum fand vor allem beim Niedriglohn statt, den jeder f&uuml;nfte Besch&auml;ftigte heute erh&auml;lt. Die Niedriglohnsektor ist dreimal so schnell gewachsen wie die Besch&auml;ftigung oberhalb der Niedriglohnschwelle. Unter den sozialversicherungspflichtig Vollzeitbesch&auml;ftigten stieg die Anzahl der Niedrigl&ouml;hner nach Zahlen der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) von 2005 bis 2010 um 13,5 Prozent auf rund 4,278 Millionen. Die Zahl der besser Bezahlten stieg nur um 4,5 Prozent. Somit fanden 42 Prozent des Besch&auml;ftigungsaufbaus f&uuml;r regul&auml;re Vollzeitjobs im Niedriglohnsektor statt. Die Ausweitung der Niedriglohnsektors war kein Unfall. Sie war politisch gewollt. &bdquo;Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt&ldquo;, r&uuml;hmte sich auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos Anfang 2005 der damalige Bundeskanzler Gerhard Schr&ouml;der.<br>\nUnter Rot-Gr&uuml;n wurden daf&uuml;r die Weichen gestellt. Jeder f&uuml;nfte Job ist mittlerweile ein Minijob. Neun von zehn Minijobbern, die keiner anderen Besch&auml;ftigung nachgehen, arbeiten zu Niedrigl&ouml;hnen. Rot-Gr&uuml;n erleichterte die Leiharbeit. Die Branche z&auml;hlt 900.000 Besch&auml;ftigte. Fast drei Viertel davon arbeiten im Niedriglohnbereich, wie die BA ermittelte. Hinzu kommt, dass Tarifvertr&auml;ge f&uuml;r immer weniger Besch&auml;ftige gelten. Aber selbst sie sch&uuml;tzen nicht vor Niedrigl&ouml;hnen, ebenso wenig wie Mindestl&ouml;hne. Im arbeitgebernahen Institut f&uuml;r Wirtschaft (IW) herrscht die &Uuml;berzeugung, der Niedriglohnsektor diene ansonsten Chancenlosen als Sprungbrett zu einer regul&auml;ren Besch&auml;ftigung. &bdquo;Der Niedriglohnsektor w&auml;chst nicht auf Kosten der Normalverdiener. Der Niedriglohnsektor schafft Arbeitspl&auml;tze, die es vorher nicht gab&ldquo;, versichert IW-Experte Holger Sch&auml;fer. &bdquo;Das wird &uuml;berhaupt nicht belegt&ldquo;, widerspricht ihm der Arbeitsmarktexperte der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung, Alexander Herzog-Stein. Der Niedriglohnsektor sei eine gro&szlig;e Verschwendung. Leidtragende seien aufgrund ihrer steigenden Erwerbsneigung vor allem Frauen, die h&auml;ufig gut qualifiziert seien und in den Niedriglohnsektor abgedr&auml;ngt w&uuml;rden. &bdquo;Wir verschenken hier enorme Ressourcen&ldquo;, kritisiert Herzog-Stein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/arbeit---soziales\/arbeitsmarkt-deutschland-billigloehner-bauen-am-jobwunder-mit,1473632,11526596.html\">FR<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der Spiegel titelt zu den j&uuml;ngsten Arbeitslosenzahlen: &ldquo;Jobmarkt ist so stabil wie nie&rdquo; Das klingt so, wie wenn die Kanzlerin  von der Stabilit&auml;tsunion faselt. Stabilit&auml;t ist kein Wert an sich, wenn nicht gekl&auml;rt ist, wobei und auf welchem Niveau Stabilit&auml;t erreicht wird. Gut, dass die FR die Grenzen des deutschen &ldquo;Jobwunders&rdquo; aufzuzeigen versucht, auch wenn sie sich letztendlich weigert, klar Position zu beziehen. Die SZ berichtet von einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken und verweist damit auf einen weiteren Makel dieses &ldquo;Jobwunders&rdquo;: Nur knapp 15 Prozent der Langzeitarbeitslosen konnten 2011 in Jobs auf dem ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden. In der Statistik <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/arbeitsagentur-langzeitarbeitslose-haben-kaum-chancen-auf-jobs-1.1271244\">tauchen viele trotzdem nicht auf<\/a>.<\/em><br>\n<em> &ndash; Und wer sagt denn, dass 3 Mio. Arbeitslose &ndash; lassen wir einmal au&szlig;en vor, dass diese Zahl getrickst ist &ndash; eine Zahl ist, die Deutschland auf Dauer akzeptieren darf.<\/em><\/p>\n<p><strong>nicht wirklich &bdquo;passend&ldquo; dazu: Jobmarkt ist so stabil wie nie<\/strong><br>\nDer Winter hat die Arbeitslosenzahl wieder knapp &uuml;ber die Drei-Millionen-Marke getrieben &ndash; ein f&uuml;r die Jahreszeit vergleichsweise geringer Anstieg. Saisonbereinigt ist die Zahl der Menschen ohne Job sogar weiter gesunken und liegt um 260.000 niedriger als vor einem Jahr. Zum Jahresauftakt ist die Arbeitslosigkeit wieder leicht gestiegen, 3,08 Millionen Deutsche waren im Januar ohne Job &ndash; 302.000 mehr als im Dezember. Es seien aber ausschlie&szlig;lich jahreszeitliche Gr&uuml;nde, die die Zahl nach oben getrieben h&auml;tten, sagte der Chef der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) Frank-J&uuml;rgen Weise in N&uuml;rnberg.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,812370,00.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> <a href=\"\/upload\/pdf\/120201_anm1.pdf\">Anmerkung als [PDF &ndash; 39.2 KB]<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Heiner Flassbeck: Der Staat ist keine schw&auml;bische Hausfrau<\/strong><br>\nKein Thema wird global so intensiv diskutiert wie die Eurokrise und mehr und mehr von Menschen, die weder zeitlich, noch ideologisch oder intellektuell in so kleinen K&auml;mmerlein sitzen wie deutsche Beamte und ihre Minister. Das Ergebnis kann man fast jeden Tag insbesondere in der angels&auml;chsischen Diskussion beobachten. Es setzt sich mit Macht die These durch, dass die Eurokrise tats&auml;chlich eine systemische Krise ist, weil der Kern der Krise das Auseinanderlaufen der Inflationsraten zwischen Deutschland und S&uuml;deuropa (inklusive Frankreichs) und die daraus sich ergebende Schere in der Wettbewerbsf&auml;higkeit der wichtigsten L&auml;nder ist.<br>\nZudem versteht inzwischen fast jeder, dass die Umsetzung der deutschen &ldquo;Schuld-und-S&uuml;hne-Position&rdquo; wirtschaftlich in die Irre f&uuml;hrt. L&auml;nder, die ohne einen positiven Impuls von au&szlig;en mit Gewalt versuchen, ihre Staatshaushalte zu sanieren, werden scheitern, weil der Staat nun mal keine schw&auml;bische Hausfrau ist. Die kann sich beim Sparen darauf verlassen, dass ihre Einnahmen nicht wegen ihres Sparens zur&uuml;ckgehen, der Staat kann das nicht. Dass man das nicht zur Kenntnis nimmt, weil es nach Keynesianismus klingt, macht die geistige Isolation der deutschen Mandarine nur noch offensichtlicher.<br>\nDiese Haltung wird langsam gef&auml;hrlich. Es gibt &ldquo;splendid isolation&rdquo;, es gibt aber auch &ldquo;stupid isolation&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.badische-zeitung.de\/der-staat-ist-keine-schwaebische-hausfrau\">Badische Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>EZB verleiht Milliarden &ndash; Geld scheffeln ohne Risiko<\/strong><br>\nLizenz zum Gelddrucken: Kreditinstitute werden sich bei der Europ&auml;ischen Zentralbank bald g&uuml;nstig mit Geld eindecken, bis zu eine Billion Euro k&ouml;nnten es werden. Den Instituten winken Profitmargen von bis zu 500 Prozent, das Ausfallrisiko tr&auml;gt am Ende der Steuerzahler. [&hellip;]<br>\nDie Rechnung geht so: Eine Bank zahlt f&uuml;r den EZB-Kredit ein Prozent an Zinsen. Sie nimmt das Geld und kauft eine italienische Staatsanleihe. Die wirft derzeit rund sechs Prozent ab. &ldquo;Das ist geschenktes Geld, die Banken k&ouml;nnen allein an dem ersten EZB-Kredit in H&ouml;he von 490 Milliarden Kredit rund 50 Milliarden Euro verdienen&rdquo;, sagt Jochen Felsenheimer, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Assenagon Credit Management. Der renommierte Finanzprofi beobachtet an den M&auml;rkten, dass Banken mit dem billigen Notenbankgeld spekulieren und irische sowie portugiesische Anleihen kaufen. Da seien Renditen von elf Prozent und mehr drin. [&hellip;]<br>\nDie EZB hat seit Mai 2010 rund 220 Milliarden Euro in griechische, italienische und spanische Staatsanleihen gesteckt. Nun sollen die europ&auml;ischen Banken bei den Staats-Bonds wieder zugreifen, was angesichts der m&ouml;glichen Gewinnmarge f&uuml;r die Institute attraktiv erscheint. Zumal die EZB und damit der Steuerzahler schlussendlich immer haften w&uuml;rde, wenn etwa italienische Staatspapiere ausfallen sollten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/ezb-verleiht-milliarden-an-banken-geld-scheffeln-ohne-risiko-1.1272209\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Da steht die SZ im Wald und sieht denselbigen mal wieder vor lauter B&auml;umen nicht. Es ist nat&uuml;rlich vollkommen angebracht, den Umstand zu kritisieren, dass die Banken mit billigem EZB-Geld unbotm&auml;&szlig;ige Renditen einfahren und die Staaten sich ihre Kredite nicht direkt und zinsg&uuml;nstig bei der EZB holen k&ouml;nnen. Die Frage der Staatsfinanzierung wird im SZ-Artikel jedoch noch nicht einmal angesprochen. Eben so wenig wie die deastr&ouml;sen Folgen f&uuml;r die Staatsfinanzen, die von den hohen &bdquo;Risikoaufschl&auml;gen&ldquo; durch die Banken ausgel&ouml;st werden. Dies alles k&ouml;nnte man unter &bdquo;zu kurz gesprungen&ldquo; verbuchen, dann zitiert die SZ aber auch noch einen vermeintlich &bdquo;renommierten Finanzprofi&ldquo;, der wahrscheinlich nur &auml;rgerlich ist, dass die EZB-Milliarden ihm ein Gesch&auml;ft verdorben haben. Wenn die Banken sich tats&auml;chlich mit PIIGS-Anleihen eindecken w&uuml;rden, k&ouml;nnten sie zwar unter Umst&auml;nden sp&auml;ter einmal Spekulationsgewinne erzielen, w&uuml;rden aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durch den n&auml;chsten Stresstest fallen, da dieser verschiedene Stressszenarien f&uuml;r die Abwertung der PIIGS-Anleihen vorsieht. So einfach, wie die SZ es uns glauben machen will, ist der &bdquo;anstrengungslose Wohlstand&ldquo; auch nicht.<\/em><\/p>\n<p><em>Der gr&ouml;&szlig;te Bock des Artikels d&uuml;rfte jedoch wahrscheinlich noch nicht einmal den meisten Finanzjournalisten auffallen, da (fast) alle deutsche Zeitungen in steter Regelm&auml;&szlig;ig &auml;hnliches schreiben. Verluste der EZB m&uuml;ssen nicht zwingend vom Steuerzahler getragen werden! Die EZB ist keine Sparkasse, sondern eine Zentralbank. Den Unterschied sollte man als Finanzjournalist eigentlich kennen. Die EZB &bdquo;geh&ouml;rt&ldquo; nicht den Staaten, sondern den nationalen Zentralbanken. Es gibt zwischen der EZB, der Bundesbank und der Bundesrepublik weder eine Anstaltslast noch eine Gew&auml;hrtr&auml;gerhaftung, die festlegen w&uuml;rde, dass der Steuerzahler f&uuml;r Verluste der Zentralbank in Rechenschaft zu ziehen ist. Das Gesetz &uuml;ber <a href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/bbankg\/BJNR007450957.html\">Deutsche Bundesbank (BBankG)<\/a> sieht ohnehin keinen wie auch immer gearteten Ausgleich m&ouml;glicher Verluste der Bundesbank vor. Als die Bundesbank z.B. im Jahre 1973 wegen der &bdquo;Dollar-Krise&ldquo; Verluste machte, musste der Bund den Verlust auch nicht ausgleichen. In der Regel macht die Bundesbank jedoch einen Gewinn, der nach &sect; 27 BBankG an den Bund abgef&uuml;hrt werden muss. Auch diese Praxis ist jedoch umstritten, da die Bundesbank ein Instrument der Geldsch&ouml;pfung und keine betriebswirtschaftliche Unternehmung ist, die Gewinne erzielen kann. Wenn die Bundesbank ihre Gewinne an den Bund &uuml;berweist, ist dies also streng genommen ein Akt der Geldsch&ouml;pfung. Was w&uuml;rde eigentlich passieren, wenn die EZB oder die Bundesbank ihre Verluste ganz einfach aus den B&uuml;chern streichen w&uuml;rde? Dies sollte an einem simplen Beispiel deutlich werden. Sollte Griechenland beispielsweise einen Haircut von 50% vornehmen, muss die EZB, die einer der Hauptgl&auml;ubiger Griechenlands ist, mehrere Milliarden Euro abschreiben. Wenn sich die Zentralbanken nun diese Verluste &bdquo;vom Steuerzahler&ldquo; ausgleichen lie&szlig;en, w&uuml;rden die Milliarden &uuml;ber die Staatshaushalte an die EZB gezahlt und w&uuml;rden sich dort rechnerisch &bdquo;aufl&ouml;sen&ldquo; &ndash; sie w&auml;ren schlicht weg, dem Geldkreislauf entzogen. Dies w&auml;re dann ein Akt der Geldvernichtung. Wenn die EZB diese Verluste jedoch aus ihren B&uuml;chern tilgen oder sie buchhalterisch in ein &bdquo;Sonderverm&ouml;gen&ldquo; &uuml;berf&uuml;hren w&uuml;rde, w&uuml;rde sich an der Geldmenge &uuml;berhaupt nichts &auml;ndern. Griechenland h&auml;tte lediglich weniger Schulden und das Zentralbanksystem weniger Forderungen. W&auml;re das so tragisch?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>DGB: Fiskalpakt &bdquo;f&uuml;hrt zu einseitigem Sparen&ldquo;<\/strong><br>\nDie im Fiskalpakt festgelegte Wahrung der Haushaltsdisziplin mache die europ&auml;ischen Regierungen &ldquo;langfristig handlungsunf&auml;hig&rdquo;, bem&auml;ngelt Michael Sommer. Der EU-Sondergipfel habe nicht die Frage beantwortet, wie man an &ldquo;zus&auml;tzliche Staatseinnahmen&rdquo; gelangen k&ouml;nnte.<br>\nSommer: &hellip;Ich bin da leider nicht so optimistisch &ndash; schlicht und ergreifend deshalb, weil der Fiskalpakt, so wie er angelegt ist, aus unserer Sicht wirklich eine falsche Rezeptur ist und damit auch zu falschen Ergebnissen f&uuml;hrt. Er f&uuml;hrt zu einseitigem Sparen, er geht nur darauf hinaus, dass man sozusagen sogenannte Haushaltsdisziplin wahrt, die dazu f&uuml;hrt, dass insbesondere dort, wo Krisen sind, die Krise sich versch&auml;rft. Von daher beantwortet er viele Fragen nicht, &uuml;brigens auch nicht &ndash; das ist auch dann Etikettenschwindel -, er beantwortet nur das Thema Haushaltsdisziplin, also Sparen, er beantwortet &uuml;berhaupt nicht die Frage, wie man zum Beispiel zu mehr Staatseinnahmen kommt, in Irland oder Deutschland oder wo auch immer, wo das dann dazu f&uuml;hren w&uuml;rde, dass man nicht Neuverschuldung machen muss, aber trotzdem die Staaten handlungsf&auml;hig h&auml;lt. Was man jetzt macht, ist, die Staaten weiter handlungsunf&auml;hig zu machen &ndash; &uuml;brigens auch f&uuml;r Deutschland mit einem fatalen Punkt. Das ist ja nicht nur, dass die Schuldenbremse des Grundgesetzes eingehalten werden soll, sondern es soll ja die Neuverschuldung zur&uuml;ckgef&uuml;hrt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/interview_dlf\/1665240\/\">DLF<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wenigstens einmal ein bisschen Gegenwind.<\/em> <\/p>\n<p><strong>passend dazu: Pr&auml;sidentenwahl in Frankreich k&ouml;nnte Fiskalpakt kippen<\/strong><br>\n[&hellip;] Zum eigentlichen Haupthindernis k&ouml;nnte aber Frankreich, der wichtigste Partner Deutschlands in der Eurozone, werden. Ohne Paris, hei&szlig;t es in Br&uuml;ssel, k&ouml;nne man den Fiskalpakt gleich wieder vergessen. Nun hat Frankreichs Pr&auml;sident Nicolas Sarkozy den Pakt zwar mit besiegelt. Er kann aber bis zur Pr&auml;sidentschaftswahl Ende April nicht mehr daf&uuml;r sorgen, dass der Vertrag in Parlament und Senat ratifiziert wird. Das hat Sarkozy in Br&uuml;ssel Montagnacht selber explizit best&auml;tigt. F&uuml;r eine Verankerung in der Verfassung brauchte Sarkozy eine Drei-F&uuml;nftel-Mehrheit im Kongress aus Nationalversammlung und Senat. Die hat er nicht.<br>\nHollande sagt Nein<br>\nUnd: Eine St&auml;rkung Sakozys durch Wiederwahl wird immer unwahrscheinlicher. Sein sozialistischer Gegenspieler Francois Hollande liegt in Umfragen deutlich voran. Er k&uuml;ndigte im Wahlprogramm an, den &ldquo;deutschen&rdquo; Sparpakt nicht zu akzeptieren, ihn neu verhandeln zu wollen. Der Aspekt konjunkturf&ouml;rdernder Ma&szlig;nahmen k&auml;me zu kurz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1326504246497\/Wechsel-Praesidentenwahl-in-Frankreich-koennte-Fiskalpakt-kippen\">Der Standard<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Demokratische Linke: Die Verteilungsfrage ins Zentrum r&uuml;cken<\/strong><br>\nDie Beantwortung der Verteilungsfragen muss wieder im Mittelpunkt der SPD-Politik stehen.<br>\nDaten zur Verteilungsfrage:\n<ul>\n<li>Lohnquote geht zur&uuml;ck, Gewinn- und Kapitaleinkommen steigen<br>\nDie Nettolohnsumme sank von 49,3% (1991) auf 42% (1. Hj. 2011); die Nettogewinnquote stieg von 28,6% (1991) auf 33,0% (1. Hj. 2011).<\/li>\n<li>L&ouml;hne gingen zur&uuml;ck, (neutraler) Verteilungsspielraum wurde nicht ausgesch&ouml;pft<br>\nDie Tarifl&ouml;hne stiegen zwischen 2000 und 2010 um 6,7%.<br>\nNeutraler Verteilungsspielraum: Anstieg der Lebenshaltungskosten + Anstieg der Arbeitsproduktivit&auml;t. Zwischen 2000 und 2010 stieg dieser Verteilungsspielraum um 28,1%, die Tarifentgelte stiegen zwischen 2000 und 2010 um 24,2%.<br>\nDie effektiv gezahlten Bruttol&ouml;hne und -geh&auml;lter stiegen langsamer als die tariflich vereinbarten Entgelte und gingen zwischen 2000 und 2010 um 4% zur&uuml;ck. Verglichen mit dem neutralen Verteilungsspielraum gingen die Bruttol&ouml;hne um fast 16 Prozentpunkte zur&uuml;ck.<\/li>\n<li>Erwerbslose haben in Deutschland ein sehr hohes Armutsrisiko<br>\nDie europ&auml;ische Statistikbeh&ouml;rde Eurostat hat f&uuml;r Erwerbslose in Deutschland f&uuml;r 2010 ein Armutsrisiko von 70% ermittelt. Dies ist eine Zunahme im Vergleich zum Vorjahr um 8,3 %. Im EU-Durchschnitt sind dagegen rund 45% der Erwerbslosen armutsgef&auml;hrdet.<\/li>\n<li>Verm&ouml;gensverteilung<br>\nDie wohlhabendsten 10 Prozent der Bev&ouml;lkerung besa&szlig;en 2007 gut 61 Prozent des gesamten Verm&ouml;gens, die 5 reichsten Prozent verf&uuml;gten &uuml;ber etwa 46% und das reichste Prozent &uuml;ber 23% des gesamten Nettoverm&ouml;gens.Auf die unteren 70 Prozent entfielen dagegen nur knapp 9 Prozent des Verm&ouml;gens, 27% haben &uuml;berhaupt kein Verm&ouml;gen oder gar Schulden.<\/li>\n<li>Einkommensspreizung nimmt zu<br>\nDie mittlere Einkommensschicht (70 bis 150% des mittleren Nettojahreseinkommens) schrumpft: von 64,3% (1999) auf 58,7% (2009).<\/li>\n<li>Ungleiche Steuer- und Abgabenbelastung<br>\nDie ArbeitnehmerInnen erhielten 2010 66% des Volkseinkommens, trugen aber 80% der Steuer- und Abgabenlast.<br>\nDie Steuer- und Abgabenbelastung von Lohneinkommen lag 2010 bei durchschnittlich 45%, bei Einkommen aus Unternehmert&auml;tigkeit und Verm&ouml;gensanlagen bei durchschnittlich 22%.<\/li>\n<li>Anteil der Niedriglohnbesch&auml;ftigten nimmt kontinuierlich zu<br>\n22,8% (Ost: 40,1%; West 18,7%)der Vollzeitbesch&auml;ftigten bekamen 2010 einen Lohn unterhalb der Niedriglohnschwelle von 1.802 Euro\/Monat (2\/3 des mittleren Bruttomonatsentgelts). 1999 betrug der Niedriglohnanteil in Westdeutschland noch 14,6%, in Ostdeutschland 35,5%.<\/li>\n<li>Normalarbeitsverh&auml;ltnisse gehen zur&uuml;ck<br>\nDie Zahl der Normalarbeitsverh&auml;ltnisse sank zwischen 2008 und 2010 um 133.000; in der Privatwirtschaft ging der Anteil von 62,3 auf 61,2% zur&uuml;ck. In einigen l&auml;ndlichen Regionen Westdeutschlands machen Leiharbeit, Minijobs und Teilzeit fast die H&auml;lfte der Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse aus.<\/li>\n<li>Ausgaben f&uuml;r Wohnung und Energie steigen<br>\nDeutsche Haushalte m&uuml;ssen einen immer gr&ouml;&szlig;eren Anteil ihres Einkommens f&uuml;r Wohnungs- und Energiekosten ausgeben. Der Anteil stieg zwischen 1969 und 2009 von 11,8% auf 19,7%.<\/li>\n<li>Armut und Gesundheit<br>\nLaut Robert-Koch-Institut liegt die mittlere Lebenserwartung bei Geburt bei Frauen aus der Armutsrisikogruppe rund acht Jahre unter der von Frauen aus hohen der Einkommensgruppe. Bei M&auml;nnern betr&auml;gt die Differenz sogar elf Jahre.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.forum-dl21.de\/meldung.php?meldung=340&amp;page%20\">Forum Demokratische Linke in der SPD<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Hungernde Sch&uuml;ler in Griechenland &ndash; Regierung verteilt Essensmarken<\/strong><br>\nIn Griechenland sollen Sch&uuml;ler w&auml;hrend des Unterrichts vor Hunger in Ohnmacht gefallen sein, berichteten Medien. Alles &ldquo;populistische Propaganda&rdquo;, sagte die Regierung zun&auml;chst. Jetzt handelt sie doch und verteilt kostenlose Lebensmittel-Coupons an arme Familien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/schulspiegel\/0,1518,812500,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><strong>dazu: Greece to leave the Eurozone and become a German colony<\/strong><br>\nThe Euro leaders are having another Summit in Brussels today &ndash; another one &ndash; the 17th in two years. I think they are getting used to the nice wine and sumptuous food that is served up. Little ever comes from these summits that is of any productive import. This time they plan to set in concrete balanced budget rules to be embedded into the national legislation of EU member states yet at the same time propose job creation and growth strategy. The job creation strategy is allegedly going to focus on the youth of Europe who are becoming unemployed and excluded in increasing numbers as time goes by. The lunacy is that Europe&rsquo;s youth started losing their jobs some years ago yet the leaders are now expressing concern. Also over the weekend, there was a leaked German proposal for today&rsquo;s summit detailing how Greece should leave the Eurozone and become a German colony. My how audacious our Teutonic friends have become!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/bilbo.economicoutlook.net\/blog\/?p=17980\">Bill Mitchell<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die Finanzindustrie hat die Politik in die Detailfalle gelockt<\/strong><br>\nThierry Philipponnat, Chef der Gegenlobby-Organisation Finance Watch, &uuml;ber die m&auml;chtige Finanzindustrie, &uuml;berforderte Parlamentarier und warum manchmal f&uuml;nf Seiten mehr sind als 750: &rdquo; &hellip; Sobald ein Akteur der Branche f&uuml;r etwas zahlen soll, behauptet er, das sei auch schlecht f&uuml;r die Gesellschaft. Doch das ist falsch: &Ouml;ffentliches Interesse ist nicht einfach die Summe privater Interessen. Aber solche Argumente machen deutlich, wie stark die Finanzindustrie auf die Politik einwirkt. &hellip; bleiben Reformvorhaben immer wieder an Details h&auml;ngen &ndash; die zwar wichtig sind, aber nicht ausschlaggebend. Jedes Detail nimmt sechs Monate, ein Jahr, zwei Jahre in Anspruch. W&auml;hrenddessen bleiben die fundamentalen Probleme ungel&ouml;st. Die Lobbyisten der Finanzinstitute verwenden viel Energie darauf, die Gesetzgeber systematisch in Details zu ertr&auml;nken. &hellip; Wenn ich h&ouml;re, wie die Finanzindustrie argumentiert, f&uuml;hle ich mich gen&ouml;tigt, die angeblichen Zusammenh&auml;nge zu widerlegen. Wer kein Finanzexperte ist, kann es vielleicht nicht widerlegen, aber er kann es f&uuml;hlen. Bei Occupy Wall Street geht es genau darum. Ganz normale B&uuml;rger sagen: Wir haben genug! Manchmal sind die Forderungen technisch nicht ganz richtig formuliert. Aber die Bewegung reflektiert etwas sehr Fundamentales: einen Trend in der Gesellschaft, sich gegen Missst&auml;nde zu organisieren. Aus dieser Quelle ist auch Finance Watch entstanden. &hellip; Der Staat sollte nur Kreditinstitute unterst&uuml;tzen, die ausschlie&szlig;lich die Realwirtschaft finanzieren. Eine Bank kann gerne spekulieren, dann aber bitte auf eigene Kosten und ohne staatliches Geld. Zweitens: Jeder sollte den Unterschied zwischen Investition und Spekulation begreifen. Derzeit gibt es eine Diskussion dar&uuml;ber, ob Rohstoffinvestments gut oder schlecht sind. Das ist absurd: Es gibt keine Finanzinvestments in Rohstoffe, das sind Wetten, die da abgeschlossen werden. &hellip; N&auml;chstes Jahr wird das Parlament &uuml;ber die sogenannte PRIP-Richtlinie diskutieren. Dabei handelt es sich um Finanzprodukte, die Kleinanleger kaufen k&ouml;nnen, um zu spekulieren &ndash; also um Wett-Produkte. Doch die Kommission nennt das vornehm &ldquo;Packaged Retail Investment Products&rdquo;. Wenn wir den Mann auf der Stra&szlig;e dazu anhalten, darauf zu wetten, dass der Aktienmarkt abst&uuml;rzt, haben wir die Verbindung zwischen Finanzwirtschaft und Gesellschaft zerschnitten. Die Gesellschaft braucht keine Wetten. Doch die Politik hat den Unterschied zwischen Investition und Spekulation offenbar immer noch nicht begriffen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/38499_38511.htm\">Magazin Mitbestimmung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wer meint, hier argumentiere einfach ein gutwilliger Gesinnungsethiker, sollte wissen, dass Thierry Philipponnat  ein &Ouml;konom ist, der 25 Jahre in der Finanzindustrie gearbeitet hat &ndash; zuletzt in der Abteilung Aktienderivate bei Euronext Liffe.  Finance Watch geht auf eine Initiative von Europaabgeordneten zur&uuml;ck, die Expertise auf Seiten einer Gegenmacht zur Finanzindustrie und deren Lobby einfordern. <a href=\"\/?p=6210#h02\">Die NachDenkSeiten berichteten<\/a>.<\/em><br>\n<em>Im Dezemberheft des Magazins Mitbestimmung sind noch weitere Beitr&auml;ge zum Thema Finanzm&auml;rkte enthalten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>&bdquo;Altersarmut bek&auml;mpfen, wo sie entsteht: am Arbeitsmarkt&ldquo;<\/strong><br>\nNeue Studie zum erwarteten Renteneinkommen der geburtenstarken Jahrg&auml;nge vorgestellt \/ Poltikwissenschaftlerinnen der Freien Universit&auml;t Berlin fordern Korrekturen in der Arbeitsmarktpolitik&hellip;<br>\nDie Frauen sind st&auml;rker als vorherige Jahrg&auml;nge von der Ausweitung der Teilzeit- und geringf&uuml;gigen Besch&auml;ftigung und den l&auml;ngeren und h&auml;ufigeren Phasen der Arbeitslosigkeit betroffen. Nur 21 Prozent der westdeutschen und 43 Prozent der ostdeutschen Babyboomerinnen weisen eine Vollzeiterwerbskarriere auf. Anders als fr&uuml;here Rentnergenerationen k&ouml;nnen die Frauen nicht darauf hoffen, ihre Versorgungsl&uuml;cken in der gesetzlichen Rente durch die Einkommen der Ehepartner zu kompensieren. Sinkende Renten der M&auml;nner, geringe Witwenrenten und die erh&ouml;hte Scheidungsrate lassen das Versorgermodell br&ouml;ckeln&hellip;\n<ul>\n<li>Die abgeleiteten Anspr&uuml;che in der Rentenversicherung suggerierten der Ehefrau eine finanzielle Sicherheit im Alter, die die Witwenrente jedoch bekanntlich nicht mehr leisten werde. Hier w&auml;re den Wissenschaftlerinnen zufolge eine &Auml;nderung der Renteninformation sinnvoll. Frauen sollten neben ihrer eigenen Rente auch die zu erwartende abgeleitete Rente ihres Ehepartners in ihrer Renteninformation erfahren. Bisher w&uuml;ssten sie wenig &uuml;ber die H&ouml;he der Witwenrente und &uuml;bersch&auml;tzten ihre Anspr&uuml;che h&auml;ufig. Familienorientierten Frauen mit geringen eigenen Rentenanspr&uuml;chen k&ouml;nne so der Glaube genommen werden, dass der Ehepartner f&uuml;r sie eine sichere Altersvorsorge darstellt.<\/li>\n<li>Die Abschaffung der Steuer- und Sozialversicherungspflicht sowie die Erh&ouml;hung der Entgeltgrenze von 325 Euro auf 400 Euro f&uuml;r Minijobs haben zur massiven Ausweitung der geringf&uuml;gigen Besch&auml;ftigung gef&uuml;hrt. Diese Entwicklung entwerte die Erwerbsarbeit von h&auml;ufig gut qualifizierten Frauen und f&uuml;hre zu geringen Altersrenten. Deshalb m&uuml;ssten an erster Stelle die Niedriglohnjobs bek&auml;mpft werden. Eine sinnvolle Ma&szlig;nahme w&auml;ren die Einf&uuml;hrung der Sozialversicherungspflicht vom ersten Euro an und die Abschaffung der Geringf&uuml;gigkeitsgrenze. Auch ein fl&auml;chendeckender Mindestlohn k&ouml;nne helfen, die T&uuml;ren zum Niedriglohnsektor zu schlie&szlig;en.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle 1: <a href=\"http:\/\/www.fu-berlin.de\/presse\/informationen\/fup\/2012\/fup_12_015\/index.html%20\">FU-Berlin<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.polsoz.fu-berlin.de\/polwiss\/forschung\/systeme\/sozialpol\/projekte\/babyboomer.html\">Studie &bdquo;Lebens-und Erwerbsverl&auml;ufe von Frauen im mittleren Lebensalter. Wandel und rentenpolitische Implikation.&ldquo;<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>GEW Hessen: Entt&auml;uschendes Urteil des EuGH zu Kettenarbeitsvertr&auml;gen<\/strong><br>\n&bdquo;Das Urteil der 2. Kammer des Europ&auml;ischen Gerichtshofs vom 26.1.2012 zur Zul&auml;ssigkeit von Kettenarbeitsvertr&auml;gen kann nur rundherum als entt&auml;uschend bezeichnet werden&ldquo;, erkl&auml;rte Hartwig Schr&ouml;der, Justiziar der GEW Hessen, in einer ersten Stellungnahme zu dem Luxemburger Urteil.<br>\nMit dem Vorlagebeschluss vom 17.11.2010 hatte das Bundesarbeitsgericht (BAG) dem EuGH die Frage vorgelegt, ob in Bereichen, in denen st&auml;ndig in erheblichem Umfang Vertretungsbedarf anf&auml;llt, eine Abdeckung dieses Bedarfs durch wiederholte befristete Arbeitsvertr&auml;ge mit EU-Recht, das die missbr&auml;uchliche Verwendung des Instruments der befristeten Arbeitsvertr&auml;ge verbietet, vereinbar ist. Das BAG hatte in den vergangenen Jahrzehnten in st&auml;ndiger Rechtsprechung entschieden, dass auch wiederholte Befristungen zul&auml;ssig sind, wenn f&uuml;r den einzelnen befristeten Arbeitsvertrag ein sachlicher Grund gegeben sei. Zuletzt waren den BAG-Richtern jedoch erkennbar Zweifel gekommen, ob diese Rechtsprechung mit vorrangigem EU-Recht in &Uuml;bereinstimmung zu bringen sei. Die Zweifel waren im Vorlagebeschluss relativ deutlich formuliert.<br>\n&bdquo;Das &ouml;ffentliche Schulwesen ist ein Bereich, in dem Kettenvertr&auml;ge seit Jahrzehnten gang und g&auml;be sind. Von daher hatten viele Lehrkr&auml;fte und die GEW die begr&uuml;ndete Hoffnung, der EuGH werde der Kettenvertragspraxis auch im &ouml;ffentlichen Schulwesen ein Ende setzen. Diese Hoffnung hat getrogen. Dies m&uuml;ssen wir zun&auml;chst bedauernd zur Kenntnis nehmen&ldquo;, erkl&auml;rte Schr&ouml;der. In der Urteilsbegr&uuml;ndung des EuGH hei&szlig;t es: &bdquo;Aus dem blo&szlig;en Umstand, dass ein Arbeitgeber gezwungen sein mag, wiederholt oder sogar dauerhaft auf befristete Vertretungen zur&uuml;ckzugreifen, und dass diese Vertretungen durch die Einstellung von Arbeitnehmern mit unbefristeten Arbeitsvertr&auml;gen gedeckt werden k&ouml;nnten, folgt nicht das Vorliegen eines Missbrauchs&ldquo;.<br>\nDer EuGH weist immerhin darauf hin, dass die einzelnen Vertr&auml;ge einer &bdquo;Kette&ldquo; jeweils eines sachlichen Grundes bed&uuml;rfen. Diese sind in Deutschland in &sect; 14 Abs. 1 des Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBfG) geregelt. Er weist ebenfalls darauf hin, dass &bdquo;die Beh&ouml;rden der Mitgliedsstaaten im Rahmen ihrer jeweiligen Zust&auml;ndigkeiten alle Umst&auml;nde eines Falles, einschlie&szlig;lich der Zahl und der Gesamtdauer der in der Vergangenheit mit demselben Arbeitgeber geschlossenen befristeten Vertr&auml;ge bei der Beurteilung der Zul&auml;ssigkeit ber&uuml;cksichtigen m&uuml;ssen. Die Beantwortung der Frage, was dies im Einzelfall bedeuten kann, weist der EuGH an die Richter des BAG zur&uuml;ck.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gew-hessen.de\/index.php?id=296&amp;tx_ttnews[tt_news]=4854&amp;tx_ttnews[backPid]=38&amp;cHash=89ae2964639274cfc14796f53f8b9013%20\">GEW<\/a>\n<p><strong>Dazu: Urteil des Europ&auml;ischen Gerichtshofs zu Kettenarbeitsvertr&auml;gen<\/strong><br>\nDie Verl&auml;ngerung befristeter Arbeitsvertr&auml;ge kann auch dann durch einen Vertretungsbedarf gerechtfertigt sein, wenn sich dieser Bedarf als wiederkehrend oder sogar st&auml;ndig erweist.<br>\nDer Einsatz dieser aufeinanderfolgenden befristeten Vertr&auml;ge kann jedoch gegebenenfalls unter Ber&uuml;cksichtigung ihrer Zahl und Gesamtdauer einer Missbrauchskontrolle unterzogen werden.<br>\nAus dem blo&szlig;en Umstand, dass ein Arbeitgeber gezwungen sein mag, wiederholt oder sogar dauerhaft auf befristete Vertretungen zur&uuml;ckzugreifen, und dass diese Vertretungen auch durch die Einstellung von Arbeitnehmern mit unbefristeten Arbeitsvertr&auml;gen gedeckt werden k&ouml;nnten, folgt weder, dass kein solcher sachlicher Grund gegeben ist, noch das Vorliegen eines Missbrauchs. Automatisch den Abschluss unbefristeter Vertr&auml;ge zu verlangen, wenn die Gr&ouml;&szlig;e des betroffenen Unternehmens oder der betroffenen Einrichtung und die Zusammensetzung des Personals darauf schlie&szlig;en lassen, dass der Arbeitgeber mit einem wiederholten oder st&auml;ndigen Bedarf an Vertretungskr&auml;ften konfrontiert ist, ginge n&auml;mlich &uuml;ber die Ziele hinaus, die mit der durch das Unionsrecht umgesetzten Rahmenvereinbarung der europ&auml;ischen Sozialpartner verfolgt werden, und w&uuml;rde somit den Wertungsspielraum verletzen, der den Mitgliedstaaten und den Sozialpartnern einger&auml;umt wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/curia.europa.eu\/jcms\/upload\/docs\/application\/pdf\/2012-01\/cp120004de.pdf\">Europ&auml;ischer Gerichtshof [PDF &ndash; 79.3 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Hochqualifiziert und unterbezahlt<\/strong><br>\nDie Jugendarbeitslosigkeit in Europa hat ein trauriges Rekordhoch erreicht. Junge Menschen aus Italien, Griechenland und Spanien erz&auml;hlen von ihrer prek&auml;ren Lage<br>\nIn der gesamtem Eurozone befindet sich die Jugendarbeitslosigkeit auf Rekordh&ouml;he. Nach Angaben des Statistischen Amtes der Europ&auml;ischen Union (Eurostat) haben in den siebzehn Eurol&auml;ndern 16,3 Millionen Menschen keine Arbeit. Die Geschichte einer verlorenen Generation w&auml;chst sich f&uuml;r den Kontinent zum Skandal aus. In Spanien sind 51,4 Prozent der 16- bis 24-J&auml;hrigen arbeitslos, in Griechenland sind es 43 Prozent. Und auch in Italien sind &uuml;ber ein Viertel (28 %) in dieser Altersgruppe arbeitslos. Andere schaffen es gerade so, mit unbezahlten Praktika oder schlecht bezahlten Jobs, die nur wenig Sicherheit bieten, &uuml;ber die Runden zu kommen. Die Guardian-Autoren Viola Caon, Helen Smith und Diego Salazar haben sich in diesen drei EU-L&auml;ndern junge M&auml;nner und Frauen zu ihrer Situation befragt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/politik\/1204-hochqualifiziert-und-unterbezahlt\">Der Freitag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Einzelhandelsumsatz im Dezember 2011 real um 0,9 % gesunken<\/strong><br>\nDie Einzelhandelsunternehmen in Deutschland setzten im Dezember 2011 nach vorl&auml;ufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) nominal 0,5 % mehr und real 0,9 % weniger um als im Dezember 2010. Beide Monate hatten jeweils 26 Verkaufstage. Im Vergleich zum November 2011 sank der Umsatz im Dezember 2011 kalender- und saisonbereinigt (Verfahren Census X-12-ARIMA) nominal um 1,7 % und real um 1,4 %.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2012\/01\/PD12__035__45212,templateId=renderPrint.psml\">Statistisches Bundesamt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Und wieder einmal sagen die realen Daten das genaue <a href=\"\/?p=12043#h05\">Gegenteil vom Orakel der GfK<\/a>, deren &bdquo;Konsumklimaindex&ldquo; auf unerkl&auml;rliche Weise einen Konsumboom sieht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>&raquo;Wir hoffen, da&szlig; es diesen Winter ohne Tote abgeht&laquo;<\/strong><br>\nK&auml;ltewelle ist f&uuml;r die 22000 Obdachlosen lebensbedrohend. Zehn Prozent mehr seit 2008. Ein Gespr&auml;ch mit Thomas Specht<br>\nThomas Specht ist Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) in Bielefeld<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2012\/02-01\/052.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>US-Republikaner bek&auml;mpfen Gewerkschaften: Kriegserkl&auml;rung im Rostg&uuml;rtel<\/strong><br>\nIn den USA versuchen republikanische Gouverneure die Gewerkschaften per Gesetz zur&uuml;ckzudr&auml;ngen, indem sie sie finanziell ausbluten lassen &ndash; nun sogar in ihrem letzten R&uuml;ckzugsgebiet im Mittleren Westen. Das w&auml;re auch ein Sieg f&uuml;r Romney und Gingrich, weil Pr&auml;sident Obama an der Seite der Gewerkschaften steht. Die harten Gesetze tragen einen sanften Namen. &ldquo;Right to Work&rdquo; werden sie genannt. Recht auf Arbeit. Was freundlich klingt, ist in Wahrheit eine Kriegserkl&auml;rung. Mehrere Bundesstaaten wollen Arbeiterorganisationen die Erhebung von verpflichtenden Geb&uuml;hren verbieten. Damit greifen sie das finanzielle Fundament an, auf dem die amerikanische Gewerkschaftsbewegung ruht.<br>\nDie amerikanische Arbeiterbewegung ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Ein massiver Mitgliederschwund hat den Einfluss der Gewerkschaften dezimiert. 1973 waren noch 34 Prozent aller m&auml;nnlichen und 16 Prozent aller weiblichen Angestellten gewerkschaftlich organisiert. Inzwischen sind es nur noch acht beziehungsweise sechs Prozent. Insgesamt gibt es in den USA bereits 23 Bundesstaaten, in denen Right-to-Work-Gesetze gelten. Die Regelungen stellen das Gesch&auml;ftsmodell der Arbeitnehmervertreter in Frage. Normalerweise funktioniert es so: Gewerkschafter organisieren einen Betrieb und k&ouml;nnen verpflichtende Geb&uuml;hren von allen Angestellten einfordern &ndash; egal ob diese in der Gewerkschaft sind oder nicht. Gelten allerdings Right-to-Work-Regeln, k&ouml;nnen Gewerkschaften nur noch Mitgliedsbeitr&auml;ge und freiwillige Leistungen einstreichen. Arbeiter k&ouml;nnen spekulieren, dass sie die Vorteile der gewerkschaftlichen Organisation &ndash; h&ouml;here L&ouml;hne etwa oder bessere Versicherungsleistungen &ndash; auch dann bekommen, wenn sie nichts daf&uuml;r zahlen. &Ouml;konomen sprechen von Trittbrettfahrer-Verhalten, und es f&uuml;hrt dazu, dass das Finanzierungssystem zusammenbricht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/us-republikaner-bekaempfen-gewerkschaften-kriegserklaerung-im-rostguertel-1.1269367\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die USA repr&auml;sentieren heute eine Form des Kapitalismus, der nicht mehr in der Lage ist, &uuml;ber den Tellerrand, &uuml;ber den Profit des einzelnen Unternehmens hinauszuschauen und zu begreifen, inwiefern Gewerkschaften den gesamtwirtschaftlichen Wohlstand und letztlich auch die Profite des Kapitals bef&ouml;rdern. Zudem sorgt neben der Konkurrenz anderer Anbieter die Lohnpeitsche (existenzsichernder L&ouml;hne) daf&uuml;r, dass unproduktive Unternehmen vom Markt gefegt werden und die Wettbewerbsf&auml;higkeit einzelner Branchen gest&auml;rkt wird. Leider fahren auch deutsche Unternehmen in den USA einen kompromisslosen Anti-Gewerkschaftskurs. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende von ThyssenKrupp Steel Europe und IG-Metall-Vize Detlef Wetzel berichtet, dass das Unternehmen jeden Versuch, die Belegschaft zu organisieren, massiv st&ouml;rt. Den Unternehmen spielt in die H&auml;nde, dass es zwar auch in den USA illegal ist, jemanden wegen <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/34957_35223.htm\">gewerkschaftlicher Bet&auml;tigung zu entlassen<\/a>; aber es ist v&ouml;llig legal, ihn ohne jede Begr&uuml;ndung zu feuern, so Thomas Greven, ein ausgewiesener Kenner der US-Gewerkschaftsbewegung.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>ACTA im Detail<\/strong><br>\nDas Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) ist ein geplantes plurilaterales Handelsabkommen. Das Ziel ist laut den beteiligten Nationen und Staatenb&uuml;nde, das angeblich wachsende Problem der F&auml;lschungen und Piraterie besser bek&auml;mpfen zu k&ouml;nnen. Die Verhandlungen laufen seit Juni 2008 und sind bereits in der siebten Runde angelangt. Erkl&auml;rtes Ziel ist es, das Abkommen m&ouml;glichst fr&uuml;h im Jahr 2010 abzuschliessen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stopp-acta.info\/deutsch\/fakten\/acta+im+detail\/acta+im+detail.html\">Stopp Acta<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Hinter die Schalter!<\/strong><br>\nWas ist blo&szlig; mit diesem Land im Herzen Europas los? Sind das die Bosheiten eines Herzpatienten? Der kranke Mann an der Spree? Der psychisch kranke Mann, der seine Vertreibung von den Gestaden des Rheins nie verarbeitet hat? Wieder mal erkrankt? Dieses so leicht aufgeregte V&ouml;lkchen in Zentraleuropa. Dieses V&ouml;lkchen, das sich ja ordentlich f&uuml;rchtet, zu einem V&ouml;lkchen zu werden, kein Volk mehr sein zu k&ouml;nnen, weil es schrumpft. Sie sterben aus, &auml;ngstigen sie sich &ndash; und mit ihnen verst&uuml;rbe die edelste Rasse unter den Menschen. Stets befehlend, kommandierend, Schneller, schneller schneller!, Regierung entmachten!, Hilfsv&ouml;lker schaffen, Quislinge engagieren. Sind das Minderwertigkeitskomplexe? Meglomaner Heilswahn?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.com\/2012\/01\/hinter-die-schalter.html\">Ad sinistram<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Tom Strohschneider: Gegengewicht: Was tun Linke und Gr&uuml;ne gegen den CDU-Drall der SPD?<\/strong><br>\n&hellip;Die SPD hat von ihrer Klausur aber ohnehin vor allem solche Signale gesandt, die nach Kooperation in eine ganz andere Richtung klingen &ndash; man h&auml;lt sich die B&uuml;ndnisoption mit der Union mehr als offen. &bdquo;Es geht nicht um einen Wahlkampf gegen die Kanzlerin Merkel&ldquo;, sagte Parteichef Sigmar Gabriel. &bdquo;Unsere Gegner sind die Finanzm&auml;rkte, unser Gegner ist die soziale Spaltung in Deutschland.&ldquo;&hellip;<br>\nDie Gr&uuml;nen sind inzwischen auch vom &bdquo;gro&szlig;koalition&auml;rem Gebaren&ldquo; der Sozialdemokraten genervt. Parteichefin Claudia Roth erinnerte am Sonntag daran, dass sich die SPD oft nach dem Motto &bdquo;Opposition ist Mist&ldquo; verhalten und &bdquo;in den vergangenen Monaten h&auml;ufiger f&uuml;r eine gro&szlig;e Koalition entschieden&ldquo; habe &hellip; &bdquo;Gro&szlig;e Koalition oder Politikwechsel &ndash; das wird die Auseinandersetzung sein.&ldquo;<br>\nWird sie das? Dies ernst genommen, w&auml;re zu fragen, ob nicht Gr&uuml;ne und Linken gemeinsam versuchen m&uuml;ssten, ein Gegengewicht zum CDU-Drall der Sozialdemokraten zu bilden&hellip;<br>\nAber zur&uuml;ck zu Claudia Roth, welche die Linke auch lieber links liegen l&auml;sst. Rot-Rot-Gr&uuml;n stehe &bdquo;angesichts des Zustands der Linken nicht zur Debatte&ldquo;, gibt die Deutschen Presse-Agentur die Gr&uuml;nen-Chefin indirekt wieder. Der Zustand der SPD, die Roth gerade noch kritisiert hatte, scheint ihr nicht so ein Problem zu sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/community\/blogs\/tom-strohschneider\/gegengewicht-was-tun-linke-und-gruene-gegen-den-cdu-drall-der-spd\">der Freitag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Deutscher Qualit&auml;tsrahmen (DQR): Wichtige Einigung in der Abitur-Frage<\/strong><br>\nNach z&auml;hen Verhandlungen ist heute eine Vereinbarung zur Zuordnung der beruflichen und allgemeinen Bildung im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) getroffen worden. So wird die schulische Allgemeinbildung vorerst nicht dem DQR zugeordnet. Die berufliche Erstausbildung wird dem Niveau 3 (zweij&auml;hrige Berufe) und dem Niveau 4 (drei- und dreieinhalbj&auml;hrige Berufe) zugeordnet. Der DGB hat darauf hingewiesen, dass die Gesundheitsberufe vorerst nicht erfasst werden sollten und die Bestimmungen der Berufsanerkennungsrichtlinie von der Zuordnung im DQR unber&uuml;hrt bleiben. Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock zeigt sich &uuml;ber das Ergebnis zufrieden: &ldquo;Der Deutsche Qualifikationsrahmen wird unser System der beruflichen Bildung st&auml;rken. Es ist jetzt m&ouml;glich die h&ouml;chste Stufe zu erreichen, ohne die Hochschule auch nur f&uuml;r einen Tag von innen gesehen zu haben. Der vorliegende Kompromiss schafft gute Voraussetzungen, den Deutschen Qualifikationsrahmen weiter zu entwickeln. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben durch den Deutschen Qualifikationsrahmen mehrere berufliche Entwicklungsm&ouml;glichkeiten.&rdquo;<br>\nQuelle 1: DGB Wissen aktuell Newsletter (nicht im Netz)<br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.wir-gestalten-berufsbildung.de\/fileadmin\/user_upload\/NL_wissenaktuell\/Erkl%C3%A4rung_Spitzengespr%C3%A4ch_KMK-BMBF_31-1-12.pdf%20\">Die Vereinbarung [PDF &ndash; 16.6 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Handwerks-Meister und Bachelor sind gleichwertig<\/strong><br>\nBund, L&auml;nder sowie Vertreter von Arbeitnehmern und Arbeitgebern haben ihren Streit &uuml;ber eine Rangliste f&uuml;r Ausbildungsabschl&uuml;sse beigelegt. So werden etwa die Abschl&uuml;sse Bachelor und Meister k&uuml;nftig als gleichwertig eingestuft. Die insgesamt achtstufige Skala soll Abschl&uuml;sse europaweit vergleichbar machen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/ausbildungsrangliste100.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers A.O.:<\/strong> Bei allem Respekt vor gestandenen HandwerksmeisterInnen, aber was Frau Schavan hier enthusiastisch pr&auml;sentiert, ist nichts weiter als das Resultat von jahrelanger, gezielter Lobbyarbeit der Bertelsmann-Stiftung und anderen &bdquo;bildungsfernen&ldquo; Schurken. Die hier als Erfolg verkaufte Aufwertung berufsqualifizierender Abschl&uuml;sse ist de facto eine Abwertung der akademischen Abschl&uuml;sse, die durch extreme Verschulung an Universit&auml;ten teuer erkauft wurde. In Wahrheit wird (als Bologna-Prozess getarnt) tradierte Bildung im humanistischen Sinne zu einer Arbeitsmarkt-konformen AUSbildung unterminiert, und damit nebenbei die deutsche Akademikerquote frisiert. Sowohl die Politik als auch die Mehrheit der professoralen Zunft m&uuml;sste sich eigentlich sch&auml;men, auch das Bildungssystem neoliberalen Hasardeuren &uuml;berlassen zu haben. Deutschland braucht sicher nicht nur Dichter, aber einige zus&auml;tzliche (Nach)Denker w&auml;ren w&uuml;nschenswert!<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>zu guter Letzt: Die gro&szlig;en Sparer<\/strong><br>\n<a href=\"\/upload\/bilder\/120201_35_25_300.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/120201_35_25_300_small.jpg\" alt=\"\"><\/a><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.simplicissimus.info\/\">Simplicissimus vom 15.9.1930<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Manche Dinge &auml;ndern sich anscheinend nie.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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(WL\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-12080","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12080","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12080"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12080\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12083,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12080\/revisions\/12083"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12080"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12080"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12080"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}