{"id":120806,"date":"2024-09-05T10:00:57","date_gmt":"2024-09-05T08:00:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=120806"},"modified":"2024-09-05T12:53:22","modified_gmt":"2024-09-05T10:53:22","slug":"bankueberfall-berlin-laesst-seine-schulen-und-buerger-auspluendern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=120806","title":{"rendered":"Bank\u00fcberfall! Berlin l\u00e4sst seine Schulen und B\u00fcrger auspl\u00fcndern"},"content":{"rendered":"<p>Der Hauptstadtsenat will seine maroden Lehranstalten in Schuss bringen. Nicht f&uuml;r die einst geplanten 5,5 Milliarden Euro, sondern f&uuml;r vielleicht dreimal so viel Geld &ndash; mindestens. Allein die 40 Projekte in Regie der st&auml;dtischen Wohnungsbaugesellschaft Howoge k&ouml;nnten zw&ouml;lf Mal so teuer werden &ndash; mindestens. Daf&uuml;r gingen die Arbeiten reichlich versp&auml;tet los und werden wohl bis 2031 andauern &ndash; mindestens. Das ist der Preis, den die Berliner zahlen m&uuml;ssen, f&uuml;r eine Privatisierung, von der die Macher sagen, es sei gar keine. Baul&ouml;wen, Banken, Versicherer und Hedgefonds k&ouml;nnen sich freuen &ndash; maximal. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_4057\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-120806-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240905-Berlin-pluendert-Schulen-Buerger-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240905-Berlin-pluendert-Schulen-Buerger-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240905-Berlin-pluendert-Schulen-Buerger-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240905-Berlin-pluendert-Schulen-Buerger-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=120806-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240905-Berlin-pluendert-Schulen-Buerger-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"240905-Berlin-pluendert-Schulen-Buerger-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Endlich wieder Schule. Oder: Endlich &uuml;berhaupt eine Schule. Und was f&uuml;r eine! Am Montag &ouml;ffnete die erste Lehranstalt made by Howoge ihre Pforten in Berlin Lichtenberg, an der Allee der Kosmonauten &ndash; wie passend. Das Ding strebt wahrlich hoch hinaus, auf f&uuml;nf Stockwerken und 21.000 Quadratmetern bietet es modernste Lernumgebung f&uuml;r 1.600 Kinder und Jugendliche. Das Monstrum ist so wuchtig, dass es gleich zwei Schulen Platz bietet, einer Integrierten Sekundarschule und einem Gymnasium, und es ist, man h&ouml;re und staune: <a href=\"https:\/\/unternehmen.howoge.de\/presse\/detail\/doppelschule-fuer-1600-schuelerinnen-und-schueler-groesster-schulneubau-berlins-fertiggestellt-besichtigung-im-rahmen-der-ausstellung-neue-schulen-fuer-berlin.html\">&bdquo;der bislang gr&ouml;&szlig;te Schulneubau der Berliner Schulbauoffensive (BSO)&ldquo;<\/a>.<\/p><p>Die Macher legen Wert darauf zu betonen, dass der Trakt in &bdquo;weniger als drei Jahren&ldquo; aus dem Boden erwachsen ist. Zur Wahrheit geh&ouml;rt aber: Die BSO wurde 2016 aufgelegt, also vor acht Jahren, und f&uuml;nf Jahre lang hat die Howoge damit zugebracht, mit dem Senat und den Bezirken Vertr&auml;ge zu machen &ndash; 120 St&uuml;ck an der Zahl &ndash;, damit die Bauerei &uuml;berhaupt losgehen kann. Dabei galt es urspr&uuml;nglich doch eigentlich als so wichtig, dass es mit dem Schulneubau ganz schnell geht und der jahrzehntelange Investitions- und Sanierungsstau endlich ein Ende hat. Die Sache muss und wird mit Hochdruck angegangen, war eines der vielen sch&ouml;nen Versprechen der damals rot-rot-gr&uuml;nen Landesregierung.<\/p><p><strong>Vertr&auml;ge haben Vorrang <\/strong><\/p><p>Und genau deshalb holte man sich mit der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Howoge ja auch einen Partner ins Boot, der zwar mit Schulbau bis dahin nichts am Hut hatte, aber eben kr&auml;ftig und z&uuml;gig anpacken kann. Nun ja!? W&auml;hrend der ewigen Verhandlungen haben die, die sich aufs Schulbauen verstehen, allen voran die zw&ouml;lf Berliner Bezirke, mal eben rund 40.000 neue Schulpl&auml;tze geschaffen &ndash; womit sie ihren Part am Gesamtwerk bereits zum Gro&szlig;teil abgearbeitet haben. Die Howoge dagegen steht erst am Anfang, und l&auml;uft alles nach &bdquo;Plan&ldquo;, ist sie &bdquo;schon&ldquo; 2031 mit allem durch.<\/p><p>Der zweite Grund, auf die Howoge zu bauen, war angeblich der, nur so in gro&szlig;em Stil bauen zu k&ouml;nnen. Die verflixte Schuldenbremse verbietet bekanntlich allzu ehrgeizige Investitionsprojekte des Staates, weil die &ouml;ffentliche Hand gef&auml;lligst zu sparen hat und das Geld nicht mit beiden H&auml;nden ausgeben darf. Also bediente man sich der Dienste der Howoge, weil sie als st&auml;dtische, jedoch privatrechtliche Gesellschaft Schulden im &Uuml;berfluss machen kann. Ihr &uuml;bertrug man ein Drittel des Projektvolumens &ndash; knapp 40 Neubauten und Sanierungen &ndash; und nannte den Deal &ouml;ffentlich-&ouml;ffentliche Partnerschaft (&Ouml;&Ouml;P). Dazu pr&auml;sentierte man eine Hausnummer: Zusammen werde das Ganze 5,5 Milliarden Euro kosten. Vier Milliarden Euro sollten auf den Beitrag der Bezirke sowie der noch beteiligten Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) entfallen und 1,5 Milliarden Euro auf die Howoge. Ganz am Anfang war gar von blo&szlig; einer Milliarde Euro die Rede.<\/p><p><strong>Sechs Milliarden f&uuml;r Zinsen<\/strong><\/p><p>Und heute? Inzwischen wei&szlig; man, dass die Howoge nicht nur extrem lahm baut, sondern auch extrem teuer. Im vergangenen November meldete die Berliner Finanzverwaltung auf Anfrage der mittlerweile oppositionellen Linke- und Gr&uuml;nen-Fraktionen einen <a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/politik\/beitrag\/2023\/11\/berlin-schule-schulneubau-kosten-schulplatz-howoge.html\">&bdquo;Bedarf an Verpflichtungserm&auml;chtigungen in H&ouml;he von circa 11,7 Milliarden Euro&ldquo;<\/a> an. Wohlgemerkt geht es dabei allein um die Howoge. Die veranschlagt f&uuml;rs reine Bauen 5,6 Milliarden Euro, w&auml;hrend der gro&szlig;e Rest, knapp sechs Milliarden Euro, f&uuml;r die Refinanzierung der Kredite draufgeht. Unterstellt wird dabei ein Zinssatz von vier Prozent, es k&ouml;nnten aber auch sechs oder sieben Prozent werden. L&auml;uft es schlecht, kommen also mithin noch ein paar Milliarden Euro obendrauf &ndash; f&uuml;r den Steuerzahler.<\/p><p>Zum Mitschreiben: Aus einer Milliarde Euro werden, Stand jetzt, knapp zw&ouml;lf Milliarden Euro. Damit handele es sich, wie der Verein Gemeingut in B&uuml;rgerInnenhand (GiB) festh&auml;lt, <a href=\"https:\/\/www.bmgev.de\/mieterecho\/archiv\/2024\/me-single\/article\/hoechste-zeit-fuer-eine-notbremsung\/\">&bdquo;um die deutschlandweit gr&ouml;&szlig;te Kostenexplosion in einem Infrastrukturprojekt seit 20 Jahren&ldquo;<\/a>, oder anders: den <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1182280.schulbau-howoge-der-ber-des-schulbaus.html\">&bdquo;BER des Schulbaus&ldquo;<\/a>. Der Hauptstadtflughafen verschlang jedoch &bdquo;nur&ldquo; gesch&auml;tzt sieben Milliarden Euro. Die gesamte BSO wird mindestens das Doppelte kosten.<\/p><p>Finanzstaatssekret&auml;r Torsten K&uuml;hne sieht das ganz unverbissen. Eine Milliarde Euro pro Howoge sei seinerzeit nur eine grobe Kalkulation gewesen, &bdquo;keine seri&ouml;se Summe&ldquo;, gab er Mitte Mai Bescheid. Und warum machen es die Bezirke um vieles g&uuml;nstiger, trotz der enorm gestiegenen Baukosten? Die lieferten nur Arbeit von der Stange ab, in &bdquo;Typenbauweise&ldquo;, so der CDU-Politiker. Hingegen nehme sich die Howoge nur die gro&szlig;en Projekte vor und jedes Mal werde ein &bdquo;individueller Architekturwettbewerb&ldquo; ausgeschrieben.<\/p><p><strong>CDU-M&auml;rchenonkel<\/strong><\/p><p>Aha, so etwas braucht Berlin nat&uuml;rlich, und das geht nat&uuml;rlich ins Geld. Aber in dieser Gr&ouml;&szlig;enordnung? Von den ersten 25.000 in klassischer Finanzierung und in Regie der Bezirke entstandenen Schulpl&auml;tzen ist die Endsumme auf Anfrage der CDU-Fraktion im Jahr 2022 bekannt: 907,7 Millionen Euro. Die Howoge will 28.000 Pl&auml;tze beisteuern und kalkulierte auf Basis des 2022-Kostenansatzes im Neubau pro Schulplatz mit 123.513 Euro. Auf Grundlage der neuen Senatszahlen sind es jetzt 215.385 Euro. Die Bezirke gaben gerade einmal 36.600 Euro pro Platz aus. Nach GiB-Recherchen wird ein Platz im Howoge-Betrieb teilweise mit dem Zehnfachen des Bundesdurchschnitts zu Buche schlagen, obwohl sich die reinen Baukosten auf vergleichbarem Niveau bewegten.<\/p><p>Die Diskrepanz kann nicht einmal der k&uuml;hne M&auml;rchenonkel aus dem Finanzsenat erkl&auml;ren. Glaubhafter erscheint das, was GiB-Sprecher Carl Wa&szlig;muth dazu einf&auml;llt: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;In Berlin findet gerade einer der gr&ouml;&szlig;ten Bank&uuml;berf&auml;lle der Geschichte statt. Gelingt es den T&auml;tern, zu entkommen, steht die Stadt vor der Pleite. Dabei ist es nicht die Bank, die &uuml;berfallen wird, sondern Banken und Baufirmen &uuml;berfallen gemeinsam die Stadt. Sie haben Geiseln genommen, insgesamt 40 Schulen in ihre Gewalt gebracht. Und die landeseigene Howoge schleppt die Gelds&auml;cke aus der Staatskasse zu den Privaten.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Das ist keine R&auml;uberpistole, sondern Haushaltspolitik nach Machart und Gusto von Finanzindustriellen. Bei der BSO l&auml;uft das im Groben so: Das Land Berlin &uuml;bertr&auml;gt der Howoge f&uuml;r passende Grundst&uuml;cke ein Erbbaurecht, um dort auf eigene Faust Schulen zu bauen oder instand zu setzen. Nach Fertigstellung vermietet die Howoge die Geb&auml;ude ans Land zur&uuml;ck und begleicht aus den Einnahmen die Zinsen f&uuml;r die Kredite, die sie teuer am freien Kapitalmarkt aufgenommen hat. Erst nach 25 Jahren gehen die Objekte wieder in Landeshand &uuml;ber. Der Senat &bdquo;spart&ldquo; sich damit zwar zun&auml;chst hohe Investitionskosten, muss aber f&uuml;r dieselbe Leistung auf lange Sicht sehr viel mehr Geld berappen. Im Matheunterricht liefe so etwas unter Milchm&auml;dchenrechnung. In Berlin nennt man das seri&ouml;se Haushaltspolitik.<\/p><p><strong>Sigmar l&auml;sst vordenken<\/strong><\/p><p>Es war anno 2016 vorneweg Die Linke in Person von Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher, die das Modell als tollste Errungenschaft pries. Was sie vielleicht nicht ahnte: Die Vorarbeiten wurden schon zwei Jahre davor geleistet, durch Handlanger von Banken, Versicherungen und anderen Investoren, die nach neuen profitablen Anlageformen fahndeten. Allerdings waren allzu raubeinige Privatisierungen, etwa in der Art &ouml;ffentlich-privater Partnerschaften (&Ouml;PP), ziemlich in Verruf geraten. Gebraucht wurden Privatisierungen, die nicht so hei&szlig;en und nicht so aussehen d&uuml;rfen, speziell in den Bereichen der &ouml;ffentlichen Daseinsvorsorge, die bislang von &Uuml;bergriffen der Reichen und M&auml;chtigen verschont geblieben waren.<\/p><p>Die 2014 vom fr&uuml;heren Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) bestellte Fratzscher-Kommission aus marktliberalen &Ouml;konomen und Vertretern der Finanzbranche (benannt nach dem Pr&auml;sidenten des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher) fungierte als die &bdquo;Denkfabrik&ldquo;, die beispielsweise die sp&auml;tere Quasiprivatisierung der Fernstra&szlig;enbauverwaltung in Gestalt der zentralisierten &bdquo;Autobahn GmbH des Bundes&ldquo; auf den Weg brachte. Aber die Damen und Herren schmiedeten weitere Pl&auml;ne, darunter den, Schulen zu Kapitalanlagen zu machen.<\/p><p>Gabriel beauftragte daf&uuml;r diverse Gutachten bei den Unternehmensberatern von PricewaterhouseCoopers (PwC) und der Wirtschaftskanzlei Graf von Westphalen (GvW). Darin wird beschrieben, wie sich neben Fernstra&szlig;en auch staatliche Schulen in hochprofitable Anlagen f&uuml;r die unter Niedrigzinsen &auml;chzenden Banken und Versicherungen verwandeln lassen.<\/p><p>Die Autoren postulierten dabei die Notwendigkeit eines &bdquo;Intermedi&auml;rs&ldquo; in Gestalt eines staatseigenen, aber privatwirtschaftlichen Unternehmens, das die fraglichen Infrastrukturprojekte im Sinne der Anleger b&uuml;ndeln und strukturieren m&uuml;sse. Flugs erblickte ein eigentlich altes Konzept, n&auml;mlich &Ouml;PP, unter neuem Namen, jetzt &Ouml;&Ouml;P, das Licht der Welt und wartete auf Umsetzung.<\/p><p><strong>Made by PricewaterhouseCoopers<\/strong><\/p><p>Die Berliner Schulbaumisere kam da wie gerufen, und es traf sich noch besser, dass der bis November 2014 bei PwC als Senior Advisor wirkende Matthias Kollatz (SPD) nahtlos Finanzsenator der Hauptstadt wurde und seiner Parteikollegin, der bei der BSO federf&uuml;hrenden Bildungssenatorin Sandra Scheeres, mit Rat und Tat zur Seite stehen durfte. Jedenfalls stellte die mittels einer Kommission f&uuml;r mehr Schulraumqualit&auml;t fest, dass es dringend mehr Platz f&uuml;r jeden Sch&uuml;ler brauche, und sch&auml;tzte den Bedarf f&uuml;r das n&auml;chste Jahrzehnt auf zus&auml;tzliche 84.000 Pl&auml;tze. Die Ansage war ma&szlig;los &uuml;bertrieben, mitunter um 30.000 zu hoch gegriffen, weil sie einfach die Fl&uuml;chtlingszahlen von 2015 auf die folgenden Jahre extrapolierte. Das war zwar Unsinn, half allerdings, den politischen Handlungsdruck zu erh&ouml;hen und den Berlinern die Howoge als unverzichtbaren &bdquo;Intermedi&auml;r&ldquo; mit &Ouml;-Label, f&uuml;r vermeintlich &ouml;ffentlich, aufzutischen.<\/p><p>&bdquo;Und so schuf man einen Schattenhaushalt per &Ouml;PP, pardon, &Ouml;&Ouml;P, nach dem Rezept von PwC&ldquo;, sagt Wa&szlig;muth. Und man schloss Vertr&auml;ge mit dem Senat und den Bezirken ab, um 40 Schulen, die wom&ouml;glich erst &uuml;ber ein Jahrzehnt sp&auml;ter alle errichtet sein werden, an Banken, Versicherungen, Hedgefonds und andere &bdquo;Heuschrecken&ldquo; zu verpf&auml;nden. &bdquo;Wenn die Howoge ihre exorbitant teuren Schulen, die viel gr&ouml;&szlig;er als &uuml;blich sind, fertig hat, sinken &uuml;brigens die Sch&uuml;lerzahlen in Berlin wieder&ldquo;, legt der GiB-Sprecher nach. &bdquo;Was nicht sinkt, sind die Zahlungen an die privaten Baukonzerne und die Banken &ndash; Bankraub eben.&ldquo;<\/p><p><strong>Regieren macht vergesslich<\/strong><\/p><p>Ach ja: GiB wollte auf Basis des Informationsfreiheitsgesetzes (IFG) Einblick in die Vertr&auml;ge nehmen und ist abgeblitzt. Nach acht Wochen Bedenkzeit war der Finanzverwaltung aufgefallen, dass durch die Offenlegung der Inhalte Betriebs- oder Gesch&auml;ftsinterna der Howoge ber&uuml;hrt w&uuml;rden. Dadurch k&ouml;nne dieser <a href=\"https:\/\/www.gemeingut.org\/senat-haelt-schulbauvertraege-geheim-ofizieller-grund-privatisierung\/\">&bdquo;ein nicht nur unwesentlicher wirtschaftlicher Schaden entstehen&ldquo;<\/a>, verlautete aus der Beh&ouml;rde von Finanzsenator Stefan Evers (CDU). &bdquo;Wenn das stimmt, was am Howoge-Schulbau ist dann bitte sch&ouml;n &ouml;ffentlich?&ldquo;, fragt sich Wa&szlig;muth.<\/p><p>Und warum h&auml;lt mit der CDU jetzt eine Partei die sch&uuml;tzende Hand &uuml;ber das Projekt, obwohl sie die Howoge-Einbindung vor Jahren selbst in Zweifel gezogen hatte? Nun hei&szlig;t es, mit der Konstruktion sei <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/berlin-schulbauoffensive-lahmt-howoge-wird-bis-2026-keine-schulplaetze-saniert-haben-li.2202139\">&bdquo;ein Parallelstrang ausgerollt&ldquo;<\/a>, daran gebe es auch in der schwarz-roten Koalition keine Abstriche.<\/p><p><strong>Bald auch noch &Ouml;PPs?<\/strong><\/p><p>Es soll sogar noch &bdquo;besser&ldquo; kommen. Staatssekret&auml;r K&uuml;hne kann sich vorstellen, dass auch private Unternehmen in den Schulbau und sogar den Unterhalt der Schulgeb&auml;ude einsteigen. Die Senatsbildungsverwaltung wolle eigens eine Studie in Auftrag geben, um Potenziale von Public-Private-Partnership-Modellen im Schulbau zu pr&uuml;fen. Daf&uuml;r seien 100.000 Euro reserviert.<\/p><p>Ein Blick zum Kreis Offenbach sollte ihm die Augen &ouml;ffnen. Dort ist &Ouml;PP im Schulbau <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/public-private-partnership-in-offenbach-ueber-den-tisch-100.html\">krachend gescheitert<\/a>. Die hoch verschuldete Kommune blieb auf gewaltigen Mehrkosten sitzen, und die beteiligten Unternehmen strichen 120 Millionen Euro Gewinn ein. Der Irrsinn endete 2019. Daraus zu lernen, hie&szlig;e, umgehend die Berliner Schulbauvertr&auml;ge zu k&uuml;ndigen, so wie es GiB fordert und jeder Berliner fordern m&uuml;sste. Man ahnt es: K&uuml;hne und Konsorten werden sich lernunwillig zeigen. Zur&uuml;cktreten, sechs!<\/p><p><small>Titelbild: Motortion Films\/shutterstock.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/e5db50cf04dc4f31aa4ec79f8bfa6c15\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Hauptstadtsenat will seine maroden Lehranstalten in Schuss bringen. 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