{"id":12098,"date":"2012-02-02T17:26:15","date_gmt":"2012-02-02T16:26:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12098"},"modified":"2019-07-30T12:15:20","modified_gmt":"2019-07-30T10:15:20","slug":"gewerkschaftlicher-widerstand-gegen-die-riester-rente","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12098","title":{"rendered":"Gewerkschaftlicher Widerstand gegen die Riester-Rente?"},"content":{"rendered":"<p>Zur&uuml;ck zum Anfang dieses Jahrtausends &ndash; etwa 2001: Gab es &ldquo;damals&rdquo; einen gewerkschaftlichen Widerstand gegen die Riester-Rente?<br>\nEin paar skeptische Gedanken zu einer m&ouml;glichen Legendenbildung. <strong>Von Volker Bahl<\/strong><br>\n <!--more--><br>\nIrgendwie bin ich erleichtert , dass die historisch interessante Frage nach der Haltung der deutschen Gewerkschaften zur Teilprivatisierung des deutschen Rentensystems durch die Kontroverse zwischen dem ver.di-Vorsitzenden Frank Bsirske und der fr&uuml;heren &ndash; f&uuml;r Sozialpolitik zust&auml;ndigen &ndash; stellvertretenden DGB-Bundesvorsitzenden Ursula Engelen-Kefer noch einmal <a href=\"?p=12064\">zur Sprache gekommen ist<\/a>.<\/p><p>Nicht weil ich ein bedingungsloser &ldquo;Wahrheitsfanatiker&rdquo; w&auml;re, sondern weil es bei so weitreichenden Entscheidungen, die viele Menschen in unserem Lande betreffen, f&uuml;r die Zukunft und f&uuml;r die Fortentwicklung der Gewerkschaften schon von gro&szlig;er Bedeutung ist, wie sie mit solchen &ldquo;grunds&auml;tzlichen Richtungsentscheidungen&rdquo; gegen&uuml;ber ihren Mitgliedern auch k&uuml;nftig umgehen wollen.<\/p><p>Diese Frage wieder auf die Tagesordnung gesetzt zu haben, ist aktuell das Verdienst des Kollegen <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/?p=1734\">Frank Bsirske<\/a>.<\/p><p>Obwohl ich seiner Einsch&auml;tzung eines grunds&auml;tzlichen &ldquo;Vers&auml;umnisses&rdquo; der Gewerkschaften &ndash; und speziell des DGB als Dachorganisation &ndash; nur zustimmen kann, habe ich in einigen Details &ndash; insbesondere was die Person der Kollegin Ursula Engelen-Kefer anbelangt &ndash; eine andere Wahrnehmung gehabt. (Siehe auch ihre <a href=\"?p=12064\">briefliche Erwiderung auf die Darstellung von Frank Bsirske<\/a>.)<\/p><p>Aus meiner Sicht scheint diese Kontroverse jedoch noch etwas Anderes offen zu legen, n&auml;mlich ein schwerwiegendes Demokratie-Defizit bei der Austragung von politischen Kontroversen &uuml;ber ein so grundlegendes Thema wie der Rentenreformen. Oder wie es die Kollegin <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/?p=1849\">Engelen-Kefer ausdr&uuml;ckt<\/a>: &ldquo;Dabei wird Dich sicherlich nicht erstaunen, wenn ich feststelle, dass diese Auseinandersetzungen nicht offen ausgetragen wurden&rdquo;.<\/p><p>Diese Feststellung ber&uuml;hrt nichts Geringeres als die Funktionsweise von demokratischer Meinungs- und Willensbildung ganz allgemein und insbesondere auch innerhalb der Gewerkschaften oder zwischen Gewerkschaften und der Politik.<\/p><p>Dieses &bdquo;Ausmauscheln&ldquo; zwischen den Gewerkschaften und den Parteien &ndash; an dessen Ende  dann &ldquo;festgeklopfte&rdquo; Ergebnisse stehen &ndash;  tr&auml;gt dazu bei, dass die Debatte &uuml;ber ein so wichtiges Thema und die sachliche Begr&uuml;ndung f&uuml;r politische Entscheidungen &uuml;berhaupt nicht transparent werden und dann die gefassten Beschl&uuml;sse als sachnotwendig oder &bdquo;alternativlos&ldquo; (in Partei- oder Gewerkschaftsgremien) einfach nur noch &ldquo;durchgewinkt&rdquo; werden &ndash; w&auml;hrend die dringend notwendige Kontroverse, also das Pro und Kontra der Argumente unterbleibt.<\/p><p>Dass die Kollegin Engelen-Kefer auf dieses gravierende Defizit bei der demokratischen Meinungs- und Entscheidungsfindung innerhalb der Gewerkschaften aufmerksam gemacht zu haben, ist wichtig und lobenswert.<\/p><p>Zur damaligen Situation und zur &ouml;ffentlichen Darstellung m&ouml;chte ich nach meiner Wahrnehmung jenseits der inneren F&uuml;hrungszirkel der Gewerkschaften noch ein paar Anmerkungen machen.<\/p><p>Frank Bsirske meint, dass die IG Metall und ver.di (bzw. &Ouml;TV, also die Gewerkschaft &Ouml;ffentliche Dienste Transport und Verkehr die in ver.di &uuml;bergegangen ist) &ldquo;damals&rdquo; Widerstand gegen die &ldquo;Teilprivatisierung&rdquo; der Rente  ( Riester-Rente ) geleistet h&auml;tten&hellip;.  <\/p><p>Obwohl ich mich damals sehr f&uuml;r diese Weichenstellung in der Rentenversicherung unter Rot-Gr&uuml;n  interessiert habe &ndash; habe ich nichts &ldquo;Bemerkenswertes&rdquo; von diesem Widerstand in der damalige Zeit in der Erinnerung. Dabei m&uuml;sste meine Erinnerung aufgrund meines durch interessante Hintergrundmaterialien gest&uuml;tzten Ged&auml;chtnisses eigentlich ziemlich l&uuml;ckenlos sein. Jedenfalls l&uuml;ckenlos aus meiner &ldquo;Au&szlig;ensicht&rdquo;, wie sie eben &ldquo;normale&rdquo; Gewerkschaftsmitglieder auch haben &ndash; und ohne Einsicht in die Vorg&auml;nge der &ldquo;inneren F&uuml;hrungszirkel&rdquo;, wie sie die beiden KollegInnen hatten. <\/p><p>Aus meiner Sicht gab es &ldquo;damals&rdquo; eigentlich gute politische und sogar wissenschaftlich fundierte Gr&uuml;nde, Widerstand gegen die Einf&uuml;hrung der Riester-Rente zu leisten!<br>\nSo erinnere ich mich sehr gut daran, dass es damals z.B. auf ein analytisch pr&auml;gnantes Papier von Professor Reinhard H. Schmidt und Marcel  Tyrell &ldquo;Pensions- und Finanzsysteme in Europa &ndash; Ein Vergleich unter dem Gesichtspunkt der Komplementarit&auml;t&rdquo; vom Februar 2001 (Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Johann-Wolfgang-Goethe-Universit&auml;t Frankfurt am Main \/ Working Paper Series : Finance &amp; Accounting Nr. 65 ) keinerlei gewerkschaftliche Reaktion gab.<\/p><p>Mario M&uuml;ller hat diese Studie damals einer breiteren &Ouml;ffentlichkeit vorgestellt. Unter der &Uuml;berschrift &ldquo;US-Kapitalismus kommt durch die kalte K&uuml;che&rdquo; schrieb Mario M&uuml;ller in der Frankfurter Rundschau am 9.3.2001: Mit ihrer Rentenreform r&uuml;ttelt die Bundesregierung an den Grundfesten des Finanzsystems (der Bundesrepublik (V.B.)). Er bezog sich dabei auf die genannte Studie von Schmidt und seinem damligen Mitarbeiter Tyrell. Da bei diesem Thema auch Fragen aufgeworfen wurden, die die Gewerkschaften existentiell ber&uuml;hrten, (so wurde z.B. auch die Beeintr&auml;chtigung der Mitbestimmung unter dem neuen &ldquo;Finanzregime&rdquo; angesprochen), interviewte Mario M&uuml;ller dazu  das &ndash; offenbar daf&uuml;r &bdquo;zust&auml;ndig gemachte&ldquo; &ndash; DGB-Bundesvorstandsmitglied Heinz Putzhammer (zust&auml;ndig f&uuml;r Wirtschaft). Putzhammer wurde &ndash; wie die Kollegin Ursula Engelen-Kefer in ihrem Brief uns heute klar macht &ndash;  im Bundesvorstand wohl gegen sie in Stellung gebracht, um ihre Kritik zu neutralisieren.<br>\nDie Antworten Putzhammers in diesem Interview waren alles andere als &bdquo;widerst&auml;ndig&ldquo;. Er begr&uuml;ndete seine Haltung gegen&uuml;ber den rot-gr&uuml;nen Pl&auml;nen mit dem hilflosen Satz: &ldquo;Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach&rdquo; und trat damit f&uuml;r das gewerkschaftliche Mitmachen bei der Einf&uuml;hrung der Riesterrente ein. (Der &ldquo;Spatz&rdquo;, das waren wohl auch die Posten in dieser privaten Rentenversicherung, die daf&uuml;r Gewerkschaftern angeboten wurden!)<\/p><p><strong>Was beinhaltete diese Studie der Finanzmarkt-Experten von der Frankfurter Universit&auml;t?<\/strong><\/p><p>Heute ist es durchaus gel&auml;ufig, von einem Systemwandel zu einem &ldquo;finanzkapitalistischen System&rdquo; zu sprechen &ndash; mit einer Dominanz der Finanzm&auml;rkte gegen&uuml;ber der Politik (jetzt sogar ein Thema des Weltwirtschaftsforums in Davos). Damals waren die Warnungen dieser Finanzwirtschaftler allerdings noch nicht so verbreitet wie heute, doch f&uuml;r den Journalisten Mario M&uuml;ller und f&uuml;r viele andere auch unter den Gewerkschaftern waren sie schon zur damaligen Zeit begr&uuml;ndet. <\/p><p>Die beiden Frankfurter &Ouml;konomen vertraten die Meinung, dass die jeweiligen Rentensysteme im Gesamtsystem der (Unternehmens-)Finanzierung eine so wesentliche und wichtige Rolle spielten, dass mit einem Wechsel zu einer Altersversorgung &ldquo;angels&auml;chsischer Pr&auml;gung&rdquo; (eben zur &ldquo;Riester-Rente&rdquo; mit ihrem Kapitaldeckungsverfahren) die bisherige &ldquo;Konsistenz&rdquo; des Finanzsystems (mit Umlageverfahren und Betriebsrente) aufs Spiel gesetzt w&uuml;rde: &ldquo;Ein System mit starken und in der Kontrolle der gro&szlig;en Unternehmen auch aktiven Banken mit einer Mitbestimmung auf Unternehmensebene (gerne auch als &ldquo;Rheinischer Kapitalismus&rdquo; diffamiert oder auch als &ldquo;Ende der Deutschland AG&rdquo; begr&uuml;&szlig;t) w&auml;re nicht mehr konsistent, wenn die Altersversorgung haupts&auml;chlich &uuml;ber Pensionsfonds angels&auml;chsischer Pr&auml;gung organisiert w&auml;re. Dann w&auml;re n&auml;mlich der Druck des Kapitalmarktes so stark, dass sich der Einfluss der Banken und zumindest die Mitbestimmung auf Unternehmensebene als nicht (mehr) funktional erwiesen &ndash; und diese Merkmale nicht erhalten blieben.&rdquo;<\/p><p>Ich hatte beruflich damals Gelegenheit, diese Thesen &uuml;ber einen allm&auml;hlichen &ldquo;Systemwandel&rdquo; des Finanzsystems mit den daraus drohenden Folgen f&uuml;r die gewerkschaftliche Arbeit in einem DGB-Forum zur Teilprivatisierung der Rente vorzutragen. Diese Veranstaltung war schon nach meinem damaligen Eindruck wohl vor allem deshalb durchgef&uuml;hrt worden, um den gewerkschaftlichen &ldquo;Konsens&rdquo; f&uuml;r das Kapitaldeckungsverfahren &agrave; la Riester-Rente &amp; Co. zu organisieren (Die Veranstaltung wurde bezeichnenderweise von der Abteilung Wirtschaft beim DGB-BV &ndash; Vorstandsmitglied Heinz Putzhammer organisiert.)  Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, dass dabei &ldquo;widerst&auml;ndige&rdquo; Argumente der Verdi \/ &Ouml;TV oder auch von an dieser Veranstaltung teilnehmenden IG Metall-Funktion&auml;ren vorgetragen wurden. Im Gegenteil der damalige Betriebsratsvorsitzende von VW,  Volkerts (wir kennen sein &ldquo;sp&auml;teres&rdquo; nicht so ruhmreiches Schicksal), hat in einem Referat die Vorteile derartiger kapitalgedeckten Rentensysteme in h&ouml;chsten T&ouml;nen gepriesen. Und wenn sich z.B. die IG Metall oder auch Verdi\/&Ouml;TV ausbedungen h&auml;tten, dagegen wenigstens eine den Widerstand signalisierende andere Meinung auf dieser Tragung zumindest &ldquo;daneben&rdquo; vorzutragen, so h&auml;tten sie das gemeinsam  auch sicher durchsetzen k&ouml;nnen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der Auftritt des VW-Betriebsratsvorsitzenden Volkerts gegen den ausdr&uuml;cklichen Willen des IG Metall-Vorstandes geschehen sein sollte.<\/p><p>Immerhin war es f&uuml;r mich interessant zu lesen, dass der damalige  IG Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel und Frank Bsirske als Verdi-Vorsitzender die Kollegin Engelen-Kefer beim &ldquo;Ziehen der schlimmsten Giftz&auml;hne&rdquo; unterst&uuml;tzt hatten.<\/p><p>Aber von einem &ldquo;Widerstand&rdquo; war &ndash; selbst bei einer solchen gewerkschaftsinternen Konferenz  zu diesem Thema  &ndash; nichts zu h&ouml;ren und zu lesen. Dabei gab es auch &uuml;ber die schon erw&auml;hnte Kritik hinaus durchaus weitere skeptische und ablehnende Stimmen. <\/p><p>Es ist in diesem Zusammenhang noch erw&auml;hnenswert, dass die Schmidt und Tyrell ihre wissenschaftlichen Aktivit&auml;ten in den angels&auml;chsischen Raum verlegen mussten, weil in Deutschland f&uuml;r ihre Themen keinerlei Interesse bestand. Ihre Arbeiten erschienen als gro&szlig;er Reader dann unter dem Titel &ldquo;The German Financial System&rdquo; auf englisch in der Oxford University Press im Jahr 2004. Dieser Hinweis ist mir wichtig, weil er zeigt, dass man mit solchen &bdquo;unterlassenen&ldquo; &ouml;ffentlichen Debatten nicht nur die innergewerkschaftliche Meinungsbildung besch&auml;digt, sondern auch dar&uuml;ber hinaus kompetente Fachleute und Sachkenner ins Abseits dr&auml;ngt und sie sprachlos macht. Reinhard H. Schmidt, mit dem ich damals Kontakt hatte, hat mit best&auml;tigt, dass aus den Gewerkschaften keinerlei Anfragen oder Reaktionen zu seinen gerade auch an die Gewerkschaften gerichteten Analysen &uuml;ber die Umstellung auf das Kapitaldeckungsverfahren bei der Altersversorgung kamen.<\/p><p>Jedenfalls war der &bdquo;Diskurs&ldquo; &uuml;ber die Teilprivatisierung des deutschen Rentensystems auch in den Gewerkschaften reichlich &bdquo;unterirdisch&ldquo;. Man h&auml;tte z.B. &ndash; wenn man schon nicht offenen Widerstand gegen die rot-gr&uuml;ne Regierung leisten wollte &ndash; wenigsten einen Pr&uuml;fauftrag in dieses Gesetz einf&uuml;gen k&ouml;nnen, dass diese &bdquo;Reform&ldquo; nach einer gewissen Probezeit wieder auf den Pr&uuml;fstand kommt. Aber nichts dergleichen geschah. <\/p><p>Interessant war f&uuml;r mich auch zu erfahren, wie durch Zust&auml;ndigkeitsverteilung innerhalb einer so gro&szlig;en Organisation wie dem DGB Politik gemacht wurde. Damit wurde das f&uuml;r die Sozialpolitik (und damit eigentlich auch f&uuml;r die Altersvorsorge) beim gewerkschaftlichen Dachverband zust&auml;ndige Vorstandsmitglied, Engelen-Kefer, an den Rand gedr&auml;ngt. Und die Gewerkschaftsspitze hat auch nicht viel dagegen unternommen, dass sie mit ihrer sozialpolitisch motivierten Kritik z.B. vom Kanzler Schr&ouml;der auch &ouml;ffentlich regelrecht gemobbt wurde. <\/p><p>Wenn sich sich jetzt (!) auch Gewerkschafter gegen die Riester-Rente wenden, hat das nat&uuml;rlich mit dem katastrophalen Image dieser Rente zu tun. Die Kritik an dieser &bdquo;Reform&ldquo; wird inzwischen wissenschaftlich <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/de\/diw_01.c.389201.de\/themen_nachrichten\/diw_fordert_grundlegende_reform_der_riester_rente_rendite_oft_so_schlecht_wie_beim_sparstrumpf.html\">best&auml;tigt<\/a> ja sogar auch &ldquo;filmisch&rdquo; in der <a href=\"?p=11828\">ARD &ldquo;Das Riester-Dilemma&rdquo;<\/a> unterlegt. (Siehe auch k&uuml;rzlich noch einmal Albrecht M&uuml;ller zur <a href=\"?p=11850\">&ldquo;Revision der Riesterrente&rdquo;<\/a>)  <\/p><p>Aus den Erfahrungen des politischen Umgangs bei der Einf&uuml;hrung der Riester-Rente, sollte man wenigstens lernen &ndash;  nicht um nachtr&auml;glich &bdquo;Rache zu &uuml;ben&ldquo;, sondern um daraus Konsequenzen f&uuml;r die Zukunft und f&uuml;r die anstehenden politischen Auseinandersetzungen zu ziehen. Auch in Zukunft k&ouml;nnte uns viel erspart werden, wenn endlich wieder eine kontroverse Debatte &uuml;ber grundlegende Weichenstellungen stattfinden w&uuml;rde, wenn Argumente nicht ins Abseits gedr&auml;ngt und wenn Entscheidungen innerhalb der Gewerkschaften offen und nicht in Hinterzimmern auf Vorstandsebene diskutiert w&uuml;rden und nicht gar noch, durch organisatorische Tricksereien g&auml;nzlich unterbunden w&uuml;rden. <\/p><p>Vielleicht ist der Disput zwischen Bsirske und Engelen-Kefer auch eine Ermunterung f&uuml;r viele Gewerkschaftskollegen- und kolleginnen Zus&auml;tzliches zur Aufkl&auml;rung der damaligen innergewerkschaftlichen Meinungsbildung beizutragen, um daraus Gewinn f&uuml;r die k&uuml;nftige innergewerkschaftliche Demokratie zu ziehen.    <\/p><p>P.S.:  Zur heutigen Positionierung von Reinhard H. Schmidt siehe den Abschnitt &ldquo;Versagen der Banken oder doch der Politik&rdquo; unten bei <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/diskussion\/eu\/wipo\/krise_bahl13.html\">&ldquo;Sarkozy als Pr&auml;sident &ldquo;Knickebein&rdquo; &ndash; wenn er die deutsche Merkel trifft?&rdquo;<\/a>.<br>\nF&uuml;r die Freisetzung der Finanzm&auml;rkte nach seiner Meinung die Politik die &ldquo;alleinige&rdquo; Verantwortung &ndash; die Banken (m&ouml;gen sie auch noch so sehr darauf gedr&auml;ngt haben) handelten dann eben nach den Spielregeln der deregulierten Finanzm&auml;rkte &ndash; und sieht man einmal von kriminellem Fehlverhalten ab, mussten sie im Wettbewerb auch entsprechend agieren.<br>\nLeider entziehen sich &ldquo;unsere&rdquo; Politiker dieser Verantwortung bis heute, im Gegenteil: Sie haben sich inzwischen zu Handlangern der Finanzm&auml;rkte degradieren lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur&uuml;ck zum Anfang dieses Jahrtausends &ndash; etwa 2001: Gab es &ldquo;damals&rdquo; einen gewerkschaftlichen Widerstand gegen die Riester-Rente?<br \/> Ein paar skeptische Gedanken zu einer m&ouml;glichen Legendenbildung. <strong>Von Volker Bahl<\/strong><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[109,40,11],"tags":[773,517,581,281],"class_list":["post-12098","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gewerkschaften","category-riester-ruerup-taeuschung-privatrente","category-strategien-der-meinungsmache","tag-bsirske-frank","tag-dgb","tag-engelen-kefer-ursula","tag-verdi"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12098","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12098"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12098\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":53801,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12098\/revisions\/53801"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12098"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12098"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12098"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}