{"id":12137,"date":"2012-02-06T09:19:09","date_gmt":"2012-02-06T08:19:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12137"},"modified":"2015-01-18T14:59:02","modified_gmt":"2015-01-18T13:59:02","slug":"flassbecks-zehn-mythen-der-krise-ein-kippbild-zur-herrschenden-lehre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12137","title":{"rendered":"Flassbecks \u201eZehn Mythen der Krise\u201c \u2013 ein Kippbild zur herrschenden Lehre"},"content":{"rendered":"<p>Heiner Flassbeck, 1998\/1999 Staatssekret&auml;r im Bundesministerium der Finanzen und seit 2003  Chefvolkswirt der Welthandels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (UNCTAD) liebt die klare Sprache und er ist ein unerbittlicher Kritiker der herrschenden &ouml;konomischen Lehre. Sein wirtschaftstheoretischer Blick auf die Wirklichkeit l&auml;sst sich &ndash; bildlich gesprochen &ndash; am ehesten mit einem Kippbild vergleichen. Das hei&szlig;t, man muss sich auf einen Wechsel der Wahrnehmung der &ouml;konomischen Zusammenh&auml;nge gegen&uuml;ber der &bdquo;Mainstream-&Ouml;konomie&ldquo; einlassen und erkennt pl&ouml;tzlich ein v&ouml;llig anderes Bild als dasjenige, das die herrschende Meinung zeichnet. Von Wolfgang Lieb<br>\n<!--more--><br>\nHier ein bekanntes Beispiel f&uuml;r ein solches Kippbild:<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/kippbild.png\" alt=\"Kippbild\" title=\"Kippbild: Profil zweier Gesichter oder Vase?\"><\/p><p>Sieht die herrschende Meinung eine Vase, so sagt Flassbeck, dass das Profil zweier Gesichter zu erkennen ist. Das Bild der Vase ist f&uuml;r ihn nur eine falsche Vorstellung, oder eben ein Mythos. Wirklich sind die beiden K&ouml;pfe  bzw. deren Silhouetten, die ausgeblendet werden, wenn man seinen Blick ausschlie&szlig;lich auf die Kontur des Leerraums zwischen den beiden tats&auml;chlich vorhandenen Gesichtern im Schattenriss beschr&auml;nkt. <\/p><p>Man muss bereit sein, sich auf diese andere Sichtweise einzulassen, wenn man Flassbeck verstehen will. &Uuml;bertragen auf die &Ouml;konomie hei&szlig;t das:<\/p><p>Sehen die &bdquo;Mainstream-&Ouml;konomen&ldquo; den &bdquo;Markt als optimal funktionierenden Mechanismus&ldquo;, so k&ouml;nnen &ouml;konomische Krisen nie im Markt ihre Ursache haben, sondern die Ursachen m&uuml;ssen bei diesem Weltbild au&szlig;erhalb des unfehlbaren Marktes liegen, im Regelfall beim &bdquo;extrem fehlbaren&ldquo; Staat.  (S. 7) So sei die Mehrzahl der &Ouml;konomen, aber auch der Politiker auf eine Interpretation eingeschwenkt, dass die Hauptursache der Finanzkrise die leichte Geldpolitik (billige Hypothekenzinsen) der amerikanischen Zentralbank gewesen sei.<br>\nSo sprach etwa auch der damalige Finanzminister Peer Steinbr&uuml;ck von einem <a href=\"?p=3122\">&bdquo;Spring-ins-Feld-Teufel&ldquo;<\/a>, der Deutschland und Europa ohne Ank&uuml;ndigung von Amerika aus &uuml;berfallen hat. Eine ganz &auml;hnliche &bdquo;Umdeutung&ldquo; des Bildes, sei gelungen, als die herrschende Lehre und mit ihr die Politik die &bdquo;Finanzkrise&ldquo; und die &bdquo;systemische Krise der W&auml;hrungsunion&ldquo; pl&ouml;tzlich als eine &bdquo;Schuldenkrise&ldquo; einiger s&uuml;deurop&auml;ischen L&auml;nder betrachtete, obwohl doch die Schulden eindeutig erst im Gefolge der Krise bedrohlich gestiegen waren. Mit dieser &bdquo;Umdeutung&ldquo; sei der Schwarze Peter einmal mehr, von den M&auml;rkten weg und den Staaten, also der Politik zugeschoben worden. <\/p><blockquote><p>&bdquo;Statt sich ernsthaft mit den Problemen auseinanderzusetzen, talkt sich die moderne Mediengesellschaft durch die Krise; man streift dabei zwar immer wieder einmal kurz die Oberfl&auml;che der Probleme, steigt dann allerdings, erschrocken ob der Abgr&uuml;nde, die man erblickt, sofort wieder in die warme ideologische Wolke auf. Geleitet wird die Mediengesellschaft dabei von einer Disziplin, die sich als Hohepriester des Glaubens an die Freiheit der M&auml;rkte versteht und diese ideologische Position mit Z&auml;hnen und Klauen, die Macht des Geldes allzeit hinter sich wissend, verteidigt. Nur Aufkl&auml;rung, Entmythologisierung kann hier eine Wende erzwingen.&ldquo; (S. 9)<\/p><\/blockquote><p>Die Chancen f&uuml;r ein Umdenken und f&uuml;r eine alternative Sichtweise sch&auml;tzt Flassbeck allerdings ziemlich d&uuml;ster: <em>&bdquo;Erst wenn alle D&auml;mme brechen, h&ouml;rt man nicht mehr auf die Experten, die &uuml;ber Jahre erkl&auml;rt haben, die D&auml;mme seien absolut sicher.&ldquo; (S.9)<\/em> Der Zeitpunkt einer Entmythologisierung k&ouml;nnte aber jetzt gekommen sein, wo &ndash; entgegen aller Beschl&uuml;sse zur Verminderung der Staatsdefizite &ndash; eine europ&auml;ische, wenn nicht sogar eine globale wirtschaftliche Rezession mit noch weiter steigenden Staatsdefiziten die D&auml;mme der herrschenden Mythen zum Brechen bringe.<\/p><p>Flassbeck versucht in seiner kleinen Schrift den Wahrheitsanspruch von zehn der g&auml;ngigsten Mythen der herrschenden Lehre in Frage zu stellen oder durch rationale Gegenargumente zu widerlegen.<\/p><p>Da ist zun&auml;chst der Mythos <strong>&bdquo;Finanzm&auml;rkte sind effizient&ldquo;<\/strong>. Damit wurden ja s&auml;mtliche Deregulierungsma&szlig;nahmen seit dem Washinton Consensus und seit dem Aufstieg des politischen Neoliberalismus mit Thatcher und Reagan und schlie&szlig;lich auch bei uns in Deutschland begr&uuml;ndet. <\/p><p>Das idyllische Bild vom Marktplatz wo Anbieter und Nachfrage den Preis aushandeln sei nicht nur auf vermachteten Arbeitsm&auml;rkten fundamental falsch sondern auch schon auf vielen G&uuml;ter- und Dienstleistungsm&auml;rkten und geradezu grotesk falsch sei es f&uuml;r die Finanzm&auml;rkte, wo Informationen &uuml;ber die Zukunft gehandelt werden. (S. 11)<\/p><p>Das Dogma der effizienten Finanzm&auml;rkte breche deswegen in sich zusammen, weil es rational sei, auf diesem Markt deswegen zu kaufen, weil man in der Zukunft erwarte, dass viele das Gleiche tun und sich damit der Preis erh&ouml;ht. Es sei also nur normal, wenn es zu einer Art &bdquo;Herdenbildung&ldquo; komme, die systematisch falsche Preise bildet, weil diese Preise mit  Angebot und Nachfrage an realen M&auml;rkten nichts mehr zu tun h&auml;tten. Am deutlichsten werden dieser Herdentrieb an den W&auml;hrungsspekulationen sichtbar, wo sich die Herde die Wechselkurse nachweislich &uuml;ber Jahre gegen die Fundamentaldaten und damit in die falsche Richtung bewegt h&auml;tten &ndash; mit verheerenden Sch&auml;den f&uuml;r die jeweiligen Realwirtschaften. Auch auf den Rohstoffm&auml;rkten oder den M&auml;rkten f&uuml;r Grundnahrungsmittel lie&szlig;en sich solche Herdenph&auml;nomene mit all ihren negativen Folgen aufzeigen.<br>\nWeil niemand einen Gleichgewichtspreis kenne, k&ouml;nne auch niemand diesen unbekannten Gleichgewichtspreis stabilisieren:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Man kann die Fehlfunktion der Finanzm&auml;rkte auf die einfache Formel bringen, dass normale M&auml;rkte Knappheit beseitigen, also zu Preissenkungen tendieren, w&auml;hrend Finanzm&auml;rkte Knappheit schaffen, also zu Preiserh&ouml;hungen tendieren. An einem normalen Markt wird ein Investor belohnt, wenn er als erster eine Knappheit in Gestalt &raquo;zu hoher Preise&laquo; erkennt und beseitigt; an den Finanzm&auml;rkten hingegen wird der Investor belohnt, dem es gelingt, m&ouml;glichst viele &raquo;Investoren&laquo; in einen Markt zu locken, was zu Preiserh&ouml;hungen f&uuml;hrt. Seine Kunst ist es nur, als erster wieder auszusteigen, also rechtzeitig zu de-investieren.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p><strong>Dass die Regierungen erkannt h&auml;tten, dass sie handeln m&uuml;ssten<\/strong>, ist der zweite Mythos, den Flassbeck zerst&ouml;rt. Die Regierungen hingen auf Grund von Vorurteilen und dem massiven Druck von Lobbys und von &bdquo;Experten&ldquo; dem ersten Mythos an. (Die Meinungsmache der Medien auf die Parteien und auf die Politik hat Flassbeck an dieser Stelle allerdings unterschlagen.)<\/p><p>Zwar habe man sich als die Panik nach dem Ausbruch der gr&ouml;&szlig;ten Krise des Kapitalismus ausbrach an die Lehre vom aktiven Staat erinnert, doch zwei Jahre sp&auml;ter dominiere trotz der Rezessionsgefahr schon wieder das Dogma des Schuldenabbaus. Die Bek&auml;mpfung der eigentlichen Ursache der Krise, also des &bdquo;Herdentriebs&ldquo; verblieb bei Ank&uuml;ndigungen. Im Gegenteil es gehe schon zum zweiten Mal um die Rettung der Banken. Die Weltwirtschaft schlittere in die zehnte gro&szlig;e Finanzkrise der letzten drei&szlig;ig Jahr, ohne dass man bei der Analyse der Ursachen auch nur einen Millimeter weitergekommen w&auml;re. (S. 17)<\/p><p>Flassbeck widerlegt einen weiteren aktuellen Mythos, dem von den Regierungschefs von einem Gipfel zum anderen gehuldigt wird, n&auml;mlich: <strong>Die Staatsschulden sind die eigentliche Ursache der Krise.<\/strong> Es lasse sich zwar glasklar nachweisen, dass die Eurokrise andere Ursachen hat und dass weltweit die Schulden eindeutig nach der Finanzkrise und wegen der von ihr ausgel&ouml;sten Rezession und der Rettung von Banken gestiegen sind, doch die Schuld dem Staat in die Schuhe zu schieben und den Markt reinzuwaschen, passe perfekt in die Programme der konservativen und liberalen Parteien, nach denen Steuererh&ouml;hungen f&uuml;r alle Zeit verboten und Steuersenkungen jederzeit geboten seien und somit die permanente K&uuml;rzung staatlicher Ausgaben erzwungen werde. So bilde <em>&bdquo;die deutsche Forderung nach einer in der Verfassung verankerten &raquo;Schuldenbremse&laquo; f&uuml;r alle L&auml;nder der Eurozone den H&ouml;hepunkt dieser Verdr&auml;ngungsstrategie.&ldquo; (S. 20)<\/em> Mit dem allein gegen den Staat gerichteten Handeln, verstie&szlig;en die Politiker &ndash; deren &ouml;konomischer Horizont nicht &uuml;ber den einer schw&auml;bischen Hausfrau hinausreiche &ndash; sogar gegen die herrschende &ouml;konomische Lehre, noch mehr, sie zerst&ouml;rten die Grundlagen f&uuml;r eine funktionierende Marktwirtschaft:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Suggeriert man dem B&uuml;rger&hellip;, dass er zwar sparen darf, die anderen aber gleichwohl ihre Einnahmen und Ausgaben ausgleichen sollen, dann ist dies gef&auml;hrlicher Unsinn, weil man damit ein Rezept verordnet, dass zwingend darauf hinaus l&auml;uft, dass die Wirtschaft in einer schweren Rezession und einer immerw&auml;hrenden Schrumpfung versinkt.&ldquo; (S. 20)<\/p><\/blockquote><p>Gebetsm&uuml;hlenhaft wiederholt die Kanzlerin: <strong>Wir leben &uuml;ber unseren Verh&auml;ltnissen.<\/strong> Damit werde das Bauchgef&uuml;hl angesprochen, dass Schulden unsolide und bedrohlich seien. Diese Mentalit&auml;t werde einerseits von den mikro&ouml;konomisch denkenden Marktgl&auml;ubigen ausgenutzt und liefere andererseits gr&uuml;nen und generell wachstumskritischen Bewegungen ihre konservative Basis. Dar&uuml;ber hinaus sei eine Wirtschaftspolitik, die durch neue Schulden einen Wachstumsschub ausl&ouml;sen oder zumindest einen Einbruch verhindern wolle, auch bei der systemkritischen Linken verhasst. <\/p><p><em>&bdquo;Beides, der Versuch unter den eigenen Verh&auml;ltnissen zu leben ebenso wie der Versuch, dar&uuml;ber zu leben, sind jedoch keine vern&uuml;nftigen Optionen.&ldquo; (S.23)<\/em> Beides geschehe jedoch auf der Ebene der Nationalstaaten laufend. <em>&bdquo;Einige L&auml;nder leben fast immer unter ihren Verh&auml;ltnissen, andere nahezu permanent dar&uuml;ber. Nun ist es angesichts der Verh&auml;ltnisse zwingend, dass der, der weniger verbraucht, als er produziert (also unter seinen Verh&auml;ltnissen lebt), demjenigen, der mehr verbraucht, tempor&auml;r die Verf&uuml;gungsrechte &uuml;ber seine ersparten Ressourcen einr&auml;umen muss, weil sonst die Rechnung nicht aufgehen kann. Der eine gibt einen Kredit, und zwar in der Hoffnung, der andere werde in der Zukunft in der Lage sein, den Kredit zur&uuml;ckzuzahlen. Wobei Zur&uuml;ckzahlen wiederum zwingend hei&szlig;t, dass derjenige, der bisher Defizite (in seiner Leistungsbilanz, wie die &Ouml;konomen sagen) hatte, in Zukunft &Uuml;bersch&uuml;sse haben muss, weil er bei andauernder neuer Nettokreditaufnahme ja niemals etwas zur&uuml;ckzahlen kann.&ldquo; (S.23f.)<\/em> Wer wie Deutschland seine &Uuml;bersch&uuml;sse (d.h. ein Leben  unter seinen Verh&auml;ltnissen) mit Z&auml;hnen und Klauen verteidige, der m&uuml;sste eigentlich wissen, dass auf Dauer ein Gro&szlig;teil der geschaffenen Ressourcen verloren sind, weil er den Schuldnern nicht erlaubt, in eine Position zu gelangen, in der sie zur&uuml;ckzahlen k&ouml;nnten. Noch absurder sei es &ndash; wie das gegenw&auml;rtig geschehe &ndash; das man den Schuldnerl&auml;ndern scharfe Restriktionen auferlege, um diese wettbewerbsf&auml;hig zu machen und gleichzeitig seine &Uuml;bersch&uuml;sse verteidige. Einzelwirtschaftlich k&ouml;nne zwar ein einzelner Schuldner seine Bilanz durch Einsparungen konsolidieren, ohne dabei den (Absatz-)Markt seines einzelnen Gl&auml;ubigers zu ber&uuml;hren, gesamtwirtschaftlich gehe aber diese Rechnung praktisch niemals auf. <\/p><p>Der f&uuml;nfte Mythos sei: <strong>Es gibt gar keine Eurokrise, Europa ist in der Krise wegen &uuml;berh&ouml;hter Staatsschulden einiger kleiner L&auml;nder.<\/strong> Die Eurokrise sei der H&ouml;hepunkt der Verdr&auml;ngung der Ursachen der Krise und ihrer ideologisch gef&auml;rbten Umdeutung. <\/p><p>Von Anfang sei die Europ&auml;ische W&auml;hrungsunion (EWU) unter einem verh&auml;ngnisvollen Stern gestanden, weil sich Deutschland darauf kaprizierte, den Staatsschulden und der Inflation unter den Kriterien, die f&uuml;r eine Mitgliedschaft qualifizierten, den mit Abstand wichtigsten Rang einzur&auml;umen. Es gebe jedoch keinen engen sondern allenfalls einen sehr verschlungenen Zusammenhang zwischen Staatsschulden und Inflation &uuml;ber die die Europ&auml;ische Zentralbank ja ausschlie&szlig;lich wachen d&uuml;rfe. <\/p><p><em>&bdquo;Der einzig klar nachweisbare Zusammenhang ist der zwischen dem allgemeinen Kostenniveau einer Volkswirtschaft und dem Preisniveau bzw. dessen Entwicklung.&ldquo;<\/em> Seit &uuml;ber 60 Jahren gebe es einen &auml;u&szlig;erst stabilen Zusammenhang von den L&ouml;hnen hin zu den Preisen, doch dieser werde systematisch von der herrschenden Volkswirtschaftslehre geleugnet. <\/p><p>Das h&auml;tte man schon bei der deutschen Einheit, also einer deutsch-deutschen W&auml;hrungsunion beobachten k&ouml;nnen. Auch dabei habe das zentrale Problem im Auseinanderlaufen der Lohnst&uuml;ckkosten und damit der Wettbewerbsf&auml;higkeit bestanden, die letztliche in einer weitgehenden Deindustrialisierung Ostdeutschlands endete.<br>\nDie Finanzkrise habe die Ignoranz gegen&uuml;ber dem Zusammenhang zwischen Lohnst&uuml;ckkosten und Preisen auch auf europ&auml;ischer Ebene offen zu Tage treten lassen:  <\/p><blockquote><p>&bdquo;Weil Deutschland in v&ouml;lliger Verkennung der Bedingungen in einer W&auml;hrungsunion sofort nach dem Inkrafttreten der entsprechenden Vertr&auml;ge anfing, das gemeinsam festgelegte Inflationsziel in dem Versuch zu unterlaufen, durch Lohnsenkungen seine Wettbewerbsf&auml;higkeit voll gegen die europ&auml;ischen Partner auszuspielen, die sich nun nicht l&auml;nger &uuml;ber die Abwertung ihrer W&auml;hrungen wehren konnten, war die W&auml;hrungsunion sozusagen von der ersten Stunde an auf einem Pfad in den Untergang.&ldquo; (S. 29)<\/p><\/blockquote><p>Anders als es die Legende besage, habe Deutschland seine Wettbewerbsf&auml;higkeit nicht etwa durch hohe Produktivit&auml;t, sondern durch eine politisch inszenierte Lohndr&uuml;ckerei gegen&uuml;ber den Partnern in der W&auml;hrungsunion verbessert. <\/p><blockquote><p>&bdquo;W&auml;hrend die Produktivit&auml;t pro Stunde in Deutschland von 1999 bis 2011 j&auml;hrlich um 1,2 Prozent stieg (was weder historisch noch im gesamteurop&auml;ischen Ma&szlig;stab ein besonders guter Wert ist), stiegen die Reall&ouml;hne (inflationsbereinigte Nominall&ouml;hne pro Stunde) nur um 0,7 Prozent. In Frankreich, um nur das am wenigsten bekannte Beispiel zu nennen (f&uuml;r nur wenige L&auml;nder gibt es &uuml;berhaupt Zahlen je Stunde), stiegen die Reall&ouml;hne mit 0,8 Prozent pro Stunde etwas st&auml;rker als die heimische Produktivit&auml;t, und die Wettbewerbsf&auml;higkeit gegen&uuml;ber Deutschland verschlechterte sich erheblich.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Auf diese Weise habe sich Deutschland im Laufe von 10 Jahren einen Wettbewerbsvorsprung bei Waren und Dienstleistungen zwischen 25 Prozent (gegen&uuml;ber S&uuml;deuropa) und 15 Prozent (gegen&uuml;ber Frankreich) verschafft. Diese Diskrepanz habe auf Dauer notwendig zum Auseinanderbrechen der EWU f&uuml;hren m&uuml;ssen, weil kein Land einen solchen R&uuml;ckstand unbeschadet aufholen k&ouml;nne, wenn die Option einer Wechselkurs&auml;nderung fehle. Der Gewinn des einen an Wettbewerbsf&auml;higkeit sei aber in einem so engen W&auml;hrungsverbund immer der Verlust eines anderen. Wenn jetzt aber andere L&auml;nder gezwungen w&uuml;rden, durch drastische Lohnsenkungen aufzuholen, so m&uuml;sse das sowohl zu Exporteinbu&szlig;en Deutschlands und insgesamt in einer Rezession enden. Wer sich nun als Gewinner hinstelle und von den Verlierern verlange, sie sollten seinem Beispiel folgen, der betreibe Desintegration und schlie&szlig;e letztlich die Verlierer aus der Eurozone aus.<\/p><p>Der Mythos <strong>&bdquo;Die Staaten m&uuml;ssen sparen&ldquo;<\/strong>, schlie&szlig;e gleich drei weitere Mythen ein:<\/p><ul>\n<li>Erstens eine Schuldenaufnahme des Staates sei grunds&auml;tzlich unanst&auml;ndig, weil er k&uuml;nftige Generationen belaste.<\/li>\n<li>Zweitens bestehe der Glaube, dass man ohne Schulden auskommen k&ouml;nne.<\/li>\n<li>Drittens Geldvermehrung f&uuml;hre zwingend zu Inflation. Auch diese Denkfehler arbeitet Flassbeck nacheinander ab.<\/li>\n<\/ul><p>Wer mit Hilfe einer Hypothek ein Haus baue, belaste die nachfolgende Generation nicht, sondern er schaffe einen Wert, der vererbt wird. Bei Schulden des Staates sei es nicht anders. Sogar wenn die &Ouml;ffentliche Hand nicht einmal investiere, sondern konsumiere, ginge das nicht zu Lasten von Kindern und Enkeln, denn hinter jeder Verschuldung stehe jemand, der eben nicht konsumiere sondern spare und das Ersparte f&uuml;r einen vern&uuml;nftigen Zins verleihe. Die entsprechenden Forderungen aus dem geliehenen Geld an den Staat vererbten sich jedoch gleicherma&szlig;en. Die Verm&ouml;gensposition zuk&uuml;nftiger Generationen verschlechtere sich also logischerweise nicht. <\/p><p>(Ich habe an dieser Stelle bei Flassbeck allerdings den Gedanken vermisst, dass sich hinter der Frage, wer in der heutigen Generation und in allen nachfolgenden Generationen die Forderungen gegen&uuml;ber dem Staat besitzt, ein massives Verteilungsproblem, also eine intragenerative und eben nicht eine intergenerative ungleiche Verm&ouml;gensverteilung verbirgt. Auch die Zinsen f&uuml;r die Kredite (Staatsanleihen) m&uuml;ssen von der k&uuml;nftigen Generation bezahlt werden und dabei findet eine weitere Umverteilung zwischen Forderungsinhabern und der Masse der Steuerzahler statt.)<\/p><p>Der Einwand der Staat stehe mit seinen Schulden privaten Gl&auml;ubigern im Wege, sei wiederum einer der Mythen der Verteidiger der freien Marktwirtschaft. Die Bildung von privaten Ersparnissen st&uuml;nde n&auml;mlich erfolgreichen, d.h. gewinnbringenden Investitionen diametral entgegen: <\/p><blockquote><p>&bdquo;Wenn nicht sonst irgendwo auf der Welt jemand seine Ersparnisse reduziert, bedeuten mehr Ersparnisse der privaten Haushalte unmittelbar weniger Nachfrage f&uuml;r die Unternehmen&hellip; Jeder Euro, der nicht von den Konsumenten an die Unternehmen (von denen erstere ihre Euros ja in Form von L&ouml;hnen &uuml;berwiegend bekommen haben) zur&uuml;ckflie&szlig;t, stellt f&uuml;r letztere einen Verlust dar.&ldquo; (S. 36)<\/p><\/blockquote><p>Die Aufhebung dieser Paradoxie hei&szlig;e &bdquo;Papiergeld&ldquo;, also sozusagen &bdquo;Ersatzersparnisse&ldquo;, die die Nachfrage nach Produkten nicht d&auml;mpfen. <em>&bdquo;Von Notenbanken aus dem Nichts geschaffenes Papiergeld ist das institutionalisierte Vertrauen in die Zukunft, das moderne Marktwirtschaften erst m&ouml;glich, weil erfolgreich gemacht hat.&ldquo; (S.36)<\/em> Von Sparw&uuml;nschen unabh&auml;ngige Investitionen schafften erst die Dynamik auf der Angebots- und Nachfrageseite.<\/p><p>Breche eine solche Dynamik aus unterschiedlichsten Gr&uuml;nden jedoch ab, m&uuml;sse vor&uuml;bergehend der Staat das System stabilisieren: <em>&bdquo;Ein Staat, der, wie das in der Eurokrise geschieht, seine Sparversuche mit dem &raquo;Vertrauensverlust der privaten Investoren in die Staaten&laquo; begr&uuml;ndet, hat das System ganz fundamental missverstanden.&ldquo; (S.37)<\/em> Der Name Br&uuml;ning stehe in Deutschland f&uuml;r eine Politik, die diesen zentralen Zusammenhang verkannt hat.<\/p><p>Beim achten Mythos setzt sich Flassbeck mit der im kollektiven Ged&auml;chtnis der Deutschen tief verankerten Inflationsangst und der derzeit wieder allseits zu h&ouml;renden Behauptung auseinander, zu viel <strong>Geld von der Notenbank inflationiere die Wirtschaft<\/strong>. Zwar k&ouml;nne eine Inflation immer nur dann entstehen, wenn die Zentralbank bereit sei, sie zu finanzieren.<br>\nAnders als die &bdquo;Monetaristen&ldquo; meinten, sei Geld zwar eine notwendige, aber keineswegs eine hinreichende Bedingung f&uuml;r eine Inflation. So versuchten in Europa derzeit alle L&auml;nder, ihre Wirtschaftsprobleme &uuml;ber Lohnsenkungen zu l&ouml;sen, aber dann k&ouml;nne die Notenbank noch so viel Geld ins System pumpen, das Ergebnis werde Deflation sein. Im Gegensatz zum Geldmengen-Dogma habe eine Inflation n&auml;mlich genau zwei ggf. miteinander zusammenh&auml;ngende Ursachen: hohe Nachfrage oder stark steigende Kosten. Nur wenn es mit dem Geld der Zentralbank gel&auml;nge die Konjunktur zu &uuml;berhitzen und gleichzeitig stark steigende Nachfrage und stark steigende L&ouml;hne zu schaffen, dann k&ouml;nne es eine Inflation geben. (S.40f.)<\/p><p>Schlie&szlig;lich geht Flassbeck noch auf die populistisch verbreitete Hauptsorge der Deutschen ein, n&auml;mlich dass <strong>Deutschland zum Zahlmeister Europas<\/strong> w&uuml;rde. Unter anderem wird gesagt, Deutschland gef&auml;hrde seine eigene Solidit&auml;t, weil es &bdquo;unsolide Staaten&ldquo; unterst&uuml;tze. <\/p><p>Die Sachlage sei jedoch eine andere. Griechenland und andere L&auml;nder in Schwierigkeiten h&auml;tten als Mitglieder der Eurozone einen Anspruch darauf, dass die Europ&auml;ische Zentralbank als &bdquo;Kreditgeber der letzten Zuflucht&ldquo; (lender oft he last resort) zur Seite springe.<br>\nH&auml;tte die EZB rechtzeitig interveniert, w&auml;re der Zins niemals so hoch gestiegen. In der Wut der der politischen Rechten &uuml;ber die Griechen und in der beleidigten Attitude der Linken, dass die Banken nicht ungeschoren davon kommen d&uuml;rften, sei &uuml;bersehen worden, dass die Gl&auml;ubiger von Staaten in aller Regel eben nicht die Spekulanten seien. Solide Geldanleger h&auml;tten im Gegenteil durch die einsetzende Spekulation Geld verloren, weil der Wert der Anleihen gefallen sei. Dass bei Banken viele Staatsanleihen in den B&uuml;chern st&uuml;nden sage noch nichts dar&uuml;ber, wer bei einem Kreditausfall tats&auml;chlich in Mitleidenschaft gezogen w&uuml;rde. Der Kreditausfall auch nur eines einzigen verschuldeten Staates berge ein enormes Risiko, der absurderweise wieder die Staaten als Retter der Banken auf den Plan rufen w&uuml;rde. Die Eurozone sei nicht zu retten, wenn Deutschland nicht lerne, dass es f&uuml;r keinen Staat der Welt eine kurzfristige &Uuml;berbr&uuml;ckungsl&ouml;sung geben k&ouml;nne, wenn nicht die Zentralbank eingreife und weitere Spekulationen stoppe. (S.44) <\/p><p>Die Rettungsschirme in drei- oder gar vierstelliger Milliardenh&ouml;he br&auml;chten keine L&ouml;sung des Problems, sondern w&uuml;rden nur weiter in den Untergang f&uuml;hren, wenn den eigentlichen Ursachen der Krise, den Ungleichgewichten in der Wettbewerbsf&auml;higkeit kein Riegel vorgeschoben werde. <em>&bdquo;Deutschland hilft zwar dabei, die durch die eigene Raserei entstandenen Wunden zu verbinden, denkt aber nicht im Traum daran, diese Raserei zu beenden.&ldquo; (S. 44)<\/em><\/p><p>Statt umzukehren herrsche in Deutschland der Mythos des <strong>&bdquo;Weiter so&ldquo;<\/strong>. In den USA, in Europa und in Japan stocke die Konjunktur, weil der private Konsum stocke und das wiederum weil die L&ouml;hne nicht anstiegen und die L&ouml;hne stiegen nicht an, weil es die gro&szlig;e Reservearmee der Arbeitslosen gebe. Das sei die Ursachenkette und darin zeige sich der &bdquo;finale Widerspruch&ldquo; der neoklassischen, neoliberalen Lehre auf globaler Ebene: <\/p><blockquote><p>&bdquo;Weltweit ist die Arbeitslosigkeit gestiegen, obwohl die L&ouml;hne nicht gestiegen sind, und die Arbeitslosigkeit sinkt nicht, obwohl die L&ouml;hne sinken&hellip; Da es f&uuml;r diese drei gro&szlig;en Wirtschaftsr&auml;ume kein Exportventil auf dieser Welt gibt, das sie erl&ouml;sen k&ouml;nnte, f&uuml;hren stagnierende private und schrumpfende &ouml;ffentliche Nachfrage wegen staatlicher Konsolidierungsversuche zu einem Szenario, auf das die aufgeblasenen Finanzm&auml;rkte mit einer neuen Krise reagieren. Was als &raquo;Aufschwung&laquo; an den Finanzm&auml;rkten im Fr&uuml;hjahr 2009 begann, h&auml;tte von einem Aufschwung bei den Einkommen der Menschen unterlegt sein m&uuml;ssen, um dauerhaft Werte zu schaffen.&ldquo; (S.46)<\/p><\/blockquote><p>In Deutschland sei jedoch die Politik einer einseitigen F&ouml;rderung der Unternehmensgewinne durch den Staat und durch die Tarifpartner (Lohnzur&uuml;ckhaltung) so weit getrieben worden, dass die Unternehmen nicht mehr w&uuml;ssten, wohin mit dem Geld und statt das Geld in Sachanlagen zu investieren, habe man es auf den Kapitalmarkt getragen, um es von Investmentbankern im globalen Spielkasino mehren zu lassen. (S. 48)<\/p><p>Es sei genau das eingetreten, was keynesianisch ausgerichtete &Ouml;konomen immer schon vorhergesagt h&auml;tten: <\/p><blockquote><p>&bdquo;Man kann mit relativer Lohnsenkung den Nachbarn Marktanteile abjagen, wenn diese Abwertung &uuml;ber die L&ouml;hne nicht durch eine Aufwertung der W&auml;hrung ausgeglichen wird. Man wusste aber gleichwohl, dass ein Land, das eine solche Strategie einschl&auml;gt, bei der Binnenkonjunktur mehr verliert, als es beim Export gewinnt.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Deutschland k&ouml;nne und d&uuml;rfe so nicht weitermachen. Es m&uuml;sse zu einem Wirtschaftsmodell zur&uuml;ckkehren, das darauf beruhe, dass sich die Unternehmen verschuldeten, weil sie in Erwartung kr&auml;ftig steigender Nachfrage Gewinne erwarteten und zwar nicht nur &uuml;ber die Nachfrage aus dem Ausland sondern vor allem vom deutschen Binnenmarkt. Das funktioniere nur durch kr&auml;ftig steigende L&ouml;hne und zwar &uuml;ber viele Jahre hinaus, n&auml;mlich so lange bis die anderen L&auml;nder ihre unhaltbare Situation &uuml;berwunden h&auml;tten. <\/p><p>Wenn aber Deutschland seine aggressive Politik zur Verbesserung der Wettbewerbsf&auml;higkeit so weiter treibe, w&uuml;rden andere L&auml;nder nur weiter in die Verschuldung getrieben. Wenn die in dem B&uuml;chlein aufgezeigten Mythen nicht durch eine rationale Wirtschaftspolitik durchbrochen w&uuml;rden und die anderen weiter nur als &bdquo;S&uuml;nderstaaten&ldquo;, die sich etwas zu Schulden kommen h&auml;tten lassen, verurteile, und ihnen sozusagen als gerechte Strafe nun neoliberale Diktate unter Besch&auml;digung ihrer Souver&auml;nit&auml;t aufzwinge, dann bleibe man nicht nur &ouml;konomisch auf dem Holzweg, sondern das gef&auml;hrde die Europ&auml;ische Union insgesamt und &ouml;ffne das Tor f&uuml;r einen neuen Nationalismus. Ob die Demokratie das &uuml;berlebe, sei eine offene Frage. <\/p><p><strong>Fazit:<\/strong> &bdquo;Zehn Mythen der Krise&ldquo; ist ein lesenswertes knappes Brevier, das eine alternative Sicht der der Ursachen der derzeitigen Krisen bietet und deutlich macht, warum das derzeitige Kurieren an Symptomen so erfolglos sein muss. <\/p><p>Das B&uuml;chlein verzichtet zum besseren Verst&auml;ndnis f&uuml;r den &ouml;konomisch nicht vorgebildeten Leser auf theoretische Details und macht sich vielleicht deshalb durch die &bdquo;Experten&ldquo; der herrschenden &ouml;konomischen Lehre angreifbar. Wer es &ouml;konomisch differenzierter und anspruchsvoller haben m&ouml;chte, der muss sich schon der M&uuml;he unterziehen und die B&uuml;cher lesen, in denen Flassbeck seine in &bdquo;Zehn Mythen der Krise&ldquo; verdichteten Thesen ausf&uuml;hrlicher dargestellt hat. (Z.B. <a href=\"?p=7775\">&bdquo;Die Marktwirtschaft des 21. Jahrhunderts&ldquo;<\/a> oder <a href=\"?p=4147\">&bdquo;Gescheitert &ndash; Warum die Politik vor der Wirtschaft kapituliert&ldquo;<\/a> oder <a href=\"?p=2650\">&bdquo;Das Ende der Massenarbeitslosigkeit&ldquo;<\/a>.<\/p><p>Um der Aktualit&auml;t willen wird an manchen Stellen mit &bdquo;hei&szlig;er Nadel&ldquo; gestrickt, doch gerade die etwas plakative Zeichnung k&ouml;nnte den Leserinnen und Lesern den Blick daf&uuml;r sch&auml;rfen, was bei dem derzeit vorgegaukelten Kippbild Leerraum ist und was das wirkliche Bild ist.  <\/p><p><strong>Bibliografische Angabe:<\/strong><\/p><p>Heiner Flassbeck, Zehn Mythen der Krise<br>\nEdition Suhrkamp digital, Berlin 2012, 60 Seiten, 4,99 Euro<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heiner Flassbeck, 1998\/1999 Staatssekret&auml;r im Bundesministerium der Finanzen und seit 2003 Chefvolkswirt der Welthandels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (UNCTAD) liebt die klare Sprache und er ist ein unerbittlicher Kritiker der herrschenden &ouml;konomischen Lehre. Sein wirtschaftstheoretischer Blick auf die Wirklichkeit l&auml;sst sich &ndash; bildlich gesprochen &ndash; am ehesten mit einem Kippbild vergleichen. 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