{"id":12152,"date":"2012-02-07T16:42:50","date_gmt":"2012-02-07T15:42:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12152"},"modified":"2015-01-18T15:01:52","modified_gmt":"2015-01-18T14:01:52","slug":"parallelwelten-merkel-und-sarkozy-feiern-sich-wahrend-ihr-versagen-offenkundig-und-gefahrlich-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12152","title":{"rendered":"Parallelwelten: Merkel und Sarkozy feiern sich, w\u00e4hrend ihr Versagen offenkundig und gef\u00e4hrlich ist."},"content":{"rendered":"<p>Gerade erschien eine <a href=\"\/upload\/pdf\/120207_scheitert_der_euro.pdf\">Studie [PDF &ndash; 1 MB]<\/a> der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Thema &bdquo;Scheitert der Euro?&ldquo;, die Sie zur Aufkl&auml;rung &uuml;ber das Versagen der Verantwortlichen und &uuml;ber die L&ouml;sung der gravierenden Probleme nutzen k&ouml;nnten. Sie k&ouml;nnen die Studie hier bestellen: info.ipa@fes.de  oder selbstverst&auml;ndlich elektronisch weiterleiten bzw. ausdrucken. Es folgen in Abschnitt A. Informationen zum Inhalt der Studie von Klaus Busch. In Abschnitt B. versuche ich mit ein paar wenigen Anmerkungen zu erkl&auml;ren, wie die Verantwortlichen ihre sch&ouml;ne Scheinwelt zu erzeugen verm&ouml;gen. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Abschnitt A.<\/strong><br>\nWir zitieren einfach die Originalfassung der Zusammenfassung der Studie <\/p><p><strong>&bdquo;Scheitert der Euro?<\/strong><br>\nStrukturprobleme und Politikversagen bringen Europa an den Abgrund&ldquo;<br>\n<em>KLAUS BUSCH<\/em> vom Februar 2012:<\/p><ol type=\"a\">\n<li>Die Defizite des Maastrichter Vertrages und die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf die Staatsschulden sind als die entscheidenden Ursachen der Eurokrise zu betrachten.<\/li>\n<li>Krisen versch&auml;rfend wirkt sich ein mehrfaches Politikversagen aus. Es gr&uuml;ndet in der Wirtschaftsphilosophie des Sparprimats, die die Anpassungsprogramme in Griechen&shy;land und Portugal, aber auch die H&auml;rtung des Stabilit&auml;tspakts sowie die im Dezember beschlossene &raquo;Fiskalunion&laquo; bestimmt. Die falsche &raquo;Therapie des harten Sparens&laquo; beschert Europa zu Beginn des Jahres 2012 eine Rezession, welche die Schuldenkrise weiter vertiefen wird.<\/li>\n<li>Als weiterer Kardinalfehler der Politik erweist sich der im Juli 2011 beschlossene Schuldenschnitt f&uuml;r Griechenland. Seitdem sind die Finanzm&auml;rkte au&szlig;er Rand und Band. Die nachfolgenden Gipfel trugen durch das Verweigern einer massiven Inter&shy;vention der EZB (Bazooka) sowie die st&uuml;mperhafte Hebelung von EFSF und ESM we&shy;der zu einer kurzfristigen noch zu einer mittelfristigen L&ouml;sung der Krise bei.<\/li>\n<li>Die Analyse ergibt, dass nur durch L&ouml;sungsschritte jenseits von Maastricht, wie einer neuen Wachstumsstrategie, Eurobonds, einer &Uuml;berwindung des Systems der Wettbewerbsstaaten, einer Reform der Finanzm&auml;rkte sowie einer supranationalen Europ&auml;ischen Wirtschaftsregierung die Krise dauerhaft &uuml;berwunden werden kann.<\/li>\n<\/ol><p>Die Analyse und die Vorschl&auml;ge f&uuml;r L&ouml;sungsschritte entsprechen in weitem Ma&szlig;e dem, was Sie in den vergangenen Monaten auf den NachDenkSeiten lesen konnten. Wir haben vielleicht die Auseinanderentwicklung der Wettbewerbsf&auml;higkeit und der Lohnst&uuml;ckkosten der einzelnen Euro Staaten etwas mehr betont, als es in dieser Studie geschieht. Die Differenzen sind jedoch gering. <\/p><p>Die Studie ist eine gute Zusammenfassung der Fehlkonstruktion Maastrichter Vertrag und vor allem auch der stufenweisen Fehlentscheidungen der Verantwortlichen und ihres Konzeptes zur &Uuml;berwindung der Krise im Rahmen der Logik des Maastrichter Vertrages. Es wird gezeigt, wie mit der von Angela Merkel gepr&auml;gten politischen Linie die Lage immer mehr versch&auml;rft worden ist. <\/p><p>Die Analyse geht bis zum Gipfel des Europ&auml;ischen Rates und dem dort ausgehandelten neuen Vertrag f&uuml;r die Eurozone im Dezember 2011. Sie ist also sehr aktuell.<br>\nDer Autor bezeichnet die &bdquo;Therapie des harten Sparens&ldquo; als falsch und nennt den im Juli 2011 beschlossenen Schuldenschnitt f&uuml;r Griechenland als Kardinalfehler. Damit wird nicht nur Angela Merkel, sondern auch manche linke Stimme kritisch betrachtet. Mit Recht.<\/p><p>Die Studie enth&auml;lt brauchbare Tabellen und Daten, zum Beispiel zu den Staatsschuldenst&auml;nden und ihrer Entwicklung seit Beginn der Finanzkrise.<\/p><p><strong>Abschnitt B.<\/strong><\/p><p><strong>Das Meisterwerk der Angela Merkel: Die Erzeugung einer Scheinwelt.<\/strong><\/p><p>Bei aller Kritik an unsere Bundeskanzlerin muss man mit Bewunderung feststellen, dass sie ihr Versagen und das Versagen der mit ihr verbundenen Personen und Gruppen meisterhaft zu verbergen vermag. Beispielhaft war dies am Montagabend im Heutejournal wieder einmal dokumentiert: eine gespenstische Sendung mit Interview des ZDF mit <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/beitrag\/video\/1561350\/Merkozy---Das-Duo-im-Interview?bc=kua884718\">Sarkozy und Merkel<\/a> und bei SpiegelOnline <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,druck-813671,00.html\">hier<\/a>.<\/p><p>Auch in vielen anderen Medien wird immer wieder vermittelt:<\/p><ul>\n<li>Deutschland ist einzigartig durch die Krise gekommen. Dass Arbeitslosenzahlen und Wachstumsziffern gesch&ouml;nt sind, spielt kaum eine Rolle.<\/li>\n<li>Das Deutschland von der Agenda 2010 bis zu den angeblichen Sparerfollgen wird als Modell verkauft.<\/li>\n<li>Obwohl das Scheitern der Spar-Versuche im Fall Griechenlands offenbar geworden ist und selbst Deutschland kein Vorbild an Haushaltsdisziplin darstellt, wird Deutschland als Modell dargestellt.<\/li>\n<\/ul><p>Die Methoden der Meinungsmache sind nicht neu, aber professionell eingesetzt:<\/p><ol type=\"a\">\n<li>&Uuml;bertreibung ist eine bew&auml;hrte Methode. Man nennt das eigene Verhalten modellhaft. Selbst bei jenen, die diese Behauptung f&uuml;r &uuml;bertrieben halten, bleibt h&auml;ngen, dass die Politik so falsch nicht gewesen sein kann.<\/li>\n<li>Es ist eine bew&auml;hrte Methode, sich selbst dadurch zu erh&ouml;hen, dass man andere niedermacht. Im konkreten Fall ist das gedem&uuml;tigte und immer wieder kritisierte Griechenland der Hintergrund, auf dem Deutschland (und &uuml;brigens begrenzt auch Frankreich) als Vorbild erscheinen. Man wertet diesen Vorgang vermutlich nicht falsch, wenn man darin reine Wahltaktik vermutet.<\/li>\n<li>Dazu geh&ouml;rt offenbar auch eine grobe Sprache, ein spezieller Jargon und ein nicht mehr partnerschaftlicher Umgang mit anderen V&ouml;lkern. Zum Beispiel: &bdquo;Die Griechen m&uuml;ssen endlich liefern.&ldquo; Interessant auch, wie der Umgangston von Medien aufgenommen wird. Z.B. hier bei SpiegelOnline: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,813451,00.html\">Euro-Retter nehmen Griechen in die Mangel<\/a>&ldquo;. In konservativen Kreisen ist dieser Umgangston &uuml;brigens nicht neu. So &auml;hnlich gingen sie in den f&uuml;nfziger Jahren mit den Russen und den Polen um.<\/li>\n<li>Es ist eine alte und bew&auml;hrte Methode, zur Feier der eigenen Glorie Testimonials zu bem&uuml;hen, also Zeugen, die best&auml;tigen, wie gro&szlig;artig man ist. Im konkreten Fall haben Merkel und Sarkozy offensichtlich verabredet, dass sie gegenseitig die Funktion des Testimonials &uuml;bernehmen, sich also gegenseitig hoch loben. Ein einfaches und billiges Prinzip. Aber wirkungsvoll.<\/li>\n<li>Ohne Unterst&uuml;tzung eines gro&szlig;en Teils der Medien ist der Aufbau der Scheinwelt nicht m&ouml;glich gewesen. Es wird immer deutlicher, dass es kaum noch kritische Medien in Deutschland gibt. Angela Merkel ist die Verpflichtung der meisten Medien als Unterst&uuml;tzer inzwischen noch besser gelungen, als dies Kohl geschafft hatte. Es gibt kaum noch linksliberale Medien. Man hat den Eindruck, die Mehrheit richtet sich jetzt schon auf den Wahlkampf 2013 ein und befolgt die Grundlinien der Merkelschen Strategie.<\/li>\n<\/ol><p><strong>Die Folgen f&uuml;r uns:<\/strong><br>\nWie leider immer wieder zu beklagen ist: Auf Versagen und Fehlverhalten folgen keine Sanktionen mehr; die politischen Entscheidungen werden immer schlechter; im konkreten Fall kann das sehr gef&auml;hrlich werden, wenn der Euro scheitert. Selbst dann aber sind Frau Merkel und Herr Sarkozy fein raus. Dann sind ja die Griechen schuld, die nicht geliefert haben. Oder sp&auml;ter die Portugiesen, die Italiener, die Spanier. Wer auch noch folgen wird, wenn der Euro im Falle Griechenlands gescheitert ist und die Spekulanten neues Blut riechen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade erschien eine <a href=\"\/upload\/pdf\/120207_scheitert_der_euro.pdf\">Studie [PDF &ndash; 1 MB]<\/a> der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Thema &bdquo;Scheitert der Euro?&ldquo;, die Sie zur Aufkl&auml;rung &uuml;ber das Versagen der Verantwortlichen und &uuml;ber die L&ouml;sung der gravierenden Probleme nutzen k&ouml;nnten. Sie k&ouml;nnen die Studie hier bestellen: info.ipa@fes.de oder selbstverst&auml;ndlich elektronisch weiterleiten bzw. ausdrucken. Es folgen in Abschnitt A. Informationen zum Inhalt<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12152\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[180,156,11],"tags":[423,315,736,851],"class_list":["post-12152","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-europaeische-vertraege","category-schulden-sparen","category-strategien-der-meinungsmache","tag-austeritaetspolitik","tag-merkel-angela","tag-sarkozy-nicolas","tag-schuldenschnitt"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12152","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12152"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12152\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24629,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12152\/revisions\/24629"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12152"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12152"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12152"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}