{"id":122113,"date":"2024-09-28T13:00:05","date_gmt":"2024-09-28T11:00:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=122113"},"modified":"2024-09-27T16:06:10","modified_gmt":"2024-09-27T14:06:10","slug":"auf-allen-weltmeeren-zu-hause","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=122113","title":{"rendered":"Auf allen Weltmeeren zu Hause"},"content":{"rendered":"<p>Die Philippinen, die zusammen mit dem s&uuml;dlichen Nachbarn Indonesien das insulare S&uuml;dostasien bilden, waren stets eine Nation von Seefahrern. &Uuml;berliefert ist die Geschichte des Enrique Melaka (auch Enrique von Malakka), der ein Sklave, Diener und Dolmetscher von Ferdinand Magellan war, als dieser sich anschickte, vor reichlich 500 Jahren im Dienste der spanischen Krone die legend&auml;ren Gew&uuml;rzinseln zu entdecken. F&uuml;nf Jahrhunderte nach all diesen Ereignissen f&uuml;hrte <strong>Rainer Werning<\/strong> f&uuml;r die NachDenkSeiten Mitte Mai in Br&uuml;ssel ein Gespr&auml;ch mit dem philippinischen Seemannspastor <strong>June Mark Ya&ntilde;ez<\/strong> (45), der langj&auml;hriger Hafenkaplan in Hamburg und Rostock war und seit 2022 im belgischen Antwerpen arbeitet.<br>\n<!--more--><br>\nEnrique, so der ihm von Magellan gegebene Name, stammte von der malaiischen Halbinsel, nach anderen Angaben aus Sumatra oder aus jener Region, die die Spanier sp&auml;ter die Philippinen tauften. Auf den Reisen dolmetschte Enrique u.a. zwischen den Bewohnern der zentralphilippinischen Visayas-Inselgruppe und den Spaniern. Nach Magellans gewaltsamem Tod im April 1521 auf Mactan, wo sich heute mit dem internationalen Flughafen Cebu der zweitgr&ouml;&szlig;te Airport der Philippinen befindet, w&auml;re Enrique, dem Testament Magellans entsprechend, frei gewesen. Doch der neue Kapit&auml;n Juan Sebasti&aacute;n Elcano setzte Enrique weiterhin als Dolmetscher ein. Dieser r&auml;chte sich, indem er ein blutiges Bankett mit dem cebuanischen F&uuml;rsten Rajah Humabon mitplante, bei dem &uuml;ber 20 europ&auml;ische Teilnehmer get&ouml;tet wurden. So viel ist historisch verb&uuml;rgt &ndash; dank der minuti&ouml;sen Aufzeichnungen des italienischen Bordchronisten Antonio Pigafetta.<\/p><p><strong>Rainer Werning: Wo sind Sie geboren und aufgewachsen?<\/strong><\/p><p><strong>June Mark Ya&ntilde;ez<\/strong>: Ich bin in Cagayan de Oro City im Norden der s&uuml;dphilippinischen Insel Mindanao geboren und dort auch aufgewachsen.<\/p><p><strong>Was waren pr&auml;gende Erlebnisse in Ihrer Zeit als Jugendlicher?<\/strong><\/p><p>Als Jugendlicher hat mich die intensive &ouml;kumenische Bewegung tief gepr&auml;gt &ndash; vor allem die Zusammenarbeit der Kirchen mit Menschen, die sich aktiv f&uuml;r die Umwelt und soziale Gerechtigkeit engagieren.<\/p><p><strong>Was studierten Sie, und wie kamen Sie dazu, sich ausgerechnet f&uuml;r Seeleute zu interessieren?<\/strong><\/p><p>Ich habe Philosophie studiert &ndash; nebst vielen anderen Dingen, die ich sowohl auf der Stra&szlig;e als auch in der Kirche lernte. Ehrlich gesagt habe ich in fr&uuml;hen Jahren weder Ahnung &uuml;ber noch Interesse f&uuml;r Seeleute gehabt. Innerhalb der Kirche als auch in der Gesellschaft wurden Seeleute als vergleichsweise reiche Menschen angesehen. Mein Bild von Seeleuten &auml;nderte sich geh&ouml;rig, als ich im Zuge eines Austauschprogramms zwischen der Iglesia Filipina Independiente[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>] und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland beziehungsweise der Nordkirche im Jahr 2015 nach Deutschland kam. Dort arbeitete ich f&uuml;nf Jahre lang als sogenannter Port Chaplain (Hafenkaplan) in Hamburg und zwei Jahre in Rostock, wo meine T&auml;tigkeit von der lokalen Dependance der Deutschen Seemannsmission[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">**<\/a>] finanziert wurde.<\/p><p>In beiden St&auml;dten hatte ich enge Kontakte zu den Seeleuten. Ich redete sehr viel mit ihnen, besuchte sie ausgiebig an Bord ihrer Schiffe sowie in Clubs eigens f&uuml;r Seeleute und, wenn sie einige Zeit im Krankenhaus verbringen mussten. Auf diese Weise lernte ich jenseits idealisierender Vorstellungen die mitunter harte und dunkle Realit&auml;t des Lebens auf See kennen.<\/p><p><strong>Philippinische Seeleute sind heute auf allen Weltmeeren anzutreffen. Wie ist das zu erkl&auml;ren, seit wann und aus welchen Gr&uuml;nden geschah das?<\/strong><\/p><p>W&auml;hrend der weltweiten Wirtschaftskrise Ende der 1970er-Jahre propagierte unsere Regierung, dass zahlreiche Filipinos ins Ausland gehen sollten, um die Arbeitslosigkeit daheim zu &uuml;berwinden und die philippinische Wirtschaft zu st&auml;rken. Es war dies kein schlechtes Timing, zumal in zahlreichen St&auml;dten im Ausland ein gro&szlig;er Mangel an billigen Arbeitskr&auml;ften herrschte &ndash; auch in Europa. Seitdem hat unsere Regierung etliche Beh&ouml;rden gegr&uuml;ndet, die sich auf die Bed&uuml;rfnisse und Anforderungen eines solchen Arbeitsmarkts einstellten. So entstand beispielsweise der <em>Overseas Employment Development Board<\/em>, dessen Kernanliegen erkl&auml;rterma&szlig;en darin besteht, &bdquo;die Besch&auml;ftigung philippinischer Arbeitnehmer im Ausland durch ein umfassendes Marktf&ouml;rderungs- und Entwicklungsprogramm&ldquo; zu unterst&uuml;tzen. Unter dieses Programm fiel auch die Seefahrt beziehungsweise die F&ouml;rderung von Seeleuten.<\/p><p>1980 wurde der <em>National Seamen&rsquo;s Board<\/em> mit dem Ziel aus der Taufe gehoben, &bdquo;ein umfassendes Programm f&uuml;r im Ausland besch&auml;ftigte philippinische Seeleute zu entwickeln und zu unterhalten&ldquo;. Seeleute wurden auf diese Weise zu einem wichtigen &bdquo;Auslandsprodukt&ldquo;. Bis jetzt ist die Seefahrt einer der gr&ouml;&szlig;ten und lukrativsten Handelszweige der Philippinen. Zusammen mit allen anderen &Uuml;berseearbeitern, den sogenannten <em>Overseas Filipino Workers (OFW),<\/em> belaufen sich ihre Auslands&uuml;berweisungen in die Philippinen auf ungef&auml;hr zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Um die Arbeit der Seeleute wertzusch&auml;tzen, werden auch sie daheim als &bdquo;Helden&ldquo; gepriesen, denen zu Ehren an jedem 5. Juni im Jahr eigens ein Nationaler Tag f&uuml;r Seeleute <em>(Day for Filipino Seafarers) <\/em>abgehalten wird.<\/p><p>Auf der anderen Seite ist das Leben in den Philippinen f&uuml;r viele Menschen nach wie vor sehr hart. Armut ist allgegenw&auml;rtig und die Arbeitslosigkeit ist hoch. Die Seefahrt bietet deshalb eine gute Chance, der Misere zu entfliehen. F&uuml;r viele &ndash; vor allem M&auml;nner &ndash; ist sie die einzige M&ouml;glichkeit, eine bessere Lebensqualit&auml;t f&uuml;r ihre Familie zu erm&ouml;glichen. In diesem Kontext wird verst&auml;ndlich, warum viele Filipinos zur See wollen und dass sie dabei in Kauf nehmen, L&ouml;hne angeboten zu bekommen, die im Vergleich zu Kollegen aus Europa sehr niedrig sind. Dennoch sind die gezahlten L&ouml;hne immerhin drei- bis viermal h&ouml;her als das, was ein Seemann in den Philippinen verdient.<\/p><p><strong>Wie ist da die Gehaltsstaffelung: Was verdient ein Pinoy-Seemann[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">***<\/a>] durchschnittlich beim Einstieg, und was sind die Topgeh&auml;lter hoch qualifizierter Seeleute?<\/strong><\/p><p>Es gibt eine sehr breite Gehaltsstaffelung, was insbesondere Offiziere und Nicht-Offiziere betrifft. Ein Kapit&auml;n beispielsweise kriegt ungef&auml;hr 500.000 Peso oder rund 8.500 US-Dollar pro Monat. Als Einsteiger verdient ein philippinischer Seemann etwa 40.000 Peso oder zirka 860 monatlich. Die durchschnittliche Entlohnung eines philippinischen Seemanns im Ausland betr&auml;gt etwa 100.000 Peso oder etwa 1.700 US-Dollar. In den Philippinen z&auml;hlen Seeleute zu den zehn bestverdienenden Arbeitern.<\/p><p><strong>Wie viele Pinoy-Seeleute gibt es heute weltweit?<\/strong><\/p><p>Im Jahr 2022 waren laut offiziellen Angaben 385.240 philippinische Seeleute im Ausland t&auml;tig. Das entspricht nahezu einem Viertel aller weltweit besch&auml;ftigten Seeleute.<\/p><p><strong>Was sind deren gr&ouml;&szlig;te Schwierigkeiten und Probleme?<\/strong><\/p><p>Trotz der allgemein lukrativen und stabilen Lage der Seefahrt auf dem Arbeitsmarkt findet sich ein normaler philippinischer Seemann h&auml;ufig in einer prek&auml;ren Situation. Das betrifft u.a. die geringe Ausbildungsqualit&auml;t f&uuml;r Offiziere; die Mehrheit der philippinischen Seeleute sind Nicht-Offiziere, was im Klartext bedeutet, dass sie lediglich &uuml;ber befristete Arbeitsvertr&auml;ge verf&uuml;gen; am Ende eines sechs- bis neunmonatigen Arbeitsvertrags besteht keinerlei Garantie zur Wiederanstellung. Die Resultate kann man sich leicht ausmalen: Es bestehen Ausbeutungsverh&auml;ltnisse und unfaire Arbeitsverh&auml;ltnisse, vor allem bei tempor&auml;rem Arbeitskr&auml;fte&uuml;berangebot. Zus&auml;tzlich gibt es Diskriminierung nach Alter und Gesundheitszustand. Viele dieser Probleme sind Ausdruck der unregulierten Macht von Besch&auml;ftigungsagenturen in den Philippinen.<\/p><p>Weil sie Angst haben, ihre Arbeit zu verlieren, k&auml;mpfen philippinische Seeleute oft nicht gegen:<\/p><ul>\n<li>Gewalt (k&ouml;rperliche wie verbale)<\/li>\n<li>Ablehnung von Freizeitm&ouml;glichkeiten<\/li>\n<li>Arbeits&uuml;berlastung<\/li>\n<li>rassistisch begr&uuml;ndete Diskriminierung an Bord<\/li>\n<li>unbezahlte &Uuml;berstunden oder Unterbezahlung<\/li>\n<li>unmenschliche Behandlung (an Bord wie auch im Krankheitsfall, oder wenn sie im Gef&auml;ngnis sitzen)<\/li>\n<\/ul><p>Viele Seeleute leiden, gerade weil sie in solchen Problemlagen keine Ansprechpartner haben, an psychischen oder seelischen Erkrankungen. Auch kommt es zu Depressionen und Suizidversuchen.<\/p><p><strong>Wie sah eigentlich konkret ihre Lage w&auml;hrend der Corona-Zeit aus?<\/strong><\/p><p>W&auml;hrend der Corona-Zeit nahmen die Probleme der Seeleute in hohem Ma&szlig;e zu. Sie vereinsamten, waren auf sich allein gestellt, ohne sich Hilfspersonen anvertrauen zu k&ouml;nnen. Viele Seeleute durchlitten Depressionen und neigten in einigen F&auml;llen zu Selbstmord. Die allermeisten von ihnen hatten w&auml;hrend dieser Zeit keine Gelegenheit, von Bord zu gehen und so etwas wie Rekreation zu erleben; ganz zu schweigen davon, dass sie nicht nach Hause kommen konnten &ndash; man war f&uuml;r ein Jahr oder l&auml;nger buchst&auml;blich gestrandet! Angesichts des engen famili&auml;ren Zusammenhalts in den Philippinen bedeutete das nachgerade eine extrem hohe Stresssituation f&uuml;r alle Beteiligten.<\/p><p><strong>Was unternimmt die philippinische Regierung, um die eigenen Seeleute zu sch&uuml;tzen und ihre Lage zu verbessern?<\/strong><\/p><p>Die philippinische Regierung und die Beh&ouml;rden in den Philippinen sind, wie auch die Mehrheit der Bev&ouml;lkerung, schlichtweg &bdquo;seeblind&ldquo;. Sie betrachten die im Ausland arbeitenden Seeleute als Melkk&uuml;he und wollen so viel Geld wie m&ouml;glich aus ihnen herauspressen. Ich war im letzten Jahr in den Philippinen und hatte ausreichend Gelegenheit, mich u.a. im Hafen von Manila umzuschauen. Ich habe mit Leuten aus der Seemannsmission, von <em>Manning Agencies<\/em> sowie Personal des ITF (einer internationalen Gewerkschaft) gesprochen. Alle versicherten mir, dass die Regierung nichts f&uuml;r Seeleute tut, die im Hafen von Manila ankommen. Das Schlimmste ist allerdings, dass es dort von Beamten wimmelt, die die Hand aufhalten.<\/p><p><strong>Sind Sie in Ihrer Arbeit Rassismus begegnet &ndash; falls ja, in welcher Form?<\/strong><\/p><p>Ja. In den meisten F&auml;llen f&uuml;hlen sich die Seeleute &bdquo;kleingemacht&ldquo; &ndash; vor allem seitens russischer und ukrainischer Offiziere, die sie entweder misshandeln und beschimpfen oder sich &uuml;ber sie lustig machen. Beim Essen werden h&auml;ufig ihre Pr&auml;ferenzen missachtet oder ihre Esskultur verspottet &ndash; vornehmlich seitens griechischer oder italienischer Chefs. Dann kommt es auch vor, dass nur philippinische Seeleute nicht an Land gehen d&uuml;rfen, um ihre Freizeit zu genie&szlig;en &ndash; was nat&uuml;rlich im Fall ihrer europ&auml;ischen Kollegen nicht der Fall ist. Die gr&ouml;&szlig;te Form der Ungleichheit und Ungleichbehandlung besteht nach wie vor in der Bezahlung; f&uuml;r genau die gleiche Arbeit werden Filipinos im Vergleich zu europ&auml;ischen Seeleuten schlechter bezahlt.<\/p><p>Pers&ouml;nlich begegnete ich zum Gl&uuml;ck keinem Rassismus. Bislang wurde ich so behandelt wie meine anderen europ&auml;ischen Hafenkapl&auml;ne oder Port-Chaplain-Kollegen auch.<\/p><p><strong>Wie muss sich ein Au&szlig;enstehender Ihren Tagesablauf vorstellen?<\/strong><\/p><p>Unsere Arbeit ist wesentlich Sozialarbeit (&bdquo;welfare service&ldquo;). Dar&uuml;ber hinaus sch&ouml;pfen wir als in der Seemannsmission t&auml;tige Personen aus der Quelle unseres christlichen Glaubens &ndash; das letztlich motiviert uns und unser Tun. Christus ist in erster Linie auf der Seite von Menschen, die an den R&auml;ndern der Gesellschaft stehen und die von anderen schlecht angesehen sind &ndash; darunter fallen eben auch Seeleute. Obwohl sie viel f&uuml;r uns alle arbeiten &ndash; immerhin erfolgen etwa 90 Prozent des internationalen G&uuml;ter- und Handelsverkehrs auf dem Seeweg &ndash;, werden sie h&auml;ufig nicht gesch&auml;tzt. Wir sind daf&uuml;r da, ihnen respektvoll beizustehen und sie in ihrer W&uuml;rde zu unterst&uuml;tzen.<\/p><p>Mein Tagesablauf? Zun&auml;chst bereite ich mich vor, indem ich Satellitenbilder studiere und mich um die Schiffsliste k&uuml;mmere, damit ich wei&szlig;, welche Schiffe in meinem Hoheitsgebiet einlaufen. Die neu angekommenen Schiffe genie&szlig;en Priorit&auml;t. Sie haben Vorrang, was meine Schiffsbesuche und die jeweilige Besatzungsbetreuung betrifft. Ich schaue mir sodann ihre Nationalit&auml;ten an, um sie mit entsprechenden Zeitungen zu versorgen. Ich besorge mir all jene Dinge, die ich f&uuml;r solche Besuche brauche &ndash; SIM-Karten, Bibeln, Bibeltexte zum Nachdenken, Magazine usw. An Bord verteile ich das unter den Leuten. Dann rede ich mit der Besatzung, um ihre Anliegen zu erfahren und entsprechend zu handeln. Manchmal sind es geistliche Belange, manchmal praktische Alltagsdinge und mitunter auch arbeitsrechtliche Probleme. In solchen F&auml;llen kontaktieren wir sozial engagierte Gewerkschafter oder schalten die jeweilige Hafenbeh&ouml;rde ein.<\/p><p>An manchen Tagen nehme ich an Meetings mit anderen Kollegen teil, um uns &uuml;ber aktuell anstehende Probleme und dergleichen auszutauschen. Liegt ein Seemann im Krankenhaus, stimmen wir uns sofort untereinander ab, wer Krankenbesuche absolviert und sich angemessen um die Belange der betroffenen Personen k&uuml;mmert.<\/p><p>In den Seemannsclub gehe ich, wenn dort Not am Mann herrscht, um auszuhelfen oder auch Busfahrten zu koordinieren &ndash; wir bieten n&auml;mlich einen Shuttle-Service an, der die Seeleute kostenlos zum Club bef&ouml;rdert. Das sind dann Augenblicke, in denen ich mit Seeleuten intensiv ins Gespr&auml;ch komme und viel &uuml;ber deren private Angelegenheiten, N&ouml;te und Sorgen erfahre.<\/p><p>An bestimmten Tagen feiere ich mit gesch&auml;tzten Kollegen Gottesdienste an Bord oder in Seemannsclubs. <\/p><p><em>[P.S.: Dabei wird es an freudvollen Momenten und ausgelassener Unterhaltung nicht mangeln; mein Gespr&auml;chspartner ist ein ebenso guter S&auml;nger wie begabter Gitarrenspieler. Kein Wunder: Viele seiner musikalisch begnadeten Landsleute spielen als gesch&auml;tzte Musikbands auf internationalen Kreuzfahrtschiffen und in den Nobelhotels dieser Welt &ndash; RW]<\/em><\/p><p><small>Titelbild: Aerial_View\/shutterstock.com<\/small><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] Die Iglesia Filipina Independiente (IFI) entstand unter der F&uuml;hrung des Priesters und Freiheitsk&auml;mpfers Gregorio Aglipay als eine Art Nationalkirche der Philippinen. Sie propagierte die kulturelle Unabh&auml;ngigkeit vom spanischen Kolonialjoch und kritisierte offen die Missst&auml;nde der spanisch dominierten r&ouml;misch-katholischen Amtskirche. Als Aglipay 1899 exkommuniziert wurde, konstituierte sich die IFI offiziell im Jahr 1902 und lehnte die Autorit&auml;t des Papstes ebenso ab wie den Z&ouml;libat. Bis heute ist die IFI eine sozial engagierte Kirche, deren Bisch&ouml;fe und Mitglieder mitunter harscher politischer Verfolgung und Repression ausgesetzt sind. &ndash; Siehe u.a.: <a href=\"https:\/\/www.nordkirche-weltbewegt.de\/partnerorganisation-iglesia-filipina-independiente\/\">nordkirche-weltbewegt.de\/partnerorganisation-iglesia-filipina-independiente\/<\/a> &amp; Franz Segbers &amp; Peter-Ben Smit (Hrsg.): Katholisch in Zeiten der Globalisierung. Erinnerung an den M&auml;rtyrerbischof Alberto Ramento, den Bischof der Arbeiter und Bauern. Luzern 2010: Edition Exodus sowie Rainer Werning: &bdquo;Wir sind die Stimmen der Stummen&ldquo;: Ein Gespr&auml;ch mit Antonio N. Ablon. &Uuml;ber die Arbeit als Bischof in der Unabh&auml;ngigen Philippinischen Kirche und die Repressionen von Staat und Milit&auml;r, in: Wochenendbeilage von <em>Junge Welt<\/em> (Berlin) am 12. Oktober 2019, S. 1 &amp; 2.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;**<\/a>] Die Deutsche Seemannsmission e.V. ist eine evangelische Seelsorge- und Sozialeinrichtung f&uuml;r Seeleute, die in &uuml;ber 30 Stationen im In- und Ausland t&auml;tig ist. Die Gesch&auml;ftsstelle befindet sich in Hamburg und der Vereinssitz ist Bremen &ndash; <a href=\"https:\/\/seemannsmission.org\/\">seemannsmission.org<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;***<\/a>] &bdquo;Pinoy&ldquo; ist die ebenso gebr&auml;uchliche wie liebevolle Bezeichnung von Filipinos und Filipinas untereinander.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Philippinen, die zusammen mit dem s&uuml;dlichen Nachbarn Indonesien das insulare S&uuml;dostasien bilden, waren stets eine Nation von Seefahrern. &Uuml;berliefert ist die Geschichte des Enrique Melaka (auch Enrique von Malakka), der ein Sklave, Diener und Dolmetscher von Ferdinand Magellan war, als dieser sich anschickte, vor reichlich 500 Jahren im Dienste der spanischen Krone die legend&auml;ren<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=122113\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":122114,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[209,20],"tags":[1740,1364,1971,826,2448,1781,2604,687],"class_list":["post-122113","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-interviews","category-landerberichte","tag-arbeitsbedingungen","tag-depressionen","tag-philippinen","tag-rassismus","tag-schifffahrt","tag-sozialarbeit","tag-stress","tag-ungleichheit"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Shutterstock_2511270275-Kopie.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/122113","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=122113"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/122113\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":122163,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/122113\/revisions\/122163"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/122114"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=122113"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=122113"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=122113"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}