{"id":12266,"date":"2012-02-17T17:41:48","date_gmt":"2012-02-17T16:41:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12266"},"modified":"2015-01-18T15:32:17","modified_gmt":"2015-01-18T14:32:17","slug":"ams-wochenruckblick-bestimmender-eindruck-beim-ruckblick-auf-diese-woche-die-regierenden-arbeiten-hart-und-erfolgreich-am-ruin-unseres-ansehens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12266","title":{"rendered":"AMs Wochenr\u00fcckblick. Bestimmender Eindruck beim R\u00fcckblick auf diese Woche : Die Regierenden arbeiten hart und erfolgreich am Ruin unseres Ansehens."},"content":{"rendered":"<p>Wenn man wie ich als junger Mensch (1961, also 15 Jahre nach der Naziherrschaft in Griechenland) die Gastfreundschaft der Griechen genossen hat, wenn man mit erlebt hat, wie engagiert deutsche Politiker (Es waren Brandt, Ehmke und andere Sozialdemokraten) den Griechen geholfen haben, sich vom Regime der Obristen zu befreien und wenn man bedenkt, dass fr&uuml;her nahezu alle Verantwortlichen &ndash; von Kanzler Adenauer (CDU) bis Bundespr&auml;sident Heinemann, Kanzler Brandt und Schmidt (alle SPD) sich bem&uuml;ht haben, unseren Ruf in der Welt auf friedliche und freundliche Weise zu verbessern und viele von uns, Touristen und Wirtschaft, davon auch profitiert haben, dann kann man ermessen, was f&uuml;r Typen uns heute vertreten und was sie Schlimmes anrichten. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><br>\nUnsere Kinder und Enkel werden nicht mehr so willkommen sein. In vielen Teilen Europas wird man uns scheel ansehen. Merkel, Sch&auml;uble, Westerwelle werden uns teuer zu stehen kommen.<\/p><ol>\n<li><strong>Ein befreundetes Volk erniedrigen, Menschen noch &auml;rmer machen, als sie ohnehin sind, um Deutschlands &ouml;ffentliche Meinung zu befriedigen &ndash; kann das wahr sein?<\/strong>\n<p>Es ist wahr und deshalb gebrauche ich den Begriff Typen ohne G&auml;nsef&uuml;&szlig;chen. Im Hinweis Nummer 1c vom 14. Februar haben wir auf einen Artikel im Telegraph vom 12.2.2012 aufmerksam gemacht (Deutschlands karthagische Bedingungen f&uuml;r Griechenland, Quelle: <a href=\"http:\/\/www.telegraph.co.uk\/finance\/comment\/ambroseevans_pritchard\/9077586\/Germanys-Carthaginian-terms-for-Greece.html\">The Telegraph<\/a>) In diesem Artikel wird von einem Gespr&auml;ch des deutschen Finanzministers Sch&auml;uble mit seinem portugiesischen Kollegen berichtet. Es folgt gleich das englische Original-Zitat aus dem Telegraph und dann der Kern auf Deutsch:<\/p>\n<blockquote><p>It is clear that Germany&rsquo;s finance minister Wolfgang Sch&auml;uble wishes to expel Greece from the euro, calculating that Euroland is now strong enough to withstand contagion, and that the European Central Bank&rsquo;s `Draghi bazooka&rsquo; for lenders has eliminated the risk of a financial collapse.<br>\n&ldquo;We can&rsquo;t keep sinking billions into a bottomless pit,&rdquo; he said on Friday.<br>\nEarlier he was caught on camera telling his Portuguese colleague that Lisbon can expect softer terms on its rescue package but only once Europe has dealt harshly enough with Greece to satisfy German public opinion.<\/p><\/blockquote>\n<p>Sch&auml;uble setzt auf den Hinauswurf Griechenlands aus der Eurozone und hat gegen&uuml;ber seinem portugiesischen Kollegen gesagt, Portugal k&ouml;nne mit sanfteren Bedingungen zur finanziellen Rettung rechnen, aber dies erst, wenn Europa mit Griechenland harsch genug umgegangen ist, <strong>um auf diese Weise die deutsche &ouml;ffentliche Meinung zu befriedigen<\/strong>.<\/p>\n<p>Ein solcher Umgang zwischen V&ouml;lkern ist unertr&auml;glich. Er widerspricht v&ouml;llig einem nur ansatzweise guten Geist innerhalb Europas. Dieser Umgang ver&auml;ndert die Atmosph&auml;re zwischen den V&ouml;lkern Europas.<br>\nIm konkreten Fall ist die Argumentation von Sch&auml;uble besonders absurd, weil die angesprochene deutsche &ouml;ffentliche Meinung ja vorher von den Verantwortlichen in der Politik und einigen Medien wie vor allem der Bild-Zeitung und SpiegelOnline so gemacht worden ist. Die aggressive Haltung gegen&uuml;ber Griechenland, die man in der Tat bei vielen Menschen findet, ist nicht vom Himmel gefallen. Sie ist gemacht.<\/p>\n<p>&Uuml;brigens: Dass Sch&auml;uble die &Auml;u&szlig;erung getan hat, ist glaubhaft. Vergangenen Samstag traf ich einen CDU Bundestagsabgeordneten, der genau so argumentierte. Offensichtlich ist das die g&auml;ngige M&uuml;nze in den Kreisen der Unionsfraktion.<\/p>\n<p>Bei ein bisschen Nachdenken erinnert mich die spie&szlig;ige Arroganz von Merkel, Kauder, Sch&auml;uble, R&ouml;sler, Westerwelle usw. an den Umgang des rechts-konservativen Teils unserer Gesellschaft in den f&uuml;nfziger und beginnenden sechziger Jahren mit den Polen, den Russen, den Tschechen, &hellip; Damals hat man genauso wie heute sich selbstgef&auml;llig &uuml;berh&ouml;ht und dadurch gr&ouml;&szlig;er gemacht, dass man andere erniedrigte und ihnen aggressiv begegnete. Damals noch vermischt mit einem geh&ouml;rigen Schuss Antikommunismus. Dass diese V&ouml;lker unter Deutschen extrem gelitten haben, spielte bei der Urteilsbildung genauso wenig eine Rolle, wie heute der Terror der Nazis und der Deutschen gegen&uuml;ber dem griechischen Volk.<\/p>\n<p>(<strong>Erg&auml;nzung am 19.02.2012<\/strong> <a href=\"?p=12271\">siehe hier<\/a>)\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Das Auftreten der Regierenden in Berlin vermindert in der jetzigen Situation offensichtlich nicht ihren Einfluss in Br&uuml;ssel<\/strong>\n<p>Ein Zeichen daf&uuml;r ist die Bewunderung f&uuml;r das deutsche Modell. Jens Berger ging am 15. Februar 2012 darauf ein: <a href=\"?p=12236\">Fatale Weichenstellung &ndash; Br&uuml;ssel erkl&auml;rt das deutsche Modell zum Vorbild f&uuml;r Europa<\/a><\/p>\n<p>Die ideologische N&auml;he der Br&uuml;sseler F&uuml;hrung zur deutschen Spar- und Reformpolitik ist offenbar sehr gro&szlig;. Das wissen wir zwar, aber wir verdr&auml;ngen das manchmal hinter der Einsicht, von Europa nicht lassen zu wollen.<\/p><\/li>\n<li><strong>Der R&uuml;cktritt des Bundespr&auml;sidenten als Schlusspunkt der Arbeitswoche<\/strong>\n<p>Christian Wulff verdient ein bisschen Respekt, weil er in seiner R&uuml;cktrittserkl&auml;rung etwas zur Sache gesagt hat: zur Vielfalt in unserem Land und zur Integration. Angesichts dessen wollen wir vorerst nicht mehr mit ihm hadern.<\/p>\n<p>Es wird interessant sein zu beobachten, ob der doppelte Missgriff von Frau Merkel &ndash; erst K&ouml;hler, dann Wulff  &ndash; irgendwo und irgendwie an der CDU-Vorsitzenden h&auml;ngen bleibt. Zu erwarten ist das nicht. Die Medien werden weiterhin freundlich mit Frau Merkel und ihren Resten an politischen Begabungen umgehen. Ein kleines Indiz daf&uuml;r, wie unkritisch die Medien sind: Bei SpiegelOnline tauchte heute ausgerechnet Bundesfinanzminister Sch&auml;uble als <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,815870,00.html\">einer der potentiellen Bundespr&auml;sidentenkandidaten<\/a> auf &ndash; ohne jeglichen kritischen Unterton. Das ist eine reife Leistung. <\/p>\n<p>Da in der SpiegelOnline-Liste wieder der unselige Gauck auftaucht, verweise ich wieder auf einen Text zu dieser Person und der seltsamen Strategie von SPD und Gr&uuml;nen: <a href=\"?page_id=4138#l06\">Siehe 6. der Leseproben.<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Gl&uuml;cklicherweise gibt es immer wieder Belege daf&uuml;r, dass kein Verschw&ouml;rungstheoretiker ist, wer Schlimmes vermutet, zum Beispiel zu den Hintergr&uuml;nden der Sparpolitik<\/strong>\n<p>Die Realit&auml;t ist schlimmer als die Theorie: nachtr&auml;glich wiesen wir auf eine &Auml;u&szlig;erung des &Ouml;konomen Herbert Giersch hin. Zitat aus einem Spiegelartikel zur systematisch betriebenen <a href=\"?p=12218\">Verarmung des Staates<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>Dringend, schrieb in den neunziger Jahren so ein mehr in Wirtschaftskreisen bekannter Experte, m&uuml;sse der Staat an Macht verlieren. Dagegen sei Widerstand zu erwarten. Zu l&ouml;sen sei das Problem, indem man beispielsweise Steuern senke. Man brauche &bdquo;das Diktat der leeren Kassen&ldquo;. Man brauche &bdquo;ein Defizit, das als anst&ouml;&szlig;ig gilt&ldquo;. so k&ouml;nne man den Staat beschneiden.<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><strong>Schauen Sie den Wirtschaftsverb&auml;nden auf die Finger<\/strong>\n<p>In dieser Woche haben wir darauf aufmerksam gemacht, dass der Bundesverband der Industrie (BDI) im wesentlichen Punkten nicht die Interessen der Industrie sondern die der Finanzwirtschaft <a href=\"?p=12232\">vertritt<\/a> und auch der Verband der Einzelh&auml;ndler (HDE)  vertritt in entscheidenden Fragen wie der Einsch&auml;tzung der Binnennachfrage und des Konsums <a href=\"?p=12247\">nicht die Interessen der Einzelh&auml;ndler<\/a>. Sie sind alle, auch personell, im Milieu der herrschenden Kreise eingebunden, und dieses wird stark von den Interessen der Finanzwirtschaft bestimmt.<br>\nVermutlich k&ouml;nnte man diese Beobachtung auch bei anderen Verb&auml;nden wie etwa beim Zentralverband des Deutschen Handwerks best&auml;tigt finden.<br>\nWir empfehlen Ihnen, diese Hypothesen auch bei anderen Verb&auml;nden zu pr&uuml;fen und selbst aktiv zu werden.<\/p><\/li>\n<li><strong>Am Anfang der Woche erschien Jens Bergers Buch &bdquo;Stresstest&ldquo;: Die schw&auml;bische Hausfrau als Kardinalfehler deutschen Denkens<\/strong>\n<p>Wir freuen uns &uuml;ber diesen gelungenen Start Jens Bergers als Autor und zitieren zu Ihrer Information noch einmal den Text aus den Hinweisen vom Montag:<\/p>\n<blockquote><p><strong>Angela Merkels wirtschaftspolitisches Leitbild f&uuml;hrt uns mit Vollgas in die Sackgasse<\/strong><br>\nMit ihrem Leitbild der &bdquo;schw&auml;bischen Hausfrau&ldquo; pr&auml;gt Angela Merkel das volkswirtschaftliche Denken der politischen Elite Deutschlands. Dabei eignet sich die schw&auml;bische Hausfrau denkbar schlecht als Modell, mit dem man gesamtwirtschaftliche Probleme er&ouml;rtern k&ouml;nnte. Mit der Eurokrise wurde die schw&auml;bische Hausfrau sogar zum volkswirtschaftlichen Leitbild f&uuml;r die gesamte Eurozone. Dieser Prozess ist nicht nur wirtschaftspolitisch fragw&uuml;rdig, sondern sogar brandgef&auml;hrlich &ndash; auch f&uuml;r die echte schw&auml;bische Hausfrau. Dieser Text ist ein Auszug aus dem j&uuml;ngst erschienen <a href=\"http:\/\/westendverlag.de\/westend\/buch.php?p=65\">Buch&nbsp;&ldquo;Stresstest Deutschland&rdquo;<\/a>&nbsp;des Redakteurs der&nbsp;NachDenkSeiten, Herausgebers desSpiegelfechters&nbsp;und Telepolis-Autoren&nbsp;Jens Berger.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/36\/36405\/1.html\">Auszug auf Telepolis<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung: Heiner Flassbeck &uuml;ber Bergers &bdquo;Stresstest&ldquo;:<\/strong> &ldquo;Jens Berger hat ein herausragendes Buch geschrieben. Es ist gut recherchiert und der Autor argumentiert bei all den verschiedenen Themen, die er seinem Stresstest unterzieht, klar und sicher. Zu einem wirklich au&szlig;ergew&ouml;hnlich guten Buch wird es aber dadurch, dass hier die politische Analyse in umfassender Weise mit einer tragf&auml;higen &ouml;konomischen Analyse verkn&uuml;pft wird. Nur wer die wirtschaftlichen Fehler des Mainstream versteht, kann politisch wirklich relevante Schlussfolgerungen ziehen.&rdquo;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Weiter Informationen und Bestellm&ouml;glichkeiten <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/stresstest-deutschland-wie-gut-sind-wir-wirklich\">finden Sie hier<\/a>.<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man wie ich als junger Mensch (1961, also 15 Jahre nach der Naziherrschaft in Griechenland) die Gastfreundschaft der Griechen genossen hat, wenn man mit erlebt hat, wie engagiert deutsche Politiker (Es waren Brandt, Ehmke und andere Sozialdemokraten) den Griechen geholfen haben, sich vom Regime der Obristen zu befreien und wenn man bedenkt, dass fr&uuml;her<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12266\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[139,22,156],"tags":[339,315,440,448],"class_list":["post-12266","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-euro-und-eurokrise","category-europaische-union","category-schulden-sparen","tag-chauvinismus","tag-merkel-angela","tag-schaeuble-wolfgang","tag-westerwelle-guido"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12266","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12266"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12266\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24636,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12266\/revisions\/24636"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12266"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12266"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12266"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}