{"id":122790,"date":"2024-10-10T15:00:04","date_gmt":"2024-10-10T13:00:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=122790"},"modified":"2024-10-10T13:28:27","modified_gmt":"2024-10-10T11:28:27","slug":"leserbriefe-zu-mittaeterschaft-unser-eigener-anteil-am-sukzessiven-verlust-unserer-autonomie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=122790","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eMitt\u00e4terschaft \u2013 Unser eigener Anteil am sukzessiven Verlust unserer Autonomie\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Magda von Garrel diskutiert <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=122395\">hier<\/a> &uuml;ber &bdquo;Mitt&auml;terschaft im Sinne einer von uns in ganz unterschiedlichen Bereichen und teilweise schon sehr fr&uuml;h praktizierten Anpassungsbereitschaft an die von au&szlig;en kommenden (zumeist profitorientierten) Weichenstellungen&ldquo;. Insbesondere die Corona-Jahre h&auml;tten sich als &bdquo;Brandbeschleuniger vieler Entwicklungen erwiesen&ldquo;. Wir seien auch in politischer Hinsicht im Begriff, uns entm&uuml;ndigen zu lassen. Wir sollten uns &bdquo;der Rolle unserer Mitt&auml;terschaft bewusst werden und diese einstellen oder zumindest reduzieren&ldquo;. Noch besser sei es jedoch, wenn wir &bdquo;unsere Apathie absch&uuml;tteln und uns zu einem kritisch hinterfragenden Widerstand durchringen k&ouml;nnten&ldquo;. Wir danken f&uuml;r die interessanten Zuschriften. Es folgt nun eine Auswahl der Leserbriefe, die <strong>Christian Reimann<\/strong> f&uuml;r Sie zusammengestellt hat.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&ldquo;&hellip;bewusst schwammig gehaltener Straftatbest&auml;nde (&bdquo;Delegitimierung des Staates&ldquo;) sowie durch den Aufbau einer &bdquo;Fr&uuml;herkennungseinheit&ldquo; statt, an der neben dem Verfassungsschutz und dem Bundeskriminalamt auch etliche mit Bedacht ausgew&auml;hlte B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger beteiligt werden sollen.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Wieso erinnert mich das sehr stark an die Vorgehensweise der DDR Beh&ouml;rden???<\/p><p>Besonders die Mitb&uuml;rger, die f&uuml;r die Firma &ldquo;Horch und Guck&rdquo; requiriert werden.<\/p><p>Fazit: Unf&auml;hige Politiker\/innen neigen zu Despotismus, Zwang und Zerst&ouml;rung demokratischer Strukturen, was sie dann als n&ouml;tige Schritte zur Verteidigung ebenjener Demokratie behaupten.<\/p><p>Es ist zum &hellip;.<\/p><p>Roswitha Kerz<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Redaktion, <\/p><p>ein sehr interessanter Artikel, der dazu anleitet auch mal wieder sein eigenes Verhalten zu reflektieren. <\/p><p>Dar&uuml;ber hinaus sollte auch so schnell wie m&ouml;glich mit der &ldquo;R&uuml;ckeroberung des gewohnten Wohn- und Lebensraums&rdquo;&nbsp; begonnen werden bzw. fortgef&uuml;hrt werden. <\/p><p>So gab es vor Kurzen einen interessanten Artikel &uuml;ber die Wiederer&ouml;ffnung von Lebensmittell&auml;den in D&ouml;rfern. Bewusst sollten auch keine Sachen bei amazon bestellt werden. Kleidung kann man (und frau) in einheimischen Gesch&auml;ften kaufen,&hellip; und , und, und. <\/p><p>Rolf G&ouml;ddertz <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Danke, Martha v. Garrel, f&uuml;r diesen sehr wichtigen Beitrag, der verdeutlicht, in welcher Weise &bdquo;wir alle&ldquo; auch zu Entwicklungen &nbsp;beitragen, die wir dann letztlich beklagen. <\/p><p>Zu all der Ohnmacht, die oft angesichts dieser (selbst) ausbeutenden Entwicklungen aufkommen kann, gibt es zum Gl&uuml;ck auch ermutigendes Engagement und viele gute Ideen.<\/p><p>Z.B. die Idee <a href=\"https:\/\/www.rosalux.de\/sorgende-staedte\">&bdquo;Sorgender St&auml;dte&ldquo;<\/a><\/p><p>Zitiere daraus:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Jede linke Strategie braucht drei Elemente: eine Analyse und Kritik der Gegenwart, die klare Vision einer besseren Zukunft und schlie&szlig;lich konkrete Angebote, um von einem zum anderen zu kommen.<\/p>\n<p>In diesem Sinne &ouml;ffnet das Konzept der Sorgenden Stadt einen Horizont f&uuml;r einen linken Feminismus. Die (Sorge-)Bed&uuml;rfnisse aller Bewohner*innen stehen im Zentrum und werden demokratisch ausgehandelt. Es geht um Einstiegsprojekte einer feministisch-sozialistischen Kommunalpolitik, die dort ansetzen, wo die allt&auml;gliche Care-Krise stattfindet und &uuml;berwunden werden kann. <\/p>\n<p>Die gute Nachricht ist: Es gibt bereits Ans&auml;tze und Erfahrungen, von denen sich lernen l&auml;sst und die f&uuml;r hiesige Projekte fruchtbar gemacht werden k&ouml;nnen. Die interessantesten Beispiele stammen aus den munizipalistischen Bewegungen in Spanien und Lateinamerika.<\/p>\n<p>Erste Erfahrungen mit kollektiver Mitbestimmung im Bereich der Daseinsvorsorge gibt es aber auch in Deutschland.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Auch wenn ich mit den Begriff &bdquo;Feminismus&ldquo; , sp&auml;testens seit der deutschen feministischen Au&szlig;enpolitik in die Tonne getreten sehe, &nbsp;lohnt es, sich &nbsp;&bdquo;Sorgende St&auml;dte&ldquo; mit zu erschaffen.<\/p><p>L.G.<br>\nUte Plass<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Frau von Garrel,<\/p><p>gerade las ich meinen Wasserz&auml;hler ab, notierte den Wert auf der eigens dazu vorgesehenen Karte und warf diese, einen kleinen Umweg auf dem Weg zum Einkauf in Kauf nehmend, noch eben in den Briefkasten der Gemeindeverwaltung. Ich h&auml;tte auch gegen Entgelt die Post bem&uuml;hen k&ouml;nnen, doch bietet das keinen wirklichen Vorteil. Vor einigen Jahren zogen noch echte Menschen von Haus zu Haus, die im Auftrag der Gemeinde die Z&auml;hlerst&auml;nde erfassten. Irgendwann erhielt ich nur noch eine Karte mit dem Auftrag zur Selbstablesung, Porto bezahlt Empf&auml;nger. Heute darf ich dieses auch noch selbst bezahlen.<\/p><p>Demn&auml;chst lese ich noch den Strom- und Gasz&auml;hler f&uuml;r meine Versorger ab. Wenn der Gasz&auml;hlerstand der KI bei der &Uuml;bermittlung verd&auml;chtig niedrig erscheint, wird der Wert nur gegen Einsendung eines Fotos akzeptiert. Das &uuml;bernehme ich doch jederzeit gern. <\/p><p>Kaufleute halten diese Art der Kostenexternalisierung f&uuml;r eine prima Sache. Wir sehen Sie in allen Lebensbereichen. Am Ende arbeitet der Kunde oder der Patient immer mit.<\/p><p>Vom ehrenamtlichen Betreuer m&ouml;chte das zust&auml;ndige Gericht nun im Rahmen des Berichtswesens nicht mehr die eingesendeten Belege selbst pr&uuml;fen, sondern erwartet eine komplette Einnahmen- und Ausgabenrechnung, was mich doch sehr an die Buchf&uuml;hrung meines Unternehmens erinnert. Demn&auml;chst werde ich einen Steuerberater und mindestens eine Buchhaltungssoftware ben&ouml;tigen.<\/p><p>F&uuml;r mein Unternehmen reicht eine solche ab dem n&auml;chsten Jahr leider auch nicht mehr, da unsere Regierung die E-Rechnung verpflichtend einf&uuml;hrt. Auch die Lohnabrechnung mu&szlig; dann f&uuml;r die neue elektronisch unterst&uuml;tzte Betriebspr&uuml;fung den Anforderungen der Deutschen Rentenversicherung gen&uuml;gen. In dieser sch&ouml;nen neuen digitalen Welt werden sich die Kosten f&uuml;r ein kleines Unternehmen dadurch etwa verdreifachen.<\/p><p>Auch im Gesundheitswesen setzt sich der Trend fort. In unserem Landkreis wurden drei Krankenh&auml;user abgewickelt. Daf&uuml;r erhielten wir einen modernen Neubau auf der gr&uuml;nen Wiese. Fach&auml;rzte sind Mangelware. Falls &uuml;berhaupt vorhanden, wird man wegen &Uuml;berlastung abgewiesen oder wartet monatelang auf einen Termin. Das geh&ouml;rt nun bald der Vergangenheit an. Dank des neuen Versorgungsw&uuml;rfels erhalten wir die Diagnose direkt nach dem Einkauf im Supermarkt, nachdem wir mit unserem Smartphone an der voll digitalisierten Kasse noch eben die Inventur f&uuml;r diesen erledigt haben: <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/nachrichten\/133201\/Cube-Helios-baut-Versorgungswuerfel\">aerzteblatt.de\/nachrichten\/133201\/Cube-Helios-baut-Versorgungswuerfel<\/a><\/p><p>Investieren Sie also am besten schon heute in die Zukunft und sichern Sie sich atemberaubende Renditen, die Ihnen mitarbeitende Patienten erwirtschaften werden: <a href=\"https:\/\/unidoctor.com\/\">unidoctor.com\/<\/a><\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nDr. Dietmar Stanke<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Nachdenkseiten,<\/p><p>dieser Artikel bietet viel Stoff zum Nachdenken und Diskutieren. <\/p><p>Magda von Garrell beschreibt Tendenzen, die von Interessengruppen angesto&szlig;en wurden und sich scheinbar urw&uuml;chsig verbreiten, unter der unbewussten Mitt&auml;terschaft der Konsumenten.<\/p><p>Hier scheint mir ein Mangel an &ouml;konomischem und gesellschaftlichem Wissen vorzuliegen, der in Elternhaus, Schule und Universit&auml;t nicht ausgeglichen wird. Ganz zu Schweigen von den Medien, die ihre informierende und aufkl&auml;rende Funktion &uuml;berwiegend in Form von Indoktrination\/Propaganda wie z.B. durch Faktenchecker, wahrnehmen.<\/p><p>Umso wichtiger sind Artikel wie dieser, der aufzeigt, wohin wir und unsere Gesellschaft seit einigen Jahren steuern und dazu aufruft, diesen Tendenzen etwas entgegenzusetzen, so dass wir die Lebendigkeit unseres analogen Lebens wieder entdecken und f&uuml;r uns einfordern. <\/p><p>I. G&ouml;ddertz&nbsp; <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Frau Magda von Garrel, <\/p><p>was f&uuml;r ein grandioser wie verst&auml;ndlicher Artikel zu einem so komplexen wie wichtigen Thema der &ldquo;Mitt&auml;terschaft&rdquo; der Bev&ouml;lkerung! Diese Mitt&auml;terschaft der Bev&ouml;lkerung l&auml;&szlig;t sich nach meiner Meinung auf fast alle wichtigen gesellschafts-, innen- sowie au&szlig;enpolitischen Themen anwenden die sich hinter vermeintlich sch&ouml;nen\/demokratischen oder friedlichen Worten verstecken und sich gegen ebenjene Mitt&auml;ter (also gegen die Bev&ouml;lkerung) richten! <\/p><p>Am dem sehr einfachen Beispiel wie den Selbstzahler-Kassenautomaten ist sehr sch&ouml;n zu verdeutlichen wie die Bev&ouml;lkerung gegen ihre eigenen Interessen mi&szlig;braucht wird:<br>\nNicht nur das jeder der an den Selbstzahler-Kassen zahlt als unentgeltlicher Mitarbeiter mi&szlig;braucht wird und eigentlich mindestens einen guten Rabatt auf seinen Einkauf erhalten m&uuml;sste, nein, dar&uuml;ber hinaus spart der Betreiber Personalkosten und die Kunden werden durch z.B. st&auml;ndige elektronische Ansagen gedr&auml;ngt zu scannen oder zu bezahlen. Dar&uuml;ber hinaus wird der Kunde\/Selbstzahler\/unentgeltliche Mitarbeiter durch nervige nervige Piepst&ouml;ne zur Eile ermahnt. Jeder Kunde wird dadurch nicht nur mi&szlig;braucht sondern auch noch gestresst durch st&auml;ndiges elektronisches &ldquo;dr&auml;ngeln&rdquo; was Stress verursacht! Ganz abgesehen davon tr&auml;gt das nutzen von Selbstzahler-Kassenautomaten dazu bei das Bargeld abzuschaffen (sofern nur Kartenzahlung m&ouml;glich). Sch&ouml;ne neue Welt &ndash; und das ist nur der Anfang! <\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nAndreas Rommel <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr verehrte Frau Magda von Garrel, gesch&auml;tztes NDS Team,<\/p><p>ihr Artikel &uuml;ber unsere &ldquo;Mitt&auml;terschaft&rdquo; beschreibt zutreffend, wie es zum nachhaltigen Verlust unserer Autonomie kommen konnte. Dieser Artikel sollte in den Mainstream Medien stehen und Menschen zum Nachdenken &uuml;ber ihr Verhalten bewegen, die sich ihre Informationen aus den Quellen beziehen, die nicht &uuml;ber die negativen Konsequenzen der zunehmenden Digitalisierung fast aller Lebensbereiche berichten. Ich vermute, dass die Leser der Nachdenkseiten und anderer sogenannter &ldquo;alternativen Medien&rdquo; die von ihnen aufgef&uuml;hrte Problematik durchaus erkennen und ihr Verhalten danach ausrichten. <\/p><p>Aber wie steht es z.B. um die Jugend, die voll am Tropf dieser Digitalisierung h&auml;ngt ? Mir ist bei diversen Demos, aber auch z.B. bei einem Vortrag von Herrn Albrecht M&uuml;ller in Anger aufgefallen, dass es sich bei den Demonstranten und Zuh&ouml;rern um Menschen jenseits der F&uuml;nfzig handelt, die wahrscheinlich, so wie ich, schon von fr&uuml;hester Jugend an kritisch gegen&uuml;ber Politik und Gesellschaft waren und dazu erzogen wurden, alles zu hinterfragen.<\/p><p>Ich habe gerade die B&uuml;cher von Prof. Michael Meyen &ldquo;cancel culture&rdquo; und &ldquo;Der dressierte Nachwuchs&rdquo; gelesen und wurde darin in meiner Ansicht best&auml;tigt, dass die heutige Jugend&nbsp; durch die sogenannten &ldquo;sozialen Medien&rdquo; konformistisch und stromlinienf&ouml;rmig gehalten wird. Individualismus wird zwar gro&szlig;geschrieben, endet aber da, wo die eigene Meinung oder das eigene Verhalten von dem der Masse abweicht. Hinterfragen ist out, Anpassung in. Nur nicht auffallen oder noch schlimmer, aus der Reihe tanzen, denn das kann die Kariere kosten. Mir scheint es w&auml;chst eine Generation von Lemmingen heran. (Ausnahmen best&auml;tigen auch hier die Regel)<\/p><p>Wie kann man diese Jugend erreichen und sie zum Nachdenken bringen ? Sie ist es, die von der Dystopie &nbsp;einer voll kontrollierten, digitalen Welt betroffen sein wird. Ich mache mir ernsthaft Sorgen um meine Enkelkinder, die schon jetzt den in der Jugend herrschenden Zw&auml;ngen ausgeliefert sind.<\/p><p>Ich informiere mich ausschlie&szlig;lich &uuml;ber alternative Medien, muss aber feststellen, dass wir uns in einer Blase befinden, die kaum noch Ber&uuml;hrungspunkte zur Welt da drau&szlig;en hat. Und die schert sich (bis auf ein paar dilettantische Zensurbem&uuml;hungen) nicht um unsere Kritik und macht einfach weiter. Fortschritt muss sein, koste es was es wolle und wenn es uns alle zu Sklaven macht.<\/p><p>In tiefer Trauer um die Welt, die einmal war&deg;<\/p><p>J&uuml;rgen Dennerlein<\/p><p>&deg; damit meine ich die<\/p><ul>\n<li>Ostpolitik Willy Brandts<\/li>\n<li>die angedachte Zwei Staaten L&ouml;sung in Nahost mit Jitzchak Rabin und Schimon Peres<\/li>\n<li>die Abr&uuml;stungsverhandlungen mit Michail Gorbatschow<\/li>\n<li>die Abr&uuml;stungsbem&uuml;hungen Olof Palmes (Palme Kommission)<\/li>\n<li>die Meinungs- und Pressefreiheit, die in dieser Zeit noch m&ouml;glich war<\/li>\n<li>die analoge Zeit, in der die Zukunft noch rosig und human erschien, im Gegensatz zu heute, wo das Ziel des Fortschritts im Transhumanismus endet, also dem Ende der Menschheit.<\/li>\n<\/ul><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Moin, <\/p><p>schon bei der &Uuml;berschrift wu&szlig;te ich: das wird ein interessanter Artikel. Danke daf&uuml;r! <\/p><p>Besonders bei den privatisierten, ehemaligen Staatsunternehmen Deutsche Bahn &amp; Deutsche Post ist ein Digitalzwang eingetreten, den ich ablehne, weil sich dadurch der &ldquo;gl&auml;serne Kunde&rdquo; hervorragend abbilden l&auml;&szlig;t, prim&auml;r durch sogenannte &ldquo;Apps&rdquo; (neudeutsch f&uuml;r: Anwendung, Programm) auf dem Smartphone. Das Smartphone an sich ist nicht das Problem, sondern die damit ausgelieferten Betriebssysteme Android &amp; iOS, die ihre eigenen Marktpl&auml;tze f&uuml;r Anwendungen verschiedenster Art anbieten. Nicht nur erheben die Betriebssysteme selbst schon Metadaten, die sich einer bestimmten Person zuordnen lassen, sondern auch der Gro&szlig;teil der darin befindlichen Programme wie im &ldquo;Play Store&rdquo; und &ldquo;App Store&rdquo;. Es w&auml;re f&uuml;r mich ein geringeres Problem, wenn alternative Betriebssysteme wie LineageOS mit F-Droid verwendet w&uuml;rden, die ihrerseits sicherstellen, da&szlig; man die Nutzer weder nachverfolgen noch Profile ihrer Gewohnheiten anlegen k&ouml;nnte. <\/p><p>Genau das tun aber sowohl die Bahn als auch die Post. Nicht ohne Grund ist beispielsweise bei der Bahn ein Gerichtsverfahren anh&auml;ngig [1]. Als Grundlage f&uuml;r eine fristlose K&uuml;ndigung meiner BahnCard habe ich genau die im Artikel angef&uuml;hrten Gr&uuml;nde angegeben, was zu meinem Erstaunen klaglos akzeptiert wurde [2]. Hinzu kommt eine Alternativlosigkeit, wie im Artikel angesprochen. Die Post verst&ouml;&szlig;t mit ihrer &ldquo;App&rdquo;-Pflicht bei Packstationen sogar gegen das neue Postgesetz [3]. Aber auch die weitreichenden Schlie&szlig;ungen von Postfilialen hat unter anderem dazu gef&uuml;hrt, da&szlig; sich Anwohner beschwerten, woraufhin die Post die eine oder andere Filiale wieder &ouml;ffnen mu&szlig;te, denn hier gibt es Radien, in denen Filialen angeboten werden m&uuml;ssen. Meckern bzw. den Verantwortlichen auf die Nerven gehen kann eine wirksame Form des zivilen Widerstands sein. Man mu&szlig; allerdings auch seine Rechte kennen. <\/p><p>Was die &ldquo;Corona-Tests&rdquo; betrifft: Schnelltests sind keine PCR-Tests, sondern Antigen-Tests. Das ist ein ganz anderes Verfahren, abgesehen davon, da&szlig; beide v&ouml;llig unsinnig und mit etlichen falschen Ergebnissen behaftet sind und keine Diagnosen stellen k&ouml;nnen &amp; auch nicht d&uuml;rfen. Die &ldquo;Freiwilligkeit&rdquo; wurde mit den &ldquo;G&rdquo;-Protokollen ad absurdum gef&uuml;hrt, denn Verst&ouml;&szlig;e dagegen wurden mit empfindlichen Bu&szlig;geldern bewehrt. Man konnte sich aber schon vielen Tests entziehen, wenn es um Veranstaltungen in der Freizeit ging. F&uuml;r mich war das kein Problem, da es mir um das Prinzip geht. Leider sind viele Menschen aus meinem Bekanntenkreis an der daraus resultierenden sozialen Isolierung fast verzweifelt. <\/p><p>Die Verdr&auml;ngung des Bargelds hat auch einen Namen: &ldquo;Better than cash&rdquo;-Initiative, nachzulesen etwa bei Norbert H&auml;ring [4]. Diese wird sogar noch von unserer Bundesregierung finanziert. Zusammen mit kommunalen &Auml;nderungen, kaum noch Bargeld in den &Auml;mtern anzunehmen, tut der Staat selbst Einiges daf&uuml;r, um die Verwendung des Bargelds zur&uuml;ckzudr&auml;ngen [5]. <\/p><p>Wenn ich Menschen sehe, welche die Selbstbedienungskassen benutzen, dann schie&szlig;t mir sofort in den Kopf: &ldquo;Die sorgen f&uuml;r die Abschaffung des Bargelds!&rdquo; Dazu pa&szlig;t auch: <\/p><p>Der Verantwortliche bei der Bundesbank hat sinngem&auml;&szlig; ge&auml;u&szlig;ert, da&szlig; Bargeld (nur) noch so lange existieren wird, wie eine Nachfrage besteht. Wir als B&uuml;rger haben es also selbst in der Hand. Nutzen wir die Chance! <\/p><p>Besonders schlimm beim Einkaufen sind auch Kunden- sowie Rabatt-Karten in Form von etwa PayBack: all diese Unternehmen erfahren detailliert, wann wer was wo gekauft hat (bei Bezahlung per Giro- oder Debitkarte auch die Bank). In den USA soll sogar schon das FBI bei einem Paar nach ihrem Einkauf vor der T&uuml;r gewartet haben, weil mutma&szlig;lich automatisierte Auswertungssysteme erkannt haben wollen, da&szlig; sich mit den Reinigungsmitteln, die sie f&uuml;r ihren geplanten Hausputz erwarben, eine Bombe bauen lie&szlig;e &mdash; wovon der Normalb&uuml;rger in der Regel nichts wei&szlig;. <\/p><p>Die Unternehmen wissen um die Bequemlichkeit von etwa Kundenkarten: sie werden damit gelockt (&ldquo;angefixt&rdquo;), indem man ihnen satte Rabatte anbietet, wenn man diese nutzt. Doch wenn diese Karten erst einmal in gro&szlig;em Stil unter die Leute gebracht worden sind, dann schwenkt man um und macht sie verpflichtend: ohne Karte kein Einkauf! Dann werden auch die Rabatte verschwinden: man zahlt dann den normalen Preis, nur dann nicht mehr bar und ohne M&ouml;glichkeit, die Ausforschung des eigenen Verhaltens zu verhindern. Dann verkn&uuml;pft man beispielsweise den Alkoholkonsum mit der H&ouml;he des Krankenversicherungsbeitrages. <\/p><p>Wenn mir gegen&uuml;ber jemand argumentiert, da&szlig; man nichts zu verbergen h&auml;tte (weil man ein ehrlicher B&uuml;rger sei), dann stelle ich die Gegenfrage: &ldquo;W&uuml;rdest Du Dir eine Internetkamera ins Schlafzimmer installieren, auf die jeder Zugriff hat?&rdquo; Man hat etwas zu verbergen, n&auml;mlich die eigene Privatsph&auml;re, und das mit allem Recht. Es ist naiv zu glauben, da&szlig; der Staat mit den Daten &uuml;ber seine B&uuml;rger nur Gutes t&auml;te. Im 2. Weltkrieg zum Beispiel fielen etliche Juden den Nazis zum Opfer, weil im Melderegister auch die Glaubensrichtung aufgelistet war. Der beste Datenschutz ist &amp; bleibt die Datenvermeidung. <\/p><p>Deswegen gibt es durchaus M&ouml;glichkeiten, sich gegen all das zu wehren: nur noch Barzahlung, so gut wie nie mit Karte zahlen und vor allem weder Kunden- noch Rabattkarten verwenden. Alles, was au&szlig;erhalb der Bargeldkasse und einem anonymem Bon erfa&szlig;t wird, ist grunds&auml;tzlich zu meiden. Das f&uuml;hrt weiter zum e-Rezept und der digitalen Gesundheitsakte: hier mu&szlig; man die noch vorhandenen Spielr&auml;ume voll ausnutzen, sprich: kein e-Rezept nutzen, sondern auf Papierform bestehen, sowie der digitalen Gesundheitsakte so weit wie m&ouml;glich widersprechen. Keine &ldquo;Apps&rdquo; von Google &amp; iOS nutzen, sondern datenschutzfreundliche Varianten wie etwa F-Droid (dann d&uuml;nnt die Attraktivit&auml;t der &ldquo;Tracker-Apps&rdquo; aus und es werden sich mehr Menschen engagieren, datenschutzfreundliche, n&uuml;tzliche Anwendungen zu entwickeln). Keine Benutzung von Packstationen und K&uuml;ndigung der BahnCard. Wenn es f&uuml;r das Lieblingsfu&szlig;ballspiel im Stadion nur noch digitale Karten in &ldquo;Apps&rdquo; gibt, dann mu&szlig; man in den sauren Apfel bei&szlig;en und fern bleiben, dito bei Konzerten (Eventim zum Beispiel soll nur noch digitale Tickets anbieten). Wenn das Tausende tun, dann gehen den Betreibern so viele Einnahmen fl&ouml;ten, auf da&szlig; sie gezwungen sein werden, Alternativen anzubieten. Wer erinnert sich noch an die &ldquo;Tankstellen-Boykotte&rdquo;? Die Herrschenden wissen: Wenn sie all die kleinen Lichter zusammenschlie&szlig;en, werden sie machtlos sein. Genau deswegen will man ja all ihre Verhaltensdaten, um sie besser separieren zu k&ouml;nnen. Es ist naiv zu glauben, da&szlig; diese nicht politisch verwertet w&uuml;rden. <\/p><p>Es haben sich teilweise auch schon alternative Lebensgemeinschaften gebildet, die sich au&szlig;erhalb von der digitalen Welt organisieren, unter anderem mit Tauschhandel und gegenseitiger Hilfe auf Basis von &ldquo;Geben &amp; Nehmen&rdquo;. Selbst alternative W&auml;hrungen, die nicht einer staatlichen Willk&uuml;r unterliegen, wurden schon ausprobiert. Wenn die Repressionen zu gro&szlig; werden, bilden sich Organisationen, die sich dem zu entziehen versuchen. <\/p><p>&Uuml;brigens:<br>\nNicht nur die Datensammelei &amp; &Uuml;berwachung, sondern auch die Zensur f&auml;ngt schon bei Kleinigkeiten wie der Benutzung von Facebook, Instagram, YouTube WhatsApp etc. an. Es gibt Alternativen. Ich empfehle als Messenger beispielsweise XMPP\/Jabber, der WhatsApp in kaum etwas nachsteht, und f&uuml;r das es f&uuml;r so gut wie jede Plattform ein Programm gibt. &ldquo;Conversations&rdquo; hat bestimmt schon der Eine oder Andere geh&ouml;rt. Als YouTube-Alternative hat sich beispielsweise Rumble etabliert, f&uuml;r Twitter\/X gibt es Mastodon als Alternative. Der Erfolg solch datenschutzfreundlicher Alternativen h&auml;ngt vom Mitmachen ab, genauso wie beim Bargeld, wie oben schon beschrieben. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en, <\/p><p>Michael Schauberger <\/p><p><strong>Anmerkungen:<\/strong><\/p><p>[1] Mike Kuketz: <a href=\"https:\/\/www.kuketz-blog.de\/update-klage-gegen-die-deutsche-bahn\/\">Update: Klage gegen die Deutsche Bahn <\/a><br>\n[2] Norbert H&auml;ring: <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/news\/bahn-schliesst-ab-heute-menschen-ohne-digitalanbindung-von-bahncard-ermaessigungen-aus\/\">Bahn schlie&szlig;t ab heute Menschen ohne Digitalanbindung von BahnCard-Erm&auml;&szlig;igungen aus<\/a><br>\n[3] Norbert H&auml;ring: <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/news\/dhl-september-24\/\">DHL bricht ungeniert seine Zusage und das Postgesetz &ndash; Bundesnetzagentur schaut tatenlos zu<\/a><br>\n[4] Norbert H&auml;ring: <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/bargeld-widerstand\/btca-von-berlin-finanziert\/\">Regierung finanziert die Bargeldbek&auml;mpfungsallianz Better Than Cash Alliance<\/a><br>\n[5] Norbert H&auml;ring: <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/bargeld-widerstand\/frankfurt-buergeraemter\/\">Wie Frankfurt Barzahlung im B&uuml;rgeramt stillschweigend abschafft und Menschen ohne Internetzugang aussperrt<\/a><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Magda von Garrel diskutiert <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=122395\">hier<\/a> &uuml;ber &bdquo;Mitt&auml;terschaft im Sinne einer von uns in ganz unterschiedlichen Bereichen und teilweise schon sehr fr&uuml;h praktizierten Anpassungsbereitschaft an die von au&szlig;en kommenden (zumeist profitorientierten) Weichenstellungen&ldquo;. 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