{"id":123185,"date":"2024-10-16T10:00:44","date_gmt":"2024-10-16T08:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=123185"},"modified":"2024-10-17T07:23:54","modified_gmt":"2024-10-17T05:23:54","slug":"fettspritze-pharmariese-baut-eine-fabrik-und-bekommt-ein-lukratives-gesetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=123185","title":{"rendered":"Fettspritze: Pharmariese baut eine Fabrik und bekommt ein lukratives Gesetz"},"content":{"rendered":"<p>Der US-Konzern Eli Lilly beschlie&szlig;t, eine Hightech-Fabrik in die deutsche Provinz zu pflanzen, und die Bundesregierung setzt &ndash; Simsalabim &ndash; ein Gesetz ins Werk, mit dem das Profitmachen leichter wird. Die Vorg&auml;nge sind aktenkundig, aber f&uuml;r die Ampel nicht der Rede wert. Dass die Ansiedlung wohl Chefsache des Kanzlers war, soll auch keinen interessieren. Man ahnt schon, was kommt: neue Erinnerungsl&uuml;cken. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6372\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-123185-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241016_Fettspritze_Pharmariese_baut_eine_Fabrik_und_bekommt_ein_lukratives_Gesetz_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241016_Fettspritze_Pharmariese_baut_eine_Fabrik_und_bekommt_ein_lukratives_Gesetz_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241016_Fettspritze_Pharmariese_baut_eine_Fabrik_und_bekommt_ein_lukratives_Gesetz_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241016_Fettspritze_Pharmariese_baut_eine_Fabrik_und_bekommt_ein_lukratives_Gesetz_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=123185-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241016_Fettspritze_Pharmariese_baut_eine_Fabrik_und_bekommt_ein_lukratives_Gesetz_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"241016_Fettspritze_Pharmariese_baut_eine_Fabrik_und_bekommt_ein_lukratives_Gesetz_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Als vor bald einem Jahr die Neuigkeit die Runde machte, das US-Unternehmen Eli Lilly werde eine <a href=\"https:\/\/www.aerztezeitung.de\/Wirtschaft\/Eli-Lilly-investiert-23-Milliarden-Euro-in-neuen-Standort-in-Alzey-444732.html\">Produktionsst&auml;tte im rheinland-pf&auml;lzischen Alzey<\/a> hochziehen, staunten Beobachter nicht schlecht. Ein Hightech-Pharmawerk inmitten der Provinz? Und das ganz ohne staatliche Subventionen? 2,3 Milliarden Euro soll die Investition schwer sein, f&uuml;r 2027 wird der Betriebsstart avisiert und versprochen ist die Schaffung von 1.000 hochqualifizierten Arbeitspl&auml;tzen. Dann ist da noch der ewige &Auml;rger mit den Lieferengp&auml;ssen bei wichtigen Medikamenten. In solchen Zeiten einen Pillendreher von Weltrang in deutschen Landen begr&uuml;&szlig;en zu d&uuml;rfen, wirkte da f&uuml;r die Regierenden in Land und Bund wie ein Befreiungsschlag.<\/p><p>Entsprechend tanzte am 8. April dieses Jahres reichlich Politprominenz zum Spatenstich an. Nebst der damals noch amtierenden Ministerpr&auml;sidentin Malu Dreyer gaben sich Gesundheitsminister Karl Lauterbach und vorneweg Bundeskanzler Olaf Scholz (alle SPD) die Ehre. Von der Ampel wei&szlig; man ja, was und wie viel ihr strategische Industrieansiedlungen wert sind. F&uuml;r das inzwischen <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen-anhalt\/magdeburg\/magdeburg\/intel-chip-fabrik-verschoben-110.html\">auf Eis gelegte Intel-Projekt &bdquo;Megafab&ldquo;<\/a> bei Magdeburg wollte sie zehn Milliarden Euro locker machen, zum Bau einer Chipfabrik durch die taiwanesische TSMC bei Dresden steuert sie planm&auml;&szlig;ig f&uuml;nf Milliarden Euro bei. Aber f&uuml;r Eli Lilly hat sie keinen Cent &uuml;brig? Blo&szlig; tolle Spr&uuml;che? Wie der, den der Kanzler beim symbolischen Sandgeschubse ablie&szlig;: &bdquo;Was immer wir als Bund tun k&ouml;nnen, um den Pharmastandort Deutschland noch weiter zu st&auml;rken, das werden wir tun.&ldquo;<\/p><p><strong>Kritik abgeb&uuml;gelt <\/strong><\/p><p>Das war nicht nur so dahergesagt. Tats&auml;chlich hat die Regierung schon bald darauf allerhand &bdquo;getan&ldquo; &ndash; f&uuml;r den Standort im Allgemeinen und f&uuml;r Eli Lilly im Speziellen. Anfang Juli hat der Bundestag das Medizinforschungsgesetz (MFG) beschlossen, vor knapp drei Wochen zog der Bundesrat nach, womit das Regelwerk demn&auml;chst in Kraft treten kann. Dessen erkl&auml;rtes Ziel ist es, die hiesige pharmazeutische Forschung und Entwicklung zu st&auml;rken, indem unter anderem Genehmigungsverfahren beschleunigt und vereinfacht werden. Vereinfacht wird bei all dem auch: das Gewinnemachen. Ein zentraler Passus des Gesetzes betrifft die Preisregulierung f&uuml;r neue Medikamente. Bisher herrscht in Deutschland Transparenz dar&uuml;ber, welche Rabatte die Krankenkassen mit den Unternehmen aushandeln. Damit ist demn&auml;chst Schluss, dann bleiben die Preise geheim.<\/p><p>Gegen die Pl&auml;ne hatten Kritiker bereits im Gesetzgebungsverfahren aufbegehrt. Nahezu alle im Parlament angeh&ouml;rten Sachverst&auml;ndigen warnten seinerzeit vor h&ouml;heren Kosten mit der Aussicht steigender Versichertenbeitr&auml;ge. Zum Beispiel unkte die Chefin des AOK-Bundesverbands, Carola Reimann: <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/nachrichten\/152093\/Breite-Front-gegen-vertrauliche-Erstattungspreise-im-Bundesgesundheitsausschuss\">&bdquo;Geheimpreise ohne jede wirtschaftliche Steuerung f&uuml;hren in die &Uuml;berforderung der Krankenkassen<\/a>&ldquo;. Nach Berechnungen des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) stehen bei Umsetzung des MFG in den n&auml;chsten zehn Jahren Mehrbelastungen von 8,5 Milliarden Euro bis hin zu 36 Milliarden Euro ins Haus. Letzteres tritt demnach ein, sofern s&auml;mtliche Erstattungspreisverhandlungen der Vertraulichkeit unterliegen w&uuml;rden, ersteres, wenn dies f&uuml;r 25 Prozent der F&auml;lle gelte. Aber der Einwand wurde &uuml;bergangen, das Gesetz gegen den Expertenrat durchgezogen.<\/p><p><strong>Fabrik gegen Gesetz <\/strong><\/p><p>Im Lichte neuester Erkenntnisse sieht man klarer, wieso die Verantwortlichen so agierten, wie sie es taten. <a href=\"https:\/\/www.investigate-europe.eu\/de\/posts\/wunsch-von-eli-lilly\">Enth&uuml;llungen des <em>Westdeutschen (WDR)<\/em> und des <em>Norddeutschen Rundfunks (NDR)<\/em>, der <em>S&uuml;ddeutschen Zeitung (SZ)<\/em> sowie des Rechercheteams <em>Investigate Europe<\/em><\/a> n&auml;hren den Verdacht, dass Eli Lilly beim Gesetzemachen kr&auml;ftig mitgemischt hat. Ganz offensichtlich lautete die Ansage aus der Konzernzentrale in Indianapolis: Ihr bekommt eine Fabrik, wir das passende Gesetz. Die Mauscheleien sind aktenkundig. Die Journalisten haben auf Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes (IFG) etliche Dokumente freigeklagt. Darunter findet sich ein Vermerk vom 13. September 2023 des Referats&thinsp;117 des Bundesministeriums f&uuml;r Gesundheit (BMG), in dem es hei&szlig;t: &bdquo;Es kann dem CEO von Eli Lilly Dave Ricks mitgeteilt werden, dass das BMG dem Wunsch von Eli Lilly nachkommt und im Rahmen des MFG plant, vertrauliche Rabatte f&uuml;r den Herstellerpreis zu erm&ouml;glichen.&rdquo; Schon Wochen davor hatte ein Abteilungsleiter im Ministerium schriftlich festgehalten: &bdquo;Eli Lilly kn&uuml;pft&#8239;seine&#8239;Investitionsentscheidung an&#8239;die Zusage der Bundesregierung, vertrauliche Rabatte bei innovativen Arzneimitteln zu erm&ouml;glichen.&ldquo;<\/p><p>Transparency International (TI) fordert ob der Berichte eine &bdquo;l&uuml;ckenlose Aufkl&auml;rung der Causa &sbquo;Lex Lilly&lsquo;&ldquo;. Man sehe hier &bdquo;aber nur die Spitze des Eisbergs&ldquo;, bemerkte Rolf Blaga von der deutschen TI-Sektion in einer <a href=\"https:\/\/www.transparency.de\/aktuelles\/detail\/article\/medizinforschungsgesetz-1\">Medienmitteilung<\/a>. &bdquo;Meist bleibt es im Dunklen, wie Pharmakonzerne ihre Macht missbrauchen und ihre Interessen durchsetzen.&ldquo; Nach Aufkl&auml;rung ruft auch Kathrin Vogler von der Bundestagsgruppe Die Linke. &bdquo;Der Versuch der Pharmalobby, sich &uuml;ber vertrauliche Rabatte in Deutschland zu bereichern, gef&auml;hrdet die Preisstabilit&auml;t von Arzneimitteln nicht nur bei uns, sondern in ganz Europa&ldquo;, mahnte sie in einem <a href=\"https:\/\/www.dielinkebt.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/vertrauliche-rabatte-gefaehrden-die-preisstabilitaet-von-arzneimitteln-regierungsunterlagen-zu-eli-lilly-muessen-veroeffentlicht-werden\">Pressestatement<\/a>. &bdquo;Die Bundesregierung, allen voran Kanzler Olaf Scholz und Gesundheitsminister Karl Lauterbach, m&uuml;ssen sich fragen lassen, wessen Interessen sie hier wirklich vertreten.&ldquo;<\/p><p><strong>Fette Profite im Anflug <\/strong><\/p><p>Zum Hintergrund: Pharmafirmen bestimmen zun&auml;chst freih&auml;ndig, wie viel sie f&uuml;r ein neues Pr&auml;parat verlangen. Nach einem Jahr bewertet dann der Gemeinsame Bundesausschuss, ein Gremium aus Vertretern von &Auml;rzten, Krankenkassen und Kliniken, den medizinischen Mehrwert des Produkts. L&auml;sst sich kein Zusatznutzen gegen&uuml;ber g&auml;ngigen Wirkstoffen belegen, handeln Hersteller und Kassen einen Rabatt aus, der h&auml;ufig 50 Prozent unter dem Ausgabepreis liegt. Der Rabattpreis ist &ouml;ffentlich einsehbar und wirkt &uuml;ber die deutschen Grenzen hinweg, indem andere europ&auml;ische Staaten Abstriche in &auml;hnlicher Gr&ouml;&szlig;enordnung geltend machen. Das schm&auml;lert auch die Ertr&auml;ge mit Privatkunden, die das Medikament ohne &auml;rztliche Verordnung auf eigene Rechnung beziehen. Wer um die Preisnachl&auml;sse wei&szlig;, l&auml;sst sich kaum das Doppelte bis Dreifache daf&uuml;r abkn&ouml;pfen.<\/p><p>Die Hoffnungen bei Eli Lilly richten sich gegenw&auml;rtig im Besonderen auf die Vermarktung des Produkts Mounjaro mit dem Wirkstoff Tirzepatid. Dieser soll sowohl Diabetikern als auch Fettleibigen in Gestalt einer &bdquo;Abnehmspritze&ldquo; mit dem Markennamen Zepbound helfen. Ein &auml;hnliches Mittel gegen Adipositas namens Wegovy hat den d&auml;nischen Konkurrenten Novo Nordisk zum h&ouml;chstbewerteten Konzern in Europa gemacht. Eli Lillys Antwort darauf ist wohl weniger innovativ. Der Bundesausschuss hat die Wirkung von Mounjaro &bdquo;im Verh&auml;ltnis zur zweckm&auml;&szlig;igen Vergleichstherapie&ldquo; gepr&uuml;ft und im Mai f&uuml;r nahezu alle untersuchten Patientengruppen festgestellt: <a href=\"https:\/\/www.g-ba.de\/downloads\/39-261-6581\/2024-05-02_AM-RL-XII-XIIa_Tirzepatid_D-987_BAnz.pdf\">&bdquo;Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.&ldquo;<\/a> Nach den Regularien wird sich der hohe Verkaufspreis also nicht halten k&ouml;nnen. Mittels Geheimpreisen k&ouml;nnte der Vertrieb als nicht erstattungsf&auml;higes &bdquo;Lifestyle-Medikament&ldquo; jedoch einen m&auml;chtigen Schub bekommen. Hierf&uuml;r hat die Bundesregierung mit der Neufassung des MFG Vorsorge getroffen &ndash; buchst&auml;blich &bdquo;mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en&ldquo;.<\/p><p><strong>Olearius, Benko, Ricks <\/strong><\/p><p>Brisant sind die Vorg&auml;nge gerade mit Blick auf die Rolle des Bundeskanzlers. Wie <em>Investigative Europe<\/em> nachzeichnet, hatte der die &bdquo;Pharma-Charme-Offensive&ldquo; offenbar zur Chefsache erkl&auml;rt. J&ouml;rg Kukies, sein enger Vertrauter und Staatssekret&auml;r im Bundeskanzleramt, habe Anfang 2023 insgesamt dreimal mit Eli Lillys CEO Ricks &uuml;ber die fragliche Gesetzesinitiative und die Einf&uuml;hrung geheimer Arzneimittelpreise gesprochen. Am 16. Februar h&auml;tten sein Vorgesetzter und Ricks dann sogar pers&ouml;nlich miteinander telefoniert. Unweigerlich denkt man an Scholz&rsquo; geheime, erst sp&auml;ter auf Druck preisgegebene Treffen als fr&uuml;herer Erster Hamburger B&uuml;rgermeister mit dem Bankier Christian Olearius im Zusammenhang mit den illegalen <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=104975\">Cum-Ex-Finanzschiebereien<\/a>. Oder an seine fr&uuml;here Parteinahme f&uuml;r den inzwischen insolventen Immobilienmogul Ren&eacute; Benko bei der Suche nach einem Investor f&uuml;r den heute noch unvollendeten <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109323\">Elbtower<\/a>. Auch hier hatte es Recherchen zufolge eine Unterredung unter vier Augen gegeben, die dem Kanzler heute nicht mehr erinnerlich ist.<\/p><p>Allem Anschein nach hat Scholz im Fall Eli Lilly selbst seinen sonst so pharmaaffinen Gesundheitsminister auf Linie gebracht. In Berlin erz&auml;hle man sich, dass er &bdquo;Lauterbach die Geheimpreise aufgedr&auml;ngt habe&ldquo;, schreibt <em>Investigative Europe<\/em>. Dabei habe dieser davor jahrelang &bdquo;ebensolche Forderungen der Pharmaindustrie vehement abgelehnt&ldquo;. Seinen Sinneswandel begr&uuml;ndete der Minister im Juni damit, &bdquo;dass auch andere L&auml;nder so wie wir den Preis &ouml;ffentlich machen&ldquo; und &bdquo;die Fachabteilung meines Hauses den Vorschlag richtig gut findet&ldquo;. Von wegen: In den eigenen Reihen herrschte im Gesetzgebungsprozess Alarmstimmung. Die Erm&ouml;glichung eines vertraulichen Erstattungsbetrags k&ouml;nne &bdquo;zu erheblichen Problemen&ldquo; f&uuml;hren und voraussichtlich &bdquo;zu Mehrkosten&ldquo;, warnten BMG-Beamte. Auch die Ausrede, der Wegfall der Transparenz sei nicht Eli Lillys exklusiver Wunsch gewesen, zieht nicht. &bdquo;Ein Gro&szlig;teil der pharmazeutischen Industrie&ldquo; habe dies &bdquo;nicht als zentrale Ma&szlig;nahme&ldquo; betrachtet, hei&szlig;t es in einem Aktenvermerk vom November 2023.<\/p><p><strong>Zum Vergessen <\/strong><\/p><p>Nat&uuml;rlich weisen der Konzern und die Bundesregierung alle Vorw&uuml;rfe von sich. Aus dem BMG verlautete, &bdquo;Lauterbach sind keine Vermerke bekannt, in denen er sich Eli Lilly gegen&uuml;ber zu diesem Thema ge&auml;u&szlig;ert h&auml;tte&ldquo;, f&uuml;r ihn pers&ouml;nlich habe die Haltung des Unternehmens &bdquo;keine Rolle bei der Entwicklung der Pharmastrategie gespielt&ldquo;. Ein Regierungssprecher &auml;u&szlig;erte: &bdquo;Ich habe den Worten des Sprechers des Gesundheitsministeriums hier nichts hinzuzuf&uuml;gen.&ldquo; &Uuml;berzeugend klingt das nicht. Markus Grill vom Investigativ-Ressort von <em>NDR<\/em> und <em>WDR<\/em> bleibt jedenfalls bei seiner Version der Dinge. &bdquo;Sie sagen nur, f&uuml;r die Entscheidung, f&uuml;r das Gesetz, war es nicht wichtig, was Lilly wollte. Aber sie dementieren ja nicht die Akten aus dem Ministerium, in denen ganz klar steht, dass der Pharmakonzern es zur Bedingung gemacht hat, dass so ein Gesetz kommt, und dann investieren sie&ldquo;, zitierte ihn am Montag der <a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swraktuell\/rheinland-pfalz\/lilly-alzey-bundesregierung-gesetz-100.html\"><em>S&uuml;dwestrundfunk (SWR<\/em>)<\/a>.<\/p><p>F&uuml;r BSW-Chefin Sahra Wagenknecht ist das <a href=\"https:\/\/m.facebook.com\/story.php?story_fbid=1085086856307989&amp;id=100044200551064\">&bdquo;Ma&szlig; &uuml;bervoll und ein R&uuml;cktritt von Lauterbach &uuml;berf&auml;llig&ldquo;<\/a>, wie sie bei <em>Facebook<\/em> kundtat. &bdquo;W&auml;hrend sich die Ampel um die Profite von US-Pharmaunternehmen sorgt, mangelt es hierzulande an 500 Medikamenten, von Antibiotika &uuml;ber Insuline bis hin zu Schmerzmitteln und einfacher Kochsalzl&ouml;sung.&ldquo; &Uuml;berdies hat das BMG die Menschen im Land tatkr&auml;ftig hinters Licht gef&uuml;hrt. Tats&auml;chlich hatte <em>Investigative Europe<\/em> die Freigabe der Akten schon im Dezember 2023 gefordert, wurde aber monatelang hingehalten. H&auml;tte die &Ouml;ffentlichkeit schon fr&uuml;her die Hinweise auf eine &bdquo;Lex Lilly&ldquo; gekannt, w&auml;re das Gesetzeswerk nicht so einfach durchgegangen. Bleibt die Frage, warum bei all dem nicht auch gleich der Bundeskanzler abdanken sollte. Ach, vergessen Sie&rsquo;s.<\/p><p><small>Titelbild: <a href=\"https:\/\/www.shutterstock.com\/de\/image-photo\/toronto-canada-august-28-2024-tirzepatide-2509100361\">Shutterstock<\/a><\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/3859dec7ff134f85a0d894856e0dd345\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der US-Konzern Eli Lilly beschlie&szlig;t, eine Hightech-Fabrik in die deutsche Provinz zu pflanzen, und die Bundesregierung setzt &ndash; Simsalabim &ndash; ein Gesetz ins Werk, mit dem das Profitmachen leichter wird. Die Vorg&auml;nge sind aktenkundig, aber f&uuml;r die Ampel nicht der Rede wert. Dass die Ansiedlung wohl Chefsache des Kanzlers war, soll auch keinen interessieren. 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