{"id":1233,"date":"2006-04-27T16:14:51","date_gmt":"2006-04-27T14:14:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=1233"},"modified":"2016-02-11T11:53:43","modified_gmt":"2016-02-11T10:53:43","slug":"wirtschaftsforscher-und-interpreten-des-spiegel-haben-nicht-mehr-alle-tassen-im-schrank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1233","title":{"rendered":"Wirtschaftsforscher und Interpreten des SPIEGEL haben nicht mehr alle Tassen im Schrank"},"content":{"rendered":"<p>Verzeihen Sie die drastische Sprache. Aber wenn eine Korrektur der erwarteten Wachstumsrate von 1,2 auf 1,8 in diesem Jahr als &bdquo;kr&auml;ftiger Aufschwung&ldquo; interpretiert wird &ndash; siehe unten, dann ist diesen Experten nicht mehr zu helfen. Das ist kein Aufschwung, und schon gar kein kr&auml;ftiger, so gerne wir das h&auml;tten. Die 1,8% d&uuml;rften knapp &uuml;ber der Rate des Produktivit&auml;tszuwachses liegen. Das hei&szlig;t: das bisschen Wachstum wirkt sich kaum auf dem Arbeitsmarkt aus. Was wir wirklich an wirtschaftlicher Dynamik br&auml;uchten, habe ich vor kurzem in einem Beitrag skizziert. Siehe Ziffer 3. meiner <a href=\"?p=1151\">Einf&uuml;hrung zur Vorstellung von &ldquo;Machtwahn&rdquo;<\/a> am 11.4.2006.<br>\n<!--more--><br>\nHier zun&auml;chst zu Ihrer Information der Beginn des SPIEGEL ONLINE Artikels:<\/p><blockquote><p>Fr&uuml;hjahrsgutachten<br>\n<strong>&Ouml;konomen sehen kr&auml;ftigen Aufschwung<\/strong><br>\nDie deutsche Wirtschaft wird in diesem Jahr so stark wachsen wie seit sechs Jahren nicht mehr. Das geht aus dem heute in Berlin vorgestellten Fr&uuml;hjahrsgutachten der sechs f&uuml;hrenden Wirtschaftsinstitute hervor. Sorgen macht den &Ouml;konomen die geplante Erh&ouml;hung der Mehrwertsteuer.<br>\nBerlin &ndash; Die Forscher der sechs Institute gehen von 1,8 Prozent Wirtschaftswachstum in Deutschland in diesem Jahr aus. In ihrem Herbstgutachten waren die Experten noch von einem Zuwachs von bundesweit 1,2 Prozent ausgegangen. In der Zwischenzeit hatten die einzelnen Institute ihre jeweiligen Erwartungen bereits angehoben.<\/p>\n<div class=\"cite_hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div>\n<p class=\"reference\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,413280,00.html\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,413280,00.html\">SPIEGEL ONLINE &ndash; 27. April 2006, 11:35<\/a><\/p>\n<\/blockquote><p>Da noch ein Link zu einer entsprechenden <a href=\"http:\/\/www.jjahnke.net\/body_rundbr10.html#arb\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.jjahnke.net\/body_rundbr10.html#arb\">Einlassung von Joachim Jahnke<\/a>.<\/p><p>Und noch ein Schlusskommentar:<br>\nIch halte einen wirtschaftlichen Aufschwung f&uuml;r den entscheidenden Hebel zur Verbesserung der Lage der Mehrheit der Menschen in Deutschland. Deshalb w&uuml;rde ich eine begr&uuml;ndete Euphorie begr&uuml;&szlig;en. Was wir aber von den Forschungsinstituten zu h&ouml;ren bekommen, sind Beruhigungspillen f&uuml;r die Bundesregierung und die &Ouml;ffentlichkeit. Die Bundesregierung m&uuml;sste aber hellwach sein, weil angesichts dieser schwachen wirtschaftlichen Entwicklung die geplante und auch von den Wirtschaftsforschern kritisch betrachtete Mehrwertsteuererh&ouml;hung in 2007 katastrophale Wirkungen haben wird. Wieder wird ein kleines Pfl&auml;nzchen einer wirtschaftlichen Verbesserung im Keim erstickt.<br>\nWir haben dies vor kurzem schon einmal erlebt: der Sachverst&auml;ndigenrat meldete sich im November 2000 mit der Behauptung zu Wort, die Konjunktur laufe rund. Damals gab es &uuml;ber 4 Millionen Arbeitslose und wirklich kein Grund zur Beruhigung. Die Sch&ouml;nf&auml;rberei hatte die Konsequenz, dass die kleine Konjunktur nicht gepflegt sondern abgew&uuml;rgt wurde. Das darf uns doch nicht immer wieder passieren.<br>\nAber es ist, wie in &bdquo;Machtwahn&ldquo; ausf&uuml;hrlich begr&uuml;ndet: Unsere Eliten sind unf&auml;hig zu einer pragmatischen Makropolitik, also zu einer pragmatischen und alle Instrumente einsetzenden Politik der Globalsteuerung unserer Volkswirtschaft.<\/p><p>Die Unf&auml;higkeit wird heute vom zust&auml;ndigen Minister und Vizekanzler M&uuml;ntefering wieder einmal in besonderer Weise demonstriert. Siehe <a href=\"http:\/\/www.bmas.bund.de\/BMAS\/Navigation\/Presse\/pressemitteilungen,did=130288.html\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.bmas.bund.de\/BMAS\/Navigation\/Presse\/pressemitteilungen,did=130288.html\">folgende Presseerkl&auml;rung<\/a> &ndash; dort hei&szlig;t es:<\/p><blockquote><p>Die deutsche Wirtschaft ist gefordert, ihre wachsende Kraft in mehr Arbeit und mehr Besch&auml;ftigungsm&ouml;glichkeiten umzusetzen. Die Politik der Bundesregierung wird dies weiter unterst&uuml;tzen. Wir werden unsere Politik der Reformen der sozialen Sicherungssysteme und der Arbeitsmarktreformen konsequent fortsetzen. Insbesondere im Bereich der Arbeitsmarkpolitik f&uuml;r J&uuml;ngere unter 25, &auml;ltere Arbeitnehmer und im Bereich der unteren L&ouml;hne werden wir konkrete Akzente setzen.<\/p><\/blockquote><p>Dieser Arbeitsminister glaubt immer noch, neue Arbeitspl&auml;tze w&uuml;rden aus Reformen folgen, man m&uuml;sse nur gen&uuml;gend Reformen machen und dann die Wirtschaft auffordern, Arbeitspl&auml;tze zu schaffen. Das ist grotesk. Arbeitspl&auml;tze werden geschaffen, wenn Auftr&auml;ge da sind.<br>\nWir leiden nicht unter Reformstau auf dem Arbeitsmarkt oder sonst wo, sondern unter der makro&ouml;konomischen Unf&auml;higkeit unserer meinungsf&uuml;hrenden und politisch entscheidenden Eliten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verzeihen Sie die drastische Sprache. Aber wenn eine Korrektur der erwarteten Wachstumsrate von 1,2 auf 1,8 in diesem Jahr als &bdquo;kr&auml;ftiger Aufschwung&ldquo; interpretiert wird &ndash; siehe unten, dann ist diesen Experten nicht mehr zu helfen. Das ist kein Aufschwung, und schon gar kein kr&auml;ftiger, so gerne wir das h&auml;tten. Die 1,8% d&uuml;rften knapp &uuml;ber der<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1233\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[123,133,30],"tags":[251,312,402,746],"class_list":["post-1233","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kampagnentarnworteneusprech","category-wichtige-wirtschaftsdaten","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-muentefering-franz","tag-reformpolitik","tag-wachstum","tag-wirtschaftsforschungsinstitute"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1233","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1233"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1233\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31108,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1233\/revisions\/31108"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1233"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1233"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1233"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}