{"id":124211,"date":"2024-11-05T09:08:49","date_gmt":"2024-11-05T08:08:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124211"},"modified":"2024-11-05T12:58:52","modified_gmt":"2024-11-05T11:58:52","slug":"die-krankenhausreform-ist-der-versuch-das-totgerittene-pferd-krankenhaus-als-sektorale-einrichtung-nochmal-fit-zu-spritzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124211","title":{"rendered":"\u201eDie Krankenhausreform ist der Versuch, das totgerittene Pferd Krankenhaus als sektorale Einrichtung nochmal fit zu spritzen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Professor <strong>Matthias Schrappe<\/strong>, Gesundheitsexperte des B&uuml;ndnis Sahra Wagenknecht (BSW), spricht im Interview mit den <em>NachDenkSeiten<\/em> &uuml;ber die Gr&uuml;nde des Krankenhaussterbens, finanzielle Anreize zur Verbesserung der Kooperation im Gesundheitswesen sowie die Kritik an der Krankenhausreform des Gesundheitsministers Karl Lauterbach. Das Interview f&uuml;hrte <strong>Karsten Montag.<\/strong><br>\n<!--more--><br>\n<strong>Karsten Montag: Herr Professor Schrappe, Sie sind Internist und waren Vorstandsvorsitzender des Universit&auml;tsklinikums Marburg. Au&szlig;erdem arbeiteten Sie als Dekan und wissenschaftlicher Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Universit&auml;t Witten\/Herdecke, Generalbevollm&auml;chtigter der Frankfurter Universit&auml;tsklinik und Direktor des Instituts Patientensicherheit der Universit&auml;t Bonn. Seit Mai 2024 sind Sie Mitglied des BSW und fungieren dort als Gesundheitsexperte. Wie kam es dazu, dass Sie sich einer so jungen Partei angeschlossen haben?<\/strong><\/p><p><strong>Matthias Schrappe<\/strong>: Ich sehe die Chance, in dieser neuen Partei Vorstellungen zu formulieren und eventuell auch umzusetzen, die dem aktuellen Entwicklungsstand im Gesundheitswesen in Deutschland entsprechen. Das sind Vorstellungen &ndash; ich war ja auch im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sachverst%C3%A4ndigenrat_zur_Begutachtung_der_Entwicklung_im_Gesundheitswesen\">Sachverst&auml;ndigenrat Gesundheit<\/a> &ndash;, &uuml;ber die wir schon seit 20 Jahren in Deutschland sprechen, die aber bis jetzt nicht konsequent angegangen werden. Es geht insbesondere um die starke Sektorierung und die Kooperationsschwierigkeiten im Gesundheitswesen. Und in einer neuen Partei, wo auch eine gewisse inhaltliche Offenheit besteht, sehe ich und sah ich die M&ouml;glichkeit, hier mit anderen Kolleginnen und Kollegen zusammen neue Inhalte auf die Beine zu stellen.<\/p><p><strong>Warum gerade das BSW?<\/strong><\/p><p>Ich war bis jetzt nie in einer Partei, aber w&uuml;rde mich schon als Linken bezeichnen. Im &Uuml;brigen bin ich staatlich gepr&uuml;fter Pazifist, also ein anerkannter Kriegsdienstverweigerer. Und ich bin auch, im Gegensatz zu vielen anderen, diesen Grunds&auml;tzen, die ich mir m&uuml;hsam erk&auml;mpft habe in fr&uuml;heren Jahren &ndash; als ich noch jung war &ndash; treu geblieben.<\/p><p><strong>Dann komme ich jetzt zum eigentlichen Thema, zum Krankenhaussterben und zur Krankenhausreform. Die durchschnittliche Anzahl der Verweildauer im Krankenhaus ist zwischen 1991 und 2018 von 14 auf sieben Tage zur&uuml;ckgegangen. Seitdem ist kein weiterer R&uuml;ckgang mehr feststellbar. Die j&auml;hrliche Anzahl der Patienten ist von 14,5 Millionen im Jahr 1991 auf 19,5 Millionen im Jahr 2019 angestiegen. Seit 2020 schwankt sie um 17 Millionen. Wenn die durchschnittliche Verweildauer im Krankenhaus zur&uuml;ckgeht und die Anzahl der Patienten nicht im gleichen Ma&szlig; steigt oder sogar zur&uuml;ckgeht, f&uuml;hrt das unweigerlich zu &Uuml;berkapazit&auml;ten. Ist deren Abbau nicht eine logische Folge?<\/strong><\/p><p>Ja, das ist eine Kernfrage. Zun&auml;chst muss man langfristige und kurzfristige Entwicklungen unterscheiden. Seit 1993, als die Fallpauschalierung &ndash; Stichwort Seehofer-Gesetzgebung &ndash; mit den Sonderentgelten und Fallpauschalen begann, lag die Verweildauer tats&auml;chlich noch bei zwei Wochen. Als das Gesundheitsfinanzierungsgesetz im Jahr 1972 verabschiedet wurde, da lag sie sogar noch bei drei Wochen. Im &Uuml;brigen waren damals die Patienten noch einverstanden, wenn man ihnen vor dem Wochenende sagte, sie m&uuml;ssten bis n&auml;chsten Dienstag im Krankenhaus bleiben. Denn montags durfte man sie nicht entlassen, das haben die Krankenkassen nicht abgenommen. Also, die Patienten haben sich auch ge&auml;ndert. Und so sind wir den Weg gegangen, den alle Gesundheitswesen in der entwickelten Welt, au&szlig;er Japan, in der Vergangenheit gegangen sind. Wir haben &ndash; auch unterst&uuml;tzt durch die moderne Medizin, durch neue Techniken &ndash; die Verweildauer deutlich gek&uuml;rzt. Gleichzeitig ist es aber in dem von Ihnen genannten Zeitraum zu einem deutlichen Anstieg von ungef&auml;hr einem Drittel der F&auml;lle gekommen. Das darf man auch nicht vergessen. So haben zwar in diesen zur&uuml;ckliegenden 30 Jahren Krankenh&auml;user zugemacht, aber nicht in dem Ma&szlig;e, in dem man das ohne den Fallzahlenanstieg h&auml;tte erwarten m&uuml;ssen.<\/p><p>Dagegen muss man die kurzfristige Entwicklung halten, sie ist wirklich au&szlig;erordentlich erstaunlich. Da laufen derzeit auch Forschungen, denn das ist noch nicht v&ouml;llig entschl&uuml;sselt. Klar, als Corona kam, hat es eine regelrechte Furcht vor Krankenh&auml;usern gegeben. Man hat dort Situationen mit Ansteckungsrisiko vermutet, nicht ganz unberechtigterweise &ndash; siehe Bergamo, wo die Nichtbeachtung der Krankenhaushygienepl&auml;ne dazu gef&uuml;hrt hat, dass die Krankenh&auml;user regelrechte Hotspots wurden und zur Verbreitung ma&szlig;geblich beigetragen haben. In der Folge ist es dann in Deutschland zu paradoxen Verg&uuml;tungsvereinbarungen gekommen. Man hat leer stehende Patientenbetten regelrecht belohnt &ndash; 560 Euro f&uuml;r ein leer stehendes Bett. Da brauchte man auch kein Personal vorhalten, nicht heizen und kein Essen bereitstellen. Und man brauchte sich auch nicht mit einem neuen Patienten abgeben. Deswegen haben die Krankenh&auml;user in sehr hoher Zahl das Bettenangebot zur&uuml;ckgefahren. Daraufhin kam es nat&uuml;rlich auch deswegen zu einer deutlichen Abnahme der Fallzahlen. Knapp 20 Millionen pro Jahr waren es vorher, und jetzt sind wir zwischen 16 und 17 Millionen. Und jetzt kommt die interessante Frage, warum das nach Beendigung der Corona-Epidemie so geblieben ist. Man h&auml;tte ja erwartet, dass die Fallzahlen wieder ansteigen. Da sind Elemente des derzeitig diskutierten Strukturwandels zu sehen. Man hat die Krankenh&auml;user heruntergefahren, und man hat politisch nicht viel getan, sie wieder hochzufahren, weil die Abnahme der Fallzahlen von Gesundheitsminister Karl Lauterbach und seiner Kommission erw&uuml;nscht war. Sie waren immer der Meinung, es gibt zu viele Krankenh&auml;user in Deutschland.<\/p><p>Au&szlig;erdem ist es reine angewandte Betriebswirtschaft. Ich habe ja selbst Krankenh&auml;user geleitet. Im Krankenhaus hat man weitestgehend mit sogenannten sprungfixen Kosten zu tun. Das hei&szlig;t, wenn Sie eine Station zumachen, dann ben&ouml;tigen Sie entsprechend weniger Personal, Heizenergie, Essen und so weiter &ndash; Kosten, die sofort wieder zu 100 Prozent anfallen, wenn Sie einen einzigen Patienten auf der geschlossenen Station aufnehmen. Also lassen Sie die Station zu. Diese Tendenz ist zwar betriebswirtschaftlich vern&uuml;nftig, ob sie aber dem Behandlungsbedarf in der Fl&auml;che entspricht, ist eine v&ouml;llig andere Frage. Das sind Dinge, die dazu beigetragen haben, dass sich die Fallzahlen auf einem niedrigeren Niveau stabilisiert haben.<\/p><p><strong>Ich habe an den Prozedur-Codes der Krankenhausabrechnungsdaten ablesen k&ouml;nnen, dass insbesondere bei den Diagnosema&szlig;nahmen ein deutlicher R&uuml;ckgang w&auml;hrend der Corona-Zeit und auch danach festzustellen ist. Offenbar nehmen die Menschen weniger Vorsorgeuntersuchungen wahr.<\/strong><\/p><p>Es gibt auch andere Entwicklungen, zum Beispiel bei Schlaganf&auml;llen und Herzinfarkten. Das sind F&auml;lle, die nicht elektiv auftreten. Das hei&szlig;t, sie treten auf, ohne dass man sie verhindern kann. Auch da haben wir bislang nicht ganz entschl&uuml;sselte R&uuml;ckg&auml;nge. Es kann einfach sein, dass die Barriere, ein Krankenhaus aufzusuchen, h&ouml;her geworden ist. Das ist sicherlich unter Corona der Fall gewesen. Die Frage ist, warum es jetzt immer noch so ist. Da muss man sich dann mit der Frage besch&auml;ftigen, ob wir eine Unterversorgung haben und die Patienten keine Termine mehr bekommen &ndash; nicht nur im ambulanten, sondern auch im station&auml;ren Bereich, weil die Kliniken Notfallaufnahmen schlie&szlig;en und weniger zug&auml;nglich sind.<\/p><p><strong>Inwieweit ist die Privatisierung von Krankenh&auml;usern verantwortlich f&uuml;r die Schlie&szlig;ungen?<\/strong><\/p><p>Die ist erst einmal gar nicht daf&uuml;r verantwortlich. Die privaten Krankenhaustr&auml;ger sind aber ein Profiteur der Entwicklung der neuen Gesetzgebung. Sie verf&uuml;gen &uuml;ber ungef&auml;hr 40 Prozent der deutschen Krankenh&auml;user. Das ist aber nicht &uuml;ber alle Krankenhausklassen gleich verteilt, sondern sie halten vor allen Dingen kleine Krankenh&auml;user, h&auml;ufig auf dem Land, wo die Quote bei &uuml;ber 50 Prozent liegt. Da werden jetzt in der Krankenhausgesetzgebung, im KHVVG [Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz], das aktuell vom Bundestag, aber noch nicht vom Bundesrat beschlossen worden ist, Angebote gemacht, die f&uuml;r die privaten Tr&auml;ger sehr interessant sind. Das sind insbesondere sektor&uuml;bergreifende Versorgungszentren nach Paragraf 115 g, die letztendlich f&uuml;r kapitalstarke private Tr&auml;ger die Chance f&uuml;r die Errichtung von regionalen integrierten Versorgungsmonopolen erm&ouml;glichen. Dadurch k&ouml;nnen diese dort nicht nur die ganze Versorgung beherrschen, sondern auch die Preise machen. Insofern ist das schon mit der Privatisierungsfrage verbunden. Aber man kann nicht sagen, dass die privaten Krankenhaustr&auml;ger darauf gedrungen h&auml;tten, Krankenh&auml;user zu schlie&szlig;en. Ganz im Gegenteil, private Tr&auml;ger konzentrieren sich auf Elektiv-Eingriffe, die gut steuerbar sind und die man auch in der Menge steigern kann. Insofern waren sie schon sehr zufrieden mit den bisherigen Zust&auml;nden.<\/p><p><strong>Was zeichnet diese Versorgungszentren aus? Sind sie eher im l&auml;ndlichen Bereich zu finden, und welche Leistungen decken sie ab?<\/strong><\/p><p>Das sind die sogenannten Level 1i Krankenh&auml;user. Sie sollen eher basale Versorgung sicherstellen, was ja auch in solchen Regionen, die d&uuml;nn besiedelt sind, besser als nichts ist. Die haben einen st&auml;rkeren Fokus auf pflegerische Ma&szlig;nahmen. Nehmen Sie einfach einmal das Beispiel von einem &auml;lteren Herrn, der im Hochsommer seine Medikamente weiter nimmt, aber nicht genug Fl&uuml;ssigkeit zu sich nimmt. Der kommt dann in eine medikamentenbedingte Benommenheit und muss im Krankenhaus mit Fl&uuml;ssigkeit versorgt werden. Das ist jetzt nicht unbedingt eine Ma&szlig;nahme, bei der der Oberarzt kommen muss, sondern da kann man auch mit Pflegekr&auml;ften sehr viel bewirken. Solche kurzzeitigen Aufnahmen sollen in den Versorgungszentren geleistet werden. Was jetzt aber hinzukommt, ist mit dem Begriff &bdquo;sektor&uuml;bergreifend&ldquo; beschrieben. Damit ist gemeint, dass der ambulante Bereich im Krankenhaus t&auml;tig werden kann und das Krankenhaus im ambulanten Bereich t&auml;tig werden kann. Das ist sehr gut. Allerdings wird das im KHVVG, in dieser gro&szlig;en Krankenhausreform, als purer Appell an die Kooperationsbereitschaft der Player, also ambulanter Bereich, station&auml;rer Bereich, Pflegebereich, Apotheke und so weiter, formuliert und hat keine eigene finanzielle Absicherung, kein eigenes Budget. Wenn sich die regionalen Partner nicht verstehen und auch die B&uuml;rgermeisterin nicht daf&uuml;r sorgen kann, dass f&uuml;r ihre Kommunen nun endlich eine, wenn auch nur basale, Versorgung aufgebaut wird, dann funktioniert das auch nicht. Denn die einzelnen Bereiche (ambulant, station&auml;r etc.) m&uuml;ssen sich einerseits in ihren sektoralen Budgets bewegen, auf der anderen Seite mit dem Nachbarsektor kooperieren, was sie bis jetzt nie getan haben &ndash; trotz aller Versuche der Gesundheitspolitik, das zu bewirken &ndash;, denn sie haben bisher nur auf ihr eigenes Budget geschaut. Es ist au&szlig;erordentlich fragw&uuml;rdig, aus meiner Sicht sogar ausgeschlossen, dass das jetzt klappen wird.<\/p><p><strong>Sie stellen also eine Konkurrenz zwischen ambulanter und station&auml;rer Versorgung in Deutschland fest. Wie ist es zu dieser Konkurrenz gekommen?<\/strong><\/p><p>Diese Konkurrenz ist durch das Gesundheitsstrukturgesetz 1993 entstanden. Das war der gro&szlig;e Kompromiss 1992 zwischen SPD und CDU\/CSU (&bdquo;Lahnstein&ldquo;). Um bessere Transparenz zu schaffen, hat man damals die beiden gro&szlig;en Sektoren, ambulante Versorgung und station&auml;re Versorgung, getrennt und ihnen eigene Sektoren und eine eigene Finanzierung zugewiesen. Das ist damals nicht ganz dumm gewesen, muss man ganz klar sagen, weil vorher in diesem gro&szlig;en un&uuml;bersichtlichen Konglomerat der Finanzstr&ouml;me kein Mensch mehr durchgeblickt hat. Im station&auml;ren Bereich wurden damals bereits die ersten Fallpauschalen f&uuml;r bestimmte Operationen eingef&uuml;hrt. Das war eine kleine Revolution. So hat man zumindest f&uuml;r kleine Teile des operativen Bereichs mehr Transparenz gewonnen. Auch die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Diagnosebezogene_Fallgruppen\">DRGs<\/a> [Diagnosis Related Groups; deutsch: diagnosebezogene Fallgruppen] haben ja als Hauptfunktion diese Transparenz. Wenn man eine Integration zwischen den Sektoren haben will, muss man ja erst einmal wissen, was in den Sektoren &uuml;berhaupt passiert. Diese Entwicklung wurde dann durch die DRGs beschleunigt, ist allerdings nie weitergef&uuml;hrt worden. Man hat zwar Transparenz gewonnen, weil man heute wei&szlig;, was im Krankenhaus gemacht wird und auch im ambulanten Bereich. Aber die Player optimieren ihre sektoralen Budgets lediglich, weil sie keinen Grund haben zu kooperieren. Jede Abgabe eines Niedrig-Risiko-Patienten an den Nachbarsektor bedeutet, dass man sich selbst Erl&ouml;sm&ouml;glichkeiten nimmt und sie dem angrenzenden Sektor gibt. Das macht nat&uuml;rlich niemand gerne. Die komplizierten Patienten werden hingegen sehr gerne in den Nachbarsektor verschoben, weiter ins Pflegeheim, weiter in die Rehabilitation und so weiter. Man hat Mitte der Nullerjahre mit dem Ende der Amtszeit von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt verpasst, das DRG-System weiterzuentwickeln, sodass wir heute nur noch die Nebenwirkung dieses Systems sehen, aber nicht mehr &ndash; Stichwort Transparenzsteigerung &ndash; dessen etwaigen Vorteil. Man h&auml;tte also viel fr&uuml;her anfangen m&uuml;ssen mit &Uuml;berlegungen, wie man eine Integration der Sektoren, eine integrierte, regionale und populationsbezogene Versorgung ansteuert.<\/p><p><strong>Um was genau konkurrieren die Sektoren? K&ouml;nnten Sie die Konkurrenz an einem konkreten Beispiel erl&auml;utern?<\/strong><\/p><p>Die Krankenh&auml;user wollen F&auml;lle, am besten Patienten, die schnell operiert werden k&ouml;nnen, die jung sind und keine Begleiterkrankungen haben &ndash; w&auml;hrend sie bei Patienten mit multiplen Begleiterkrankungen und Risikofaktoren oft draufzahlen. Dann haben die Krankenh&auml;user von den DRG etwas &uuml;brig. Im ambulanten Bereich ist es genauso, die sind ja auch budgetiert, fallbezogen. Die wollen jetzt nicht noch komplizierte Untersuchungen machen, sondern wenn der Patient Bauchschmerzen und Probleme mit der Galle hat, dann kommt er ins Krankenhaus. Wir haben in Deutschland ganz klassisch Probleme mit bestimmten antibiotikaresistenten Krankenhauserregern, <a href=\"https:\/\/www.pflege.de\/krankheiten\/mrsa\/\">MRSA<\/a> beispielsweise. In den Niederlanden wird das kooperativ angegangen. Jeder sorgt f&uuml;r das Gesamtsystem und macht die Tests auf MRSA, bevor ins Krankenhaus geschickt wird, w&auml;hrend bei uns &ndash; Ausnahmen best&auml;tigen die Regel &ndash; die Testung einfach unterlassen wird. Wenn der Patient dann ins Krankenhaus kommt, k&ouml;nnen die ja gucken, ob er beispielsweise MRSA an der offenen Beinwunde hat. Wir haben einfach von den Finanzierungsstr&ouml;men her keinen Anreiz, f&uuml;r den Nachbarsektor mitzudenken. Das ist der Grund, warum unser Gesundheitssystem keine guten Ergebnisse bringt und so teuer ist.<\/p><p><strong>Und wie lassen Sie diese beiden Sektoren jetzt integrieren?<\/strong><\/p><p>Was ich jetzt sage, ist keine BSW-Position. Allerdings vertrete ich pers&ouml;nlich auch in meiner Funktion im BSW die Meinung, dass man die Situation nur bereinigen kann, indem man hoch innovativen, integrativen Konzepten und Projekten, die es in der Fl&auml;che gibt, einen verbrieften Anspruch auf eine eigene Finanzierungss&auml;ule bereitstellt. Es gibt ja in der Fl&auml;che Bestrebungen, die Gesundheitsversorgung beispielsweise einer Region oder einer Versichertenpopulation in Ballungsgebieten zu integrieren, weil die Verantwortlichen dies verstanden haben. Allerdings basiert das dann immer auf Einzelvereinbarungen. Die halten manchmal nur von 12 Uhr bis mittags. Wenn die handelnden Personen (also zum Beispiel Krankenkassenvertreter, Krankenhausleiter und Chef&auml;rzte, kommunale Vertreter) weggehen oder in eine andere Region umziehen, dann bricht das h&auml;ufig zusammen. Deswegen brauchen diese Konzepte, sowohl regionale als auch versicherungspopulationsbezogene Konzepte, einen verbrieften Anspruch auf Finanzierung. Diesen Schritt ist bis jetzt keine Partei gegangen, obwohl alle Experten, die etwas davon verstehen, schon lange darauf hinweisen, dass es ohne das nicht gehen wird. Durch gutes Zureden allein wird es nicht funktionieren. Wir brauchen also eine dritte Finanzierungss&auml;ule, die im Sozialgesetzbuch gleichberechtigt neben der ambulanten, der station&auml;ren und der pflegerischen Versorgung steht. Da m&uuml;ssen dann gewisse Grunds&auml;tze erf&uuml;llt sein. Wenn eine solche Versorgungseinheit jedoch Eintritt in das System findet, dann sollte diese das Anrecht auf eine eigene Verg&uuml;tungslogik haben und sich in dem Sinne frei entfalten k&ouml;nnen.<\/p><p><strong>Haben Sie ein konkretes Beispiel f&uuml;r eine Versorgungseinheit, welche die Bedingungen f&uuml;r eine dritte Finanzierungss&auml;ule erf&uuml;llen w&uuml;rde?<\/strong><\/p><p>Nehmen wir das Beispiel eines Krankenhauses in einer nicht so stark besiedelten Region, das aufgrund des Einzugsbereichs nicht in der Lage ist, hoch spezialisierte Leistungen anzubieten, wohl aber eine Grundversorgung mit einer kleinen Intensivstation sowie Behandlungsm&ouml;glichkeiten von Herzinfarkt und Schlaganfall auf einem guten Niveau. Wenn das Krankenhaus sich jetzt mit der &ouml;rtlichen kassen&auml;rztlichen Vereinigung zusammensetzt, mit den ambulanten Versorgern, mit den Pflegediensten, mit der Politik, die ja auch ein Interesse daran hat, die Bev&ouml;lkerung ad&auml;quat zu versorgen, und alle ein gemeinsames Budget haben, werden sie sich gut &uuml;berlegen, ob man beispielsweise eine Leistenbruchoperation bei einem relativ gesunden, mittelalten Mann ambulant oder station&auml;r durchf&uuml;hrt. Heute w&uuml;rde die Logik sagen, das kann nur station&auml;r gemacht werden, dauert nur einen Tag, und das Krankenhaus bekommt die Pauschale. In einem anderen System w&uuml;rde man sagen, wir essen alle aus einem Topf. Das hei&szlig;t, wir &uuml;berlegen uns, ob das nicht doch einfach ambulant zu machen w&auml;re. Und das Krankenhaus macht die F&auml;lle von Leistenbruchoperationen mit schweren Begleiterkrankungen, bei Patienten beispielsweise mit schwer einstellbarem Zucker, mit bereits zwei Herzinfarkten oder anderen Risikofaktoren, die ambulant nicht gut zu behandeln sind. Diese &Uuml;berlegungen w&uuml;rden in so einem integrierten Geschehen nat&uuml;rlich zum Nutzen aller angestellt werden.<\/p><p><strong>Ist diese dritte Finanzierungss&auml;ule der &ouml;konomische Anreiz, der die Sektoren zur Integration zwingt?<\/strong><\/p><p>Das ist kein Zwang, sondern eine befreiende M&ouml;glichkeit. Denn man muss ganz klar sagen, keiner ist zurzeit zufrieden. Ambulant t&auml;tige &Auml;rzte &auml;chzen darunter, dass sie mit ihrem Budget nicht auskommen und dass es so schwierig ist, sich auf die Patienten zu konzentrieren, bei denen es gerade ambulant machbar ist. Der station&auml;re Sektor ist damit besch&auml;ftigt, F&auml;lle zu akquirieren. Da wissen die &Auml;rzte doch auch, dass viele F&auml;lle auch ambulant h&auml;tten operiert werden k&ouml;nnen. Aber sie m&uuml;ssen das machen, und das ist ein &ouml;konomischer Zwang. Ein drittes Budget einzuf&uuml;hren, w&uuml;rde stattdessen hei&szlig;en, dass man sich viel freier bewegen kann. Man kann sich die Patienten angucken und sagen, der muss im Krankenhaus operiert werden, der kann ambulant operiert werden, der braucht eine anschlie&szlig;ende Pflege, der braucht keine anschlie&szlig;ende Pflege und so weiter. Und man muss halt mit dem Gesamtbudget hinkommen und darf auch nicht zu stark sparen. Das sind dann nachgeordnete Fragen. Insofern ist das kein Zwang, sondern das ist die L&ouml;sung.<\/p><p><strong>Es geht also darum, eine Finanzierung bereitzustellen, damit f&uuml;r jeden Fall die angemessene Behandlung gew&auml;hlt wird.<\/strong><\/p><p>&hellip; ohne die sektoralen Egoismen zu bedienen. Das ist der Punkt.<\/p><p><strong>Was genau kritisieren Sie an der Krankenhausreform von Bundesgesundheitsminister Lauterbach?<\/strong><\/p><p>Die Krankenhausreform ist der Versuch, das totgerittene Pferd Krankenhaus als sektorale Einrichtung nochmal fit zu spritzen. Es ist ein nochmaliger verzweifelter Versuch, den F&auml;ngen der sektoralen Optimierung zu entkommen. Aber da diesem Entwurf jegliche Weitsicht und jeglicher glaubw&uuml;rdige Ansatz hinsichtlich der Integration fehlt, kann man diesem Gesetz kein fachlich positives Urteil geben. Letztendlich ist es bezogen auf die Entwicklungsnotwendigkeit unseres Gesundheitswesens eine Kapitulation: riesige Vorschriften, dirigistisch bis zum geht nicht mehr. Die Entscheidungen sollen alle letztendlich in der Friedrichstra&szlig;e in Berlin Mitte im Gesundheitsministerium gef&auml;llt werden &ndash; mit zahllosen Details gegen den Rat aller Beteiligten. Alle Beteiligten sprechen sich dagegen aus. Nat&uuml;rlich sind manche jetzt ein bisschen eingeknickt und wollen es sich nicht noch weiter mit dem Gesundheitsminister verderben. Aber gegen s&auml;mtlichen Rat wird da ein verzweifelter Versuch unternommen, die Situation noch ein einziges Mal zu retten, ohne eine grunds&auml;tzliche L&ouml;sung anzugehen. Die Bundesl&auml;nder sind jetzt in einer schwierigen Situation. Das wird noch interessant, weil sie f&uuml;r die Investitionen im Krankenhausbereich zust&auml;ndig sind, und sie haben diese in den letzten 20, 30 Jahren schleifen lassen. Es sind riesige R&uuml;ckst&auml;nde aufgelaufen. Die Krankenh&auml;user sind marode. Der Bund hat nur die Verbrauchskosten, die direkten Behandlungskosten beizutragen. Die Investitionen m&uuml;ssen von den L&auml;ndern kommen, deswegen sind sie jetzt in einer Zwangslage. Ich gebe nicht so viel Hoffnung darauf, dass sie das Gesetz im Bundesrat stoppen, weil sie vor einem riesigen Berg nicht eingegangener Verpflichtungen stehen.<\/p><p><strong>Die Krankenhausreform sieht eine Vorhaltepauschale f&uuml;r Krankenh&auml;user in l&auml;ndlichen Regionen vor, die nicht nach dem DRG abgerechnet werden m&uuml;ssen. Was w&uuml;rden Sie daran anders haben wollen?<\/strong><\/p><p>Eine der gr&ouml;&szlig;ten Nebenwirkungen des DRG-Systems ist der Mengenanreiz. Das hei&szlig;t, je mehr man mit derselben Personalmannschaft leistet, desto mehr bleibt von der Fallpauschale &uuml;brig. Das nennt man Mengenanreiz: mehr F&auml;lle mit demselben Personal mit denselben Betten zu behandeln, also statt 100, 101 oder 110 F&auml;lle. Dieser Mengenanreiz soll durch dieses Gesetz, so steht es in der Begr&uuml;ndung, relativiert werden. Das Gegenteil ist der Fall. Die Vorhaltepauschalen bekommen sie nur, wenn sie f&uuml;r jede Leistungsgruppe bis jetzt nicht bekannte Mindestmengen erreichen. Das hei&szlig;t, was werden die Krankenh&auml;user machen? Sie werden weiter in die Menge gehen, damit sie in den Leistungsgruppen berechtigt werden, das Vorhaltebudget einzustreichen. Das ist der erste Punkt. Der zweite Punkt, der mindestens genauso wichtig ist, ist, dass die Krankenh&auml;user gezwungen sind, aus den laufenden Kosten aus dem DRG ihre Ger&auml;te zu kaufen und ihre dringendst notwendigen Investitionen irgendwie zu finanzieren, weil die Bundesl&auml;nder ihren Investitionsverpflichtungen nicht nachgekommen sind. Nun, 40 Prozent der Finanzierung wird ja weiterhin mit DRGs gemacht. Das hei&szlig;t, dieser Anreiz, Mittel f&uuml;r Investitionsentscheidungen zu generieren, wird jetzt konzentriert auf 40 Prozent der Finanzierung. Unterm Strich muss man daher sagen, dass eines der Hauptziele, n&auml;mlich den Mengenanreiz zu bek&auml;mpfen, in diesem Gesetz in das Gegenteil verkehrt wird.<\/p><p><strong>Wenn Sie jetzt an der Stelle von Herrn Lauterbach w&auml;ren, was w&uuml;rden Sie anders machen?<\/strong><\/p><p>Ich w&uuml;rde erst mal diese Reform zur&uuml;cknehmen, da gibt es gar keine Frage; und die vielen Paragrafen streichen, denn die stellen selbst f&uuml;r Spezialisten ein nicht mehr zu durchdringendes Konvolut dar. Das Zweite ist, dass das Gesundheitssystem seit Bismarck korporatistisch organisiert ist. Zu meinen, man k&ouml;nnte das aus der Friedrichstra&szlig;e in Berlin von oben mal eben so alles drehen, ist eine Illusion, die man nur m&uuml;de bel&auml;cheln kann. Ich w&uuml;rde mich mit den Beteiligten hinsetzen, um zu besprechen, wie man die Richtung des Gesundheitssystems hin zu einer mehr integrierten Versorgung &auml;ndern kann. Das muss finanziell unterf&uuml;ttert werden. Man muss da bestimmte Probleme l&ouml;sen. Es ist beispielsweise ein Unterschied, ob man Integration in einer gering besiedelten Region f&ouml;rdern will &ndash; in Nordhessen oder in Mecklenburg-Vorpommern &ndash; oder in Oberhausen mitten im Ruhrgebiet. Im Ruhrgebiet macht es keinen Sinn, geografisch zu sagen, von der Stra&szlig;e X bis Stra&szlig;e Y machen wir jetzt Integration. In Nordhessen k&ouml;nnte man schon sagen, da konzentrieren wir uns jetzt auf einen regional bestimmten integrativen Ansatz. Solche Fragen sind zu kl&auml;ren. Was macht man in Oberhausen oder in anderen dicht besiedelten Gebieten, wie zum Beispiel im Rhein-Main-Gebiet? Da bietet sich zum Beispiel an, &uuml;ber die Zugeh&ouml;rigkeit zu Versicherungen zu arbeiten. Solche Fragen m&uuml;ssen dann gekl&auml;rt werden. Die sind hoch schwierig. Wir haben im Sachverst&auml;ndigenrat schon viele Konzepte vorliegen. Die muss man dann &uuml;berhaupt erst mal zur Kenntnis nehmen und in Richtung einer mehr integrativen Finanzierung und Steuerung des Gesundheitswesens arbeiten.<\/p><p><strong>Sie haben Herrn Lauterbach in einem <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/innenpolitik\/krankenhausreform-lauterbach-hat-einen-gewissen-sonnenkonigskomplex\">Interview<\/a> einen &bdquo;Sonnenk&ouml;nig-Komplex&ldquo; vorgeworfen. Sie w&uuml;rden einen partizipativeren Ansatz bevorzugen. Sie w&uuml;rden also mit den Beteiligten an einem Konzept arbeiten wollen. Die Beteiligten sind dann die Krankenh&auml;user, die Krankenkassen, wer noch?<\/strong><\/p><p>Die Pflegeeinrichtungen, die Sozialtr&auml;ger. Gesundheit ist ja nicht eine Sache, die an der Krankenhaust&uuml;r stehen bleibt. Alle, die beteiligt sind, m&uuml;ssen einbezogen werden, bis hin zur Arbeitsmedizin, Gesundheits&auml;mter, &ouml;ffentliche Gesundheitsversorger. Es geht auch nicht nur ums miteinander Reden. Man muss schon Grundsatzentscheidungen treffen, zum Beispiel zu regionalen und populationsbezogenen Versorgungsbudgets. Aber es ist eine Illusion, zu glauben, man k&ouml;nnte ein so entwickeltes und differenziertes Gebiet &ndash; eines der gr&ouml;&szlig;ten Politikfelder &uuml;berhaupt, die es in Deutschland gibt &ndash; einfach so von oben herab gestalten. Im Gesundheitswesen arbeiten in Deutschland zehn Prozent aller Besch&auml;ftigten, und es werden eine halbe Billion Euro pro Jahr umgesetzt. Das mal eben so von oben herab neu zu organisieren, das klappt nicht. Das kann man nur mit guten Konzepten mit den Beteiligten zusammen machen, das ist v&ouml;llig klar. Das w&auml;re ungef&auml;hr so, als wenn ich als Krankenhausleiter den Besch&auml;ftigten sagen w&uuml;rde, wir marschieren jetzt alle rechtsrum oder linksrum, und vertraue darauf, dass alle das so gehorsam machen. Die machen das f&uuml;r uns eine Sekunde lang, aber von da an nicht mehr. Das anders zu sehen, ist vormodernes Denken. Man muss schon alle &uuml;berzeugen und mitnehmen, von unten kommt die Kraft.<\/p><p><strong>Die Kosten der derzeit beschlossenen Krankenhausreform von 50 Milliarden Euro sollen zur H&auml;lfte aus Steuergeldern und zur anderen H&auml;lfte von den gesetzlich Krankenversicherten finanziert werden. Warum hat man die Privatversicherten herausgenommen, und wird dies nicht unweigerlich zu h&ouml;heren Belastungen bei den Beitr&auml;gen f&uuml;hren?<\/strong><\/p><p>Nat&uuml;rlich, das ist ja nur ein Punkt. Wir haben ja in einem gro&szlig;en Umfang im Gesundheitswesen eine Zweckentfremdung der Sozialversicherungsfinanzen. Bei den B&uuml;rgergeldempf&auml;ngern m&uuml;sste eigentlich der Bund im vollen Umfang die Gesundheitsversorgung &uuml;bernehmen. Es handelt sich um neun Milliarden Euro, die da fehlen, weil der Bund nur einen kleinen Teil davon &uuml;bernimmt. Der Rest wird von den Krankenkassen getragen. Und in diesem Fall, also der Krankenhausreform, geht es um 50 Milliarden f&uuml;r den Transformationsfonds, und es ist nun mal nicht die Aufgabe von Krankenkassen und den Versicherten, Infrastrukturma&szlig;nahmen zu finanzieren. Man k&ouml;nnte dann genauso sagen, wir nehmen Versichertengelder, um die Wohnungsnot zu bek&auml;mpfen. Auch das w&auml;re nicht richtig. Das wird ja auch mit Sicherheit verfassungsrechtlich gepr&uuml;ft werden. Diesem Punkt, zusammen mit der Verantwortung von Bundesl&auml;ndern f&uuml;r die Krankenhausversorgung, r&auml;ume ich pers&ouml;nlich einen gro&szlig;en Stellenwert und gro&szlig;e Erfolgsaussichten ein, denn da werden Milliarden aus daf&uuml;r nicht zust&auml;ndigen Budgets genommen, aus dem Bereich der gesetzlichen Krankenkassen. Der Erhalt, der Aufbau und der Umbau von Infrastruktur ist nicht Versicherungsaufgabe, sondern &ouml;ffentliche Steueraufgabe.<\/p><p><strong>Und wieso hat man die Privatversicherten da nicht mit hineingenommen?<\/strong><\/p><p>Dass die Privatversicherten nicht mitzahlen sollen, das ist nat&uuml;rlich ein Geschenk an die Besserbeg&uuml;terten. Auch die Beamten geh&ouml;ren dazu. Das zeigt nur, dass es sich eigentlich um eine versteckte Steuer handelt, die von den gesetzlich Krankenversicherten, das hei&szlig;t von den nicht so Beg&uuml;terten unserer Gesellschaft, exklusiv getragen werden soll.<\/p><p><small>Titelbild: metamorworks \/ shutterstock.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/3798e0c1be2a44bdbbec3ca383decad6\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Professor <strong>Matthias Schrappe<\/strong>, Gesundheitsexperte des B&uuml;ndnis Sahra Wagenknecht (BSW), spricht im Interview mit den <em>NachDenkSeiten<\/em> &uuml;ber die Gr&uuml;nde des Krankenhaussterbens, finanzielle Anreize zur Verbesserung der Kooperation im Gesundheitswesen sowie die Kritik an der Krankenhausreform des Gesundheitsministers Karl Lauterbach. 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