{"id":124272,"date":"2024-11-08T09:00:53","date_gmt":"2024-11-08T08:00:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124272"},"modified":"2026-01-27T11:48:27","modified_gmt":"2026-01-27T10:48:27","slug":"die-tagesschau-ist-zum-propagandasender-verkommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124272","title":{"rendered":"\u201eDie Tagesschau ist zum Propagandasender verkommen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;Der &ouml;ffentlich-rechtliche Rundfunk ist am Ende: Aber ein Ende ist nicht in Sicht&ldquo; &ndash; unter diesem Titel haben <strong>Volker Br&auml;utigam<\/strong> und <strong>Friedhelm Klinkhammer<\/strong> ein Buch ver&ouml;ffentlicht, das sich auch als der finale Abgesang auf die <em>Tagesschau<\/em> bezeichnen l&auml;sst. Beide haben Jahrzehnte beim &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk (&Ouml;RR) gearbeitet. Mit Kritik am &Ouml;RR halten sich Klinkhammer und Br&auml;utigam nicht zur&uuml;ck. Ihre Auseinandersetzung mit der <em>Tagesschau<\/em> zeigt den Abgrund des &ouml;ffentlich-rechtlichen Nachrichtenjournalismus. Im NachDenkSeiten-Interview verdeutlichen Br&auml;utigam und Klinkhammer, wie &bdquo;politische Meinungsmache&ldquo; und &bdquo;publizistischer Machtmissbrauch&ldquo; aussehen. Ihr Fazit: &bdquo;Der real existierende &ouml;ffentlich-rechtliche Rundfunk ist nicht reformierbar.&ldquo; Von <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_571\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-124272-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241108_Die_Tagesschau_ist_zum_Propagandasender_verkommen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241108_Die_Tagesschau_ist_zum_Propagandasender_verkommen_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241108_Die_Tagesschau_ist_zum_Propagandasender_verkommen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241108_Die_Tagesschau_ist_zum_Propagandasender_verkommen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=124272-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241108_Die_Tagesschau_ist_zum_Propagandasender_verkommen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"241108_Die_Tagesschau_ist_zum_Propagandasender_verkommen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Marcus Kl&ouml;ckner: Herr Klinkhammer, Herr Br&auml;utigam, Sie haben sich gerade auf 240 Seiten mit dem &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk (&Ouml;RR) auseinandergesetzt. Nach der Lekt&uuml;re Ihres Buches ist der Eindruck: Wir leisten uns f&uuml;r viel Geld einen Rundfunk, der in weiten Teilen einen katastrophalen Journalismus abliefert. W&uuml;rden Sie bitte kurz zum Einstieg in das Interview zusammenfassend die Schwachstellen ansprechen?<\/strong><\/p><p><strong>Br&auml;utigam:<\/strong> Wenn&lsquo;s denn nur Schwachstellen w&auml;ren! Aber wir haben &uuml;ber Selbstzensur zu reden, &uuml;ber politische Meinungsmache, selbstherrlichen publizistischen Machtmissbrauch, bewusste Falschinformation. H&ouml;flich, aber nachdr&uuml;cklich erinnere ich daran: Der Gesetzgeber hat die Kernaufgabe des Rundfunks und Fernsehens bestimmt und diesbez&uuml;glich keinerlei Spielraum gelassen: &bdquo;Freie individuelle und &ouml;ffentliche Meinungsbildung garantieren. Der Meinungsvielfalt verpflichtet sein&ldquo;. Rundfunk und Fernsehen haben, ich zitiere, &bdquo;&hellip; Nachrichten vor ihrer Verbreitung &hellip; auf Wahrheit und Herkunft zu pr&uuml;fen&ldquo; und beispielsweise die Pflicht, &bdquo;der Verst&auml;ndigung unter den V&ouml;lkern zu dienen&ldquo;.<\/p><p>Gegen diesen Auftrag verst&ouml;&szlig;t der &ouml;ffentlich-rechtliche Rundfunk nachhaltig. Das Informationsangebot der Geb&uuml;hrensender <em>ARD<\/em>, <em>ZDF<\/em> und <em>Deutschlandradio<\/em>, speziell die Nachrichtensendungen, ist nicht vielf&auml;ltig, nicht auf Wahrheit und Herkunft gepr&uuml;ft. Es handelt sich also nicht nur um &bdquo;Schwachstellen&ldquo;. Wir m&uuml;ssen von Nachrichten-Unterschlagung und demokratiesch&auml;digendem Infotainment-Gift sprechen. Zu den Risiken und Nebenwirkungen des Tagesschau-Konsums geh&ouml;rt, dass man davon Pickel kriegt &ndash; und &lsquo;nen dicken Hals.<\/p><p><strong>Schon ein Blick in das Inhaltsverzeichnis zeigt, bei welchen Themen Ihre Kritik angebracht wird. Da geht es unter anderem um Russland, China und Armut in Deutschland. Und Sie sprechen auch die fehlende Distanz zu den M&auml;chtigen an. Beginnen wir doch damit. Abstand zu denen &bdquo;da oben&ldquo;, das hei&szlig;t: kein Journalismus, der sich in ideologische Komplizenschaft verstrickt &ndash; das ist elementar f&uuml;r einen glaubw&uuml;rdigen Journalismus. Wie sieht das nun im &Ouml;RR aus?<\/strong><\/p><p><strong>Klinkhammer<\/strong>: Der &ouml;ffentlich-rechtliche Rundfunk ist gesetzlich verpflichtet, politische &Ouml;ffentlichkeit herzustellen, das hei&szlig;t: Er muss die Politik der Parteien nach au&szlig;en vermitteln. Er dient damit den Parteien und profitiert dabei auch selbst, solange die Parteien die Rahmenbedingungen f&uuml;r seine weitere Existenz verteidigen &ndash; eine Symbiose, n&uuml;tzlich f&uuml;r beide Seiten. Daraus entsteht eine Komplizenschaft, gepr&auml;gt von gegenseitiger R&uuml;cksichtnahme: &bdquo;Ihr sichert uns die Existenzgrundlage als Sendeanstalten, und wir tun Euch journalistisch nicht weh.&ldquo; Lange ist es her, dass die parteipolitischen Meinungsf&uuml;hrer offen gegen kritische Beitr&auml;ge in Funk und Fernsehen (&bdquo;Rotfunk&ldquo;) zu Felde zogen. Kritik an gesellschaftlichen und politischen Verh&auml;ltnissen ist im Wesentlichen Vergangenheit, heute ist Anpassung die Regel. Der &ouml;ffentlich-rechtliche Rundfunk hat die ihm urspr&uuml;nglich zugedachte Funktion als Kontrollorgan der Gesellschaft gegen&uuml;ber ihrer Staatsf&uuml;hrung, die Funktion der &bdquo;Vierten Gewalt&ldquo;, faktisch aufgegeben. Stattdessen ist Anpassung angesagt &hellip;<\/p><p><strong>Woran machen Sie Ihre Kritik fest? Haben Sie ein Beispiel?<\/strong><\/p><p><strong>Klinkhammer:<\/strong> Tina Hassel aus dem Hauptstadtb&uuml;ro der <em>Tagesschau<\/em> behauptete k&uuml;rzlich im Interview mit einer EU-Technokratin, ich zitiere: &bdquo;Internationale Allianzen wie die BRICS-Staaten werden f&uuml;r bestimmte L&auml;nder attraktiv, weil diese Allianzen den Menschenrechten und der Rechtsstaatlichkeit keine Priorit&auml;t einr&auml;umen.&ldquo;<\/p><p>Reine Propaganda und obendrein eine Fehlinformation: S&uuml;dafrika zum Beispiel, einer der BRICS-Staaten, ist ein Land, das jahrzehntelang unter Menschenrechtsverst&ouml;&szlig;en &ndash; weitgehend vom &bdquo;demokratischen&ldquo; Westen mitverursacht &ndash; gelitten hat. Zu unterstellen, es r&auml;ume den Menschenrechten heute keine Priorit&auml;t ein, ist reine Denunziation und typische westliche Arroganz. Einer Journalistin des &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks steht so etwas nicht zu. Offensichtlich merkt sie nicht einmal, dass sie sich damit auf die Stufe unf&auml;higer Politiker wie Michael Roth oder Annalena Baerbock stellt, denen nichts anderes einf&auml;llt, als unliebsame andere Nationen zu diskreditieren und abzumeiern.<\/p><p>Solche journalistischen Fehlleistungen sind keine Ausnahme. Sie sind &uuml;blich.<\/p><p><strong>F&uuml;r einen objektiven, unabh&auml;ngigen Journalismus bedeutet all das?<\/strong><\/p><p><strong>Klinkhammer:<\/strong> Es bedeutet, bezogen auf seinen Informationsauftrag, dass er im &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunkrahmen zu verk&uuml;mmern droht.<\/p><p><strong>Sie sprechen in Ihrem Buch von einem &bdquo;Strategiepapier des Sch&ouml;nredens&ldquo;. Was meinen Sie damit?<\/strong><\/p><p><strong>Klinkhammer:<\/strong><em> <\/em>Wir diskutieren an der Stelle ein Strategiepapier der Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling. Sie ist bekannt geworden mit hervorragenden kritischen Medienanalysen. ARD-Hierarchen hatten ihr bzw. ihrem Institut zu meiner pers&ouml;nlichen &Uuml;berraschung den Auftrag erteilt, sich im Rahmen der unendlichen &bdquo;ARD-Strukturreform-Prozesse&ldquo; mit der Frage auseinanderzusetzen, wie man mit bewusster Sprachwahl bei der Selbstdarstellung &ouml;ffentlich Sympathien erringen k&ouml;nne. Es ging Wehling darum, &bdquo;der Institution ARD eine gedankliche Grundlage zu schaffen f&uuml;r eine Kommunikation, die auf Basis der unbestrittenen Fakten den tats&auml;chlichen Wert des &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks f&uuml;r die Demokratie schon auf den ersten Blick besser erkennbar macht&ldquo;. Man brauche &bdquo;Frames&ldquo;, die hervorheben, dass der &ouml;ffentlich-rechtliche Rundfunk eine &bdquo;gemeinwohlorientierte Organisation&ldquo; ist und dass &bdquo;es wichtig sei, dass Menschen auch weiterhin ihren Beitrag dazu leisten&ldquo;. Man wolle weg von Diskreditierungen wie &bdquo;L&uuml;genpresse&ldquo; und &Auml;hnlichem. Auf Neudeutsch ging es also um &bdquo;Public Relations&ldquo;, PR.<\/p><p>Erreicht ist das Ziel bis heute nicht. Der &bdquo;Wert des &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks im Bewusstsein der Menschen&ldquo; ist keineswegs &uuml;berragend: Die Verweildauer nimmt nach wie vor ab, der Zahlungsboykott h&auml;lt an. Die &bdquo;Kunden&ldquo; sind bald mehrheitlich im Rentenalter, die Jugend favorisiert die sogenannten Social Media. Der Begriff &bdquo;L&uuml;genpresse&ldquo; ist l&auml;ngst etabliert und genie&szlig;t in rechtskonservativen Kreisen gro&szlig;e Beliebtheit.<\/p><p><strong>Das &bdquo;Strategiepapier&ldquo; ist ja schon etwas &auml;lter. Wie sieht es denn heute mit der verwendeten &bdquo;Sprache&ldquo; aus. Was f&auml;llt Ihnen da auf?<\/strong><\/p><p><strong>Br&auml;utigam:<\/strong> Nach wie vor und zunehmend: kommentierende Untert&ouml;ne dort, wo unbedingt absolute Sachlichkeit herrschen m&uuml;sste. Unsaubere, wertende, tendenzi&ouml;se Wortwahl: &bdquo;Machthaber&ldquo; statt Pr&auml;sident, &bdquo;Regime&ldquo; statt &bdquo;Regierung&ldquo;, &bdquo;ungerechtfertigter v&ouml;lkerrechtswidriger Angriffskrieg&ldquo; und so weiter. S&auml;tze in saum&auml;&szlig;igem Deutsch, voller grammatischer Fehler und schwachsinniger Sprachbilder: &bdquo;Deutschland ist gut aufgestellt&ldquo;, &bdquo;Auf gleicher Augenh&ouml;he&ldquo;, &bdquo;Die Lage spitzt sich zu&ldquo;, &bdquo;Die Wirtschaft brummt&ldquo;. Auch an gegendertem Unfug fehlt es nicht. Die <em>Tagesschau<\/em> kreierte sogar den Begriff &bdquo;Gewerkschaftsmitgliederinnen&ldquo;.<\/p><p><strong>Sie gebrauchen den Begriff &bdquo;Emp&ouml;rungsjournalismus&ldquo;. Sehen Sie den auch im &Ouml;RR?<\/strong><\/p><p><strong>Klinkhammer:<\/strong> Seit es Boulevardjournalismus gibt, wollen Medien, wann immer m&ouml;glich, &ouml;ffentliche Entr&uuml;stung erzeugen, denn die bewirkt erfahrungsgem&auml;&szlig; erh&ouml;hte Aufmerksamkeit, die kommerzielle Medien oft schon wegen der Einschaltquoten bzw. der Auflagensteigerung ben&ouml;tigen. Eine n&uuml;chtern abw&auml;gende Berichterstattung ist diesbez&uuml;glich dem Emp&ouml;rungsjournalismus unterlegen.<\/p><p><strong>Haben Sie auch dazu ein Beispiel?<\/strong><\/p><p><strong>Klinkhammer:<\/strong><em> <\/em>Im &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk geht es bei der Unterscheidung der &bdquo;Guten&ldquo; von den &bdquo;B&ouml;sen&ldquo; in erster Linie um Propagandaeffekte. Darin ist der &bdquo;Emp&ouml;rungsjournalismus erprobt: Gut gegen B&ouml;se. Jahrelang wurde der russische Pr&auml;sident Putin vom westlichen Emp&ouml;rungsjournalismus d&auml;monisiert. Ob es die angeblich von Putin veranlasste Vergiftung des Propagandisten Nawalny, das Verschwinden der in England lebenden Skripals oder die offenkundige Massaker-Inszenierung im ukrainischen Butscha war: Nach tagelang verbreiteten, unbewiesenen, massiv sich st&auml;ndig wiederholenden Behauptungen sollte jedem klar geworden sein, wie er zu denken hatte. &bdquo;Putin ist der B&ouml;se&ldquo;, alles Gegenteilige ist &bdquo;russische Desinformation&ldquo;. Dabei zeigt sich erneut als bittere Tatsache, ich zitiere:<\/p><p>&bdquo;Wenn man eine gro&szlig;e L&uuml;ge erz&auml;hlt und sie oft genug wiederholt, dann werden die Leute sie am Ende glauben.&ldquo;<\/p><p><strong>Angenommen, Ihnen w&uuml;rde ein Intendant gegen&uuml;bersitzen. Nehmen wir weiter an, der &Ouml;RR-Mann w&uuml;rde sagen, dass Sie viel zu einseitig sind und in Wirklichkeit der Journalismus von ARD und ZDF h&ouml;chsten Qualit&auml;tsstandards entspr&auml;che. Was w&uuml;rden Sie dem entgegnen?<\/strong><\/p><p><strong>Br&auml;utigam: <\/strong>Er m&ouml;ge seinen rotzfrechen Versuch unterlassen, unsere Mitwelt f&uuml;r dumm zu verkaufen und meinen Verstand zu beleidigen. Wer seine Nachrichtensendungen ausschlie&szlig;lich aus dem Material transatlantisch genormter westlicher Nachrichtenagenturen zusammenkleistern und bewusst darauf verzichten l&auml;sst, &bdquo;auch die andere Seite zu h&ouml;ren&ldquo;, bevor &uuml;ber Konfliktf&auml;lle berichtet wird, der mag Intendant sein, ist aber kein Gespr&auml;chspartner &uuml;ber sauberen Journalismus. Wahrscheinlich w&uuml;rde ich dem Typ aber gar nicht antworten. Als transatlantische Tr&ouml;te w&auml;re er ja kaum satisfaktionsf&auml;hig.<\/p><p><strong>Als &bdquo;Nachrichtenflaggschiff&ldquo; und damit auch als Aush&auml;ngeschild f&uuml;r einen guten Journalismus galt mal die <em>Tagesschau<\/em>. Wie ist das heute?<\/strong><\/p><p><strong>Br&auml;utigam:<\/strong> Das war einmal. Der Kahn f&auml;hrt heute unter Billigflagge und mit Schlagseite nach Steuerbord, aber unverdrossen auf Kriegstreiber-Kurs. Die <em>Tagesschau<\/em> ist zum Propagandasender verkommen. Sie ist ein &auml;u&szlig;erst wirksames Institut der Indoktrination. Der Erkenntniswert ihres Nachrichtenangebots orientiert sich am Kaloriengehalt einer Salatgurke. <em>ARD-aktuell<\/em> bedient elf Millionen Kunden t&auml;glich mit informationeller H&auml;morrhoidensalbe, die nun wirklich nicht jeder braucht. Wer Ohren hat, zu h&ouml;ren, der h&ouml;re. Wer Augen hat, zu sehen, der schaue. Ich hoffe f&uuml;r ihn, dass er sich dabei keine schweren Wahrnehmungssch&auml;den und mentalen St&ouml;rungen einf&auml;ngt. Die Gefahr besteht n&auml;mlich f&uuml;r chronische Tagesschau-Konsumenten, die sich mit dem &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk begn&uuml;gen.<\/p><p><strong>Sie sprechen von einer &bdquo;eurozentrischen Arroganz&ldquo; und einer &bdquo;USA-h&ouml;rigen Gefolgschaftstreue&ldquo;. Was meinen Sie damit?<\/strong><\/p><p><strong>Br&auml;utigam:<\/strong> Das sind Begriffe aus meinem Schatzk&auml;stlein: Gegenmittel gegen die vom &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk verbreitete Ideologie &bdquo;Wir sind die Guten&ldquo;; Widerworte gegen den Aberglauben, wir seien der Nabel der Welt; Reaktion auf den journalistischen Betrugsversuch, die USA als unseren &bdquo;Freund&ldquo; darzustellen, der unsere Sicherheit garantiere, unsere Freiheit, unsere Demokratie. Wirklichkeitsfremder kann unsere h&uuml;ndische Vasallentreue zum selbstherrlichen, v&ouml;lkerm&ouml;rderischen US-Imperium doch gar nicht dargestellt werden.<\/p><p>Die USA f&uuml;hren l&auml;ngst einen Wirtschaftskrieg gegen Westeuropa, speziell gegen Deutschland. US-Pr&auml;sident Biden sagt, er werde garantiert verhindern, dass die Nord-Stream-Gasr&ouml;hren in Betrieb gehen. Kanzler Scholz steht daneben, grient d&uuml;mmlich und schweigt. Und die <em>Tagesschau<\/em> fragt ihn nicht mal, ob er grad wieder eine Erinnerungsl&uuml;cke hatte. Am Ende, nach dem gro&szlig;en Knall in der Ostsee, &bdquo;r&auml;tselt&ldquo; sie sogar gro&szlig;, wer da wohl die Hand im Spiel hatte. Das nenne ich Publikumsverh&ouml;hnung.<\/p><p><strong>Der &Ouml;RR bietet der &Ouml;ffentlichkeit einen Polit-Talk an. Hier soll es um &bdquo;Diskussion&ldquo; gehen, also um die Herstellung auch von &Ouml;ffentlichkeit zu wichtigen Themen. Prinzip: unterschiedliche Meinungen, Betrachtungen, Analysen von einer Vielzahl an herausragenden, klugen Pers&ouml;nlichkeiten &ndash; alles im besten Sinne einer demokratischen &Ouml;ffentlichkeit, gelebter Pluralismus. Wie sieht die Realit&auml;t aus?<\/strong><\/p><p><strong>Klinkhammer<\/strong>: Die Talkshows sind nach meiner &Uuml;berzeugung penetrante Diskussionsforen, die den Menschen vorf&uuml;hren, was und wie sie denken sollen. Sie sind Instrumente f&uuml;r betreutes Denken und f&uuml;r die Uniformierung der &ouml;ffentlichen Meinung. Mit Angeboten f&uuml;r eine unabh&auml;ngige, selbstst&auml;ndige, freie Meinungsbildung haben sie nichts gemein.<\/p><p><strong>Warum ist das so?<\/strong><\/p><p><strong>Klinkhammer<\/strong>: Eine mir bekannte Untersuchung &uuml;ber Talkshows in der <em>ARD<\/em> besagt unter anderem, dass zwei Drittel aller G&auml;ste aus Politik und Medien kommen; 8,8 Prozent aus der Wissenschaft; 6,4 Prozent aus der Wirtschaft; 2,7 Prozent aus der organisierten Zivilgesellschaft. Acht von zehn G&auml;sten aus der Wirtschaft repr&auml;sentieren die Unternehmerseite, nur zwei die Gewerkschaften und den Verbraucherschutz, obwohl sie das h&ouml;chste Vertrauen in der Bev&ouml;lkerung genie&szlig;en. Bei der Auswahl der Diskussionsteilnehmer folgen die Veranstalter dem Grundsatz &bdquo;Prominenz vor Kompetenz&ldquo;. Man will eben mit &bdquo;bekannten Gesichtern&ldquo; hohe Einschaltquoten machen. Die gelten als Erfolgsnachweis solcher Sendungen. Ergo diskutieren die &bdquo;da oben&ldquo; unter sich, an den Bed&uuml;rfnissen und Interessen weiter Teile der Bev&ouml;lkerung vorbei.<\/p><p>Bei Themen, die uns alle angehen &ndash; wie &bdquo;Krieg und Frieden&ldquo; &ndash;, hat die Kriegstreiber-Fraktion aus Politik und Gesellschaft Vorrang. Eloquente Kriegsgegner wie Sahra Wagenknecht werden gelegentlich eingeladen, aber nur, um sie abzuwatschen und um die eigene Kriegsgeilheit besser hervorzuheben. Alternative Positionen mit Pers&ouml;nlichkeiten wie Gabriele Krone-Schmalz, Albrecht M&uuml;ller, Oskar Lafontaine, Gerhard Schr&ouml;der, die Ex-Generale Kujat und Vad, die Wissenschaftler Prof. Meyen und Dr. Daniele Ganser werden ferngehalten. Deshalb ist klar: Die Talkshows sind nichts anderes als teure Showb&uuml;hnen f&uuml;r mittelm&auml;&szlig;ige Vertreter der herrschenden Eliten. Das Angebot: allt&auml;gliches Gew&auml;sch, Mainstream-Gelaber.<\/p><p><strong>Was kostet denn die Produktion dieser Sendungen?<\/strong><\/p><p><strong>Klinkhammer<\/strong>: Seit ungef&auml;hr zehn Jahren ver&ouml;ffentlicht die &bdquo;Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs&ldquo; keine Zahlen mehr &uuml;ber die Kosten der Talkshows. Offensichtlich sch&auml;mt man sich wegen der H&ouml;he der &uuml;berhaupt nicht zu rechtfertigenden Ausgaben. Deshalb bin ich bei Ihrer Frage auf Sch&auml;tzungen angewiesen: Anne Will und ihre private Produktionsfirma sollen beispielsweise f&uuml;r die sonntagabendlichen Talkshows des <em>NDR<\/em> f&uuml;r die <em>ARD<\/em> pro Sendung rund 250.000 Euro bekommen haben. Im Vergleich dazu: Eigenproduktionen des <em>NDR<\/em>, von seinen Leuten hergestellte Talkshows, kosten nach meiner Kenntnis nur rund ein F&uuml;nftel dieser Summe.<\/p><p>Weitere Daten zu Talkshows im Lauf der Woche: F&uuml;r &bdquo;Hart aber fair&ldquo; wurden dem Vernehmen nach knapp 200.000 Euro und f&uuml;r &bdquo;Maischberger&ldquo; rund 150.000 Euro pro Sendung bezahlt &ndash; aus den Rundfunkbeitr&auml;gen verschleudert.<\/p><p><strong>Also sehr viel Geld &ndash; f&uuml;r Einseitigkeit.<\/strong><\/p><p><strong>Klinkhammer:<\/strong> Sicherlich. Andererseits: Wegen der bedeutenden Auswirkungen auf die Meinungsbildung im Lande &ndash; Zementierung der herrschenden Ideologie im Sinne der Eliten in Politik und Gesellschaft &ndash; sind das Peanuts.<\/p><p><strong>Seit mehreren Jahren besch&auml;ftigt die Medien das Thema Krieg. Haben Sie in einer der gro&szlig;en Talkshows Personen aus der Friedensbewegung gesehen? <\/strong><\/p><p><strong>Br&auml;utigam<\/strong>: Bedauere, f&uuml;r eine schl&uuml;ssige Antwort bin ich nicht kompetent. Ich schaue mir seit vielen Jahren keine Talkshow mehr an. Ich habe gelesen, dass die Kriegsgegnerin Sahra Wagenknecht h&auml;ufig eingeladen wurde &ndash; immerhin. Aber, wie eben schon von Friedhelm angemerkt, anscheinend vorzugsweise in der Absicht, sie als antiwestliche gef&auml;hrliche Systemgegnerin hinzustellen, die keine &bdquo;kriegst&uuml;chtige&ldquo; Bundeswehr will. Sie dient wohl mehr als Feigenblatt.<\/p><p><strong>Wir alle haben es geh&ouml;rt: Deutschland soll &bdquo;kriegst&uuml;chtig&ldquo; werden. W&uuml;rden Sie f&uuml;r uns den Journalismus des &Ouml;RR im Hinblick auf den Krieg und die &bdquo;Kriegst&uuml;chtigkeit&ldquo; einordnen? Was f&auml;llt Ihnen auf? Was sehen Sie?<\/strong><\/p><p><strong>Klinkhammer<\/strong>: Mir f&auml;llt auf, dass die Kriegsschuld ausschlie&szlig;lich den Russen zugeschrieben wird. Wir h&ouml;ren praktisch nichts dar&uuml;ber, dass der Krieg eine Vorgeschichte hat. Zum Beispiel: Das Minsker Abkommen, ein v&ouml;lkerrechtlich wirksamer Vertrag zur Befriedung der Ukraine, wurde meiner Ansicht nach aufgrund nachtr&auml;glicher &Auml;u&szlig;erungen von Poroschenko, Merkel und Hollande nur zum Schein abgeschlossen. Das heimliche Motiv dabei war, Zeit zu gewinnen, um die Ukraine &bdquo;kriegst&uuml;chtig&ldquo; zu machen, also vor allem, sie durch die USA massiv aufzur&uuml;sten. Wir h&ouml;ren nichts dar&uuml;ber, dass die ukrainische Armee an den Grenzen zum Donbass acht Jahre lang einen m&ouml;rderischen Kleinkrieg gegen ihre eigenen russischst&auml;mmigen Landsleute gef&uuml;hrt hat, mit Abertausenden Toten. Aus der Sicht der russischen F&ouml;deration wurde der Krieg vom Westen provoziert, um Russlands Sicherheit zu untergraben.<\/p><p>Es w&uuml;rde der Glaubw&uuml;rdigkeit des &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks dienen, auch &uuml;ber den russischen Standpunkt zu informieren, selbst wenn das den NATO-Interessen widerspr&auml;che. Aus meiner Sicht ist es absurd und abenteuerlich, den Russen Kriegsabsichten gegen den Westen zu unterstellen, um daraus das Erfordernis einer &bdquo;deutschen Kriegst&uuml;chtigkeit&ldquo; ableiten zu k&ouml;nnen. Warum sollten die Russen einen Krieg gegen die NATO und wom&ouml;glich einen Atomkrieg riskieren? Was h&auml;tten sie vom Einmarsch in ein kriegszerst&ouml;rtes Westeuropa, unter Hinnahme ungeheurer eigener Verluste und hunderttausendfacher eigener Todesopfer? Es ist bl&ouml;dsinniges Gerede eines Verteidigungsministers, dem man anmerkt, dass er seine provinzielle Herkunft nicht &uuml;berwunden hat. Wenn nun, wie ich k&uuml;rzlich las, auch eine leitende ZDF-Journalistin nach &bdquo;deutscher Kriegst&uuml;chtigkeit&ldquo; pl&auml;rrt, fasst man sich an den Kopf. Wozu wohl wurde in den Medienstaatsvertr&auml;gen und im Grundgesetz f&uuml;r Politiker und Journalisten die Verpflichtung auf den Frieden verankert?<\/p><p><strong>Was m&uuml;sste ein qualitativ hochwertiger Journalismus liefern?<\/strong><\/p><p><strong>Br&auml;utigam<\/strong>: Jetzt werde ich doch noch wehm&uuml;tig. Anstelle einer ausf&uuml;hrlichen Beschreibung dessen, was ich f&uuml;r seri&ouml;sen Journalismus halte, erinnere ich hier lieber an journalistische Vorbilder. Einige ihrer Arbeiten kann sich jeder im Internet anschauen und sich selbst einen Eindruck machen: Sebastian Haffner. G&uuml;nter Gaus. Barbara Dickmann. Ernst Klee. Gerhard Kromschr&ouml;der. Marie-Monique Robin. Gabriele Krone-Schmalz. Fritz Pleitgen. Friedrich Nowottny. Peter Scholl-Latour.<\/p><p><strong>In Ihrem Buch gehen Sie auch auf den russischen Staatssender RT ein. Er wurde in der EU verboten. Sie stellen dieses Verbot in Zusammenhang mit Zensur. Warum?<\/strong><\/p><p><strong>Klinkhammer:<\/strong> Die Zensur besteht darin, dass dem russischen Sender von staatlicher Seite verboten wurde, sein Programm bei uns zu verbreiten. Dieses Sendeverbot wurde vom Europ&auml;ischen Gerichtshof im Wesentlichen mit der Begr&uuml;ndung gerechtfertigt, dass Russland einen Krieg gegen die Ukraine f&uuml;hrt. Das darf man getrost als juristisch h&ouml;chst fragw&uuml;rdige Begr&uuml;ndung bezeichnen. Auch hier greift ausschlie&szlig;lich die g&auml;ngige Formel &bdquo;Wir die Guten, die Russen die B&ouml;sen&ldquo;. Bei den unz&auml;hligen brutalen Vernichtungskriegen der Vereinigten Staaten gegen andere L&auml;nder ist nie jemand auf die Idee gekommen ist, US-Sender irgendwo zu verbieten.<\/p><p><strong>Wie ordnen Sie selbst den Sender RT ein? Positives? Negatives?<\/strong><\/p><p><strong>Br&auml;utigam<\/strong>: RT ist ein typisches Medieninstitut der Russischen F&ouml;deration. Der Sender vermittelt selbstverst&auml;ndlich die russische Vorstellung vom Bild unserer Welt. Man kann darin auch Propaganda erkennen, aber damit unterscheidet er sich nicht prinzipiell von westlichen Sendern. Er liefert beispielsweise keine glaubw&uuml;rdigen Informationen &uuml;ber die menschlichen und materiellen Verluste Russlands im Ukraine-Krieg, genau wie auch die Sender der ukrainischen und der westlichen Gegenseite solche Informationen unterschlagen oder f&auml;lschen. Im Unterschied zum deutschen Nachrichtenangebot beflei&szlig;igt sich RT jedoch einer sachlichen Ausdrucksweise: &bdquo;Machthaber&ldquo; gibt es da nicht. Wenn man sich selbst einen unverstellten Blick aufs Weltgeschehen verschaffen will, wenn man ohne transatlantische Scheuklappen Umschau halten m&ouml;chte, &uuml;brigens auch in unserem inl&auml;ndischen Bereich, dann darf man nicht auf das RT-Angebot verzichten. Dann muss man zudem die russische Nachrichtenagentur <em>Sputnik<\/em> lesen, nicht nur die amerikanische <em>Associated Press<\/em> &hellip; Ist das nicht eigentlich eine bare Selbstverst&auml;ndlichkeit?<\/p><p><strong>Wenn es um Russland geht, wird immer wieder in einer Art moralischem &Uuml;ber- und Unterordnungsverh&auml;ltnis argumentiert. &bdquo;Wir&ldquo; sind die &bdquo;Guten&ldquo; &ndash; das steht ohnehin ohne jeden Zweifel, Russland, dort sind die &bdquo;B&ouml;sen&ldquo;. Diese Grundrahmung wird auch fortgesetzt, wenn es um russische Medien geht, oder? Alle Meldungen, die aus Russland kommen, m&uuml;ssen quasi per se Propaganda sein, w&auml;hrend es in unseren Medien zum Gl&uuml;ck gar keine Propaganda gibt. Wie ist es tats&auml;chlich?<\/strong><\/p><p><strong>Klinkhammer<\/strong>: Die Einsch&auml;tzung teile ich. Die Russen waren f&uuml;r den &bdquo;Wertewesten&ldquo; schon immer die &bdquo;B&ouml;sen&ldquo; &ndash; mit Ausnahme der f&uuml;r Russland verheerenden &Auml;ra Jelzin und Gorbatschow-Glasnost. Das eigentliche Motiv: Der Westen will den Zugriff auf die russischen Rohstoffe, am liebsten zum Nulltarif. Gegen dieses imperiale Vormachtstreben wehren sich die Russen selbstverst&auml;ndlich, deshalb sind sie die B&ouml;sen. Bei den deutschen Eliten kommt vermutlich hinzu: Man hat die vernichtende Niederlage gegen Russland noch immer nicht vollst&auml;ndig verdaut. Anders sind die t&auml;glichen Hasstiraden von SPD-Roth, Strack-Zimmermann oder CDU-Kiesewetter kaum zu erkl&auml;ren. Dass wir die &bdquo;Guten&ldquo; sind, gilt aber nicht allein gegen&uuml;ber den Russen, sondern auch gegen&uuml;ber dem Rest der unliebsamen und unabh&auml;ngigen Staaten dieser Welt. Motto: Wir haben die besseren Autos, die beste Demokratie und das einmalige, allerbeste Grundgesetz. Das sollen die anderen gef&auml;lligst kapieren.<\/p><p><strong>Sie schreiben in Ihrem Buch, dass sich der Journalismus im &Ouml;RR &bdquo;sein eigenes Grab&ldquo; schaufele. Lassen wir ihn doch mal &bdquo;zur&uuml;ckschaufeln&ldquo;. Wie w&uuml;rde das aussehen? Und vor allem: Ist das &uuml;berhaupt noch m&ouml;glich?<\/strong><\/p><p><strong>Br&auml;utigam<\/strong>: M&ouml;glich wohl, aber nicht wahrscheinlich. Die aktuelle Debatte &uuml;ber die Reform des Medienstaatsvertrags zeigt uns das wieder. Da stehen zwar die Beitragsh&ouml;he, Programmstrukturen und -angebote auf dem Pr&uuml;fstand, von einer grundlegenden &Auml;nderung der Organisationsstruktur ist jedoch keine Rede. Nichts dar&uuml;ber, wie Meinungsvielfalt, Wahrheitstreue und Beitr&auml;ge zur V&ouml;lkerverst&auml;ndigung in den Programmen durchgesetzt und notfalls erzwungen werden k&ouml;nnten. Nichts &uuml;ber externe Programmbeobachtung und tats&auml;chlich wirksame Programm-Nachkontrolle. Am untauglichen System der Rundfunkr&auml;te, dieser br&auml;sigen Honoratioren-Klubs, wird nicht ger&uuml;ttelt. Kein Wort &uuml;ber echte, effektive Mitwirkung der &Ouml;ffentlichkeit, obwohl die f&uuml;r den &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk j&auml;hrlich Milliarden an Pflichtbeitr&auml;gen bezahlt. Der &ouml;ffentlich-rechtliche Rundfunk spielt weiterhin den knechtischen Wassertr&auml;ger der Angloamerikaner und suhlt sich dabei in Selbstgerechtigkeit. Er bietet die Gew&auml;hr zur Erf&uuml;llung des NATO-Basisauftrags, ich zitiere: &bdquo;&hellip;to keep the Soviet Union out, the Americans in, and the Germans down.&rdquo; Auf Deutsch: &bdquo;&hellip; die Sowjetunion (heute also Russland) aus Westeuropa raushalten, die Amerikaner drinnen halten und die Deutschen niederhalten.&ldquo;<\/p><p><strong>Klinkhammer:<\/strong> Ich bin sicher: Der real existierende &ouml;ffentlich-rechtliche Rundfunk ist nicht reformierbar, soweit es um das Programm geht; die politischen Abh&auml;ngigkeiten sind nachhaltig implantiert und unumkehrbar. Kritischer Journalismus ist im &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk out. Auch in Zukunft w&uuml;rde er dort nicht geduldet werden. Dabei lie&szlig;en sich grundlegende Programm&auml;nderungen relativ einfach organisieren: Die bisherigen Redaktionen br&auml;uchten nur aufgel&ouml;st und mit mutigen und kritikf&auml;higen Journalisten wie Florian Warweg oder Paul Schreyer neu besetzt zu werden. Ein Traum.<\/p><p><em>Lesetipp: <a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/der-oeffentlich-rechtliche-rundfunk-ist-am-ende.html?noloc=1\">Der &ouml;ffentlich-rechtliche Rundfunk ist am Ende: Aber ein Ende ist nicht in Sicht<\/a>. Fiftyfifty, 1. Edition, 4. September 2023, 284 Seiten, ISBN 978-3-946778-45-5, 24 Euro.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: Shutterstock \/ Postmodern Studio<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62837\">Volker Br&auml;utigam: &bdquo;Die Redaktion verletzt damit journalistische Grundregeln&ldquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=123172\">Kanzler Scholz braucht noch einen Wahrheitsminister<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113840\">Vom Albtraum der Faeser-Demokratie<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113343\">&bdquo;Aufstand&rdquo; bei ARD und ZDF: Mitarbeiter ver&ouml;ffentlichen kritisches Manifest<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=106628\">Staatlich vorangetriebene Zensur und Meinungsterror werden deutsche Staatsr&auml;son<\/a>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Der &ouml;ffentlich-rechtliche Rundfunk ist am Ende: Aber ein Ende ist nicht in Sicht&ldquo; &ndash; unter diesem Titel haben <strong>Volker Br&auml;utigam<\/strong> und <strong>Friedhelm Klinkhammer<\/strong> ein Buch ver&ouml;ffentlicht, das sich auch als der finale Abgesang auf die <em>Tagesschau<\/em> bezeichnen l&auml;sst. Beide haben Jahrzehnte beim &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk (&Ouml;RR) gearbeitet. Mit Kritik am &Ouml;RR halten sich Klinkhammer und Br&auml;utigam<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124272\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":124273,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,209,41,183],"tags":[313,2260,1255,2005,3260,2261,2449,1779,1446,1245,259,451,3183,260,244],"class_list":["post-124272","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-interviews","category-medienanalyse","category-medienkritik","tag-oerr","tag-braeutigam-volker","tag-einschaltquote","tag-fake-news","tag-feindbild","tag-klinkhammer-friedhelm","tag-medienstaatsvertrag","tag-pr-journalismus","tag-rundfunkabgabe","tag-russia-today","tag-russland","tag-tagesschau","tag-talkshows","tag-ukraine","tag-vierte-gewalt"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/shutterstock_1775530820.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/124272","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=124272"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/124272\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":124576,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/124272\/revisions\/124576"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/124273"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=124272"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=124272"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=124272"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}