{"id":124282,"date":"2024-11-06T10:01:43","date_gmt":"2024-11-06T09:01:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124282"},"modified":"2024-11-06T14:13:47","modified_gmt":"2024-11-06T13:13:47","slug":"reichtum-und-elend-mit-wachsender-ungleichheit-bleibt-unten-bald-gar-nichts-mehr-uebrig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124282","title":{"rendered":"Reichtum und Elend \u2013 Mit wachsender Ungleichheit bleibt unten bald gar nichts mehr \u00fcbrig"},"content":{"rendered":"<p>Wohlhabende leben unbeschwert, Arme werden &auml;rmer und die Mitte hat Angst vorm sozialen Abstieg. Eine Studie der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung liefert die Zustandsbeschreibung einer materiell und mental auseinanderdriftenden Gesellschaft. Wer noch genug zum Leben hat, ist mit dem System halbwegs d&lsquo;accord, w&auml;hrend sich Zukurzgekommene vermehrt von der Demokratie abwenden und nach unten treten. Den M&auml;chtigen spielt das in die Karten, und die Regierenden spielen mit &ndash; solange man sie l&auml;sst. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8142\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-124282-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241106-Reichtum-und-Elend-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241106-Reichtum-und-Elend-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241106-Reichtum-und-Elend-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241106-Reichtum-und-Elend-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=124282-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241106-Reichtum-und-Elend-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"241106-Reichtum-und-Elend-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Dem <em>Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) <\/em>war der Vorgang sogar einen <a href=\"https:\/\/archive.ph\/20241104181836\/https:\/\/www.rnd.de\/wirtschaft\/standort-deutschland-mit-einer-guten-sozialpolitik-steigt-die-wettbewerbsfaehigkeit-PAMAKTFY5JD2PHJWAMFNCX7OLA.html#selection-1431.0-1431.75\">Kommentar<\/a> wert. &bdquo;Wenn das kein Weckruf f&uuml;r die Politik ist: Die Armut w&auml;chst in Deutschland&ldquo;, murrte der Schreiber des SPD-nahen Medienverbunds am Montagnachmittag in den &Auml;ther. Gerade hatte die Kunde einer neuen Studie aus dem Hause der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung die Runde gemacht. Darin findet sich allerhand Betr&uuml;bliches &uuml;ber Deutschland rapportiert, aber mitnichten etwas Neues. Immer mehr Menschen sind sozial abgeh&auml;ngt, haben zu wenig zum Leben, ern&auml;hren sich bei den Tafeln, k&ouml;nnen sich keine Wohnung mehr leisten, bei nicht wenigen reicht das Geld nicht einmal mehr f&uuml;r ein paar Schuhe. Und: Die Abstiegs&auml;ngste reichen inzwischen bis hoch in die obere Mittelschicht hinein. Fast die H&auml;lfte ihrer Angeh&ouml;rigen plagt die Sorge, den erreichten Lebensstandard nicht halten zu k&ouml;nnen.<\/p><p>H&ouml;chste Zeit also f&uuml;r ein politisches Erwachen, sollte man meinen. Aber da oben regt sich nichts, nicht bei den Regierenden, den Wirtschaftsf&uuml;hrern und beim Rest der gesellschaftlichen Eliten. Heute nicht, gestern nicht und all die Jahre davor nicht. Im Gegenteil: Sie machen einfach munter weiter beim gro&szlig;en Umverteilen und strafen die zahllosen Zeugnisse ihres Versagens &ndash; f&uuml;r sie in Wahrheit Erfolgsmeldungen &ndash; mit Nichtbeachtung. Ist etwas gewesen?<\/p><p>Wobei: Die Bundestagswahl r&uuml;ckt n&auml;her, und in deren zeitlichem Vorfeld befallen die Parteien gerne Anwandlungen von Mitgef&uuml;hl, Verst&auml;ndnis und Herz f&uuml;r die einfachen Leute, gerade die Sozialdemokratie. Dort palavert man seit ein paar Wochen &uuml;ber eine h&ouml;here Besteuerung von Reichen, eine gerechtere Erbschaftssteuer, eine Lockerung der Schuldenbremse, ja sogar die <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/politik\/spd-plant-steuerreform-details-bekannt-vermoegenssteuer-soll-kommen-93355983.html\">Wiedereinf&uuml;hrung einer Verm&ouml;genssteuer<\/a> wird beschworen. Alles toll und super durchdacht, aber nach dem Urnengang halt irgendwie nicht machbar &ndash; wegen der ganzen Krisen und Kriege in der Welt, der klammen Kassen und der Koalitionsr&auml;son. Stattdessen wird man sp&auml;testens in einem Jahr, eher schon fr&uuml;her, erleben: mehr Freiheit f&uuml;r&rsquo;s Kapital, mehr Lohndruck, mehr Arbeitslose &ndash; mehr Elend.<\/p><p><strong>Neoliberaler Plan<\/strong><\/p><p>Dabei gibt es das l&auml;ngst im &Uuml;berfluss, und streng genommen bildet der <a href=\"https:\/\/www.wsi.de\/fpdf\/HBS-008981\/p_wsi_report_98_2024.pdf\">&bdquo;Verteilungsbericht 2024&ldquo;<\/a> des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) gar nicht das ganze Desaster ab. Der Report zeichnet unter dem Titel &bdquo;Ungleiche Teilhabe: Marginalisierte Arme &ndash; verunsicherte Mitte&ldquo; die Einkommensentwicklung zwischen 2010 und 2021 nach. Die massive Teuerungs- und Verarmungswelle im Zeichen der &bdquo;Zeitenwende&ldquo; mit Energiepreisschock und Rekordinflation haben die Forscher gar nicht ber&uuml;cksichtigt, weil die Daten des zugrundeliegenden Sozio&ouml;konomischen Panels (SOEP) das nicht hergeben. So gesehen werden die Ampel-Parteien als wenigstens Mitverantwortliche der Misere noch geschont.<\/p><p>Von Verdienst ist die Untersuchung dennoch, weil sie mit der Erz&auml;hlung aufr&auml;umt, Armut und wachsende Ungleichheit w&auml;ren irgendwie jeweils singul&auml;ren historischen Ereignissen geschuldet, also etwa der Weltfinanzkrise, der EU-Staatsschuldenkrise oder der Corona-Krise. Ja, diese Einschnitte haben die Verwerfungen versch&auml;rft und beschleunigt, aber waren doch nur Ausschl&auml;ge einer seit Jahrzehnten wirksamen Tendenz, bei der sukzessive zunehmende Bev&ouml;lkerungsteile systematisch von der Wohlstandsvermehrung ausgeschlossen werden.<\/p><p><strong>Rot-gr&uuml;ne Grausamkeiten<\/strong><\/p><p>Hierzulande nahm die Deklassierung insbesondere in und nach den Regierungsjahren unter Gerhard Schr&ouml;der (SPD) Fahrt auf: mit der rot-gr&uuml;nen Unternehmenssteuerreform, den Hartz-Reformen und der Teilprivatisierung der Rente. Die &bdquo;Agenda 2010&ldquo; &ouml;ffnete die T&uuml;r zu bis dahin unbekannten sozialen Grausamkeiten, gerade mit Blick auf die Drangsalierung von Langzeitarbeitslosen. Aber auch dieser Umbruch war blo&szlig; Teil der schon in den 1970er-Jahren losgetretenen neoliberalen Wende, die bis heute ungebremst anh&auml;lt und eines bestimmt nicht ist: ein Zufallsprodukt.<\/p><p>Eine wichtige Kennziffer der Entwicklung ist der sogenannte Gini-Koeffizient als statistisches Ma&szlig; f&uuml;r Ungleichheit. Dessen Bandbreite reicht vom Wert &bdquo;null&ldquo;, der totale Gleichheit bedeuten w&uuml;rde, bis zum Wert &bdquo;eins&ldquo;, bei dem alle Einkommen eines Landes auf eine Person konzentriert w&auml;ren. Laut WSI machte der Gini-Faktor schon in den sp&auml;ten 1990er- und fr&uuml;hen 2000er-Jahren einen satten Sprung, verharrte dann l&auml;nger auf erh&ouml;htem Niveau, um dann wieder mit mehr Dynamik zuzulegen. 2010 lag der Gini-Wert noch bei 0,282. Bis 2021 kletterte er auf 0,310, einen &bdquo;neuen H&ouml;chststand&ldquo;, wie die beiden federf&uuml;hrenden Wissenschaftler Dorothee Spannagel und Jan Br&uuml;lle in einer <a href=\"https:\/\/www.boeckler.de\/de\/pressemitteilungen-2675-sorgen-um-lebensstandard-strahlen-bis-in-mittelschicht-aus-64567.htm\">Medienmitteilung<\/a> festhalten.<\/p><p>Griffiger sind ihre Zahlen zur gewachsenen Einkommensarmut. Die Quote der Personen, die in einem Haushalt mit einem Nettoeinkommen unterhalb von 60 Prozent des mittleren Einkommens (Median) leben, ist in Deutschland demnach in elf Jahren von 14,2 Prozent auf 17,8 Prozent gestiegen. F&uuml;r einen Single bedeutete das, weniger als 1.350 Euro monatlich zur Verf&uuml;gung zu haben. 11,3 Prozent waren gar von &bdquo;strenger Armut&ldquo; betroffen, sie verf&uuml;gten im Mittel &uuml;ber h&ouml;chstens 1.120 Euro, was 2021 Nettobez&uuml;gen von weniger als 50 Prozent des allgemeinen Durchschnittseinkommens entsprach. Elf Jahre davor waren es &bdquo;nur&ldquo; 7,8 Prozent.<\/p><p><strong>Kleidung unerschwinglich<\/strong><\/p><p>Innerhalb eines Jahrzehnts hat das Auskommen der in Armut Lebenden lediglich um zehn Prozent zugelegt, w&auml;hrend das der h&ouml;heren Schichten um 19 Prozent aufwuchs. In gro&szlig;er Zahl geht es dabei um Menschen, die entweder komplett oder in Teilen von Sozialtransfers abh&auml;ngen, weil ihr Job zu wenig Geld abwirft. Offensichtlich wurden die Hartz-IV-Leistungen (heute B&uuml;rgergeld) immer weiter von den tats&auml;chlichen Bedarfen und der allgemeinen Lohn- und Preisentwicklung abgekoppelt. Besonders betroffen sind nach wie vor Frauen, Kinder, junge Erwachsene und Ostdeutsche. Noch h&auml;rter ist das Los von Erwerbslosen, Menschen mit Migrationshintergrund und fehlendem Schul- und Berufsabschluss.<\/p><p>Wie die Betroffenen ihr Dasein fristen, geht aus einer gesonderten Lebenslagenbefragung hervor, die die Sozialforscher zwischen 2020 und 2023 durchf&uuml;hrten. 42,8 Prozent der Armen und 21,3 Prozent der in der Skala dar&uuml;ber verorteten &bdquo;prek&auml;ren Einkommensgruppe&ldquo; (weniger als 1.800 Euro f&uuml;r einen Singlehaushalt) haben keinerlei finanzielle R&uuml;cklagen, um kurzfristige Notlagen zu &uuml;berbr&uuml;cken. Rund zehn Prozent waren nicht einmal in der Lage, abgetragene Kleidung zu ersetzen. Bei 17 Prozent der Armen reicht das Geld nicht, um Freizeitaktivit&auml;ten wie einen Kinobesuch oder den einer Sportveranstaltung zu finanzieren, knapp 14 Prozent k&ouml;nnen ihre Freunde nicht zum Essen einladen, zumal mit der Not auch der Bekanntenkreis schwindet. Je geringer das Einkommen ist, desto einsamer geraten die Leidtragenden, desto &ouml;fter machen ihnen gesundheitliche Sorgen zu schaffen. Andere Statistiken belegen, dass sie h&auml;ufiger und schwerer erkranken und fr&uuml;her versterben.<\/p><p><strong>Mitte mit Muffensausen<\/strong><\/p><p>&bdquo;Deutschland steckt in einer Teilhabekrise, die sich in den vergangenen Jahren versch&auml;rft hat. Diese Krise hat eine materielle Seite und eine st&auml;rker emotional-subjektive&ldquo;, warnte Studienautorin Spannagel und weiter: &bdquo;Die Gruppe der Armen ist nicht nur seit 2010 gr&ouml;&szlig;er geworden, sie ist zudem im Verh&auml;ltnis zur gesellschaftlichen Mitte noch &auml;rmer geworden.&ldquo; Zugleich griffen verst&auml;rkt Zukunfts- und Abstiegs&auml;ngste um sich. 55 Prozent der Armen und &uuml;ber 58 Prozent derjenigen mit prek&auml;rem Einkommen haben der Studie zufolge Sorge, sozial noch tiefer abzust&uuml;rzen. Vor vier Jahren lagen die Werte bei 48,8 Prozent beziehungsweise 44,1 Prozent. Auch in den &bdquo;h&ouml;heren&ldquo; Kreisen der Gesellschaft herrscht vermehrt Muffensausen. Im Vorjahr hatten nahezu 47 Prozent der Befragten der oberen Mittelschicht Bef&uuml;rchtungen, Abstriche von ihrem Status hinnehmen zu m&uuml;ssen.<\/p><p>Was die Studie nicht offenbart, ist die krasse Verschiebung der Reicht&uuml;mer an die &bdquo;Spitze&ldquo; der Gesellschaft. Zwar ist die Quote derer mit h&ouml;chstem Einkommen zwischen 2010 und 2021 den Befunden zufolge von 1,9 Prozent auf 2,3 Prozent gestiegen. Nicht betrachtet werden jedoch Verm&ouml;gen und Gewinneink&uuml;nfte aller Art, also die vornehmlich leistungslosen Profite aus Finanzgesch&auml;ften, die gerade in den gro&szlig;en Krisen unserer Zeit in astronomische H&ouml;hen schnellten. Preist man diese in die Rechnung ein, stellen sich die Unwuchten bei der Verteilung des Wohlstands noch viel eklatanter dar.<\/p><p><strong>Stimmungsmache gegen Schwache<\/strong><\/p><p>Wann wird das ein Ende haben? WSI-Direktorin Bettina Kohlrausch ist wenig hoffnungsfroh. &bdquo;Die Machtverh&auml;ltnisse sehen momentan eher so aus, dass sie zu einer Verst&auml;rkung von Ungleichheit f&uuml;hren&ldquo;, bemerkte sie am Montag vor Pressevertretern in Berlin. W&auml;hrend progressive Kr&auml;fte der Entwicklung derzeit wenig entgegenzusetzen h&auml;tten, k&ouml;nne man &bdquo;konstatieren, dass Oben-Unten-Konflikte erfolgreich in Innen-Au&szlig;en-Konflikte umgedeutet wurden&ldquo;. Gleichwohl baue sie darauf, &bdquo;dass da st&auml;rker ein Konsens unter demokratischen Kr&auml;ften in der Gesellschaft entsteht&ldquo;.<\/p><p>Danach sieht es nicht aus. Vielmehr tr&auml;gt die deutsche Politik mehr denn je dazu bei, die Spaltung der Gesellschaft zu vertiefen und die Ressentiments gegen die Schw&auml;chsten der Gesellschaft noch zu befeuern. Die Revitalisierung des Hartz-IV-Sanktionsregimes unter dem Namen B&uuml;rgergeld, die verbalen &Uuml;bergriffe gegen sogenannte Faulenzer und Sozialbetr&uuml;ger, der kommende Nachschlag in puncto Deregulierung und Entb&uuml;rokratisierung, dazu die faktische Absage der Kindergrundsicherung &ndash; all das sind Schritte, die die Verarmung breiter Gesellschaftsschichten forcieren und das gesellschaftliche und soziale Klima weiter vergiften werden. Gegen unten zu treten, wird k&uuml;nftig noch gesellschaftsf&auml;higer.<\/p><p><strong>Rechtsruck keine &Uuml;berraschung<\/strong><\/p><p>Das alles ist freilich ein Spiel mit dem Feuer. Der Verteilungsbericht beleuchtet sehr klar, wie mit sozialen N&ouml;ten und Abstiegs&auml;ngsten das Vertrauen ins politische System schwindet. Danach sind lediglich noch 52 Prozent der unteren Mitte mit der Demokratie im Wesentlichen zufrieden, wobei in der oberen Mitte die Zustimmung mit knapp 60 Prozent auch r&uuml;ckl&auml;ufig ist. Unter den Armen und den Menschen mit prek&auml;rem Einkommen sind weniger als 50 Prozent einverstanden, und mehr als ein Drittel von ihnen stimmen der Aussage zu: &bdquo;Die regierenden Parteien betr&uuml;gen das Volk.&ldquo; Die WSI-Forscher sehen hier einen &bdquo;problematischen Kreislauf&ldquo; und starke Bewegungskr&auml;fte pro &bdquo;rechtspopulistischer Einstellungen und die Unterst&uuml;tzung rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien&ldquo;. Die Regierenden sehen das auch, tun aber so, als w&auml;ren sie daran kein bisschen schuld.<\/p><p>Eine verantwortungsvolle Politik m&uuml;sse &bdquo;auf jeden Fall darauf verzichten, verschiedene Gruppen in der Gesellschaft gegeneinander auszuspielen&ldquo;. Statt die ohnehin zu knappen Leistungen f&uuml;r B&uuml;rgergeldempf&auml;nger weiter zu k&uuml;rzen, um den Abstand zwischen Sozialleistungen und Erwerbseinkommen zu erh&ouml;hen, sei es &bdquo;viel sinnvoller, Niedrigl&ouml;hne wirksam zu bek&auml;mpfen und Tarifbindung zu st&auml;rken&ldquo;. Au&szlig;erdem braucht es laut WSI eine ausk&ouml;mmliche gesetzliche Rente, eine leistungsf&auml;hige &ouml;ffentliche Infrastruktur, funktionierende Verkehrswege und Energienetze sowie ein gut ausgestattetes Bildungs- und Gesundheitssystem, also nichts weiter als die St&auml;rkung &bdquo;&uuml;ber Jahrzehnte bew&auml;hrter Institutionen&ldquo;.<\/p><p>So einfach geht das. Aber wen daf&uuml;r w&auml;hlen?<\/p><p><small>Titelbild: Savvapanf Photo\/shutterstock.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/c3f515ce48c341a9ac63277dcc11412b\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wohlhabende leben unbeschwert, Arme werden &auml;rmer und die Mitte hat Angst vorm sozialen Abstieg. Eine Studie der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung liefert die Zustandsbeschreibung einer materiell und mental auseinanderdriftenden Gesellschaft. Wer noch genug zum Leben hat, ist mit dem System halbwegs d&lsquo;accord, w&auml;hrend sich Zukurzgekommene vermehrt von der Demokratie abwenden und nach unten treten. 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