{"id":124354,"date":"2024-11-09T12:00:31","date_gmt":"2024-11-09T11:00:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124354"},"modified":"2024-11-08T21:35:55","modified_gmt":"2024-11-08T20:35:55","slug":"aesthetik-und-propaganda-der-militarisierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124354","title":{"rendered":"\u00c4sthetik und Propaganda der Militarisierung"},"content":{"rendered":"<p>Mit emotionalen R&uuml;hrst&uuml;cken oder mithilfe neuer Werkzeuge der K&uuml;nstlichen Intelligenz: Die Angriffe der Militaristen auf das Denken der B&uuml;rger werden immer mehr verfeinert. Von <strong>Bernhard Trautvetter<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2577\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-124354-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241107_Aesthetik_und_Propaganda_der_Militarisierung_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241107_Aesthetik_und_Propaganda_der_Militarisierung_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241107_Aesthetik_und_Propaganda_der_Militarisierung_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241107_Aesthetik_und_Propaganda_der_Militarisierung_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=124354-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241107_Aesthetik_und_Propaganda_der_Militarisierung_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"241107_Aesthetik_und_Propaganda_der_Militarisierung_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Die gr&ouml;&szlig;te Zeitung des Ruhrgebiets, die <em>Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), <\/em> <a href=\"https:\/\/www.waz.de\/rhein-und-ruhr\/article407528880\/nicola-koenig-von-der-kampfpilotin-zur-krisen-expertin.html\">stellte am 27. Oktober 2024 eine Kampfpilotin mit gewinnenden Fotos vor<\/a>. Die Fotos dienen zur Illustration eines Textes, der mit einigen privaten Details der Soldatin besonders geeignet ist, das Herz von Lesern zu ber&uuml;hren. W&auml;hrend sie ihren Jet im Cockpit steuert, &uuml;berlegt sie sich auch schon mal solch allt&auml;gliche Fragen wie die, was sie f&uuml;rs Abendessen bereiten wird. Sie hat nach Tausenden Flugstunden in &Uuml;berschall-Kampfbombern ein Buch geschrieben, sie will Vorbild sein, sie hat auch Erfahrung als Rettungspilotin. Zitat aus dem Artikel: <\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;&hellip; &raquo;Ich halte Vortr&auml;ge. Das klingt bodenst&auml;ndiger.&laquo; In den Vortr&auml;gen geht es darum, wie man Menschen anleitet und Krisen bew&auml;ltigt. Sie sei da &raquo;irgendwie so reingestolpert&laquo;, erinnert sie sich: &raquo;,Erz&auml;hl doch mal&lsquo;, haben die Leute immer wieder gesagt.&laquo; Und Nicola hat erz&auml;hlt. Weil sie gut erz&auml;hlen kann. Unterhaltsam und anschaulich, zugleich &uuml;beraus kompetent. &hellip; sie wei&szlig;, wovon sie spricht. F&uuml;hrung, Teambildung und Krisenmanagement, das alles hat die Mutter einer kleinen Tochter beim Milit&auml;r gelernt &hellip;<\/em>&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Zeitungsberichte wie dieser &ouml;ffnen in der Leserschaft Herzen von Menschen auch dann, wenn sie dem Milit&auml;r vielleicht eher kritisch gegen&uuml;berstehen. Und darum geht es. Die NATO hat 2015 die damit verbundene Strategie der Einflussnahme auf die &ouml;ffentliche Meinung in einer Essener Konferenz ihres Centre of Excellence &lsquo;Joint Air Power Competence Centre&rsquo; unter dem Titel &bdquo;Strategic Communication&rdquo; systematisch ausgearbeitet. Kurz danach er&ouml;ffnete sie in <a href=\"https:\/\/stratcomcoe.org\/\">Riga ein &lsquo;Strategic Communication Centre of Excellence&rsquo;<\/a>. Die Essener Konferenz war daf&uuml;r sicherlich eine perfekte Vorbereitung, wie ihre Unterlagen nahelegen. <\/p><p>Die Einstellung der Bev&ouml;lkerung Deutschlands gegen&uuml;ber dem Milit&auml;r hat sich in den letzten Jahren radikal zugunsten der NATO und der Bundeswehr gewandelt. Ein aussagekr&auml;ftiger Indikator ist die Unterst&uuml;tzung f&uuml;r den Milit&auml;retat im Bundeshaushalt: 2010 waren nach einer Bundeswehr-Umfrage 21 Prozent der Befragten f&uuml;r seine Aufstockung, wobei der damalige Milit&auml;retat circa die H&auml;lfte des heutigen umfasste. Zehn Jahre sp&auml;ter, also zwei Jahre vor der Invasion Russlands in die Ukraine, <a href=\"https:\/\/zms.bundeswehr.de\/resource\/blob\/5323816\/f6975e98335584686abee563a96b2f55\/zmsbw-forschungsbericht-129-trendradar-2021-data.pdf\">hatte sich diese Zahl verdoppelt<\/a>. <\/p><p>Ein Grund f&uuml;r eine grunds&auml;tzliche Offenheit f&uuml;r das Milit&auml;rische im Alltagsbewusstsein vieler Menschen, die die Nachrichten immer mehr aufnehmend und weniger kritisch konsumieren, liegt in der Sprache: Worte wie &lsquo;Sicherheitspolitik&rsquo;, &lsquo;Verteidigungsausgaben&rsquo;, &lsquo;Wehr-Etat&rsquo;, &lsquo;Abschreckung&rsquo;, &lsquo;Allianz&rsquo; und &lsquo;nuklearer Schutzschirm&rsquo; sowie &lsquo;nukleare Teilhabe&rsquo; machen es leichter, die Gehirnschranke gegen Einfl&uuml;sse, die das &Uuml;berleben gef&auml;hrden k&ouml;nnen, doch zu &uuml;berwinden. Ist diese Brandmauer des &Uuml;berlebensinstinkts erst einmal durchdrungen, dann kann das wie ein Dammbruch weitere zerst&ouml;rende Narrative leichter durchlassen, bis der davon erfasste Mensch vielleicht sogar zum Akteur der Vernichtungsmaschinerie wird. Ist jemand beruflich mit dem Milit&auml;r verbunden, dann gilt oft auch <a href=\"https:\/\/www.oxfordreference.com\/display\/10.1093\/acref\/9780191826719.001.0001\/q-oro-ed4-00010168\">diese Erkenntnis des Kritikers Upton Sinclair<\/a>: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Es ist schwierig, jemanden dazu zu bewegen, etwas zu verstehen, wenn sein Gehalt davon abh&auml;ngt, dass er es nicht versteht<\/em>.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Erfolgsrezept der Milit&auml;rs<\/strong><\/p><p>Die <a href=\"https:\/\/www.japcc.org\/wp-content\/uploads\/JAPCC_Conf_Read_Ahead_2015_web.pdf\">Essener milit&auml;rstrategische Konferenz des NATO-Think-Tanks JAPCC<\/a> aus Kalkar am Niederrhein zum Thema &lsquo;Strategische Kommunikation&rsquo; (StratCom) lud mit der Formulierung ein, es g&auml;be Einheiten (&bdquo;entities&ldquo;), die der NATO gegen&uuml;ber feindlich eingestellt seien (&bdquo;&hellip; hostile to NATO&ldquo;), die die Vorbehalte der Bev&ouml;lkerung gegen&uuml;ber &lsquo;Operationen&lsquo; der Milit&auml;rs erfolgreich sch&uuml;ren. Wie dem von Seiten der NATO aus entgegengearbeitet werden kann, darum ging es in dieser Konferenz. Dieses Einladungsschreiben ist nicht mehr im Netz. Im <a href=\"https:\/\/www.japcc.org\/wp-content\/uploads\/JAPCC_Conf_Read_Ahead_2015_web.pdf\">Vorbereitungsmanuskript<\/a> f&uuml;r die Tagung hie&szlig; es: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Wie Deutschland hatte Italien eine sehr starke anti-NATO- und anti-Milit&auml;r-Bewegung in den 1980er Jahren; viele der verbliebenen Linken behielten ihre Feindschaft gegen die NATO bei. Wie in Deutschland ist der Status der Streitkr&auml;fte in den Augen der Gesellschaft nicht hoch.&ldquo; (S. 35 &ndash; &Uuml;bersetzung aus dem Englischen: B.T.) <\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Das zu &auml;ndern, war das Anliegen der Milit&auml;rs. Heute geht es ihnen mehr darum, die zu ihren Gunsten gedrehte Stimmung zu stabilisieren. Das Programm der Einstellungsumkehr weg vom Friedensgebot des Grundgesetzes hin zur Kriegst&uuml;chtigkeit ist das der Strategischen Kommunikation: Das <a href=\"https:\/\/www.japcc.org\/wp-content\/uploads\/Conf_Proceedings_2015_web.pdf\">&lsquo;Proceedings&lsquo; genannte Ergebnisdokument<\/a> beinhaltete die Empfehlung, dass sich Botschaften leichter in Form von Geschichten vermitteln lassen; die Kraft des &lsquo;Geschichten-Erz&auml;hlens&rsquo; wirke nachhaltiger &bdquo;mit einer menschlichen Dimension&ldquo; (S. 20). Die Wirksamkeit lie&szlig;e sich noch steigern, wenn man junge Menschen die Botschaften der Milit&auml;rs verbreiten l&auml;sst. (S. 21 &ndash; &Uuml;bersetzung der Inhalte aus dem Englischen: B.T.)<\/p><p>Strategische Kommunikation hat einen oft verborgenen Hintergedanken: Wer sie nutzt, filtert Informationen und sagt nur das, was ihm nach eigenem Eindruck am meisten n&uuml;tzt, m&ouml;glichst ohne dass das Gegen&uuml;ber die Absicht und die gefilterte Wortwahl erkennt. Strategische Kommunikation ist instrumentell, sie reduziert die Empf&auml;nger von Nachrichten auf ein Mittel zum Erf&uuml;llen eines ihnen zun&auml;chst fremden Zwecks &ndash; eines Zwecks, bei dem derjenige, der Mitteilungen &auml;u&szlig;ert, die Erwartung hat, sie n&uuml;tzen ihm, ohne dass das Gegen&uuml;ber merkt, was hier geschieht und warum. Wir kennen das von der Werbesprache, die Konsumenten mit sympathisch verpackten Verhei&szlig;ungen lockt, etwas zu tun, das prim&auml;r dem Werbung Betreibenden Gewinn bringt. Man kann hier vom &sbquo;liebensw&uuml;rdigen Schein&lsquo; sprechen, der f&uuml;r den Auftraggeber wichtiger ist als das faktische Sein.<\/p><p>Das englischsprachige <a href=\"https:\/\/www.japcc.org\/wp-content\/uploads\/JAPCC_Conf_Read_Ahead_2015_web.pdf\">Vorbereitungsskript der Tagung<\/a> umfasste folgende Punkte zum Thema &lsquo;Strategic Communication&rsquo;, die sich in pr&auml;gnanten Aussagen systematisieren lassen: <\/p><ul>\n<li>Medien erz&auml;hlen Geschichten, wohingegen das Milit&auml;r den Krieg gewinnen will &hellip; (S. 3)<\/li>\n<li>W&auml;hrend die &Ouml;ffentlichkeit in Nordamerika und Gro&szlig;britannien Milit&auml;roperationen der NATO weitgehend unterst&uuml;tzend gegen&uuml;bersteht, ist das in Deutschland und Italien anders (S. 4), schon deshalb m&uuml;sse die &lsquo;Strategische Kommunikation&rsquo; der NATO die Narrative ihrer Gegner offensiv in Frage stellen (S. 6) (Anmerkung: Das ist den Strategen besonders wichtig, denn:)<\/li>\n<li>Trotz des von ihnen konstatierten Bedrohungsumfelds &hellip; haben nur wenige NATO-Staaten den Willen, erhebliche Summen f&uuml;rs Milit&auml;r auszugeben, wie die Strategen beklagen. (S. 7) &ndash; Das wollen die Strategen mit ihrer Kommunikation &auml;ndern.<\/li>\n<li>Seit dem Beginn der Krise in der Ukraine hat Russland eine aggressive Informationskampagne entwickelt. (S. 8) (Kommentar dazu: Die doppelten Standards und Halbwahrheiten der NATO-Lobby machen z.B. den Pro-NATO-Staatsstreich in Kiew Anfang 2014 vergessen und unterstellen, nur Russland verletze die Rechts- und Friedensordnung. Das ARD-Politmagazin <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/fernsehen\/sendungen\/panorama\/archiv\/2014\/Putsch-in-Kiew-Welche-Rolle-spielen-die-Faschisten,ukraine357.html\"><em>Panorama<\/em> nennt den Staatsstreich &bdquo;Putsch&ldquo;<\/a>: Beide Begriffe treffen die Bedeutung einer verfassungswidrigen Absetzung einer Regierung, ehe eine neue installiert wird. Die Friedensbewegung ist gegen die Zerst&ouml;rung des Rechts und des Friedens &ndash; auf allen Seiten, wo auch immer es dazu kommt.)<\/li>\n<li>Die russische Propaganda &ndash; so das Vorbereitungsskript der StratCom-Tagung 2015 &ndash; wirft der NATO (&hellip;) vor, (&hellip;) die NATO sei eine Bedrohung f&uuml;r Russland und habe eine Mentalit&auml;t des Kalten Krieges; Russland leite f&uuml;r sich daraus das Recht ab, sich der von der NATO unterst&uuml;tzten Infrastruktur auf dem Territorium von NATO-Mitgliedsstaaten in Mittel- und Osteuropa zu &sbquo;widersetzen&lsquo;. (S. 9) (Kommentar dazu: Die Desinformation der NATO und ihrer Lobby blendet die Tatsache aus, dass die NATO-Ostexpansion nicht nur die Versicherungen mindestens des bundesdeutschen und des US-Au&szlig;enministers an den sowjetischen Pr&auml;sidenten Gorbatschow bricht, dies nicht (&bdquo;not an inch&hellip;!&ldquo;) zu tun, als er der Einheit der beiden deutschen Staaten zustimmte, sondern dass sie auch mit rechtsverbindlichen Texten wie dem <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/themen\/deutsche-einheit\/zwei-plus-vier-vertrag\/44112\/praeambel\/\">Zwei-plus-Vier-Vertrag<\/a> zum Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes und <a href=\"https:\/\/www.osce.org\/files\/f\/documents\/5\/b\/39518.pdf\">der OSZE-Charta von Paris<\/a> bricht. Diese Texte verlangen eine Friedensordnung gemeinsamer weil gegenseitiger Sicherheit und nicht eine Milit&auml;rordnung entsprechend der irrationalen &sbquo;Logik&lsquo; der Abschreckung.<\/li>\n<\/ul><p>Kommunikations&uuml;berlegenheit sei &ndash; so das Vorbereitungsskript der Konferenz &ndash; eine Voraussetzung f&uuml;r den Erfolg in der &bdquo;irregul&auml;ren Kriegsf&uuml;hrung&ldquo;. &bdquo;Wir&ldquo; &ndash; hier also die NATO &ndash; &bdquo;haben den Willen unserer Bev&ouml;lkerung zu st&auml;rken und den der gegnerischen zu schw&auml;chen, und wir haben darauf hinzuwirken, Unterst&uuml;tzung von V&ouml;lkern rund um den Globus zu gewinnen&ldquo; (S. 15). (Kommentar: Mit &sbquo;Willen&lsquo; meinen die Milit&auml;rs &sbquo;Kriegsbereitschaft&lsquo;. Zum &bdquo;irregul&auml;ren Krieg&ldquo;: Jeder Krieg ist als Abweichung von den Regeln eines humanen Zusammenlebens irregul&auml;r. Hier merken die Milit&auml;rs, dass das, was sie tun, irregul&auml;r ist. Und das beginnt bei der Meinungsmanipulation durch Halbwahrheiten und doppelte Standards. <\/p><p>Besonders perfide wird die &lsquo;Strategische Kommunikation&rsquo;, wenn die Propaganda der Milit&auml;rs und ihrer Lobby die Menschen bewusst zur Kriegsbereitschaft manipuliert: Das Vorbereitungsskript der Konferenz kritisiert auf Seite 44 die US-Regierung von George W. Bush daf&uuml;r, dass sie den Irak-Krieg mit der unzutreffenden Behauptung legitimiert hatte, die Regierung des Landes habe Massenvernichtungswaffen. Schlussfolgerung der Strategen: H&auml;tte die US-Administration doch mehr auf die Grausamkeit des Staatspr&auml;sidenten Hussein abgehoben, dann w&auml;re die Unterst&uuml;tzung in der Welt&ouml;ffentlichkeit weit gr&ouml;&szlig;er ausgefallen. Dass der Krieg ein unprovozierter und schon dadurch v&ouml;lkerrechtswidriger Angriffskrieg war, spielt f&uuml;r die Kommunikationsstrategen der NATO keine Rolle, er ist nur falsch verkauft worden. <\/p><p>Um solche und andere Kommunikations-&bdquo;Fehler&ldquo; der Milit&auml;rs von vornherein abzuwenden, gibt es aktuell ganz neue neue Mittel, und zwar die der KI: Das <a href=\"https:\/\/stratcomcoe.org\/news\/military-training-taken-to-another-level-nato-stratcom-coe-introduces-a-simulated-information-environment-training-platform\/164\">Rigaer &lsquo;StratCom&rsquo;-Centre der NATO integriert die K&uuml;nstliche Intelligenz<\/a> in seine Kommunikationsmethode zur Steuerung der Meinungsentwicklung: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Derzeit haben wir mit Zielgruppen und Akteuren, den InfoRange entwickelt &ndash; eine k&uuml;nstliche Informationsumgebung, die wie eine reale Umgebung aussieht, in der Akteure mit Hilfe von KI gesteuert werden. Dies erm&ouml;glicht das Training effektiver StratCom-Kampagnen, defensiver und offensiver Operationen in einer scheinbaren Echtzeitumgebung, um unsere gemeinsamen strategischen Kommunikationsf&auml;higkeiten &hellip; zu verbessern&ldquo;, sagt J&#257;nis S&#257;rts, Direktor des NATO-Exzellenzzentrums f&uuml;r strategische Kommunikation. Es geht den Milit&auml;rs um &bdquo;die M&ouml;glichkeit, generative k&uuml;nstliche Intelligenz &hellip; f&uuml;r die Planung von &Uuml;bungen als auch f&uuml;r die Anwendung beim Publikum einzusetzen.<\/em>&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Daf&uuml;r kooperieren sie &bdquo;mit Vorreitern aus der Privatwirtschaft&ldquo;. Das KI-Projekt zielt den Milit&auml;rs zufolge auf &ouml;ffentliche Diplomatie, zivile und milit&auml;rische Angelegenheiten, &lsquo;Information &hellip; und Psychological Operations&rsquo;. Die &bdquo;InfoRange wird in die j&auml;hrliche Echtzeit-Netzverteidigungs&uuml;bung Locked Shields integriert &hellip;&ldquo; An ihr sind &uuml;ber 4.000 Teilnehmer aus 40 Nationen beteiligt. <\/p><p>Die NATO wird ganz offensichtlich durch den qualitativen Sprung, den die KI der Informationsverarbeitung verk&ouml;rpert, ihre Manipulationsmethoden in ihrem Sinn weiter verfeinern und perfektionieren. <\/p><p>Die Schlussfolgerung f&uuml;r die Menschen, die sich nicht vereinnahmen lassen wollen, die menschliche Kommunikation und menschliches Zusammenleben praktizieren wollen, die also einen Beitrag leisten wollen f&uuml;r ein &Uuml;berleben des Menschen als Mensch, diese Schlussfolgerung aus der Analyse der Strategischen Kommunikation ist ganz im Sinne des 1784 geschriebenen Textes von Immanuel Kant: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!<\/em>&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><small>Titelbild: Andrey_Popov\/shutterstock.com<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit emotionalen R&uuml;hrst&uuml;cken oder mithilfe neuer Werkzeuge der K&uuml;nstlichen Intelligenz: Die Angriffe der Militaristen auf das Denken der B&uuml;rger werden immer mehr verfeinert. 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