{"id":124359,"date":"2024-11-10T12:00:50","date_gmt":"2024-11-10T11:00:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124359"},"modified":"2024-11-19T16:56:14","modified_gmt":"2024-11-19T15:56:14","slug":"wie-eine-siebenjaehrige-die-blockade-von-leningrad-ueberlebte-und-die-deutsche-regierung-das-thema-abschuetteln-will","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124359","title":{"rendered":"Wie eine Siebenj\u00e4hrige die Blockade von Leningrad \u00fcberlebte und die deutsche Regierung das Thema absch\u00fctteln will"},"content":{"rendered":"<p><strong>Galina Bondarewa<\/strong> ist 89 Jahre alt. Sie lebt in St. Petersburg. Als im Herbst 1941 die deutsche Wehrmacht mit der Blockade der Stadt Leningrad begann, war sie sechs Jahre alt. Doch sie erinnert sich noch gut, was sie w&auml;hrend der 872 Tage dauernden Belagerung erlebte. Einmal schlich sie sich aus dem Haus, weil sie hoffte, dass sie bei ihrer Tante etwas zu Essen bekommt. Die deutsche Heeresf&uuml;hrung hatte angeordnet, die Stadt auszuhungern. Eine Kapitulation sollte nicht angenommen werden. Das Deutsche Reich wollte keine Russen ern&auml;hren. In ihrer Not a&szlig;en die Menschen Katzen, Tauben und Tapetenreste, und sogar Lederg&uuml;rtel und Pelzm&auml;ntel wurden gekocht. Russland spricht neuerdings von &bdquo;Genozid&ldquo; und fordert von Deutschland eine Entsch&auml;digung f&uuml;r alle Blockade-Opfer. Die Bundesregierung erkl&auml;rte, sie werde nur j&uuml;dische Blockade-&Uuml;berlebende entsch&auml;digen. Mit der Blockade-&Uuml;berlebenden Galina Bondarewa sprach <strong>Ulrich Heyden<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nMit der U-Bahn fuhr ich in den Norden von St. Petersburg bis zur Station Dewjatkino. Hier wohnt in einem schicken Neubauviertel in einem h&ouml;heren Stockwerk Galina Bondarewa. Den Kontakt hatte mir die Touristenf&uuml;hrerin Jelena vermittelt. Andrej, Galinas Sohn, empfing mich an der T&uuml;r, und da kam schon Galina. Sie trug eine weinrote Bluse und hatte sich extra f&uuml;r mich zurechtgemacht.<\/p><p>Mein Blick fiel sofort auf die vielen Gem&auml;lde im Korridor. Galina erz&auml;hlte, sie sei Malerin. Sp&auml;ter erfuhr ich, dass sie in Frankreich und Polen ausgestellt hat. Im Korridor hingen auch Gem&auml;lde von befreundeten K&uuml;nstlern wie dem bekannten Surab Zereteli. Gleich neben der Wohnungst&uuml;r &ndash; nicht zu &uuml;bersehen &ndash; hing ein Foto von Wladimir Putin mit einem puscheligen Hund auf dem Arm. Galina bat mich in einem Zimmer auf ein Sofa, und ich begann zu fragen.<\/p><p><strong>Ulrich Heyden: Wie haben sie die Blockade als Kind erlebt?<\/strong><\/p><p><strong>Galina Bondarewa<\/strong>: &bdquo;Im Radio sagten sie, die Deutschen haben das Dorf und das Dorf erobert. Meine Mutter hat Kleidung f&uuml;r die sowjetischen Soldaten an der Front gepackt. Sie war Kommunistin. Meine Gro&szlig;mutter k&uuml;mmerte sich um mich. Mein Vater war an der Front. Die Deutschen hatten die Stadt umzingelt.&ldquo;<\/p><p>Galina hatte sich auf mein Kommen vorbereitet. Neben ihrem Sofa standen verschiedene von ihr gemalte Bilder &uuml;ber den Alltag w&auml;hrend der Blockade. W&auml;hrend des Interviews zeigte und erkl&auml;rte sie ihre Bilder.<\/p><p>&bdquo;Ich zeige ihnen dieses Bild. Es ist eine symbolische Arbeit. Das ist die deutsche Umzingelung der Stadt. Das sind Frauen und Kinder. Dort transportiert man schon die Leichen. Das ist die Newa. Dort wird bombardiert. Die russischen Soldaten haben uns gesch&uuml;tzt. Das waren Kerle, was die ausgehalten haben. Als Symbol habe ich hier einen Soldaten gezeigt.<\/p><p>Der Hunger begann. Es gab kein Wasser. Es gab keinen Strom. Es gab kein Holz zum Heizen. Es wurden &Ouml;fchen aufgestellt. Das Ofenrohr ging zum Fenster. Man verheizte alles, sogar B&uuml;cher. Man konnte nirgendwo etwas zu Essen kaufen. Die Deutschen haben zuerst die Badajewski-Lager bombardiert, wo Lebensmittel lagerten.&ldquo;<\/p><p>Zu Beginn der Blockade im September 1941 hatte die deutsche Luftwaffe die Badajewski-Lebensmittellager bombardiert. 280 Brandbomben fielen auf die Lager. 3.000 Tonnen Mehl und 2.500 Tonnen Zucker wurden Opfer der Flammen. Nach dem Brand wurden noch 1.000 Tonnen halbverbranntes Mehl und 900 Tonnen Zucker gerettet. Das gerettete Mehl reichte, um die Leningrader 18 Tage lang mit einer Tagesration von 125 Gramm zu ern&auml;hren. Dieses Brot bestand aber nur zur H&auml;lfte aus Mehl.<\/p><p>Galina erz&auml;hlte: &bdquo;Es war schrecklich. Man machte Brot aus &bdquo;Schmich&ldquo;, Resten von ausgepresstem Gem&uuml;se oder Samen. Ein Kind bekam am Tag 150 Gramm Brot und sonst nichts. Warum ich nicht gestorben bin, wei&szlig; ich nicht. Ich wei&szlig; auch nicht, warum meine Gro&szlig;mutter nicht gestorben ist. Meine Mutter war mutig. Von meinem Vater bekamen wir keine Briefe. Die Post arbeitete damals schlecht. Meine Gro&szlig;mutter sammelte im Sommer Kr&auml;uter, die dann gekocht wurden. Im Winter suchten wir Pappkartons im Abfall-Lager, die haben wir im &Ouml;fchen verfeuert. So &uuml;berlebten wir.<\/p><p>Meine Mutter geh&ouml;rte zu einer Gruppe von f&uuml;nf Frauen. Wenn es Luftalarm gab, haben sie Brandbomben von den D&auml;chern auf die Erde geworfen, damit die D&auml;cher nicht brennen. Daf&uuml;r bekam sie die Medaille &sbquo;F&uuml;r den Schutz von Leningrad&lsquo;.<\/p><p>Ich erinnere mich an zwei Ereignisse. Meine Mutter arbeitete in einer Fabrik, wo warme Winterausr&uuml;stung f&uuml;r Soldaten hergestellt wurde. Meine Gro&szlig;mutter war gegangen, um etwas f&uuml;r den Ofen zu suchen. Ich ging zu meiner Tante, um zu Essen. Ich ging los, hatte aber meiner Gro&szlig;mutter nicht erz&auml;hlt wohin. Sie war in Panik. Wo ist Galina? Vielleicht hat man sie gegessen?<\/p><p>Der Weg, auf dem ich ging, war verschneit. &Uuml;berall war Eis. Es waren drei Stationen mit der Stra&szlig;enbahn, aber die war nicht in Betrieb. Ich habe ein gutes visuelles Ged&auml;chtnis, und ich habe die Wohnung meiner Tante gefunden. Sie war Blutspenderin und hat das Blutspenden organisiert. Putin hat in einer Rede gesagt, dass die Menschen in Leningrad sehr viel Blut gespendet haben.<\/p><p>Bei meiner Tante angekommen, &ouml;ffnete ich die T&uuml;r und sagte: &sbquo;Tante Anja, geben sie mir irgendetwas zu Essen.&lsquo; Sie sagte: &sbquo;Oh, du bist allein?&lsquo; Telefon gab es damals nicht. Meine Gro&szlig;mutter war schon zur Polizei gegangen. Meine Tante hat uns immer ein St&uuml;ck wei&szlig;es Brot und ein bisschen Butter gebracht.<\/p><p>Die zweite Begebenheit, an die ich mich erinnere, war 1942\/43, als der Hunger am gr&ouml;&szlig;ten war. Wir tauschten warme Sachen gegen Brot. Geld spielte damals absolut keine Rolle. Wichtig waren nur warme Sachen und Essen.&ldquo;<\/p><p>Wieder zeigte Galina ein Bild, welches sie gemalt hat. Man sah einen d&uuml;steren Tag im winterlichen St. Petersburg. Man sah, wie vor dem Narsker Triumphbogen Menschen Leichen durch den Schnee ziehen. Galina erkl&auml;rte: &bdquo;Wir lebten in der N&auml;he des Narsker Triumphbogens, am Statsch&#1077;k-Prospekt 7a. Hinter dem Triumphbogen gab es ein Krankenhaus. Die Leute brachten die Leichen, denn es gab keine M&ouml;glichkeit, Tote zu beerdigen. Es gab keine Gr&auml;ber, und die Leute hatte keine Kraft mehr. So brachten sie die Leichen zum Krankenhaus und klemmten einen Zettel mit einem Namen an den Leichnam. Dann brachten Angestellte die Toten zum staatlichen Friedhof. Die Menschen hatten keine Kraft mehr. Sehen sie diesen Menschen? (Ein Mann sitzt im Schnee und streckt bittend seine Hand aus.) Der Mann kann vor Hunger schon nicht mehr Laufen.<\/p><p>Ich ging damals mit meiner Gro&szlig;mutter und sagte ihr: &sbquo;Hilf diesem Menschen, Du siehst doch, dass er um Hilfe bittet.&lsquo; Sie sagte: &sbquo;Ich habe keine Kraft und falle hin. Und wer k&uuml;mmert sich dann um dich?&rsquo; Das war nat&uuml;rlich schrecklich. Meine Gro&szlig;mutter und meine Mutter waren damals die wichtigsten Menschen f&uuml;r mich. Sie haben mich gerettet.<\/p><p>Ich erz&auml;hle ihnen noch eine dritte Episode. Es gab schrecklichen Hunger. Wir w&auml;rmten unsere H&auml;nde an einem &Ouml;fchen. Man nahm mir die Walenki (Filzstiefel) weg. Es war kalt. Die Gro&szlig;mutter sagte zu mir: &sbquo;Galitschka, komm unter die Bettdecke, wir f&uuml;ttern dich ein paar Tage.&rsquo; Ich wunderte mich, warum man mir die Filzstiefel abgenommen hat. Meine Gro&szlig;mutter erkl&auml;rte, nur meine Walenki k&ouml;nnen uns noch helfen. Warme Sachen wurden gegen Lebensmittel getauscht. Die Gesch&auml;fte hatten geschlossen. Es gab Bombardierungen.&ldquo;<\/p><p><strong>Und was ist auf diesem Bild?<\/strong><\/p><p>Ich zeige auf ein weiteres Bild, und Galina erkl&auml;rt. &bdquo;Dieses Bild zeigt Verletzte nach einer Bombardierung. Sie haben es nicht geschafft, sich in einem Luftschutzkeller in Sicherheit zu bringen. Wir lebten damals neben einer neu gebauten Schule. Dort gab es auch einen Luftschutzkeller. In den Luftschutzkeller rannten alle, die schnell reagieren konnten.<\/p><p>Mein Vater hatte mir einen kleinen gelben Papagei gekauft. Meine Gro&szlig;mutter hat ihn an einem der hungrigsten Tage gekocht und machte eine leckere Suppe. Als ich sie a&szlig;, wusste ich nicht, dass der Vogel in der Suppe war. Ich fragte die Gro&szlig;mutter. Sie sagte, der Vogel ist weggeflogen.&ldquo;<\/p><p>Galina zeigt auf ein weiteres Bild. Es zeigt ein trauriges M&auml;dchen, dass an einem Tisch sitzt. Der Vogelk&auml;fig ist leer. Auf dem Teller liegt etwas Kleines, Undefinierbares. Die Fenster sind mit Streifen verklebt, damit sie bei Druckwellen nicht zersplittern. Am Himmel sind Fesselballons der Luftabwehr zu sehen. An der Zimmerwand h&auml;ngt ein Lautsprecher. &bdquo;Wir haben den Lautsprecher nicht abgeschaltet, denn es wurden Nachrichten gesendet.&ldquo;<\/p><p><strong>Was f&uuml;r Nachrichten wurden gebracht?<\/strong><\/p><p>&bdquo;Heute haben deutsche Soldaten die und die Stadt eingenommen. Am Abend meldeten sie, dass sie ein Dorf eingenommen haben, und sie sagten, wie viele Menschen deshalb starben. Danach wurde die sowjetische Hymne gespielt, um den Menschen Mut zu machen.&ldquo;<\/p><p><strong>Gab es Kannibalismus?<\/strong><\/p><p>&bdquo;Ja, gab es.&ldquo;<\/p><p><strong>Wurde das bestraft?<\/strong><\/p><p>&bdquo;Das wei&szlig; ich nicht.&ldquo;<\/p><p><strong>Was gab ihnen die Kraft, morgens aufzustehen?<\/strong><\/p><p>&bdquo;Es gab etwas zu tun. Einige Leningrader sind gestorben, weil sie nicht gearbeitet haben. Sie sa&szlig;en zu Hause und hungerten. Der oberste Parteisekret&auml;r von Leningrad hatte die Bev&ouml;lkerung aufgefordert, die Wohnungst&uuml;ren nicht zu verschlie&szlig;en. Man konnte die T&uuml;ren mit der T&uuml;rklinke &ouml;ffnen.&ldquo;<\/p><p><strong>Warum gab es diese Anweisung?<\/strong><\/p><p>&bdquo;Wegen der sterbenden Menschen, welche die Wohnung nicht verlassen konnten. Es gab Gruppen von Frauenbrigaden &ndash; die M&auml;nner waren an der Front &ndash;, welche die Wohnungen besuchten. Sie sahen, da liegt ein Mensch.<\/p><p>Meine Mutter erkl&auml;rte mir, was das ist, Dystrophie. (Galina &ouml;ffnete einen Bildband und zeigte auf das Bild eines bis auf die Knochen abgemagerten Jungen auf einer Liege.) Dieser Mensch litt an Dystrophie. Meine Mutter sagte, im oberen Stockwerk lebt eine Familie, die alle an Dystrophie litten. Bei Dystrophie sterben die Menschen, wenn man sie nicht aufrichtet. Dieser Junge hat geschrieben, ich kenne den Text auswendig: &sbquo;Heute hat man die Katz gefangen. Man hat sie sofort gekocht und gegessen. Sie war sehr lecker.&lsquo;<\/p><p>Ich habe in einem Kindergarten hier in St. Petersburg einen Vortrag gehalten. Und ich habe mich gefragt, soll ich den Kindern davon erz&auml;hlen oder nicht. Nat&uuml;rlich interessiert es die Kinder. Ich habe es ihnen erz&auml;hlt und gezeigt.&ldquo;<\/p><p><strong>Wie haben die Kinder auf ihre Erz&auml;hlung reagiert?<\/strong><\/p><p>&bdquo;Den M&auml;dchen liefen die Tr&auml;nen &uuml;ber die Wangen. Nach dem Vortrag haben die Kinder mich umringt und gestreichelt. Die Lehrer wollten das nicht. Die Kinder fragten: &sbquo;Galina Fjodorowna, sie haben Tauben und Ratten gegessen?&lsquo; Mir kamen die Tr&auml;nen. Ich sagte: &sbquo;Wir haben diese Tiere nicht gegessen, aber unsere Nachbarn. Ein Nachbar a&szlig; einen Hund. Meine Mutter sah es.&lsquo;&ldquo;<\/p><p><strong>Erinnern sie sich noch an die Zeit vor der Blockade?<\/strong><\/p><p>&bdquo;Ich erinnere mich dunkel, dass mein Vater wegfuhr und mich zum Abschied auf den Arm nahm. Und ich erinnere mich an die M&auml;nner vor unserem Haus, die zur Front zogen. Sonst erinnere ich mich an fast nichts.&ldquo;<\/p><p><strong>Wie ging das Leben nach der Blockade weiter?<\/strong><\/p><p>&bdquo;Josef Wissarionowitsch Stalin hat, als die Blockade aufh&ouml;rte, eine Anordnung erlassen. Meine Mutter war Parteimitglied. Sie las die Zeitung <em>Prawda<\/em>. Mit freudiger Stimme las sie vor, Stalin habe angeordnet, dass die Kolchosen im mittleren Russland an die Menschen, welche die Blockade &uuml;berlebt haben, Zwiebeln, Mohrr&uuml;ben, Kohl und Kartoffeln liefern. Der S&uuml;den der Sowjetunion musste Fr&uuml;chte, &Auml;pfel und Zitronen und der Ferne Osten Fisch liefern. Wir haben uns gefreut. Als die Lebensmittel angekommen waren, hat meine Mutter mich mitgenommen zum Einkaufen in einen Laden. Ich sah roten und schwarzen Kaviar und Fisch. Meine Mutter kaufte etwas roten und schwarzen Kaviar. Sie sagte, dass Stalin die Lebensmittellieferungen kontrolliert. Wir konnten uns nun ern&auml;hren. Im April 1945 warfen die Amerikaner Lebensmittel &uuml;ber Leningrad ab. Meine Gro&szlig;mutter ging und sammelte ein Paket ein. Da waren Kaffee, Wurst und S&uuml;&szlig;igkeiten drin.<\/p><p><strong>Gab es eine Schule f&uuml;r Sie?<\/strong><\/p><p>Meine Mutter arbeitete wieder im Bezirkskomitee der Partei. Mein Vater kam nicht von der Front zur&uuml;ck. Meine Gro&szlig;mutter hat mich versorgt. 1943 ging ich zur Schule in die erste Klasse. Die Schule war in einem Luftschutzkeller. Die Lehrer kamen in den Keller und haben vor allem Literatur und Geschichte unterrichtet, weil man in dem Keller schlecht schreiben konnte. Von der Front kehrte der Mann einer Nachbarin zur&uuml;ck. Er war Offizier. Bei meiner Mutter weinte er. Er sagte, bei uns gab es den Tod, aber es gab etwas zu Essen. Aber bei Euch gab es Bombardierungen und kein Essen.&ldquo;<\/p><p><strong>Wie wurde 1945 der Sieg &uuml;ber Deutschland gefeiert?<\/strong><\/p><p>&bdquo;Die Menschen haben sich umarmt und gek&uuml;sst. Auch Unbekannte k&uuml;ssten sich, einfach aus Freude. Es war sehr feierlich. Ich erinnere mich an eine Episode. Im Januar 1943 oder 44 wurden deutsche Kriegsgefangene &uuml;ber den Statschek-Prospekt gef&uuml;hrt. Ich ging mit meiner Gro&szlig;mutter dorthin. Meine Mutter war auf der Arbeit. Ich habe die Deutschen gesehen. Sie gingen eingewickelt in irgendwelche dreckigen Handt&uuml;cher. Es war Januar und es war kalt. Neben uns stand eine Frau mit einer Wasserflasche. Sie warf die Flasche auf die Deutschen. Eine andere Frau warf einen Stein. Dann wurden die Deutschen mit irgendwelchen Fl&uuml;ssigkeiten beworfen. Ich sagte zu meiner Gro&szlig;mutter: &sbquo;Sind das die Deutschen, die uns kein Essen gegeben haben?&acute; Sie antwortete: &sbquo;Ja.&lsquo; Ich sagte: &sbquo;Sie tun mir leid.&lsquo; (An dieser Stelle zitterte die Stimme von Galina. Sie schien dem Weinen nahe.) Das Volk war ver&auml;rgert, aber die Soldaten hatten ja keine Schuld. Man schickte sie ja in den Krieg. Nun, sie h&auml;tten sich ergeben k&ouml;nnen.&ldquo;<\/p><p><strong>Eine &bdquo;wissenschaftlich begr&uuml;ndete Methode&ldquo;<\/strong><\/p><p>Nach dem Treffen mit Galina Bondarewa las ich das &bdquo;Blockade-Buch&ldquo; des russischen Schriftstellers Daniil Granin und war entsetzt, als ich dort die Wiedergabe eines Gespr&auml;ches mit dem Nazi-Ern&auml;hrungswissenschaftler Wilhelm Ziegelmayer fand. Dieser war von der Nazi-F&uuml;hrung beauftragt worden, den Lebensmittelbedarf in den okkupierten Gebieten zu berechnen. Ziegelmayer sagte im Gespr&auml;ch mit Granin, er sei &uuml;berrascht gewesen, dass die Menschen in Leningrad so lange durchhielten und &bdquo;nur&ldquo; eine Million Menschen starben. Dabei habe er doch ausgerechnet, dass die Menschen in Leningrad nicht lange durchhalten w&uuml;rden und es deshalb keinen Sinn mache, f&uuml;r die Eroberung der Stadt das Leben deutscher Soldaten zu riskieren. Leningrad k&ouml;nne durch eine &bdquo;wissenschaftlich begr&uuml;ndete Methode vernichtet werden&ldquo;, schrieb Ziegelmayer am 10. September 1941 in sein Tagebuch, da sicher sei, &bdquo;dass Menschen mit einer solchen Ration nicht leben k&ouml;nnen&ldquo;.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/p><p><strong>2014 sprach Daniil Granin noch zur Blockade im Bundestag<\/strong><\/p><p>Am 27. Januar 2014 hielt der russische Schriftsteller Daniil Granin eine <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/bundestag-gedenkt-der-blockade-leningrads\/a-17390306\">Rede zum Blockade-Alltag im Bundestag<\/a>. Das scheint wie aus einer vergangenen, sehr fernen Zeit. Dabei war es erst vor zehn Jahren.<\/p><p>Heute l&auml;sst man Russen in Deutschland bei offiziellen Gedenkveranstaltungen nicht mehr ans Mikrophon. Sie k&ouml;nnten ja etwas &bdquo;Falsches&ldquo; sagen. &bdquo;Wir sind schlie&szlig;lich im Krieg gegen Russland&ldquo;, sagte eine bekannte deutsche Trampolinspringerin. Und damit ist alles erkl&auml;rt.<\/p><p>Den 80. Jahrestag der Befreiung von Leningrad &uuml;berging das offizielle Deutschland kaltherzig. Am 27. Januar 2024 gedachte Deutschland zwar offiziell dem 79. Jahrestag der Befreiung von Ausschwitz, doch dass es Sowjettruppen waren, die das KZ befreiten, verschwieg man.<\/p><p><strong>Kolonialer V&ouml;lkermord nur in Afrika?<\/strong><\/p><p>Offenbar weil deutsche Politiker versuchen, jegliche historische Verantwortung Deutschlands gegen&uuml;ber Russland vom Tisch zu wischen, versuchte die russische Regierung, den Tod von einer Million Menschen in Leningrad mit einem Paukenschlag in Erinnerung zu rufen. Im M&auml;rz 2024 schickte das russische Au&szlig;enministerium eine diplomatische Note an das deutsche Au&szlig;enministerium, in der es hei&szlig;t:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;W&auml;hrend Deutschland seine Verbrechen aus der Kolonialzeit als V&ouml;lkermord anerkennt, hat es bisher vers&auml;umt, die Belagerung von Leningrad und andere Verbrechen gegen die V&ouml;lker der Sowjetunion w&auml;hrend des Zweiten Weltkriegs ebenfalls anzuerkennen. Russland besteht darauf, dass Deutschland diese Gr&auml;ueltaten des Dritten Reiches offiziell als V&ouml;lkermord anerkennt.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Bereits im Oktober 2022 hatte das Stadtgericht von St. Petersburg die Blockade der Stadt in einem Urteil als <a href=\"https:\/\/ria.ru\/20240127\/frg-1923839715.html\">&bdquo;Kriegsverbrechen und Genozid am sowjetischen Volk&ldquo;<\/a> bezeichnet. Die St. Petersburger Staatsanwaltschaft dokumentierte, dass nicht weniger als 1.093.842 Einwohner der Stadt w&auml;hrend der Blockade umkamen. Den Schaden f&uuml;r den Tod dieser Menschen berechnete die Staatsanwaltschaft auf umgerechnet 329 Milliarden Euro.<\/p><p><strong>Deutschland entsch&auml;digt nur &bdquo;doppelt Repressierte&ldquo;<\/strong><\/p><p>Deutschland entsch&auml;digte bisher nur j&uuml;dische Blockade-Opfer. Diese Art der &bdquo;Wiedergutmachung&ldquo; weist Russland zur&uuml;ck. Das russische Au&szlig;enministerium sprach von &bdquo;ethnischer Diskriminierung&ldquo; und erkl&auml;rte, Opfer aller Nationalit&auml;ten m&uuml;ssten entsch&auml;digt werden.<\/p><p>Wie begr&uuml;ndete die Bundesregierung die unterschiedliche Behandlung der Blockade-Opfer? Die Nachrichtenagentur <em>DPA<\/em> fasste den Sachverhalt im M&auml;rz 2024 <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/streit-uber-wehrmachtsverbrechen-russland-stuft-leningrader-blockade-als-deutschen-volkermord-ein-11393381.html\">wie folgt zusammen<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Deutschland begr&uuml;ndet die unterschiedliche Behandlung damit, dass die sowjetischen Juden wegen der nationalsozialistischen Rassenpolitik einem besonderen Verfolgungsdruck ausgesetzt waren. Die Entsch&auml;digung anderer Opfer sei mit den Kriegsreparationen abgegolten, die aus Deutschland nach 1945 geleistet worden seien.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Der politischen F&uuml;hrung in Deutschland ist es zuwider, Verantwortung zu &uuml;bernehmen. Das war bei der Gr&uuml;ndung der Bundesrepublik so, und das ist heute so. Immer findet man einen Grund, um an Russen keine Entsch&auml;digung zu zahlen. Ja, die DDR hat bis 1953 Reparationen an die Sowjetunion geleistet. Westdeutschland hat aber keinerlei Reparationen an die schwer zerst&ouml;rte Sowjetunion geleistet. Insofern ist die Position Russlands, dass Deutschland nun wenigstens alle Blockade-Opfer entsch&auml;digt, nicht weit hergeholt.<\/p><p><strong>Wurde das Krankenhaus wie versprochen von Deutschland renoviert?<\/strong><\/p><p>Gegen&uuml;ber den Blockade-Opfern in St. Petersburg versucht die Bundesregierung, sich mit Brosamen aus der Verantwortung zu stehlen. Am 27. Januar 2024, dem Jahrestag der Befreiung von Leningrad, <a href=\"https:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/de\/service\/laender\/russischefoederation-node\/blockade-leningrad\/2181746\">teilte das deutsche Au&szlig;enministerium mit<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Als Geste der Vers&ouml;hnung und des Erinnerns f&ouml;rdert die Bundesregierung zum einen die Modernisierung eines Krankenhauses in St. Petersburg. In diesem Krankenhaus werden zahlreiche noch lebende Blockadeopfer behandelt. Zum anderen f&ouml;rdert die Bundesregierung in St. Petersburg Begegnungen mit Blockadeopfern. Dabei sollen junge Menschen mit den &Uuml;berlebenden in den Austausch kommen, die Erinnerung an die Blockade soll gest&auml;rkt und weitergegeben werden.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Das h&ouml;rt sich erstmal gut. Allerdings wurden nach meinen Recherchen von Deutschland im Rahmen einer &bdquo;Humanit&auml;ren Geste&ldquo; bisher nicht mehr als die H&auml;lfte der 2019 vom ehemaligen Au&szlig;enminister Heiko Maas angek&uuml;ndigten[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] 12 Millionen Euro f&uuml;r die Beschaffung von modernen medizinischen Ger&auml;ten f&uuml;r ein Krankenhaus in St. Petersburg ausgegeben. M&uuml;ssen die Blockade-&Uuml;berlebenden in der Newa-Stadt wom&ouml;glich f&uuml;r den &bdquo;Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine&ldquo; b&uuml;&szlig;en oder was ist der Grund, dass das Hilfsprojekt stockt?<\/p><p>Die extrem vagen Formulierungen in der Erkl&auml;rung des deutschen Au&szlig;enministeriums vom 27. Januar machten mich stutzig und ich beschloss, der Sache auf den Grund zu gehen. Ich wollte herausbekommen, wie viele Jugendliche seit 2019 aus Deutschland mit Hilfe der Bundesregierung nach St. Petersburg gereist sind, um dort Blockade-&Uuml;berlebende zu treffen. Doch bei deutschen Stellen biss ich auf Granit. Niemand wollte mir Rede und Antwort stehen. Offenbar gab es etwas zu verbergen.<\/p><p>Als ich unter der offiziellen Telefonnummer der &bdquo;Humanit&auml;ren Geste&ldquo; in St. Petersburg anrief, erkl&auml;rte mir eine Mitarbeiterin, &bdquo;es werden keine Anmeldungen mehr angenommen&ldquo;. Mehr wollte die Mitarbeiterin nicht sagen.<\/p><p>Die deutsche &bdquo;Humanit&auml;re Geste&ldquo; hat zwar eine Website (<a href=\"https:\/\/drb-ja.com\/blog\/\">Blog<\/a>) in deutscher Sprache mit Adresse und Telefonnummer in St. Petersburg. Aber man findet dort keine Angaben, wie viele Jugendliche seit 2019 von Deutschland nach Russland gereist sind, um Blockade-&Uuml;berlebende zu treffen, und ob solche Reisen von Deutschland finanziert wurden.<\/p><p>In der Erkl&auml;rung des Au&szlig;enministeriums vom 27. Januar hei&szlig;t es, &bdquo;junge Menschen&ldquo; sollen in St. Petersburg mit Blockade-&Uuml;berlebenden &bdquo;in den Austausch kommen&ldquo;.<\/p><p>Aber was kann man sich unter &bdquo;junge Menschen&ldquo; vorstellen? Deutsche Staatsb&uuml;rger, die aus Deutschland anreisen, deutsche Staatsb&uuml;rger, die in St. Petersburg leben, oder junge Russen? Vermutlich hat das deutsche Au&szlig;enministerium die billigste aller m&ouml;glichen Varianten gew&auml;hlt und zu den Begegnungen mit Blockade-&Uuml;berlebenden Deutschrussen mit russischem Pass und in St. Petersburg lebende Deutsche eingeladen.<\/p><p><strong>Rundgang zum Thema Blockade in St. Petersburg<\/strong><\/p><p>Nach diesem Exkurs &uuml;ber die Winkelz&uuml;ge der deutschen Diplomatie m&ouml;chte ich diesen Bericht mit ein paar pers&ouml;nlichen, positiven Eindr&uuml;cken aus St. Petersburg schlie&szlig;en.<\/p><p>St. Petersburg hatte ich im September zusammen mit Freunden aus Deutschland besucht. Gemeinsam nahmen wir an verschiedenen Besichtigungstouren teil. Wir buchten auch eine Tour, auf der uns die Touristenf&uuml;hrerin Jelena verschiedene Geb&auml;ude und Pl&auml;tze zeigte, die mit der Blockade zu tun haben. Jelena, die auch beim russischen Fernsehkanal <em>Mir<\/em> arbeitet, schaffte es, uns ein hautnahes Bild von den Lebensbedingungen w&auml;hrend der Blockade zu vermitteln.<\/p><p>Unser erster Halt war das Aleksandrische Theater, welches w&auml;hrend der Blockade im Betrieb und mit seinen musikalischen Kom&ouml;dien ein Ort der Freude blieb. Weiter ging es zum &bdquo;Haus des Radios&ldquo;, von wo aus w&auml;hrend der Belagerung die Radiosendungen &uuml;ber die in den Wohnungen installierten Lautsprecher &uuml;bertragen wurden.<\/p><p>In der N&auml;he des Newski-Prospektes sahen wir kleine Denkm&auml;ler f&uuml;r Katzen, welche nach der Blockade die Rattenplage eind&auml;mmten. Man hatte Tausende Katzen aus anderen Gebieten Russlands nach St. Petersburg gebracht.<\/p><p>Nicht weit von der Isaak-Kathedrale standen wir vor dem Depot f&uuml;r strategisch wichtige Samen. Unsere F&uuml;hrerin erz&auml;hlte von einem Professor, der w&auml;hrend der Blockade an seinem Arbeitsplatz am Mikroskop starb, ein Samenkorn in der Hand. Dieser Mann wurde ber&uuml;hmt, denn er hielt sich an die Ordnung und a&szlig; das Samenkorn nicht.<\/p><p>Wie sagte doch Florence Gaub, heute Forschungsdirektorin der NATO-Milit&auml;rakademie in Rom, in der <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=QFP3KIYIBWY&amp;t=1575\">ZDF-Sendung &bdquo;Markus Lanz&ldquo; vom 12. April 2022<\/a>: &bdquo;Ich glaube, wir d&uuml;rfen nicht vergessen, dass, auch wenn Russen europ&auml;isch aussehen, dass es keine Europ&auml;er sind &ndash; im kulturellen Sinne.&ldquo;<\/p><p>Meine Meinung: Gegen Dummheit und Rassismus helfen nur allseitige Information und Bildung.<\/p><p>Nachtrag 19. November 2024 12:00 Uhr: Antwort des russischen Au&szlig;enministeriums auf eine entsprechende Anfrage von Ulrich Heyden im Wortlaut:<\/p><blockquote><p>Als Antwort auf Ihre Anfrage teilen wir mit, dass die Regierung der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2019 nach mehrj&auml;hrigen bilateralen Verhandlungen zugestimmt hat, eine freiwillige humanit&auml;re Geste zu zeigen, als Zeichen der Anerkennung der historische Verantwortung Deutschlands f&uuml;r die Blockade von Leningrad. Die Geste sah die Modernisierung des &bdquo;Krankenhauses f&uuml;r Kriegsveteranen&ldquo; in St. Petersburg sowie die Einrichtung eines russisch-deutschen Begegnungszentrums zur Unterst&uuml;tzung der historischen Erinnerung vor.<\/p>\n<p>Leider stimmen die Versprechungen und die Worte der deutschen Seite mit den Taten nicht &uuml;berein. Die Modernisierung des Krankenhauses wurde nicht abgeschlossen, obwohl das offizielle Berlin dies bereits f&uuml;r den M&auml;rz 2021 zugesichert hat. Die Investitionen in das Projekt betrugen derzeit etwa 220 Millionen Rubel oder etwas mehr als zwei Millionen Euro von den urspr&uuml;nglich von Deutschland angek&uuml;ndigten zw&ouml;lf Millionen Euro.<\/p>\n<p>Die T&auml;tigkeit des deutsch-russischen Begegnungszentrums zur Erhaltung der historischen Erinnerung zeichnet sich nicht durch besondere Aktivit&auml;t aus, was wiederum nicht unsere Schuld ist.<\/p>\n<p>Wir betonen, dass die noch lebenden Bewohner des belagerten Leningrads unabh&auml;ngig von der Umsetzung des Projekts alle notwendige medizinische Hilfe erhalten. Wir haben es als eine humanit&auml;re Geste betrachtet und betrachten es als eine Art Reue Deutschlands f&uuml;r die Blockade der Stadt.<\/p>\n<p>Insgesamt ist die Position der Regierung der Bundesrepublik Deutschland zur Bewertung der historischen Ereignisse des Zweiten Weltkriegs sehr spezifisch, konjunkturabh&auml;ngig, widerspr&uuml;chlich und unmoralisch. Die deutschen Beh&ouml;rden weigern sich beharrlich, die Blockade Leningrads und andere grausamen Verbrechen der Hitler-Leute auf dem Territorium der Sowjetunion als Genozid an den V&ouml;lkern der UdSSR anzuerkennen. Die deutsche Regierung leistet humanit&auml;re Zahlungen ausschlie&szlig;lich an Menschen j&uuml;discher Nationalit&auml;t, welche die Blockade &uuml;berlebt haben. Dadurch werden alle anderen &Uuml;berlebenden der Blockade diskriminiert. Nur als zynisch kann man bezeichnen, dass die ehemaligen SS-Soldaten, die direkt an der Blockade Leningrads beteiligt waren, Sozialleistungen von Deutschland erhalten.<\/p><\/blockquote><p><small>Titelbild: &copy; Ulrich Heyden<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58019\">Blockade-Gedenken: Rote Nelken auf dem Piskarowskoje-Friedhof in St. Petersburg<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58352\">Leningrad-Jahrestag &ndash; Drei Millionen Zivilisten von deutschen Truppen eingeschlossen<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=121223\">Warum ist es so still um die gro&szlig;en deutschen Soldatenfriedh&ouml;fe in Russland? &ndash; Eine Spurensuche<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/9973b5b9e4ca48c89b7fdcf93042296a\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] G&ouml;tz Aly\/Susanne Heim: Vordenker der Vernichtung. Auschwitz und die deutschen Pl&auml;ne f&uuml;r eine neue europ&auml;ische Ordnung. Fischer, Frankfurt am Main 2013, S. 358.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.gov.spb.ru\/press\/governor\/193867\/\">Mitteilung des Gouverneurs von St. Petersburg Aleksandr Beglow<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Galina Bondarewa<\/strong> ist 89 Jahre alt. Sie lebt in St. Petersburg. Als im Herbst 1941 die deutsche Wehrmacht mit der Blockade der Stadt Leningrad begann, war sie sechs Jahre alt. Doch sie erinnert sich noch gut, was sie w&auml;hrend der 872 Tage dauernden Belagerung erlebte. Einmal schlich sie sich aus dem Haus, weil sie hoffte,<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124359\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":124361,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[209,20,171],"tags":[1917,930,2104,2394,304,849,1366,259,2147,966,2399],"class_list":["post-124359","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-interviews","category-landerberichte","category-militaereinsaetzekriege","tag-genozid","tag-justiz","tag-kriegsopfer","tag-kriegstrauma","tag-kriegsverbrechen","tag-nahrungsmittel","tag-reparationen","tag-russland","tag-sowjetunion","tag-weltkrieg","tag-wiedergutmachung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Galina-Bondarjowa-Ulrich-Heyden-2024.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/124359","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=124359"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/124359\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":124998,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/124359\/revisions\/124998"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/124361"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=124359"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=124359"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=124359"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}