{"id":124420,"date":"2024-11-10T13:00:44","date_gmt":"2024-11-10T12:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124420"},"modified":"2024-11-11T11:46:11","modified_gmt":"2024-11-11T10:46:11","slug":"ukraine-krieg-die-gefahr-einer-nuklearen-katastrophe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124420","title":{"rendered":"Ukraine-Krieg: Die Gefahr einer nuklearen Katastrophe"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eine Eskalation bis zu einem Atomkrieg ist m&ouml;glich &ndash; und was das f&uuml;r uns bedeuten kann. <\/strong>Die NachDenkSeiten pr&auml;sentieren die leicht erweiterte Fassung eines Vortrags, den der Autor auf der Friedenskonferenz in der Burg Liebstedt, Th&uuml;ringen, vom 25. bis 27. Oktober 2024 [<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124420#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] gehalten hat. Im Sinne des bereits in den 1950er-Jahren gepr&auml;gten Gedankens &bdquo;Die Liebe zum Frieden basiert auf dem Wissen &uuml;ber den Terror des Krieges&ldquo; [<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124420#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] warnt der Mediziner eindringlich vor einer weiteren Eskalation im Ukraine-Krieg und den unvorstellbar katastrophalen Auswirkungen des Einsatzes von Atomwaffen. Von <strong>Klaus-Dieter Kolenda<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nAls langj&auml;hriges Mitglied der IPPNW, das ist die Abk&uuml;rzung f&uuml;r die berufsbezogene Friedensorganisation &bdquo;Internationale &Auml;rztinnen und &Auml;rzte f&uuml;r die Verh&uuml;tung des Atomkriegs und f&uuml;r soziale Verantwortung&ldquo;, die 1985 den Friedensnobelpreis erhalten hat, bedanke ich mich f&uuml;r die Einladung.<\/p><p>Angesichts der vom Westen schrittweise immer weiter gesch&uuml;rten Eskalation des Ukraine-Krieges werde ich vor allem &uuml;ber die damit einhergehende Atomkriegsgefahr sprechen und dar&uuml;ber, was das f&uuml;r uns bedeuten kann, wenn es zu einem Einsatz von Nuklearwaffen kommt. Seit Beginn des Ukraine-Krieges besteht diese Gefahr wieder ganz real [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]. Sie hat sich mit dem &Uuml;berschreiten der sogenannten roten Linien Russlands, einer nach der anderen, immer weiter gesteigert.<\/p><p>Nachdem am Rande des letzten NATO-Gipfels der Beschluss der Ampelregierung verk&uuml;ndet wurde, dass ab 2026 wieder atomwaffenf&auml;hige Kurz- und Mittelstreckenraketen in Deutschland stationiert werden sollen, hat sich aus meiner Sicht diese Gefahr noch einmal vervielfacht. Zu einer sehr bedrohlichen weiteren Eskalation ist es vor einigen Wochen gekommen, als die Forderung des ukrainischen Pr&auml;sidenten Selenskyj, mit weitreichenden westlichen Raketen das russische Kernland beschie&szlig;en zu d&uuml;rfen, in westlichen Medien meist zustimmend kommentiert wurde. Diese Forderung wurde von Politikern aus allen Ampelparteien unterst&uuml;tzt, ist aber in Washington derzeit wohl abgelehnt worden. Wie lange es dabei bleibt, ist allerdings fraglich.<\/p><p>Diese Ende September getroffene Entscheidung war m&ouml;glicherweise Ausdruck einer gewissen Ern&uuml;chterung in Washington, zu der die j&uuml;ngst erfolgte Anpassung von Russlands Nukleardoktrin [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] beigetragen haben k&ouml;nnte.<\/p><p><strong>Vorbemerkungen<\/strong><\/p><p>Eine der wichtigsten Erkenntnisse in der Politik, die ich im Laufe meines Lebens gewonnen habe, ist die, dass es in den internationalen Beziehungen nicht um hehre Werte wie Freiheit, Demokratie und Menschenrechte geht, sondern um Interessen, z.B. Wirtschafts-, Macht- und Sicherheitsinteressen. Das hat schon Egon Bahr, der 2015 verstorbene Architekt der Entspannungspolitik von Willy Brandt, einmal so oder &auml;hnlich ausgedr&uuml;ckt. Daraus folgt: Es gibt in der internationalen Politik nicht nur &bdquo;schwarz oder wei&szlig;&ldquo;, nicht &bdquo;die Guten&ldquo; oder &bdquo;die B&ouml;sen&ldquo;, wobei wir nach der herrschenden Propaganda ja immer die Guten und die anderen (im Augenblick Russland und ganz besonders Putin) die B&ouml;sen sind, sondern es sind von mir in dieser Hinsicht bestenfalls Unterschiede in Abstufungen von Graut&ouml;nen auszumachen.<\/p><p>Die &bdquo;Moralapostel&ldquo; in der Politik sind mir deshalb h&ouml;chst verd&auml;chtig, da sie ganz andere Ziele verfolgen, z.B. unter der Fahne von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten Kriege zu f&uuml;hren. Ein lehrreiches Beispiel daf&uuml;r war f&uuml;r mich der v&ouml;lkerrechtswidrige Angriffskrieg der USA und des Westens gegen Serbien 1999, an dem auch Deutschland beteiligt war. Dieser 78 Wochen andauernde Bombenkrieg wurde damit begr&uuml;ndet, dass ein neues Auschwitz verhindert werden sollte.<\/p><p>Weiterhin: Ich bin ein Mediziner, aber kein Historiker, Politikwissenschaftler, Atomwissenschaftler und auch kein V&ouml;lkerrechtler. Deshalb st&uuml;tze ich meine Ansichten in diesen Bereichen gerne auf Fakten und Analysen einer Reihe von wissenschaftlichen Experten aus diesen Fachgebieten &ndash; soweit ich ihre Expertisen f&uuml;r vern&uuml;nftig, plausibel und nachvollziehbar halte &ndash; und wei&szlig; nat&uuml;rlich auch, dass ich dabei nicht immer den Stein der Weisen gefunden habe.<\/p><p>Einer dieser Fachleute, die ich gerne heranziehe, ist der US-amerikanische Politikwissenschaftler John Mearsheimer [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>], der prominenteste Vertreter der realistischen Schule der Politikwissenschaft in den USA. Ein Zweiter ist Jeffrey Sachs [<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]. Er ist ein weltweit bekannter US-Wirtschaftswissenschaftler und derzeit als diplomatischer Anwalt f&uuml;r die 17 Ziele f&uuml;r nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals &ndash; SDGs) der Vereinten Nationen unter Generalsekret&auml;r Ant&oacute;nio Guterres t&auml;tig. Beide vertreten seit vielen Jahren ganz entschieden die Ansicht, dass der Krieg in der Ukraine kein unprovozierter Angriffskrieg des b&ouml;sen Putin ist, der pl&ouml;tzlich am 24. Februar 2022 vom Himmel gefallen ist, wie es in der westlichen Propaganda unisono dargestellt wird.<\/p><p>Sachs sagt, dieser Krieg hat vielmehr eine lange und provozierende Vorgeschichte [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]. Dazu geh&ouml;ren der gewaltsame und v&ouml;lkerrechtswidrige Maidan-Putsch 2014 gegen die rechtm&auml;&szlig;ige Regierung in Kiew, bei dem die USA mit viel Geld eine Schl&uuml;sselrolle gespielt haben, und die Nichterf&uuml;llung des v&ouml;lkerrechtlich g&uuml;ltigen Minsker Abkommens, das einen Frieden im 2014 nach dem Maidan-Putsch ausgebrochenen B&uuml;rgerkrieg in der Ukraine bringen sollte. Deshalb hat f&uuml;r ihn der Ukraine-Krieg schon 2014 begonnen.<\/p><p>Und Mearsheimer sagt, hauptverantwortlich f&uuml;r diesen Krieg sind vor allem die USA [<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>], weil sie die Ukraine im Rahmen der seit Ende der 1990er-Jahre betriebenen Osterweiterung in die NATO aufnehmen wollen. Damit werde von den US-Regierungen das Ziel verfolgt, ein auch nuklear aufr&uuml;stbares Bollwerk an der russischen Grenze zu schaffen, um Russland zu schw&auml;chen oder gar aus der Gruppe der Gro&szlig;m&auml;chte auszuschalten. Das wird von der russischen F&uuml;hrung jedoch als eine existenzielle Bedrohung, d.h. als &bdquo;ein Messer am Hals&ldquo; angesehen.<\/p><p>Diese Situation ist vergleichbar mit der Kubakrise, als Kennedy die Aufstellung von sowjetischen Raketen in Kuba nicht hinnehmen wollte, weil er darin eine existenzielle Bedrohung f&uuml;r die USA gesehen hat.<\/p><p>An dieser Stelle sei auch auf ein ganz aktuelles, sehr empfehlenswertes Buch in deutscher Sprache verwiesen, das sich ebenfalls faktenbasiert mit den Ursachen des Ukraine-Kriegs besch&auml;ftigt. Es handelt sich um das Werk von G&uuml;nter Verheugen und Petra Erler mit dem Titel &bdquo;Der lange Weg zum Krieg&ldquo; [<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>]. Eine ausgezeichnete Besprechung dieses Buches ist auf den NachDenkSeiten unter dem Titel &bdquo;Die Ukraine als antirussischer Rammbock des Westens&ldquo; [<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>] erschienen.<\/p><p>Nach diesen Vorbemerkungen m&ouml;chte ich zu meinem Thema kommen, n&auml;mlich der Gefahr, dass sich der Ukraine-Konflikt zu einem direkten Krieg zwischen der NATO und Russland ausweitet, aus dem sich die ultimative Katastrophe &ndash; ein Atomkrieg &ndash; entwickeln kann.<\/p><p><strong>Atomkriegsgefahren im ersten &bdquo;Kalten Krieg&ldquo;<\/strong><\/p><p>Zun&auml;chst aber ein paar Worte zur Geschichte der Atomkriegsgefahren, denn wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten.<\/p><p>Mit den US-amerikanischen Atombombenabw&uuml;rfen auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 begann die Geschichte des atomaren Wettr&uuml;stens zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion. Zugleich bedeuteten diese Ereignisse den Eintritt in eine neue Epoche der Menschheit. Diese ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass wir Menschen seit dieser Zeit die F&auml;higkeit besitzen, die Menschheit insgesamt auszul&ouml;schen und damit 12.000 Jahren Zivilisationsgeschichte mit einem Schlag ein Ende zu setzen.<\/p><p>Das hat die US-Journalistin Annie Jacobsen k&uuml;rzlich in ihrem neuen Buch mit dem Titel &bdquo;72 Minuten bis zur Vernichtung&ldquo; erschreckend deutlich gemacht [<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>]. Wie sagte schon Albert Einstein: &bdquo;Ich wei&szlig; nicht, mit welchen Waffen der Dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber der Vierte Weltkrieg wird mit St&ouml;cken und Steinen ausgetragen.&ldquo;<\/p><p>Die Geschichte des Wettr&uuml;stens ist aber auch die Geschichte des Widerstands gegen die atomare Aufr&uuml;stung in Deutschland. Sie begann 1957, als 18 f&uuml;hrende Atomwissenschaftler mit ihrem ber&uuml;hmten &bdquo;G&ouml;ttinger Manifest&rdquo; die &Ouml;ffentlichkeit &uuml;ber die Gefahren eines Atomkrieges alarmierten. Daraufhin entstand mit der Kampagne &bdquo;Kampf dem Atomtod&rdquo; eine Protestbewegung gegen die atomare Aufr&uuml;stung. 1960 begannen dann die j&auml;hrlich stattfindenden &bdquo;Osterm&auml;rsche der Atomwaffengegner&rdquo;.<\/p><p><strong>Kuba-Krise<\/strong><\/p><p>Ich geh&ouml;re zu der Generation, deren Angeh&ouml;rige sich noch aus eigenem Erleben an die dramatischen Tage der Kuba-Krise im Oktober 1962 erinnern k&ouml;nnen. Diese geopolitische Krise zwischen den beiden damaligen Superm&auml;chten USA und Sowjetunion wurde durch einen Kompromiss beendet, bei dem Chruschtschow die von den USA als existenziell bedrohlich angesehenen russischen Raketen in Kuba abzog und im Gegenzug Kennedy auf entsprechende in der T&uuml;rkei und in Italien stationierte, gegen die Sowjetunion gerichtete Atomraketen verzichtete.<\/p><p>Dieser Kompromiss, der 1962 eine atomare Katastrophe um Haaresbreite gerade eben verhinderte, soll das Ergebnis einer Absprache zwischen den beiden verantwortlichen Politikern hinter dem R&uuml;cken der Milit&auml;rs und der Geheimdienste gewesen sein. Deshalb war ein Mindestma&szlig; an gegenseitigem Vertrauen Voraussetzung f&uuml;r sein Zustandekommen.<\/p><p>Dieses notwendige Vertrauen ist aber heute durch die Politik der NATO-Osterweiterung, die mit L&uuml;gen und T&auml;uschungen von westlicher Seite einhergegangen ist, durch eine in den letzten Jahren st&auml;ndig zunehmende und zuletzt ma&szlig;lose russlandfeindliche Propaganda in unseren Hauptmedien (zum Beispiel: &bdquo;Putin ist ein Wiederg&auml;nger Hitlers&ldquo; [<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>]) und durch die beispiellosen v&ouml;lkerrechtswidrigen Sanktionen des Westens gegen Russland weitgehend zerst&ouml;rt worden.<\/p><p><strong>NATO-Doppelbeschluss<\/strong><\/p><p>In den 1960er- und 1970er-Jahren erreichte das atomare Wettr&uuml;sten zwischen den beiden damaligen Superm&auml;chten USA und Sowjetunion seinen H&ouml;hepunkt. 1965 war die Zahl der US-Atomwaffen [<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>] auf mehr als 30.000 mit den entsprechenden Tr&auml;gersystemen und eine wahrscheinlich ann&auml;hernd vergleichbar gro&szlig;e Zahl auf sowjetischer Seite angestiegen. Als dann Ende der 1970er-Jahre entsprechend dem sogenannten NATO-Doppelbeschluss noch atomare Pershing-II-Raketen und Marschflugk&ouml;rper in Deutschland aufgestellt werden sollten, brachte die damalige Friedensbewegung in der ersten H&auml;lfte der 1980er-Jahre viele Hunderttausend Menschen in der Bundesrepublik auf die Stra&szlig;en, die gegen diese Politik protestierten.<\/p><p>Dazu geh&ouml;rten auch viele IPPNW-Mitglieder mit Losungen wie &bdquo;Raketen sind Atommagneten&ldquo; oder Plakaten, auf denen zu lesen war: &bdquo;Wir werden Euch nicht helfen k&ouml;nnen&ldquo; [<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>].<\/p><p>Auch wenn es damals der Friedensbewegung nicht gelang, die Stationierung der Pershing-Raketen zu verhindern, d&uuml;rfte ihr un&uuml;berh&ouml;rbarer Protest jedoch mit dazu beigetragen haben, dass 1987 der wichtigste Vertrag &uuml;ber die atomare Abr&uuml;stung, der INF-Vertrag, von Reagan und Gorbatschow unterzeichnet wurde. In dessen Folge wurden dann Tausende von Mittelstreckenraketen mit den dazugeh&ouml;rigen Atomwaffen bis zum Ende des &bdquo;Kalten Krieges&ldquo; 1991 vernichtet.<\/p><p><strong>Atomare Beinahe-Katastrophen<\/strong><\/p><p>W&auml;hrend es bisher au&szlig;er in Hiroshima und Nagasaki gl&uuml;cklicherweise zu keinem weiteren kriegerischen Einsatz von Atombomben gekommen ist, findet man im Internet eine Liste von atomaren Beinahe-Unf&auml;llen mit Atomwaffen [<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>]. Diese Liste zeigt, dass seit den 1950er- bis Anfang der 1990er-Jahre insgesamt mindestens 16 Vorf&auml;lle dieser Art bekannt geworden sind, die einen Atomkrieg h&auml;tten ausl&ouml;sen k&ouml;nnen.<\/p><p>Eine dieser &bdquo;Beinahe-Katastrophen&ldquo; m&ouml;chte ich als Beispiel kurz anf&uuml;hren. Dabei geht es um Stanislaw Petrow [<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>], einen Menschen aus Russland, dem wir &Auml;lteren wahrscheinlich zu verdanken haben, dass wir noch leben, und die J&uuml;ngeren unter uns, dass sie geboren worden sind.<\/p><p>Am 26. September 1983, in einer Zeit, in der die Spannungen zwischen den USA und der Sowjetunion einen neuen H&ouml;hepunkt erreicht hatten und erneut, wie 1962, die Gefahr eines atomaren Schlagabtausches zwischen den Superm&auml;chten drohte, stufte Petrow als leitender Offizier in der Kommandozentrale der sowjetischen Satelliten&uuml;berwachung einen vom &Uuml;berwachungssystem gemeldeten Angriff der USA mit nuklearen Interkontinentalraketen auf die UdSSR nicht als einen Alarm ein, wie das System es anzeigte und die Ausl&ouml;sung eines schnellen Gegenschlags erforderlich gemacht h&auml;tte, sondern wertete ihn als einen Fehlalarm [<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>].<\/p><p>Sp&auml;ter ergab sich, dass es sich tats&auml;chlich um einen Fehlalarm gehandelt hatte, der durch fehlerhafte Software in einem Satelliten des sowjetischen Fr&uuml;hwarnsystems ausgel&ouml;st worden war. Durch sein Eingreifen verhinderte Petrow damals wahrscheinlich das Ausl&ouml;sen eines umfassenden Atomkriegs mit strategischen Nuklearwaffen zwischen den USA und der Sowjetunion.<\/p><p>Deshalb gibt es weltweite Bem&uuml;hungen, den 26. September im Andenken an diesen &bdquo;Weltretter&ldquo;, der 2017 in Moskau gestorben ist, als &bdquo;Petrow-Tag&ldquo; zu begehen [<a href=\"#foot_18\" name=\"note_18\">18<\/a>].<\/p><p>Dieser Fall und weitere in der Liste angef&uuml;hrte Beispiele zeigen, dass wir es mutigen und selbstst&auml;ndig denkenden Menschen und dar&uuml;ber hinaus Zuf&auml;llen und vielen gl&uuml;cklichen Umst&auml;nden zu verdanken haben, dass es im ersten Kalten Krieg zu keinem nuklearen Inferno gekommen ist. Weitere Informationen zum Thema &bdquo;Atomkrieg aus Versehen&ldquo; sind hier [<a href=\"#foot_19\" name=\"note_19\">19<\/a>] zu finden.<\/p><p><strong>Atomwaffenr&uuml;stung und Atomwaffenverbotsvertrag<\/strong><\/p><p>Heute verf&uuml;gen die neun Atomm&auml;chte (neben Russland und den USA sind das China, Frankreich, Gro&szlig;britannien, Pakistan, Indien, Israel und Nordkorea) &uuml;ber insgesamt rund 12.000 nukleare Sprengk&ouml;pfe mit den dazugeh&ouml;renden Tr&auml;gerwaffen. Laut SIPRI [<a href=\"#foot_20\" name=\"note_20\">20<\/a>] sind mehr als 90 Prozent dieser Atomwaffen je etwa zur H&auml;lfte im Besitz der beiden gr&ouml;&szlig;ten Atomm&auml;chte [<a href=\"#foot_20\" name=\"note_20\">20<\/a>]. Das bedeutet, dass sowohl Russland als auch die USA heute insgesamt &uuml;ber jeweils etwa 5.000 Atomsprengk&ouml;pfe verf&uuml;gen. Davon sind etwa 1.000 auf jeder Seite st&auml;ndig in k&uuml;rzester Zeit einsatzbereit (&bdquo;on alert&ldquo;).<\/p><p>Es handelt sich dabei um taktische, aber auch strategische Atomwaffen. Taktische Atomwaffen haben in der Regel eine geringere Sprengkraft und Reichweite als strategische Atomwaffen, aber die &Uuml;berg&auml;nge sind flie&szlig;end.<\/p><p><strong>New START<\/strong><\/p><p>Mit dem New-START-Vertrag (START: Strategic Arms Reduction Treaty) ist 2010 eine Reduzierung der strategischen Atomwaffen und Tr&auml;gersysteme zwischen den beiden gr&ouml;&szlig;ten Atomm&auml;chten vereinbart worden. Dabei handelt es sich um den letzten noch g&uuml;ltigen gro&szlig;en atomaren Abr&uuml;stungsvertrag.<\/p><p>2021 unterzeichneten Putin und 2022 Biden eine Vereinbarung zur Verl&auml;ngerung von New START um weitere f&uuml;nf Jahre. Im August 2022 hat das russische Au&szlig;enministerium jedoch bekannt gegeben, dass es Kontrollen von Atomwaffenbest&auml;nden im Rahmen des Abkommens vorerst aussetze, weil Russland wegen der Sanktionen gegen seine Flugzeuge keine Inspekteure in die USA fliegen k&ouml;nne. Deshalb w&uuml;rde eine Wiederaufnahme der US-Inspektionen auf russischem Gebiet den Amerikanern einen Vorteil verschaffen. Man werde sich aber weiter an die New-START-Vereinbarungen halten, sagte die russische Regierung [<a href=\"#foot_21\" name=\"note_21\">21<\/a>].<\/p><p>&bdquo;<strong>Nukleare Teilhabe&rdquo; Deutschlands<\/strong><\/p><p>Deutschland verf&uuml;gt &uuml;ber keine &bdquo;eigenen&ldquo; Atomwaffen, ist aber &uuml;ber die &bdquo;Nukleare Teilhabe&ldquo; an der Atomkriegsstrategie der NATO direkt beteiligt. Im Rahmen der Nuklearen Teilhabe haben die USA in Deutschland und drei weiteren europ&auml;ischen NATO-Staaten ca. 150 taktische Atomwaffen stationiert. Das sind frei fallende Atombomben vom Typ B61.<\/p><p>Die USA liefern hier also die Atomwaffen, w&auml;hrend die Stationierungsl&auml;nder die St&uuml;tzpunkte, die Tr&auml;gerflugzeuge und die Piloten zur Verf&uuml;gung stellen, die im Kriegsfall die Atomwaffen ins Ziel fliegen und abwerfen m&uuml;ssen. In Deutschland sollen daf&uuml;r ca. 20 US-Atombomben auf dem Bundeswehr-Fliegerhorst B&uuml;chel in der Eifel stationiert sein.<\/p><p>Die IPPNW hat sich eindeutig gegen die Nukleare Teilhabe ausgesprochen, unter anderem, weil diese gegen den Atomwaffensperrvertrag von 1970 verst&ouml;&szlig;t, den auch Deutschland 1975 unterzeichnet hat. Darin haben sich alle Nicht-Atomwaffenstaaten verpflichtet, &bdquo;Kernwaffen oder sonstige Kernsprengk&ouml;rper oder die Verf&uuml;gungsgewalt dar&uuml;ber von niemandem unmittelbar oder mittelbar anzunehmen&ldquo;.<\/p><p>Beachtenswert ist weiter, dass dar&uuml;ber berichtet wird, dass seit einigen Jahren eine &bdquo;Modernisierung&ldquo; der in B&uuml;chel stationierten US-Atombomben durchgef&uuml;hrt wird. Die neue B61-12 ist eine &bdquo;Allround&rdquo;-Atombombe, eine zielgenaue, elektronisch gesteuerte und gelenkte Atomwaffe mit variabler Sprengkraft, vergr&ouml;&szlig;erter Reichweite und der F&auml;higkeit, tief verbunkerte Ziele zu zerst&ouml;ren. Es ist die erste Nuklearbombe, die mit einem derartigen Steuerungssystem ausgestattet ist.<\/p><p>Durch die variable Sprengkraft, in der Gr&ouml;&szlig;enordnung von sogenannten Mini-Nukes bis zur Sprengkraft der Hiroshima-Bombe, ergeben sich f&uuml;r die US-Kriegsplaner erweiterte operative M&ouml;glichkeiten f&uuml;r den Einsatz dieser taktischen Nuklearwaffen.<\/p><p><strong>Atomwaffenverbotsvertrag<\/strong><\/p><p>2017 haben die atomwaffenfreien L&auml;nder den Aufstand gegen die Atomm&auml;chte gewagt. 122 Mitgliedstaaten der UNO haben damals den Vertrag &uuml;ber das Verbot aller Atomwaffen beschlossen. F&uuml;r den Atomwaffenverbotsvertrag erhielt ICAN, ein internationales B&uuml;ndnis von Nichtregierungsorganisationen, das sich viele Jahre f&uuml;r die Abschaffung aller Atomwaffen durch einen v&ouml;lkerrechtlichen bindenden Vertrag eingesetzt hat, 2017 den Friedensnobelpreis. Auch die IPPNW ist Teil dieses B&uuml;ndnisses. Nachdem &uuml;ber 50 Staaten in der UNO diesen Vertrag ratifiziert hatten, ist er 2021 in Kraft getreten.<\/p><p>Der Atomwaffenverbotsvertrag verbietet den Vertragsstaaten, Kernwaffen zu entwickeln, herzustellen, zu erwerben und zu besitzen, Kernwaffen einzusetzen oder ihren Einsatz anzudrohen, Kernwaffen zu lagern oder die Verf&uuml;gungsgewalt dar&uuml;ber unmittelbar oder mittelbar anzunehmen und Kernwaffen &uuml;ber ihr Staatsgebiet zu transportieren. Der Atomwaffenverbotsvertrag war ein Ziel des jahrzehntelangen Kampfes der weltweiten Bewegung gegen die atomare Aufr&uuml;stung und auch des jahrzehntelangen Kampfes gegen die in Deutschland stationierten Atombomben.<\/p><p>Die Friedensbewegung in Deutschland hat deshalb allen Grund, den Widerstand gegen die Beteiligung unseres Landes an der Atomkriegsstrategie der USA, gegen die in B&uuml;chel stationierten US-Atomwaffen, gegen die damit verbundene Gefahr eines Atomkrieges in Europa und den Kampf f&uuml;r die Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrags auch durch Deutschland verst&auml;rkt fortzusetzen.<\/p><p><strong>Beendigung der R&uuml;stungskontroll- und Abr&uuml;stungsvertr&auml;ge und neue atomare Aufr&uuml;stung<\/strong><\/p><p>Es ist vor allem das Streben der USA nach Erhalt und Ausbau ihrer weltweiten milit&auml;rischen &Uuml;berlegenheit und ihrer globalen Vormachtstellung, das zur Beendigung der Laufzeit der wichtigsten R&uuml;stungskontroll- und Abr&uuml;stungsvertr&auml;ge gef&uuml;hrt hat und dadurch das Wettr&uuml;sten auch bei den Atomwaffen wieder anheizt. Bereits unter Obama hatte die US-Regierung beschlossen, ihr Atomwaffenarsenal in den kommenden 30 Jahren mit 3.000 Milliarden US-Dollar &ndash; das sind 100 Milliarden j&auml;hrlich &ndash; aufzur&uuml;sten.<\/p><p><strong>K&uuml;ndigung des ABM- und INF-Vertrags<\/strong><\/p><p>2001 haben die USA einen der wichtigen Abr&uuml;stungsvertr&auml;ge, den sogenannten <em>ABM-Vertrag<\/em> (Anti-Ballistik Missile Treaty) von 1972, einseitig gek&uuml;ndigt, der die Errichtung von Raketenabwehrsystemen begrenzt hatte. Dar&uuml;ber hinaus k&uuml;ndigte die US-Regierung im Februar 2019 den <em>INF-Vertrag<\/em> (Intermediate Range Nuclear Forces Treaty), bei dem es sich um den wohl wichtigsten Vertrag &uuml;ber die atomare Abr&uuml;stung gehandelt hat.<\/p><p>Er wurde 1987 von Reagan und Gorbatschow unterzeichnet, und in dessen Folge wurden, wie schon gesagt, Tausende von Mittelstreckenraketen mit den dazugeh&ouml;rigen Atomwaffen bis zum Ende des &bdquo;Kalten Krieges&ldquo; vernichtet [<a href=\"#foot_22\" name=\"note_22\">22<\/a>].<\/p><p><strong>Aegis-Ashore-Systeme<\/strong><\/p><p>Im Anschluss an die K&uuml;ndigung sowohl des ABM-Vertrags als auch des INF-Vertrags haben die USA in den letzten Jahren im Rahmen der NATO die Stationierung von sogenannten Raketenabwehrsystemen in Polen und Rum&auml;nien durchgef&uuml;hrt.<\/p><p>Diese <em>&bdquo;Aegis Ashore&rdquo;-Systeme <\/em>k&ouml;nnen &bdquo;Abfangraketen&rdquo; abfeuern. Diese Systeme sollen aber auch durch eine einfache &Auml;nderung der Programmierung Raketen gegen Bodenziele abfeuern k&ouml;nnen. Sie k&ouml;nnen au&szlig;erdem Marschflugk&ouml;rper abfeuern und somit gegnerische Ziele bis weit hinter Moskau erreichen und zerst&ouml;ren.<\/p><p><strong>Hyperschallraketen in Planung<\/strong><\/p><p>Neben diesen bereits installierten Systemen in Rum&auml;nien und in Polen, die wie gesagt auch Mittelstreckenraketen abschie&szlig;en k&ouml;nnen, planen die USA seit L&auml;ngerem die Stationierung von neuen, sich in der Entwicklung befindlichen <em>Hyperschall-Raketen mit dem Namen &bdquo;Dark Eagle&rdquo;<\/em> (zu Deutsch: &bdquo;schwarzer Adler&ldquo;), die Moskau in etwa 20 Minuten erreichen k&ouml;nnen [<a href=\"#foot_23\" name=\"note_23\">23<\/a>]. Der geplante Standort, die Clay-Kaserne im Wiesbadener Ortsteil Mainz-Kastell, wurde k&uuml;rzlich eingeweiht.<\/p><p>Auch die schon erw&auml;hnten neuen taktischen <em>B61-12-Atomwaffen<\/em>, deren Stationierung in Europa im Rahmen der &bdquo;Nuklearen Teilhabe&ldquo; inzwischen wahrscheinlich erfolgt ist, k&ouml;nnten die Hemmschwelle f&uuml;r einen Atomwaffeneinsatz weiter senken. Es ist anzunehmen, dass in der Logik der US-Milit&auml;rs diese Waffensysteme einen auf Europa begrenzten Ersteinsatz von Atomwaffen kalkulierbar machen, ohne einen atomaren Gegenschlag Russlands auf US-Territorium bzw. einen globalen Atomkrieg riskieren zu m&uuml;ssen.<\/p><p>Ein &bdquo;begrenzter&ldquo; Atomkrieg zwischen den USA und Russland in Europa w&uuml;rde aber sehr wahrscheinlich auch das Ende Deutschlands bedeuten, von den sonstigen Folgen eines derartigen Krieges einmal ganz abgesehen. Dazu geh&ouml;rt, dass es auch nach einem &bdquo;begrenzten Einsatz&ldquo; von Atomwaffen zu einem &bdquo;Nuklearen Winter&ldquo; mit einer weltweiten Hungersnot kommen kann. Darauf werde ich zum Schluss noch kurz eingehen.<\/p><p><strong>Geplante Stationierung neuer Mittelstreckenraketen<\/strong><\/p><p>Mittelstreckenwaffen sind, wie dargestellt, keine Defensivwaffen, sondern aufgrund ihrer kurzen Vorwarnzeit Waffen f&uuml;r den atomaren Erstschlag. Damit w&auml;chst die Gefahr eines Atomkrieges in Europa. Am Rande des letzten NATO-Gipfels in Washington im Juli dieses Jahres ist mehr beil&auml;ufig bekannt gegeben geworden, dass die USA von 2026 an in Deutschland neue Mittelstreckenraketen stationieren wollen, die weit bis nach Russland hinein reichen. Die Ampelregierung hat dieser Stationierung in Deutschland zugestimmt, ohne dass dar&uuml;ber im deutschen Bundestag bisher eine Debatte gef&uuml;hrt wurde.<\/p><p>Zum ersten Mal seit Ende des Kalten Krieges sollen jetzt in Deutschland wieder US-Mittelstreckenraketen stationiert werden, die Russland treffen k&ouml;nnen. Dieser Tabubruch wird wahrscheinlich einen gef&auml;hrlichen neuen R&uuml;stungswettlauf einl&auml;uten, der keine Sicherheit, sondern kommende Katastrophen vorbereiten kann.<\/p><p>Die IPPNW hat zu diesen h&ouml;chst alarmierenden Pl&auml;nen in einer Presseerkl&auml;rung vom 17. Juli 2024 ebenfalls klar Stellung bezogen [<a href=\"#foot_24\" name=\"note_24\">24<\/a>]. Dort hei&szlig;t es u. a.:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die &auml;rztliche Friedensnobelpreistr&auml;ger-Organisation IPPNW kritisiert die Beschl&uuml;sse der NATO als weitere Stufe der Eskalation und als brandgef&auml;hrlich. Mit der Ank&uuml;ndigung der Stationierung neuer Mittelstreckenraketen vom Typ Tomahawk in Deutschland sollen erstmals seit dem Abzug der atomaren Mittelstreckenraketen im Jahr 1991 im Zuge des INF-Abkommens wieder Raketen auf deutschem Boden stationiert werden.<br>\nTomahawks k&ouml;nnen mit konventionellen oder atomaren Sprengk&ouml;pfen best&uuml;ckt werden. Am 1. Februar 2019 hatten die USA das INF-Abkommen zum Verzicht auf atomare Mittelstreckenraketen aufgek&uuml;ndigt.<br>\nDer Konflikt um die Entwicklung der sowjetischen SS-20-Raketen und der NATO-Doppelbeschluss damals im Jahr 1979 hatte die Welt an den Rand eines Atomkriegs gebracht. Wer den Krieg verhindern will, muss den Frieden vorbereiten, statt weitere Schritte in Richtung atomarer Eskalation zu gehen&ldquo;, erkl&auml;rt die IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Clau&szlig;en.<\/p><\/blockquote><p>Verteidigungsminister Pistorius erkl&auml;rte die geplante Stationierung von Mittelstreckenraketen in Deutschland zu einer blo&szlig;en Abschreckungsma&szlig;nahme. Russland habe in der Vergangenheit &auml;hnliche Waffensysteme stationiert, etwa in Kaliningrad. Nun gehe es lediglich darum, &bdquo;diese F&auml;higkeitsl&uuml;cke zu schlie&szlig;en&ldquo;, sagte Pistorius.<\/p><p>Inzwischen ist jedoch bekannt geworden, dass die Einrichtung einer sogenannten <em>Multi-Domain Task Force <\/em>(MDTF) [<a href=\"#foot_25\" name=\"note_25\">25<\/a>] in Deutschland mit den genannten verschiedenen Raketentypen schon lange, sp&auml;testens im April 2021, also schon weit vor dem Beginn des Ukraine-Krieges beschlossen worden ist.<\/p><p>Ein Blick in die Geschichte verdeutlicht die Tragweite dieser Entscheidung der Bundesregierung. Bereits w&auml;hrend des Kalten Krieges drohte Europa immer wieder zum atomaren Schlachtfeld zu werden. Und auch damals spielte die Stationierung von Tomahawks in Westeuropa eine wichtige Rolle. Das Abr&uuml;stungsabkommen &ndash; der INF-Vertrag zwischen den USA und der Sowjetunion &uuml;ber nukleare Mittelstreckensysteme &ndash; f&uuml;hrte im Ergebnis dazu, dass die Tomahawks Ende der 1980er-Jahre zusammen mit den Pershing-II-Raketen aus Deutschland abgezogen wurden.<\/p><p>Aber wie schon dargestellt sind der ABM-Vertrag 2001 und der INF-Vertrag 2019 von den USA einseitig gek&uuml;ndigt worden, und wir haben wieder eine Situation wie vor dem ABM-Vertrag im Jahre 1972, sodass das atomare Wettr&uuml;sten wieder ungebremst Fahrt aufnehmen kann.<\/p><p><strong>Drohender Einsatz von Atomwaffen und angepasste russische Nukleardoktrin<\/strong><\/p><p>Der Krieg in der Ukraine dauert nun schon zweieinhalb Jahre an, und ein Ende ist nicht in Sicht. Und: Wir stehen jetzt kurz vor einem Atomkrieg, meint der renommierte norwegische Politikwissenschaftler Glenn Diesen [<a href=\"#foot_26\" name=\"note_26\">26<\/a>] in einem aktuellen Interview vom 21. Oktober 2024.<\/p><p>Diesen ist Professor f&uuml;r Politikwissenschaft an der Universit&auml;t S&uuml;dostnorwegen und Autor zahlreicher wissenschaftlicher Artikel und B&uuml;cher, darunter zuletzt auch ein Buch &uuml;ber den Ukraine-Krieg [<a href=\"#foot_27\" name=\"note_27\">27<\/a>], in dem er dessen geopolitische Hintergr&uuml;nde und Bedeutung darstellt. Der Wissenschaftler aus Norwegen sagte in Bezug auf den Ukraine-Konflikt im November 2021 voraus, dass ein Krieg immer unvermeidlicher werde, da die NATO die Spannungen mit Russland eskaliere, indem sie ihre Beziehungen zur Ukraine st&auml;rke.<\/p><p>In dem oben erw&auml;hnten aktuellen Interview sagt Diesen [<a href=\"#foot_26\" name=\"note_26\">26<\/a>]: Nach zweieinhalb Jahren Krieg sei der Ukraine-Krieg zu einem Territorialkonflikt geworden, der es fast unm&ouml;glich mache, ihn auf eine f&uuml;r alle Seiten akzeptable Weise zu l&ouml;sen. Da die NATO sich weigere, ihren jahrzehntelangen, seit dem Maidan-Putsch 2014 betriebenen Stellvertreterkrieg in der Ukraine zu beenden, muss sie weiter eskalieren und sich daher immer direkter in den Krieg einmischen. &bdquo;So stehen wir jetzt am Rande eines direkten Krieges zwischen der NATO und Russland&ldquo;, meint Diesen.<\/p><p>Weiter sagt er: &bdquo;Wenn wir die zentrale Rolle der NATO bei der Provokation dieses Krieges nicht anerkennen, hindern wir uns auch daran, m&ouml;gliche politische L&ouml;sungen zu finden.&ldquo;<\/p><p>&bdquo;Der Krieg in der Ukraine ist eine gro&szlig;e Trag&ouml;die, denn er hat den Tod von Hunderttausenden junger Ukrainer und Russen zur Folge gehabt. Au&szlig;erdem hat er Europa geschw&auml;cht und von den USA abh&auml;ngiger gemacht und die Welt an den Rand eines Atomkriegs gebracht&ldquo;, lautet seine abschlie&szlig;ende Einsch&auml;tzung.<\/p><p><strong>Russlands Nukleardoktrin<\/strong><\/p><p>Angesichts der vom Westen erfolgten st&auml;ndigen weiteren Eskalation des Krieges in der Ukraine, zuletzt mit dem von Pr&auml;sident Selenskyj propagierten sogenannten &bdquo;Siegesplan&ldquo;, mit weit reichenden Raketen das russische Kernland anzugreifen, hat Russland jetzt seine Nukleardoktrin angepasst, d. h. versch&auml;rft. <\/p><p>Nach der bisher geltenden russischen Nukleardoktrin kann Russland Atomwaffen einsetzten, wenn es mit Atomwaffen angegriffen wird oder nach einem konventionellen Angriff, der das &Uuml;berleben des Staates in Frage stellt.<\/p><p>Wie Putin am 25. September 2024 verk&uuml;ndete, werde Moskau jedoch in Zukunft eine Aggression gegen Russland, die durch einen Nicht-Kernwaffenstaat gef&uuml;hrt werde, aber mit Beteiligung oder Unterst&uuml;tzung eines Kernwaffenstaates erfolge, als einen gemeinsamen Angriff beider auf die Russische F&ouml;deration betrachten [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>].<\/p><p><strong>Gespr&auml;ch mit Sergei Karaganow<\/strong><\/p><p>Am 24. Oktober 2024 f&uuml;hrte Diesen ein Gespr&auml;ch mit Professor Sergei Karaganow und Alexander Mercouris &uuml;ber Russlands &Auml;nderung seiner Nukleardoktrin [<a href=\"#foot_28\" name=\"note_28\">28<\/a>]. Karaganow war Berater von Breschnew, Gorbatschow, Jelzin und Putin. Die dem Interview vorangestellte Zusammenfassung dieses Gespr&auml;ches von Diesen habe ich ins Deutsche &uuml;bertragen und m&ouml;chte sie hier wegen ihrer Bedeutung zitieren:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Karaganow sei der Hauptbef&uuml;rworter der Absenkung der nuklearen Schwelle Russlands gewesen. Putin habe Karaganow zuvor gesagt, dass Russland nicht bereit sei, die Nukleardoktrin zu &auml;ndern, obwohl Putin jetzt die Nukleardoktrin gem&auml;&szlig; den Empfehlungen Karaganows &auml;ndere.<\/p>\n<p>Atomwaffen sind die ultimative Abschreckung und k&ouml;nnen daher eine Quelle der Stabilit&auml;t und des Friedens sein, indem sie einen Krieg zwischen den Gro&szlig;m&auml;chten inakzeptabel machen.<\/p>\n<p>Die Ironie der nuklearen Abschreckung besteht darin, dass die immens zerst&ouml;rerische Kraft von Atomwaffen, die m&ouml;glicherweise die menschliche Zivilisation ausl&ouml;schen, die Glaubw&uuml;rdigkeit verringern kann, dass der Gegner sie einsetzen w&uuml;rde. Der nukleare Frieden erfordert daher die Vermittlung einer glaubw&uuml;rdigen Absicht, die Welt zu zerst&ouml;ren. Die Eskalation der NATO im Ukraine-Krieg hat den Kreml davon &uuml;berzeugt, dass seine nukleare Abschreckung stark geschw&auml;cht sei und wiederbelebt werden m&uuml;sse.<\/p>\n<p>So warnte Biden zun&auml;chst vor der Entsendung von F-16-Kampfflugzeugen, da dies wahrscheinlich den dritten Weltkrieg ausl&ouml;sen w&uuml;rde, habe sich aber dann sp&auml;ter entschieden, die Lieferung von F-16-Kampfflugzeugen an die Ukraine zu genehmigen, w&auml;hrend die NATO-L&auml;nder Russlands nukleare Abschreckung als inakzeptable &bdquo;nukleare Erpressung&rdquo; abtaten.<\/p>\n<p>Im dritten Jahr des Krieges sei die Ukraine mit NATO-Waffen und wahrscheinlich auch mit Anleitung der US-Geheimdienste in Kursk einmarschiert &ndash; was auf westliche Unterst&uuml;tzung und &uuml;berschw&auml;ngliche Zustimmung stie&szlig;.<\/p>\n<p>Das Dilemma, wie Russland reagieren kann, lautete:<\/p>\n<ol>\n<li>Vergeltung gegen die NATO zu &uuml;ben und eine unkontrollierte Eskalation zu riskieren, die m&ouml;glicherweise zu einem Atomkrieg f&uuml;hrt, oder <\/li>\n<li>keine Vergeltung zu &uuml;ben, sondern dann die NATO zu einer weiteren Eskalation zu ermutigen und damit einen Atomkrieg zu riskieren.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der Plan der USA und Gro&szlig;britanniens, die Ukraine mit Langstreckenpr&auml;zisionsraketen zu beliefern, wurde f&uuml;r Moskau zum letzten Tropfen, der das Fass zum &Uuml;berlaufen brachte. Dies w&uuml;rde als direkter Angriff auf Russland gewertet werden, da diese Raketen von amerikanischen oder britischen Soldaten bedient und von ihren Satelliten gelenkt werden m&uuml;ssten.<\/p>\n<p>Die &Auml;nderungen der russischen Atomwaffendoktrin betreffen in erster Linie <\/p>\n<ol>\n<li>die Zulassung des Einsatzes von Atomwaffen, wenn Russland von einem Nicht-Atomstaat angegriffen wird, der von einem Atomstaat unterst&uuml;tzt wird (um einen Krieg durch Stellvertreter zu f&uuml;hren), und <\/li>\n<li>die Unterstellung von Belarus unter den russischen nuklearen Schutzschirm, um die M&ouml;glichkeit eines nuklearen NATO-Angriffs auf Belarus als einen m&ouml;glichen Schritt auf der Eskalationsleiter zu bew&auml;ltigen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Obamas nationales Sicherheitsteam habe 2016 heimlich ein Kriegsspiel inszeniert, in dem empfohlen wurde, auf einen russischen Atomwaffeneinsatz mit einem nuklearen NATO-Angriff auf Belarus zu reagieren &ndash; &bdquo;eine Nation, die bei der Invasion des NATO-Verb&uuml;ndeten keinerlei Rolle gespielt hatte, aber die das Pech hatte, ein russischer Verb&uuml;ndeter zu sein&rdquo;.<\/p>\n<p>Die &Auml;nderung der Nukleardoktrin deute aber nicht darauf hin, dass Russland einen Atomschlag plane, da es noch weitere Stufen auf der Eskalationsleiter gibt, die in dem Gespr&auml;ch im Einzelnen dann erl&auml;utert und diskutiert worden seien.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Wenn angesichts dieser Klarstellungen ein &bdquo;Weiter so&ldquo; von unseren Politikern betrieben wird, dann ist das eine absolut verantwortungslose Politik, die unser aller Leben in h&ouml;chste Gefahr bringt. Und eine solche Politik ist au&szlig;erdem leichtsinnig und dumm, denn gegen eine nukleare Supermacht wie Russland ist auf ihrem Territorium auch von Seiten der NATO kein strategischer Sieg zu erreichen, sondern nur der gemeinsame Untergang.<\/p><p><strong>Interview mit Dmitri Trenin<\/strong><\/p><p>Dass noch weitere Menschen in Russland, die sich mit der internationalen Politik besch&auml;ftigen und in hohen Funktionen Verantwortung tragen, die derzeitigen Spannungen zwischen Russland und dem Westen mit gro&szlig;er Sorge betrachten, zeigt exemplarisch das Interview mit dem einflussreichen russischen Politikwissenschaftler Dmitri Trenin, das unter dem Titel &bdquo;Einen Weltkrieg mit Atomwaffen unter allen Umst&auml;nden verhindern&ldquo; am 25. September 2024 auf den NachDenkSeiten ver&ouml;ffentlicht worden ist [<a href=\"#foot_29\" name=\"note_29\">29<\/a>].<\/p><p><strong>Wohin der Einsatz von Nuklearwaffen f&uuml;hren kann<\/strong><\/p><p>Ein weiterer Experte, dem ich ein vern&uuml;nftiges Urteil &uuml;ber die derzeitigen Atomkriegsgefahren zutraue, ist Ted (Theodore) Postol. Er ist ein weltweit anerkannter US-Atomwaffenspezialist, der viele Jahre in hohen Funktionen im Pentagon gearbeitet hat, bevor er als Professor an der Stanford University und dann am ber&uuml;hmten MIT (Massachusetts Institute of Technology) bis zu seiner Emeritierung t&auml;tig war. Er unterst&uuml;tzt seit Jahren die Friedensbewegung in den USA [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>].<\/p><p>Bei meinen Recherchen bin ich auf ein bemerkenswertes Interview [<a href=\"#foot_30\" name=\"note_30\">30<\/a>] gesto&szlig;en, das der bekannte US-amerikanische Journalist Robert Scheer, Autor des Buches mit dem Titel &bdquo;With Enough Shovels: Reagan, Bush und der Atomkrieg&rdquo;, mit Postol gef&uuml;hrt hat und das im M&auml;rz 2022 ver&ouml;ffentlicht worden ist. Darin diskutieren die beiden Fachleute, was zu erwarten ist, wenn im Ukraine-Krieg tats&auml;chlich Atomwaffen zum Einsatz kommen.<\/p><p>Im Verlaufe des Gespr&auml;chs fragt Robert Scheer seinen Gast:<\/p><p>&bdquo;Ich frage Sie also nochmals, wor&uuml;ber reden wir hier eigentlich? Wir reden doch nicht &uuml;ber einen weiteren Irak oder ein weiteres Vietnam. Wir reden &uuml;ber Hiroshima und Nagasaki und was ihr Schicksal f&uuml;r St&auml;dte in den USA bedeutet.&ldquo;<\/p><p>Daraufhin antwortet Postol:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir reden von einer Feuerwand, die alles um uns herum mit der Temperatur des Sonnenmittelpunkts einschlie&szlig;t. Die Explosion von Nuklearwaffen w&uuml;rde uns buchst&auml;blich in weniger als Asche verwandeln. Ich kann nicht genug betonen, wie m&auml;chtig diese Waffen sind. <\/p>\n<p>Wenn sie detonieren, sind sie vier- oder f&uuml;nfmal hei&szlig;er als das Zentrum der Sonne, das 20 Millionen Grad Kelvin hat. Im Zentrum einer Detonation dieser Waffen herrschen 100 Millionen Grad Kelvin.<\/p>\n<p>Menschen k&ouml;nnen sich das Ausma&szlig; dieser Hitze nicht vorstellen. Die Auswirkungen sind so schwerwiegend, dass sie die menschliche Vorstellungskraft sprengen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Zur Bedrohung, die vom Einsatz einer Atombombe ausgeht, sagt Postol:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wenn eine Atomwaffe auf dem Gefechtsfeld gez&uuml;ndet wird, wei&szlig; zun&auml;chst niemand, was das bedeutet. War es eine einzelne Waffe? Werden ihr in wenigen Minuten oder Stunden weitere Atomexplosionen folgen? Wird der Gegner, den Sie gerade angegriffen haben, sofort oder erst in einigen Tagen mit einer oder mehreren Waffen nachziehen? Wird er versuchen, ihre Atomwaffenstandorte anzugreifen?<\/p>\n<p>Es herrscht ein totales Chaos, und ehe man sich versieht, explodieren nicht nur ein paar Dutzend oder Hunderte, sondern Tausende von Atomwaffen. Das ist einfach unvermeidlich.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Das ist die eindringliche Warnung des f&uuml;hrenden US-amerikanischen Atombombenexperten Ted Postol, der auch zu den Fachleuten geh&ouml;rt, die zu dem schon genannten aktuellen Sachbuch von Annie Jacobsen wichtige Beitr&auml;ge beigesteuert haben [<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>].<\/p><p>Allen ernst zu nehmenden Experten auf diesem Gebiet ist seit den 1980er-Jahren klar, dass ein umfassender Nuklearkrieg zwischen den gro&szlig;en Atomm&auml;chten Russland und den USA aller Wahrscheinlichkeit nach dazu f&uuml;hren wird, dass der gr&ouml;&szlig;te Teil der Menschheit oder die gesamte Menschheit vernichtet wird. Das ist auch einer aktuellen Darstellung der unmittelbaren Folgen [<a href=\"#foot_31\" name=\"note_31\">31<\/a>] und l&auml;ngerfristigen Auswirkungen [<a href=\"#foot_32\" name=\"note_32\">32<\/a>] eines umfassenden Atomkriegs eindeutig zu entnehmen, die k&uuml;rzlich von mir ver&ouml;ffentlicht wurde.<\/p><p>Annie Jacobsen hat in dem Szenario ihres Buches akribisch aufgezeigt, wie sich eine derartige Katastrophe entwickeln kann, nur 72 Stunden ben&ouml;tigt, um Realit&auml;t zu werden, und 12.000 Jahre Zivilisationsgeschichte vernichtet [<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>]. Nur ein Szenario wie der Einschlag eines gro&szlig;en Asteroiden auf der Erde, sagt sie, k&ouml;nne in dieser Geschwindigkeit zum Ende der Welt f&uuml;hren.<\/p><p><strong>Folgen und Auswirkungen eines &bdquo;begrenzten&rdquo; Atomkriegs<\/strong><\/p><p>Aber wie w&uuml;rde sich ein &bdquo;begrenzter&rdquo; Atomkrieg, der nur in einer Region der Erde wie z.B. in der Ukraine oder in Europa oder Asien stattfindet oder bei dem blo&szlig; ein kleiner Teil des weltweiten Arsenals zum Einsatz kommt, auswirken? Dazu hat die IPPNW k&uuml;rzlich einen 27-seitigen Bericht mit vielen eindrucksvollen Abbildungen und instruktiven Tabellen mit dem Titel &bdquo;Nukleare Hungersnot&rdquo; [<a href=\"#foot_33\" name=\"note_33\">33<\/a>] vorgelegt. Deshalb m&ouml;chte ich zum Abschluss noch einen kurzen Einblick in diese wichtige Arbeit geben.<\/p><p>Dieser IPPNW-Bericht fasst die j&uuml;ngsten wissenschaftlichen Studien zusammen, die zeigen, dass sich ein sogenannter &bdquo;begrenzter&rdquo; oder &bdquo;regionaler&rdquo; Atomkrieg weder begrenzt noch nur regional auswirken w&uuml;rde. Ganz im Gegenteil, er h&auml;tte Auswirkungen auf den gesamten Planeten. Er w&auml;re tats&auml;chlich gef&auml;hrlicher, als uns bis vor wenigen Jahren bewusst war.<\/p><p>Auch wenn bei einem Krieg nur drei Prozent, das hei&szlig;t weniger als ein Zwanzigstel der weltweiten Atomwaffen detonieren w&uuml;rden, k&auml;men das Klima, die globalen Nahrungsmittelketten und wahrscheinlich die &ouml;ffentliche Ordnung zum Erliegen. Millionen, vielleicht sogar Milliarden von Menschen k&auml;men durch Hungersn&ouml;te und Unruhen ums Leben.<\/p><p>Denn in einem Atomkrieg k&auml;me es durch auf St&auml;dte und Industriegebiete abgeworfene Bomben zu Feuerst&uuml;rmen, und das w&uuml;rde riesige Mengen an Ru&szlig; in die Atmosph&auml;re bef&ouml;rdern, die sich dann rasch verbreiten und den Planeten abk&uuml;hlen w&uuml;rden, hei&szlig;t es in dem IPPNW-Bericht.<\/p><p><strong>F&uuml;nf Szenarien<\/strong> <strong>eines &bdquo;begrenzten&ldquo; Atomkriegs<\/strong><\/p><p>Anhand von f&uuml;nf verschiedenen Szenarien eines &bdquo;begrenzten&rdquo; Atomkrieges zwischen Indien und Pakistan, bei denen 100 bis 500 Atomwaffen mit 15 bis 100 Kilotonnen Sprengkraft zum Einsatz kommen, wird in der zugrunde liegenden wissenschaftlichen Studie untersucht, wie viel sonnenverdunkelnder Ru&szlig; jeweils entstehen w&uuml;rde. Weiterhin wurde berechnet, wie stark die globalen Temperaturen im Ergebnis fallen w&uuml;rden, was mit dem Nahrungsmittelanbau passieren w&uuml;rde und letztendlich, wie viele Menschen in der Folgezeit wahrscheinlich verhungern w&uuml;rden.<\/p><p>Die Ergebnisse sind: So grauenvoll es in der Kriegszone mit den vielen Millionen unmittelbaren Todesf&auml;llen selbst auch sein w&uuml;rde &ndash; die Zahl dieser regionalen Todesopfer w&uuml;rde in den darauffolgenden Monaten und Jahren gering erscheinen im Vergleich mit der riesigen Zahl an Hungertoten weltweit.<\/p><p>Selbst ein kleiner Konflikt, in dem sich zwei L&auml;nder gegenseitig mit Atomwaffen bek&auml;mpfen, k&ouml;nnte zu einer weltweiten Hungersnot f&uuml;hren, wie diese neuen Forschungsergebnisse nahelegen. &bdquo;Hunger k&ouml;nnte ein Drittel der Erdbev&ouml;lkerung t&ouml;ten&rdquo;, schreiben die Autorinnen und Autoren der genannten Studie, &bdquo;und das schon als Folge eines Krieges zwischen Indien und Pakistan, bei dem weniger als drei Prozent des globalen atomaren Arsenals zum Einsatz k&auml;men.&rdquo;<\/p><p><strong>Zehn Schlussfolgerungen:<\/strong><\/p><ol>\n<li>Der Einsatz von Atomwaffen im Ukraine-Krieg w&auml;re die ultimative Katastrophe, denn daraus kann sich ein Atomkrieg zwischen Russland und den USA entwickeln, dessen kurzfristige Folgen und langfristige Auswirkungen jede Vorstellung sprengen und niemals zugelassen werden d&uuml;rfen.\n<\/li><li>Neben dem absichtlichen Einsatz ist in Zeiten einer massiven Konfrontation, die wir derzeit durchleben, auch ein unbeabsichtigter Einsatz von Atomwaffen durch Unf&auml;lle oder menschliches oder technisches Versagen m&ouml;glich, der zu einem Atomkrieg f&uuml;hren kann.<\/li>\n<li>Da heute im Gegensatz zu den 1980er-Jahren die Furcht vor einem m&ouml;glichen Atomkrieg kaum ein Thema in den Medien ist, sind die realen Gefahren des Einsatzes von Atomwaffen den meisten Menschen nicht pr&auml;sent. Deshalb m&uuml;sste es die prim&auml;re Aufgabe von &Auml;rztinnen und &Auml;rzten, z.B. der IPPNW, sein, &uuml;ber diese Gefahren so konkret wie m&ouml;glich aufzukl&auml;ren, z.B. mit Filmen, Vortr&auml;gen und Diskussionsveranstaltungen. <\/li>\n<li>Je l&auml;nger der Krieg in der Ukraine andauert, desto eher besteht die Gefahr, dass sich daraus ein dritter Weltkrieg entwickelt, in dem auch Atomwaffen zum Einsatz kommen k&ouml;nnten.<\/li>\n<li>Deshalb muss der Ukraine-Krieg so schnell wie m&ouml;glich durch einen Waffenstillstand und danach auf diplomatischem Wege durch einen Friedensvertrag beendet werden, bevor die Welt in ein Chaos gest&uuml;rzt wird.<\/li>\n<li>Es mangelt nicht an Friedensvorschl&auml;gen, insbesondere aus L&auml;ndern wie China und Brasilien. Die jetzige deutsche Regierung h&uuml;llt sich diesbez&uuml;glich leider in Schweigen.<\/li>\n<li>Die Mehrheit der Bev&ouml;lkerung in Deutschland ist nach j&uuml;ngsten Umfragen der Meinung, dass der Westen, und damit vor allem auch unsere Bundesregierung, Verhandlungen &uuml;ber eine Beendigung des Krieges in der Ukraine ansto&szlig;en und f&ouml;rdern sollte.<\/li>\n<li>Waffenlieferungen aus Deutschland (und anderen L&auml;ndern) k&ouml;nnen den schrecklichen Krieg in der Ukraine dagegen nur verl&auml;ngern und dazu beitragen, dass das Sterben von Ukrainern und Russen und die Zerst&ouml;rungen in der Ukraine und in Russland weitergehen und die von dort ausgehende nukleare Bedrohung auch unseres Lebens weiter anh&auml;lt.<\/li>\n<li>Weiterhin ist zu hoffen, dass die Antwort auf die durch nichts zu rechtfertigenden Gefahren einer weiteren Eskalation aufgrund der geplanten Aufstellung der neuen Mittelstreckenraketen in Deutschland eine Auferstehung der Friedensbewegung sein wird, einer Friedensbewegung 2.0.<\/li>\n<li>Caitlin Johnstone, eine bekannte unabh&auml;ngige australische Journalistin, hat die folgende Einsch&auml;tzung abgegeben, die ich zum Schluss noch zitieren m&ouml;chte (&Uuml;bersetzung von KDK; [<a href=\"#foot_34\" name=\"note_34\">34<\/a>]):<\/li>\n\n<\/ol><blockquote><p>&bdquo;F&uuml;r j&uuml;ngere Menschen ist es schwer zu verstehen, dass das gleiche nukleare Armageddon-Szenario, &uuml;ber das sich ihre Eltern und Gro&szlig;eltern fr&uuml;her gro&szlig;e Sorgen gemacht haben, immer noch existiert.<br>\nWenn jedoch eine kritische Masse der Bev&ouml;lkerung wirklich verstehen w&uuml;rde, dass ihr Leben aus keinem anderen Grund als der Bereitschaft des US-Imperiums, alles zu riskieren, um seine Hegemonie, d.h. seine weltweite Vorherrschaft auf dem Planeten, zu sichern, durch einen Atomkrieg bedroht ist, w&uuml;rde es f&uuml;r die Machthaber sofort schwieriger werden, mit ihr so umzugehen, wie sie es wollen.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p><em>&Uuml;ber den Autor: <strong>Klaus-Dieter Kolenda<\/strong>, Prof. Dr. med., Facharzt f&uuml;r Innere Medizin &ndash; Gastroenterologie, Facharzt f&uuml;r Physikalische und Rehabilitative Medizin\/Sozialmedizin, war von 1985 bis 2006 Chefarzt einer Rehabilitationsklinik f&uuml;r Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Atemwege, des Stoffwechsels und der Bewegungsorgane. Seit 1978 ist er als medizinischer Sachverst&auml;ndiger bei der Sozialgerichtsbarkeit in Schleswig-Holstein t&auml;tig. Zudem arbeitet er in der Kieler Gruppe der IPPNW e.V. (Internationale &Auml;rztinnen und &Auml;rzte f&uuml;r die Verh&uuml;tung des Atomkriegs und f&uuml;r soziale Verantwortung) mit.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: LukeOnTheRoad\/shutterstock.com<\/small><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] <a href=\"https:\/\/gesellschaft-gutes-leben.org\/kongress-frieden-und-dialog\/\">gesellschaft-gutes-leben.org\/kongress-frieden-und-dialog\/<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Deutsche &Uuml;bersetzung eines Zitats aus dem Artikel &bdquo;When Atom Bomb Struck-Uncensored&ldquo;, US-Zeitschrift <em>LIFE<\/em> vom 29. September 1952 (aus: Nachbilder. Wechselnde Perspektiven auf Hiroshima, 2020 Landeszentrale f&uuml;r Politische Bildung, Hamburg)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Kolenda KD. Ukraine-Krieg: Einsatz von Atomwaffen wieder m&ouml;glich, Telepolis 12. November 2022 <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Ukraine-Krieg-Einsatz-von-Atomwaffen-wieder-moeglich-7334432.html\">telepolis.de\/features\/Ukraine-Krieg-Einsatz-von-Atomwaffen-wieder-moeglich-7334432.html<\/a> <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/9698\">german-foreign-policy.com\/news\/detail\/9698<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.mearsheimer.com\/\">mearsheimer.com\/<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.jeffsachs.org\/\">jeffsachs.org\/<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Kolenda KD. Die wahre Geschichte des Krieges in der Ukraine. Overton-Magazin 19. Oktober 2023, <a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/hintergrund\/politik\/die-wahre-geschichte-des-krieges-in-der-ukraine\/\">overton-magazin.de\/hintergrund\/politik\/die-wahre-geschichte-des-krieges-in-der-ukraine\/<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=120486\">John J. Mearsheimer: Wer hat den Ukraine-Krieg verursacht?<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] G&uuml;nter Verheugen\/Petra Erler: &bdquo;Der lange Weg zum Krieg &ndash; Russland, die Ukraine und der Westen: Eskalation statt Entspannung&ldquo;. Heyne Verlag 2024, 336 Seiten<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=122713\">&Eacute;va P&eacute;li: Die Ukraine als antirussischer Rammbock des Westens<\/a>. NachDenkSeiten 08. Oktober 2024<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Annie Jacobsen: 72 Minuten bis zur Vernichtung. Atomkrieg &ndash; Ein Szenario. Heyne Verlag, M&uuml;nchen 2024<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Die-10-gaengigsten-Propaganda-Thesen-zum-Ukraine-Krieg-kurz-erklaert-9617603.html\">telepolis.de\/features\/Die-10-gaengigsten-Propaganda-Thesen-zum-Ukraine-Krieg-kurz-erklaert-9617603.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Annie Jacobsen: 72 Minuten bis zur Vernichtung. Atomkrieg &ndash; Ein Szenario. Heyne Verlag, M&uuml;nchen 2024, S. 46<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] Wir werden euch nicht helfen k&ouml;nnen. &Auml;rzte gegen den Atomkrieg. Herausgegeben von Till Bastian 1983, <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/werden-nicht-helfen-k%C3%B6nnen-Atomkrieg\/dp\/3885920492\">amazon.de\/werden-nicht-helfen-k%C3%B6nnen-Atomkrieg\/dp\/3885920492<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Nuclear_close_calls\">en.wikipedia.org\/wiki\/Nuclear_close_calls<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stanislaw_Jewgrafowitsch_Petrow\">de.wikipedia.org\/wiki\/Stanislaw_Jewgrafowitsch_Petrow<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] <a href=\"https:\/\/de.richarddawkins.net\/articles\/frohen-petrow-tag\">de.richarddawkins.net\/articles\/frohen-petrow-tag<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_18\" name=\"foot_18\">&laquo;18<\/a>] <a href=\"https:\/\/unprominente.de\/2020\/09\/15\/stanislaw-petrow-retter-der-welt\/\">unprominente.de\/2020\/09\/15\/stanislaw-petrow-retter-der-welt\/<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_19\" name=\"foot_19\">&laquo;19<\/a>] <a href=\"https:\/\/atomkrieg-aus-versehen.de\/ukraine-krieg-atomkriegsrisiko\/\">atomkrieg-aus-versehen.de\/ukraine-krieg-atomkriegsrisiko\/<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_20\" name=\"foot_20\">&laquo;20<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.sipri.org\/yearbook\/2024\">sipri.org\/yearbook\/2024<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_21\" name=\"foot_21\">&laquo;21<\/a>] <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Strategic_Arms_Reduction_Treaty\">de.wikipedia.org\/wiki\/Strategic_Arms_Reduction_Treaty<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_22\" name=\"foot_22\">&laquo;22<\/a>] Scott Ritter: Disarmament in the time of Perestroika. Arms Control and the End of the Soviet Union. Clarity Press, 2022<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_23\" name=\"foot_23\">&laquo;23<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.ippnw.de\/frieden\/konflikte-kriege\/ukraine\/artikel\/de\/hyperschallkriege-eine-neue-aera-des.html\">ippnw.de\/frieden\/konflikte-kriege\/ukraine\/artikel\/de\/hyperschallkriege-eine-neue-aera-des.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_24\" name=\"foot_24\">&laquo;24<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.ippnw.de\/startseite\/artikel\/de\/ippnw-kritisiert-plaene-zur-stationie.html\">ippnw.de\/startseite\/artikel\/de\/ippnw-kritisiert-plaene-zur-stationie.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_25\" name=\"foot_25\">&laquo;25<\/a>] <a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/top-story\/swp-rechtfertigt-stationierung-von-us-mittelstreckenraketen-keine-grossen-zusaetzlichen-risiken\/\">overton-magazin.de\/top-story\/swp-rechtfertigt-stationierung-von-us-mittelstreckenraketen-keine-grossen-zusaetzlichen-risiken\/<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_26\" name=\"foot_26\">&laquo;26<\/a>] Glenn Diesen: A nuclear war in Ukraine is a distinct possibility. Common Dreams 21. Oktober 2024, <a href=\"https:\/\/www.commondreams.org\/opinion\/ukraine-russia-nuclear-war\">commondreams.org\/opinion\/ukraine-russia-nuclear-war<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_27\" name=\"foot_27\">&laquo;27<\/a>] Glenn Diesen: The Ukraine War &amp; the Eurasian World Order (2024).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_28\" name=\"foot_28\">&laquo;28<\/a>] <a href=\"https:\/\/glenndiesen.substack.com\/p\/russia-changes-nuclear-doctrine-and?utm_source=substack&amp;utm_medium=email#media-b6196ee8-6acd-4870-9ac6-51bec1ff343e\">glenndiesen.substack.com\/p\/russia-changes-nuclear-doctrine-and?utm_source=substack&amp;utm_medium=email#media-b6196ee8-6acd-4870-9ac6-51bec1ff343e<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_29\" name=\"foot_29\">&laquo;29<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=121947\">&bdquo;Einen Weltkrieg mit Atomwaffen unter allen Umst&auml;nden verhindern!&ldquo; &ndash; Exlusiv-Interview mit Dmitri Trenin<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_30\" name=\"foot_30\">&laquo;30<\/a>] <a href=\"https:\/\/seniora.org\/politik-wirtschaft\/nuklearkrieg-mit-russland\">seniora.org\/politik-wirtschaft\/nuklearkrieg-mit-russland<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_31\" name=\"foot_31\">&laquo;31<\/a>] <a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/hintergrund\/politik\/nukleares-armageddon-unmittelbare-und-laengerfristige-auswirkungen-eines-moeglichen-atomkriegs\/\">overton-magazin.de\/hintergrund\/politik\/nukleares-armageddon-unmittelbare-und-laengerfristige-auswirkungen-eines-moeglichen-atomkriegs\/<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_32\" name=\"foot_32\">&laquo;32<\/a>] <a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/hintergrund\/politik\/nuklearer-winter-laengerfristige-auswirkungen-eines-moeglichen-atomkriegs\/\">overton-magazin.de\/hintergrund\/politik\/nuklearer-winter-laengerfristige-auswirkungen-eines-moeglichen-atomkriegs\/<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_33\" name=\"foot_33\">&laquo;33<\/a>] Matt Bivens, MD: Nukleare Hungersnot. Herausgeber: IPPNW e.V., August 2022<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_34\" name=\"foot_34\">&laquo;34<\/a>] Caitlin Johnstone C. A nuclear state of denial. Consortium News, June 24, 2022, <a href=\"https:\/\/consortiumnews.com\/2022\/06\/24\/caitlin-johnstone-a-nuclear-state-of-denial\/\">consortiumnews.com\/2022\/06\/24\/caitlin-johnstone-a-nuclear-state-of-denial\/<\/a>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Eine Eskalation bis zu einem Atomkrieg ist m&ouml;glich &ndash; und was das f&uuml;r uns bedeuten kann. <\/strong>Die NachDenkSeiten pr&auml;sentieren die leicht erweiterte Fassung eines Vortrags, den der Autor auf der Friedenskonferenz in der Burg Liebstedt, Th&uuml;ringen, vom 25. bis 27. Oktober 2024 [<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124420#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] gehalten hat. Im Sinne des bereits in den 1950er-Jahren gepr&auml;gten<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124420\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":124421,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,170,171],"tags":[3346,1519,3240,1120,2802,2502,1829,1268,3220,466,3470,259,2785,2147,2585,260,1556,2181],"class_list":["post-124420","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-friedenspolitik","category-militaereinsaetzekriege","tag-abm-vertrag","tag-atomwaffen","tag-diplomatische-verhandlungen","tag-friedensbewegung","tag-ican","tag-inf-vertrag","tag-ippnw","tag-kalter-krieg","tag-mearsheimer-john-j","tag-nato","tag-petrow-stanislaw","tag-russland","tag-sachs-jeffrey","tag-sowjetunion","tag-start-vertrag","tag-ukraine","tag-usa","tag-wettruesten"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Shutterstock_2104404545.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/124420","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=124420"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/124420\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":124603,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/124420\/revisions\/124603"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/124421"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=124420"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=124420"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=124420"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}