{"id":124443,"date":"2024-11-10T14:00:08","date_gmt":"2024-11-10T13:00:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124443"},"modified":"2024-11-09T05:08:58","modified_gmt":"2024-11-09T04:08:58","slug":"leserbriefe-zu-farce-um-udo-lindenbergs-oberindianer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124443","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eFarce um Udo Lindenbergs \u201aOberindianer\u2018\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Tobias Riegel kommentiert <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124030\">hier<\/a> den &bdquo;absurden&ldquo; Umgang mit Udo Lindenbergs Lied &bdquo;Sonderzug nach Pankow&ldquo; aus dem Jahr 1983. Der Begriff &bdquo;Oberindianer&ldquo; solle nun vermieden und durch das inhaltlich und k&uuml;nstlerisch abwegige Wort &bdquo;Ober-I&ldquo; ersetzt werden. Hinterfragt wird auch, warum sich &uuml;ber diesen Vorgang vor allem Konservative emp&ouml;ren. &bdquo;Kritische Wortmeldungen von (klassisch) linker Seite&ldquo; seien auch bei solchen Themen wichtig. Wir haben dazu zahlreiche und interessante Zuschriften bekommen und danken daf&uuml;r. Die folgende Auswahl der Leserbriefe hat <strong>Christian Reimann<\/strong> f&uuml;r Sie zusammengestellt.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Riegel, liebe Redaktion,<\/p><p>ich kann Ihnen nur Recht geben. Ich finde, wir erleben hier die Verbl&ouml;dung ganzer Bev&ouml;lkerungskreise, hier Berliner Ch&ouml;re. Vielleicht sollten jene das Lied &ldquo;H&auml;nschen klein, ging allein&hellip;&rdquo; auf unsaubere Begriffe abklopfen, ggf. als saubere Alternative ausw&auml;hlen und sich auf dieses ihnen ad&auml;quate intellektuelle Niveau weiter beschr&auml;nken.<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e, Joachim Seffrin<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Riegel,<\/p><p>lch teile ihren Kommentar aus vollster &Uuml;berzeugung und werde mal als BSW-W&auml;hler bei der Partei nachfragen &hellip; &Uuml;brigens: &ldquo;Alle Menschen werden Br&uuml;der&rdquo; &hellip; Ach Du lieber Gott! Was tun???<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nWilfried Gericke<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo, <\/p><p>nur ganz kurzer Leserbrief zu Best&auml;tigung f&uuml;r Tobias Riegel:&nbsp;<\/p><p>Asterix kommentiert: &ldquo;Die spinnen, die Deutschen&rdquo;.<\/p><p>Troubadix schl&auml;gt vor, die Nationalhymne zuk&uuml;nftig zu entpolitisieren: <\/p><p>statt &ldquo;Einigkeit und&hellip;.&rdquo; einfach &ldquo;E&hellip;R&hellip;F&rdquo; &ndash; das kann man auch langsam intonieren.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nH. Rudolf<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Nachdenkseiten,<\/p><p>dass wir Deutsche leider in vielen Dingen 200%-ig sein wollen und dabei den Verstand nicht unbedingt ausreichend bem&uuml;hen, sieht man an der Zensur dieses sch&ouml;nen Liedes.<\/p><p>Abgesehen davon, dass &ldquo;Oberindianer&rdquo; eine Scherzbezeichnung ist, die keinerlei Bezug zu Indigenen hat, gibt es einen gro&szlig;en Unterschied zu dem mit Recht ge&auml;chteten N-Wort.<\/p><p>Denn die Indianer Nordamerikas haben sich &uuml;ber lange Zeit selbst als &ldquo;american indians&rdquo; bezeichnet &ndash; im Unterschied zu &ldquo;indian indians&rdquo;, also den Indern.<\/p><p>Bester Beweis ist&nbsp; AIM (American Indian movement), die indianische B&uuml;rgerrechtsbewegung, die sich gegen staatliche &Uuml;bergriffe gewehrt und sich f&uuml;r indigene Rechte eingesetzt hat und immer noch einsetzt. <a href=\"https:\/\/www.history.com\/topics\/native-american-history\/american-indian-movement-aim\">history.com\/topics\/native-american-history\/american-indian-movement-aim<\/a>. <\/p><p>Solch l&auml;cherliche Pseudo-Emp&ouml;rung ist eher geeignet, wirkliche Ver&auml;nderung und Gerechtigkeit zu unterbinden, denn man geh&ouml;rt ja zu den &ldquo;Guten&rdquo;. Hier hab ich den lesenswerten Bericht von Dennis Banks gefunden, einem der Gr&uuml;nder von AIM, auf einer interessanten Widerstands-Website: <a href=\"https:\/\/popularresistance.org\/founding-of-the-american-indian-movement\/\">popularresistance.org\/founding-of-the-american-indian-movement\/<\/a> Den Artikel hat er 2013 geschrieben, gerade mal 11 Jahre her&hellip;<\/p><p>Wer Minderheiten-Rechte ernst nimmt, sollte weder &uuml;ber den V&ouml;lkermord an den amerikanischen Indianern schweigen noch &uuml;ber den V&ouml;lkermord in Gaza. Vielleicht sollte sich das Humboldt-Forum daf&uuml;r einsetzen und f&uuml;r die R&uuml;ckgabe geklauter Kunst und Infos &uuml;ber den indianischen politischen Gefangenen Leonard Pelletier verbreiten, der seit 1977 im Knast sitzt.<\/p><p>Ich schreibe das, damit die Kritik nicht nur von Rechts kommt, als echte Linke &ndash; und ich sollte es wissen hab ich doch 1979 in Oklahoma einige AIM Aktivisten pers&ouml;nlich kennengelernt.<\/p><p>Herzlich<br>\nSabine Rothfu&szlig;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Werter Tobias Riegel,<\/p><p>besten Dank f&uuml;r Ihren Beitrag, damit wird wenigstens von einer angeblich linken Seite etwas zu diesen absurden Aufw&uuml;chsen der Cancel Culture gesagt bzw. geschrieben. Aber ehrlich mal, jetzt bleiben auch Sie doch bitte auf dem Teppich. Was soll denn der letzte Satz? &bdquo;Auch solche vermeintlichen Kleinigkeiten machen &bdquo;die Rechte&ldquo; stark.&ldquo; Merken Sie nicht, oder wollen sie es schlicht nicht merken, dass Sie mit solchen Aussagen mit zur Spaltung beitragen? Sie, in dem Falle meine ich die NachDenkSeiten*Innen und Au&szlig;en, wollen doch immer so ausgewogen und gerecht sein. H&ouml;rt endlich mit dieser uns&auml;glichen Debatte auf, Rechts, Links oder wie Sie es dann noch in Ihrem Beitrag fertig bringen &bdquo;pseudolinks&ldquo;, weil man nicht &bdquo;linksgr&uuml;n&ldquo; sagen soll. Na klar sind die links, so wie Ihr. Aber da gibt es eben Unterschiede und das ist nun mal so. So wie es Schwarz und Wei&szlig; und viele Graut&ouml;ne dazwischen gibt. Aber auch f&uuml;r Euch ist rechts auch immer gleich rechtsradikal oder rechtsextrem. Auch wenn Ihr es nicht konkret und so direkt schreibt, so schwingt es doch immer mit. Denn Ihr wollt immer nur bei Links differenzieren. Rechts ist f&uuml;r Euch immer das ganz &uuml;bel. Nur weil sich jetzt pl&ouml;tzlich &bdquo;konservative Medien&ldquo; f&uuml;r diesen Fall klarer positionieren. Aber es ist nun mal so, dass Rechts eine genau so legitime politische Richtung ist, wie Links. Letztendlich ist all das Kulturkampf und Sie liebe NDS beteiligen sich dran. Ob gewollt oder nicht. Aber die einfache Leute interessieren sich nicht f&uuml;r solch ein Kokolores. Sie wollen in Ruhe und Frieden, gl&uuml;cklich und Angstfrei leben. Den Meisten ist es egal, wo sie stehen sollen. Lasst uns einfach Menschen sein und h&ouml;rt mit diesem Mist auf. Nat&uuml;rlich haben Sie recht, dass man nicht in historische Werke eingreifen soll, nein nicht darf. Aber sie machen es kurz danach dann doch. Stichwort &bdquo;Kleine Hexe&ldquo; von Otfried Preu&szlig;ler. Es ist in der Zeit geschrieben, als das &bdquo;N-Wort&ldquo; noch ganz normal gebraucht wurde und da soll es auch bleiben. Sehen sie sich mal &bdquo;La Boum &ndash; Die Fete&ldquo; an, da wird dieses Wort auch genutzt. Wollen wir jetzt alle Filme neu synchronisieren, oder die unsch&ouml;nen Worte wegpiepsen? <\/p><p>Ich bin ein Kind der DDR und ich liebe die Indianer-Filme mit Gojko Miti. Wie wollen wir diese Filme den jetzt nennen? Indigenen-Filme? Denn Western sind es nun mal nicht. Das ist doch l&auml;cherlich. Und wer oder was soll denn &uuml;ber die Begrifflichkeit eigentlich verletzt, diskriminiert oder beleidigt sein? <\/p><p>Was haben wir sogenannten Ossis in den 35 Jahren alles aushalten m&uuml;ssen, wer fragte und fragt uns eigentlich, wie wir das fanden und finden? Apropos, in der DDR gab es eine Brosch&uuml;re, die hie&szlig; &bdquo;Negermusik&ldquo; und die war keinesfalls rassistisch oder diskriminierend, zumindest nicht gewollt, es ging um die Musik der afroamerikanischen Bev&ouml;lkerung und man nannte das damals eben &bdquo;Negermusik&ldquo; und fertig. Ach ja und so fast jeder DDR-B&uuml;rger, der damals in die Schule ging, kannte den &bdquo;Neger Nobi&ldquo;. Tja, war eben so. <\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e aus dem deutschen Osten, J. Gerke<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Tobias Riegel schreibt:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Udo Lindenberg selbst hat sich laut den Medienberichten zu der inhaltlichen Ver&auml;nderung seines Songs bisher nicht ge&auml;u&szlig;ert.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Vielleicht, weil der &ldquo;Panik-Udo&rdquo; seit den Corona-Hygiene-Verordnungen sich nun auch der geforderten Sprachhygiene eines Humboldt-Forums einpreist? Siehe: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/wdr3\/photos\/a.184063451801259\/1433882813485977\/?type=3\">facebook.com\/wdr3\/photos\/a.184063451801259\/1433882813485977\/?type=3<\/a><\/p><p>L.G.<br>\nUte Plass<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe NDS,<\/p><p>Udos Song ist ein Dokument. Es ist ein Song als &ldquo;Musik-Dokument&rdquo; und der Text dazu ist ebenfalls ein Dokument. Alles zusammen ist ein musikalisches Zeit-Dokument. Was hier einige Schwurbler versuchen, die nicht richtig und klar denken k&ouml;nnen, nenne ich Dokumentenf&auml;lschung!! Punkt.<\/p><p>Lindenbergs Song muss so gesungen werden, wie er einst geschrieben wurde. Das im Text stehende Wort &ldquo;Oberindianer&rdquo; darf nicht verf&auml;lscht werden.<\/p><p>Ich frage mich, was f&uuml;r bekloppte Idioten in diesem Land unterwegs sind&hellip;<\/p><p>Liebe Gr&uuml;&szlig;e<br>\nvon unserem Leser R.O.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe NDS, lieber Tobias Riegel,<\/p><p>diese Farce um eine Textstelle von Udo Lindenberg kommt mir bekannt vor.<\/p><p>Das ZDF zeigt seit Oktober 2004 jeden Mittwoch um 18 Uhr eine Serie, die im hohen Norden spielt, die &bdquo;SOKO Wismar&ldquo;. Die Titelmusik zur Serie stammt von Udo Lindenberg und darin fallen die Worte: &bdquo; &hellip;, wir bleiben cool und denken quer, &hellip;&ldquo;. Zum 20. Jubil&auml;um im Oktober 2024 lie&szlig; das ZDF nun die Darsteller der Serie den Song selbst vortragen. Sie sangen: &bdquo; &hellip;, wir bleiben cool und schau&rsquo;n aufs Meer, &hellip;&ldquo;.<\/p><p>Das ist so arm, so j&auml;mmerlich und in seiner Wirkung so totalit&auml;r! Der kleinteilige Eifer, mit dem viele Institutionen die dogmatischen &ldquo;Narrative&rdquo; der ver&ouml;ffentlichten Meinung bis in die letzten Ritzen der Republik verteilen und verteidigen, ist beachtlich. Wer oder was treibt sie an?<\/p><p>Hier noch der Link zur Mediathek des ZDFs: <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/serien\/soko-wismar\/reuters-fest-100.html\">zdf.de\/serien\/soko-wismar\/reuters-fest-100.html<\/a><\/p><p>(Das Original von Udo Lindenberg ist am Anfang bei Minute 0:06, das &bdquo;Neu-Sprech&ldquo; kommt erst gegen Ende bei Minute 42:05) &nbsp;<\/p><p>Ich bin so froh, dass es euch gibt.<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nElke Keller<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Riegel, <\/p><p>Kunst zu interpretieren ist erlaubt. Es wurde ja, z.B., schon Bach verjazzt. Aber das muss dann von K&uuml;nstlern gemacht werden. Hier greift die Obrigkeit, die Zensur ein. Das ist verboten in einem Staat, der sich demokratisch nennt. <\/p><p>Ja wo sind sie geblieben, die Linken? Auf der individuellen Ebene findet man sie, z.B. Oskar Lafontaine. Und selbst Thomas Gottschalk und Harald Schmidt ragen da heraus, obwohl die sich nie als links bezeichnet haben. Was die Gesellschaft betrifft, Parteien etc., gab es die jemals? Kommunisten wurden 1933 verboten und haben sich nie wieder davon erholt. Die SPD ist in den vergangenen hundert Jahren einem stetigen, monotonem Siechtum erlegen, bis zur Unkenntlichkeit. Mit einer kurzen Unterbrechung in der Brandt-&Auml;ra. Die Gr&uuml;nen? Von Anfang an ein autorit&auml;rer Haufen (ehem. K-Gruppen, Stalin- und Mao-Verehrer statt Kommunisten, also autorit&auml;tsh&ouml;rig). Diejenigen, die ernst zu nehmen waren, wurden schnell raus gemobbt. Heute sind die Gr&uuml;nen die neuen &ndash; Faschisten will ich nicht sagen &ndash; rechten Fundamentalisten. <\/p><p>Was heute pseudolinks ruml&auml;uft, stammt &uuml;berwiegend, direkt oder ideologisch, aus der 68er Epoche. Gut gemeint, aber schnell von Karriereristen und Selbstdarstellern dominiert. Und die machen eben was gerade Mode ist und was P&ouml;stchen bringt. <\/p><p>Es gibt sie in Deutschland, die Linken, aber in hom&ouml;opathischen Dosen. <\/p><p>Deutschland ist eine feste Klassengesellschaft, mit kurzer Aufweichung zwischen 1968 und 1978. Was jetzt, von den USA kommen, als pseudoliberales, pseudolinkes Affentheater aufgef&uuml;hrt wird, LGTB+, Woken, Cancel Culture, &ldquo;demokratisch&rdquo; etc., soll nur davon ablenken. Und die ehemaligen Linken machen fr&ouml;hlich mit. Waren ja nie echte Linke, nur Angepasste, Mitl&auml;ufer, Karrieristen, s.o.. <\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht&rdquo; (Heinrich Heine)\n<\/p><\/blockquote><p>So war es und so ist es. <\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e,<br>\nRolf Henze<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Riegel, <\/p><p>es gibt da auch noch ein rechtliches Problem: <\/p><p>Ohne Zustimmung des Rechteinhabers des Liedes darf der Text nicht einfach bearbeitet werden. Wenn der Bearbeiter dies wei&szlig; und es ohne entsprechendes Recht trotzdem &ouml;ffentlich zug&auml;nglich macht, macht er sich ggf. strafbar. <\/p><p>Quelle:  <a href=\"https:\/\/www.cmshs-bloggt.de\/rechtsthemen\/sustainability\/sustainability-social-and-human-rights\/wo-ist-der-indianer-urheberrechtliche-konsequenzen-bei-der-abaenderung-von-liedtexten\/\">cmshs-bloggt.de<\/a><\/p><p>Udo Lindenberg ist zwar stramm auf der woken Linie, aber ob er und ggf. die beiden anderen Textautoren (<a href=\"https:\/\/www.udo-lindenberg.de\/sonderzug-nach-pankow.274.htm\">udo-lindenberg.de\/sonderzug-nach-pankow.274.htm<\/a>) den Liedtext daf&uuml;r opfern? <\/p><p>Wenn also das Humbold-Forum gerichtsfest auf diese rechtliche Situation aufmerksam gemacht wird, eine Genehmigung nicht vorliegt, sie es trotzdem ausf&uuml;hren, liegt Vorsatz und damit die Grundlage f&uuml;r eine Strafbarkeit vor. <\/p><p>Und um die Verlogenheit, die Doppelmoral und doppelten Standards der Wokies aufzuzeigen: die &ldquo;Schlageraffen&rdquo;, die ihren &ldquo;Schrott&rdquo; vortragen, sind anscheinend nicht diskriminierend und kein Grund, dass sich irgend jemand unwohl f&uuml;hlen k&ouml;nnte. Oder dies ist denen schlicht piepegal, da es nicht auf der woken Agenda steht. <\/p><p>Ich denke, das Humbold-Forum wird das Lied aus dem Programm nehmen a.k.a. &ldquo;canceln&rdquo; (m&uuml;ssen), nachdem es jetzt breitgetreten wird. Mit Udo Lindenberg trifft es nicht unbedingt den Verkehrten. <\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig;<br>\nThomas Paulsen<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>11. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Freunde,<\/p><p>das ist in der Tat eine Farce.<\/p><p>Wenn es jemand um die Korrektur von Sachverhalten ernst ist, welche &ldquo;&hellip;die Gewaltgeschichte der Kolonisierung indigener Bev&ouml;lkerungsgruppen&hellip;&rdquo; zur Grundlage haben, dann bitte sch&ouml;n soll er mit die Priorit&auml;ten richtig setzen. <\/p><p>Mein Tipp: Eine einzige Ma&szlig;nahme stiftet deutlich mehr Gerechtigkeit als Vokabel-Revisionismus. Letzterer ist zwar billig, aber das Ergebnis -Neusprech- eben auch.<\/p><p>Frage: Welche Ma&szlig;nahme?<\/p><p>Antwort: R&uuml;ckgabe von Raubkunst.<\/p><p>Die &bdquo;Stiftung Humboldt Forum&ldquo; h&auml;tte da in Berlin vollauf zu tun. <\/p><p>Ich habe mir die M&uuml;he gemacht, deren Webseite auf zwei Suchbegriffe hin zu durchsuchen: &ldquo;Nofretete&rdquo; und &ldquo;Pergamon&rdquo;.<\/p><p>In beiden F&auml;llen liefert die Suche zwei Treffer. In allen vier F&auml;llen handelt es sich um Trivia:<\/p><ol>\n<li>Postkarte f&uuml;r Nofretete. Von Volker Sielaff: &ldquo;&hellip;fragmentarische Miniaturerz&auml;hlungen &uuml;ber Sex-Dates, Alkoholn&auml;chte und nie gelesene Briefe&hellip;&rdquo; (Rezension in &ldquo;Die Welt&rdquo;, article 285000).<\/li>\n<li>Access for who? Podcast&hellip; versucht die erforderliche F&uuml;rsorge und Ethik beim Vorgang der Digitalisierung von kulturellem Erbe aus Afrika zu beleuchten&hellip;<\/li>\n<li>Pressemitteilung 23. Oktober 2019 &hellip; Highlights auf der Museumsinsel Berlin und am Kulturforum; Darin ist einmal der Museumsname genannt, einmal wird &uuml;ber G&ouml;tter (u.a. Vishnu, Cuauhcoatl, Nandi&hellip;) philosophiert. <\/li>\n<li>Namensgebung f&uuml;r ein &ldquo;Mikrokonzert #2 des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin&rdquo;<\/li>\n<\/ol><p>Nichts von Unrecht. Nichts von R&uuml;ckgabe.<\/p><p>Solche scheinheilige Moralapostel haben keine Legitimation, historische Texte von irgendjemandem zu verf&auml;lschen.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nEckehard M&auml;dler<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>12. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrtes Team der NachDenkSeiten, <\/p><p>eine kurze Anmerkung zur Herrn Riegels &lsquo;Farce um Udo Lindenbergs &bdquo;Oberindianer&ldquo;&rsquo;, vom 31. Oktober 2024. Eine wahrnehmbare Linke, die die Bezeichnung auch verdient h&auml;tte, existiert heute kaum noch.<br>\nCancel-Culture und die vermeintliche Opposition dagegen, sind lediglich Spektakel zur Besch&auml;ftigung mit Nebenschaupl&auml;tzen. Als wenn durch das &auml;ndern der Sprache der einen Seite, etwas an dem Ausbeutungssystem ge&auml;ndert w&uuml;rde. Ebenso wenig wie es etwas &auml;ndert, wenn von konservativer Seite auf der vorhandenen Popkultur beharrt wird. <\/p><p>Als Anmerkung, Udo Lindenberg selbst d&uuml;rfte kaum etwas gegen die &Auml;nderung haben: <\/p><p>Udo Lindenberg hat kein Verst&auml;ndnis f&uuml;r Gegner der Corona-Ma&szlig;nahmen. &ldquo;Wir brauchen die kollektive Mega-Power, also: Maske auf und mit panischer Konsequenz da durch!&rdquo;, sagte Lindenberg. &ldquo;Wenn die hirntoten Risikopiloten durch die Aerosole zischen, wird es ganz viele noch erwischen&rdquo;, kritisierte er etwa Maskenverweigerer. &ldquo;Nur wenn wir alle cool bleiben und uns an die Regeln halten, k&ouml;nnen wir das Ding unter Kontrolle kriegen.&rdquo; Wer den Schutz gegen die Ausbreitung des Virus ignoriere, gef&auml;hrde nicht nur andere Menschen, &ldquo;sondern bedroht auch die m&ouml;glichst schnelle R&uuml;ckkehr unserer geilen, breit aufgestellten Kulturszene in Deutschland&rdquo;. <\/p><p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/der_tag\/Hirntote-Risikopiloten-Lindenberg-teilt-gegen-Masken-Verweigerer-aus-article21999572.html\">n-tv.de<\/a><\/p><p>Sein Traum, vom Sklaven zum Sklaventreiber, scheint erf&uuml;llt. Die Nebenschaupl&auml;tze, deren Integration in die kapitalistische Grundordnung, die Fokussierung darauf, waren entscheidend f&uuml;r die Niederlage der nun kaum noch vorhandenen Linken. Das Kapital der Konservativen, aus der Angelegenheit, besteht in der Inszenierung als Opposition, zur Bewahrung des Alten, das nie so geil und breit war wie Lindenberg meint.<br>\nBestenfalls kann man meinen, die D&uuml;rftigkeit und Verlogenheit fr&uuml;herer Tage wird heute lediglich bekr&ouml;nt. Zwei Seiten der gleichen Medaille. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nMike Holstein <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>13. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Moin, <\/p><p>man packe die Menschen in Watte, auf da&szlig; ihnen blo&szlig; kein Unheil geschehe. Doch wenn man sich nicht auch mit kritischen Dingen befa&szlig;t, dann kann der Geist nicht reifen. Er verk&uuml;mmert und denkt nur noch in den vorgegebenen Schablonen. Kreativit&auml;t, Eigenentwicklung, (Selbst-)Reflektion und Kritikf&auml;higkeit werden so effizient unterdr&uuml;ckt; eine m&ouml;gliche Kritikf&auml;higkeit, &uuml;brigens, die sich auch an den Vorgaben der Politik st&ouml;&szlig;t, genauso wie in Udo Lindenbergs Lied &ldquo;Sonderzug nach Pankow&rdquo;. <\/p><p>In Wikipedia steht, da&szlig; er 1979 in Ost-Berlin f&uuml;r seine Fans ein Konzert geben wollte, was f&uuml;r die Verantwortlichen aber nicht in Frage kam. In Reaktion auf diese Absage, als pers&ouml;nlich Getroffener, entstand dieses Lied, &uuml;brigens 4 Jahre sp&auml;ter. Das brachte nat&uuml;rlich die DDR-F&uuml;hrung auf, was aber am Ende zu einer Einigung f&uuml;hrte, soda&szlig; er sogar noch im selben Jahr ein Konzert in der DDR geben durfte &mdash; nat&uuml;rlich ohne besagtes Lied (was auch nun keinen Sinn mehr machte, denn das Lied bem&auml;ngelte eben jenes Verbot, was mit der Auftrittserlaubnis hinf&auml;llig wurde). Am Ende des Wikipedia-Artikels ist interessanterweise genau das Humbolt-Forum 2024 erw&auml;hnt, bei welchem das Lied ohne &ldquo;Oberindianer&rdquo; gespielt werden soll. <\/p><p>Es steht au&szlig;er Frage, da&szlig; &ldquo;Oberindianer&rdquo; eine Bezeichnung f&uuml;r einen H&auml;uptling ist, der nicht in der Lage ist, weise zu regieren. Anstatt aber berechtigte Kritik auszuhalten &amp; anzunehmen sowie konstruktiv mit ihr umzugehen, wird sie &ldquo;gecancelt&rdquo;. Hier geht es ganz offensichtlich nicht um die Bedeutung der Worte an sich (seien es &ldquo;Neger&rdquo; oder &ldquo;Indianer&rdquo;, die an sich nur Ethnien beschreiben), die sind nur Blendwerk &amp; moralische Rechtfertigung f&uuml;r eine &uuml;bergeordnete Agenda, ein bestimmtes Narrativ in der &Ouml;ffentlichkeit zu etablieren, eines, das keinerlei Kritik an welcher Herrschaft auch immer akzeptiert, damals wie heute nicht. Sonst k&ouml;nnte man sich fragen: Was interessiert Ost-Berlin heute noch DDR-Umst&auml;nde? Ganz abgesehen davon, da&szlig; es nur noch ein Berlin gibt, kein Ost oder West mehr. <\/p><p>Eine Frage, die sich mir stellt: Warum lassen sie dieses Lied nicht einfach weg oder nehmen ein anderes, das man als weniger &ldquo;anst&ouml;&szlig;ig&rdquo; empfinden k&ouml;nnte? Hier soll offensichtlich ein Exempel statuiert und Geschichts- wie auch Kulturf&auml;lschung salonf&auml;hig gemacht werden. Hier war die DDR 1983 fortschrittlicher. Die Forderung nach einer Textumschreibung w&auml;re auf Initiative der DDR sehr wahrscheinlich als l&auml;cherlich empfunden worden. <\/p><p>Kuriosit&auml;t am Rande:<br>\nDas Lied &ldquo;Quark&rdquo; von &ldquo;Die &Auml;rzte&rdquo; wurde auch umgeschrieben, scheinbar von ihnen selbst. Die erste Variante richtete sich explizit gegen unf&auml;hige Politiker [1], die zweite wurde so umgeschrieben, da&szlig; man eine geschw&auml;tzige Partnerin in einem Beziehungsstre&szlig; annehmen k&ouml;nnte [2]. Interessanterweise findet sich dazu keine Dokumentation, vor allem, wann &amp; vor welchem Hintergrund die Umschreibung stattfand. Da&szlig; die &Auml;rzte wie auch die Toten Hosen l&auml;ngst zu Salontigern geworden sind, bewies deren Konformit&auml;t w&auml;hrend &ldquo;Corona&rdquo;. Es ist ein altbekanntes Ph&auml;nomen, da&szlig; der &ldquo;rebellische Faktor&rdquo;, der manche S&auml;nger &amp; Gruppen in vor allem jungen Jahren erst gro&szlig; werden lie&szlig;, je weiter abhanden kommt, desto gr&ouml;&szlig;er das Bankkonto wird. <\/p><p>Es wird im Artikel gefragt, warum sich nur &ldquo;Konservative&rdquo; emp&ouml;rten, ohne zu konkretisieren, wer genau damit gemeint ist. Emp&ouml;ren sollte sich jeder, der noch bei Verstand ist, allen voran Gelehrte in Kunst, Sprache, Soziologie und so weiter, und zwar mit W&uuml;rde in Funk, Fernsehen &amp; Zeitungen. Doch anstatt ihnen die M&ouml;glichkeit zu geben, ihre Stimme in die &Ouml;ffentlichkeit zu tragen, werden sie medial gehetzt &amp; diffamiert. Das ist der Grund, warum sich breitenwirksam niemand mehr findet, der Kritik &uuml;bt oder kritische Stimmen ver&ouml;ffentlicht. Man gibt einfach noch zu viel auf FAZ, BILD &amp; Co. und ihnen damit Deutungshoheit. <\/p><p>Zusammenfassend mu&szlig; festgestellt werden:<br>\nDamals, 1979, wurde in der DDR (West-)Kultur verboten, weil sie politisch nicht auf Linie war. Heute wird Kultur nicht verboten, sondern &ldquo;systemkonform&rdquo; bis zur Unkenntlichkeit verst&uuml;mmelt, damit blo&szlig; keine noch so leise Kritik an der Herrschaft aufkommt. Schlie&szlig;lich soll niemand auf den Gedanken kommen, da&szlig; wir heute in &auml;hnlich totalit&auml;ren Verh&auml;ltnissen leben wie seinerzeit in der DDR: tausche Banane gegen Meinungsvielfalt, Kultur gegen ein &ldquo;Wohlgef&uuml;hl&rdquo;. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nMichael Schauberger <\/p><p>Verweise: <\/p><p>[1] <a href=\"https:\/\/www.die-aerzte-archiv.de\/songtexte\/die-aerzte\/song\/quark-neuer-text-135-politisch-korrekt.html\">die-aerzte-archiv.de\/songtexte\/die-aerzte\/song\/quark-neuer-text-135-politisch-korrekt.html<\/a><br>\n[2] <a href=\"https:\/\/www.die-aerzte-archiv.de\/songtexte\/die-aerzte\/song\/quark.html\">die-aerzte-archiv.de\/songtexte\/die-aerzte\/song\/quark.html<\/a><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>14.Leserbrief<\/strong><\/p><p>Das Lied ist &uuml;brigens ein frauenfeindliches diskriminierende Lied !<\/p><p>&Uuml;blicherweise sind Treffen immer auch mit der Ehefrau, also in diesem Fall w&auml;re es mit Margot und Erich Honecker.<\/p><p>Au&szlig;erdem war es kein Arbeiter- und Bauerstaat wie Udo Lindenberg singt, sondern ein ArbeiterInnen und B&auml;uerInnnen Staat.<\/p><p>Zumal in der DDR Gleichberechtigung sehr stark im Fokus stand, zumindest offiziell.<\/p><p>Praktisch wurden aber Studiumabsolventen den Studiiumabsolventinnen klar bevorzugt, weil bei den jungen Frauen meistens die Geburt eines oder mehrerer Kinder bevorstand. Und dann folgte erst einmal der Ausfall f&uuml;r ein oder mehrere Babyjahre und die Planstelle war aber belegt.<\/p><p>Au&szlig;erdem m&uuml;&szlig;te die Au&szlig;enministerin, die unser Land repr&auml;sentiert, einen geschlechtsneutralen Namen statt eines m&auml;nnlichen Namens haben.<\/p><p>Sie m&uuml;&szlig;te also einen geschlechtsneutralen Namen annehmen !<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;<em>Bock<\/em> steht f&uuml;r: das M&auml;nnchen verschiedener S&auml;ugetiere (h&auml;ufig Ziegenbock)&hellip;&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Quelle wikipedia<\/p><p>Ebenfalls m&uuml;&szlig;te sich Herr Hofreiter umbenennen, da seine Namen nicht geschlechtsneutral und damit eine Diskriminierung seiner Frau ist.<\/p><p>Gr&uuml;&szlig;e<br>\nDieter Gabriel<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>15. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Tobias Riegel,<\/p><p>nat&uuml;rlich haben Sie mit Ihrer Kritik an der Verst&uuml;mmelung eines ironischen (!) Popsongs aus den fr&uuml;hen 80ern Recht, aber sie ist nicht vollst&auml;ndig, weshalb ich hier auf einige weitere problematische Punkte in diesem Text hinweisen m&ouml;chte.<\/p><p>(Einen Verweis auf die Problematik der &ldquo;kulturellen Aneignung&rdquo; der Originalmelodie, die ja bekanntlich von einem farbigen US-Amerikaner aus dem Bereich des nicht-deutschen Genres &ldquo;Jazz&rdquo; stammt, durch einen &ldquo;wei&szlig;en&rdquo; K&uuml;nstler, auf den &ndash; jetzt &ndash; die Charakterisierung &ldquo;alter wei&szlig;er Mann&rdquo; sehr gut passt, sowie durch Berliner, sicherlich &uuml;berwiegend ebenfalls nicht-farbige Ch&ouml;re, erspare ich mir &hellip; da ich mich als &ldquo;alter wei&szlig;er Mann&rdquo; dazu nicht berechtigt f&uuml;hle.)<\/p><p>Aber kommen wir zum fraglichen Text. Denn es sind ja nicht nur die amerikanischen Ureinwohner, die sich durch diesen beleidigt f&uuml;hlen k&ouml;nnten:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Entschuldigen Sie ist das der Sonderzug nach Pankow&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Hier h&auml;tten wir z.B. gleich zu Anfang das Problem, dass der Autor wenig verhohlen suggeriert, die damalige Deutsche Reichsbahn der DDR h&auml;tte f&uuml;r ihn oder die DDR-Regierungsmitglieder einen &ldquo;Sonderzug&rdquo; &ndash; oder sogar mehrere, m&ouml;glicherweise sogar regelm&auml;&szlig;ig &ndash; eingesetzt. Das widerspr&auml;che nicht nur der propagierten Gleichheit im Arbeiter- und Bauernstaat, sondern eben sicher auch dem Ehrgef&uuml;hl der (damaligen) Eisenbahner als Mitgliedern der Arbeiterklasse (&hellip; nehme ich jetzt mal an &ndash; &uuml;berpr&uuml;fen k&ouml;nnte man das nur durch eine repr&auml;sentative Umfrage, die aber bei den amerikanischen Ureinwohnern m.W. ja auch unterblieb.)<\/p><p>Schlie&szlig;lich gibt es auch im nun auch im Osten demokratischen, freiheitlich-grundordentlichen Deutschland keine solche Sonderbehandlung: Als ein Frank Walter Steinmeier w&auml;hrend der Pandemie durch die Republik reiste, bekam er auch keinen Sonderzug &ndash; aber immerhin durfte er ohne Maske reisen. Manche sind eben auch in unserem egalit&auml;ren Staat gleicher als andere &hellip;<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Ich muss mal eben dahin<br>\nMal eben nach Ost-Berlin&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Es hie&szlig; &ldquo;Berlin &ndash; Hauptstadt der DDR&rdquo; &hellip; was sagen die ehemaligen &ldquo;Ost-Berliner&rdquo; dazu? Hoffentlich f&uuml;hlt sich keiner zur&uuml;ckgesetzt, herabgew&uuml;rdigt oder gar beleidigt?<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Ich muss da was kl&auml;rn mit eurem Oberindianer<\/p>\n<p>Ich bin ein Jodeltalent und will da spieln mit &lsquo;ner Band&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Gleich nach der inkriminierten Textzeile bezeichnet sich der S&auml;nger also hier als &ldquo;Jodeltalent&rdquo;. Ohne ihm und seinen Sangesk&uuml;nsten zu nahe treten zu wollen, denke ich doch annehmen zu d&uuml;rfen, dass Udo Lindenberg bisher nirgends als &ldquo;Jodeltalent&rdquo; aufgefallen ist. Seine bekannt-&ldquo;schnoddrige&rdquo; Vortragsart k&ouml;nnte dagegen echte Jodelk&uuml;nstler und -talente, die dies noch werden wollen, erz&uuml;rnen, weil sie ihre hohe, viel &Uuml;bung erfordernde Kunst sicherlich nicht mit derjenigen, stilistisch v&ouml;llig andersartigen Lindenbergs gleichgestellt sehen wollen. (Und wenn doch &ndash; oder auch nicht &ndash; k&ouml;nnte wiederum eine Umfrage unter den Betroffenen weiterhelfen&hellip;) Ergo k&ouml;nnten sie sich also auch beleidigt f&uuml;hlen. Man sollte den Text also an dieser Stelle vielleicht auch &auml;ndern, z.B. in &ldquo;Rockmusikgesangsvortragstalent&rdquo;?<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Ich hab &lsquo;n Fl&auml;schen Cognac mit und das schmeckt sehr lecker&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Was sagt der Verband der Deutschen Spirituosenhersteller eigentlich dazu, wenn ein Deutscher einen Deutschen auf einen Cognac einladen will &ndash; und nicht auf ein Bier, einen Korn, einen Schnaps &hellip;?<\/p><p>Und: Bei der Auff&uuml;hrung sind doch offensichtlich auch Jugendliche (z.T. als Ausf&uuml;hrende) zugegen? Wie passt da solche unverholene Werbung f&uuml;r hochprozentigen Alkohol? (Von Chormitgliedern oder Zuh&ouml;rern muslimischen Glaubens gar nicht erst zu reden&hellip;!)<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Das schl&uuml;rf ich dann ganz locker mit dem Erich Honecker<br>\nUnd ich sag: Ey Honey ich sing f&uuml;r wenig Money&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Wir wissen, dass die DDR immer unter Devisenmangel litt und bereit war, f&uuml;r deren Einfuhr eine Menge zu tun &ndash; ob sich aber das Staatsoberhaupt die Ansprache &ldquo;Ey Honey&rdquo; gefallen lassen und nicht vielleicht ebenso beleidigt f&uuml;hlen w&uuml;rde, wie zumindest die schon verstorbenen amerikanischen Ureinwohner, wissen wir nicht &ndash; im Zweifelsfalle sollten wir aber davon ausgehen und diese Passage auch anpassen.<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Im Republik-Palast wenn ihr mich lasst&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Das Geb&auml;ude hie&szlig; offiziell &ldquo;Palast der Republik&rdquo;. Nun kann man bestreiten, dass Geb&auml;ude eine Seele haben und sich beleidigt f&uuml;hlen k&ouml;nnten, aber g&auml;nzlich auszuschlie&szlig;en ist das nicht. (Herr Lindenberg w&auml;re sicherlich auch nicht begeistert, wenn man ihn &ldquo;Linden-Udo&rdquo; nennen w&uuml;rde, oder?)<\/p><p>Dass der Palast inzwischen abgerissen wurde, kann bei unseren &Uuml;berlegungen aber ebensowenig eine Rolle spielen wie die Tatsache, dass die meisten amerikanischen Ureinwohner, die als &ldquo;Indianer&rdquo; bezeichnet wurden, seit Kolumbus wohl l&auml;ngst verstorben sind&hellip;<\/p><p>(Apropos: In der DDR gab es um die Zeit der Er&ouml;ffnung den Witz, man habe Gokoj Mitic als Pf&ouml;rtner engagiert, der durch seinen Rollen als der stets gute Indianer &hellip; pardon: amerikanische Ureinwohner in DEFA-Filmen bekannt war. Er sollte die Ankommenden mit den Worten begr&uuml;&szlig;en: &ldquo;Kommt rein, meine roten Br&uuml;der!&rdquo;)&nbsp;<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;All die ganzen Schlageraffen d&uuml;rfen da singen<br>\nD&uuml;rfen ihren ganzen Schrott zum Vortrage bringen&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Da ich selbst kein Schlagerfan bin, habe ich als DDR-B&uuml;rger nicht Buch dar&uuml;ber gef&uuml;hrt, welche Vertreter dieses Genres bei Auftritten in der DDR auch im Palast der Republik gastierten. Zumindest aus Fernseh&uuml;bertragungen und -wiederholungen glaube ich mich an Bata Ilic, Lena Valaitis, Chris Roberts, Roberto Blanco (?), Howard Carpendale, Ireen Sheer &nbsp;u.v.a.m. erinnern zu k&ouml;nnen. Dass diese alle mit der Bezeichnung &ldquo;Schlageraffen&rdquo; mindestens ebenso beleidigt werden wie die nordamerikanischen Ureinwohner durch die Bezeichnung &ldquo;Indianer&rdquo;, d&uuml;rfte sich aber wohl von selbst verstehen. Zumal sie nicht nur als Menschen deklassiert, sondern sogar zu Affen erkl&auml;rt &ndash; also entmenschlicht! &ndash; werden! SKANDAL!!&nbsp;<\/p><p>Dagegen ist die Charakterisierung ihres Schaffens als &ldquo;Schrott&rdquo; vielleicht eher marginal, aber immer noch eine, die keine Achtung vor der Arbeit anderer Menschen erkennen l&auml;sst &ndash; und also korrigiert geh&ouml;rt! (Zumal dies eine Verletzung eines der 10 Gebote f&uuml;r die DDR-Jung- und Th&auml;lmann-Pioniere darstellt! Ob die sich auch beleidigt f&uuml;hlen&hellip;?)<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Nur der kleine Udo nur der kleine Udo<\/p>\n<p>Der darf das nicht und das verstehen wir nicht&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Inwiefern es angebracht ist, dass jemand, der nicht k&ouml;niglicher oder wenigstens adliger Abstammung ist wie ein Lindenberg, hier von sich im Pluralis Maiestatis spricht, k&ouml;nnen wir dahingestellt sein lassen. Es k&ouml;nnte aber Anlass f&uuml;r alle Nicht-Adligen Zuh&ouml;rer sein, sich herabgestuft zu f&uuml;hlen &hellip; Und das gilt sogar f&uuml;r die, die zwar noch das Residuum &ldquo;Graf&rdquo; o.&auml;. in ihrem Namen tragen &ndash; aber eben seit 1918 nur noch als Namensbestandteil, nicht mehr als Adelstitel! (Nun gut, man k&ouml;nnte einwenden, dass unsere demokratisch-repr&auml;sentativen Volksvertreter in gehobenen Positionen f&uuml;r sich auch gern diese altbackene Redeform verwenden &ndash; aber das macht es nicht besser: Deklassiert &ndash; im Wortsinne! &ndash; sie doch die Zuh&ouml;renden zu Nicht-Adligen = Nicht-so-Edlen wie die Sprecher:_*Innen!)<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Ich wei&szlig; genau ich habe furchtbar viele Freunde<br>\nIn der DDR und st&uuml;ndlich werden es mehr<br>\nOch Erich ey bist du denn wirklich so ein sturer Schrat<\/p>\n<p>Warum l&auml;sst du mich nicht singen im Arbeiter- und Bauernstaat&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Auch &ldquo;Schrat&rdquo; ist eine Bezeichnung, die als (hier wiederum postume) Beleidigung aufgefasst werden k&ouml;nnte &hellip;<\/p><blockquote><p>\n&rdquo; [&hellip;] Honey ich glaub du bist doch eigentlich auch ganz locker<\/p>\n<p>Ich wei&szlig; tief in dir drin bist du doch eigentlich auch &lsquo;n Rocker&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Hat man die Rocker (beschr&auml;nken wir uns mal auf das heutige Deutschland) gefragt, ob sie mit dem ach-so-blutr&uuml;nstigen kommunistischen Diktator (der wegen ein paar Hunderttausend Demonstranten aufgab, statt sie in bester (sozial)demokratischer Tradition niederkn&uuml;ppeln und sogar -schie&szlig;en zu lassen&hellip;) auf eine Schwelle gestellt werden wollen und dieser zu einem von ihnen ernannt werden soll?<\/p><p>Das Folgende ist dann eher belanglos &hellip;<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Du ziehst dir doch heimlich auch gerne mal die Lederjacke an<br>\nUnd schlie&szlig;t dich ein auf&rsquo;m Klo und h&ouml;rst West-Radio<br>\nHallo Erich kannst mich h&ouml;rn hallo-lo-l&ouml;chen hallo<br>\nHallo Honey kannst mich h&ouml;rn hallo-lo-l&ouml;chen hallo<br>\nHoney kanst mich h&ouml;ren jodelodeldido<br>\nHallo Erich kannst mich h&ouml;ren jodelodeldido&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>&hellip; aber auch dieses &ldquo;jodelodeldido&rdquo; k&ouml;nnten ernsthafte Jodler (z.B. solche mit Diplom&hellip;) als Verh&ouml;hnung empfinden &ndash; und bevor diese sich in Berlin m&ouml;glicherweise zu einer Protestkundgebung versammeln und die 8 Ch&ouml;re in Grund und Boden jodeln, sollten man diese Textzeile vielleicht auch &auml;ndern?<\/p><p>So, ich hoffe, ich habe nichts Wesentliches &uuml;bersehen, wodurch sich weitere Bev&ouml;lkerungsgruppen bei der unkorrigierten Auff&uuml;hrung dieses Liedes benachteiligt sehen k&ouml;nnten &hellip; Mir fallen aber noch die Urheberrechtsanw&auml;lte ein, denen ein erheblicher Einkommensnachteil entstehen d&uuml;rfte, wenn solche Text&auml;nderungen wie &ldquo;Ober-I&hellip;&rdquo; NICHT juristisch verfolgt werden sollten.<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e von einem DDR-B&uuml;rger, der als Jugendlicher sehr viel Udo Lindenberg geh&ouml;rt und &ndash; unwissend um die vielen moralischen Fallstricke seiner Texte! &ndash; mitgesungen hat ;-)<\/p><p>Ihr Bernd Kulawik<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tobias Riegel kommentiert <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124030\">hier<\/a> den &bdquo;absurden&ldquo; Umgang mit Udo Lindenbergs Lied &bdquo;Sonderzug nach Pankow&ldquo; aus dem Jahr 1983. Der Begriff &bdquo;Oberindianer&ldquo; solle nun vermieden und durch das inhaltlich und k&uuml;nstlerisch abwegige Wort &bdquo;Ober-I&ldquo; ersetzt werden. Hinterfragt wird auch, warum sich &uuml;ber diesen Vorgang vor allem Konservative emp&ouml;ren. &bdquo;Kritische Wortmeldungen von (klassisch) linker Seite&ldquo; seien<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124443\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-124443","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/124443","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=124443"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/124443\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":124549,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/124443\/revisions\/124549"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=124443"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=124443"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=124443"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}