{"id":12494,"date":"2012-03-12T08:59:53","date_gmt":"2012-03-12T07:59:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12494"},"modified":"2019-03-18T11:49:36","modified_gmt":"2019-03-18T10:49:36","slug":"hinweise-des-tages-1590","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12494","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;Mehr&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (KR\/JB\/WL)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12494#h01\">Genug ist genug: Pl&auml;doyer f&uuml;r ein H&ouml;chsteinkommen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12494#h02\">Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12494#h03\">Austritte aus dem Euro als rationale Strategie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12494#h04\">Weniger Demokratie wagen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12494#h05\">DeLong &ndash; Vom Segen hoher Schulden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12494#h06\">Warum Steuers&uuml;nder k&uuml;nftig hinter Gitter m&uuml;ssen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12494#h07\">H&auml;nde weg von der Tarifautonomie!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12494#h08\">Nochmals Tarifrunde 2012<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12494#h09\">&Auml;rztefunktion&auml;re sahnen ab &ndash; Selbstbedienung statt Selbstverwaltung?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12494#h10\">Freiberufler im Bundestag &Auml;rger unter der Reichstagskuppel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12494#h11\">Runter mit dem Beitrag<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12494#h12\">Zulieferer Foxconn: Transparenz light bei Apple<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12494#h13\">Schneider k&uuml;ndigt m&ouml;glichen Abbau der Sozialarbeit an<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12494#h14\">Die Gr&uuml;ne Gentechnik wird &uuml;bersch&auml;tzt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12494#h15\">Verrostete Atomf&auml;sser<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12494#h16\">Christoph Butterwegge bei Anne Will &uuml;ber Bundespr&auml;sident Wulf und den Zapfenstreich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12494#h17\">UNO arbeitet Libyen-Krieg auf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12494#h18\">KONY 2012 &ndash; Das Netz jagt einen M&ouml;rder<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12494#h19\">SPD fordert Einf&uuml;hrung von modernem Zulassungsverfahren an Unis<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12494#h20\">Kulturkampf um die Kulturwelle? Reformpl&auml;ne bei WDR 3 sto&szlig;en auf Widerstand<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12494#h21\">Zu guter Letzt: Zugv&ouml;gel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12494#h22\">Das Allerletzte: OB-Wahlen in Frankfurt und Mainz<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=12494&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Genug ist genug: Pl&auml;doyer f&uuml;r ein H&ouml;chsteinkommen<\/strong><br>\nDie Forderung nach einer solchen Obergrenze formulierte erstmals der Philosoph Felix Adler, den man eher als Gr&uuml;nder des National Child Labor Committee kennt, das seit Beginn des 20. Jahrhunderts eine Kampagne gegen die Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen f&uuml;hrte. Adler ging davon aus, dass die riesigen Privatverm&ouml;gen, die durch die Ausbeutung junger wie alter Arbeitskr&auml;fte entstanden, einen &ldquo;korrumpierenden Einfluss&rdquo; auf das politische Leben aus&uuml;bten. Um dem entgegenzuwirken, schlug er eine stark progressive Einkommensteuer vor, die bis auf 100 Prozent ansteigen sollte.  Obwohl die Ideen Adlers in der New York Times breite Publizit&auml;t fanden, wurde ein entsprechender Gesetzesvorschlag erst w&auml;hrend des Ersten Weltkriegs formuliert. Damals forderten progressive Abgeordnete eine Steuerquote von 100 Prozent auf alle Jahreseinkommen von mehr als 100 000 Dollar, die zur Finanzierung der Kriegskosten beitragen sollte. Dann aber machte die &ldquo;Angst vor der roten Gefahr&rdquo;, die nach dem Ersten Weltkrieg ausbrach, alle Hoffnungen auf eine egalit&auml;re amerikanische Gesellschaft schnell zunichte und f&uuml;hrte im Gegenteil zu einem politischen Rechtsruck, der eine erneute Rettung der Plutokratie bedeutete. Im April 1942 kam sie [Idee einer Einkommensobergrenze] erneut auf die Tagesordnung: Auf Betreiben der Gewerkschaften forderte der Pr&auml;sident, w&auml;hrend der Kriegszeit die Einkommen auf maximal 25 000 Dollar j&auml;hrlich (heute: 350 000 Dollar) zu begrenzen. 1944 erh&ouml;hte der Kongress den Spitzensteuersatz f&uuml;r Einkommen &uuml;ber 200 000 Dollar auf die neue Rekordh&ouml;he von 94 Prozent. Danach lag der Spitzensteuersatz in den USA zwei Jahrzehnte lang bei um die 90 Prozent, ehe er 1965 unter dem demokratischen Pr&auml;sidenten Lyndon B. Johnson auf 70 Prozent gesenkt wurde. Unter dem Republikaner Ronald Reagan sank er 1981 weiter auf 50 Prozent und 1988 sogar auf 28 Prozent. Derzeit liegt die Spitzensteuer wieder bei 35 Prozent. Aber diese Zahl t&auml;uscht &uuml;ber die tats&auml;chliche Steuerbelastung der Reichen hinweg: Deren Einkommen stammen gro&szlig;enteils aus Kapitalertr&auml;gen &ndash; also aus Gesch&auml;ften mit Aktien, Staatspapieren und anderen Werten -, und die werden mit lediglich 15 Prozent besteuert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/2012\/02\/10.mondeText.artikel,a0061.idx,22\">Le Monde diplomatique<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die in dem Beitrag erw&auml;hnten Autoren Ian Ayres und Aaron Edlin schlagen vor, einmal im Jahr zu ermitteln, wieviel mehr die reichsten 1-Prozent der Bev&ouml;lkerung mehr verdienen als der Durchschnitt der Haushalte (Median) und, wenn im Durchschnitt der reichsten 1-Prozent  mehr als das 36fache des Medianeinkommens der Bev&ouml;lkerung verdient w&uuml;rde, eine Steuer erhoben, so hoch, dass die reichsten 1-Prozent  nur noch weniger als das 36fache des Durchschnitts der Bev&ouml;lkerung <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2011\/12\/19\/opinion\/dont-tax-the-rich-tax-inequality-itself.html?_r=1\">verdienten<\/a>. Ein Leser fragt allerdings zurecht, warum erst beim 36fachen des Medianeinkommens und nicht beim 12,5fachen der Ach-so-erfolgreichen Reagan-&Auml;ra?<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung JB:<\/strong> Die Frage von H&ouml;chsteinkommen ist in der Tat keine Frage von Regulierungen, sondern einzig und allein eine Frage des Steuersatzes. W&auml;hrend man am unteren Ende der Einkommensskala regulierend eingreifen muss, ist dies am oberen Ende nicht notwendig, hat man mit dem Steuersystem doch ein sehr m&auml;chtiges Instrument in der Hand.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Griechenland<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Realwirtschaftliches Armageddon<\/strong><br>\nLaut der heutigen 2. Sch&auml;tzung des griechischen Statistikamtes (ELSTAT) zum Bruttoinlandsprodukt sank das unbereinigte reale BIP in Griechenland noch st&auml;rker als bisher gesch&auml;tzt. Im 4. Quartal 2011 schrumpfte das reale BIP  abw&auml;rtsrevidiert um -7,5% zum Vorjahresquartal (urspr&uuml;nglich -7,0%)! Selbst nominal sank das BIP kr&auml;ftiger als zun&auml;chst angenommen, um abw&auml;rtsrevidierte -6,3% (urspr&uuml;nglich -6,0%) zum Vorjahresquartal. Weiterhin ist ELSTAT anscheinend nicht in der Lage eine saisonbereinigte Datenreihe zu liefern, so das man sich mit den erschreckenden Details aus der unbereinigte Datenreihe begn&uuml;gen muss.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.querschuesse.de\/griechenland-realwirtschaftliches-armageddon\/\">Querschuesse<\/a><\/li>\n<li><strong>Harald Schumann: Merkels Euro-Politik ist unverantwortlich und zynisch \/ Deutsche Unternehmen haben an Griechenland massiv mitverdient<\/strong><br>\nDurch das Spardiktat hat sich die griechische Krise weiter versch&auml;rft. Der Schuldenstand ist seit 2010 von 143 % auf 153 % des BIP gewachsen statt zu sinken. Krankenh&auml;user und Schulen schlie&szlig;en, immer mehr Menschen sind auf Lebensmittelhilfen angewiesen. Estmals seit 1945 kehrt der Hunger ins Land zur&uuml;ck. Sp&auml;testens jetzt sei klar, so Harald Schumann, dass es unm&ouml;glich ist, sich aus einer solchen Krise herauszusparen. Die Griechenlandpolitik, wie sie die Regierung Merkel betreibt, sei daher unverantwortlich. Einseitige Schuldzuschreibungen an Griechenland seien zudem unangebracht. Deutsche Unternehmen h&auml;tten jahrelang an Griechenland massiv verdient, sowohl durch fragw&uuml;rdige Waffenlieferungen in Milliardenh&ouml;he als auch durch Korruption, wie der Fall Siemens zeigt. Ein Herausdr&auml;ngen Griechenlands aus der Eurozone h&auml;tte katastrophale Folgen f&uuml;r die Griechen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kontext-tv.de\/node\/216\">Kontext TV<\/a><\/li>\n<li><strong>Deutschland schreckt arme Griechen ab<\/strong><br>\nKein Hartz IV f&uuml;r Zuwanderer aus der EU: Diese Schranke hatte das Bundessozialgericht vor knapp zwei Jahren abgebaut. Nun holt Schwarz-Gelb sie wieder hervor &ndash; wom&ouml;glich aus Angst vor der Massenarbeitslosigkeit in Griechenland und Spanien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:hartz-iv-zuwanderer-deutschland-schreckt-arme-griechen-ab\/70006005.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Nochmals zu Niels Kadritzkes Beitrag <a href=\"?p=12443\">Griechenlands Zukunft (II)<\/a><\/strong><br>\nIch bin den Lesern einen kleinen Nachtrag zu meiner Darstellung der linken Parteien schuldig. Ein Leser hat nachgefragt, ob ich nicht ein bisschen streng mit den griechischen Kommunisten umgehe. Wenn sie die Notwendigkeit wirtschaftlichen Planung verlange, sei das doch gar kein so schlechter Gedanke. Der Meinung bin ich auch. Meine Kritik bezieht sich jedoch vor allem auf die Forderung der KKE, den b&auml;uerlichen Grund und Boden zu vergesellschaften &ndash; f&uuml;r griechische Verh&auml;ltnisse eine dogmatische Absurdit&auml;t sondergleichen. Im &uuml;brigen wollte ich mit dem Zitat nur ein Indiz daf&uuml;r anf&uuml;hren, dass die Parteif&uuml;hrung auf die spontane Initiative zum Direkteinkauf von Kartoffeln bei den Produzenten (&uuml;ber internet-Bestellungen) nur mit Misstrauen reagiert.<br>\nIn diesem Punkt hat sich die KKE inzwischen noch eindeutiger positioniert. Die Parteivorsitzende Papariga erkl&auml;rte unverbl&uuml;mt, die spontane Kartoffel-Bewegung sei &bdquo;hinderlich f&uuml;r die Arbeiterbewegung&ldquo; &ndash; ohne das n&auml;her zu erl&auml;utern. Und Parteisprecher Makis Mailis meinte in einem Fernseh-Interview: &bdquo;Wir sind gegen diese Kartoffel-Bewegung, weil sie nur eine Mode ist, die vor&uuml;ber gehen wird.&ldquo; Auf Nachfrage war er nicht in der Lage, auf den Widerspruch einzugehen, der zwischen seiner Aussage und der Kritik seiner Partei an der exorbitanten Gewinnspanne der Zwischenh&auml;ndler besteht.<br>\nDie Distanzierung der Partei von der Kartoffel-Initiative provoziert allerdings Widerstand an der Basis. Auf informellen internet-Seiten gibt es inzwischen deutliche Kritik von Parteimitgliedern an der Haltung von Paparigas und der Parteif&uuml;hrung. So wurde auf der Website &bdquo;Goodmorning Lenin&ldquo; (http:\/\/goodmorninglenin.wordpress.com ) ein Artikel im KKE-Zentralorgan Risospastis mit dem Argument kritisiert, hier werde ein Klima der Angst erzeugt, indem &bdquo;jeder, der es wagt, eine abweichende Meinung zu &auml;u&szlig;ern, als Kleinb&uuml;rger, Opportunist, Fraktionist, Antikommunist oder sogar als Agent bezeichnet wird&ldquo;.<br>\nDie Parteif&uuml;hrung reagiert auf solche Debatten mit den gewohnten autorit&auml;ren Reflexen. Nach Angaben der genannten Website (vom 5. M&auml;rz) hat es sowohl in Athen als auch in Thessaloniki eine ganze Welle von Parteiausschl&uuml;ssen gegeben. Zudem habe die Parteif&uuml;hrung in einem Rundschreiben an die Funktion&auml;re zur Wachsamkeit gegen&uuml;ber &bdquo;kleinb&uuml;rgerlichen Auffassungen&ldquo; aufgerufen. Da die Kritik an der Haltung der KKE zur Kartoffel-Bewegung vor allem &uuml;ber pers&ouml;nliche Websites oder &uuml;ber Facebook artikuliert wurde, warnt die Parteif&uuml;hrung vor einer &bdquo;elektronischen Fraktionsbildung&ldquo;. Unter Hinweis auf das Zirkular der Parteif&uuml;hrung behauptet der Autor der Website, inzwischen habe man den Mitgliedern der Partei und ihrer Jugendorganisation KNE explizit die Benutzung von Facebook untersagt. Ob diese Behauptung stimmt, l&auml;sst sich nicht &uuml;berpr&uuml;fen. Aber sie passte ins Bild.<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Austritte aus dem Euro als rationale Strategie<\/strong><br>\nDie strukturellen Ungleichgewichte, die sich zwischen den peripheren L&auml;ndern und den Kernl&auml;ndern der Euro-Zone entwickelt haben, sind auf Dauer nicht tragbar und stellen das wahre Problem der Region dar. Die realen effektiven Wechselkurse zwischen den Kernl&auml;ndern und der Peripherie sind seit Beginn der W&auml;hrungsunion auseinandergelaufen, und die Verschuldung hat in einer Reihe von L&auml;ndern ein nicht mehr finanzierbares Ausmass erreicht. In dieser Situation seien geordnete Zahlungsausf&auml;lle mit umfassender Schuldenrestrukturierung und erg&auml;nzt durch (tempor&auml;re) Austritte aus dem Euro und anschliessenden Abwertungen nicht nur unvermeidbar, sondern w&uuml;nschenswert, betont in einer Studie Variant Perception, eine unabh&auml;ngige Firma f&uuml;r Finanzanalysen. Die Analytiker von Variant Perception halten die Furcht von Politikern und &Ouml;konomen, dass Austritte aus dem Euro zu einer unkontrollierbaren finanziellen Katastrophe f&uuml;hren w&uuml;rden, f&uuml;r unberechtigt. In den vergangenen 100 Jahren habe es weltweit &uuml;ber 100 Zusammenbr&uuml;che von oder Austritte aus W&auml;hrungsunionen gegeben. Akademische Studien h&auml;tten gezeigt, dass es nur zu erstaunlich geringer makro&ouml;konomischer Volatilit&auml;t gekommen sei und dass die ausgetretenen L&auml;nder nach nur kurzzeitigen R&uuml;ckschl&auml;gen wieder in den Genuss eines rascheren realen Wachstums gekommen seien. Eine Entschuldung ohne Austritt aus dem Euro und damit ohne &auml;ussere Abwertung w&auml;re nur ein Palliativmittel, betont Lombard Street Research, da Schwachw&auml;hrungsl&auml;nder in einer Hartw&auml;hrungszone auf Dauer nicht prosperieren k&ouml;nnen. Die Analytiker von Variant empfehlen eine Sequenz von Schritten: Einberufung des Parlaments an einem Samstag, das die zur Einf&uuml;hrung einer neuen W&auml;hrung notwendigen Gesetze beschliesst; Erm&auml;chtigung der nationalen Zentralbank als alleinige monet&auml;re Institution; Einf&uuml;hrung von Kapitalverkehrskontrollen, um elektronische und physische Kapitalabfl&uuml;sse zu begrenzen; Stempelung aller im Land vorhandenen Bankkonten mit der neuen W&auml;hrungseinheit; Erkl&auml;rung von Bankfeiertagen zur Abwicklung der Massnahmen; Freigabe des Wechselkurses der neuen W&auml;hrung; Aufnahme von Verhandlungen zur Schuldenrestrukturierung (mit IMF, Pariser Klub und EZB). Variant empfiehlt Griechenland und Portugal dringend den Austritt, kombiniert mit Strukturreformen; Irland, Spanien und Italien sollten diesen Weg ernsthaft pr&uuml;fen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/finanzen\/nachrichten\/austritte_aus_dem_euro_als_rationale_strategie_1.15412723.html\">Neue Z&uuml;rcher Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> In der Tat sind strukturellen Ungleichgewichte in der Eurozone mit immer strengerem Sparma&szlig;nahmen, immer komplexeren Vertragswerken zur Fiskaldisziplin und Rettungsschirmen nicht zu bew&auml;ltigen, ja man k&ouml;nnte sogar zur Auffassung gelangen, dass dies eine indirekte Methode sei, zumindest Griechenland dazu zu bringen, aus der W&auml;hrungsunion auszutreten. Nur, ist ein Austritt Griechenlands, Portugals, Irlands, Spanien und Italiens f&uuml;r die L&auml;nder selbst wie f&uuml;r die restlichen Euroland so leicht zu verkraften, wie Variant aufgrund historischer Analyse &auml;hnlicher Ereignissen meint? Da sind doch historische Beispiele wie die &Ouml;sterreichisch-Ungarische Monarchie 1919, Indien und Pakistan 1947, Bangladesch 1971, die Tschechoslowakei 1992-93 und die UdSSR 1992 sehr historisch, da diese Vorg&auml;nge kaum in einen globalen Zusammenhang eingebunden waren. Interessanter ist das argentinische Beispiel, da Argentinien mit einem Currency Board zu den USA, abgesehen von einer W&auml;hrungsunion, die h&auml;rteste Form einer Wechselkursbindung w&auml;hlte. Der argentinische Peso war von 1991 bis 2002 im Verh&auml;ltnis von 1:1 zum US Dollar fixiert. Eine nationale Geldpolitik war nicht mehr m&ouml;glich, die Nationalw&auml;hrung wurde komplett durch Reserven in der Ankerw&auml;hrung gedeckt, d.h. die Ausweitung der heimischen Geldmenge wurde damit allein durch die Zufl&uuml;sse und die Abfl&uuml;sse von Dollar-Reserven bestimmt. Die &uuml;brigens vom IWF intensiv begleitete Strategie war grandios gescheitert. Argentinien musste 2002 Zahlungen auf Tilgung und Zinsen auf seine Schulden einstellen. Angesichts des Staatsbankrotts wurde der Peso freigegeben und wertete in der Folge um 40 Prozent ab. Variant betont, dass das argentinische BIP nach einem scharfen Einbruch von 11 Prozent in 2002 seit 2003 um 8 Prozent pro Jahr wuchs. Dieser Hinweis ist zu wenig, denn gerade die Details zu Schuldenschnitt und weiteren wirtschaftspolitische Ma&szlig;nahmen w&auml;ren interessant. Vor allem aber k&ouml;nnten Wissenschaft und Politik durch eine Analyse vor dem Totalzusammenbruch der argentinischen Wirtschaft lernen, was nicht funktioniert. So hat der IWF als die argentinischen Risikopr&auml;mien zu steigen begannen, innerhalb von zwei Jahren bis zur endg&uuml;ltigen Zahlungsunf&auml;higkeit drei Programme aufgelegt, eines gr&ouml;&szlig;er als das andere, um das Vertrauen der M&auml;rkte wiederherzustellen. Als sich der Bankrott Argentiniens abzeichnete, schuldete das Land teilweise um. Gl&auml;ubiger sollten, wie heute in Griechenland, Papiere in solche mit l&auml;ngerer Laufzeit tauschen und auf Zinsen verzichten. Doch Argentinien steckte bereits in der Rezession und die Steuermilliarden blieben aus. Kommt einem doch alles sehr bekannt vor, wobei zu ber&uuml;cksichtigen ist, dass die Verschuldung Griechenlands weitaus h&ouml;her ist, als diejenige Argentiniens war. Vollkommen unbegreiflich ist f&uuml;r denjenigen, der sich mit dem unheilvollen Wirken des IWF in Entwicklungsl&auml;ndern besch&auml;ftigt, die &Uuml;bernahme des IWF-Horrorinstrumentariums (Privatisierung, Deregulierung, Sozialabbau usw.) durch die EU. &sbquo;Dernier cri&lsquo; dieser Barbaren&ouml;konomie ist die Auflage der Troika, Tarifl&ouml;hne sp&auml;testens alle drei Jahre an die aktuelle Wirtschaftsentwicklung anzupassen &ndash; auch an eine negative. Was ist eigentlich aus den Artikel 2.6 des Maastrichter Sozialabkommen geworden? In Artikel 2.6 wird die Unterst&uuml;tzung der Gemeinschaft zur Verwirklichung der Ziele des Artikels 1 &ldquo;f&uuml;r das Arbeitsentgelt, das Koalitionsrecht, das Streikrecht sowie das Aussperrungsrecht&rdquo; ausgeschlossen. &ndash; Die Studie von Variant Perception ist <a href=\"http:\/\/www.scribd.com\/fullscreen\/81942527?access_key=key-haj7c3qltzkyklsibr9\">hier einzusehen<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Weniger Demokratie wagen<\/strong><br>\nFast alle EU-L&auml;nder haben sich verpflichtet Schuldenbremsen auf&shy;zunehmen. Weil der Fiskalpakt die nationalen Parlamente entmachtet, sollte nun das Volk dar&uuml;ber abstimmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/politik\/1210-gastkommentar2\">Der Freitag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>DeLong &ndash; Vom Segen hoher Schulden<\/strong><br>\nEine lockere Finanzpolitik auf Pump ist in normalen Zeiten eigentlich eine schlechte Idee. Aber die Zeiten sind alles andere als normal. Ein staatlicher Anschub der Produktion ist notwendig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/international\/:top-oekonomen-de-long-vom-segen-hoher-schulden\/70004454.html#utm_source=rss2&amp;utm_medium=rss_feed&amp;utm_campaign=\/meinungshungrige\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> DeLongs Grundgedanken sind korrekt. Dass er jedoch argumentiert, ein erfolgreiches &bdquo;Deficit Spending&ldquo; k&ouml;nne im Endeffekt sogar zur Senkung der Steuern f&uuml;hren, ist angesichts der horrenden Spreizung der Einkommens- und Verm&ouml;gensschere nur als kontraproduktiv zu werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Warum Steuers&uuml;nder k&uuml;nftig hinter Gitter m&uuml;ssen<\/strong><br>\nWer Steuern in Millionenh&ouml;he hinterzieht, dem droht k&uuml;nftig eine Haftstrafe. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden. Es gibt nur wenige Schlupfl&ouml;cher.<br>\n&bdquo;Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt mehr&ldquo;, sagte Bundesanwalt Wolfgang Kalf am Dienstag w&auml;hrend einer Verhandlung vor dem Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Und mit der neuesten Entscheidung des BGH (Az. 1 StR 525\/11) ist die Chance, auch bei schweren Steuervergehen um eine Haftstrafe herumzukommen, deutlich gesunken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/finanzen\/recht-steuern\/steuern\/bgh-urteil-warum-steuersuender-kuenftig-hinter-gitter-muessen\/6183918.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ein Ratgeber des Handelsblatts wie sich Steuerhinterzieher k&uuml;nftig verhalten sollten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Ursula Engelen-Kefer: H&auml;nde weg von der Tarifautonomie!<\/strong><br>\nDass mit wenigen Besch&auml;ftigten in Schl&uuml;sselfunktionen ganze Wirtschaftsbereiche empfindlich getroffen werden k&ouml;nnen, ist kein Spezifikum von Spartengewerkschaften, sondern durchaus auch Arbeitskampfstrategie der &bdquo;Gro&szlig;en&ldquo;. Auch haben Anzahl und Streiks von Spartengewerkschaften keinesfalls expandiert, so dass um die wirtschaftliche Leistungsf&auml;higkeit in der Bundesrepublik gef&uuml;rchtet werden m&uuml;sste. Im Gegenteil: Die Finanz- und Wirtschaftskrisen in der Europ&auml;ischen Union weisen auf erhebliche Defizite in der Bundesrepublik bei der Entwicklung von L&ouml;hnen und Binnenkonjunktur.<br>\nWenn die Arbeitgeber die Wiederherstellung der Tarifeinheit durch den Gesetzgeber so heftig anmahnen, ist zu fragen, warum sie es zulassen, dass die Tarifautonomie in ihren eigenen Reihen immer mehr aufgeweicht wird. Warum sind sie beispielsweise nicht rechtzeitig dagegen angegangen, dass immer mehr Arbeitgeber aus Tarifverb&auml;nden austreten oder sich erst gar nicht organisieren und somit der Tarifpolitik vollst&auml;ndig entziehen. Warum gehen sie nicht entschieden gegen Verbandsgr&uuml;ndungen zu Zwecken des Lohndumpings vor, wie z.B. der christlichen Gewerkschaften zum Lohndumping bei Leiharbeit oder der privaten Postdienstleister zur Unterwanderung des Mindestlohntarifvertrages von Verdi mit der Post AG.<br>\nNicht von der Hand zu weisen ist der Eindruck einer gewissen Doppelmoral: Aktive Beteiligung  bei oder zumindest Zulassung  der Neugr&uuml;ndung von Arbeitgeberverb&auml;nden und Verhandlung mit konkurrierenden Gewerkschaften &uuml;ber Dumping Bedingungen einerseits und das gro&szlig;e &bdquo;Jammern&ldquo;, wenn der Schuss nach hinten los geht und die Tarifkonkurrenz neu gegr&uuml;ndeter Gewerkschaften zu mehr Druck, mehr Streiks und besseren L&ouml;hnen und Arbeitsbedingungen f&uuml;hrt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/?p=2559\">Wirtschaft und Gesellschaft<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Nochmals Tarifrunde 2012<\/strong>\n<p><strong>Nachtrag zu den <a href=\"?p=12474#h05\">&ldquo;Hinweisen des Tages&rdquo; vom 09.03.2012, Nr. 5<\/a><\/strong><br>\n<em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Der Spiegel-Beitrag &ldquo;Tarifrunde 2012 &ndash; Jetzt ist Zahltag&rdquo; schildert zahlreiche volkswirtschaftliche Hintergr&uuml;nde zur Lohnpolitik ohne den auch beim Spiegel zumeist anzutreffenden neoliberalen Zungenschlag.<br>\nLeider wird jedoch auch in diesem Spiegel-Beitrag ein Aspekt zur Lohnpolitik und zur Wettbewerbsf&auml;higkeit der deutschen Volkswirtschaft in der sachlich unzutreffenden neoliberalen Sprachregelung wiedergegeben. Im Spiegel-Beitrag hei&szlig;t es:<br>\n&ldquo;Anders als vor zehn Jahren bedroht nicht mehr mangelnde internationale Wettbewerbsf&auml;higkeit unser Wachstum, sondern die schw&auml;chere Nachfrage.&rdquo;<br>\nDer Blick in die vom Statistischen Bundesamt ver&ouml;ffentlichte  Au&szlig;enhandelsstatistik zeigt, dass die deutsche Volkswirtschaft durchaus auch vor 10 Jahren wettbewerbsf&auml;hig war. So betrug der deutsche Au&szlig;enhandelssaldo (Differenz zwischen Exporten und Importen) im Jahre 2001 +95,5 Mrd. Euro, im Jahre 2002 sogar +132,8 Mrd. Euro. Die Exporte erh&ouml;hten sich von 597,4 Mrd. Euro im Jahre 2000 &uuml;ber 638,3 Mrd. Euro im Jahre 2001 auf 651,3 Mrd. im Jahre 2002.<br>\nEs bleibt das Geheimnis unserer neoliberalen Ideologen, auf Basis welcher belastbarer Fakten diese ihre Behauptung von der angeblich mangelnden Wettbewerbsf&auml;higkeit der deutschen Wirtschaft in den Jahren unmittelbar nach der Jahrtausendwende begr&uuml;nden k&ouml;nnten. Deutschland wurde seit der zweiten H&auml;lfte der 90er Jahre zwar h&auml;ufig als der &ldquo;kranke Mann Europas&rdquo; tituliert. Diese &ldquo;Krankheit&rdquo;, die sich in einer Wachstumsschw&auml;che der deutschen Volkswirtschaft wiederspiegelte, wurde jedoch nicht durch eine angebliche &ldquo;Wettbewerbsschw&auml;che&rdquo; Deutschlands hervorgerufen, sondern war das Resultat der lohn- und sozialdumping-basierten Binnenmarktschw&auml;che der hiesigen Wirtschaft. Das deutsche Lohndumping seit Mitte der 90er Jahre, welches im Zuge der rot-gr&uuml;nen &ldquo;Agenda&rdquo;-Politik weiter angeheizt wurde, f&uuml;hrte zu einer sowohl im historischen Vergleich als auch im Vergleich zu den &uuml;brigen Industriestaaten nahezu beispiellos schwachen Entwicklung der Arbeitnehmereinkommen, der Tranfereinkommen (z.B. Arbeitslosengeld, Renten) und einem dadurch hervorgerufenen Dahind&uuml;mpeln des privaten Verbrauchs.<br>\nDie schwache Entwicklung des deutschen Wirtschaftswachstums wurde erst ab den Jahren 2005\/2006 wegen der immer st&auml;rkeren Exportlastigkeit der deutschen Wirtschaft gestoppt (im Jahre 20003 l&ouml;ste Deutschland die gr&ouml;&szlig;te Volkswirtschaft &ndash; die USA &ndash; als &ldquo;Exportweltmeister&rdquo; ab und behielt diesen &ldquo;Titel&rdquo; bis zum Jahre 2006). Die Fr&uuml;chte des ab 2005\/2006 anziehenden deutschen Wirtschaftswachstums (unterbrochen vom finanzkrisenbedingten Wachstumseinbruch in H&ouml;he von 5,1% im Jahre 2009) flossen jedoch ganz &uuml;berwiegend in die Taschen der Spitzenverdiener und der Eigent&uuml;mer gro&szlig;er Verm&ouml;gen. Der deutsche Niedriglohnsektor wurde in den vergangenen 15 Jahren massiv ausgeweitet, die Qualit&auml;t der hiesigen Arbeitspl&auml;tze hat in diesem Zeitraum deutlich gelitten. Und auf europ&auml;ischer Ebene tr&auml;gt die deutsche Dumpingpolitik der vergangenen 15 Jahre entscheidende Mitverantwortung f&uuml;r die &ouml;konomischen Schieflagen innerhalb der Eurozone.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>&Auml;rztefunktion&auml;re sahnen ab &ndash; Selbstbedienung statt Selbstverwaltung?<\/strong><br>\nGesundheitsminister Bahr pr&uuml;ft gerade, ob die Gehaltssteigerung des Chefs der Kassen&auml;rztlichen Bundesvereinigung um 34,6 Prozent auf 350.000 Euro angemessen ist. Doch Andreas K&ouml;hler ist nicht der einzige, der dank der Gelder der gesetzlich Krankenversicherten &uuml;ppig versorgt wird. Die Selbstverwaltung der kassen&auml;rztlichen Vereinigungen treibt merkw&uuml;rdige Bl&uuml;ten: In Bayern hat der KV-Vorstandsvorsitzende nach sechs Jahren einen Pensionsanspruch von &uuml;ber 30.000 Euro j&auml;hrlich, genehmigt von den Vertretern der Kassen&auml;rzte. In Berlin ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die Vorsitzenden der Kassen&auml;rztlichen Vereinigung wegen des Verdachtes der Untreue. Die Selbstverwaltung wird zur Selbstbedienung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ardmediathek.de\/ard\/servlet\/content\/3517136?documentId=9758542\">ARD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Freiberufler im Bundestag &ndash; &Auml;rger unter der Reichstagskuppel<\/strong><br>\nHat der Bundestag Scheinselbst&auml;ndige besch&auml;ftigt und damit gegen seine eigenen Gesetze versto&szlig;en? Der Vorwurf klingt grotesk, die Deutsche Rentenversicherung ist davon &uuml;berzeugt. Staatsanw&auml;lte sollen nun herausfinden, ob das Parlament seine Honorarkr&auml;fte korrekt bezahlt hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/freiberufler-im-bundestag-aerger-unter-der-reichstagskuppel-1.1305409\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<p><em>Erg&auml;nzend dazu:<\/em> <strong>Leiharbeit und Outsourcing in Bundesministerien, nachgelagerten &Auml;mtern und Beh&ouml;rden<\/strong><br>\nDIE LINKE erkundigt sich j&auml;hrlich bei der Bundesregierung &uuml;ber den Einsatz von Leiharbeitskr&auml;ften in den Bundesministerien und nachgeordneten Beh&ouml;rden. Danach stieg die Zahl der eingesetzten Leiharbeitskr&auml;fte von nur 83 im Jahr 2001 auf 1593 im Jahr 2010.<br>\nNeben der Leiharbeit werden auch Werkvertr&auml;ge als Mittel des Lohndumpings und Kosteneinsparung genutzt, um vormals im eigenen Haus oder Unternehmen erbrachte Dienstleistungen auszulagern.<br>\nDIE LINKE fragt nach der Entwicklung im Jahr 2011.<br>\nDie Anfrage wurde als Drucksache 17\/8420 ver&ouml;ffentlicht.<br>\nZu dieser Anfrage liegt eine Antwort der Bundesregierung als Drucksache Nr. vor. Als PDF herunterladen<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksfraktion.de\/kleine-anfragen\/leiharbeit-outsourcing-bundesministerien-nachgelagerten-aemtern-behoerden\/\">Linksfraktion<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Runter mit dem Beitrag<\/strong><br>\nFinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble wird wohl einen Teil der Reserven des Gesundheitsfonds in die Sanierung des Bundeshaushalts stecken d&uuml;rfen. Dass die Versicherten kaum von dem Milliardenpolster der Kassen profitieren, ist schlicht eine Frechheit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/handel-dienstleister\/:krankenkassen-runter-mit-dem-beitrag\/70007015.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Bei den staatlichen Zusch&uuml;ssen in den Gesundheitsfonds handelt es sich nicht etwa um Subventionen an die Krankenkassen, sondern um den Sozialausgleich, der bei Zusatzbeitr&auml;gen aus Steuermittel abgef&uuml;hrt werden sollte. Die Frage ist, ob dieser Ausgleich &uuml;berhaupt geleistet wird. Im &Uuml;brigen sollten damit versicherungsfremde Leistungen, wie etwa die kostenlose Familienversicherung abgedeckt werden. Bevor man an die minimale Senkung der Beitragss&auml;tze geht, w&auml;re es sinnvoller das b&uuml;rokratische Monster der Praxisgeb&uuml;hr abzuschaffen, damit w&auml;ren wenigstens die Patienten entlastet.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Zulieferer Foxconn: Transparenz light bei Apple<\/strong><br>\nDer Handyhersteller &ouml;ffnet einem Kamerateam die Pforten zum asiatischen Zulieferer Foxconn. Auf den ersten Blick ein Novum &ndash; auf den zweiten Blick aber ein durchsichtiges PR-Man&ouml;ver. Drei Wochen ist es her, dass die &ldquo;New York Times&rdquo; in einer Serie von Artikeln &uuml;ber die katastrophalen Arbeitsbedingungen beim Apple-Zulieferer Foxconn berichtet hat. Jetzt wagt sich der Hersteller schicker Gadgets wie iPhone und iPod aus der Defensive und &ouml;ffnet einem Kamerateam des amerikanischen Fernsehsenders ABC die Tore zu einer Produktionsst&auml;tte seines Zulieferers im chinesischen Shenzhen. Der Sender ABC geh&ouml;rt zum Disney-Konzern. Und der Disney-Konzern wiederum geh&ouml;rt teilweise der Frau des verstorbenen Apple-Gr&uuml;nders Steve Jobs. Eine gewisse Voreingenommenheit ist beim berichtenden Kamerateam also durchaus zu erwarten. Und so bleibt Apple letztlich seinem Verschwiegenheitsdogma treu. Echte Transparenz sieht anders aus. Durchsichtig ist in diesem Fall h&ouml;chstens das PR-Man&ouml;ver.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/international\/:zulieferer-foxconn-transparenz-light-bei-apple\/60172070.html\">FTD<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/it-medien\/it-telekommunikation\/:film-ueber-zulieferer-foxconn-apple-bittet-zur-reportage-in-die-hoelle\/60171639.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Immerhin r&auml;umte US-Fernsehjournalist und Co-Moderator der ABC-Nachrichtensendung Nightline Bill Weir ein, dass er sich nicht sicher sei, sich ein ungeschminktes Bild der Lage gemacht zu haben: &ldquo;Wenn ich mir die stoischen Mienen und die knappen Antworten betrachte, die ich seit meiner Ankunft von den Arbeitern bekomme &ndash; wie ehrlich k&ouml;nnen die wirklich sein?&rdquo;  Auf ABCnews.go <a href=\"http:\/\/abcnews.go.com\/International\/trip-ifactory-nightline-unprecedented-glimpse-inside-apples-chinese\/story?id=15748745&amp;page=6\">interviewt<\/a> Weir den Pr&auml;sidenten der Arbeitsrechtsorganisation Fair Labor Association (FLA) und fragt: &ldquo;When Apple first called, I assumed this audit would include a surprise inspection. But Foxconn has known for days that we were coming and in fact helped us get Chinese visas. How can he sure these masters of efficiency haven&rsquo;t built a model assembly line over the weekend?&rdquo;<br>\nIn der Tat, allerdings gibt der <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=hLuPtMvvwA0&amp;feature=related\">Film auf YouTube<\/a> immer noch einen guten Einblick in die Arbeitswelt einer modernen Variante des Fr&uuml;hkapitalismus: 12-Stunden-Schichten, &uuml;berm&uuml;dete ArbeiterInnen, jede Menge Kontrolleure, kaum Automatisierung, &uuml;berf&uuml;llte Schlafr&auml;ume &ndash; und die Netze, die Selbstm&ouml;rder vom Springen abhalten sollen. Ein Umfeld, in dem Privatleben kaum und Familienleben erst recht nicht m&ouml;glich ist. Nat&uuml;rlich geht es nicht nur um Apple, bei Foxconn lassen auch Acer, Cisco, Dell Hewlett-Packard, Intel, Motorola, Nintendo, Nokia, Samsung, Sony, Toshiba fertigen. &ndash; Es sollte uns allen klar sein, dass dies Arbeitsverh&auml;ltnisse sind, welche das &ldquo;westliche&rdquo; Kapital global anstrebt &ndash; da k&ouml;nnen wir noch so sehr die am kurzfristigen Profit orientierte Rationalit&auml;t des derzeitigen Kapitalismus bem&auml;ngeln, der eine kreislauforientierte Betrachtungsweise des Wirtschaftens ignoriert.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Zum Thema passt auch ein mittlerweile &uuml;ber drei Jahre alter Artikel aus meiner Feder &ndash; <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/31\/31750\/1.html\">&bdquo;Silicon Sweatshops &ndash; Die dunkle Seite des IT-Business&ldquo;<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Schneider k&uuml;ndigt m&ouml;glichen Abbau der Sozialarbeit an<\/strong><br>\nDer Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, erw&auml;gt, in Zukunft kirchliche Sozialarbeit einzustellen, wenn sie nicht mehr zu fairen Arbeitsbedingungen erbracht werden k&ouml;nne.<br>\n&ldquo;Wir m&uuml;ssen sowohl nach innen als auch nach au&szlig;en sagen, dass wir Angebote nicht mehr aufrechterhalten k&ouml;nnen und wollen, wenn es den Einrichtungen unm&ouml;glich gemacht wird, Geh&auml;lter nach den kirchlichen Arbeitsrechtsregelungen zu zahlen&rdquo;, sagte Schneider bei einer Tagung zum kirchlichen Arbeitsrecht am Montag in Eichst&auml;tt.<br>\nDer SPD-Bundestagsabgeordnete Ottmar Schreiner bezeichnete diesen Schritt als &ldquo;ultima ratio&rdquo;, also als letzten Ausweg f&uuml;r die Kirchen. &ldquo;Denn wenn es nicht einmal mehr den Kirchen gelingt, eine gute Pflege zu fairen Arbeitsbedingungen anzubieten, wem k&ouml;nnte es dann gelingen?&rdquo;, fragte er.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.evangelisch.de\/themen\/gesellschaft\/schneider-k%C3%BCndigt-m%C3%B6glichen-abbau-der-sozialarbeit-an59175\">Zeitzeichen<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung S.M.:<\/strong> Als Mitarbeiter der Kirche, der inzwischen auch ein bisschen Einblick in die Diakonie bekommen konnte, bin ich positiv von dieser Positionierung des Ratsvorsitzenden der EKD &uuml;berrascht. Dumpingl&ouml;hne in der Diakonie, Auslagerung von Putzfrauen in Tochtergesellschaften und Arbeits&uuml;berlastungen der Pflegenden sind skandal&ouml;se Zust&auml;nde die immer wieder zurecht angeprangert werden &ndash; auch in dem Verband der Diakonie selbst.<br>\nVielen Kritikern der Diakonie ist deren Struktur auch im Verh&auml;ltnis zu den Landeskirchen nicht deutlich. Ich spreche hier bewusst nur von den evangelischen Kirchen, von denen ich reden kann. Ich m&ouml;chte mich an einer vereinfachten kurzen Darstellung versuchen.<br>\nDie Landeskirchen sind keine Top-Down-Organisationen, sondern von den Gemeinden her verfasst, die ihre Vertreter in die Synode, das Parlament der Landeskirche, gew&auml;hlt werden. Diese bestimmen die Politik der Kirche und w&auml;hlen auch den Bischof\/Pr&auml;ses.<br>\nDie EKD wiederrum ist ein Zusammenschluss von Landeskirchen, mit einer eigenen gew&auml;hlten Synode. Die EKD kann nur Richtlinien und Denkschriften verabschieden, deren Wirksamkeit aber von der Zustimmung der Synoden der einzelnen Landeskirchen abh&auml;ngt. So gelten solche Richtlinien und Gesetze nur in den Landeskirchen, deren Synode sie &ldquo;ratifiziert&rdquo; hat. Wenn das nicht stattfindet, ist die EKD machtlos.<br>\nDiakonie hat nun vielf&auml;ltige Formen, und ist oft noch unabh&auml;ngiger von den Landeskirchen \/ der EKD. Die diakonische Ausbildung findet sich zwar in der Hand der Kirchen, die diakonischen Einrichtungen eher nur bedingt.<br>\nAlle diakonischen Einrichtungen sind zusammengefasst im diakonischen Werk, und nur diese d&uuml;rfen mit dem Label der Diakonie werben, werden auch landeskirchlich unterst&uuml;tzt durch Fortbildungsangebote, Werbeaktionen und gemeinsame politische Lobbyarbeit. Au&szlig;erdem verpflichten sich die Mitglieder des diakonischen Werkes, verbindliche Sozialstandards einzuf&uuml;hren. Werden diese nicht eingehalten, so wird von den Mitgliedern im diakonischen Werk &uuml;ber den Ausschluss aus selbigem beraten. So gesehen &auml;hnelt Diakonie eher einem &ldquo;Franchise&rdquo;-Modell, nur dass das Kerngesch&auml;ft bei einem Ausstieg weiterbetrieben werden kann, wenn auch ohne kirchliches Logo.<br>\nDie diakonischen Einrichtungen sind an sich schon unterschiedlich: Ein Tafelladen, der auf Initiative von Gemeindegliedern gegr&uuml;ndet wird, und von diesen und Spenden allein getragen wird. Eine diakonische Pflegeeinrichtung, die vor &uuml;ber 100 Jahren von Privatleuten mit christlicher Motivation gegr&uuml;ndet wurde, f&uuml;r sich selbst aber vollkommen unabh&auml;ngig ist. Oder eine Diakoniestation, welche von den Kirchengemeinden vor Ort betrieben wird, und auf lokale Kirchengemeinden nun tats&auml;chlich Einfluss haben. Solch unterschiedliche Modelle vereinigen sich im diakonischen Werk, und haben nat&uuml;rlich ganz unterschiedliche Interessen.<br>\nWie werden nun solche Einrichtungen finanziert? Kurz gesagt: Unser Pflegesystem beruht heute auf der Bezahlung von Leistungen, die an Pflegenden erbracht werden. Dieses Geld ist die Haupteinnahmequelle f&uuml;r diakonische Pflegeeinrichtungen. Dazu kommen gelegentliche Spenden, die nat&uuml;rlich immer wieder gern gesehen werden.<br>\nIn manchen Konstruktionen, z.B. wenn Kirchengemeinden eine solche Einrichtung tragen, kann es auch Zusch&uuml;sse geben. Wenn man sich aber die Umsatzzahlen einer Diakoniestation einerseits, und das Budget einer durchschnittlichen Kirchengemeinde andererseits ansieht, wird klar, dass solche Zusch&uuml;sse nur kurzfristige &Uuml;berbr&uuml;ckungen sein k&ouml;nnen. Auf dem Papier m&ouml;gen manche Kirchengemeinden &uuml;ber viel Geld verf&uuml;gen: Geb&auml;ude und Grundst&uuml;cke in bester Lage zum Beispiel. Kirchen und Gemeindeh&auml;user zu verkaufen w&auml;re ja keine Option, weil in diesen Geb&auml;uden Gemeindeleben stattfindet &ndash; und oft genug auch viele nichtkirchliche, kulturelle Veranstaltungen. Und selbst wenn man diese verkaufen w&uuml;rde: Wer w&uuml;rde f&uuml;r oft alte, renovierungsbed&uuml;rftige Geb&auml;ude zahlen, deren Heizkosten jenseits von Gut und B&ouml;se liegen? Und auch noch in einem Dorf im hintersten Winkel der Republik?<br>\nDie Mittel, die Kirchengemeinden f&uuml;r den &ldquo;laufenden Betrieb&rdquo; zur Verf&uuml;gung stehen, schrumpfen derzeit, wenn man die Inflationsrate zugrunde legt. Das liegt nat&uuml;rlich nicht zuletzt auch an den gesunkenen L&ouml;hnen, aus denen ja die Kirchensteuer bezahlt wird. In diesem Sinne h&auml;tte die Kirche schon aus purem Eigeninteresse einen Grund f&uuml;r Lohnerh&ouml;hungen einzutreten.<br>\nGemeinden k&ouml;nnen also solche diakonischen Einrichtungen nicht tragen, auch nicht durch kurze Zusch&uuml;sse. Das zu erwarten w&auml;re genauso absurd, wie von Gewerkschaften zu fordern, sie sollen ihr Verm&ouml;gen nutzen, um ihren Mitgliedern die entgangene Lohnerh&ouml;hung zu zahlen.<br>\nDiakonische Einrichtungen werden oft von Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern betrieben, die kein &uuml;berbordendes Gehalt haben, und sich bem&uuml;hen, am Ende des Jahres in der Bilanz eine 0 zu schreiben. Die Frage ist meist, ob es eine rote oder eine schwarze Null sein wird.<br>\nDiakonische Einrichtungen die nicht von Kirchengemeinden gegr&uuml;ndet wurden, die gro&szlig;en Tr&auml;ger wie z.B. die Diakonie Stetten, die Paulinenpflege Winnenden oder die Erlacher H&ouml;he (um nur drei lokale Gr&ouml;&szlig;en zu nennen) sind den Kr&auml;ften des Pflegemarktes noch heftiger ausgesetzt. Und das obwohl sie noch nicht einmal zu Gewinnaussch&uuml;ttungen, wie Aktiengesellschaften, verpflichtet sind. Sie treten gerade in einen Wettbewerb ein, in dem sie versuchen so viele soziale (vom Staat oder der Pflegeversicherung finanzierte) Projekte wie m&ouml;glich abzugreifen, und ihre Existenz durch blo&szlig;e Gr&ouml;&szlig;e zu sichern. Auch wenn dabei immer noch oft qualitativ hochwertige Arbeit geleistet wird &ndash; es finden klassische &ldquo;Konzentrationen&rdquo; eines &ldquo;Marktes&rdquo; statt.<br>\nUnd genau hier kommen wir zum eigentlichen Problem: Der von der Regierung gewollte Wettbewerb im Bereich der Pflege sorgt letztenendes f&uuml;r einen Markt, in dem die Teilnehmer &ldquo;gezwungen&rdquo; sind, sich wie auf einem Markt zu verhalten. Dabei geht es weniger um das Erwirtschaften von &ldquo;Gewinnen&rdquo; als vielmehr der Absicherung des eigenen &ldquo;&Uuml;berlebens&rdquo; am Pflegemarkt. W&auml;hrend fr&uuml;her Mitarbeiter eines ambulanten kirchlichen Pflegedienstes sich noch Zeit nehmen konnten, mit den Pflegebed&uuml;rftigen noch ins Gespr&auml;ch zu kommen, soziale Kontakte zu pflegen, Seelsorge zu betreiben, wird daf&uuml;r heute schlichtweg nicht bezahlt. Und viele in der Kirche sehen auch, dass es nicht sein kann, dass unsere Pflegenden nun zus&auml;tzliche unbezahlte Arbeitszeit aufwenden, um diese &ldquo;Leistung&rdquo;, eine Menschlichkeit in der Pflege doch noch zu erbringen. Deshalb gibt es teilweise lokale L&ouml;sungen, bei denen Spenden und Mitgliedsbeitr&auml;ge von Krankenpflegevereinen daf&uuml;r aufgewandt werden, dass den Fachkr&auml;ften der diakonischen Einrichtungen f&uuml;r die wir direkt verantwortlich sind, wenigstens einige Stunden im Monat f&uuml;r soziale und seelsorgerliche Kontakte bezahlt werden.<br>\nNat&uuml;rlich ist Lohndumping und Auslagerung von Putzarbeiten in Tochtergesellschaften nach wie vor ein Skandal. Aber das Problem liegt m.E. eher in den Strukturen der Pflege, in einem gewollten Wettbewerb, der eigentlich gemeinn&uuml;tzige Einrichtungen zu einem knallharten Marktdenken zwingt. Deswegen macht es viel mehr Sinn, gegen diese Strukturen zu k&auml;mpfen, als einzelne diakonische Einrichtungen, und dann wieder &ldquo;die Kirche&rdquo;, die darauf nur begrenzten Einfluss hat, immer wieder an den Pranger zu stellen. Auch wenn dies zuweilen sicherlich n&ouml;tig ist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Die Gr&uuml;ne Gentechnik wird &uuml;bersch&auml;tzt<\/strong><br>\nWas ist nachhaltige Landnutzung? Wie wichtig sind dabei gentechnisch ver&auml;nderte Pflanzen? Agrar-Wissenschaftler schreiben auf ZEIT ONLINE &uuml;ber die Risiken und Chancen.<br>\nZwiesp&auml;ltiger ist die Reaktion auf die Pressemitteilung eines Unternehmens selten ausgefallen. BASF stellt die Erforschung und Erprobung gentechnisch ver&auml;nderter Pflanzen f&uuml;r den deutschen und europ&auml;ischen Markt ein und verlagert seine Gentechnik-Aktivit&auml;ten in die USA.<br>\nDie Kritiker der Gr&uuml;nen Gentechnik feierten den Exodus der Unternehmenssparte als Sieg, Pflanzenz&uuml;chter beklagen die Innovationsfeindlichkeit in Deutschland, Wissenschaftspolitiker sorgen sich um die Zukunft des Forschungsstandortes Deutschland.<br>\nVor wenigen Wochen hat Ernst-Ludwig Winnacker, langj&auml;hriger Pr&auml;sident der Deutschen Forschungsgemeinschaft und f&uuml;hrender Wissenschaftsberater in Europa, in der ZEIT f&uuml;r einen ideologiefreien Umgang mit der Gr&uuml;nen Gentechnik geworben und daf&uuml;r pl&auml;diert, die Technik vorbehaltlos zu f&ouml;rdern.<br>\nMit seinem Beitrag hat Winnacker auch unter Fachleuten eine heftige Debatte ausgel&ouml;st.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wissen\/umwelt\/2012-03\/gruene-gentechnik-debatte\">ZEIT<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Verrostete Atomf&auml;sser<\/strong><br>\nSchleswig-Holstein hat seine eigene kleine Asse: F&auml;sser mit leicht- und mittelradioaktivem Abfall, die auf dem Gel&auml;nde des Atomkraftwerks Brunsb&uuml;ttel seit Jahrzehnten auf den Abtransport in ein Endlager warten, sind im Lauf der Zeit verrostet. Mindestens eines war so korrodiert, dass es beim Versuch, es zu leeren, auseinanderbrach. Die Atomaufsicht kritisiert den Betreiber Vattenfall.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/taz.de\/Schlamperei-im-AKW-Brunsbuettel\/!89193\/\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Christoph Butterwegge bei Anne Will &uuml;ber Bundespr&auml;sident Wulf und den Zapfenstreich<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=-hgxVcpnQAI\">YouTube<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>UNO arbeitet Libyen-Krieg auf<\/strong><br>\nDie Nato f&uuml;hrte in Libyen vergangenes Jahr &ldquo;einen h&ouml;chst pr&auml;zisen Einsatz mit der nachweislichen Entschlossenheit, zivile Opfer zu vermeiden&rdquo;. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrats in einem ausf&uuml;hrlichen Bericht, der am Freitag im Entwurf vorgelegt wurde. Die unabh&auml;ngige Kommission unter Leitung des fr&uuml;heren Pr&auml;sidenten des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Den Haag, Philippe Kirsch, wirft der Nato insgesamt den Tod von 60 Zivilisten bei f&uuml;nf Luftangriffen vor, haupts&auml;chlich bei der Bombardierung des Ortes Majer am 8. August, als 34 Menschen starben. Die damalige Gaddafi-Regierung habe viel mehr Nato-Opfer gemeldet, &ldquo;aber sp&auml;tere Aussagen fr&uuml;herer Regimemitglieder sowie eigene Interviews an den Schaupl&auml;tzen best&auml;tigten der Kommission, dass die Regierung das Ausma&szlig; ziviler Opfer wissentlich verf&auml;lschte&rdquo;. Der UN-Bericht wurde bereits im Februar 2011 in Auftrag gegeben, in Reaktion auf Massaker des damaligen Regimes an friedlichen Demonstranten, aber bevor im M&auml;rz der Nato-Luftkrieg gegen das Gaddafi-Regime begann.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/UN-arbeitet-Libyen-Krieg-auf\/!89087\/\">taz<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.ohchr.org\/Documents\/HRBodies\/HRCouncil\/RegularSession\/Session19\/A_HRC_19_68_en.doc\">Office of the United Nations High Commissioner for Human Rights (OHCHR)<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>KONY 2012 &ndash; Das Netz jagt einen M&ouml;rder<\/strong><br>\nSeit dem 5. M&auml;rz diesen Jahres macht im Internet ein Kurzfilm mit dem Titel &bdquo;KONY 2012&ldquo; die Runde und geh&ouml;rt schon jetzt zu den meistgesehen und meistgeteilten Videos aller Zeiten. Der Film macht auf den ugandischen Kriegsverbrecher Joseph Kony aufmerksam, dessen Rebellengruppe &bdquo;LRA&ldquo; seit ihrer Gr&uuml;ndung im Jahr 1986 bis zu 60.000 Kinder entf&uuml;hrt und zu Soldaten gemacht hat und die f&uuml;r die Vertreibung von rund zwei Millionen Menschen verantwortlich ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jacobjung.wordpress.com\/2012\/03\/11\/kony-2012-das-netz-jagt-einen-morder\/#more-4605\">Jacob-Jung-Blog<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>SPD fordert Einf&uuml;hrung von modernem Zulassungsverfahren an Unis<\/strong><br>\nDie Fraktion der SPD fordert die Bundesregierung auf, endlich ein modernes Zulassungsverfahren an den Universit&auml;ten einzuf&uuml;hren (17\/8884). Die SPD bef&uuml;rchtet, dass das dialogorientierte Serviceverfahren (DoSV) auch zum Wintersemester 2012\/13 nicht installiert wird. Somit st&uuml;nde dem deutschen Hochschulsystem in einer Phase steigender Studentenzahlen &uuml;berhaupt und Rekordzahlen von Studienanf&auml;ngern aufgrund doppelter Abiturjahrg&auml;nge und Aussetzung der Wehrpflicht erneut kein modernes Verfahren zur Verf&uuml;gung.<br>\nDie SPD-Fraktion sieht einen dringenden Bedarf, die Umst&auml;nde und Ursachen des erneuten Projektversagens aufzukl&auml;ren und fordert eine kritische Prozessanalyse. Die SPD argumentiert, dass die Bundesregierung Ende 2008 bereits ein professionelles Projektmanagement zugesagt habe. Der erste Startertermin war f&uuml;r das Wintersemester 2009\/2010 festgelegt worden und ist dann immer wieder verschoben worden.<br>\nDie SPD fordert die Bundesregierung auf, DoSV unverz&uuml;glich und in vollem Funktionsumfang zum Wintersemester 2013\/14 einzuf&uuml;hren und soweit n&ouml;tig, die Kosten&uuml;bernahme f&uuml;r die Software durch den Bund anzubieten. Ferner soll auf die L&auml;nder eingewirkt werden, um eine Verfahrensvereinfachung und Vereinheitlichung zu pr&uuml;fen und die Daten zu standardisieren. So soll der Prozess der Zulassung insgesamt vereinfacht werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2012_03\/2012_123\/04.html\">Deutscher Bundestag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Siehe zum entstandenen Chaos bei der Hochschulzulassung schon <a href=\"upload\/pdf\/090722_hochschulzulassung_zbs2_2009_lieb.pdf\">&bdquo;Hochschulzulassung: Vom Versagen der Politik und der Scheu vor Verantwortung&ldquo; [PDF &ndash; 80 KB]<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Kulturkampf um die Kulturwelle? Reformpl&auml;ne bei WDR 3 sto&szlig;en auf Widerstand<\/strong><br>\nEs soll eine Programmreform werden zum Wohle der Kulturwelle WDR 3. Das ist die Sicht der Verantwortlichen f&uuml;r die geplanten &Auml;nderungen im Programm. Es soll eine Programmrevolution werden, die WDR 3 um seine Qualit&auml;t entkernt. So sehen es die Kritiker der Pl&auml;ne. Auch die offenen Briefe und die offenen Antworten auf diese Briefe haben die Auseinandersetzung bisher nicht entsch&auml;rft. Unterst&uuml;tzung erhalten die Kritiker von zahlreichen Kulturschaffenden. Was ist schief gelaufen, dass eine &Auml;nderung des Programms einen solchen Protest hervor ruft? Lassen sich Kulturwellen ebenso umbauen wie Mainstreamwellen oder gelten hier andere Gesetzm&auml;&szlig;igkeiten? Das legen die Einw&auml;nde ja nahe. Was folgt aus den Protesten? Wird neu gedacht oder werden die Pl&auml;ne ohne &Auml;nderung umgesetzt? Das fragen wir die H&ouml;rfunkdirektor des WDR, Wolfgang Schmitz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr5.de\/sendungen\/toene-texte-bilder\/s\/d\/10.03.2012-15.05\/b\/schmitz.html\">WDR5 Podcast<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Nachdem nun in vielen Medien &uuml;ber die Initiative f&uuml;r Kultur im Rundfunk und deren inzwischen von &uuml;ber 13.000 Menschen unterzeichneten offenem Brief an die Intendantin des WDR berichtet wurde, hat sich nun auch der H&ouml;rfunkdirektor bequemt dem eigenen Sender ein Interview zu gew&auml;hren. Statt aber auch die Kritiker zu Wort kommen zu lassen oder wenigstens ein Gespr&auml;ch zwischen Kritikern und dem Programm-Reformer zu senden, boten die Fragen Wolfgang Schmitz nur Gelegenheit seine Position zu formulieren und abzuwiegeln. So etwas nennt man wohl Verlautbarungs-Rundfunk.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe auch:<\/em> <a href=\"upload\/pdf\/120312_wdr_kommentar_zu_schmitz_in_medienmagazin.pdf\">Die WDR-Leitung spricht mit sich selbst [PDF &ndash; 86 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Zugv&ouml;gel<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stuttmann-karikaturen.de\/\">Stuttmann Karikaturen<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Das Allerletzte: OB-Wahlen in Frankfurt und Mainz<\/strong><br>\n&bdquo;In beiden St&auml;dten war die Wahlbeteiligung hoch: Bei der Oberb&uuml;rgermeister-Direktwahl in Mainz haben knapp die H&auml;lfte der Berechtigten ihre Stimme abgegeben. Die Beteiligung in der rheinland-pf&auml;lzischen Landeshauptstadt lag bei 43,4 Prozent. 2004 waren es noch 41,3 Prozent. Insgesamt waren 154.000 B&uuml;rger aufgerufen, unter acht Kandidaten einen Nachfolger des fr&uuml;heren Oberb&uuml;rgermeisters Jens Beutel (SPD) zu w&auml;hlen, der wegen drei unbezahlter Gl&auml;ser Rotwein zur&uuml;ckgetreten war.<br>\nIn Frankfurt stieg die Beteiligung im Vergleich zur letzten Oberb&uuml;rgermeisterwahl vor f&uuml;nf Jahren ebenfalls: Das st&auml;dtische Wahlamt verzeichnete einen Anstieg von 33,6 auf 36,3 Prozent. Die rund 463.000 Stimmberechtigten in der schwarz-gr&uuml;n regierten Gro&szlig;stadt hatten die Wahl zwischen zehn Kandidaten.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,820665,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> 36 bzw. 43 Prozent gelten also inzwischen als &bdquo;hohe&ldquo; Wahlbeteiligung.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;Mehr&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (KR\/JB\/WL)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-12494","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12494","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12494"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12494\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":50244,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12494\/revisions\/50244"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12494"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12494"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12494"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}