{"id":125017,"date":"2024-11-20T10:13:48","date_gmt":"2024-11-20T09:13:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=125017"},"modified":"2024-11-20T10:38:21","modified_gmt":"2024-11-20T09:38:21","slug":"welche-militaerische-reaktion-aus-russland-ist-zu-erwarten-interview-mit-schweizer-militaerexperten-bosshard","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=125017","title":{"rendered":"Welche milit\u00e4rische Reaktion aus Russland ist zu erwarten? &#8211; Interview mit Schweizer Milit\u00e4rexperten Bosshard"},"content":{"rendered":"<p>Der scheidende US-Pr&auml;sident Joseph Biden hat den Einsatz von US-Raketen mit l&auml;ngerer Reichweite gegen Ziele im russischen Staatsgebiet erlaubt. Die entsprechenden Beschr&auml;nkungen sind aufgehoben worden, wie das Wei&szlig;e Haus mittlerweile auch offiziell best&auml;tigt hat. Die <em>NachDenkSeiten<\/em> haben den Schweizer Milit&auml;rexperten <strong>Ralph Bosshard<\/strong> um eine Einsch&auml;tzung zu den Konsequenzen dieser Entscheidung gebeten. Das Interview mit ihm f&uuml;hrte <strong>&Eacute;va P&eacute;li<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>&Eacute;va P&eacute;li: Wie ist diese Ank&uuml;ndigung von Joe Biden aus milit&auml;rischer Sicht zu bewerten? Welche milit&auml;rische Reaktion aus Russland ist zu erwarten? Und gegen wen wird sie sich richten (USA, Gro&szlig;britannien, Frankreich oder die Ukraine)?<\/strong><\/p><p><strong>Ralph Bosshard<\/strong>: Neben Schl&auml;gen gegen Ziele auf ukrainischem Territorium haben die Russen auch die M&ouml;glichkeit, milit&auml;rische Ziele von Briten und Franzosen in internationalen Gew&auml;ssern, in deren &Uuml;bersee-Besitzungen oder in Drittl&auml;ndern zu bek&auml;mpfen, Letzteres aber bestimmt mit Einschr&auml;nkungen. Bislang haben die Konfliktparteien auf den Abschuss von Satelliten der Gegenseite verzichtet, da dies eine Pandora-Box &ouml;ffnen k&ouml;nnte. Das ist derzeit wohl noch ein Tabu. In diesem Bereich sehe ich sogar M&ouml;glichkeiten f&uuml;r R&uuml;stungskontrollgespr&auml;che.<\/p><p>Mit den vom Westen bisher gelieferten Abstandswaffen kleiner und mittlerer Reichweite kann die Ukraine versuchen, die derzeit dr&auml;ngendsten milit&auml;rischen Probleme zu l&ouml;sen.<\/p><p>Eines davon ist der Einsatz der FAB, das hei&szlig;t schwerer russischer Fliegerbomben zur Zerst&ouml;rung auch gut ausgebauter Feldbefestigungen. Die jahrelang ausgebauten und teilweise betonierten Befestigungen aus den Jahren 2014 bis 2022 haben die Russen mittlerweile &uuml;berall durchbrochen, und jetzt versuchen die ukrainischen Truppen, sich namentlich in Siedlungen in Feldbefestigungen zu halten. Die FAB sind mit Steuerungsmodulen ausger&uuml;stet und werden offenbar aus bis zu 70 Kilometern Distanz abgeworfen. Die Russen setzen diese Bomben mittlerweile sehr pr&auml;zis ein. Tr&auml;ger sind sogenannte Frontbomber, die von Flugpl&auml;tzen in 170 bis 200 Kilometer Tiefe operieren. Sollten diese Flugpl&auml;tze in die Reichweite westlicher Abstandswaffen kommen, werden die Russen aus weiter hinten liegenden Flugpl&auml;tzen operieren. W&auml;hrend meiner Ausbildung an der Generalstabsakademie in Moskau planten wir noch mit Frontbombern des Typs Su-24. Die Reichweite der Su-34 im Einsatz heute d&uuml;rfte noch einiges h&ouml;her sein als die der Su-24. Ein Ausweichen nach hinten ist problemlos m&ouml;glich.<\/p><p>Eine Unterbrechung des russischen Nachschubs und der Zufuhr von Truppen an die Front ist nur durch den konzentrierten und systematischen Einsatz gegen ausgew&auml;hlte Zielkategorien m&ouml;glich, wie zum Beispiel gegen die Einrichtungen der Munitions- oder Treibstoffversorgung oder gegen das Eisenbahnnetz. Die Russen k&ouml;nnen ihre Nachschubeinrichtungen auf breiter Front verteilen und profitieren von einem dichten Eisenbahnnetz im Donbass, das sie mit zus&auml;tzlichen Eisenbahnlinien verdichten k&ouml;nnen. Daf&uuml;r gibt es in der russischen Armee die Eisenbahntruppen. Um dieses Netz zu unterbrechen, m&uuml;ssen die Ukrainer einen hohen Aufwand betreiben und zahlreiche Raketen verschie&szlig;en. Unklar ist, wie nahe sich ukrainische Kampfflugzeuge und Raketenwerfer noch an die Front wagen k&ouml;nnen.<\/p><p>Auch der Einsatz gegen F&uuml;hrungseinrichtungen am Boden verlangt einen aufwendigen <em>Targeting<\/em>-Prozess, denn gem&auml;&szlig; g&uuml;ltigen Einsatzverfahren wechseln die Russen ihre F&uuml;hrungseinrichtungen im Tagesrhythmus. In letzter Zeit habe ich kaum mehr Meldungen &uuml;ber zerst&ouml;rte russische F&uuml;hrungseinrichtungen gesehen.<\/p><p>Grunds&auml;tzlich rechnen die Einsatzverfahren der russischen Armee mit dem Einsatz von Kurz- und Mittelstreckenwaffen durch den Gegner. Man wird sich vorbereiten, wie man es gelernt hat. Mit dem Einsatz der vom Westen gelieferten Kurz- und Mittelstreckenwaffen ist es wohl nur tempor&auml;r m&ouml;glich, Druck auf die russischen Streitkr&auml;fte auszu&uuml;ben.<\/p><p>Ferner k&ouml;nnen die Ukrainer zwecks Hebung der Kampfmoral symbolisch wichtige Ziele angreifen, was aber keinen nachhaltigen milit&auml;rischen Effekt haben wird. Umgekehrt haben Angriffe auf rein milit&auml;rische Ziele wohl wenig Wirkung auf die Moral der Ukrainer.<\/p><p>Bei all dem bleibt die Kontrolle &uuml;ber die anzugreifenden Ziele in westlicher &ndash; prim&auml;r US-amerikanischer &ndash; Hand, denn die Ukrainer haben wohl keinen direkten Zugriff auf die notwendigen Mittel von Navigation, Kommunikation und Aufkl&auml;rung, ohne die ein Angriff nicht stattfinden kann. Gerade bei den neusten Systemen wird wohl auch noch technische Unterst&uuml;tzung von Seiten der Herstellerfirmen notwendig sein. Mit dem Einsatz dieser Mittel kann Biden den russischen Vormarsch verlangsamen und den durchaus m&ouml;glichen Zusammenbruch hinausschieben, bis Trump im Amt ist. &bdquo;Nicht auf meiner Wache&ldquo;, hei&szlig;t wohl die Devise.<\/p><p><strong>Wie sch&auml;tzen Sie angesichts dieser Entscheidungen die Chancen f&uuml;r eine Verhandlungsl&ouml;sung ein?<\/strong><\/p><p>Ich sehe kaum Einfluss auf die Chancen einer Verhandlungsl&ouml;sung. Nicht der Westen bestimmt mit seinen Waffenlieferungen das Ende des Kriegs in der Ukraine. Die angeblichen Wunderwaffen des Westens haben seit Februar 2022 nicht viel gebracht, und wie ich eingangs sagte, werden auch die ATACMS, <em>Storm Shadows<\/em> und andere den Verlauf dieses Kriegs nicht mehr entscheidend beeinflussen k&ouml;nnen. Dieser wird dann beendet werden, wenn Xi Jinping und Wladimir Putin finden, es sei nun genug. Grunds&auml;tzlich muss jetzt jeder gewarnt sein, der bereit ist, sich f&uuml;r den Westen in einen Konflikt mit Russland oder China zu st&uuml;rzen.<\/p><p><strong>Im September erkl&auml;rte der russische Pr&auml;sident Wladimir Putin, dass der Einsatz westlicher Langstreckenwaffen gegen Russland eine direkte Beteiligung der NATO-Staaten am Konflikt in der Ukraine bedeuten w&uuml;rde, und warnte: &bdquo;Wenn sie den Krieg auf dem Territorium der Ukraine nach Osten verlagern, wird er dort nicht enden, denn der Krieg wird auch den Westen erreichen.&ldquo; Wie will sich die NATO auf die von Putin angek&uuml;ndigte Antwort vorbereiten?<\/strong><\/p><p>F&uuml;r Franzosen und Briten mag es derzeit angebracht sein, vorerst keine Kriegsschiffe mehr in die Gew&auml;sser rund um die Bab-al-Mandab oder an die iranische K&uuml;ste zu entsenden. Allenfalls m&uuml;ssen sie auch andere Seegebiete meiden. Auch auf Einrichtungen auf dem Meeresgrund rund um Westeuropa w&uuml;rde ich derzeit besonders sorgf&auml;ltig achten.<\/p><p>Dass Deutschland nicht mit Angriffen auf sein Territorium rechnet, zeigt die Tatsache, dass im Bereich des Bev&ouml;lkerungsschutzes kaum etwas unternommen wird. Au&szlig;er der Bev&ouml;lkerung zu raten, die Keller ihrer H&auml;user zu entr&uuml;mpeln und ihr ansonsten viel Gl&uuml;ck zu w&uuml;nschen, hat auch Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) nicht viel zu bieten. Es gibt heute &uuml;brigens andere Mittel, ein Land und seine Bev&ouml;lkerung zu piesacken.<\/p><p>Mir scheint seit L&auml;ngerem Bundeskanzler Olaf Scholz der kl&uuml;gere Stratege zu sein, der sich nicht unn&ouml;tig und fr&uuml;hzeitig exponiert, wo er es nicht braucht; nur schade, dass er so eine schwache Regierungsmannschaft um sich hat. Die Strategie nationaler Sicherheit, die ich im vergangenen Jahr im Bundestag kommentieren durfte, war einfach nur schwach. Aber die Opposition aus CDU\/CSU hatte schon damals nicht mehr <em>Brain<\/em> zu bieten.<\/p><p><strong>Fr&uuml;her sagte der US-Pr&auml;sident Biden, er w&uuml;rde den Einsatz dieser Raketen gegen Ziele in Russland nicht zulassen, weil dies zum dritten Weltkrieg f&uuml;hren w&uuml;rde. Kurz vor seinem Amtsabtritt hat er anscheinend keine Angst mehr vor einem solchen Szenario? Was hat sich seitdem ge&auml;ndert?<\/strong><\/p><p>Der Einsatz von Kurz- und Mittelstreckenwaffen soll ein m&ouml;glicherweise bereits bestehendes <em>Agreement<\/em> zwischen dem Team von Trump und der Regierung Putin torpedieren, indem Putin zu Handlungen verleitet wird, die Trump keine andere Wahl lassen, als den Krieg fortzusetzen. F&uuml;r die Russen sind deshalb derzeit Angriffe auf US-Einrichtungen und -Truppen ausgeschlossen.<\/p><p>Mit dem Einbezug von Franzosen und Briten soll sichergestellt werden, dass der Krieg auch nach Trumps Amtsantritt weitergehen kann. Biden nutzte dabei nat&uuml;rlich die Gro&szlig;macht-Ambitionen Frankreichs und Gro&szlig;britanniens. Frankreichs Pr&auml;sident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer wissen aber auch, dass die russische Vergeltung Ende Januar prim&auml;r sie treffen wird, sobald Trump am Ruder ist. Ich denke, Briten und Franzosen werden auf Tauchstation gehen, sobald es wirklich gef&auml;hrlich wird.<\/p><p>Russland will aber sicher vermeiden, dass eine der Parteien den Artikel 5 des Nordatlantik-Vertrags anrufen kann, wenn sie Opfer eines Vergeltungsschlags wird. Es wird folglich keine Ziele auf NATO-Territorium angreifen. Russland kann aber jetzt demonstrieren, dass seine Streitkr&auml;fte britische und franz&ouml;sische Einrichtungen au&szlig;erhalb des Mutterlandes angreifen k&ouml;nnen und dass diese sich nicht werden sch&uuml;tzen k&ouml;nnen. Die vor einigen Tagen wieder aufgenommenen kombinierten Raketen- und Drohnenschl&auml;ge auf Ziele in der Ukraine zeigen, dass Russland durchaus Vergeltung &uuml;ben kann, auch gegen gut gesch&uuml;tzte Ziele. Und das l&auml;sst vermuten, dass die Russen die aktuelle Entwicklung vorhergesehen und sich darauf vorbereitet haben.<\/p><p>Es w&uuml;rde mich nicht einmal &uuml;berraschen, wenn die US-Amerikaner den Russen auf geeigneten Wegen vor dem Ausf&uuml;hren von Schl&auml;gen entsprechende Warnungen zukommen lie&szlig;en.<\/p><p>Insgesamt wird der Kreml wohl so reagieren wie seit Jahren, n&auml;mlich langsam und &uuml;berlegt. Wenn Putin aber in der Presselandschaft mit dem nuklearen S&auml;bel rasselt, stellt er Biden als denjenigen Verlierer hin, der um seines Egos Willen noch kurz vor seinem Abgang einen Atomkrieg riskierte. Trump kann sich hinterher als Initiator der Entspannung darstellen und folglich von einer verbalen Eskalation profitieren. Bitte erwarten Sie von mir jetzt nicht auch noch Lobeshymnen auf Bidens F&uuml;hrungsf&auml;higkeiten.<\/p><p><strong>Laut Medien soll Selenskyj ver&auml;rgert sein, dass Bidens Entscheidung in den Medien &ouml;ffentlichkeitswirksam verk&uuml;ndet wurde. Experten interpretieren dies so, dass die US-Administration Putin warnen will, bevor es zu Angriffen kommt, um eine Eskalation zu vermeiden. Was halten Sie davon?<\/strong><\/p><p>Hier wird kein Wunschkonzert f&uuml;r Selenskyj gespielt. Er hat vielmehr zu akzeptieren, was man ihm zuzubilligen bereit ist. Die Musik wird von den &bdquo;gro&szlig;en Jungs&ldquo; gemacht. Biden hat eine Eskalation angek&uuml;ndigt und gleich wieder auf Beschwichtigung gemacht. Mit der Ank&uuml;ndigung in der &Ouml;ffentlichkeit hat er <em>de facto<\/em> den Russen eine Warnung zukommen lassen und sie damit auch gleich wieder ein St&uuml;ck weit beruhigt. Er h&auml;tte die Ukrainer auch &uuml;berraschend zuschlagen lassen k&ouml;nnen, was Pr&auml;sident Selenskyj offenbar am liebsten gewesen w&auml;re.<\/p><p>Hier zeigt sich der Charakter des aktuellen Kriegs als Informationskrieg. Im Westen glaubte man, dank der Beherrschung der Medienlandschaft jeden Krieg gewinnen zu k&ouml;nnen. Dieser Glaube basiert im Wesentlichen auf dem Trauma der USA aus dem Vietnam-Krieg. Aus Kurakhove, Pokrovsk (Krasnoarmeisk), Chasov Yar und Kupjansk sind in den n&auml;chsten Tagen und Wochen russische Erfolgsmeldungen zu erwarten, und wenn Selenskyj den Zw&auml;ngen des Informationskriegs folgt und Truppen an die Grenze im Raum Tschernihiw (Anm. Red.: Die Stadt ist durch das dort befindliche Operative Armeekommando Nord ein bedeutender Standort der ukrainischen Armee) beordert, dann macht er alles nur noch schlimmer. Jetzt muss ein Moral-<em>Booster<\/em> her in Form von ein paar Raketeneinschl&auml;gen in Russland, die man dann zu strategischen Erfolgen hochjubeln kann. Mit Trump und den nordkoreanischen Truppen hat man vorsorglich schon mal eine Dolchsto&szlig;-Geschichte vorbereitet.<\/p><p>Die Ank&uuml;ndigung in der Presse durch Biden war eines der Kernst&uuml;cke des Plans: Es geht Biden darum, ganz zum Schluss noch die bislang magere Bilanz seiner Amtszeit aufzupolieren. Biden hat die Blamage von Kabul zu verantworten, war aber danach noch arrogant genug, um Russlands Initiative in Sachen Friedensgarantien vom Dezember 2021 zur&uuml;ckzuweisen. Er musste seit Februar 2022 hilflos zuschauen, wie sein M&ouml;chtegern-Verb&uuml;ndeter in Kiew zusammengeschlagen wurde, und will jetzt mit allen Mitteln noch versuchen, sich in ein besseres Licht zu stellen. Die Welt in einen Atomkrieg zu st&uuml;rzen, ist nicht Teil seines Plans.<\/p><p>Joe Biden wurde gerade eben in Peru seine Bedeutungslosigkeit demonstriert, als er hinten und au&szlig;en aufs Gruppenfoto postiert wurde. Mit seiner Aussage, er werde mit Trump gut zusammenarbeiten wollen, goss Chinas Staatsoberhaupt Xi Jinping noch zus&auml;tzlich &Ouml;l ins Feuer. Damit sagte er implizit, dass er mit Biden nicht mehr zusammenarbeiten will. Wenn Biden in den verbleibenden zwei Monaten seiner Amtszeit nicht noch mehr gedem&uuml;tigt werden will, muss er jetzt noch schnell auftrumpfen. Er wei&szlig;, wie die Amtszeit Jimmy Carters endete.<\/p><p><strong>Wissen Sie, in welcher Form die Entscheidung Bidens zu den erweiterten Zielen f&uuml;r US-Langstreckenwaffen erfolgt &ndash; als Pr&auml;sidentenorder, als formaler Regierungsbeschluss oder nur per Telefonat (von wem) an Kiew (mit wem)? Und wie erfolgte bis dato die bisherige Reichweitenbegrenzung der Waffen, rein technisch oder per Befehl?<\/strong><\/p><p>Die Details kennen nat&uuml;rlich nur die Beteiligten. Die Umsetzung der Entscheidung wird trilateral erfolgen &ndash; US-amerikanische, britische und franz&ouml;sische Milit&auml;rs werden die Schl&auml;ge wohl gemeinsam planen. Da haben NATO-Gremien wohl nicht viel zu sagen, denn erfahrungsgem&auml;&szlig; werden strategische Assets der Gro&szlig;en nicht geteilt, da ist jeder sich selbst der N&auml;chste. Darunter fallen Sonderoperationskr&auml;fte, strategische Waffen, Satelliten- und Agenturaufkl&auml;rung und andere Mittel auf Regierungsstufe. Damit d&uuml;rfte auch keine eingespielte Zusammenarbeit etabliert sein. Das muss eventuell neu aufgebaut werden.<\/p><p>Jetzt muss ein <em>Targeting<\/em>-Prozess in Gang gesetzt werden, von der Lage&uuml;berwachung &uuml;ber die Ziel- bis hin zur Wirkungsaufkl&auml;rung. Das umfasst Aufkl&auml;rungs-, Kommunikations- und Navigationssatelliten, von denen manche eventuell noch auf die richtige Umlaufbahn gebracht werden m&uuml;ssen. Zu den vorbereitenden Ma&szlig;nahmen geh&ouml;ren auch solche im Bereich der elektronischen Kriegf&uuml;hrung. Ich konnte im vergangenen Monat in mehreren russischen St&auml;dten selbst feststellen, dass die Russen GPS-Empfang st&ouml;ren und teilweise auch <em>spoofen<\/em>, das hei&szlig;t, die Signale so manipulieren, dass GPS-Ger&auml;te falsche Standorte ermitteln. Die Abweichungen betrugen bis zu 15 Kilometer.<\/p><p>All das setzt einen Planungsauftrag der Pr&auml;sidenten beziehungsweise des Premierministers voraus &ndash; Biden, Starmer und Macron, die ja als Oberkommandierende der Streitkr&auml;fte amtieren. Je nach Stand der Vorarbeiten in Form von Eventualplanungen muss dann ein Planungsverfahren in Gang gesetzt werden, dass durchaus Tage dauern kann. Welche Ziele bek&auml;mpft werden, da k&ouml;nnen vielleicht die Ukrainer W&uuml;nsche &auml;u&szlig;ern, aber das letzte Wort werden wohl US-Amerikaner, Briten und Franzosen haben.<\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"\" title=\"YouTube video player\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/L6dbonhYkDE?si=4eHmuJAqm6sTUzpk\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p><small>Titelbild: Symbolbild &ndash; Shutterstock \/ Adansijav Official<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124945\">Stimmen aus Ungarn: Pershing, Tomahawk, ATACMS &ndash; Wo bleiben diesmal die Massenproteste?<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124749\">Kremlsprecher Peskow im Interview: Dialogm&ouml;glichkeiten mit Russland, die Wahl Trumps und der Krieg in der Ukraine<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124614\">Politische Elite Russlands ohne Illusionen &uuml;ber US-Pr&auml;sident Trump<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124420\">Ukraine-Krieg: Die Gefahr einer nuklearen Katastrophe<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/d52fc5a774044c56af30ef2e19939aea\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der scheidende US-Pr&auml;sident Joseph Biden hat den Einsatz von US-Raketen mit l&auml;ngerer Reichweite gegen Ziele im russischen Staatsgebiet erlaubt. 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