{"id":125137,"date":"2024-11-23T12:00:01","date_gmt":"2024-11-23T11:00:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=125137"},"modified":"2024-11-22T22:40:59","modified_gmt":"2024-11-22T21:40:59","slug":"milei-und-scholz-unzufrieden-mit-g20-abschlusserklaerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=125137","title":{"rendered":"Milei und Scholz unzufrieden mit G20-Abschlusserkl\u00e4rung"},"content":{"rendered":"<p>Kanzler Olaf Scholz und der argentinische Pr&auml;sident Javier Milei haben sich unzufrieden mit der Abschlusserkl&auml;rung der G-20 gezeigt. Scholz kritisierte vor allem die Art und Weise, wie dort die Lage in Gaza und der Krieg in der Ukraine beschrieben wurden. Milei schlo&szlig; sich dieser Kritik an und sprach sich zudem gegen die in der Erkl&auml;rung formulierte Verpflichtung aus, soziale Ungleichheit zu bek&auml;mpfen. Nur der Markt und der private Handel seien in der Lage, Wohlstand und Fortschritt zu schaffen, so der selbst ernannte &bdquo;Anarcho-Kapitalist&ldquo;. Von <strong>Hans Weber<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nAlle Vertreter der G20-L&auml;nder&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.g20.org\/en\/documents\/g20-rio-de-janeiro-leaders-declaration\">unterschrieben<\/a>, dass sie besorgt &bdquo;&uuml;ber die katastrophale humanit&auml;re Lage im Gazastreifen und die Eskalation im Libanon&rdquo; sind, und betonen &bdquo;die dringende Notwendigkeit, die humanit&auml;re Hilfe auszuweiten und den Schutz der Zivilbev&ouml;lkerung zu verst&auml;rken&rdquo;. Dar&uuml;ber hinaus fordern sie &bdquo;die Beseitigung aller Hindernisse f&uuml;r die Bereitstellung humanit&auml;rer Hilfe in gro&szlig;em Umfang&rdquo;.<\/p><p>Der Krieg verursache menschliches Leid und habe negative Auswirkungen. Weiter hei&szlig;t es in dem Dokument: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir bekr&auml;ftigen das Recht der Pal&auml;stinenser auf Selbstbestimmung und unser unersch&uuml;tterliches Engagement f&uuml;r die Vision einer Zwei-Staaten-L&ouml;sung, in der Israel und ein pal&auml;stinensischer Staat in sicheren und anerkannten Grenzen Seite an Seite in Frieden leben, im Einklang mit dem V&ouml;lkerrecht und den einschl&auml;gigen Resolutionen der Vereinten Nationen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Die Gruppe der 20 erkl&auml;rt auch, dass sie &bdquo;sich einig &uuml;ber die Unterst&uuml;tzung eines umfassenden Waffenstillstands im Gazastreifen&rdquo; und auch im Libanon sei.<\/p><p>Die Regierungschefs verk&uuml;nden in dem Text ebenfalls, dass sie &bdquo;alle relevanten und konstruktiven Initiativen&rdquo; zur F&ouml;rderung eines &bdquo;umfassenden, gerechten und dauerhaften Friedens&rdquo; im Zusammenhang mit dem Konflikt in der Ukraine unterst&uuml;tzen. Sie bekr&auml;ftigten ihre &bdquo;Verpflichtung, das Ziel einer nuklearwaffenfreien und sichereren Welt f&uuml;r alle zu verfolgen&rdquo;.<\/p><p>Pr&auml;sident Gustavo Petro, dessen Land Kolumbien nicht zur G20 geh&ouml;rt, aber von Lula zum Gipfel eingeladen wurde,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ZAzJ68qfzHU\">&auml;u&szlig;erte in seiner Rede<\/a> zu diesen Themen: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ich bin gegen die Entscheidung, Raketen auf Russland abzufeuern.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Es gebe keine andere L&ouml;sung als einen direkten Dialog zwischen der Ukraine und Russland. F&uuml;r ihn sei jedes Friedensgespr&auml;ch, &bdquo;das eines der beiden V&ouml;lker ausschlie&szlig;t, keine Konferenz des Friedens, sondern des Krieges&rdquo;.<\/p><p>Er forderte die G20 auf, den &bdquo;V&ouml;lkermord&rdquo; in Gaza &bdquo;ohne Heuchelei&ldquo; als solchen zu benennen, und betonte: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wenn die M&auml;chtigen der Welt dem V&ouml;lkermord in Gaza nicht entgegentreten, hat die Menschheit keine Zukunft.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Obwohl Bundeskanzler Olaf Scholz die Abschlusserkl&auml;rung unterzeichnete,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=LXLTC0mZjvE\">bekundete er<\/a>, dass ihm die darin verwendete Sprache nicht gefalle. Das Dokument benenne weder die Ursache des aktuellen Nahostkonflikts, &bdquo;n&auml;mlich den brutalen Angriff der Hamas auf israelische B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger&rdquo;, noch die Verantwortung Russlands f&uuml;r den Krieg in der Ukraine.<\/p><p>Pr&auml;sident Lula <a href=\"https:\/\/www.gov.br\/planalto\/es\/seguir-al-gobierno\/discursos-y-pronunciamientos\/2024\/11\/discurso-del-presidente-lula-en-la-3-a-sesion-de-la-reunion-de-lideres-del-g20-transiciones-energeticas-y-desarrollo-sostenible\">verwies darauf<\/a>, dass die L&auml;nder dieser Gruppe f&uuml;r 80 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich sind. Er appellierte vor allem an den Globalen Norden: &bdquo;Wenn sie ihrer historischen Verantwortung nicht gerecht werden, werden die reichen Nationen nicht glaubw&uuml;rdig sein, wenn sie von anderen Ehrgeiz fordern.&rdquo;<\/p><p>In der Abschlusserkl&auml;rung&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.g20.org\/en\/documents\/g20-rio-de-janeiro-leaders-declaration\">bekr&auml;ftigen die G20-L&auml;nder<\/a> ihre Verpflichtung, &bdquo;bis etwa zur Mitte des Jahrhunderts weltweit Netto-Null-Treibhausgasemissionen beziehungsweise Kohlenstoffneutralit&auml;t zu erreichen&rdquo;. Sie bekennen sich zum Pariser Abkommen von 2015 zur Begrenzung der Erderw&auml;rmung auf 1,5 Grad Celsius.<\/p><p>Die G20 erkennen auch die Notwendigkeit an, &bdquo;sehr wohlhabende Personen effektiv zu besteuern&rdquo;, ohne die Souver&auml;nit&auml;t der L&auml;nder in Bezug auf ihre Steuerhoheit zu verletzen. Dies war ein besonderes Anliegen Lulas als Mittel zur Bek&auml;mpfung von Armut und Ungleichheit.<\/p><p>Lula&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.g20.org\/pt-br\/noticias\/boletim-g20\/boletim-g20-ed-271-discurso-do-presidente-luiz-inacio-lula-da-silva-na-abertura-da-cupula-de-lideres-do-g20\">erinnerte<\/a>&nbsp;daran, dass in diesem Jahr weltweit 733 Millionen Menschen unterern&auml;hrt sind. Dies sei &bdquo;inakzeptabel&rdquo; in einer Welt, die j&auml;hrlich sechs Milliarden Tonnen Nahrungsmittel produziere und in der sich die Milit&auml;rausgaben auf 2,4 Billionen US-Dollar beliefen.<\/p><p>So&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.g20.org\/es\/noticias\/se-crea-la-alianza-global-contra-el-hambre-y-la-pobreza-con-el-apoyo-de-lideres-mundiales-y-organizaciones-internacionales\">gelang<\/a>&nbsp;es Brasilien, die &bdquo;Globale Allianz gegen Hunger und Armut&rdquo; ins Leben zu rufen, deren Ziel es ist, den Hunger in der Welt bis 2030 zu beseitigen. Die Initiative startet mit der Beteiligung von 81 L&auml;ndern, 26 internationalen Organisationen, neun Finanzinstitutionen sowie 31 Stiftungen und Nichtregierungsorganisationen.<\/p><p>Petro&nbsp;<a href=\"https:\/\/x.com\/petrogustavo\/status\/1859209438789341345\">gratulierte<\/a>&nbsp;Lula auf <em>Twitter<\/em> zu den Ergebnissen des Gipfels. Allein die Tatsache, dass Brasilien die Aufmerksamkeit der Weltm&auml;chte auf die wichtigsten Probleme der Menschheit lenkte, sei ein Triumph.<\/p><p>&bdquo;Der Weg geht weiter&rdquo;, so Petro, mit Regierungschefs wie Claudia Sheinbaum in Mexiko, Gabriel Boric in Chile und Luis Arce in Bolivien. Sie nahmen ebenfalls am Gipfel teil und widersprachen dem neoliberalen Pr&auml;sidenten Argentiniens Javier Milei. Dieser unterzeichnete die Abschlusserkl&auml;rung, obwohl er vor und w&auml;hrend des Gipfels&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.lanacion.com.ar\/el-mundo\/boric-refuto-el-discurso-de-milei-en-el-g20-y-ahondo-la-grieta-ideologica-regional-nid19112024\/\">Teile ihres Inhalts ablehnte<\/a> &ndash; etwa die Verpflichtung des Staates, soziale Ungleichheit zu bek&auml;mpfen. Nur der Markt und der private Handel seien in der Lage, Wohlstand und Fortschritt zu schaffen.<\/p><p>Lula hingegen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.gov.br\/planalto\/es\/seguir-al-gobierno\/discursos-y-pronunciamientos\/2024\/11\/discurso-del-presidente-lula-en-la-2-a-sesion-de-la-reunion-de-lideres-del-g20-reforma-de-las-instituciones-de-gobernanza-global\">betonte<\/a>, dass die neoliberale Globalisierung gescheitert sei. Auch Boric&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.lanacion.com.ar\/el-mundo\/boric-refuto-el-discurso-de-milei-en-el-g20-y-ahondo-la-grieta-ideologica-regional-nid19112024\/\">sagte<\/a>, dass Renten, Gesundheit und Bildung nicht dem Markt unterworfen werden d&uuml;rften. F&uuml;r Sheinbaum ist es ein Irrtum, zu glauben, dass die Freiheit in der Marktwirtschaft liegt: &bdquo;Die Freiheit zu verhungern?&rdquo;,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.jornada.com.mx\/noticia\/2024\/11\/18\/politica\/absurdas-guerras-deben-detenerse-sheinbaum-en-cumbre-del-g20-2299\">fragte sie<\/a>.<\/p><p>&bdquo;Es ist die menschliche Solidarit&auml;t, die uns noch auf diesem Planeten h&auml;lt&rdquo;,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ZAzJ68qfzHU\">sagte Petro<\/a>, &bdquo;und nicht der Wettbewerb.&rdquo;<\/p><p><em>Dieser Artikel erschien zuerst auf <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2024\/11\/272570\/frieden-klima-reichensteuer-g20-brasil\">Amerika21<\/a>.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: Shutterstock \/ Fly Of Swallow Studio<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/01517b79187f4e158e78d89277f7de7f\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\" title=\"\"><\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kanzler Olaf Scholz und der argentinische Pr&auml;sident Javier Milei haben sich unzufrieden mit der Abschlusserkl&auml;rung der G-20 gezeigt. Scholz kritisierte vor allem die Art und Weise, wie dort die Lage in Gaza und der Krieg in der Ukraine beschrieben wurden. Milei schlo&szlig; sich dieser Kritik an und sprach sich zudem gegen die in der Erkl&auml;rung<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=125137\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":125138,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,170,161],"tags":[593,302,1583,2056,3420,3290,831,687],"class_list":["post-125137","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-friedenspolitik","category-wertedebatte","tag-g7820","tag-gaza","tag-libanon","tag-lula-da-silva-luiz-inacio","tag-milei-javier","tag-petro-gustavo","tag-scholz-olaf","tag-ungleichheit"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/shutterstock_2174989425.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/125137","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=125137"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/125137\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":125201,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/125137\/revisions\/125201"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/125138"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=125137"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=125137"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=125137"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}