{"id":125405,"date":"2024-11-29T09:00:14","date_gmt":"2024-11-29T08:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=125405"},"modified":"2024-11-29T17:17:49","modified_gmt":"2024-11-29T16:17:49","slug":"die-kopfwaesche-fruchtet-millionen-freiwillige-im-wehrfaehigen-alter-waeren-bereit-deutschland-mit-der-waffe-zu-verteidigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=125405","title":{"rendered":"Die Kopfw\u00e4sche fruchtet: \u201eMillionen Freiwillige im wehrf\u00e4higen Alter w\u00e4ren bereit, Deutschland mit der Waffe zu verteidigen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Das Wort Krieg ist allgegenw&auml;rtig. Dieses heftige Wort Krieg zur&uuml;ckzudr&auml;ngen, ist gerade schwer. Daf&uuml;r zu sorgen, dass das Wort Frieden in aller Munde bleibt, ist eine mitunter gar bel&auml;chelte M&uuml;he, als w&uuml;rden Friedensw&uuml;nsche naiv und unvern&uuml;nftig sein. Die Haltung und Ausrichtung, dass Krieg oder der Griff nach der Waffe als ehrenhaftes Tun gar nicht schlimm seien, wird einem tagt&auml;glich vorgekaut. Passend dazu sind Umfragen, die dann sogar belegen, dass die Wehrhaftigkeit gerade unter jungen M&auml;nnern gro&szlig; sei, die Bundeswehr eine grandiose Armee, mitten in unserer Gesellschaft anerkannt und der Feind sowieso und wie immer schon der Russe. Umfragen offenbaren entlarvend, dass je h&ouml;her die Bedrohungslage durch die Russen (und nur durch die) ist, desto mehr B&uuml;rger f&uuml;r eine &bdquo;starke Verteidigung&ldquo; w&auml;ren. Warum aber sollten wir in den Krieg ziehen? Welche Szenarien erwarteten uns, wenn wir nicht deeskalieren? Auf dass am Ende, wenn wir es erlebten, alles in Schutt und Asche liegt? Ein Zwischenruf von <strong>Frank Blenz<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Die Macher von <em>Soldat und Technik<\/em> frohlocken ob der hohen Wehrbereitschaft<\/strong><\/p><p>Beim Lesen des Beitrages auf der Online-Informationsplattform <em>Soldat und Technik<\/em> zu einer Bev&ouml;lkerungsbefragung des Zentrums f&uuml;r Milit&auml;rgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr wurde ich nachdenklich. Die Fragesteller des Zentrums kamen zum Schluss, dass die Zustimmung f&uuml;r Milit&auml;r, f&uuml;r R&uuml;stungsausgaben, f&uuml;r den Griff zur Waffe dann zunimmt, sobald die Bedrohungslage durch die Russen als st&auml;rker wahrgenommen w&uuml;rde. Soll hei&szlig;en: Eskalieren, dann l&auml;uft es mit der Kriegst&uuml;chtigkeit. Die Umfrage hatte dagegen keine Fragen parat, was getan werden m&uuml;sste, um Bedrohungslagen zu entsch&auml;rfen, ob die B&uuml;rger den R&uuml;stungsausgabenwahnsinn gut finden und was die B&uuml;rger f&uuml;r Vorschl&auml;ge haben, eine friedliche Zukunft auf den Weg zu bringen. Stattdessen las sich der Beitrag wie eine Freudenrede. Seht her, die Deutschen haben es begriffen. Milit&auml;r fetzt. Hier einige Ausz&uuml;ge aus dem Beitrag:<\/p><blockquote><p>\n<em>Antworten auf Fragen zur Ukraine-Unterst&uuml;tzung, Wehrbereitschaft und Wehrpflicht liefert die j&auml;hrliche Bev&ouml;lkerungsbefragung des Zentrums f&uuml;r Milit&auml;rgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr. Russland hat 2024 in seinem Krieg gegen die Ukraine die milit&auml;rische Initiative wiedererlangt. Wie reagiert die deutsche Bev&ouml;lkerung auf die versch&auml;rfte Bedrohungslage? Knapp 2.000 zuf&auml;llig ausgew&auml;hlte B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger nahmen an der repr&auml;sentativen Umfrage im Sommer 2024 teil. (&hellip;)<\/em><\/p>\n<p><em>Die Auswertung der Befragungsdaten offenbart, dass die Zustimmung zu Deutschlands milit&auml;rischer Unterst&uuml;tzung der Ukraine ma&szlig;geblich davon abh&auml;ngt, ob Russland als Bedrohung f&uuml;r die Sicherheit Deutschlands wahrgenommen wird: Jene Befragten, die Russland als eine Bedrohung wahrnehmen, stimmen der milit&auml;rischen Unterst&uuml;tzung der Ukraine deutlich st&auml;rker zu als jene, die in Russland keine Bedrohung sehen (&hellip;).<\/em><\/p>\n<p><em>Gr&ouml;&szlig;eres Interesse am Soldatenberuf bei jungen M&auml;nnern<\/em><\/p>\n<p><em>Im Zeitraum 2020-2022 konnten sich immer weniger junge M&auml;nner und Frauen vorstellen, Soldat oder Soldatin bei der Bundeswehr zu werden. Diese negative Entwicklung bei der Wehrbereitschaft begann bereits vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine am 24. Februar 2022. Im Jahr 2023 stagnierte das Interesse auf einem niedrigen Niveau. Mit Blick auf die aktuellen Zahlen ist festzustellen: Der negative Trend der letzten Jahre konnte vorerst gestoppt werden &ndash; zumindest bei jungen M&auml;nnern (16-29 Jahre). Denn der Anteil der jungen m&auml;nnlichen Interessenten am Soldatenberuf ist im Vergleich zum Jahr 2023 auf 29 Prozent gestiegen (+10 Prozentpunkte).<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu Dr. Timo Graf: &bdquo;Millionen Freiwillige im wehrf&auml;higen Alter w&auml;ren bereit, Deutschland mit der Waffe zu verteidigen. Von einem absoluten Mangel an Wehrbereitschaft kann keine Rede sein.&ldquo; Bei den jungen Frauen stagniert das Interesse an einer milit&auml;rischen Verwendung weiterhin auf einem niedrigen Niveau (8 Prozent; -1 Prozentpunkt). Die wahrgenommene &bdquo;Kriegstauglichkeit&ldquo; der Bundeswehr (das hei&szlig;t eine positivere Bewertung ihrer Ausr&uuml;stung und ihrer F&auml;higkeit zur Landes- und B&uuml;ndnisverteidigung) steigert vor allem bei M&auml;nnern das Interesse am Soldatenberuf&hellip;.<\/em><\/p>\n<p><em>In nahezu allen soziodemografischen Gruppen und den W&auml;hlergruppen spricht sich eine relative oder absolute Mehrheit f&uuml;r die finanzielle und personelle St&auml;rkung der Bundeswehr aus. Im Vergleich zu anderen Politikfeldern und unter Ber&uuml;cksichtigung der Tatsache, dass der Staatshaushalt begrenzt ist, sprechen sich aktuell sogar 59 Prozent der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger f&uuml;r eine Erh&ouml;hung der Verteidigungsausgaben aus.<\/em><\/p>\n<p><em>Damit wird der Verteidigung als Ausgabenbereich die gleiche Bedeutung beigemessen wie der Inneren Sicherheit oder den Renten. Sie hat aus Sicht der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger au&szlig;erdem Vorrang vor den Politikfeldern Verkehrsinfrastruktur, Digitalisierung, Wirtschafts- und Industrief&ouml;rderung oder Umweltschutz. Studienautor Dr. Graf: &bdquo;Die &ouml;ffentliche Zustimmung zur St&auml;rkung der Bundeswehr h&auml;ngt von der wahrgenommenen Bedrohung durch Russland ab. Die Bev&ouml;lkerungsmehrheit f&uuml;hlt sich bedroht und w&uuml;nscht sich eine starke Verteidigung.&ldquo; (&hellip;)<\/em><\/p>\n<p><em>Die Einstellung der Befragten zur B&uuml;ndnisverteidigung h&auml;ngt stark von der subjektiven Wahrnehmung Russlands als Sicherheitsbedrohung und vom individuellen Kenntnisstand &uuml;ber die NATO-Missionen ab: Eine st&auml;rkere Bedrohungswahrnehmung und gr&ouml;&szlig;eres Wissen erh&ouml;hen die Zustimmung zum aktiven Engagement der Bundeswehr in der B&uuml;ndnisverteidigung. (&hellip;)<\/em><\/p>\n<p><em>(Quelle: <a href=\"https:\/\/soldat-und-technik.de\/2024\/11\/neu\/40815\/wehrbereitschaft\/\">Soldat und Technik<\/a>)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Wie w&auml;re es mit &bdquo;gr&ouml;&szlig;erem Wissen&ldquo;, um zu begreifen, dass Krieg Mist ist?<\/strong><\/p><p>Die Umfrageergebnisse sind f&uuml;r mich ersch&uuml;tternd. Doch frage ich mich, wer wurde befragt? Ist das Ergebnis wirklich repr&auml;sentativ? Zun&auml;chst: &bdquo;In den Krieg ziehen&ldquo;, so hei&szlig;t es bei uns nicht, es hei&szlig;t vielmehr &bdquo;mit der Waffe in der Hand die Heimat verteidigen&ldquo;. Klingt stimmig. Wer soll etwas dagegen haben, seine Heimat, seine Liebsten, sein Leben zu verteidigen &ndash; wenn er denn angegriffen wird? Doch woher nehmen die Kriegstreiber, die sie in Wahrheit sind, sich die Gewissheit, dass der Feind ausgerechnet konventionell, also mit Regimentern und allem Drum und Dran in unser Land marschiert, um dieses zu erobern, allen Widerst&auml;nden der dann einigerma&szlig;en wehrhaften Bev&ouml;lkerung zum Trotz?<\/p><p>Diejenigen, die nicht m&uuml;de werden, den Ernstfall zu prophezeien, ja vor Kriegslust und Fanatismus gar nicht mehr aus den Augen schauen k&ouml;nnen, w&auml;hnen sich in diesen Zeiten auf der richtigen Seite, weil ja ein Feind, nein, <em>der <\/em>Feind ausgemacht ist. Der ist es nicht erst seit Kurzem, in Wahrheit ist er es seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Damals hie&szlig; er Sowjetunion, wurde aber auch schon wie heute verk&uuml;rzt und sch&auml;big ausgesprochen als &bdquo;der Russe&ldquo; betitelt.<\/p><p>Unentwegt wird durch m&auml;chtige Medien, Politiker, Wirtschaftslenker, Denkfabriken-S&ouml;ldner die Feindbildaufbau-Trommel ger&uuml;hrt. Die Hetze verf&auml;ngt tats&auml;chlich, zu h&ouml;ren und zu erleben also hier durch eine Umfrage, an konservativen Stammtischen und Vereinen und auf Volksparteisitzungen. Volksparteien, also Vereinigungen, die aus dem Volk f&uuml;r das Volk agieren &hellip; Nicht wenige sind es, die den Feind &bdquo;Russe&ldquo; rufen, die dem Ruf nach der Schlacht auf den Leim gehen. Wieder einmal.<\/p><p>Die Kampagnen fruchten. Die Kriegsgewinnler machen jetzt schon Kasse. Die Edelfedern in komfortablen Schreibstuben w&auml;hnen sich auf der Pressetrib&uuml;ne sitzend, um das schauerliche, zerst&ouml;rerische Treiben aus der gesch&uuml;tzten Distanz zu bestaunen und die Vernichtung danach auf ihren Medienseiten &bdquo;einzuordnen&ldquo;. Ein Irrsinn. Dabei gab es einst und g&uuml;ltig doch bis heute den Ruf: Nie wieder!<\/p><p><strong>Der Feind ist der Russe<\/strong><\/p><p>Der Russe ist also der Feind. Die Leute, die sich diesen Feind so zurechtlegen, geradezu sehns&uuml;chtig auf ihn hoffen, sind dabei, derweil Partykeller in Bunker um- und die Vorratskammer zum 30-Tage-Vorratsspeicher f&uuml;r &Uuml;berlebensnotwendiges auszubauen. Die Gesellschaftspyramide kommt in Schwung, von Oben nach Unten werden die Strukturen scharfgestellt: Einsatzpl&auml;ne, Katastrophenpl&auml;ne, Pl&auml;ne f&uuml;r die kritische Infrastruktur landauf, landab. Der zivile G&uuml;rtel wird enger geschnallt, Einsparungen f&uuml;r uns B&uuml;rger f&uuml;r Alltag und Lebensfreude. Alle machen mit, wird vom Mainstream vermeldet: Konzerne haben dazu Pl&auml;ne, die Friedenswirtschaft wird auf Kriegswirtschaft umgestellt. Halt! Die Wirtschaft hierzulande lief und l&auml;uft in Wahrheit doch schon immer, dezent ausgedr&uuml;ckt, sehr gut, wenn es auf der Welt etwas zu eskalieren gab und gibt. Die Korken aus Flaschen voll edlem Ges&ouml;ff zischten an die Decke, die Macher der Konzerne und all die Kassemacher bekamen und bekommen sich gar nicht mehr ein vor Jubel ob der obsz&ouml;nen Renditen.<\/p><p>Nochmal. Der Russe ist also der Feind. Wer ist damit eigentlich gemeint? Ist es die russische Armee? Ist es die russische Oberschicht, die Entsprechung der westlichen Oberschicht, die m&ouml;glicherweise genauso gierig und blind vor Lust auf Eskalation ist wie die Wertewestler, die allesamt aus L&auml;ndern mit streng freiheitlich-demokratischer Grundordnung stammen? Ist es die Regierung mit einem Regierungschef, den man selten mit Vornamen nennt, dessen Familienname aber ausgesprochen wird, als spuckte man &uuml;berfl&uuml;ssigen Speichel auf die Stra&szlig;e? Ist es das russische Volk? Immerhin sind das mehr als 150 Millionen Menschen, im gr&ouml;&szlig;ten Land der Erde wohnend, einst sogar in Zahl und Quadratkilometer noch viel gr&ouml;&szlig;er, weil es damals eine Union der sozialistischen Sowjetrepubliken &ndash; kurz UdSSR (Sowjetunion) &ndash; gab. Alle diese Menschen, kurz unter &bdquo;die Russen&ldquo; zusammengefasst, sind also der Feind. Ja. Wir, also wir besseren Westmenschen, betrachten den Russenmenschen und alles um ihn herum als weniger wert.<\/p><p>Wir sehen uns berechtigt zu sagen, dass, wenn der Russe ins Gefecht zieht, er dann stets einen Angriffskrieg f&uuml;hrt. Wie dieser Krieg zustande kam, dass der Konflikt l&auml;nger als der von uns betrachtete Zeitraum dauert, dass die Hintergr&uuml;nde weit weniger mit Russland als mit den Feinden Russlands zu tun haben &ndash; das kehren wir lieber unter den gro&szlig;en geopolitischen und ideologischen Teppich. Sonst bl&auml;tterte ja das Feindbild &hellip; Das widerstrebte der Intensit&auml;t der Feinbilderz&auml;hlung, dem t&auml;glichen gebetsm&uuml;hlenartigen Eintrichtern des Slogans vom Feind Russe, vom Angriffskrieg der Russen in einem Krieg in der Ukraine (der von gewichtigen Leuten offen ausgesprochen ein Stellvertreterkrieg ist, in dem die Ukraine vom Westen an die Front geworfen wird, um des Westens Interessen versus Russland durchzusetzen). Die Ukraine ist egal, Russland ist egal. Der Westen macht Beute.<\/p><p><strong>Provozieren. Endlich zur&uuml;ckschlagen<\/strong><\/p><p>Beim gierigen Beutemachen kommen wir einfachen Menschen auch vor, und zwar als Wehrhafte. Doch warum sollen wir, also vor allem die m&auml;nnlichen Bundesb&uuml;rger, mit der Waffe in der Hand auf den Feind warten, ja ihn geradezu erhoffen? Warum wird der Feind, also der gro&szlig;e, m&auml;chtige, vielleicht gutm&uuml;tige russische B&auml;r, permanent und zunehmend eskalierend gereizt, mittlerweile mehr und mehr direkt angegriffen? Antwort: Im Beutespiel des Westens geh&ouml;rt das dazu, der Russe wird provoziert, er soll reagieren. Des Russen, des Feindes Reaktion, wom&ouml;glich ein russischer Waffengang gen Westen, russische Raketen gen Westen vor allem, dies alles w&uuml;rden die guten Westm&auml;chte uns, dem Fu&szlig;volk in h&ouml;chster Gefechtsbereitschaft, als plausible Berechtigung verkaufen &ndash; um endlich zur&uuml;ckzuschlagen.<\/p><p>Die Aussicht dieses &ndash; dann &bdquo;Recht auf Selbstverteidigung&ldquo; genannten &ndash; Gegenschlages macht die Planer, die Gener&auml;le, die Kriegstreiber, die Gewinnler hei&szlig;. Sie nehmen die Not vieler Menschen in Kauf, sie meinen, selbst nicht betroffen zu sein. Und in der Tat, nach einem Spruch eines alten hanseatischen Politikers namens von Dohnanyi w&uuml;rde im Mutterland der Freiheit und der Gutherzigkeit, in den USA, keine einzige Fensterscheibe klirren. Bei uns jedoch w&uuml;rde es so richtig knallen &ndash; weil wir ja gerade unser Land mit der Waffe in der Hand verteidigen, wenn es so weit k&auml;me.<\/p><p>So weit k&auml;me es wohl gar nicht. Ein Szenario: Russische Raketen schl&uuml;gen bei uns ein, als Reaktion die Raketen von uns und aus den USA in Russland. Konventionelle und vor allem atomare Raketen &ndash; mit Pilz und Strahlung und Vernichtung in Ausma&szlig;en, die nicht zu begrenzen sind, wie Kriegsbegrenzer gern behaupten. Was auch passieren kann: Westarmeen wagen sich &ndash; sie tun das nur aus dem Grund, das Recht der Selbstverteidigung zu bem&uuml;hen &ndash; konventionell auf russisches Territorium (nebenbei stellvertretend passiert das schon). Der Westen kann sich in der Tat seiner &Uuml;berlegenheit gewiss sein, denn: Der Westen hat elfmal mehr Mittel f&uuml;r R&uuml;stung auf der Habenseite als Russland, Menschen in Uniform kann die freie westliche Welt zahlreicher aufbieten als das gr&ouml;&szlig;te, aber nicht sehr bev&ouml;lkerungsreiche Land im verhassten Osten (<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=124405\">siehe hier<\/a>).<\/p><p>Warum sollen wir, mal nebenbei, diesen Waffengang eigentlich wagen? Antwort: Es ist wie Schach. Ja. Russland ist Zielgebiet. Es ist lohnend, den K&ouml;nig zu st&uuml;rzen, das gesamte Brett zu bekommen. Bauernopfer satt: egal. Im Krieg wird Kasse gemacht dank der R&uuml;stungseinnahmen. Danach wird nochmal Kasse gemacht. Richtig: Das gr&ouml;&szlig;te Land der Erde &ndash; es ist auch das mit den meisten Ressourcen. Schon immer hat es den westlichen Machern, den Reichen, den Gierigen nicht gepasst, das alles den unw&uuml;rdigen, b&ouml;sen, hinterh&auml;ltigen, schlimmen, schwachen, dummen, dreckigen Russen zu &uuml;berlassen. Man erinnere sich: In den 1990ern war es beinah so weit, dass der entfesselte, nimmersatte Kapitalismus Russland unter sich aufgeteilt hat: internationale Investitionen, Gesch&auml;fte, Partnerschaften, hinterlistige Vertr&auml;ge. Russland blutete aus, die Bev&ouml;lkerung verarmte. Ein Pr&auml;sident versoff seinen Verstand und verriet sein Land. Dann kam ein neuer Pr&auml;sident, der dem sch&auml;bigen Treiben des Westens und der feigen wie gierigen Elite Russlands ein Ende bereitete. Sein Name wird ausgesprochen, wie schon gesagt, als w&uuml;rde man ihn auf die Stra&szlig;e spucken.<\/p><p><strong>Wie geht ein solcher Krieg aus?<\/strong><\/p><p>Wie k&ouml;nnte der jetzt ausgebrochene Krieg &ndash; es ist einer &ndash; ausgehen binnen, sagen wir, f&uuml;nf bis zehn Jahren? Der ausufernde Krieg, das Zur&uuml;ckschlagen gegen die Russen, das &Uuml;berrollen des gr&ouml;&szlig;ten Landes der Welt durch den Westen w&uuml;rde wom&ouml;glich erste Erfolge bei gro&szlig;en Verlusten zeitigen. Doch k&ouml;nnte es dann zu einer Wiederholung eines Gro&szlig;en Vaterl&auml;ndischen Krieges der Russen und ihrer Verb&uuml;ndeten kommen. Ihre Kampfesdoktrin besagt, den Gegner aus dem eigenen Land zur&uuml;ckzudr&auml;ngen und auf dessen Gebiet vernichtend zu schlagen &ndash; auf dass dieser nie wieder angreifen k&ouml;nnte. Zwischen 1941 und 1945 k&auml;mpfte die damalige sowjetische Rote Armee im Zweiten Weltkrieg so. Sie nahm Fahrt auf, sie schlug ohne R&uuml;cksicht auf eigene Verluste zur&uuml;ck, sie k&auml;mpfte f&uuml;r all die vielen Millionen sowjetischen B&uuml;rger, die durch den Feind, die Deutschen, die Nazis und ihre Verb&uuml;ndeten umgebracht wurden. Sie kam erst in Berlin zum Stehen, in Wien, in anderen St&auml;dten und L&auml;ndern Europas. Die Rote Armee h&auml;tte auch erst am Atlantik halten k&ouml;nnen, w&auml;ren die Westalliierten nicht beim Befreien behilflich gewesen.<\/p><p>Was hat dieses gemeinsame Befreien gebracht? Die Sowjetunion, kurz Russland, behielt 1945 den vom Hass des Westens aufgedr&uuml;ckten Stempel, von da an wurde der Kalte Krieg angefacht vom Westen. Und nach 1990, als die Bl&ouml;cke West und Ost aufgel&ouml;st schienen? Auch dann hielt der Westen nicht inne, das blieb bis heute. Damals die Sowjetunion, heute Russland &ndash; der Russe war es, der Russe ist es, der Russe ist und bleibt keiner, dem man die Hand reicht. Oft genug gesagt, immer und immer wieder vielf&auml;ltig, mal offen, mal versteckt verbreitet, fruchten dieser Hass, das Vorurteil, die &Uuml;berheblichkeit. Ein Feindbild braucht es, damit kann man sein eigenes aggressives Tun rechtfertigen.<\/p><p>Die, die das Sagen haben bei uns im sch&ouml;nen, freien, guten Westen, sie haben kein Interesse daran, die Hand zu reichen, eine gemeinsame, gedeihliche, vers&ouml;hnende Koexistenz der V&ouml;lker &ndash; dort das russische und hier die europ&auml;ischen wie da das US-amerikanische &ndash; aufzubauen. Nein. Die ideale, imperiale Vorstellung lautet weiter: Russland &uuml;bernehmen, dessen Gesellschaft nach dem Willen des Westens umbauen und ausbeuten. Das nennt man dann Freiheit. Dieses Vorgehen &ndash; es ist weltweit schon vielfach geschehen.<\/p><p>Mal so gefragt: Ist Russland eine Bedrohung? Ist Russland ein imperialistisches Reich, eines mit vielen Einmischungen aller Art weltweit, mit Milit&auml;rbasen, mit Instrumenten wie Sanktionen und Geheimdiensten und Sabotageakten und Erpressungen weltweit?<\/p><p>Man muss sich bewusst sein: Russland schl&uuml;ge zur&uuml;ck, w&uuml;rde der Westen durchdrehen und meinen, damit durchzukommen. Wir w&uuml;rden erleben, dass in wenigen Jahren wirklich russische Truppen in Deutschland st&uuml;nden. Die Russen sind uns &uuml;berlegen, wir, allein schon wir deutschen Soldaten, h&auml;tten nicht die Spur einer Chance. Die Russen sind uns &uuml;berlegen, weil sie alles zu gewinnen und nichts zu verlieren haben. Ihnen wird ja keine Chance einger&auml;umt, keine Hand gereicht. St&uuml;nden wir in deren Land, w&uuml;rde Russland Kr&auml;fte entwickeln, die wir nicht erahnen k&ouml;nnen. Doch wir brauchen nur zur&uuml;ckzuschauen: welche Kr&auml;fte aufgebracht wurden, um den Feind &ndash; das waren wir &ndash; zur&uuml;ckzudr&auml;ngen und 1945 beinah zu vernichten. Wir sollten dankbar sein, dass die Sowjetunion damals innegehalten und Frieden geschlossen hat.<\/p><p>Und jetzt, 2024, 2025, 2026? Am Ende l&auml;ge das Allermeiste erneut in Schutt und Asche. Viele von uns &bdquo;Wehrhaften&ldquo; w&auml;ren nicht mehr. Die Kriegsgewinnler vielleicht schon, hinter dem Ozean. Das gr&ouml;&szlig;te Land der Welt g&auml;be es aber immer noch. F&uuml;r die Siegesparade auf dem Roten Platz in Moskau st&uuml;nden gen&uuml;gend Soldaten &ndash; Veteranen des neuerlichen Gro&szlig;en Vaterl&auml;ndischen Krieges &ndash; parat.<\/p><p><small>Titelbild: Kamila Koziol\/shutterstock.com<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Wort Krieg ist allgegenw&auml;rtig. Dieses heftige Wort Krieg zur&uuml;ckzudr&auml;ngen, ist gerade schwer. 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