{"id":125488,"date":"2024-12-01T13:00:15","date_gmt":"2024-12-01T12:00:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=125488"},"modified":"2024-12-03T14:50:59","modified_gmt":"2024-12-03T13:50:59","slug":"rueckkehr-ins-ungewisse-inlandsvertriebene-im-libanon-kehren-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=125488","title":{"rendered":"R\u00fcckkehr ins Ungewisse: Inlandsvertriebene im Libanon kehren zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p>Am fr&uuml;hen Mittwochmorgen trat die Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon in Kraft. Schon in den fr&uuml;hen Morgenstunden hatten die Vertriebenen ihre Autos mit Taschen, Rucks&auml;cken, Decken und Matratzen bepackt, um in ihre D&ouml;rfer zur&uuml;ckzukehren. Noch vor 4.00 Uhr &ndash; dem offiziellen Beginn der Waffenruhe &ndash; verwandelten sich die Stra&szlig;en Beiruts in einen gro&szlig;en Stau mit Tausenden von Fahrzeugen. Eine Autoschlange zog sich &uuml;ber die Berge in Richtung Beeka Ebene. Die anderen brachen in Richtung S&uuml;den auf und schl&auml;ngelten sich durch die verw&uuml;steten Stra&szlig;en der s&uuml;dlichen Vororte Dakhieh, vorbei an zertr&uuml;mmerten Wohnh&auml;usern und Br&uuml;cken. Von <strong>Karin Leukefeld<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7817\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-125488-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241203-Inlandsvertriebene-im-Libanon-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241203-Inlandsvertriebene-im-Libanon-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241203-Inlandsvertriebene-im-Libanon-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241203-Inlandsvertriebene-im-Libanon-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=125488-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241203-Inlandsvertriebene-im-Libanon-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"241203-Inlandsvertriebene-im-Libanon-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>W&auml;hrend die Bewohner von Burj al-Brajneh, Haret Hreik und den anderen von israelischen Raketen schwer verw&uuml;steten s&uuml;dlichen Vororten Hisbollahfahnen auf den Tr&uuml;mmerbergen hissten, wurden &uuml;ber Fernsehkan&auml;le und soziale Medien Fotos und Filmaufnahmen verbreitet, die entlang der K&uuml;stenstra&szlig;e eine dichte Autoschlange zeigten, die sich in Richtung der s&uuml;dlibanesischen Hafenstadt Sidon w&auml;lzte. Von dort fuhren die Fahrzeuge im Schritttempo weiter s&uuml;dlich nach Tyrus. Die historische Hafenstadt war in den letzten zwei Monaten nahezu t&auml;glich von israelischen Raketen bombardiert worden.<\/p><p>Nach und nach wurde die Autoschlange gen S&uuml;den lichter, da viele Familien von der K&uuml;stenstra&szlig;e in die Berge oberhalb von Sidon abbogen, um in ihren Heimatd&ouml;rfern in der Provinz Nabatieh ihre H&auml;user und Wohnungen wieder in Besitz zu nehmen. Fahnen der Hisbollah und der Amal-Bewegung wurden aus Fenstern und Schiebed&auml;chern geschwenkt, aus Autoradios und Lautsprechern waren Kampflieder zu h&ouml;ren. Zur Begr&uuml;&szlig;ung der R&uuml;ckkehrer schwenkten die zur&uuml;ckgebliebenen &Uuml;berlebenden entlang der Stra&szlig;e Fahnen und zeigten Bilder von Hassan Nasrallah. Der langj&auml;hrige Generalsekret&auml;r der Hisbollah war am 27. September 2024 bei einem massiven Luftangriff der israelischen Luftwaffe auf einen Stra&szlig;enzug in Haret Hreik get&ouml;tet worden.<\/p><p>Die Menschen feierten die Waffenruhe und ihre R&uuml;ckkehr als Sieg. Die Spannung und Unsicherheit der vergangenen Monate wichen an diesem Tag einer gro&szlig;en Freude dar&uuml;ber, dass die Angriffe gestoppt waren. Zumindest vorerst scheint eine L&ouml;sung gefunden, die der Bev&ouml;lkerung erm&ouml;glicht zur&uuml;ckzukehren, die Sch&auml;den zu begutachten und mit dem Wiederaufbau zu beginnen. Niemand macht sich Illusionen dar&uuml;ber, dass der Wiederaufbau leicht sein wird, denn die Zerst&ouml;rungen sind sehr viel gr&ouml;&szlig;er, als sie es nach dem Krieg 2006 waren, der einen Monat gedauert hatte. Iran hat bereits Hilfe f&uuml;r den Wiederaufbau zugesagt.<\/p><p>Bis auf die UN-Organisationen und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz fehlten die vielen europ&auml;ischen Nichtregierungsorganisationen v&ouml;llig w&auml;hrend der Kriegsmonate. Es sei &bdquo;eine politische Sache&ldquo;, erkl&auml;rte ein Priester der Autorin, als sie die von seiner Gemeinde betriebene Suppenk&uuml;che besuchte, die t&auml;glich 4.000 Mahlzeiten an mittellose Menschen abgibt. Die Suppenk&uuml;che, die nach der Explosion im Hafen von Beirut 2021 eingerichtet wurde, erh&auml;lt Geld aus der Stiftung eines der weltweit gr&ouml;&szlig;ten Containerunternehmen, das in den 1930er-Jahren von einem libanesischen Gesch&auml;ftsmann gegr&uuml;ndet worden war.<\/p><p>&bdquo;Es ist ein Krieg zwischen Israel und der Hisbollah&ldquo;, erkl&auml;rte der Priester. Die westlichen NGOs k&auml;men nicht, &bdquo;weil es um Politik geht&ldquo;. Mit anderen Worten: Es werden die vom Krieg vertriebenen Familien aus dem S&uuml;dlibanon und aus den s&uuml;dlichen Vororten als Hisbollah-Unterst&uuml;tzer eingestuft und erhalten keine Unterst&uuml;tzung aus den westlichen L&auml;ndern, die an der Seite Israels stehen. Gesagt wird das nat&uuml;rlich nicht, sondern es wird &ndash; beispielsweise von der Bundesregierung &ndash; auf 60 Millionen Euro verwiesen, die an die UN-Organisationen im Libanon sowie an das IKRK und das libanesische Rote Kreuz f&uuml;r ausgew&auml;hlte Hilfe &uuml;bergeben wurden. Das Geld tr&ouml;pfelt dann zu den Notunterk&uuml;nften, wo die Aktiven der vielen libanesischen Hilfsorganisationen und Hilfskomitees sich bem&uuml;hen, beispielsweise 500 Matratzen an 3.000 Inlandsvertriebene zu verteilen.<\/p><p>So dankbar die Inlandsvertriebenen sein m&ouml;gen, der Waffenstillstand macht sie froh, der entw&uuml;rdigenden Situation in den Notunterk&uuml;nften entkommen zu k&ouml;nnen. Selbst wenn sie in einem besch&auml;digten oder teilzerst&ouml;rten Haus bleiben m&uuml;ssen, f&uuml;hlen sie sich dort mehr aufgehoben als in der Unsicherheit von Notunterk&uuml;nften.<\/p><p>Die zur&uuml;ckkehrenden Br&uuml;der Ali und Hamza Hassan schicken Fotos von ihrer R&uuml;ckkehr an Freunde und Verwandte. Am ersten Tag der Waffenruhe waren ihre Familien zun&auml;chst zur&uuml;ckgeblieben, damit sie ihre H&auml;user im Heimatdorf untersuchen konnten. Die Sch&auml;den seien zum Gl&uuml;ck gering, nun m&uuml;sse ordentlich geputzt werden. Wichtig sei, dass sie alle gesund geblieben seien, so die Br&uuml;der. Es sei nicht zu einem innerlibanesischen Streit oder gar zu K&auml;mpfen gekommen, zu denen Benjamin Netanjahu aufgerufen habe. Trotz der Angriffe, trotz vieler Toten und gro&szlig;er Verluste habe der Zusammenhalt der Libanesen sie alle gest&auml;rkt.<\/p><p>Der libanesische Parlamentssprecher Nabih Berri hatte am Mittwoch die Libanesen im In- und Ausland zur R&uuml;ckkehr in ihre Heimat aufgerufen. Das Land sei &bdquo;das Erbe der M&auml;rtyrer&ldquo;, so Berri, der an Hassan Nasrallah erinnerte, der ihm &bdquo;die Verantwortung des politischen Widerstandes&ldquo; anvertraut habe. Berri betonte die Einheit der Libanesen, die das Land vor weiteren Angriffen sch&uuml;tzen m&uuml;sse. &bdquo;Auch wenn Ihr zwischen Tr&uuml;mmern leben m&uuml;sst, kehrt zur&uuml;ck auf das Land, dass der Widerstand erhalten hat&ldquo;, so Berri. Er k&uuml;ndigte an, dass das Parlament am 9. Januar 2025 einen neuen Pr&auml;sidenten w&auml;hlen solle, um die Einheit des Libanon zu st&auml;rken.<\/p><p><strong>R&uuml;ckkehr ins Ungewisse<\/strong><\/p><p>Die US-Administration und Frankreich haben die Vereinbarung zwischen Libanon und Israel ausgehandelt. Offiziell handelt es sich um eine Waffenruhe, nicht um einen Waffenstillstand. Die Waffenruhe wurde zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah vereinbart, die bei den offiziellen Verhandlungen von Parlamentspr&auml;sident Nabih Berri vertreten wurde. Berri ist Vorsitzender der Amal-Bewegung, die an der Seite der Hisbollah im S&uuml;dlibanon einen israelischen Einmarsch stoppen konnte. Details der Vereinbarung sind nicht vollst&auml;ndig bekannt, die Waffenruhe soll 60 Tage gelten. In dieser Zeit soll die israelische Armee ihre Truppen aus dem S&uuml;den Libanons abgezogen haben. Die Hisbollah soll ihre schweren Waffen aus dem S&uuml;den in den Norden verlagern, hinter den Litani. Der Fluss liegt rund 30 Kilometer von der &bdquo;Blauen Linie&ldquo; entfernt, der Waffenstillstandslinie zwischen Israel und Libanon. Die libanesische Armee soll entlang der &bdquo;Blauen Linie&ldquo; stationiert werden und gemeinsam mit der UN-Friedensmission f&uuml;r Libanon (UNIFIL) den Abzug &uuml;berwachen.<\/p><p>Da die libanesische Armee milit&auml;risch au&szlig;erordentlich schwach ist, soll sie von einem Kommando aus US-amerikanischen und franz&ouml;sischen Truppen &bdquo;unterst&uuml;tzt&ldquo; werden. Unklar ist noch, wie diese Unterst&uuml;tzung organisiert werden soll. Unklar ist auch, wie viele libanesische Soldaten und wie viele US-amerikanische und franz&ouml;sische Soldaten eingesetzt werden sollen. Eine beabsichtigte Teilnahme von Gro&szlig;britannien und Deutschland an diesem Kommando wird es nicht geben, die Hisbollah hatte das abgelehnt.<\/p><p>Israel behauptet, das Recht zu haben, den Libanon anzugreifen, sollte Hisbollah sich nicht an die Vereinbarung halten. Unter Verweis auf die libanesische staatliche Souver&auml;nit&auml;t hat der Libanon einer solchen Vereinbarung allerdings nicht zugestimmt. Israelischen und US-amerikanischen Berichten zufolge soll Israel von der Biden-Administration und auch vom Pentagon die Zusage f&uuml;r einseitiges milit&auml;risches Eingreifen erhalten haben. Das bedeutet, dass die gesamte Vereinbarung &uuml;ber eine Waffenruhe sehr fragil ist.<\/p><p><strong>Kriege an sieben Fronten<\/strong><\/p><p>Der israelische Ministerpr&auml;sident Benjamin Netanjahu hatte der Vereinbarung zugestimmt. Libanesische Medien berichten, dass Netanjahu unter dem Druck der Armee schon vor Wochen die US-Administration um Vermittlung f&uuml;r eine Waffenruhe gebeten haben soll. In einer Rede an die B&uuml;rger Israels am Dienstagabend &ndash; vor Inkrafttreten des Waffenstillstandes &ndash; erkl&auml;rte Netanjahu, er habe den Sieg versprochen und man werde den Sieg erreichen. Man werde &bdquo;die Hisbollah ausl&ouml;schen&ldquo; und daf&uuml;r sorgen, dass alle Bewohner des Nordens zur&uuml;ckkehren k&ouml;nnten. An sieben Fronten sei Israel erfolgreich (auf gegnerischen Boden) eingedrungen, erkl&auml;rte Netanjahu und nannte den Krieg in Gaza, im Westjordanland, Jemen, Irak, Syrien, Libanon und Iran. Diese milit&auml;rischen &bdquo;Errungenschaften&ldquo; l&ouml;sten &bdquo;weltweit Ehrfurcht und Bewunderung aus und verleihen Israel im gesamten Nahen Osten eine starke Ausstrahlung&ldquo;, <a href=\"https:\/\/www.timesofisrael.com\/netanyahu-we-retain-full-freedom-of-military-action-against-hezbollah-with-us-okay\/\">so Netanjahu<\/a>.<\/p><p>Wichtig sei, dass Israel sich mit der Zustimmung der USA &bdquo;die vollst&auml;ndige Freiheit f&uuml;r milit&auml;rische Operationen gegen die Hisbollah&ldquo; gesichert habe, fuhr Netanjahu fort. Der Waffenstillstand zum jetzigen Zeitpunkt habe drei Gr&uuml;nde: Israel werde sich auf den Iran konzentrieren und verhindern, dass dieser Atomwaffen erhalte, so Netanjahu. Das sei f&uuml;r ihn &bdquo;die wichtigste Aufgabe, um die Existenz und die Zukunft des Staates Israel zu sichern&ldquo;. Der Waffenstillstand erm&ouml;gliche der Armee eine Erholungsphase und die Aufstockung der Waffen- und Munitionslager. Drittens werde man die Hamas isolieren.<\/p><p>Was Netanjahu in seiner Kriegsrede nicht erw&auml;hnte, war, dass die USA offenbar erheblichen Druck auf ihn ausge&uuml;bt hatten. Unbest&auml;tigten Berichten zufolge habe Washington gegen&uuml;ber Tel Aviv angedeutet, Israel wegen der offensichtlichen Massaker, Angriffe auf Zivilbev&ouml;lkerung und zivile Infrastruktur und nicht zuletzt wegen der Haftbefehle des Internationalen Gerichtshofs gegen Netanjahu und den ehemaligen Verteidigungsminister Yoav Gallant im UN-Sicherheitsrat nicht l&auml;nger sch&uuml;tzen zu k&ouml;nnen. Das wiederum h&auml;tte zur Anwendung von Strafma&szlig;nahmen gem&auml;&szlig; Kapitel VII der UN-Charta gegen Israel gef&uuml;hrt.<\/p><p>Im Libanon haben die israelischen Streitkr&auml;fte in den zwei Monaten gezielter und massiver Angriffe ihr Ziel &ndash; die Vernichtung der Hisbollah &ndash; nicht erreicht. Zwar hat die Organisation &ndash; und mit ihr die Zivilbev&ouml;lkerung &ndash; schwere Schl&auml;ge einstecken m&uuml;ssen und die Zerst&ouml;rung durch die israelischen Angriffe ist enorm, aber die Hisbollah ist nicht vernichtet. Sie hat obendrein einen Einmarsch der israelischen Truppen und die Besetzung von libanesischem Territorium verhindert. Israel konnte zerst&ouml;ren, aber keinen Ort milit&auml;risch halten. Keine der gro&szlig;en St&auml;dte Khiam, Bint Jbeil oder Naqura wurde von israelischen Truppen eingenommen.<\/p><p><strong>Frieden ist nicht in Sicht<\/strong><\/p><p>Vielleicht bedeutet es eine Ruhepause, aber Frieden ist nicht in Sicht. Nicht nur die USA, die NATO und westliche Staaten unterst&uuml;tzen Israel bei seinem kriegerischen Vorgehen, auch die israelische Bev&ouml;lkerung begr&uuml;&szlig;t mehrheitlich die Kriege. Die Siedlerverb&auml;nde aus dem Norden Israels sprechen von einer falschen Entscheidung und lehnen die Waffenruhe ab. Sie sagen, nur die Vernichtung der Hisbollah werde ihnen Sicherheit bringen. Im Kabinett werden die Siedler von Itamar Ben-Gvir vertreten, dem Minister f&uuml;r Nationale Sicherheit. Er steht an der Seite der rechtsextremen Siedlerbewegung und bezeichnete den Waffenstillstand als &bdquo;historischen Fehler&ldquo;. Als Einziger des Kriegskabinetts stimmte Ben-Gvir gegen die Entscheidung. Wie schlecht es um die angeblich &bdquo;einzige Demokratie&ldquo; in der Region bestellt ist, zeigt auch die Verh&auml;ngung von Sanktionen gegen die Tageszeitung <em>Haaretz<\/em>. Die Zeitung hat zahlreiche Kriegsverbrechen der israelischen Armee aufgedeckt. Ihre Bestrafung mit Sanktionen durch die israelische Regierung zeigt, dass die wenigen Oppositionellen in Israel immer mehr unter Druck geraten.<\/p><p>Die Lage bleibt fragil, regionale Grundfragen bleiben ungel&ouml;st. Die Zerst&ouml;rungen im Libanon sind gro&szlig;. Es wird lange dauern und viel kosten, die H&auml;user und D&ouml;rfer wieder aufzubauen. Die israelische Armee setzte zudem Streubomben und Wei&szlig;en Phosphor ein und machte so landwirtschaftliche Gebiete im S&uuml;den des Landes unbewohnbar. Die Frage bleibt, was nach 60 Tagen Waffenruhe geschehen wird. Dann wird Donald Trump US-Pr&auml;sident sein und der Politik in der Region einen neuen Stempel aufdr&uuml;cken. Netanjahu wird vermutlich noch immer im Amt sein. Die USA haben weitere Waffen und Truppenverb&auml;nde in die Region verlegt. Das gilt auch f&uuml;r Syrien, das seit Jahren unter schweren wirtschaftlichen Sanktionen von USA und EU leidet. An dem Tag, an dem die Waffenruhe im Libanon begann, starteten bewaffnete Kampfverb&auml;nde des Al-Qaida-Ablegers Hay&rsquo;at Tahrir al Scham von der nordwestlichen Provinz Idlib aus einen Angriff auf die Orte Nubl und Zahra, die westlich von Aleppo liegen.<\/p><p>Die Gesamtsituation in der Region steuert weiter am Rande eines gro&szlig;en Krieges entlang. Der Vernichtungskrieg gegen Gaza geht ununterbrochen weiter. Am Mittwoch und Donnerstag wurden erneut Dutzende Pal&auml;stinenser vor allem im Norden des Gazastreifens, aber auch in Gaza Stadt und im S&uuml;den bei israelischen Angriffen get&ouml;tet. Im Fl&uuml;chtlingslager Nuseirat kamen neun Mitglieder einer Familie ums Leben, als ihr Haus von Israel zerst&ouml;rt wurde. Die Zahl der Toten (seit 7. Oktober 2023) stieg offiziellen pal&auml;stinensischen Angaben zufolge auf 44.282, w&auml;hrend mindestens 10.000 unter Tr&uuml;mmern nicht geborgen werden k&ouml;nnen. Die Zahl der Verletzten wird mit 104.880 angegeben.<\/p><p><small>Titelbild: Ali Chehade Farhat\/shutterstock.com<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am fr&uuml;hen Mittwochmorgen trat die Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon in Kraft. Schon in den fr&uuml;hen Morgenstunden hatten die Vertriebenen ihre Autos mit Taschen, Rucks&auml;cken, Decken und Matratzen bepackt, um in ihre D&ouml;rfer zur&uuml;ckzukehren. 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