{"id":125713,"date":"2024-12-05T10:00:18","date_gmt":"2024-12-05T09:00:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=125713"},"modified":"2024-12-05T15:21:00","modified_gmt":"2024-12-05T14:21:00","slug":"wegen-schlechter-fuehrung-kanzleramt-wird-zwangsgeraeumt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=125713","title":{"rendered":"Wegen schlechter F\u00fchrung: Kanzleramt wird zwangsger\u00e4umt!"},"content":{"rendered":"<p>Heute wird in Berlin und Hamburg gegen eine vergeigte Wohnungspolitik im Zeichen von Platzmangel und Mietwucherei demonstriert. Zeitgleich parliert in der Hauptstadt Ministerin Geywitz mit Verbandsvertretern, als Ersatz f&uuml;r einen durch ihren Chef abgeblasenen Gipfel am Nikolaustag. Das Treffen habe sich mit dem Aus der Ampel erledigt, hei&szlig;t es, so wie vielleicht auch die Mietpreisbremse. Vonovia und Co. bauen darauf. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6722\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-125713-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241205_Wegen_schlechter_Fuehrung_Kanzleramt_wird_zwangsgeraeumt_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241205_Wegen_schlechter_Fuehrung_Kanzleramt_wird_zwangsgeraeumt_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241205_Wegen_schlechter_Fuehrung_Kanzleramt_wird_zwangsgeraeumt_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241205_Wegen_schlechter_Fuehrung_Kanzleramt_wird_zwangsgeraeumt_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=125713-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241205_Wegen_schlechter_Fuehrung_Kanzleramt_wird_zwangsgeraeumt_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"241205_Wegen_schlechter_Fuehrung_Kanzleramt_wird_zwangsgeraeumt_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Wohnst Du noch oder bebst Du schon &ndash; vor Wut auf Deinen Vermieter? Der schon wieder mehr Geld haben will f&uuml;r etwas, das Du jetzt schon nicht mehr bezahlen kannst. Wer heute in einer deutschen Gro&szlig;stadt lebt, gibt in vielen F&auml;llen ein Drittel seines monatlichen Einkommens f&uuml;r ein Dach &uuml;ber dem Kopf aus. F&uuml;r den Durchschnittsberliner ist das sogar die Regel: 32 Prozent seiner Eink&uuml;nfte gehen direkt f&uuml;r die Kaltmiete drauf, und obendrauf kommen noch Heizung, Strom und sonstige Nebenkosten. Damit liegt die Hauptstadt ganz vorne im bundesweiten Vergleich, gemeinsam mit M&uuml;nchen, wo aber im Mittel deutlich mehr verdient wird. Wobei es in der Isarmetropole &bdquo;besonders teure Mikrolagen&ldquo; mit 35 Prozent <a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/wirtschaft\/studie-miete-frisst-in-grossstadtvierteln-einkommen-zr-92563706.html\">&bdquo;Mietkostenquote&ldquo;<\/a> gibt. Wer es sich leisten kann &hellip; <\/p><p>Oder eben nicht. W&auml;hrend die Ausgaben f&uuml;rs Wohnen von einem Allzeithoch zum n&auml;chsten jagen, z&auml;hlt Deutschland immer mehr Menschen ohne feste Bleibe. Sch&auml;tzungsweise <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/ursachen-obdachlosigkeit-wohnungslosigkeit-100.html\">50.000 Obdachlose<\/a> verbringen selbst die Nacht im Freien, w&auml;hrend 600.000 Wohnungslose zum Schlafen wenigstens in einer Notfalleinrichtung, in Heimen, Frauenh&auml;usern, bei Freunden oder Familienmitgliedern unterkommen. In die Zehntausende geht inzwischen auch die j&auml;hrliche Zahl der Zwangsr&auml;umungen, 2021 waren es <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/2021-wurden-mehr-als-29-000-wohnungen-zwangsgeraeumt-a-e13e1b16-bf6c-4219-9b3c-127c46f45989\">mehr als 29.000<\/a>. Allein in Nordrhein-Westfalen sind es <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/nrw\/landespolitik\/knapp-24-zwangsraeumungen-am-tag-in-nrw_aid-110509049\">t&auml;glich knapp 24<\/a>. Zuletzt sorgte ein Fall in Esslingen nahe Stuttgart f&uuml;r Schlagzeilen. Ein Mann setzte ein Haus in Brand, erschoss den Sohn seines Vermieters, dann sich selbst. In einem Beitrag zum Thema beschreibt der Berliner Mieterverein die Stimmungslage von Betroffenen: <a href=\"https:\/\/www.berliner-mieterverein.de\/magazin\/online\/mm0124\/mm-extra-jede-zwangsraeumung-ist-eine-zu-viel-012426.htm\">&bdquo;Herzrasen, Bluthochdruck, Schlafst&ouml;rungen &ndash; wer zwangsger&auml;umt wird, durchlebt einen Albtraum.&ldquo;<\/a><\/p><p><strong>Protest in Berlin und Hamburg<\/strong><\/p><p>Anders die Profiteure. Dieser Tage machte die Meldung die Runde, wonach die beiden gr&ouml;&szlig;ten deutschen Wohnungskonzerne &ndash; Vonovia und LEG &ndash; im kommenden Jahr erneut die Mieten anheben wollen, um <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/audio\/today\/vonovia-und-leg-wollen-mieten-ab-2025-kraeftig-erhoehen\/30109352.html\">&bdquo;mindestens vier Prozent&ldquo;<\/a>. Beide Unternehmen haben die kurze Krise mit zwischenzeitlich sinkenden Immobilienpreisen gut verkraftet und streichen wieder gewohnt satte Profite ein. Vonovia rechnet mit einem operativen Gewinn von 2,65 Milliarden Euro im auslaufenden Jahr und peilt f&uuml;r 2028 bis zu <a href=\"https:\/\/www.boerse.de\/nachrichten\/WDH-ROUNDUP-2-Vonovia-will-operativen-Gewinn-in-den-kommenden-Jahren-steigern\/36656815\">3,5 Milliarden Euro<\/a> an. Bei den Anlegern knallen bestimmt die Champagnerkorken, am Anleger im Yachthafen von Saint Tropez &hellip;<\/p><p>Neid hilft jedoch nicht weiter, aber vielleicht ja Widerstand. F&uuml;r den heutigen Donnerstag haben Dutzende Mieterverb&auml;nde und -vereine zu Protestaktionen in Berlin und Hamburg mobilisiert. An der Spree ist f&uuml;r 13:30 Uhr eine Kundgebung vor dem Deutschen Institut f&uuml;r Bautechnik in der Kolonnenstra&szlig;e in Sch&ouml;neberg geplant. An der Elbe wird neben einer Kundgebung auch eine Demonstration mit anschlie&szlig;endem Podiumsgespr&auml;ch auf Initiative des B&uuml;ndnisses &bdquo;Offensiv f&uuml;r Wohnraum&ldquo; stattfinden. &bdquo;Die Bilanz der Ampel ist ersch&uuml;tternd, mietenpolitisch wurde <a href=\"https:\/\/www.berlin-live.de\/berlin\/aktuelles\/demos-miete-berlin-geywitz-id324711.html\">weniger als gar nichts<\/a> w&auml;hrend der nun vorzeitig auslaufenden Legislatur umgesetzt&ldquo;, &auml;u&szlig;erte sich Sebastian Bartels vom Berliner Mieterverein in der Presse. Nicht einmal die im Koalitionsvertrag vereinbarten Ma&szlig;nahmen zum Schutz der Mieterinnen und Mieter w&uuml;rden umgesetzt. Die Forderungen der Aktiven: &bdquo;Mieten deckeln! Umwandlungen und Zwangsr&auml;umungen verbieten! Eigenbedarf beschr&auml;nken! Vorkaufsrecht reaktivieren!&ldquo; Ihr Credo: <a href=\"https:\/\/www.berliner-mieterverein.de\/termine.htm#1-Protest\">&bdquo;Es braucht grunds&auml;tzliche Ver&auml;nderungen.&ldquo;<\/a><\/p><p><strong>Kein Haus vom Nikolaus<\/strong><\/p><p>Wie passend: Der Protest musste selbst umziehen. Eigentlich wollte Olaf Scholz (SPD) am Freitag in Hamburg zum Wohngipfel laden, um mit Vertretern aus Politik, Bau- und Wohnungswirtschaft, von Mieterverb&auml;nden, Gewerkschaften und F&ouml;rderbanken Wege aus der Wohnungskrise zu besprechen. Das hat l&auml;ngst schlechte Tradition. Sobald es irgendwo klemmt, wird telegen gegipfelt und danach bleibt alles wie gehabt. Erst Ende September hatte der Kanzler den &bdquo;B&uuml;ndnis-Tag zum bezahlbaren Wohnraum&ldquo; steigen lassen und anschlie&szlig;end mit einem 14-Punkte-Plan gewedelt. Der enth&auml;lt zwar allerhand Absichtsbekundungen der Sorte &bdquo;bauen, bauen, bauen&ldquo;, aber <a href=\"https:\/\/www.berliner-mieterverein.de\/magazin\/online\/mm1123\/wohnungsbaugipfel-im-bund-14-punkte-und-nichts-zur-mietenfrage-112321.htm\">&bdquo;nichts zur Mietenfrage&ldquo;<\/a>, wie damals der Berliner Mieterverein bilanzierte.<\/p><p>Vielleicht wollte sich der Regierungschef ja ein neuerliches Pfeifkonzert ersparen, indem er den f&uuml;r Freitag anberaumten Gipfel kurzerhand abblies, womit auch klar ist: kein Haus vom Nikolaus. Jedenfalls wird nun Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) die Ersatzgastgeberin geben, bei einer auf zweieinhalb Stunden eingedampften &bdquo;Spitzenrunde&ldquo;, und das auch schon heute, am Donnerstag. Offiziell begr&uuml;ndet wird der Vorgang mit dem vorzeitigen Ende der Koalition, der <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/immobilien-der-wohngipfel-mit-dem-kanzler-ist-geplatzt\/100090590.html\">&bdquo;verk&uuml;rzten Legislaturperiode&ldquo;<\/a> und also dem stillschweigenden Eingest&auml;ndnis, in den paar verbleibenden Wochen nichts mehr gebacken zu kriegen.<\/p><p><strong>Mietpreisbremse vorm Aus<\/strong><\/p><p>Eigentlich wollten SPD, Gr&uuml;ne und FDP bis Jahresende wenigstens noch die sogenannte Mietpreisbremse bis 2028 verl&auml;ngern, worauf man sich im Oktober nach langem Streit geeinigt hatte. Mit dem Bruch der Ampel erscheint der entsprechende Gesetzentwurf aber kaum mehr durchsetzbar. Der federf&uuml;hrende Marco Buschmann (FDP) ist nicht mehr Bundesjustizminister, und die Union steht als Mehrheitsbeschaffer eher nicht zur Verf&uuml;gung. Ohne Konsens liefe die Regelung bis Ende 2025 aus, je nach Bundesland mal fr&uuml;her, mal sp&auml;ter. In Berlin etwa endet die fragliche Rechtsverordnung am 31. Mai, in Baden-W&uuml;rttemberg, Nordrhein-Westfalen und Hamburg am 30. Juni. Bei einem Aus der Mietpreisbremse drohten <a href=\"https:\/\/mieterbund.de\/aktuelles\/meldungen\/mietpreisbremse-jetzt-verlaengern\/\">&bdquo;unkalkulierbare Folgen&ldquo;<\/a>, warnte zuletzt der Pr&auml;sident des Deutschen Mieterbunds (DMB), Lukas Siebenkotten. Beim Abschluss neuer Mietvertr&auml;ge existierten dann &bdquo;keinerlei Beschr&auml;nkungen&ldquo;, und die ungedeckelten Angebotsmieten trieben den &ouml;rtlichen Mietspiegel nach oben. &bdquo;Die Kostenspirale am Wohnungsmarkt w&uuml;rde noch steiler nach oben gehen&ldquo;, so der Verbandschef.<\/p><p>Dabei ist die Bremse selbst nur von beschr&auml;nkter Haftkraft. Das 2015 eingef&uuml;hrte Instrument legt fest, dass Vermieter auf &bdquo;angespannten&ldquo; Wohnungsm&auml;rkten bei neuen Vertr&auml;gen die orts&uuml;bliche Vergleichsmiete im Grundsatz h&ouml;chstens um zehn Prozent &uuml;berschreiten d&uuml;rfen. Allerdings nutzen Eigent&uuml;mer eine Reihe an Schlupfl&ouml;chern, um die Vorgaben zu umschiffen. Zum Beispiel l&auml;uft die Bestimmung bei m&ouml;blierten Wohnungen ebenso ins Leere wie bei sogenannten Indexmieten, die sich an der Entwicklung der Verbraucherpreise orientieren. Ein Drittel der Wohneinheiten in den Metropolen w&uuml;rden mittlerweile m&ouml;bliert angeboten, monierte zu Wochenanfang der neue Co-Vorsitzende der Partei Die Linke, Jan van Aken, und sprach dabei von <a href=\"https:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/keine-mieterhoehung-mehr--linke-fordert-verbot-fuer-sechs-jahre-35272910.html\">&bdquo;unversch&auml;mten Praktiken&ldquo;<\/a>. Selbst bei Verst&ouml;&szlig;en gegen die Vorgaben m&uuml;ssten Hausbesitzer &bdquo;mit keinerlei Strafe rechnen&ldquo;.<\/p><p>&bdquo;<strong>Die Gro&szlig;e Abrechnung&ldquo;<\/strong><\/p><p>Gemeinsam mit der wohnungspolitischen Sprecherin der Linke-Bundestagsgruppe, Caren Lay, stellte der Parteichef am Montag ein Positionspapier mit dem Titel <a href=\"https:\/\/www.die-linke.de\/start\/presse\/detail\/die-grosse-abrechnung\/\">&bdquo;Die Gro&szlig;e Abrechnung&ldquo;<\/a> vor. Darin verlangen sie einen &bdquo;Mietenstopp f&uuml;r sechs Jahre&ldquo;, wobei der Zeitraum daf&uuml;r genutzt werden solle, einen &bdquo;bundesweiten Mietendeckel&ldquo; auf den Weg zu bringen. Au&szlig;erdem m&uuml;sse es eine &bdquo;warme Wohnung f&uuml;r alle&ldquo; geben, durch ein sofortiges Verbot von Gas- und Stromsperren und langfristig &bdquo;sozial gestaffelte Heizungs- und Stromkosten&ldquo;. Punkt drei ihres Drei-Punkte-Programms zielt auf eine &bdquo;Investitionsoffensive f&uuml;r den sozialen und gemeinn&uuml;tzigen Wohnungsbau&ldquo; im Umfang von 20 Milliarden Euro j&auml;hrlich. &bdquo;So viel wird momentan f&uuml;r Wohngeld ausgegeben&ldquo;, hei&szlig;t es in ihrem Papier. Es sei aber &bdquo;auf lange Sicht nachhaltiger, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen&ldquo;.<\/p><p>Dem Bundeskanzler werfen Lay und van Aken vor, &bdquo;in der Wohnungspolitik komplett versagt&ldquo; zu haben. Die Bundesregierung war einst mit dem Versprechen von 400.000 neuen Wohnungen j&auml;hrlich angetreten, davon 100.000 in &ouml;ffentlicher F&ouml;rderung. Die Koalition riss die Latte aber drei Jahre in Folge deutlich. Mit nur <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2024-11\/statistisches-bundesamt-weniger-baugenehmigungen-wohnung\">157.200 Baugenehmigungen<\/a> in den ersten neun Monaten dieses Jahres wurde ein neuer Tiefpunkt erreicht. Im gleichen Zeitraum 2023 waren es 38.500 &ndash; und damit etwa 20 Prozent &ndash; mehr. Gerade in puncto bezahlbarer Wohnraum ist die Bilanz desastr&ouml;s. Laut Mieterbund waren von den 2023 knapp 300.000 neu errichteten Objekten weniger als ein Drittel klassische Mietwohnungen und weniger als ein Zehntel Sozialwohnungen.<\/p><p><strong>Mieter im Ausverkauf<\/strong><\/p><p>Der Niedergang setzte schon viel fr&uuml;her ein. Seit 2007 ist die Zahl der Sozialwohnungen von &uuml;ber zwei Millionen auf heute noch rund eine Million eingebrochen. Dabei h&auml;tten aktuell mehr als elf Millionen Haushalte einen Anspruch darauf. 1987, auf dem Gebiet der alten Bundesrepublik, gab es allein vier Millionen Sozialwohnungen. Das ging vor allem auf die Nachkriegszeit zur&uuml;ck, als mehr als 50 Prozent des Neubaus dem gef&ouml;rderten Wohnungsbau zufielen und Bindungsfristen von bis zu 80 Jahren bestanden. Heute endet die Pflicht, zu erschwinglichen Kosten zu vermieten, nach sp&auml;testens 20 Jahren, mithin auch schon nach zw&ouml;lf. J&auml;hrlich fallen Zehntausende Einheiten aus der Sozialbindung. Ab dann d&uuml;rfen die Eigner abkassieren, und das machen die allermeisten.<\/p><p>Die Hintergr&uuml;nde der allgemeinen Wohnungsmisere hatten die <em>NachDenkSeiten<\/em> 2020 im Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=62011\">&bdquo;Asozialer Wohnungsbau&ldquo;<\/a> aufgezeigt. Urs&auml;chlich waren neben diversen Gesetzeseingriffen in den 1990er-Jahren vor allem der systematische Abverkauf riesiger &ouml;ffentlicher Wohnungsbest&auml;nde im Rahmen der mit &bdquo;Sparzw&auml;ngen&ldquo; propagierten Privatisierungswellen sowie der weitgehende R&uuml;ckzug des Bundes aus dem sozialen Wohnungsbau. Unter L&auml;nderhoheit und erst recht nach Einf&uuml;hrung der sogenannten Schuldenbremse geriet die staatliche Baut&auml;tigkeit massiv ins Hintertreffen, w&auml;hrend die gro&szlig;en Immobilienkonzerne ihre billigen Neuerwerbungen mit horrend aufgeschlagenen Mieten vergolden konnten.<\/p><p><strong>Auf L&uuml;gen gebaut<\/strong><\/p><p>Eine teure Aktie an der Entwicklung h&auml;lt ausgerechnet die PDS als Vorg&auml;ngerorganisation der Linkspartei. In ihrer Mitverantwortung wurde 2004 in Berlin die bis dahin landeseigene Wohnungsbaugesellschaft GSW mit 65.000 Wohnungen zum Preis von 405 Millionen Euro an ein US-Konsortium verh&ouml;kert. Die Beute ging sp&auml;ter in die H&auml;nde der Deutsche Wohnen &uuml;ber, die inzwischen von der Vonovia geschluckt wurde. Die nennt bundesweit fast 500.000 Wohnungen ihr Eigen, Motto: <a href=\"https:\/\/www.vonovia.de\/\">&bdquo;Wir geben Menschen ein Zuhause (&hellip;) zu fairen Preisen&ldquo;<\/a>. Da biegen sich die Dachbalken. Apropos: In L&uuml;beck stehen seit Monaten 98 Vonovia-Wohnungen leer &ndash; <a href=\"https:\/\/www.ln-online.de\/lokales\/luebeck\/98-vonovia-wohnungen-in-luebeck-stehen-seit-monaten-leer-ATT5H7IPDFDFXH3S47DJJ2H3RY.html\">wegen Einsturzgefahr<\/a>.<\/p><p><small>Titelbild: Dynamoland\/shutterstock.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/047cbbd9a5ac49b48ef3cdf49d63b9c0\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute wird in Berlin und Hamburg gegen eine vergeigte Wohnungspolitik im Zeichen von Platzmangel und Mietwucherei demonstriert. Zeitgleich parliert in der Hauptstadt Ministerin Geywitz mit Verbandsvertretern, als Ersatz f&uuml;r einen durch ihren Chef abgeblasenen Gipfel am Nikolaustag. Das Treffen habe sich mit dem Aus der Ampel erledigt, hei&szlig;t es, so wie vielleicht auch die Mietpreisbremse.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=125713\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":125714,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,165,145],"tags":[861,282,1785,2678,2151,3403,1141,1582,2557,2638],"class_list":["post-125713","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-innen-und-gesellschaftspolitik","category-sozialstaat","tag-ampelkoalition","tag-buergerproteste","tag-immobilienwirtschaft","tag-mietendeckel","tag-mietpreisbremse","tag-mietpreise","tag-obdachlosigkeit","tag-sozialer-wohnungsbau","tag-vonovia","tag-wohnungsnot"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Shutterstock_2475111263.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/125713","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=125713"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/125713\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":125752,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/125713\/revisions\/125752"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/125714"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=125713"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=125713"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=125713"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}