{"id":125796,"date":"2024-12-06T12:00:29","date_gmt":"2024-12-06T11:00:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=125796"},"modified":"2024-12-08T11:28:39","modified_gmt":"2024-12-08T10:28:39","slug":"greenpeace-studie-aufruestung-nicht-noetig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=125796","title":{"rendered":"Greenpeace-Studie \u2013 Aufr\u00fcstung nicht n\u00f6tig"},"content":{"rendered":"<p>Sp&auml;testens seit der von Olaf Scholz verk&uuml;ndeten &bdquo;Zeitenwende&ldquo; hat sich die Debatte um Deutschlands R&uuml;stungsausgaben deutlich verschoben. Die vor wenigen Jahren noch unvorstellbare Summe von zwei Prozent des BIP <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/nato-deutsche-militaerausgaben-100.html\">wurde bereits &uuml;berschritten<\/a>, Scharfmacher fordern nun bereits eine <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/verteidigungsausgaben-wir-muessen-aufruesten-fuer-den-wohlstand-a-0d456e8d-ae8f-44dc-af56-7443992ead05\">Erh&ouml;hung auf drei Prozent<\/a>. Die Argumente sind immer dieselben: Die NATO m&uuml;sse aufr&uuml;sten, um eine russische Invasion zu verhindern, und wegen der Pr&auml;sidentschaft Trumps m&uuml;sse Europa sich ohnehin st&auml;rker ins Zeug legen. Eine vor wenigen Tagen ver&ouml;ffentlichte Studie von Greenpeace zeigt, dass dies Unsinn ist. Die milit&auml;rische &Uuml;berlegenheit der NATO gegen&uuml;ber Russland ist &ndash; auch ohne die USA &ndash; in so ziemlich allen Bereichen schon heute derart massiv, dass selbst aus der milit&auml;rischen Logik heraus keine weitere Aufr&uuml;stung n&ouml;tig ist. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_4134\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-125796-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241206_Greenpeace_Studie_Aufruestung_nicht_noetig_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241206_Greenpeace_Studie_Aufruestung_nicht_noetig_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241206_Greenpeace_Studie_Aufruestung_nicht_noetig_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241206_Greenpeace_Studie_Aufruestung_nicht_noetig_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=125796-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241206_Greenpeace_Studie_Aufruestung_nicht_noetig_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"241206_Greenpeace_Studie_Aufruestung_nicht_noetig_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>&bdquo;Wenn wir nicht weitere Milliarden in die R&uuml;stung stecken und kriegstauglich werden, steht Putin schon bald in Riga, Warschau und am Ende gar in Berlin&ldquo; &ndash; so ungef&auml;hr lautet die Erz&auml;hlung, mit der seit der russischen Invasion in der Ukraine die Falken aus Politik und Medien hausieren gehen. Hinterfragt werden diese S&auml;tze kaum noch; sie gelten im politischen Diskurs vielmehr schon beinahe als gegeben. Warum eigentlich?<\/p><p>Dazu zun&auml;chst eine wichtige Vorbemerkung. Wenn wir &uuml;ber die milit&auml;rischen Kr&auml;fteverh&auml;ltnisse zwischen der NATO und Russland sprechen, impliziert dies, dass ein direkter Krieg zwischen diesen beiden Bl&ouml;cken unterhalb der nuklearen Schwelle f&uuml;hrbar w&auml;re. Das ist eine brandgef&auml;hrliche Fehlannahme. Im Zeitalter der Atombombe ist der wahre Feind nicht der vermeintliche Gegner, sondern der Krieg selbst. Daher sollte man eigentlich auch &uuml;berhaupt nicht &uuml;ber die Sinnhaftigkeit von R&uuml;stungsausgaben debattieren, sondern die milit&auml;rische Logik als solche hinterfragen. Doch davon sind wir leider Lichtjahre entfernt. In diesem Artikel geht es daher auch darum, die Aufr&uuml;stungsdebatte innerhalb der milit&auml;rischen Logik zu hinterfragen; denn selbst wenn man ausschlie&szlig;lich auf dieser Ebene bleibt und &uuml;bergeordnete Fragen ausblendet, gibt es keine &uuml;berzeugenden Argumente f&uuml;r h&ouml;here R&uuml;stungsausgaben. Doch nun zur&uuml;ck zum Thema.<\/p><p>Folgt man der Argumentation der Falken, st&ouml;&szlig;t man schon sehr bald auf einen inneren Widerspruch. Auf der einen Seite wird Russland auch im milit&auml;rischen Kontext als r&uuml;ckst&auml;ndiger, fragiler Staat angesehen, den selbst ein eher schmalbr&uuml;stiger NATO-Stellvertreter wie die Ukraine mit ein wenig finanzieller und materieller Unterst&uuml;tzung &bdquo;besiegen&ldquo; k&ouml;nne. Auf der anderen Seite wird das gleiche Russland aber als faktische Bedrohung f&uuml;r die NATO aufgeblasen &ndash; eine milit&auml;rische Gro&szlig;macht, die mit ihren Truppen angeblich schon bald in Berlin stehen k&ouml;nnte. Freilich sind beide Aussagen nicht nur widerspr&uuml;chlich, sondern interessengeleitet. Doch wie steht es im Kr&auml;fteverh&auml;ltnis zwischen NATO und Russland eigentlich tats&auml;chlich?<\/p><p>Dieser Frage sind der Friedens- und Konfliktforscher <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Herbert_Wulf\">Herbert Wulf<\/a> und der Publizist Christopher Steinmetz nun f&uuml;r die NGO Greenpeace in der Studie <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.de\/publikationen\/wann-ist-genug-genug\">&bdquo;Wann ist genug genug?&ldquo;<\/a> nachgegangen. Die Ergebnisse dieser Studie widersprechen den Forderungen nach noch mehr R&uuml;stungsausgaben fundamental. In den Punkten Milit&auml;rausgaben, Gro&szlig;waffensysteme, Truppenst&auml;rke, milit&auml;rische Einsatzbereitschaft und R&uuml;stungsbeschaffung und -produktion ist die NATO Russland schon heute haushoch &uuml;berlegen und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass sich daran so bald etwas zum Nachteil der NATO &auml;ndern k&ouml;nnte. Auch ohne die USA sind die europ&auml;ischen Staaten Russland deutlich &uuml;berlegen. Lediglich bei den Atomwaffen gibt es das vielzitierte Gleichgewicht des Schreckens, hier sind die NATO und Russland auf Augenh&ouml;he; auch was die damit zusammenh&auml;ngenden Tr&auml;gersysteme und Zweitschlagf&auml;higkeiten angeht.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/241206_Greenpeace-01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/241206_Greenpeace-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Heute geben die NATO-Staaten zusammen etwa zehnmal so viel Geld f&uuml;r ihre Streitkr&auml;fte aus wie Russland. Nat&uuml;rlich kann man diese Zahlen nicht 1:1 vergleichen &ndash; ein deutscher Berufssoldat kostet schlie&szlig;lich deutlich mehr als ein russischer Berufssoldat und auch der Anschaffungspreis f&uuml;r einen deutschen Panzer ist um einiges h&ouml;her. Doch selbst wenn man die Ausgaben nach Preisparit&auml;t gewichtet und die horrenden Milit&auml;rausgaben der USA herausnimmt, kommt man immer noch auf ein deutliches &Uuml;bergewicht von 50 Prozent zugunsten der europ&auml;ischen NATO-Staaten. Der Verteidigungsetat der europ&auml;ischen L&auml;nder ist h&ouml;her als der gesamte russische Staatshaushalt. Alleine Deutschland und Frankreich geben mehr f&uuml;r das Milit&auml;r aus als Russland. Und hierbei muss man noch ber&uuml;cksichtigen, dass Russland sich im Krieg befindet und die mittelfristige Budgetplanung ein Drittel niedriger ist. Ganz anders sieht es bei der NATO aus. In den letzten zehn Jahren stiegen die NATO-Milit&auml;rausgaben um ein Drittel. Allein im laufenden Jahr haben die NATO-Staaten ihre Milit&auml;rausgaben um 18 Prozent gesteigert &ndash; ein historischer H&ouml;chstwert. Angesichts dieser Zahlen ist es mehr als erstaunlich, dass in der aktuellen Debatte stets der genau gegenteilige Eindruck vermittelt wird. Nicht Russland, sondern die NATO und hier auch und vor allem die europ&auml;ischen NATO-Staaten r&uuml;sten im gigantischen Ma&szlig;stab auf.<\/p><p>Das Missverh&auml;ltnis wird noch deutlicher, wenn man sich das derzeitige milit&auml;rische Kr&auml;fteverh&auml;ltnis anschaut. Bei allen Waffengattungen &ndash; mit Ausnahme der strategischen Bomber &ndash; hat die NATO eine &Uuml;berlegenheit von mindestens vier zu eins. Selbst wenn man die USA herausnimmt, haben die europ&auml;ischen NATO-Staaten eine deutliche &Uuml;berlegenheit gegen&uuml;ber Russland; so verf&uuml;gen sie beispielsweise &uuml;ber rund 6.300 einsatzf&auml;hige Kampfpanzer, w&auml;hrend Russland &uuml;ber rund 2.000 verf&uuml;gt, wobei die russischen Zahlen angesichts der hohen Verluste im Ukrainekrieg ohnehin unter Vorbehalt zu betrachten sind. Hinzu kommt, dass die Waffensysteme der NATO in nahezu allen Bereichen moderner sind als die Russlands. So verf&uuml;gen die NATO-Staaten beispielsweise &uuml;ber 900 Kampfflugzeuge der modernsten f&uuml;nften Generation, Russland aber nur &uuml;ber zw&ouml;lf.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/241206_Greenpeace-02.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/241206_Greenpeace-02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Nun kann man sicher einwenden, dass die nackte Zahl an Gro&szlig;waffensystemen keine eindeutigen Schl&uuml;sse auf deren Wirksamkeit auf dem Schlachtfeld zul&auml;sst; so scheinen beispielsweise die ber&uuml;chtigten Kampfpanzer, um deren Lieferung in die Ukraine hierzulande so intensiv debattiert wurde, im Ukrainekrieg auf beiden Seiten kaum eine Rolle zu spielen. Doch diese Debatte sollen Milit&auml;rexperten f&uuml;hren. Bei der Aufr&uuml;stungsdebatte geht es ja vor allem um Geld &ndash; und dieses Geld wird nun einmal f&uuml;r Kampfjets, Panzer und U-Boote ausgegeben und wenn man sich die Zahlen anschaut, erkennt man bei all diesen Waffengattungen bereits heute eine massive &Uuml;berlegenheit der NATO. Wof&uuml;r soll man diese vorhandene massive &Uuml;berlegenheit ausbauen? Die Zahlen, die in der Greenpeace-Studie pr&auml;sentiert werden, sprechen eine glasklare Sprache.<\/p><p>Diese Sprache setzt sich bei den Truppenst&auml;rken fort. Die NATO hat derzeit 3,3 Millionen Soldaten unter Waffen &ndash; Russland kommt auf 1,3 Millionen, wovon jedoch mit 780.000 der Gro&szlig;teil &ouml;stlich des Urals stationiert ist und beim angeblichen &bdquo;Bedrohungsszenario&ldquo; f&uuml;r Europa eine untergeordnete Rolle spielt. In Europa sind derzeit mehr als zwei Millionen Soldaten der NATO-Staaten stationiert. Russland kommt auf gerademal 540.000, wobei auch hier wegen der hohen Verluste im Ukrainekrieg noch nicht einmal klar ist, ob diese Zahl haltbar ist. Sollte es zu einem Krieg kommen, verf&uuml;gt die NATO &uuml;brigens &uuml;ber 3,4 Millionen Reservisten. Nicht Russland, sondern die NATO hat eine haushohe &Uuml;berlegenheit auch bei der Manpower.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/241206_Greenpeace-03.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/241206_Greenpeace-03.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Egal welche Zahl man sich heraussucht &ndash; das immer wieder von den Falken postulierte Bedrohungsszenario ist nicht haltbar. Die NATO ist &ndash; auch ohne die USA &ndash; in Europa extrem hoch ger&uuml;stet und Russland in nahezu allen Belangen numerisch deutlich &uuml;berlegen. Eine wie auch immer geartete Notwendigkeit, aufzur&uuml;sten, um sicher vor einem Angriff Russlands zu sein, besteht nicht.<\/p><p>Wer will, kann hier durchaus Parallelen zum Kalten Krieg erkennen. Bei der gesamten R&uuml;stungsdebatte geht es nicht darum, sich gegen einen angeblich numerisch &uuml;berlegenen Gegner zu verteidigen. Es geht darum, Milliarden und Abermilliarden in die R&uuml;stung zu stecken; Geld, das der Staat an anderer Stelle dringend ben&ouml;tigen w&uuml;rde. Im Kalten Krieg war es der Warschauer Pakt, der sich bei der Aufr&uuml;stung finanziell und &ouml;konomisch &uuml;berhoben hat und &ndash; nicht nur, aber auch &ndash; daran zugrunde ging. Wenn die NATO nicht aufpasst, droht ihr ein &auml;hnliches Schicksal.<\/p><p>Aber das ist nicht alles. Die ganze Debatte verfolgt auch einen anderen Zweck. Wer &uuml;ber R&uuml;stung debattiert, hat damit implizit die milit&auml;rische Logik eines &bdquo;f&uuml;hrbaren Krieges&ldquo; verinnerlicht. Ein Krieg zwischen Atomm&auml;chten ist aber nicht f&uuml;hrbar! Es ist vollkommen egal, ob das Kr&auml;fteverh&auml;ltnis nun eins zu eins oder zehn zu eins ist; sobald eine Seite den roten Knopf dr&uuml;ckt, spielen Zahlen keine Rolle mehr.<\/p><p>Dazu m&ouml;chte ich Ihnen noch einen Dialog mit auf den Weg geben. Er stammt aus dem Film <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Crimson_Tide_%E2%80%93_In_tiefster_Gefahr\">Crimson Tide<\/a>, einem Hollywood-Kammerspiel &uuml;ber milit&auml;rische Logik in Zeiten der atomaren Bedrohung &hellip;<\/p><blockquote><p><em>Ramsey (verfolgt am&uuml;siert die Diskussion seiner Offiziere): &bdquo;Was denken Sie, Mister Hunter? War es falsch?&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Hunter: &bdquo;Was, Sir?&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Ramsey: &bdquo;Die Bombe in Hiroshima und Nagasaki einzusetzen?&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Hunter: &bdquo;Sir, wenn ich das denken w&uuml;rde, w&auml;re ich nicht hier.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Ramsey: &bdquo;Interessante Formulierung.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Hunter: &bdquo;Wie habe ich es denn formuliert, Sir?&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Ramsey: &bdquo;Sehr, sehr vorsichtig. Sie w&auml;gen genau ab, was Sie sagen. Wenn man mich gefragt h&auml;tte, ob wir die Bombe in Japan einsetzen sollen, h&auml;tte ich gesagt, jawohl, Sir, runter damit, auch zweimal. Ich will damit nicht sagen, dass es Ihnen an Entschlossenheit fehlt, Mister Hunter. Ganz und gar nicht. Sie sind nur kompliziert. Sehen Sie, genauso will die Navy Sie haben. Mich will sie so einfach gestrickt.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Hunter: &bdquo;Nun, Sir, es ist Ihnen doch gewiss gelungen, sie zu t&auml;uschen.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Ramsey (lacht): &bdquo;Seien Sie vorsichtig, Mister Hunter. Mein einfach gestricktes Muster ist meine einzige Tarnung. Die Marine hat mir ein Kommando gegeben, mit einer Checkliste und einen Knopf zum Dr&uuml;cken. Ich musste nur wissen, wie man ihn dr&uuml;ckt und wann man ihn dr&uuml;ckt. Von Ihnen erwartet man offenbar, dass Sie den Grund kennen.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Hunter: &bdquo;Nun, Sir, ich hoffe doch, wenn es dann so weit ist, dass wir alle den Grund kennen.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Ramsey: &bdquo;In der Marineakademie ging es um Metallurgie und Atomreaktoren, nicht um die Politik des 20. Jahrhundert. Der Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Von Clausewitz.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Hunter: &bdquo;Ich denke doch, dass das, was er damit sagen wollte &hellip;&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Ramsey: &bdquo;Komplizierter war?&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Hunter: &bdquo;Durchaus, Sir. Der Zweck des Krieges ist in der Tat, einem politischen Ziel zu dienen. Doch in Wahrheit dient er nur sich selbst.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Ramsey: &bdquo;Also wollte er damit sagen, dass wir alles ignorieren sollten, was die Politiker sagen, und uns nur darauf konzentrieren sollten, den Feind zu vernichten. Da stimmen Sie mir doch zu.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Hunter: &bdquo;Also ich gebe zu, dass das Dasselbe ist, was er damit sagen wollte.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Ramsey: &bdquo;Aber Sie sind nicht seiner Meinung.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Hunter: &bdquo;Nein, Sir. Durchaus nicht. Ich glaube, dass im Nuklearzeitalter der wahre Feind nicht vernichtet werden kann.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Ramsey (klopft gegen sein Glas): &bdquo;Achtung an Deck. Von Clausewitz wird uns jetzt verraten, wer der wahre Feind ist.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Hunter: &bdquo;Nun, Sir, meiner bescheidenen Meinung nach ist im Nuklearzeitalter der wahre Feind der Krieg selbst.&ldquo;<\/em><\/p><\/blockquote><p><small>Titelbild: Dimj\/shutterstock.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/68756d6b1be7455094af2f0a410d70c4\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sp&auml;testens seit der von Olaf Scholz verk&uuml;ndeten &bdquo;Zeitenwende&ldquo; hat sich die Debatte um Deutschlands R&uuml;stungsausgaben deutlich verschoben. 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