{"id":126169,"date":"2024-12-15T12:00:35","date_gmt":"2024-12-15T11:00:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=126169"},"modified":"2024-12-13T23:28:41","modified_gmt":"2024-12-13T22:28:41","slug":"venezuelas-wirtschaft-zahlen-wahrheiten-und-grosse-luegen-i","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=126169","title":{"rendered":"Venezuelas Wirtschaft: Zahlen, Wahrheiten und gro\u00dfe L\u00fcgen (I)"},"content":{"rendered":"<p>Die offizielle Version besagt, dass die venezolanische Wirtschaft im letzten Jahr wichtige Indikatoren f&uuml;r eine Erholung und Normalisierung sowohl des Produktionsprozesses als auch des Kapitalverwertungsprozesses aufweist. Neue und diversifiziertere Waren werden exportiert, und es flie&szlig;en immer mehr Devisen ins Land, wodurch sich sowohl die Wechselkurse als auch die Investitionsraten erholen. Gleichzeitig hat die Dynamik der Aktivierung von Handel und Industrie zu einer nachhaltigen Einkommenssteigerung in der Arbeiterklasse gef&uuml;hrt. Doch k&ouml;nnen wir wirklich von einem Produktions- und Verteilungsmodell sprechen, das f&uuml;r die Interessen der gro&szlig;en Mehrheit egalit&auml;rer und funktionaler ist? Von<strong> Carlos D&uuml;rich<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Teil 1<\/strong><\/p><p>Dieselbe offizielle Version besagt, dass diese neue wirtschaftliche Realit&auml;t eine Post-Rentierwirtschaft hervorzubringen und zu konsolidieren scheint. Demnach werden die alten Strukturen und Logiken des Rentenkapitalismus allm&auml;hlich &uuml;berwunden, um einem neuen Akkumulationsmodell Platz zu machen, das von privatwirtschaftlichen Unternehmern, ausl&auml;ndischen Investoren und in geringerem Ma&szlig;e von Joint Ventures und der kommunalen Erfahrung getragen wird.<\/p><p>Aber sicherlich gehorchen diese Slogans einer realen Tatsache: Zeigen die Daten wirklich, dass der Ertragskapitalismus durch ein anderes Akkumulationsmodell ersetzt wurde? Kann man von einem Produktions- und Verteilungsmodell sprechen, das f&uuml;r die Interessen der gro&szlig;en Mehrheit egalit&auml;rer und funktionaler ist?<\/p><p>F&uuml;r diese Analyse m&uuml;ssen wir auf fr&uuml;here Daten und statistische Aufzeichnungen unserer Wirtschaft zur&uuml;ckzugreifen. In vielen F&auml;llen gibt es keine offiziellen Daten zur industriellen Reaktivierung, zum Exportvolumen oder zum Absatz von Kohlenwasserstoffen, sodass man auf sekund&auml;re und sogar terti&auml;re Quellen zur&uuml;ckgreifen muss.<\/p><p>In unserem Fall werden wir unsere &Uuml;berlegungen auf mehrere Quellen st&uuml;tzen.<\/p><p>Erstens werden wir die in den digitalen Registern der venezolanischen Zentralbank (BCV) verf&uuml;gbaren Statistiken sowie die Daten der venezolanischen Antiblockade-Beobachtungsstelle (OVA), das dem Internationalen Zentrum f&uuml;r produktive Investitionen (CIIP) angegliedert ist, und die vom Nationalen Integrierten Dienst f&uuml;r Zoll- und Steuerverwaltung (Seniat) herausgegebenen Bulletins zur Steuererhebung analysieren.<\/p><p>Zweitens st&uuml;tzen wir uns im Falle des inl&auml;ndischen Industriesektors auf die Konjunkturumfragen der Vertreter des venezolanischen Industrieverbands (Conindustria) und die des venezolanischen Verbands der chemischen und petrochemischen Industrie (Asoquim). Drittens werden wir f&uuml;r den externen Sektor das Bulletin des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) zur Makro&ouml;konomischen Leistung von Venezuela als Referenz heranziehen; und schlie&szlig;lich werden wir im Falle des Wertes von Deviseninterventionen die Informationen verwenden, die auf dem Portal &ldquo;Banca y Negocios&rdquo; verf&uuml;gbar sind, und f&uuml;r die Preise des Warenkorbes einer Familie werden wir die Berichte des Zentrums f&uuml;r Soziale Dokumentation und Analyse der Venezolanischen Lehrervereinigung (Cendas &ndash; FVM) zusammen mit weiteren digitalen Portalen analysieren.<\/p><p><strong>Einige Klarstellungen im Vorfeld<\/strong><\/p><p>Insbesondere als linke Analytiker und speziell als Marxisten ist es f&uuml;r uns wichtig, einerseits zu &uuml;berpr&uuml;fen, welche Auswirkungen neue Methoden oder Formen der sozialen Reproduktion auf die verschiedenen Klassen haben und ob diese Ma&szlig;nahmen der einen oder anderen Klasse die politische Initiative geben.<\/p><p>Letztlich sagen uns Daten wie das Bruttoinlandsprodukt, der Gini-Koeffizient, die Inflations- oder Investitionsraten, die Volatilit&auml;t des Kreditsystems, die Bewertung der Geldmenge oder die Arbeitslosen- oder Besch&auml;ftigungsquote wenig &uuml;ber die Schwankungen des Klassenkampfes. Diese Daten sagen vor allem etwas &uuml;ber die Gesundheit des b&uuml;rgerlich-liberalen Systems, die Eigentumsordnung und den Ausbeutungsgrad der Lohnarbeit aus.<\/p><p>Das soll nicht hei&szlig;en, dass Indikatoren f&uuml;r die Bewertung der Wirtschaftspolitik eines revolution&auml;ren Prozesses &uuml;berfl&uuml;ssig sind, sondern vielmehr, dass sie im Rahmen der Gesamtheit der Gesellschaft gesehen werden m&uuml;ssen, verstanden unter den Bestrebungen nach Ver&auml;nderung und Transformation der Gesellschaft, die diese Indikatoren hervorbringt.<\/p><p>Gerade das wirtschaftliche Denken muss den Umfang und die Leistungen, auf die bestimmte Indikatoren hinweisen, relativieren. Andernfalls wird das Lesen und Nachdenken &uuml;ber die Wirtschaft zu einer technokratischen &Uuml;bung von Werten, die den Interessen des Gro&szlig;kapitals dienen und weit von den tats&auml;chlichen Bed&uuml;rfnissen der Menschen entfernt sind.<\/p><p>Kurz gesagt, eine Wirtschaft kann &bdquo;stabile und vielversprechende&rdquo; Wachstumsindikatoren aufweisen, aber das bedeutet weder, dass dank dieses Wachstums die notwendigen strukturellen Ver&auml;nderungen, die die Wirtschaft ben&ouml;tigt, durchgef&uuml;hrt werden, noch dass diese gesunden und vielversprechenden Perspektiven im t&auml;glichen Leben der gro&szlig;en gesellschaftlichen Mehrheit sp&uuml;rbar w&auml;ren. Diese Kritik ist nicht neu. Sie wurde von vielen Kritikern und sehr treffend von Oscar Varsavsky unter dem Begriff des quantitativen Irrtums<a href=\"#_ftn1\">&nbsp;<\/a><a href=\"#footnote1_p5pdruf\">1<\/a>&nbsp;hervorgehoben.<\/p><p><strong>Monet&auml;re Liquidit&auml;t und der Devisenmarkt<\/strong><\/p><p>Beginnen wir mit der Analyse der monet&auml;ren Liquidit&auml;t und ihrer Beziehung zu den Devisenmarktinterventionen der Venezolanischen Zentralbank BCV und dem Wechselkurs.<\/p><p>Im bisherigen Jahresverlauf, d.h. vom 1. Januar bis zum 20. September, hat sich die monet&auml;re Liquidit&auml;t erh&ouml;ht, und zwar um 66,458 Milliarden Bol&iacute;var, n&auml;mlich von knapp &uuml;ber 70 auf 136,481 Milliarden. Dies entspricht einer realen Ver&auml;nderung von etwa 95 Prozent. Im gleichen Zeitraum hat die BCV bei 51 Devisenmarktinterventionen 3,852 Milliarden US-Dollar verkauft und damit einen festen Wechselkurs aufrechterhalten, der in diesem Jahr bisher nur um 2,8 Prozent schwankte, n&auml;mlich von 35,8 Bol&iacute;var pro Dollar Anfang Januar bis 36,9 Bol&iacute;var pro Dollar in den ersten Oktobertagen.<\/p><p>Eine einfache mathematische Analyse f&uuml;hrt zu mehreren Fragen. Die erste Frage betrifft die Liquidit&auml;t des Geldes selbst. Wenn also 3,852 Milliarden Dollar zum niedrigsten Kurs des Jahres verkauft wurden, m&uuml;sste es 138,159 Milliarden Bol&iacute;var geben, die in das nationale W&auml;hrungsregister h&auml;tten aufgenommen werden m&uuml;ssen; dieser letzte Wert ist h&ouml;her als die bis heute vorhandene Gesamtliquidit&auml;t, was Zweifel an der These aufkommen l&auml;sst, wonach die Inflation &ndash; und damit die Wechselkursschwankungen &ndash; aus der &uuml;berm&auml;&szlig;igen Zunahme der Liquidit&auml;t resultiert.<\/p><p>Nicht einmal die gesamte Liquidit&auml;t des Landes kann den Verkauf der allein von der BCV verkauften Dollars abdecken, ganz zu schweigen von den acht Milliarden Dollar, die nach Angaben von Vizepr&auml;sidentin Delcy Rodr&iacute;guez&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.bancaynegocios.com\/oferta-privada-de-divisas-supero-us8-000-millones-hasta-mayo-y-sobrepasa-en-314-a-intervencion-del-bcv\/\">bis Mai<\/a>&nbsp;von den&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.bancaynegocios.com\/oferta-privada-de-divisas-supero-us8-000-millones-hasta-mayo-y-sobrepasa-en-314-a-intervencion-del-bcv\/\">Wechselstuben<\/a>&nbsp;geliefert worden sind.<\/p><p>Es w&auml;re interessant zu fragen: Wo sind die Bol&iacute;vares aus diesen Verk&auml;ufen?<\/p><p>Die Regierung hat sich mehrfach zu dem Erfolg ge&auml;u&szlig;ert, den das derzeitige Wechselkursmodell hervorgebracht hat, und dabei auf die starke Beteiligung des Privatsektors an der Platzierung von Devisen zum Ausgleich des Systems verwiesen.<\/p><p>Abgesehen davon wird 2024 das Jahr mit dem gr&ouml;&szlig;ten Devisenvolumen werden, das die BCV an private Wechselstuben geliefert hat. Bis zu diesem September lag es 20 Prozent h&ouml;her als zum gleichen Zeitpunkt im Jahr 2023 (3,195 Milliarden Dollar) und 16,7 Prozent h&ouml;her als im Jahr 2022 (3,3 Milliarden).<\/p><p>Dies widerspricht der monetaristischen Logik, denn 2023 wies die Liquidit&auml;t zwischen Januar und September eine Schwankung von 129,2 Prozent auf, w&auml;hrend sie f&uuml;r den gleichen Zeitraum im Jahr 2022 eine Schwankung von 155,4 Prozent verzeichnete. Die Tendenz sollte sein, dass die Devisennachfrage umso gr&ouml;&szlig;er ist, je gr&ouml;&szlig;er die Liquidit&auml;tsschwankungen sind; hier und in vielen statistischen Studien ist jedoch die gegenteilige Tendenz zu beobachten, was uns dazu veranlasst, diese formal widerlegte Theorie endg&uuml;ltig zur&uuml;ckzuweisen.<\/p><p>Jenseits der monetaristischen Fata Morgana ist der wahre Grund f&uuml;r die wachsende Nachfrage nach Devisen das st&auml;ndig wachsende Zahlungsbilanzdefizit, d.h. wir fragen inzwischen mehr Waren aus dem Ausland nach, als wir dort absetzen k&ouml;nnen; dies zeigt sich bei zwei unserer wichtigsten Handelspartner, China und USA.<\/p><p>Nach Angaben des Exekutivdirektors der venezolanisch-chinesischen Handelskammer, &Aacute;ngel Freitez, erreichte der Handel au&szlig;erhalb des &Ouml;lsektors zwischen den beiden L&auml;ndern bis Juni dieses Jahres einen Wert von 3,8 Milliarden. Das klingt beeindruckend, aber die Handelsbilanz ist v&ouml;llig unausgeglichen. China platzierte Waren im Wert von 3,1 Milliarden Dollar in Venezuela, w&auml;hrend Venezuela Waren und Dienstleistungen in H&ouml;he von nur 700 Millionen Dollar in den&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=evE198k8hI4\">asiatischen Riesen<\/a>&nbsp;exportieren konnte. Das venezolanische Defizit von 2,4 Milliarden Dollar kann nur durch die Dollars aufgefangen werden, die von den Wechselstuben kommen, wo die BCV ihre Dollars platziert. Wenn der Privatsektor nicht auf magische Weise 700 Millionen in 2,4 Milliarden umwandelt, gibt es nur einen Ort, an dem man die fehlenden Devisen bekommen kann.<\/p><p>Manch einer wird sagen: &bdquo;Nun, aber durch das nach China gelieferte &Ouml;l wird das Defizit ausgeglichen.&rdquo; Es ist bekannt, dass ein gro&szlig;er Teil des &Ouml;ls, das nach China geschickt wird, zur Deckung &uuml;berf&auml;lliger Schulden verwendet wird; aber selbst wenn alle Devisen aus dem Roh&ouml;lhandel nach Venezuela zur&uuml;ckkehren w&uuml;rden, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie &uuml;ber die BCV an die Wechselstuben flie&szlig;en w&uuml;rden, um die wachsende Nachfrage nach Devisen zu lindern. Die obigen Ausf&uuml;hrungen verdeutlichen nur die starke Abh&auml;ngigkeit des Nicht-&Ouml;lsektors vom &Ouml;lsektor.<\/p><p>Wenn wir in gleicher Art und Weise die anhaltende Handelsbilanz mit den USA n&auml;her betrachten, sehen wir, auf Basis der&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.undp.org\/es\/venezuela\/publicaciones\/desempeno-macroeconomico-de-venezuela-primer-trimestre-2024-y-perspectivas-del-ano\">UNDP-Daten<\/a>, dass unsere Exporte auf den US-Markt im ersten Quartal dieses Jahres 1,023 Mrd. Dollar erreicht haben, w&auml;hrend unsere Importe im gleichen Zeitraum 1,149 Mrd. Dollar betrugen; dies ergibt ein Defizit in H&ouml;he von 126 Millionen Dollar.<\/p><p>In dieser Handelsbeziehung gibt es einen entscheidenden Punkt: W&auml;hrend unsere Importe haupts&auml;chlich aus Soja, Reis und Mais und in geringerem Ma&szlig;e aus Erd&ouml;lderivaten bestehen, was zeigt, dass es sich bei unseren Importen haupts&auml;chlich um Produkte au&szlig;erhalb des &Ouml;l-Sektors handelt, bestehen unsere Exporte zu 92 Prozent aus Kohlenwasserstoffen, d.h. die Erd&ouml;lexporte beliefen sich auf 941 Millionen Dollar, w&auml;hrend die Nicht-&Ouml;l-Exporte sich auf etwas mehr als 81 Millionen Dollar beliefen.<\/p><p>Einmal mehr zeigt sich, dass das gro&szlig;e Defizit weiterhin in den Nicht-&Ouml;l-Sektoren im Vergleich zum &Ouml;lsektor besteht, wo die von der BCV platzierten Devisen eine wichtige Rolle spielen.<\/p><p><strong>Unser Industriesektor<\/strong><\/p><p>Analysieren wir nun die Fortschritte bei der Exportdynamik des verarbeitenden Sektors in Venezuela. F&uuml;r das erste Quartal 2021 gaben 85 Prozent der von Conindustria befragten Unternehmen an, nicht zu exportieren; f&uuml;r das zweite Quartal 2024 ist ein Anstieg des Prozentsatzes der Unternehmen, die exportieren, zu erkennen, aber der Prozentsatz derjenigen, die nicht exportieren, ist weiterhin in der Mehrheit und liegt bei 62 Prozent.<\/p><p>Eine weitere auff&auml;llige Tatsache, die sich in diesen Erhebungen widerspiegelt, ist die Dynamik der Importe: Im ersten Quartal 2021 gaben 60 Prozent der Unternehmen an, dass sie f&uuml;r ihren Betrieb Ressourcen importieren m&uuml;ssen, im zweiten Quartal 2024&nbsp;<a href=\"https:\/\/conindustria.org\/encuestas-de-coyuntura-industrial\/\">steigt<\/a> dieser&nbsp;<a href=\"https:\/\/conindustria.org\/encuestas-de-coyuntura-industrial\/\">Prozentsatz auf 89 Prozent.<\/a><\/p><p>W&auml;hrend die Zahl der exportierenden Unternehmen um 27 Prozent zunahmen, stieg die Zahl der importierenden Unternehmen um 48 Prozent, d.h. der Importbedarf wuchs schneller als die Geschwindigkeit, mit der wir unsere Produkte im Ausland platzierten, was zeigt, dass das Wachstum unseres verarbeitenden Sektors strukturell vom Au&szlig;enhandel abh&auml;ngig ist. Und solange dessen bestehende Kapazit&auml;t weiterhin aktiviert wird, wird der Druck auf die Nachfrage nach Devisen weiter zunehmen.<\/p><p>An dieser Stelle muss &uuml;berpr&uuml;ft werden, wie sich dieser Sektor auf unsere Wirtschaft ausgewirkt hat, allerdings nicht so sehr in Form von Makrodaten, sondern in Form von Daten, die sich auf das Einkommen, die Schaffung von Arbeitspl&auml;tzen und die Entwicklung der Diversifizierung des Sektors beziehen.<\/p><p>Die Analyse der in den Umfragen von Conindustria verf&uuml;gbaren Daten f&uuml;r den Zeitraum vom ersten Quartal 2021 bis zum zweiten Quartal 2024 ergibt folgendes Bild: Im genannten Zeitraum haben durchschnittlich 56,5 Prozent der Unternehmen eine Umsatzsteigerung best&auml;tigt und nur 13,5 Prozent haben ihre Belegschaft vergr&ouml;&szlig;ert.<\/p><p>Andererseits ist der Durchschnittslohn eines Arbeiters real um 183,3 Prozent gestiegen, n&auml;mlich von 78 Dollar im ersten Quartal 2021 auf 221 Dollar im zweiten Quartal 2024; die BCV-Verbraucherpreisschwankung summiert sich jedoch im gleichen Zeitraum auf&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.bcv.org.ve\/estadisticas\/consumidor\">einen Anstieg<\/a> von 488,8 Prozent, d.h. die Preise sind 2,6 Mal schneller gestiegen als der Industrielohn.<\/p><p>Es ist wichtig zu beachten, dass ein Gro&szlig;teil dieser Preisschwankungen durch das verarbeitende Gewerbe selbst verursacht wird. Im August dieses Jahres erreichte der von der Cendas &ndash; FVM registrierte Familien-Lebensmittelkorb 539,16 Dollar, was 2,5 Industriel&ouml;hnen entspricht.<\/p><p>Ein weiteres Element, das hervorzuheben ist, ist die ungleiche Einkommensverteilung in diesem Sektor. Der durchschnittliche Unterschied zwischen dem Einkommen eines Arbeiters und eines Managers betr&auml;gt das 4,2-Fache, und bei den gr&ouml;&szlig;ten Unternehmen betr&auml;gt dieses Verh&auml;ltnis mehr als das F&uuml;nffache.<\/p><p>In Bezug auf die Diversifizierung des Sektors ist anzumerken, dass die Auslastung der bestehenden Kapazit&auml;ten im zweiten Quartal dieses Jahres bei etwa 40 Prozent lag, was noch weit von den 44 Prozent des vierten Quartals 2015 entfernt ist; aber wie wir bereits erw&auml;hnt haben, ist diese Aktivierung eng mit dem oben beschriebenen Import-Export-Mechanismus verbunden.<\/p><p>Nach dieser Analyse m&uuml;ssen wir feststellen: 1. dass die Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes ihren Umsatz in den letzten drei Jahren &uuml;berwiegend gesteigert haben. 2. Allerdings hat nur eine kleinere Gruppe dieser Unternehmen die Besch&auml;ftigung im Lande tats&auml;chlich erh&ouml;ht. 3. Au&szlig;erdem gibt es eine Tendenz zu einer starken Abh&auml;ngigkeit vom Au&szlig;enhandel und zu einer starken Nachfrage nach ausl&auml;ndischen W&auml;hrungen.<\/p><p><em>Der zweite Teil der Analyse wird am 21. Dezember auf den NachDenkSeiten ver&ouml;ffentlicht werden.<\/em><\/p><p>&Uuml;bersetzung: Susanne Schartz-Laux, <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/272883\/venezuela-wirtschaft-wahrheiten-luegen\">Amerika21<\/a><\/p><p><small>Titelbild: Shutterstock \/ Allexxandar<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=119434\">Pr&auml;sidentschaftswahlen in Venezuela: &Uuml;ber Betrugsvorw&uuml;rfe und die Sicherheit des Wahlsystems<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=114725\">Neue Studien zu Venezuela: US-Sanktionen sind f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung t&ouml;dlich<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110839\">Venezuela: Sanktionen, Einflussnahme und Souver&auml;nit&auml;t<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101061\">Venezuela: Haben wir ein Recht auf Information?<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90265\">Venezuela: Der aufsteigende Pfad der Revolte<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ssl-vg03.met.vgwort.de\/na\/87403c240340498c9c3e0799468a0c76\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die offizielle Version besagt, dass die venezolanische Wirtschaft im letzten Jahr wichtige Indikatoren f&uuml;r eine Erholung und Normalisierung sowohl des Produktionsprozesses als auch des Kapitalverwertungsprozesses aufweist. 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