{"id":12640,"date":"2012-03-22T09:07:13","date_gmt":"2012-03-22T08:07:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12640"},"modified":"2019-07-05T11:15:44","modified_gmt":"2019-07-05T09:15:44","slug":"die-griechen-befragen-sich-selbst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12640","title":{"rendered":"Die Griechen befragen sich selbst"},"content":{"rendered":"<p>Im Folgenden wird eine Debatte dokumentiert, die einen wichtigen Aspekt der griechischen Wirklichkeit widerspiegelt. Diese Debatte setzt sich aus den Ausz&uuml;gen von Leserbriefen zusammen, die auf einen Artikel in der Athener Zeitung &bdquo;To Vima&ldquo; (Die Trib&uuml;ne) vom 15. M&auml;rz reagieren. Der Text des Journalisten Sifis Polymilis nimmt Bezug auf zwei Ereignisse, die man kennen muss, um die Argumente und Anspielungen der Leserbriefschreiber zu verstehen. Da ist zun&auml;chst ein aktueller Skandal von Korruption bei einer Verwaltungsstelle der allgemeinen staatlichen Krankenkasse (IKA) und zum anderen eine provokative &Auml;u&szlig;erung des Pasok-Politikers Theodoros Pangalos, der behauptete &bdquo;Gemeinsam haben wir das (Geld) aufgegessen&ldquo;.<br>\nIn den Reaktionen der Leser spiegelt sich das ganze Spektrum der innergriechischen Debatten wider, die in unseren Medien fast keinen Widerhall findet. Insgesamt bietet diese Debatte ein authentisches &ndash; und meines Erachtens ziemlich repr&auml;sentatives &ndash; Abbild einer intensiven Selbstbefragung, die f&uuml;r die Zukunft der griechischen Gesellschaft von entscheidender Bedeutung ist. Von <strong>Niels Kadritzke<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDas erste Ergebnis ist ein h&ouml;chst aktueller Skandal, der seit letzter Woche breit und heftig diskutiert wird. Bei der Verwaltungsstelle der allgemeinen staatlichen Krankenkasse (IKA) im Athener Stadtteil Kalithea hat die neu gebildete Sondereinheit f&uuml;r Korruptionsbek&auml;mpfung aufgedeckt, dass eine Gruppe von Angestellten seit Jahren gro&szlig;e Geldsummen in die eigene Tasche gelenkt hat. In 244 F&auml;llen wurden systematisch falsche Abrechnungen produziert, die zuvor niemals kontrolliert worden waren. Die Zahlungen erfolgten beispielsweise f&uuml;r Entbindungen, die nie stattgefunden haben, f&uuml;r fiktive Operationen oder als Krankengeld f&uuml;r Versicherte, die v&ouml;llig gesund ihrer Arbeit nachgingen. Die ergaunerten Summen belaufen sich &ndash; nach den vorl&auml;ufigen Ermittlungen &ndash; auf 404 000 Euro. Als &bdquo;Kranke&ldquo; oder Beg&uuml;nstigte fungierten Verwandte und Freunde der IKA-Angestellten, die einen kleinen Teil der Summen behalten durften, w&auml;hrend der L&ouml;wenanteil an die betr&uuml;gerische Clique zur&uuml;ckfloss.<\/p><p>Der zweite Ausgangspunkt f&uuml;r den Kommentar von Polymilis ist der ber&uuml;hmt-ber&uuml;chtigte Spruch, den der Pasok-Politiker Theodoros Pangalos schon zu Beginn der griechischen Krise gemacht hat. Mit seinem &bdquo;Mazi ta fagame&ldquo; &ndash; was hei&szlig;t: &bdquo;Gemeinsam haben wir das (Geld) aufgegessen&ldquo;  &ndash; provozierte der Vize-Ministerpr&auml;sident der Regierung Papandreou (und fr&uuml;here Au&szlig;enminister der Regierung Simitis) die meisten Griechen schon deshalb, weil sich Pangalos im Lauf seiner politischen Karriere eine Leibesumfang von gut und gerne zwei Metern angefuttert hat. Mit seinem Ausspruch machte er sich zum Buhmann f&uuml;r alle, die der politischen Klasse vorwerfen, sie wolle die &bdquo;Schuld&ldquo; f&uuml;r die gewaltigen Staatsschulden auf die gesamte Gesellschaft abw&auml;lzen, um ihre eigene Verantwortung gleichsam zu sozialisieren. F&uuml;r andere hingegen &ndash; auch f&uuml;r den Kommentator Polymilis &ndash; stellt das Pangalos-Verdikt eine &bdquo;Halbwahrheit&ldquo; dar, die zur H&auml;lfte eine L&uuml;ge ist, zur anderen H&auml;lfte aber eine bittere Realit&auml;t benennt, wie sie auch in dem IKA-Skandal offenbar wurde. <\/p><p>In den Reaktionen der Leser spiegelt sich das ganze Spektrum der innergriechischen Debatten wider, die in unseren Medien fast keinen Widerhall findet. Einige Leser geben Pangalos sogar Recht und nehmen dessen Polemik zum Anlass einer radikalen Selbstbefragung. Viele Leser wenden sich an den Kommentator selbst und fragen kritisch nach der Rolle der Presse und der Massenmedien. Alle dargestellten Positionen einschlie&szlig;lich der vielen differenzierenden Zwischent&ouml;nen und sehr pers&ouml;nlicher Bekenntnisse, erscheinen mir auch deshalb interessant und bemerkenswert, weil sie von ihren pers&ouml;nlichen Erfahrungen ges&auml;ttigt sind. <\/p><p>Die dokumentierten Reaktionen der Leser bilden nur einen zuf&auml;lligen Ausschnitt des &ouml;ffentlichen Meinungsstreits ab. Inwieweit die Redaktion die Briefe &bdquo;ausgew&auml;hlt&ldquo; und intern gek&uuml;rzt hat, kann ich nicht beurteilen. Ich jedenfalls habe bei der &Uuml;bersetzung lediglich gestrafft und Stellen ausgelassen, die nur bei ausf&uuml;hrlicher Kommentierung verst&auml;ndlich gewesen w&auml;ren. Dabei habe ich mich bem&uuml;ht, die Vielfalt der &Auml;u&szlig;erungen &ndash; mitsamt dem breiten emotionalen Spektrum zwischen Verbitterung und hoher Ironie &ndash; ebenso zu bewahren wie die Proportionen zwischen Zustimmung, Ablehnung und Differenzierung.  Insgesamt bietet diese Debatte ein authentisches &ndash; und meines Erachtens ziemlich repr&auml;sentatives &ndash; Abbild einer intensiven Selbstbefragung, die f&uuml;r die Zukunft der griechischen Gesellschaft von entscheidender Bedeutung ist. Dieser Prozess l&auml;uft derzeit auf allen Ebenen &ndash; vom Disput im Kafenion (dem griechischen Stammtisch) &uuml;ber Kontroversen zwischen den Parteien und in den Medien bis hin zu akademischen Debatten. Ich will die einzelnen Positionen nicht kommentieren, denn jeder Leser soll seine eigenen Eindr&uuml;cke gewinnen und &uuml;berpr&uuml;fen. Aber vielleicht ist vorweg der Hinweis n&uuml;tzlich, dass in jeder dieser Lesermeinungen &ndash; unabh&auml;ngig vom &bdquo;Wahrheitsgehalt&ldquo; einzelner Behauptungen &ndash; ein Aspekt der griechischen Realit&auml;t zur Anschauung kommt. Den Lesern der NachdenkSeiten k&ouml;nnte diese Dokumentation die Chance bieten, ein Gesp&uuml;r f&uuml;r die existentielle Dimension dieser Debatten zu entwickeln. Und sich damit etwas tiefer in die griechische Situation &bdquo;hineinzudenken&ldquo;<\/p><p><strong>Sifis Polymilis &uuml;ber die Behauptung: &bdquo;Wir haben es gemeinsam gegessen&ldquo;<\/strong><\/p><blockquote><p><em>Der Ausspruch von Theodoros Pangalos &laquo;mazi ta faghame&raquo; (&bdquo;gemeinsam haben wir das ganze Geld gegessen&ldquo;) war gewiss eine der &Uuml;bertreibungen, zu denen dieser geschw&auml;tzige Politiker seit jeher neigt. Aber manchmal verbergen sich in &uuml;bertriebenen Spr&uuml;chen &ndash; selbst wenn sie von Herrn Pangalos stammen &ndash; auch gewisse Wahrheiten. Die Anklagen gegen das politische System sind nur zu berechtigt, aber diese Schuldzuweisung sollte uns nicht vor einer weiteren Einsicht sch&uuml;tzen: Zum Komplizen der ganzen Korruption, die wir heute beklagen, ist auch ein Teil der Gesellschaft geworden.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Einzelheiten, die dieser Tage um den Skandal bei der Krankenkassenverwaltung von Kalithea ans Licht kommen, sind absolut bezeichnend f&uuml;r die ungeheure Verschleuderung &ouml;ffentlicher Gelder, die hierzulande vorkommt und offensichtlich weiter vorkommen wird. Hier zeigt sich n&auml;mlich, dass Kontrollmechanismen entweder gar nicht vorhanden, oder eben v&ouml;llig durchl&ouml;chert sind.  Niemand wird ernsthaft bezweifeln, dass es solche Seilschaften von Betr&uuml;gern auch in anderen Zweigstellen der Krankenkasse und in anderen Beh&ouml;rden gibt. Die Damen von Kalithea waren nicht die einzigen, die in diesem System all die L&ouml;cher entdeckt haben, durch die das Geld in ihre eigenen Taschen flie&szlig;en konnte.<\/em><\/p>\n<p><em>Erst vorgestern wurden zwei Angestellte des Wirtschaftsministeriums ertappt, als sie Schmiergelder f&uuml;r ihre Zustimmung zu einer Investition verlangten. Wenige Stunden zuvor hatte man einen &ouml;ffentlichen Bediensteten verhaftet, der Geld daf&uuml;r kassieren wollte, dass er die Kontrolle einer bestimmten Firma verhindert.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Korruption im &ouml;ffentlichen Sektor ist derart verbreitet, dass man unter jedem Stein, den man umdreht, etwas finden wird. Erinnern wir uns an die Hunderte von Blinden auf der Insel Zakinthos, die offensichtlich mit Hilfe &ndash; und entsprechender Belohnung &ndash; von &ouml;ffentlichen Bediensteten jahrelang finanzielle Zusch&uuml;sse und Renten bezogen. Oder an die Schwerbehinderten der Insel Kalymnos, die sich mit &auml;hnlichen Methoden ihren Lebensunterhalt auf Kosten betrogener Steuerzahler finanzierten. Und wer wei&szlig;, wieviel weitere Gratiszahlungen dank &auml;hnlicher Methoden vergeben wurden.<\/em><\/p>\n<p><em>Es stimmt nat&uuml;rlich: Ein gewaltiger Teil der Verantwortung liegt beim politischen System, weil es bei der Gew&auml;hrung von Zuwendungen keine fairen Verfahren etabliert und es unterlassen hat, die &ouml;ffentliche Verwaltung so zu modernisieren, dass nicht jeder bestechliche und gewissenlose Angestellte seine Position dazu nutzen kann, sich auf Kosten der Gesamtgesellschaft an &ouml;ffentlichen Geldern zu bereichern.<\/em><\/p>\n<p><em>Verantwortung tr&auml;gt aber auch ein Teil der Gesellschaft, die entweder solche Praktiken mitgemacht oder aber toliert hat &ndash; sei es, um beh&ouml;rdliche Abl&auml;ufe zu beschleunigen, sei es um dem b&uuml;rokratischen R&auml;derwerk &uuml;berhaupt zu entgehen. Wie mehreren Studen zeigen, sehen 90 Prozent unserer B&uuml;rger die Korruption als ungeheures Problem, und 50 bis 70 Prozent geben zu, in irgendeiner Weise schon mal einen &ouml;ffentlichen Bediensteten geschmiert zu haben&hellip;  Das hei&szlig;t: Ohne unsere Kooperation, ohne unsere Duldung, h&auml;tten diese Ph&auml;nomene nicht die Verbreitung gefunden, die wir alle wahrnehmen.<\/em><\/p>\n<p><em>Ja nat&uuml;rlich, wir haben nicht alle dieselbe Verantwortung, und nicht alle haben in den staatlichen Geldtopf gegriffen. Aber wir lebten und leben in diesem Land und k&ouml;nnen nicht behaupten, dass wir nichts wussten. Zumindest haben wir diese Erscheinungen toleriert&hellip;. Und wenn wir jetzt, da wir in unserem Elend versunken sind und die Rechnung so vieler Jahre abzahlen m&uuml;ssen, wenn wir also jetzt der Korruption kein Ende setzen, dann haben wir unser Schicksal verdient.&ldquo;<\/em><\/p><\/blockquote><p><strong>Aus den Leserbriefen:<\/strong><\/p><ol>\n<li>&bdquo;Bei all dem, was t&auml;glich im Lande geschieht, frage ich mich eines: All diese &bdquo;Blinden&ldquo;, all diese falschen &bdquo;Behinderten&ldquo;, die illegale Beihilfen und Renten kassieren, all diese Leute mitsamt den &Auml;rzten und andere, die sie begutachtet haben, wird man die wirklich bestrafen? Oder wird man sie wieder amnestieren &ndash; angesichts der Wahlen &ndash; oder sogar begl&uuml;ckw&uuml;nschen?&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Ich sehe mit gro&szlig;em Bedauern,&hellip; das die meisten Leute sich selbst die Mitverantwortung f&uuml;r das zuschreiben, was seit so langer Zeit in Griechenland abl&auml;uft. Dann aber verstehe ich nicht, warum wir uns emp&ouml;ren und gegen die auferlegten (Spar-) Ma&szlig;nahmen wehren. Denn wenn wir alle gleich schuldig sind, sollen auch alle bezahlen&hellip;. Aber mir soll erst mal einer sagen, was ich h&auml;tte tun k&ouml;nnen und nicht getan habe! Ich jedenfalls bin in keiner Weise schuldig und ich werde niemals den Zustand hinnehmen, den man mir jetzt aufgezwungen hat. Ich betrachte mich nicht als Schuldigen, und wenn ich der letzte auf dieser Erde bin, der das glaubt.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Wenn du mit diesem Spruch &bdquo;Aber wir haben doch gemeinsam gegessen&ldquo; dich selber meinst oder allgemeiner die Politiker, die Arbeitgeber, die Gro&szlig;unternehmer und die Massenmedien &ndash; dann bin ich V&Ouml;LLIG EINVERSTANDEN.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Schuld an allem ist Siemens. Das m&uuml;ssen wir nimmerm&uuml;de wiederholen, im Sekundentakt, vor allem wenn wir Schmiergeld fordern. Also: Nicht ich bin schuld, der von dir Geld verlangt, nein Siemens ist schuld.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Wenn du das alles behauptest, dann wei&szlig; du wohl noch besser Bescheid! Es ist doch klar, dass die Politiker die Schmiergelder nehmen, dass die vom Staat abh&auml;ngigen Unternehmen sich &bdquo;Auftr&auml;ge&ldquo; verschaffen, und danach zeigt man auf den b&ouml;sen &bdquo;kleinen Mann&ldquo;, der die Drecksarbeit macht&hellip; Also bitte: Rede nicht &uuml;ber die Leute, die Hunger leiden, die in der Arbeitslosigkeit versinken, die keine Hoffnung haben. Sch&auml;men solltet ihr euch!&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Wir? Wir haben doch nicht mit gegessen. Es waren die Zinswucherer, die illegalen Migranten, die Deutschen, die Amerikaner, die Juden, die Gelben, die Gr&uuml;nen, die Blauen, die Engl&auml;nder, und wer nicht noch alles. Die haben gefressen. Wir niemals &hellip; wir Bedauernswerten!&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Das illegale Ferienhaus am Strand, das hat nicht Giorgakis gebaut (gemeint ist Ex-Ministerpr&auml;sident Papandreou), sondern normale Leute. Den Wald hat nicht Kostakis (Karamanlis) angez&uuml;ndet, sondern der Viehbesitzer, um Weideland zu gewinnen. Den M&uuml;ll schmei&szlig;t nicht Antonakis (Samaras) neben den Container, sondern deine Nachbarin. Das <em>fakelaki<\/em> (Umschlag mit Bestechungsgeld) steckt nicht Vangelakis (Venizelos) ein, sondern der Arzt im &ouml;rtlichen Krankenhaus. Das denkmalgesch&uuml;tzte Geb&auml;ude wird nicht von der Aleka (KKE-Chefin Papariga) abgerissen, sondern von dem Supergriechen, der ein Mietshaus bauen will. Es sind diese tollen Griechen &ndash; arme wie reiche &ndash; die Griechenland zerst&ouml;rt und die Politiker zu ihren Dienern gemacht haben, damit die ihnen mit Gef&auml;lligkeiten aufwarten&hellip;. Welche Zukunft haben wir mit einem solchen Volk? Was f&uuml;r ein Jammer! Dass das sch&ouml;nste Land der Welt mit der gr&ouml;&szlig;ten Vergangenheit von derart (selbst)zerst&ouml;rerischen Menschen bewohnt wird. Die Wahrheit schmerzt.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Ich habe es satt, solchen Unsinn zu h&ouml;ren. Warum schreibst du nicht &uuml;ber die Journalisten und das, was ihr in den letzten 20 Jahren zustande gebracht habt? Und &uuml;ber die Verantwortung der Medien? Statt &uuml;ber deine pers&ouml;nliche Schuld in deinem Beruf nachzudenken, versuchst du, die Schuld auf die ganze Gesellschaft zu verteilen und diese mit einer kleinen parasit&auml;ren Teilgruppe gleichzusetzen. Genau das hat auch der Pangalos gemacht. Alle sollen Schuld haben, damit deine eigene Verantwortung geringer wird. Aber wir haben nicht zusammen gegessen, wir sind weder Faulpelze noch Diebe. Und auf keinen Fall beugen wir schuldbewusst unser Haupt, damit andere ihre Programme durchsetzen k&ouml;nnen. Sch&auml;mt euch!&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Es mag sein, dass jemand Schmiergeld zahlt, damit er eine Genehmigung schneller bekommt, weil er eine kostspielige Verz&ouml;gerung vermeiden will&hellip; Aber auf keinen Fall bedeuten solche Vorf&auml;lle, dass wir zusammen gegessen haben. Deshalb darf man das nicht durcheinander werfen. Sonst werden so simplifizierende Ansichten wie die Ihren in Zukunft von all den Leuten &uuml;bernommen, die sich wegen ihrer Missetaten verantworten m&uuml;ssen.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Sie schreiben &bdquo;ein Teil der Gesellschaft&ldquo;. Ich aber w&uuml;rde sagen: die ganze Gesellschaft, und mich eingeschlossen&hellip; Das mit den Krankenkassen und all das, das wussten wir alle, und niemand hat sich entschlossen, was dagegen zu machen&hellip; Also machen sie weiter so: die Betr&uuml;ger, die den entsprechend gro&szlig;z&uuml;gigen Staat vorfinden; die Politiker und wir, die wir sie gew&auml;hlt haben, damit sie ihre Machenschafen fortsetzen k&ouml;nnen&hellip; Mich haben Sie jedenfalls nicht schockiert&hellip; Ich finde, dass Sie mit unserem Volk noch au&szlig;ergew&ouml;hnlich nachsichtig und milde sind&hellip; Ich stimme Ihnen zu, dass die gr&ouml;&szlig;ere Verantwortung diejenigen tragen, die uns das beigebracht haben&hellip; Aber wir haben doch unseren Verstand&hellip; Und w&auml;hrend wir all diesen Zustand bejammern, haben wir ihn zugleich aufrechterhalten. DAS IST DAS ALLERSCHLIMMSTE. Ich habe bei den ganzen Kundgebungen keinen B&uuml;rger gesehen, der f&uuml;r uns alle erkl&auml;rt h&auml;tte: Ich akzeptiere, dass auch ich Schuld habe, und ich werde versuchen, f&uuml;r mich und meine Kinder etwas Besseres aufzubauen&hellip; Sehn wir mal, wie jetzt das Volks abstimmt, ob es in diesem entscheidenden Moment Reife beweist&ndash; oder ob es nur genau so viel wert ist wie seine Politiker.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Die Raben und Betr&uuml;ger, die gibt es seit Gr&uuml;ndung des griechischen Staates. Nur dass die sich immer wieder den Bauch voll schlagen, w&auml;hend das einfache Volk stets die Rechnung bezahlen muss. Also verwechselt bitte nicht die Betr&uuml;ger mit dem Volk, das heute zu leiden hat. Etwas Respekt bitte! &hellip; Nein, das Volk hat nicht mitgegessen! Die Versuche, das Volk schuldig zu sprechen, werden keinen Erfolg haben.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;H&ouml;r nicht auf diese Leute, Sifis. All die, die sich jetzt bei dir beschweren, geh&ouml;ren irgend wohin (gemeint ist: zu irgendwelchen interessierten Gruppen, NK). Entweder zu den etwa 300 000 &ouml;ffentlichen Bediensteten, die uns in den letzten 30 Jahren 300 Milliarden gekostet haben; oder zu den Steuerfl&uuml;chtlingen, die jedes Jahr 20 Milliarden beiseite geschafft haben, was sich auf weitere 300 Milliarden summiert; oder zu den Superpatrioten, die uns 50 Milliarden an Milit&auml;rausgaben eingebrockt haben; oder zu den Leuten, die bei den Krankenh&auml;usern, den Gemeindeverwaltungen oder den Versicherungskassen abgesahnt haben. Macht zusammen 1 Billion (Euro). Nat&uuml;rlich haben die alle mitgefressen.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Wir alle kannten doch F&auml;lle in unserer direkten Umgebung, wo jemand Steuern hinterzogen oder &ouml;ffentliche Gelder f&uuml;r falsche Zwecke abgezweigt oder seine Stellung ausgenutzt hat, um sich Vorteile zu verschaffen usw. Wir allle haben das gesehen, aber wir haben nichts gesagt. In diesem Sinne haben wir also gemeinsam gespeist. An dem Verbrechen, das an unserem Land begangen wurde, sind wir mit schuldig, weil wir es zugelassen haben.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Ich bin dieses Thema inzwischen wirklich leid&hellip; Wir haben (das Geld) nicht gemeinsam gegessen; richtig w&auml;re die Aussage &bdquo;einige haben es gegessen&ldquo;, und das nicht zu knapp. Aber nicht die zehn Millionen Griechen! Dazu nur eine kleine Information: In Griechenland gab es vor der Krise etwa 2,5 Millionen B&uuml;rger mit Einkommen unterhalb der Armutsschwelle, das hei&szlig;t mit einem Jahreseinkommen von weniger als 6000 Euro, und zwar nach der offiziellen Eurostat-Statistik von 2006. Daher glaube ich, dass dieser Satz nicht uns alle treffen kann! Und all die anderen Behauptungen auf derselben Wellenl&auml;nge, dass die Griechen Diebe, Betr&uuml;ger, Faulpelze undsoweiter sein sollen, das ist doch nur Geschw&auml;tz im Kafenion und bei den Auslandsgriechen&hellip;&ldquo;\n<p><em>(zu diesem Brief gibt es eine Anmerkung von einem anderen Leser: &bdquo;Was hei&szlig;t hier &sbquo;offizielle Statistik&rsquo;, guter Mann, Wir sprechen &uuml;ber Griechenland. Aufwachen bitte!&ldquo;)<\/em><\/p><\/li>\n<li>&bdquo;Also lasst uns alle gemeinsam hungern, statt &bdquo;alle gemeinsam zu essen&ldquo;&hellip;  Und (dann k&ouml;nnen wir) keine Politiker, Betr&uuml;ger, Verleger und journalistische Schreiberlinge mehr durchf&uuml;ttern&hellip;  Heute hat eure Zeitung geschrieben, dass ein Lohn von 1000 Euro auf 610 Euro schrumpfen wird. Na gut, dann schlage ich vor, dass wir nicht nur aufh&ouml;ren, eure Zeitungen und Zeitschriften zu kaufen, sondern dass wir auch die Produkte boykottieren, f&uuml;r die ihr Werbung macht. Es geht nicht an, dass nur ihr uns verarscht, wir werden euch auch verarschen.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Na klar, eine gewaltige Verantwortung tragen die Verleger und die Journalisten, die von dem ganzen Filz &hellip; und von der Verf&uuml;hrung der Bev&ouml;lkerung am meisten profitiert haben, Jetzt spielen sie sich als Retter auf, diese Scharlatane. Und was die kleinen Betr&uuml;ger betrifft, die sind doch nur kleine Fische, die vom Raub des Jahrhunderts ablenken sollen. Das Volk wurde betrogen, und jetzt soll es auch noch daf&uuml;r zahlen.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Herr Polimidis, sie betonen sehr stark die Gier der einfachen Leute und verw&auml;hnen nur am Rande die zentrale Verantwortung derer, die mit vollem Bewustsein das Land zum unkontrollierter Selbstbedienungsladen (w&ouml;rtlich: zum &ldquo;uneingez&auml;unten Weingarten&ldquo;) verkommen lie&szlig;en, der nicht gegen die kriminellen Fresssucht aller m&ouml;glichen Leute gesch&uuml;tzt wurde. Gewiss: Schuld haben die gelegentlichen Diebe (im &ouml;ffentlichen Dienst und anderswo), aber sehr viel gr&ouml;&szlig;er und grunds&auml;tzlicher ist die Schuld der Leute, die f&uuml;r die Einhaltung der Gesetze sorgen m&uuml;ssten &ndash; und die nicht nur ihre Pflichten vernachl&auml;ssigt, sondern dar&uuml;ber hinaus ihre Macht missbraucht haben und selbst an der Korruption beteiligt waren. Es stimmt zwar, dass ein Teil der Gesellschaft bei der fatalen Party mitgemacht hat, aber der Rhythmus der Musik wurde vom politischen System vorgegeben. Dieses System hat die ganzen unentbehrlichen juristischen Werkzeuge bereitgestellt, hat gezielt und mit voller Absicht f&uuml;r die Ausschaltung der Kontrollmechanismen gesorgt, und daf&uuml;r, dass all das nicht verfolgt und bestraft wurde&hellip; Die Gesellschaft war zwar auch beteiligt, aber das politische System hat dies nicht nur erlaubt und gef&ouml;rdert, sondern vielfach diese Beteiligung sogar erzwungen&hellip;. Zudem vermisse ich eine Selbstkritik der Presse, die einen entscheidenden Beitrag zur Fehlentwicklung des Landes geleistet hat&hellip;.Die Rettung kommt nicht durch irgendwelche Patentrezepte. Und auch nicht durch Halbwahrheiten und kollektive Schuldzuweisungen. Denn es stimmt einfach nicht, dass wir gemeinsam gegessen haben.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Nur dass die Party in einem geschlossenen Klub stattgefunden hat, und diejenigen, die nicht beteiligt waren, haben zwar davon geh&ouml;rt, konnten aber nichts dagegen machen. Es sei denn, sie waren mutig genug, etwas auszuplaudern, aber dann riskierten sie eine Anklage wegen Verleumdung.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Du und deinesgleichen Journalisten und Politiker k&ouml;nnt eure Spr&uuml;che klopfen, dass wir gemeinsam gegessen haben&hellip; Ich und meinesgleichen k&ouml;nnen uns nur dar&uuml;ber sch&auml;men, zugelassen zu haben, dass ihr das Geld abzockt und uns dann noch ins Gesicht spuckt&hellip;&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Die Korruption, Herr Sifis, die gibt es nicht nur in Griechenland sondern &uuml;berall. Und die gr&ouml;&szlig;ten Betr&uuml;ger, das steht fest, gibt es in den angels&auml;chsischen Staaten. Siehe Siemens und Goldman Sachs. Aber die sind eben untouchable!!!&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Sehr oft habe ich jetzt geh&ouml;rt, dass an dem, was passiert ist, das Volk schuld sein soll. Aber ich denke, dass gerade das Volk keine Schuld hat. Lasst doch das Volk in Ruhe. Es geht nicht an, dass man uns die Schuld f&uuml;r Diebstahl und Korruption in die Schuhe schiebt, als h&auml;tten wir uns f&uuml;r diesen Weg entschieden. Es gibt Gesetze, aber Gesetze m&uuml;ssen angewandt werden. Wenn es also Gesetze gibt, der Staat jedoch schlicht nicht existiert, dann kann man nur eines ganz sicher sagen: das Volk hat keine Schuld.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Mit dem was da immer wieder geschrieben wird, dass wir bei Wahlen f&uuml;r unsere Interessen gestimmt haben, bin ich gar nicht einverstanden. Sicher gab es, gibt es und wird es Menschen geben, die auf diese Weise ihre Stimme abgeben, und sicher haben wir gewusst, was da im &ouml;ffentlichen Dienst l&auml;uft. Ich denke aber, dass die meisten W&auml;hler ihre Stimme f&uuml;r einen Rechtsstaat abgegeben haben. Wir sind f&uuml;r die L&uuml;gen der anderen nicht verantwortlich. Wir wussten einfach nicht, was die Wahrheit ist und was L&uuml;ge. Wie k&ouml;nnte es anders sein? Wir w&auml;hlen mit der &Uuml;berlegung, wer uns am besten geeignet erscheint, Griechenland zu einem besseren Land zu machen. So habe jedenfalls ich es gehalten, und die anderen auch, wie ich glauben will. Aber alle (die Gew&auml;hlten) erwiesen sich als untauglich f&uuml;r die Aufgabe, den Staat zum Rechtsstaat zu machen. Und das haben wir jetzt erst kapiert&hellip;. Aber warum soll ich Schuld sein, wenn der eine Schmiergelder nimmt, und der andere einen fakelaki? Weil ich ihn nicht angezeigt habe? Und wenn ich es getan h&auml;tte &ndash; welche Strafe h&auml;tte er bekommen? Wo also war der Staat? Man h&auml;tte ja nur einen einzigen ernsthaft bestrafen m&uuml;ssen! Aber blo&szlig; ein Monat Gef&auml;ngnis, mit Bew&auml;hrung und einer Geldstrafe? Dann ist er im n&auml;chsten Monat wieder da! Daran bin ich nun wirklich nicht Schuld, dass die alle straflos ausgehen. Also lasst mich endlich aus dem Spiel, das ihr da mit unserem Gewissen treibt.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Was hat der Pangalos eigentlich genau gesagt: &sbquo;Gemeinsam haben wir das (Geld) gegessen, insoweit wir in diesem korrupten politischen System mitgemacht haben. Ihr habt uns gew&auml;hlt, und wir haben euch (in den Staatsdienst) eingestellt.&rsquo; Aber die Journalisten, die selbst an dem gro&szlig;en Fressen &hellip; beteiligt waren,&hellip;, die haben die ersten drei W&ouml;rter (&Mu;&alpha;&zeta;&#943; &tau;&alpha; &phi;&#940;&gamma;&alpha;&mu;&epsilon;) abgetrennt und noch das Wort &bdquo;oloi&ldquo; eingef&uuml;gt. Das Zitat hie&szlig; auf einmal: &sbquo;Alle haben wir gemeinsam gegessen&hellip;&rsquo; Und danach kamen die Opposition und die Gewerkschafter, die ebenfalls bei dem Fressen dabei waren, und haben dieses verf&auml;lschte Zitat von Pangalos aus durchsichtigen politischen Gr&uuml;nden weiter verwendet.&ldquo;<br>\nWarum also sagt ihr nicht, dass das Volk &ndash; von der Gr&uuml;ndung des griechischen Staates bis heute &ndash; vor der Wahl zwischen ehrenhaften und korrupten, verdorbenen Politikern stets f&uuml;r die letzteren gestimmt hat? Dass bei der Wahl zwischen unabh&auml;ngigen Kandidaten und solchen, die mit Interessen verflochten waren, immer die letzteren gew&auml;hlt wurden? Warum sagt ihr nicht, dass das Volk immer die zu seinem Repr&auml;sentanten bestimmt hat, die mehr und bessere Verg&uuml;nstigungen geboten haben, und das auf Kosten derer, die keine Beziehungen hatten&hellip;&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Den Steuerberater, den unsere Firma engagiert, w&auml;hlen wir aus, weil er Zugang zum Allerheiligsten der Finanzbeh&ouml;rde hat, und den Bauingenieur, der die Baugenehmigung f&uuml;r unser Haus organisiert, weil er gute Verbindungen zur Baubeh&ouml;rde hat.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Zusammen haben wir gegessen, ausnahmslos alle !!!! Es ist doch egal, wer mehr und wer weniger verschlungen hat. Das System hat doch von denen gelebt, die das wohlbekannte Fressen in den h&ouml;chsten Kreisen hingenommen haben, damit man ihnen am Ende des Tages ihre eigenen kleinen oder gro&szlig;en Unrechtm&auml;&szlig;igkeiten durchgehen l&auml;sst. Alle haben sich die ganzen Jahre in diesen Verh&auml;ltnissen eingerichtet, und jetzt auf einmal m&uuml;ssen sie darauf verzichten. Das Emp&ouml;rende ist dabei, dass die Zeche jetzt die Jungen zahlen m&uuml;ssen, die ihr Leben als Arbeitssklaven beginnen werden. Aber diese Farce musste irgendwann ein Ende haben. Mit diesem Griechen kann es nicht mehr weiter gehen. Wir wollen mit ihm nichts mehr zu tun haben. Fortschritt ist nicht ohne M&uuml;hen und Schmerzen zu kriegen. Das Gef&auml;lligkeitssystem ist nicht mehr hinnehmbar! Und nat&uuml;rlich m&uuml;ssen sich die Damen und Herren Parlamentarier- mit ganz wenigen Ausnahmen &ndash; selbst in den Ruhestand verabschieden &ndash; wenn sie noch einen letzten Rest von W&uuml;rde besitzen.<\/li>\n<li>&bdquo;Der Pangalos hat eindeutig recht. Denn es gab ja nicht nur die (falschen) Blinden und Schwangeren! Seid ihr einmal die alte Stra&szlig;e von Athen nach Patras lang gefahren? Oder durch die Ebene von Argolis? Oder durch die thessalische Ebene? Wie sind all die Villen entstanden, erbaut von Leuten, die nur zwei oder f&uuml;nf Hektar Ackerfl&auml;che besitzen? Wisst ihr, wieviel Geld von der EU als F&ouml;rdermittel geflossen ist, an die landwirtschaftlichen Produzenten und an die Genossenschaften f&uuml;r den Bau von gek&uuml;hlten Lagerhallen usw.? &hellip; Wo sind wohl all diese Gelder gelandet? Ganz zu schweigen von dem was bei den Baugenehmigungsbeh&ouml;rden der Inseln gelaufen ist, in Mykonos, Naxos oder Paros.<br>\nAlso jetzt mal ganz im Ernst: Mindestens 60 Prozent der Griechen haben gestohlene Gelder verzehrt. Wir brauchen ganz neue Gesetze, die die Konfiskation von Besitzt&uuml;mern und den Entzug politischer Rechte vorsehen. Und dazu m&uuml;ssen alle &ouml;ffentlichen Bediensteten, die wegen Vernachl&auml;ssigung ihrer Pflichten oder wegen Amtsmissbrauch oder anderer Vergehen verurteilt wurden, umgehend und ohne Abfindung entlassen werden. Das ist das mindeste. Au&szlig;erdem m&uuml;ssen nicht nur die Schmiergeldempf&auml;nger b&uuml;&szlig;en, sondern auch die, die geschmiert haben. Und auch die Richter m&uuml;ssen verpflichtet werden, ihre Verm&ouml;gensverh&auml;ltnisse offenzulegen und von der Finanzpolizei &uuml;berpr&uuml;fen zu lassen&hellip; &bdquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Lieber Herr Polymilis, wenn dir dein Steuerberater sagt, dass du nach diesem oder jenem Gesetz (f&uuml;r das dieser oder jener Parlamentarier gestimmt hat, um seiner Clique gef&auml;llig zu sein) 5000 Euro an Steuergeldern einsparen kannst, wirst du ihm dann sagen: Nein, ich m&ouml;chte zahlen, weil ich dem Staat kein Unrecht zuf&uuml;gen will? Und wenn du kein Grieche w&auml;rest, sondern Deutscher, Engl&auml;nder, Franzose, Portugiese, w&uuml;rdest du dann auf das Geld verzichten? Die Antwort lautet NEIN. Du w&uuml;rdest deinen Steuerberater loben und f&uuml;r seine gute Arbeit bezahlen. Also ist es nicht entscheidend, welche Nationalit&auml;t du hast, entscheidend ist das System, das dich regiert. &hellip;Sie schreiben in ihrem letzten Absatz, wir k&ouml;nnten nicht leugnen, dass wir nichts gewusst haben, dass wir (und damit meinen Sie: wir alle) solche Erscheinungen toleriert haben. Aber hier ist zu fragen, Herr Polimilis: Ist es nicht ein Unterschied, ob das alles von Herrn Jedermann gewusst und hingenommen wird, oder von einem Volksvertreter? Und warum sollen wir alle unser Schicksal verdient haben? Sitzen wir etwa alle am selben Tisch? Hat der Sohn von einem Abgeordneten dasselbe Schicksal wie der Arbeitslose?&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Es geht nicht darum, ob der Staat &bdquo;faire Verfahren&ldquo; etabliert hat oder nicht. Die Gesetze k&ouml;nnen gut sein, aber sie werden von Menschen angewendet. Und die muss man ausbilden, kontrollieren und bestrafen. Wenn dieser Dreischritt von Ausbildung-Kontrolle-Bestrafung nicht durchgesetzt wird, landen wir unvermeidlich da, wo wir uns heute befinden&hellip;<br>\nEs geht auch nicht um die Frage &bdquo;wer was wei&szlig;. &ldquo;. Schreiben Sie lieber: &bdquo;Gibt es etwa jemanden, der von nichts gewusst hat, und sei es nur von einem Fall?&ldquo; Deshalb ist auch nicht &bdquo;ein Teil der Gesellschaft&ldquo; verantwortlich, sondern unsere ganze Gesellschaft. Und wenn wir damit nicht jetzt Schluss machen, wo wir in der Schei&szlig;e sitzen und f&uuml;r die Fehler so vieler Jahre bezahlen m&uuml;ssen, wenn wir die Korruption nicht jetzt beenden, dann haben wir es nicht anders verdient&hellip;Und eine letzte allgemeine Bemerkung: In dieser Zeit, in der wir uns um Ver&auml;nderungen bem&uuml;hen, bringt es nichts, sich mit  der nebens&auml;chlichen Frage zu besch&auml;ftigen, wer genau Schuld war; denn Schuld waren wir alle, aber nat&uuml;rlich nicht alle im gleichen Ma&szlig;e. Stattdessen sollten wir uns klar machen, wie unsere Verpflichtungen aussehen: \n<ul>\n<li>Wir alle m&uuml;ssen unsere Mentalit&auml;t ver&auml;ndern. Das geht nur, wenn jeder an sich selber arbeitet. Es geht nicht an, dass ich dich besser machen will und du mich.<\/li>\n<li>Wir m&uuml;ssen endlich diejenigen davon jagen, die in diesem und von diesem dreckigen Regime profitiert haben.<\/li>\n<li>Wir m&uuml;ssen uns gegenseitig helfen, damit wir uns gegen den Zustand der Besatzung wehren k&ouml;nnen, in den uns die Verr&auml;ter hineingeritten haben&hellip;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und ganz zum Schluss noch ein Wunsch: Gute Befreiung! Erobert, ja &ndash; unterworfen nie!&ldquo;<\/p><\/li>\n<li>&bdquo;Wenn wir sagen, dass wir das Geld gemeinsam verprasst haben, meinen wir doch folgendes: Bei einem Freiberufler liefen die Gesch&auml;fte ziemlich gut, weil die Leute Geld hatten; bei einem Arbeiter oder Angestellten stieg der Lohn in den letzten zehn Jahren um 100 Euro, weil die Gesch&auml;fte seines Chefs gut liefen; ein &ouml;ffentlicher Bedienstete konnte sich seiner Dauerstellung bei anst&auml;ndiger Bezahlung sicher sein. Aber diejenigen, die an der Macht waren, hatten am Ende die Millionen auf ihren Bankkonten. Und heute, wo Europa seine Gelder zur&uuml;ckfordert, treibt der Staat alles von den armen Schluckern ein, &uuml;ber die ganzen Steuern, &uuml;ber Gehaltsk&uuml;rzungen, erh&ouml;hte Benzinpreisen usw. Aber die, die sich die Millionen einverleibt haben, die essen weiter mit goldenen L&ouml;ffeln und trinken auf das Wohl der betrogenen Opfer. Bravo Pangalos! Lang zu, du hast in letzter Zeit abgenommen.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Da ihr es gemeinsam verprasst habt, gebe ich euch meine Bankverbindung, damit ihr mir das Geld mit Zinsen zur&uuml;ckzahlen k&ouml;nnt, denn ich zahle dem griechischen Staat mein Leben lang durchschnittlich 30 bis 40 Prozent meines Einkommens.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Ist ein bisschen sp&auml;t, dass ihr das jetzt alles entdeckt. Die Massenmedien h&auml;tten diese ungeheuren Umfang von Betrug und Diebstahl unserer Mitb&uuml;rger schon l&auml;ngst aufdecken m&uuml;ssen. Aber diese Massenmedien, alle ohne Ausnahme, suchten nach den diversen Vergehen immer nur im anderen politischen Lager. H&auml;tten sie wenigstens einmal einen Betrug ihrer eigenen Leute aufgedeckt, dann h&auml;tten wir ihnen gratuliert&hellip;. Jetzt schreiben sie &uuml;ber all diese Dinge, aber eben erst im Nachhinein.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;H&ouml;ren wir endlich auf mit dieser HEUCHELEI, die alle und vor allem die Massenmedien praktizieren! Die &bdquo;Aufdeckung&ldquo; dieses Betr&uuml;gerzirkels bei der IKA in Kallithea, der beiden Angestellten des Wirtschaftsminissteriums, die abkassiert haben, und der anderen Korruptionsf&auml;lle &ndash; es macht einen sprachlos. Als seien all diese Dinge unbekannt oder einmalig f&uuml;r die griechischen Verh&auml;ltnisse! Ohne jede &Uuml;bertreibung muss man sagen, dass es in diesem Land nicht einen einzigen B&uuml;rger gibt &ndash; vom Erzbischof und vom Staatspr&auml;sidenten bis zum Obdachlosen am Omonia-Platz &ndash; der nicht irgendwann Schmiergeld gezahlt h&auml;tte, der eine mehr, der andere weniger. &hellip; Der Pangalos hat hunderprozentig recht: ALLE ZUSAMMEN HABEN WIR ES VERPRASST. Das wissen wir alle, nur dass wir es nicht sagen; es ist eben unser gro&szlig;es nationales Geheimnis. Deshalb m&uuml;ssen wir diesen Nationalsport aufgeben und endlich erkennen, wer wir sind. Und hoffen, dass wir auf diese Weise eines Tages diesen Komplex loswerden.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Wunderbar, Herr Polimilis! Nehmen wir mal an, ihr habt recht mit ihrem Artikel, dass wir alle unseren Teil der Verantwortung haben, mal mehr mal weniger. Aber wo verurteilen Sie Ihre Kollegen, die statt ihren Beruf wahrzunehmen sich nur f&uuml;r die Spielchen ihrer Auftraggeber hergeben, also der Verleger und irgendwelcher Unternehmer, die sie bezahlen, um ihre eigenen Interessen zu f&ouml;rdern. Und sagen Sie mir nicht, dass es solche Leute nicht gibt! Es ist leicht, dem Volk die Schuld zuzuschreiben; dagegen ist es schwer, die eigene Schuld auf sich zu nehmen, lieber Herr Polimilis!&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Die Betr&uuml;ger haben gemeinsam gegessen: Minister, Parlamentarier und jede Menge unehrlicher Leute&hellip; aber nur die Nicht-Politiker wird man ins Gef&auml;ngnis schicken oder aus ihrem Job rausschmei&szlig;en.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Psssst! Sprecht die Wahrheit nicht aus! Weil Pangalos so was gesagt hat, muss es nat&uuml;rlich falsch sein. Das Volk tr&auml;gt keine Schuld. F&uuml;r all die diebischen Machenschaften ist nur das politische System verantwortlich. Das Volk beschr&auml;nkt sich darauf, einen Teil des Pl&uuml;nderguts abzuzweigen &ndash; mit dem Segen einer Linken, die  rechtspopulistische Spr&uuml;che klopft. Warum sollen wir alle, das gemeine Volk, mitschuldig sein? Also geht das Pl&uuml;ndern weiter!&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Bauern mit 100 Olivenb&auml;umen, die 500 gemeldet haben, um Subventionen zu kassieren, &hellip; Freiberufler, die ein Jahreseinkommen unterhalb der Besteuerungsgrenze deklarieren, Besitzer von Immoblilien, die ihre Mieteinnnahmen verschweigen, krumme Gesch&auml;fte mit Arzneimitteln, mit Waffenlieferungen, mit staatlichen Verg&uuml;nstigungen, mit Renten, mit Beihilfen, mit EU-Geldern, mit Einstellungen im &ouml;ffentlichen Dienst&hellip; krumme Gesch&auml;fte &uuml;berall. Ein Volk, das sich seit an Betr&uuml;gereien, an Bestechung und an die Verschwendung von &ouml;ffentlichen Geldern gew&ouml;hnt hat wie an eine Droge. Und das die Abzocker f&uuml;r Schlauberger und gesetzestreue B&uuml;rger f&uuml;r Dummk&ouml;pfe h&auml;lt.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Tats&auml;chlich ist es so, dass viele von euch zusammen mit den Pangalos-Typen gegessen haben. Fragt sich nur, wieviel ihr gewesen seid. Das wird sich an den Stimmen f&uuml;r das blau-gr&uuml;ne B&uuml;ndniss (also von ND und Pasok) bei den n&auml;chsten Wahlen zeigen. Und das werden, nach meiner bescheidenen Meinung, gar nicht so wenig Stimmen sein, egal was die Umfragen heute besagen.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Herrje, immer dieselben Argumente&hellip; Wenn immer ich Leute sehe, die dem Pangalos zustimmen, packt mich die nackte Wut. Weil ich ein junger Mensch bin, &hellip; der bestimmt nicht mit allen anderen &bdquo;gegessen&ldquo; hat. Na sch&ouml;n, Herr Polimilis, wenn Sie von dem Geld was abbekommen haben, k&ouml;nnen Sie es ja zur&uuml;ckgeben&hellip;&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Die ganze Zeit hat die politische F&uuml;hrung keinerlei Kontrollen bei der Krankenkasse durchgef&uuml;hrt. Jetzt auf einmal haben sie beschlossen, ein paar kleine Angestellte zu schnappen, um uns einzureden, dass wir alle zusammen gegessen haben. Aber selbst wenn die (erwischten Betr&uuml;ger) ein oder zwei Millionen verdr&uuml;ckt haben, fragt sich doch: Wieviel haben die gegessen, die mit den Geldern der Versicherten auf dem Aktien- und dem Bondsmarkt gezockt haben?&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Gute Verdauung, Herr Polimilis! Und weil du mit gegessen hast, sollst du auch die Rechnung bezahlen!&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Fast vierzig Jahre lang waren unsere Politiker unf&auml;hig zum Regieren, Sie waren vor allem damit besch&auml;ftigt, ihre Wiederwahl zu organisieren. Auf diese Weise haben sie diesen &ouml;ffentlichen Dienst aufgebaut, der auf Vetternwirtschaft beruht. Welches Desaster dabei rauskommt, sehen wir heute. Denn wenn ein staatlicher Apparat auf G&uuml;nstlingswirtschaft beruht, wie kann man da Qualit&auml;t erwarten? Deshalb muss man alle nach Hause schicken. Das politische Establishment samt aller nicht vertrauensw&uuml;rdigen &ouml;ffentlichen Bediensteten.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Nicht nur, dass wir keineswegs das Geld gemeinsam verspeist haben &ndash; dann h&auml;tten wir jetzt ja alle einen Wanst (wie Pangalos); aber heute haben wir gar nichts mehr zu essen. Guten Tag.<\/li>\n<\/ol><p><strong>Und jetzt doch noch zwei Nachbemerkungen:<\/strong><\/p><ol>\n<li>Um ein Missverst&auml;ndnis zu verhindern: Diese Lesermeinungen dokumentieren keineswegs, dass viele Griechen das, was ihnen heute als &bdquo;Rettungsprogramm&ldquo; aufgezwungen wird, als gerechte Strafe empfinden. Nach meinen eigenen Beobachtungen und Diskussionserfahrungen geht bei den meisten Menschen das Ohnmachtsgef&uuml;hl, den Zumutungen und Ungerechtigkeiten eines von au&szlig;en diktierten Programms ausgesetzt zu sein, mit der Einsicht in die Fehlentwicklungen einher, die das eigene Land in diesen Zustand der Abh&auml;ngigkeit von den eigenen Schulden und den ausl&auml;ndischen Gl&auml;ubigern gebracht haben. Und gewiss sind die in den Briefen dokumentierten Gef&uuml;hle &ndash; die Verbitterung &uuml;ber die aktuelle Lage, die Wut auf das eigene &bdquo;System&ldquo; und die Entschlossenheit, die eigenen Fehler zu korrigieren &ndash; in sehr vielen &bdquo;griechischen Seelen&ldquo; gleichzeitig vorhanden. Die gro&szlig;e Frage ist, wie sich diese gemischten Gef&uuml;hle sortieren, ob sie eine produktive Mischung ergeben und zu welchen Schlussfolgerungen sie dr&auml;ngen (unter anderem bei den kommenden Wahlen). Die Antwort auf diese Frage wird die Zukunft Griechenlands ma&szlig;geblich beeinflussen &ndash; jedenfalls soweit sie in den H&auml;nden der Griechen liegt.<\/li>\n<li>Die Korruption im &ouml;ffentlichen Gesundheitswesen wird in ihrem vollen Umfang erst allm&auml;hlich sichtbar. Nachdem sich alle Versicherten, die von der IKA Beihilfen und Renten auf Grund von Behinderungen beziehen, zur Erneuerung ihrer Anspr&uuml;che bei der Kasse melden mussten, haben 37 000  (das entspricht etwa 15 Prozent) auf eine R&uuml;ckmeldung verzichtet. Besonders hoch, bei fast 45 Prozent, lag die &bdquo;Ausfallquote&ldquo; bei den Versicherten, die Beihilfen f&uuml;r die Betreuung behinderter Minderj&auml;hriger bezogen. Aber auch bei den Schwerbehinderten haben sich 13, 5 Prozent der 125 000 Rentenbezieher nicht bei der Kassen zur&uuml;ckgemeldet (wobei es sich auch um Verstorbene handeln kann, deren Verwandte die Rente weiter bezogen haben). Durch die Aktualisierung der Liste der Anspruchsberechtigten hat die Kasse auf einen Schlag 111 Millionen Euro eingespart. In einem zweiten Stadium sollen alle Gutachten &uuml;ber Behinderungen &uuml;berpr&uuml;ft werden. Das Gesundheitsministerium geht davon aus, dass sich daraus eine weitere Einsparung von 120 Millionen Euro ergibt. (Details nach einem Bericht der Zeitung Kathimerini vom 19. M&auml;rz).<\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Man w&uuml;rde sich w&uuml;nschen, dass in Deutschland ebenfalls eine so selbstkritische und kontroverse Debatte &uuml;ber die politische Klasse und &uuml;ber die Anpassung des Gro&szlig;teils der Bev&ouml;lkerung an bestehende Missst&auml;nde und offensichtliche Fehlentwicklungen stattf&auml;nde, bevor man &ndash; wie die Griechen &ndash; mit dem R&uuml;cken zur Wand steht.<\/em><br>\n<em>Dabei m&uuml;sste es vielleicht weniger um die direkte Korruption und den Klientilismus gehen, das auch, denn auch bei uns gibt es in der Wirtschaft mehr Korruption als ans Licht kommt und vor allem sind die &bdquo;Finanzm&auml;rkte zum Tummelplatz einer besonderen Art der Organisierten Kriminalit&auml;t geworden&ldquo; (<a href=\"\/?p=8643\">Wolfgang Hetzer<\/a>). Auch die Steuerminderung und die Steuerhinterziehung &uuml;bersteigen jedenfalls in absoluten Gr&ouml;&szlig;en bei weitem die Dimensionen Griechenlands, genauso wie das Verschieben von &bdquo;Schwarzgeld&ldquo; auf ausl&auml;ndische Konten.<\/em><br>\n<em>Vor allem aber m&uuml;sste die &bdquo;politische Korruption&ldquo; zum Thema werden, Korruption etwa in der Form von &bdquo;Dankesch&ouml;n&ldquo;-Entgelten (z.B. zwischen Kirch und Kohl) oder beim hemmungslosen Wechsel durch die &bdquo;Dreht&uuml;r&ldquo; (Schr&ouml;der zu Gazprom, Joschka Fischer zu Nabucco, Clement zu Addecco etc.). Man m&uuml;sste eine offene Debatte dar&uuml;ber f&uuml;hren, wie die Politik &bdquo;unter der Kontrolle der Finanzm&auml;rkte&ldquo; steht (<a href=\"\/?p=10663\">Tietmeyer<\/a>). Es w&auml;re schon l&auml;ngst an der Zeit, dass &uuml;ber die strukturelle Bereicherung einer kleinen Schicht und die zunehmende Spaltung in Arm und Reich in unserer Gesellschaft debattiert w&uuml;rde. Nicht nur in Griechenland wird behauptet, dass &bdquo;wir&ldquo; alle &uuml;ber unsere Verh&auml;ltnisse gelebt h&auml;tten; das unterstellt auch unsere Bundeskanzlerin uns Deutschen und weder die Arbeitnehmer, die seit Jahren unter unseren Verh&auml;ltnissen leben, noch die gr&ouml;&szlig;er werdende Masse der Niedrigl&ouml;hner begehren dagegen auf. Bei uns wird doch st&auml;ndig die Gebetstrommel ger&uuml;hrt, dass wir &bdquo;unseren&ldquo; G&uuml;rtel enger schnallen m&uuml;ssten, obwohl die Gewinne explodieren und die Schere zwischen dem Wachstum der privaten Verm&ouml;gen und der Einkommenssteigerung der Arbeitnehmer immer weiter auseinandergeht.<\/em><br>\n<em>Die Leserbriefe, die hier zitiert werden, sind ein drastischer Beweis daf&uuml;r, dass es zu sp&auml;t ist, sich Selbstvorw&uuml;rfe zu machen, dass man eine solche Entwicklung zugelassen hat, dass man vielleicht sogar ein bisschen mitgemacht hat und dass man sich nicht gewehrt hat, wenn man erst kurz vor dem Abgrund steht.<\/em> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Folgenden wird eine Debatte dokumentiert, die einen wichtigen Aspekt der griechischen Wirklichkeit widerspiegelt. Diese Debatte setzt sich aus den Ausz&uuml;gen von Leserbriefen zusammen, die auf einen Artikel in der Athener Zeitung &bdquo;To Vima&ldquo; (Die Trib&uuml;ne) vom 15. M&auml;rz reagieren. Der Text des Journalisten Sifis Polymilis nimmt Bezug auf zwei Ereignisse, die man kennen muss,<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12640\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[173,127],"tags":[325],"class_list":["post-12640","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-griechenland","category-lobbyismus-und-politische-korruption","tag-staatsschulden"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12640","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12640"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12640\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":53121,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12640\/revisions\/53121"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12640"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12640"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12640"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}