{"id":126631,"date":"2024-12-20T09:00:35","date_gmt":"2024-12-20T08:00:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=126631"},"modified":"2024-12-22T08:33:23","modified_gmt":"2024-12-22T07:33:23","slug":"die-staerken-und-schwaechen-russlands-das-wichtigste-von-der-jahrespressekonferenz-mit-putin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=126631","title":{"rendered":"Die St\u00e4rken und Schw\u00e4chen Russlands. Das Wichtigste von der Jahrespressekonferenz mit Putin"},"content":{"rendered":"<p>Viereinhalb Stunden dauerte am Donnerstag die allj&auml;hrliche Pressekonferenz des russischen Pr&auml;sidenten, an der sich sowohl Journalisten als auch B&uuml;rger beteiligten. Wladimir Putin und die Journalisten sa&szlig;en in einem Saal im Messezentrum Gostinyj Dwor, unweit des Roten Platzes. Die B&uuml;rger wurden live per Video zugeschaltet oder es wurden Telefonanrufe eingeblendet. Das Themenspektrum reichte von der Inflation, Problemen im sozialen und Gesundheitsbereich bis hin zum Ukraine-Krieg und Syrien. Aus Moskau berichtet <strong>Ulrich Heyden.<\/strong><\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8659\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-126631-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241220_Die_Staerken_und_Schwaechen_Russlands_Das_Wichtigste_von_der_Jahrespressekonferenz_mit_Putin_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241220_Die_Staerken_und_Schwaechen_Russlands_Das_Wichtigste_von_der_Jahrespressekonferenz_mit_Putin_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241220_Die_Staerken_und_Schwaechen_Russlands_Das_Wichtigste_von_der_Jahrespressekonferenz_mit_Putin_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241220_Die_Staerken_und_Schwaechen_Russlands_Das_Wichtigste_von_der_Jahrespressekonferenz_mit_Putin_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=126631-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/241220_Die_Staerken_und_Schwaechen_Russlands_Das_Wichtigste_von_der_Jahrespressekonferenz_mit_Putin_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"241220_Die_Staerken_und_Schwaechen_Russlands_Das_Wichtigste_von_der_Jahrespressekonferenz_mit_Putin_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Zwei Moderatoren lasen Fragen der B&uuml;rger vor. Der Pressesprecher von Putin und der russische Pr&auml;sident selbst w&auml;hlten aus der gro&szlig;en Schar der Journalisten Fragesteller aus, die auf sich aufmerksam machten, indem sie Schilder mit Themen oder mit den Namen ihrer St&auml;dte oder Regionen hochhielten. <\/p><p>Die Macher der Veranstaltung (<a href=\"http:\/\/en.kremlin.ru\/events\/president\/news\/75909\">Stenogramm auf Englisch<\/a>) hatten sich einiges ausgedacht, damit sich m&ouml;glichst viele Menschen in der Fragestunde wiederfanden. Es kamen Jugendliche, Rentner, Soldaten, Menschen aus St&auml;dten und D&ouml;rfern zu Wort. Tagelang hatten die russischen Medien f&uuml;r die Veranstaltung, die auf Fernsehkan&auml;len und im Internet &uuml;bertragen wurde, geworben. Schon in den Tagen vor der Veranstaltung wurden Videos mit Fragen von B&uuml;rgern im Fernsehen gesendet. Insgesamt 2,4 Millionen Fragen an den Pr&auml;sidenten wurden eingereicht. Sie wurden mit Mitteln der k&uuml;nstlichen Intelligenz sortiert, wie stolz verk&uuml;ndet wurde. <\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/241220-Putin-PK-02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p><small><em>Bild: &copy; Kremlin.ru<\/em><\/small><\/p><p><strong>&bdquo;Ist die Welt verr&uuml;ckt geworden?&ldquo;<\/strong><\/p><p>Diese Frage wurde Putin gleich zu Beginn der Veranstaltung von einer Moderatorin gestellt. Der Kreml-Chef l&auml;chelte und spulte eine paar russische Wirtschaftsdaten runter, die wohl zeigen sollten, dass zumindest mit der russischen Wirtschaft alles in Ordnung sei, dass sie zumindest in einem viel besseren Zustand ist als die Wirtschaft in der EU. In diesem Jahr g&auml;be es in Russland ein Wirtschaftswachstum von 3,9 Prozent, wohingegen es in der EU nur zwei Prozent seien. Russland stehe in der Rangliste der Wirtschaftsleistung international auf Platz vier. <\/p><p>Ja, es g&auml;be in Russland das Problem der Inflation, aber die Einkommen der Russen seien mit neun Prozent &bdquo;real gewachsen&ldquo;, behauptete der Pr&auml;sident. Gleichzeitig gestand der Kreml-Chef ein, dass die Inflationsrate bei neun Prozent liegt. Der Kreml-Chef erkl&auml;rte, Russland k&ouml;nne sich jetzt selbst ern&auml;hren und sei nicht mehr auf Importe angewiesen. 66 Millionen Tonnen Getreide habe Russland im letzten Jahr exportiert. Die Zentralbankchefin, die bei der Bev&ouml;lkerung wegen des hohen Leitzinses von 21 Prozent in der Kritik steht, nahm Putin in Schutz. &bdquo;Die Regierung arbeitet zufriedenstellend, es w&auml;re aber gut, Ziele f&uuml;r die einzelnen Wirtschaftsbranchen zu formulieren.&ldquo;<\/p><p><strong>Sinkende Geburtenrate<\/strong><\/p><p>Putin gestand ein, dass Russland ein Problem bei der Geburtenrate hat. In der Sowjetunion h&auml;tte jede Frau im Schnitt zwei Kinder gehabt. Vor ein paar Jahren habe die Rate der Kinder pro Frau in Russland bei 1,7 gelegen. Sie sei jetzt aber auf 1,41 gefallen. In vielen entwickelten L&auml;ndern wie Finnland, Norwegen, Spanien, Japan und S&uuml;dkorea liege die Rate aber noch niedriger. Russland brauche, um sein riesiges Territorium zu entwickeln, mehr Menschen. Das Ziel sei, den Geburten-Faktor auf 2,1 zu erh&ouml;hen. Russland biete f&uuml;r Familien Hypotheken mit einem Zinssatz von sechs Prozent an und auch das Kindergeld sei erh&ouml;ht worden, aber das reiche noch nicht aus. <\/p><p>Den Schwangerschaftsabbruch zu verbieten, wie von der Journalistin des religi&ouml;sen Fernsehkanals &bdquo;Spas&ldquo; (Erl&ouml;ser) gefordert wurde, lehnte Putin ab. Man m&uuml;sse das Recht der Frau und deren soziale Situation ber&uuml;cksichtigen, erkl&auml;rte der Pr&auml;sident. <\/p><p><strong>Fragestunde als Teil der politischen Kultur<\/strong><\/p><p>Die j&auml;hrliche Fragestunde mit Putin ist zu einem wichtigen Teil des russischen politischen Systems geworden. Sie symbolisiert, dass die Macht an der Meinung des Volkes interessiert ist und dass Kritik in sachlicher Form erw&uuml;nscht ist. Russland zeigt mit dieser Veranstaltung auch, dass man sich gegen&uuml;ber dem Westen nicht verstecken muss, was demokratische Gepflogenheiten betrifft. <\/p><p>Man muss wissen, dass es in Russland keine scharfen Parlamentsdebatten gibt, so wie gelegentlich in Deutschland. W&auml;hrend der &bdquo;Sprechstunde&ldquo; mit Putin werden schonungslos soziale Probleme angesprochen. Und das Volk h&ouml;rt genau hin, ob der Pr&auml;sident konkrete Verantwortliche f&uuml;r Missst&auml;nde benennt oder ob er nur Besserung verspricht, wie schon das Mal zuvor. Die Fragestunde hat auch deshalb Bedeutung, weil Stra&szlig;en-Demonstrationen seit der Corona-Zeit &bdquo;wegen der Infektionsgefahr&ldquo; in Russland nicht mehr genehmigt werden.<\/p><p>Auff&auml;llig war, dass Putin Missst&auml;nde in vielen F&auml;llen eingestand. Die F&auml;lle waren teilweise drastisch. Eine B&uuml;rgerin berichtete, der Arzt in ihrer Stadt habe nur einmal in der Woche Sprechstunde. Schon morgens um sieben m&uuml;sse man Schlangestehen, um zu ihm zu kommen. Fachkr&auml;fte aus staatlichen Krankenh&auml;usern wanderten zu Privatkliniken ab, wo sie besser bezahlt werden. Ein B&uuml;rger schilderte, er m&uuml;sse sich sein Krebs-Medikament selbst kaufen. Ein anderer B&uuml;rger berichtete, es g&auml;be einen Mangel an Insulin. Putin antwortete, f&uuml;r den Gesundheitssektor sei genug Geld eingeplant. Das Gesundheitswesen sei blo&szlig; nicht richtig strukturiert.<\/p><p>Es gab mehrere Schilderungen von B&uuml;rgern, die sich von Betr&uuml;gern und Banken im Bereich Kredite get&auml;uscht f&uuml;hlten. Putin bestritt die Schilderungen nicht, k&uuml;ndigte aber keine drastischen Ma&szlig;nahmen an, wie von vielen erhofft.<\/p><p>Als der Korrespondent der <em>Komsomolskaja Prawda<\/em> in bissigem Ton kritisierte, dass der Anschlag auf den russischen General und Chemiewaffen-Experten Igor Kirillow von den russischen Sicherheitskr&auml;ften nicht verhindert wurde, war das Putin sichtlich unangenehm. Die Sicherheitsorgane h&auml;tten diesen Anschlag &bdquo;zugelassen&ldquo;, r&auml;sonierte der Pr&auml;sident. Sie m&uuml;ssten aus diesem Fehler Konsequenzen ziehen. <\/p><p><strong>Brennpunkt Kursk<\/strong><\/p><p>Ein Journalist der Nachrichtenagentur <em>Tass<\/em> wollte wissen, ob man mit der &bdquo;Spezialoperation&ldquo; dem Sieg in der Ukraine n&auml;hergekommen sei. Bevor Putin die Frage beantwortete, lie&szlig; er von zwei M&auml;nnern auf dem Podium eine Fahne der 155. Brigade der Marineinfanteristen der Pazifik-Flotte entfalten. Auf der Fahne hatten alle Soldaten der Einheiten ihre Unterschrift hinterlassen. Die Einheit k&auml;mpfe &bdquo;gerade jetzt&ldquo; in dem von der Ukraine teilweise besetzten russischen Gebiet Kursk, erkl&auml;rte Putin. &bdquo;Wir w&uuml;nschen ihnen Erfolg und die R&uuml;ckkehr nach Hause.&ldquo; Der Kampf der russischen Armee laufe erfolgreich &bdquo;auf der gesamten Frontl&auml;nge&ldquo; zur Restukraine, sagte der Pr&auml;sident. &bdquo;Jeden Tag werden Quadratkilometer erobert.&ldquo; Die Fahnendemonstration war ein starkes, emotionales Signal.<\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/241220-Putin-PK-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p><small><em>Bild: &copy; Kremlin.ru<\/em><\/small><\/p><p>Eine Bewohnerin des Kursk-Gebietes, die wegen des Einfalls ukrainischer Truppen aus ihrem Dorf fl&uuml;chten musste, wollte wissen, wann man in die verlassenen H&auml;user zur&uuml;ckkehren k&ouml;nne, ob alle H&auml;user wiederhergestellt werden und ob man alle H&auml;user zur&uuml;ckbekomme. Putin antwortete, er k&ouml;nne nicht genau sagen, wann man die H&auml;user befreien werde, aber man werde die ukrainischen Truppen &bdquo;sicher vertreiben&ldquo;. Die Vertriebenen w&uuml;rden Zertifikate f&uuml;r ihr zerst&ouml;rtes Wohnungseigentum bekommen. <\/p><p>Die Moderatorin las die Beschwerde von Soldaten vor, die im Gebiet Kursk gegen die ukrainische Armee k&auml;mpfen, aber nicht den Sold bekommen, den sie erhalten w&uuml;rden, wenn sie auf dem Gebiet der Ukraine k&auml;mpfen w&uuml;rden. Dort wird ein wesentlich h&ouml;herer Sold bezahlt. Putin erkl&auml;rte, er sei &uuml;berrascht &uuml;ber diese Nachricht. &bdquo;Ich entschuldige mich, dass ich nichts davon wei&szlig;.&ldquo; Das h&auml;tte das Verteidigungsministerium regeln m&uuml;ssen. <\/p><p>&Uuml;berraschend war, dass zum Thema Kriegsfolgen mit der ehemaligen TV-Moderatorin Ksenija Sobtschak auch eine bekannte Vertreterin des liberal eingestellten Show-Business eine Frage stellte. Sobtschak erz&auml;hlte, sie sei zusammen mit anderen Personen aus dem russischen Show-Business in den vom Krieg stark in Mitleidenschaft gezogenen russischen Grenzregionen Kursk und Belgorod auf dem Gebiet der sozialen Hilfe aktiv. 100 Familien habe man bereits geholfen. Sobtschak schlug vor, dass man in Kursk eine Stelle einrichte, die alle sozialen Fragen der Fl&uuml;chtlinge und Ausgebombten kl&auml;re und Dokumente &uuml;ber verlorenes Eigentum ausstelle, sodass die Menschen nicht verschiedene Beh&ouml;rden abklappern m&uuml;ssen. Putin antwortete, &bdquo;ich werde kl&auml;ren, wie wir diese Frage voranbringen&ldquo;.<\/p><p><strong>Wiederaufbau in Mariupol <\/strong><\/p><p>Ein Journalist aus dem Donbass wollte vom Kreml-Chef wissen, ob Russland genug Kraft habe, den Teil des Donbass, der jetzt von Russland kontrolliert wird, wieder aufzubauen. Putin erkl&auml;rte, es g&auml;be bereits Pl&auml;ne f&uuml;r den Wiederaufbau. Innerhalb von drei Jahren werde man alle Stra&szlig;en auf das russische Normativ bringen. Die Ukraine habe die Stra&szlig;en sehr vernachl&auml;ssigt. In Donezk sei eine Vorgeburtsklinik gebaut worden. In Mariupol sei ein neues Krankenhaus geplant. Der Donbass habe sehr gute Erfolgsaussichten, denn die Region sei wirtschaftlich stark und k&ouml;nne sich &bdquo;selbst ern&auml;hren&ldquo;. In der Region g&auml;be es jetzt einen &bdquo;Bauboom&ldquo;. Bereits 300.000 Menschen seien in die Stadt Mariupol zur&uuml;ckgekehrt. <\/p><p>Ein Rentner aus dem Donbass, der im Krieg seine Arbeitsnachweise verloren hat, wollte wissen, wie er nun seine 45 Arbeitsjahre nachweisen k&ouml;nne. Putin erkl&auml;rte, solche F&auml;lle sollten von einer speziellen Kommission geregelt werden, die noch gebildet werden m&uuml;sse. <\/p><p>Der russische Pr&auml;sident sagte noch, er setze sich daf&uuml;r ein, dass die Teilnehmer der &bdquo;Spezialoperation&ldquo; nach ihrer R&uuml;ckkehr ins Zivilleben gute Ausbildungsm&ouml;glichkeiten bekommen, damit sie als Leiter in Gebietsverwaltungen und Betrieben eingesetzt werden k&ouml;nnen. Diese Menschen h&auml;tten noch nicht gen&uuml;gend Kenntnisse, um mit Menschen zu arbeiten, aber wie sein Judo-Trainer fr&uuml;her gesagt habe, wichtig sei, dass jemand etwas wolle und sich anstrenge. Diese Qualit&auml;t h&auml;tten die Frontk&auml;mpfer allemal. <\/p><p><strong>Wie effektiv ist die Oreschnik-Rakete?<\/strong><\/p><p>Ein Journalist wollte wissen, was Putin zu den Bemerkungen westlicher Medien in Bezug auf die Oreschnik-Rakete sage. Angeblich k&ouml;nne die Rakete schon kurz nach dem Abfeuern abgeschossen werden. Der Kreml-Chef antwortete, das sei angesichts der Reichweite von Oreschnik nicht m&ouml;glich. Die Mittelstreckenraketen der westlichen Staaten h&auml;tten eine geringere Reichweite. Au&szlig;erdem l&ouml;sen sich die Teilsprengk&ouml;pfe schon bald nach dem Start der Rakete und gehen auf ihre eigene Flugbahn. Aber um die Leistungsst&auml;rke der Rakete zu demonstrieren, sei Russland zu einem Test bereit. Man k&ouml;nne alle westlichen Flugabwehrsysteme um Kiew aufstellen und Russland werde trotzdem ein Ziel in Kiew treffen.<\/p><p><strong>Erinnerung an die &bdquo;guten alten Zeiten&ldquo;<\/strong><\/p><p>Putin betonte immer wieder, dass er nicht gegen die EU als solche sei. Nur eine EU unter US-Dominanz h&auml;lt er f&uuml;r fragw&uuml;rdig. Auf die Frage, wer ihn w&auml;hrend seiner Amtszeit als Pr&auml;sident beeindruckt habe, nannte Putin Helmut Kohl, Jacques Chirac und Silvio Berlusconi. Von Kohl und Chirac habe er &bdquo;einiges gelernt&ldquo;, sagte der Kreml-Chef. Dass die von Putin genannten Politiker alle dem rechten Lager angeh&ouml;ren, passt in die politische Strategie des Kremls. Eine politische Richtung ist nicht ma&szlig;geblich f&uuml;r die Partnerschaft Russlands mit anderen Staatsf&uuml;hrern. Wichtig ist nur, ob die russischen Sicherheitsinteressen anerkannt werden. <\/p><p><strong>Ausl&auml;ndische Medien-Vertreter<\/strong><\/p><p>Auf der Pressekonferenz traten zwei Journalisten aus &bdquo;unfreundlichen Staaten&ldquo; auf, ein Vertreter des US-Mediums <em>NBC<\/em> und ein Vertreter der britischen <em>BBC<\/em>. Der NBC-Journalist behauptete, <a href=\"https:\/\/ya.ru\/video\/preview\/7556859945228341930\">&bdquo;wenn Sie Trump treffen, sind Sie ein geschw&auml;chter F&uuml;hrer&ldquo;<\/a>. Putin erwiderte, er wisse nicht, wann er Trump treffen werde, aber er sei jederzeit bereit zu einem Treffen. Die USA wollten, dass Russland geschw&auml;cht werde, aber Russland wurde in den letzten vier Jahren ein souver&auml;nes Land. &bdquo;Wir verbessern unsere F&auml;higkeiten.&ldquo; Der Westen dagegen habe es schwer. Eine 155mm-Granate kostete vor zwei Jahren 2.000 Euro, jetzt seien es schon 8.000 Euro. Um die Milit&auml;rkosten zu finanzieren, reiche das Zwei-Prozent-Ziel der NATO-Staaten &ndash; und auch drei Prozent &ndash; nicht mehr aus. <\/p><p>Da der NBC-Korrespondent auch Syrien angesprochen hatte, ging Putin auch auf dieses Thema ein. Eine Niederlage habe Russland in Syrien nicht erlitten. Die Bombardierungen der Terroristen in Syrien durch die russische Luftwaffe h&auml;tten dazu gef&uuml;hrt, dass sich die Terroristen &bdquo;ver&auml;ndert&ldquo; h&auml;tten. Russland habe jetzt zu allen Gruppen in Syrien Kontakt. &bdquo;Sie wollen, dass unsere Milit&auml;rbasen bleiben&ldquo;, sagte der Kreml-Chef. Mit dem geflohenen Pr&auml;sidenten Assad habe er sich noch nicht getroffen, wolle dies aber tun.<\/p><p>&bdquo;<strong>Sind Sie zu einem Kompromiss bereit?&ldquo;<\/strong><\/p><p>Der NBC-Korrespondent setzte zum Thema Ukraine nochmal nach und fragte Putin, &bdquo;sind Sie zu einem Kompromiss bereit?&ldquo;. Putin antwortete, &bdquo;wir sind bereit, aber die Ukraine ist nicht bereit.&ldquo; Russland habe bereits im Fr&uuml;hjahr 2022 in Istanbul einen Kompromiss mit der Ukraine ausgehandelt. Kiew habe den Kompromiss paraphiert, aber dann sei der Mann &bdquo;mit der merkw&uuml;rdigen Frisur&ldquo; &ndash; gemeint war Boris Johnson &ndash; gekommen und habe alles wieder umgeschmissen. <\/p><p>Der BBC-Korrespondent meinte, Boris Jelzin habe Putin 1999 die Macht &uuml;bergeben und ihm aufgegeben, &bdquo;sch&uuml;tzen Sie Russland&ldquo;. Heute stehe Russland faktisch am Abgrund. Putin konterte, &bdquo;wir verlie&szlig;en den Abgrund, als Jelzin kritisierte, dass Jugoslawien bombardiert wird. Ich habe alles f&uuml;r die Souver&auml;nit&auml;t von Russland getan&ldquo;. Man sei bereit, mit Gro&szlig;britannien zu verhandeln. <\/p><p>Zum Ende der Pressekonferenz wurde Putin von der Moderation gefragt, ob er sich in den letzten drei Jahren ver&auml;ndert habe. Der Pr&auml;sident antwortete, er mache weniger Witze und lache auch weniger. Wenn er sich jetzt mit jungen russischen Sportlern und Wissenschaftlern treffe, sei er gl&uuml;cklich und f&uuml;hle sich wie in einer Familie mit ihnen verbunden. <\/p><p><small>Titelbild: &copy; Kremlin.ru<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/c9c81d48247d4834af54e990f6c8187e\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viereinhalb Stunden dauerte am Donnerstag die allj&auml;hrliche Pressekonferenz des russischen Pr&auml;sidenten, an der sich sowohl Journalisten als auch B&uuml;rger beteiligten. Wladimir Putin und die Journalisten sa&szlig;en in einem Saal im Messezentrum Gostinyj Dwor, unweit des Roten Platzes. Die B&uuml;rger wurden live per Video zugeschaltet oder es wurden Telefonanrufe eingeblendet. 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