{"id":126797,"date":"2025-01-06T10:05:00","date_gmt":"2025-01-06T09:05:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=126797"},"modified":"2025-01-07T10:43:47","modified_gmt":"2025-01-07T09:43:47","slug":"vortrag-von-florian-warweg-nord-stream-terroranschlag-wer-ist-verantwortlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=126797","title":{"rendered":"Vortrag von Florian Warweg: \u201eNord-Stream-Terroranschlag &#8211; Wer ist verantwortlich?\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die <em>NachDenkSeiten<\/em>-Gespr&auml;chskreise in W&uuml;rzburg und Schweinfurt in Kooperation mit den Freidenkern hatten Mitte Dezember den NDS-Redakteur Florian Warweg zu zwei Vortr&auml;gen zum Thema Hintergr&uuml;nde und aktueller Stand beim Nord-Stream-Anschlag eingeladen. Der Fokus lag dabei auf der Analyse, welche, teilweise auch wenig bekannte, Akteure am st&auml;rksten von dem Anschlag profitiert haben. Die&nbsp;<em>NachDenkSeiten<\/em>&nbsp;dokumentieren f&uuml;r ihre Leser den Vortrag in der verschriftlichten Fassung. Von <strong>Florian Warweg<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6975\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-126797-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250106_Vortrag_von_Florian_Warweg_Nord_Stream_Terroranschlag_Wer_ist_verantwortlich_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250106_Vortrag_von_Florian_Warweg_Nord_Stream_Terroranschlag_Wer_ist_verantwortlich_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250106_Vortrag_von_Florian_Warweg_Nord_Stream_Terroranschlag_Wer_ist_verantwortlich_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250106_Vortrag_von_Florian_Warweg_Nord_Stream_Terroranschlag_Wer_ist_verantwortlich_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=126797-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250106_Vortrag_von_Florian_Warweg_Nord_Stream_Terroranschlag_Wer_ist_verantwortlich_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250106_Vortrag_von_Florian_Warweg_Nord_Stream_Terroranschlag_Wer_ist_verantwortlich_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Die wirtschaftlichen Motive der USA: <\/strong><\/p><p>Noch vor wenigen Jahren herrschte in der LNG-Branche der USA Katastrophenstimmung. Der Fracking-Boom Ende der 2010er-Jahre hatte f&uuml;r ein massives &Uuml;berangebot von Erdgas gesorgt. Ab Beginn der 2020er-Jahre sank der Spotmarktpreis am US-Knotenpunkt Henry Hub auf unter f&uuml;nf Euro pro Megawattstunde. Zum Vergleich, derzeit (Stand Mitte Dezember 2024) liegt der Spotmarktpreis f&uuml;r Erdgas in der EU zwischen 43 und 50 Euro pro Megawattstunde. Die mit vielen Milliarden US-Dollar vom Finanzsektor ausgestattete US-Fracking-Branche und in logischer Folge auch signifikante Teile des US-Finanzsystems standen angesichts dieser Preisentwicklung <a href=\"https:\/\/reneweconomy.com.au\/climate-friend-or-carbon-bomb-global-gas-market-faces-1-3trn-stranded-asset-risk-80593\/\">vor dem Bankrott<\/a>. Denn die Investitionen waren, wie im Big Business der USA &uuml;blich, mit wenig Eigen-, aber sehr viel Fremdkapital get&auml;tigt worden. <\/p><p>Zur Verhinderung des sich anbahnenden Zusammenbruchs gab es eigentlich nur eine M&ouml;glichkeit: Expansion auf den EU-Markt und hier insbesondere auf den mit Abstand gr&ouml;&szlig;ten Erdgasimporteur mit einem j&auml;hrlichen Bedarf von ungef&auml;hr 100&nbsp;Milliarden Kubikmeter: die Bundesrepublik Deutschland. Doch welches Interesse sollte Deutschland und sein Industriesektor haben, US-amerikanisches LNG-Gas zu importieren, welches (wohlgemerkt vor Kriegs- und Sanktionsbeginn) um den Faktor&nbsp;7 teurer war als das via Pipeline ins Land str&ouml;mende russische Erdgas? Auf freiwilliger und rationaler Entscheidungsgrundlage nat&uuml;rlich erst mal gar keins.<\/p><p>Wie unter anderem der auf Energiefragen spezialisierte Journalist Jens Berger (Transparenzhinweis: zugleich mein NachDenkSeiten-Kollege) bereits umfassend <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=90151\">darlegte<\/a>, hat erst seit der Eskalation des Ukrainekrieges und den damit verbundenen EU-Sanktionen gegen Russland der Preis f&uuml;r Fracking-Gas ein Niveau erreicht, das es den US-Energiekonzernen erm&ouml;glicht, Geld zu verdienen und nicht&nbsp;&ndash; wie die Jahre zuvor&nbsp;&ndash; massiv Geld zu verlieren.<\/p><p>Doch selbst diese Entwicklung stand bis Sommer 2022 noch auf einer nicht besonders nachhaltigen wirtschaftlichen Grundlage. Erst die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines hat letzten Endes den Weg frei gemacht, um die EU und insbesondere Deutschland langfristig zu Abnehmern der US-amerikanischen Erdgas-&Uuml;bersch&uuml;sse zu machen und den Preis auch langfristig auf einem f&uuml;r US-Frackinggas-Produzenten profitablen Niveau zu halten. Die damit verbundene neue Erdgas-Abh&auml;ngigkeit ihres EU-&bdquo;Partners&ldquo; passt den US-Amerikanern fraglos ebenfalls ins globalstrategische Dominanz-Konzept. Nach einer Studie des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universit&auml;t K&ouml;ln (EWI) werden die USA bereits vor 2030 mit einem <a href=\"https:\/\/www.ewi.uni-koeln.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/EWI_Endbericht_Zukunft_Gas_Globale_Gasmaerkte_2022-09-21.pdf\">antizipierten Exportvolumen nach Deutschland von rund 40&nbsp;Prozent<\/a> dieselbe dominante Rolle einnehmen wie Russland vor dem Ukraine-Krieg.<\/p><p>Soviel auch zur &bdquo;Reduzierung&ldquo; der energiepolitischen Abh&auml;ngigkeit der EU, die Washington ja angeblich so am Herzen liegt.<\/p><p>Vieles deutet vor diesem Hintergrund auf eine T&auml;terschaft der USA hin. Der renommierte US-amerikanische Investigativjournalist Seymour Hersh, der unter anderem das My-Lai-Massaker der US-Armee in Vietnam aufdeckte, ver&ouml;ffentlichte am 8.&nbsp;Februar 2023 einen aufsehenerregenden Artikel unter dem Titel &bdquo;Wie Amerika die Nord-Stream-Pipeline ausschaltete&ldquo;. Die meisten von Ihnen werden diesen Artikel kennen. Mit Verweis auf einen Whistleblower legt er <a href=\"https:\/\/seymourhersh.substack.com\/p\/how-america-took-out-the-nord-stream\">detailliert dar<\/a>, wie die USA und Norwegen die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines durchf&uuml;hrten. Der US-Auslandsgeheimdienst CIA dementierte erwartungsgem&auml;&szlig; und erkl&auml;rte: &bdquo;Diese Behauptung ist v&ouml;llig und vollkommen falsch.&ldquo; Wie unkritisch dieses CIA-Narrativ dann von deutschen Leitmedien bis heute wiedergek&auml;ut wird, ist nochmal ein ganz eigenes Thema, auf das ich sp&auml;ter auch noch eingehen werde. <\/p><p>Doch ganz unabh&auml;ngig davon, ob die USA f&uuml;r die Sprengung von Nord Stream verantwortlich zeichnen oder nicht, sie sind nachweislich die gr&ouml;&szlig;ten wirtschaftlichen Profiteure der Tat. Vor diesem Hintergrund erlangt die Bemerkung von US-Au&szlig;enminister Blinken wenige Tage nach dem Anschlag noch mal eine ganz andere Relevanz. Blinken hatte am 30.&nbsp;September 2022 auf einer Pressekonferenz anl&auml;sslich des Besuches seiner kanadischen Amtskollegin M&eacute;lanie Joly die Zerst&ouml;rung der Nord-Stream-Pipelines unumwunden zu einer &bdquo;enormen strategischen Chance&ldquo; f&uuml;r die USA <a href=\"https:\/\/www.state.gov\/secretary-antony-j-blinken-and-canadian-foreign-minister-melanie-joly-at-a-joint-press-availability\/\">erkl&auml;rt<\/a>.<\/p><p>Ich zitiere: <\/p><blockquote><p>&bdquo;Wir sind jetzt der f&uuml;hrende Lieferant von Fl&uuml;ssigerdgas f&uuml;r Europa&nbsp;[&hellip;]. Dies ist auch eine enorme Chance. Es ist eine enorme Chance, die Abh&auml;ngigkeit von russischer Energie ein f&uuml;r alle Mal zu beseitigen. Das ist sehr bedeutsam und bietet eine enorme strategische Chance f&uuml;r die kommenden Jahre.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Worin die &bdquo;enormen strategischen Chancen&ldquo; f&uuml;r die USA bestehen, habe ich ja bereits skizziert, will das aber noch kurz konkreter ausf&uuml;hren, was das f&uuml;r die USA und Europa, insbesondere Deutschland, hei&szlig;t. Das, was ich jetzt schildern werde, hat mir Ende letzter Woche in einem Gespr&auml;ch ein Erdgaslogistiker dargelegt. <\/p><p>Laut ihm w&uuml;rden derzeit von den USA aus jede Woche rund 20 Fl&uuml;ssiggastanker nach EU-Europa fahren. Ein einziger Tanker fasst 1,4 Terawattstunden. Erdgas kostet in den USA aktuell etwa 9 Euro\/MWh. Die Umwandlung in Fl&uuml;ssigerdgas und der Transport w&uuml;rden zus&auml;tzlich nochmal mit rund 10 bis 15 Euro\/MWh zu Buche schlagen. Verkauft wird das US-Erdgas an Europa derzeit zu Preisen zwischen 40 bis 50 Euro\/MWh. (F&uuml;r die Kopfrechner hier unter Ihnen, 1000 Megawattstunden = 1 Gigawattstunde (GWh),&nbsp;1000 Gigawattstunden&nbsp;= 1 Terawattstunde (TWh).)<\/p><p>Die USA verdienen also mit ihrem Erdgasexport nach Europa grob gerechnet etwa eine Milliarde Euro pro Woche. Pro Woche! Das hei&szlig;t, aus einem langj&auml;hrigen Minusgesch&auml;ft haben die USA mittlerweile dank der europ&auml;ischen und insbesondere deutschen Abnehmer eine Goldgrube gemacht und zugleich ihrer Industrie einen zuvor ungekannten Wettbewerbsvorteil in Bezug auf die europ&auml;ische Konkurrenz verschafft. <\/p><p><strong>Polen, der untersch&auml;tzte Akteur in der Causa Nordstream <\/strong><\/p><p>Der Beschluss zum Bau von Nord Stream&nbsp;1 fiel in den beginnenden polnischen Wahlkampf des Jahres 2005 und wurde insbesondere von der rechtskonservativen Partei &bdquo;Recht und Gerechtigkeit&ldquo; (allgemein als PiS bekannt) entsprechend genutzt. Das regierende katholisch-nationale Lager nannte das deutsch-russische Pipelineprojekt wortw&ouml;rtlich eine &bdquo;Existenzbedrohung&ldquo;. Die Kaczy&#324;ski-Br&uuml;der sprachen in diesem Zusammenhang von einem &bdquo;Schr&ouml;der-Putin-Pakt&ldquo;, in direkter Anspielung auf den &bdquo;Hitler-Stalin-Pakt&ldquo; von 1939.<\/p><p>Tats&auml;chlich d&uuml;rfte die polnische Ablehnung des gesamten Nord-Stream-Projektes aber weniger von sicherheitspolitischen &Uuml;berlegungen bestimmt gewesen sein als von handfesten finanziellen Interessen&nbsp;&ndash; getragen von der Sorge, durch Nord Stream perspektivisch die millionenschweren Transitgeb&uuml;hren zu verlieren, die Warschau Jahr f&uuml;r Jahr aus Moskau erhielt. Denn unabh&auml;ngiger will man in Warschau nur von Gas-Importen f&uuml;r den eigenen Verbrauch werden. Beim Transit hat Polen sehr wohl Interesse an m&ouml;glichst hohen Gasmengen aus Russland, denn diese sorgen f&uuml;r entsprechende Geb&uuml;hreneinnahmen. Damit wird auch klar, weshalb Polen zwar alles in seiner Macht Stehende tat, um die Ostseepipeline Nord Stream zu verhindern, sich aber gleichzeitig nachdr&uuml;cklich f&uuml;r den Ausbau der mit russischem Gas gespeisten landgebundenen Jamal-I-Pipeline mit einem zweiten Strang einsetzte, der nat&uuml;rlich &uuml;ber Polen verlaufen sollte.<\/p><p>Zum anderen &ndash; und wohl noch relevanter &ndash; sind die seit Jahren in Warschau gehegten und zum gro&szlig;en Teil schon umgesetzten Pl&auml;ne, wie etwa die <em>taz <\/em>in einem Artikel von Anfang Februar 2022 mit dem Titel <a href=\"https:\/\/taz.de\/Konflikt-zwischen-Russland-und-Ukraine\/!5830831\/\">&bdquo;Polen hofft auf Gesch&auml;ft mit Gas&ldquo;<\/a> ausf&uuml;hrt. Ich zitiere, wohlgemerkt aus der <em>taz<\/em>: <\/p><blockquote><p>&bdquo;Polen will gemeinsam mit den USA den zentraleurop&auml;ischen Gasmarkt neu aufrollen und den Deutschen das bisherige Transfergesch&auml;ft abnehmen. Zu diesem Zweck hat Polen in Norwegen ausgedehnte Gasf&ouml;rderfelder gekauft, baut zurzeit die Baltic Pipe durch die Ostsee und errichtete an der Ostseek&uuml;ste bereits gigantische Gaszisternen, in denen das Fl&uuml;ssiggas aus den USA wieder in Gas verwandelt und dann vor allem exportiert werden soll. Das seit vielen Jahren geplante Gesch&auml;ft wird aber nur dann ordentlich Gewinn abwerfen, wenn Nord Stream 2 nicht an den Start geht und so kein g&uuml;nstiges Gas nach ganz Europa liefert.&ldquo; <\/p><\/blockquote><p>Diese immensen, von Polen mit expliziter US-Unterst&uuml;tzung seit Jahren get&auml;tigten Investitionen in Gas-Infrastruktur hatten, wie die <em>taz<\/em> ja auch ausf&uuml;hrt, von Beginn an eigentlich nur wirtschaftliche Erfolgsaussichten, wenn Nord Stream&nbsp;2 nicht an den Start geht. Und wirklich Gewinn abwerfen k&ouml;nnte dieses Projekt nur, wenn auch Nord Stream&nbsp;1 nicht mehr in Betrieb w&auml;re.<\/p><p>Bezeichnenderweise er&ouml;ffneten Regierungsvertreter Polens, D&auml;nemarks und Norwegens die explizit als Alternativ-Pipeline zu russischem Gas konzipierte &bdquo;Baltic Pipe&ldquo; just am 27.&nbsp;September 2022, also nur einen Tag nach dem Sabotageakt gegen Nord Stream. Anl&auml;sslich der Einweihung <a href=\"https:\/\/biznes.wprost.pl\/gospodarka\/infrastruktura\/10878148\/morawiecki-o-wybuchach-w-nord-stream-w-dniu-otwarcia-baltic-pipe-bardzo-dziwny-zbieg-okolicznosci.html\">erkl&auml;rte<\/a> der polnische Ministerpr&auml;sident Morawiecki: <\/p><blockquote><p>&bdquo;Diese Gaspipeline bedeutet das Ende der &Auml;ra der Abh&auml;ngigkeit von russischem Gas. Sie ist auch eine Gaspipeline der Sicherheit, Souver&auml;nit&auml;t und Freiheit nicht nur f&uuml;r Polen, sondern in Zukunft auch f&uuml;r viele andere.&ldquo;&#8202;<\/p><\/blockquote><p>Damit ist wohl der Kern des massiven polnischen Widerstands gegen das Nord-Stream-Projekt offengelegt.<\/p><p><strong>Lasst mich kurz ein Zwischenfazit ziehen: <\/strong><\/p><p>W&auml;hrend die deutsche und russische Wirtschaft sowie Politik ein nachvollziehbares Interesse hatten, ab Anfang der 2000er-Jahre ihre Energiepartnerschaft zu verst&auml;rken und mit Nord Stream &uuml;ber eine Pipeline zu verf&uuml;gen, die sie unabh&auml;ngig macht von unzuverl&auml;ssigen Transferl&auml;ndern mit ganz eigenen Agenden, sieht es insbesondere im Falle der USA und Polens genau spiegelverkehrt aus. Sowohl in Washington wie in Warschau sah und sieht man eine zunehmende Zusammenarbeit von Berlin und Moskau seit Jahrzehnten mit Argusaugen und versucht alles, um diese zu verhindern.<\/p><p>Wenn Drohungen in der Vergangenheit nicht halfen, wurde auch auf Gewalt zur&uuml;ckgegriffen. Erinnert sei nur an die Explosion der sowjetischen Tscheljabinsk-Pipeline im Sommer 1982 aufgrund einer CIA-Operation mit manipulierter Software. Diese brachte die Einstellungen von Pumpen, Turbinen und Ventilen der Gasversorgung so durcheinander, dass die Leitung explodierte. Die Explosion soll eine <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/hacken-im-kalten-krieg-von-den-anfaengen-des-cyberwars-100.html\">Sprengkraft von vier Kilotonnen<\/a> gehabt haben. Zuvor hatten die USA ab Februar 1982 der Bundesrepublik Deutschland massiv mit Konsequenzen gedroht, w&uuml;rde man das im November 1981 mit der Sowjetunion abgeschlossene Industrieabkommen zum Bau von Pipelines und der Lieferung von sibirischem Erdgas im Gesamtvolumen von j&auml;hrlich 16&nbsp;Milliarden Mark nicht aufk&uuml;ndigen. Der Unterschied zu heute? <\/p><p>Der damalige Kanzler Helmut Schmidt lie&szlig; sich nicht einsch&uuml;chtern und erkl&auml;rte an die USA gewandt: <\/p><blockquote><p>&bdquo;Da k&ouml;nnen andere noch so viel quaken, es bleibt bei dem Gesch&auml;ft.&ldquo; <\/p><\/blockquote><p>Jetzt bin ich weit davon entfernt, einen Helmut Schmidt zu idealisieren, aber der Unterschied zur Reaktion des derzeit noch amtierenden Kanzlers ist eklatant.<\/p><p>Aufschlussreich ist &uuml;brigens auch die damalige <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/der-unverziehene-strang-nach-osten-a-7e646f14-0002-0001-0000-000014337181\">Hauptbegr&uuml;ndung<\/a> des US-Kongresses f&uuml;r das Missfallen an dem Deal: <\/p><blockquote><p>&bdquo;Unsere Gesch&auml;ftsleute werden aus dem &ouml;stlichen Markt heraus sein.&ldquo;&#8202;<\/p><\/blockquote><p>Und damit sind wir auch wieder bei einem der Schl&uuml;sselergebnisse der Zerst&ouml;rung von Nord Stream und des Sanktionsregimes gegen Russland. Es f&auml;llt ins Auge, dass sowohl das gesamte Business-Modell f&uuml;r das US-amerikanische Frackinggas als auch die im Verlauf der letzten Jahre get&auml;tigten umfassenden Investitionen auf polnischer Seite in LNG-Infrastruktur mit dem Ziel des weiteren Exports wirtschaftlich eigentlich nur Sinn machen, wenn die entsprechenden Akteure bereits bei der Planung davon ausgingen, dass man zeitnah in der Lage w&auml;re, den deutschen sowie den weiteren EU-Gasmarkt f&uuml;r sich zu gewinnen. Dieses Ziel war aber nur erreichbar, wenn es Washington und Warschau gelingen w&uuml;rde, Russland als zentralen und etablierten Exporteur aus diesem Markt herauszudr&auml;ngen. Was vor wenigen Jahren noch in den Augen vieler Experten als US-amerikanischer und polnischer Wunschtraum galt, ist nach den Ereignissen des 24.&nbsp;Februar und 26.&nbsp;September 2022 zu einer Tatsache geworden.<\/p><p>Das ber&uuml;hmte i-T&uuml;pfelchen ist dann nat&uuml;rlich die Ende November bekannt gewordene Tatsache, dass der bekannte US-Investor Stephen P. Lynch (wie zuerst die&nbsp;<em>Washington Post<\/em>&nbsp;<a href=\"https:\/\/archive.ph\/tyuv7#selection-7405.152-7427.264\">berichtet<\/a>&nbsp;hat) einen Antrag beim US-Finanzministerium gestellt hat, um den verbliebenen Strang von Nord Stream 2 zu kaufen. Lynchs Argumentation gegen&uuml;ber dem US-Finanzministerium und US-Senatoren lautete wie folgt &ndash; ich zitiere kurz:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Dies ist eine einmalige Gelegenheit, die europ&auml;ische Energieversorgung f&uuml;r den Rest der &Auml;ra der fossilen Brennstoffe zu kontrollieren. Dies dient den langfristigen Interessen der USA&ldquo;.<\/p><\/blockquote><p>Bereits im Februar 2024 hatte Lynch beim US-Finanzministerium eine Lizenz beantragt und auch erhalten, die es ihm erm&ouml;glicht, mit Unternehmen, die derzeit US-Sanktionen unterliegen, &uuml;ber den Kauf der Pipeline zu verhandeln. Hintergrund ist das derzeit laufende Insolvenzverfahren gegen die in der Schweiz ans&auml;ssige Nord Stream AG, in deren Besitz sich Nord Stream 2 befindet.<\/p><p>F&uuml;r das Schweizer Insolvenzverfahren gilt eine &bdquo;harte Frist&ldquo; bis Januar 2025, danach steht die Liquidation und Versteigerung von Nord Stream 2 an. Es d&uuml;rfte nach Ende des Krieges, so die weitere Argumentation des US-Investors gegen&uuml;ber dem US-Finanzministerium, sowohl f&uuml;r Russland als auch f&uuml;r die ehemaligen Kunden in Deutschland und allgemein in Europa &bdquo;verlockend&ldquo; sein, die Pipeline wieder in Betrieb zu nehmen, unabh&auml;ngig davon, wem sie geh&ouml;rt. <\/p><p>Aus dem politischen Raum in Washington ist zu h&ouml;ren, dass der k&uuml;nftige US-Pr&auml;sident Donald Trump sich durchaus an dem Kauf interessiert zeigt, gerade auch vor dem Hintergrund, bei Verhandlungen mit Moskau &uuml;ber einen weiteren Trumpf in der Hinterhand zu verf&uuml;gen. Als ich vorletzte Woche in der BPK Regierungssprecher Hebestreit ansprach, wie denn die Bundesregierung gedenkt, auf dieses Kaufvorhaben der USA zu reagieren, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=125377\">erkl&auml;rte<\/a> dieser:<\/p><blockquote><p>&bdquo;<em>Da muss ich mich schlau machen. Ich habe zu dem, was Sie erw&auml;hnen, auch Meldungen gelesen, aber da habe ich keinen aktuellen Stand, da muss ich mich schlau machen.&ldquo;<\/em><\/p><\/blockquote><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"\" title=\"YouTube video player\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/zUJVIvhZnII?si=YRm7bE7n_DO_6ZNL\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p>Es er&uuml;brigt sich wohl zu erg&auml;nzen, dass dazu von Hebestreit nichts mehr &bdquo;nachgereicht&ldquo; wurde.<\/p><p><strong>Und damit kommen wir jetzt auch zur medialen und politischen Aufkl&auml;rung bzw. Nicht-Aufkl&auml;rung in der Causa Nord Stream<\/strong><\/p><p>Zun&auml;chst f&auml;llt auf, dass au&szlig;er der Linkspartei, dann sp&auml;ter BSW und der AfD keine weitere Bundestagsfraktion Interesse an einer Aufkl&auml;rung zeigt. Entsprechende Anfragen an die Bundesregierung kommen nur von diesen kleineren Oppositionsparteien. Wobei die meisten Fragen der MdBs und genannten Fraktionen bzw. Gruppen, wie etwa nach entsprechenden Radaraufnahmen der Bundesmarine, von der Bundesregierung mit Verweis auf &bdquo;Geheimhaltungsinteressen&ldquo; oder &bdquo;Staatswohlgef&auml;hrdung&ldquo; schlicht nicht beantwortet werden. Die mit Abstand gr&ouml;&szlig;te Oppositionsfraktion im Bundestag, die CDU\/CSU, hat keine einzige Anfrage zu Nord Stream an die amtierende Bundesregierung formuliert.<\/p><p>Die Gr&uuml;nen zeigen sich, obwohl das von ihnen gef&uuml;hrte Bundesumweltministerium auf Anfrage erkl&auml;rte, dass das aus den Pipelines entwichene Gas wohl zu Emissionen von 7,5 Millionen Tonnen CO2-&Auml;quivalenten f&uuml;hrte, ebenso wenig an Aufkl&auml;rung interessiert. <\/p><p>Sinnbildlich f&uuml;r die Haltung der Ampelkoalition ist die Aussage des SPD-Bundestagsabgeordneten Timon Gremmels, der am 28. September 2022 im Namen der Ampel-Koalition anl&auml;sslich einer wegen der Zerst&ouml;rung der Nord-Stream-Pipelines einberufenen &bdquo;Aktuellen Stunde&ldquo; erkl&auml;rte &ndash; ich zitiere:<\/p><blockquote><p>&bdquo;<em>Es ist v&ouml;llig gleichg&uuml;ltig, ob Nord Stream 1 und Nord Stream 2 nun Lecks haben, wie diese Lecks entstanden sind, ob das Anschl&auml;ge waren, wer hinter den Anschl&auml;gen steckt, weil aus der einen Pipeline noch nie Gas gekommen ist und es aus der anderen seit Wochen kein Gas mehr gegeben hat. &ndash; Das ist v&ouml;llig irrelevant.&ldquo; <\/em><\/p><\/blockquote><p>Das muss man &ndash; so finde ich, erstmal sacken lassen. Der Vertreter der gr&ouml;&szlig;ten Regierungspartei erkl&auml;rt im Rahmen einer extra einberufenen Aktuellen Stunde im Bundestag wegen eines mutma&szlig;lichen Terroranschlags gegen zivile Infrastruktur wortw&ouml;rtlich:&nbsp;<\/p><blockquote><p>&bdquo;<em>Es ist v&ouml;llig gleichg&uuml;ltig, wer hinter den Anschl&auml;gen steckt.&ldquo;<\/em><\/p><\/blockquote><p>Und an dieser Haltung h&auml;lt man in der Ampel, bzw. was davon &uuml;brig ist, bis heute fest. <\/p><p>Die Justiz verh&auml;lt sich &auml;hnlich indifferent. Hier sei beispielhaft darauf verwiesen, dass im Oktober 2022 die russische Generalstaatsanwaltschaft die BRD um Zusammenarbeit bei der Aufkl&auml;rung des Nord-Stream-Anschlags ersucht hat. In einer diplomatischen Provokation, die ihresgleichen sucht, hat das deutsche Justizministerium zun&auml;chst erstmal drei Monate gar nicht reagiert und dann ein Schreiben aufgesetzt, in welchem eine Zusammenarbeit abgelehnt wird. Begr&uuml;ndung: &bdquo;Beeintr&auml;chtigung wesentlicher Interessen der Bundesrepublik&ldquo;. Diese Haltung besteht bis heute. Den sehr aufschlussreichen Schriftverkehr zwischen deutschen und russischen Beh&ouml;rden bzgl. der NordStream-Ermittlungen kann man im Dokumentensystem der UN nachlesen. Dar&uuml;ber, dass dieser Schriftverkehr im UN-Dokumentensystem ver&ouml;ffentlicht wurde, zeigte sich das deutsche AA &uuml;brigens sehr emp&ouml;rt. <\/p><p><strong>Medial sieht das Aufkl&auml;rungsinteresse nicht besser aus<\/strong><\/p><p>Monatelang zeigten sich bundesdeutsche &bdquo;Leitmedien&ldquo; komplett desinteressiert an der Aufkl&auml;rung des Terroranschlags gegen eines der teuersten zivilen Infrastrukturprojekte Europas. Das &auml;nderte sich schlagartig, als am 8. Februar 2023, wie bereits erw&auml;hnt, der bekannte Investigativjournalist Seymour Hersh eine&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93548\">Recherche<\/a>&nbsp;ver&ouml;ffentlichte, in welcher er nachzeichnete, wie laut seinen Informationen US-Spezialeinheiten auf direkten Befehl von US-Pr&auml;sident Joe Biden die Sprengungen durchf&uuml;hrten. Danach gab es kein Halten mehr. Erst wurde versucht, Hersh und seine Recherche zu&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93624\">diffamieren,<\/a>&nbsp;dann wurde mit eigenen &bdquo;Recherchen&ldquo; nachgelegt. Keine &bdquo;Theorie&ldquo; war zu abwegig, Hauptsache die USA waren nicht mehr als potenzielle T&auml;ter im Fokus. <\/p><p>Sie kennen alle die von <em>Tagesschau<\/em> und <em>Zeit<\/em> als &bdquo;investigativ&ldquo; verkaufte Segelschiff-Nummer (Andromeda) mit zwei Tauchern, die dann direkt nach Ver&ouml;ffentlichung korrigiert werden musste, weil man &bdquo;pl&ouml;tzlich&ldquo; nach Leserhinweisen u.a. bemerkte, dass die unter Verweis auf angeblich mehrere Quellen angegebene Route &uuml;ber den Bodden am Wieck am Dar&szlig; mit einer maximalen Wassertiefe von 2 Metern bei einem Boot mit einem Tiefgang von 2,3 Meter schlicht unm&ouml;glich war. Die Segelschiffnummer inklusive der auf dem Tisch der Andromeda versehentlich vergessenen Sprengstoffreste ist bis heute das dominante Narrativ in den Leitmedien und auch die Ergebnisse des Generalbundesanwalts weisen angeblich in diese Richtung. <\/p><p>Den mit Abstand absurdesten Erkl&auml;rungsansatz pr&auml;sentierte im M&auml;rz 2023 dann die <em>S&uuml;ddeutsche<\/em>, die mit Verweis auf &bdquo;nordische Geheimdienste&ldquo; erkl&auml;rte, ein ukrainischer Oligarch h&auml;tte sich den Terrorakt anl&auml;sslich seines Geburtstages am 26. September geg&ouml;nnt und privat organisiert und finanziert. Der einzige bekannte ukrainische Oligarch, der an diesem Tag Geburtstag hat, ist &uuml;brigens der ehemalige ukrainische Pr&auml;sident Poroschenko. Danach wurde angefangen, ausgehend von <em>t-online<\/em>, mit erneutem Verweis auf nordische Geheimdienste, den Finger wieder ganz direkt auf Moskau zu richten, denn &bdquo;russische Kriegsschiffe&ldquo; h&auml;tten sich in mittelbarer Tatortn&auml;he befunden. Betitelt wird das Ganze dann mit &bdquo;Spuren des Anschlags f&uuml;hren nach Russland&ldquo;. Als Seymour Hersh dann Ende September 2023 wiederum nachlegte und mit Verweis auf CIA-Quellen erkl&auml;rte, dass Kanzler Olaf Scholz &bdquo;voll im Bilde&ldquo; gewesen sei &bdquo;&uuml;ber die geheimen US-Pl&auml;ne zur Zerst&ouml;rung der Pipeline&ldquo;, herrschte wieder mehrheitlich Schweigen im bundesdeutschen Bl&auml;tterwald. <\/p><p>Auf meine diesbez&uuml;glichen Fragen in der Bundespressekonferenz gibt es die Standardantwort, die Bundesregierung sei nicht zust&auml;ndig, ich solle mich doch an den Generalbundesanwalt wenden, der sei zust&auml;ndig. &bdquo;Herr Warweg, Sie wissen doch, wir leben hier in einer Demokratie mit Gewaltenteilung.&ldquo; Und diese &bdquo;Antwort&ldquo; kommt, egal was ich frage. Dies auch bei Fragen, f&uuml;r die eindeutig die BR zust&auml;ndig ist, etwa ob die BR dem Vorschlag China zustimme, die Untersuchungen zu Nord Stream international unter Aufsicht der Vereinten Nationen durchzuf&uuml;hren. Wenn man auf die Rolle der USA verweist und lediglich fragt, ob die Bundesregierung denn Informationen hat, die eine T&auml;terschaft der USA ausschlie&szlig;en, dann hei&szlig;t es, diese Unterstellung werde mit &bdquo;Abscheu und Emp&ouml;rung&ldquo; zur&uuml;ckgewiesen. Und w&auml;hrend es etwa zur Lage in Gaza durchaus kritische Fragen von Kollegen in der BPK gibt, wird das Thema Nordstream erstaunlicherweise wirklich von keinem anderen Journalisten in der BPK aufgegriffen. <\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"\" title=\"YouTube video player\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/_9YbsbNI5Hw?si=LHF422I5dv2PEGBj\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p><strong>Fazit:<\/strong><\/p><p>Der Umgang mit dem Nord-Stream-Terrorakt wirft ein erschreckendes Licht auf den Zustand der deutschen Medienlandschaft. <em>ARD<\/em>, <em>ZDF<\/em>, <em>ZEIT<\/em>, <em>S&uuml;ddeutsche<\/em>, <em>Der SPIEGEL<\/em>, kurz gesagt das gesamte Spektrum der deutschen &bdquo;Leitmedien&ldquo;, hat sich im Zuge der Nord-Stream-Ermittlungen daf&uuml;r instrumentalisieren lassen, von Geheimdiensten und anderen staatlichen Beh&ouml;rden durchgestochene &bdquo;Informationen&ldquo; in die &Ouml;ffentlichkeit zu streuen, ohne dies in irgendeiner Form kritisch zu reflektieren. Im Gegenteil, die genannten Medien haben sogar die Unverfrorenheit, das allem Anschein nach v&ouml;llig unverifizierte Durchreichen von Informationen &bdquo;aus Ermittlerkreisen&ldquo; (siehe das schon erw&auml;hnte Beispiel &bdquo;Wieck am Dar&szlig;&ldquo;) dem Leser als eigene &bdquo;Recherche&ldquo; und &bdquo;exklusiv&ldquo; zu verkaufen.<\/p><p>Dass staatliche Beh&ouml;rden und insbesondere Geheimdienste ihre ganz eigenen Agenden haben und daf&uuml;r auch im Zweifel Journalisten missbrauchen, scheint den sonst so auf ihre Reputation bedachten Redaktionen in Berlin, Hamburg oder M&uuml;nchen nicht in den Sinn zu kommen. Doch muss man sich mittlerweile fragen, ob das wirklich nur Naivit&auml;t ist oder ob sich hier ein signifikanter Teil der Medienschaffenden bewusst instrumentalisieren lie&szlig; und l&auml;sst. <\/p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"X (Twitter)\" data-provider-slug=\"twitter\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Tweets werden Daten an X (ehemals Twitter) &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von X (Twitter) zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><blockquote class=\"external-2click-target twitter-tweet\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Anbei noch ein paar Impressionen von meinen Vortr&auml;gen Ende letzter Woche zum Ermittlungsstand &amp; dem medialen wie politischen Agieren in der Causa <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/NordStream?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#NordStream<\/a>. Eingeladen hatten die NDS-Gespr&auml;chskreise Schweinfurt und W&uuml;rzburg in Kooperation mit den Freidenkern. <\/p>\n<p>Gab eine&hellip; <a href=\"https:\/\/t.co\/uZLOkk4UG6\">pic.twitter.com\/uZLOkk4UG6<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Florian Warweg (@FWarweg) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/FWarweg\/status\/1868713425603629328?ref_src=twsrc%5Etfw\">December 16, 2024<\/a><\/p><\/blockquote><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"twitter\">Inhalte von X (Twitter) nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><p> <\/p><p><em>Hinweis der Redaktion: Kontakt zu den jeweiligen Gespr&auml;chskreisen der NachDenkSeiten in Ihrer Region k&ouml;nnen Sie <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=3921\">hier aufnehmen<\/a>. Termine und Veranstaltungen <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=102992\">finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: Florian Warweg beim Vortrag in W&uuml;rzburg am 14. Dezember 2024 &ndash; Quelle: Anja Simon<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=125377\">US-Investor will Nord Stream kaufen und 50 Millionen Euro f&uuml;r Hinweise zu den T&auml;tern des Anschlags<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=96339\">Nord Stream als Kriegsgrund<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=121979\">Zweiter Jahrestag Nord-Stream-Anschlag: Rolle der Ukraine und Schlussfolgerungen der Bundesregierung<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=120145\">Ab wann war Scholz &uuml;ber BND-Erkenntnisse zur Rolle Kiews bei Nord-Stream-Anschlag informiert?<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=96736\">Antwort der Bundesregierung zum Stand der Nord-Stream-Ermittlungen &uuml;berf&uuml;hrt CDU-Au&szlig;enpolitiker Kiesewetter der L&uuml;ge<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/47dbefe046da452bba72c43006f9f77f\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die <em>NachDenkSeiten<\/em>-Gespr&auml;chskreise in W&uuml;rzburg und Schweinfurt in Kooperation mit den Freidenkern hatten Mitte Dezember den NDS-Redakteur Florian Warweg zu zwei Vortr&auml;gen zum Thema Hintergr&uuml;nde und aktueller Stand beim Nord-Stream-Anschlag eingeladen. Der Fokus lag dabei auf der Analyse, welche, teilweise auch wenig bekannte, Akteure am st&auml;rksten von dem Anschlag profitiert haben. Die&nbsp;<em>NachDenkSeiten<\/em>&nbsp;dokumentieren f&uuml;r ihre Leser den<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=126797\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":126798,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,162,183,178,166,211,30],"tags":[861,3291,877,293,878,901,930,1544,2669,3227,378,2608,799,259,1556,3273],"class_list":["post-126797","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-energiepolitik","category-medienkritik","category-ressourcen","category-terrorismus","category-veranstaltungshinweiseveranstaltungen","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-ampelkoalition","tag-anschlag","tag-erdgas","tag-finanzwirtschaft","tag-fracking","tag-geheimdienste","tag-justiz","tag-kampagnenjournalismus","tag-leitmedien","tag-lng","tag-nds-gespraechskreis","tag-nord-stream","tag-polen","tag-russland","tag-usa","tag-warweg-florian"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/250106-vortrag.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/126797","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=126797"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/126797\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":126862,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/126797\/revisions\/126862"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/126798"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=126797"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=126797"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=126797"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}