{"id":127213,"date":"2025-01-14T12:47:26","date_gmt":"2025-01-14T11:47:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=127213"},"modified":"2025-01-15T07:26:18","modified_gmt":"2025-01-15T06:26:18","slug":"das-zeitfenster-fuer-eine-moegliche-sanierung-von-nord-stream-schliesst-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=127213","title":{"rendered":"Das Zeitfenster f\u00fcr eine m\u00f6gliche Sanierung von Nord Stream schlie\u00dft sich"},"content":{"rendered":"<p>In einem gestern erschienenen Interview mit der <em>Berliner Zeitung<\/em> forderte der s&auml;chsische Ministerpr&auml;sident Kretschmer <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/kretschmer-will-neue-beziehungen-zu-russland-das-nord-stream-problem-muss-geloest-werden-li.2288977\">erneut<\/a>, aufgrund der hohen Energiepreise eine Wiederaufnahme der russisch-deutschen Gaslieferungen ins Auge zu fassen. Das Timing des Interviews mag dem Wahlkampf geschuldet sein, viel Zeit bleibt der Politik n&auml;mlich nicht. In der letzten Woche <a href=\"https:\/\/www.zentralplus.ch\/wirtschaft\/die-letzte-stundung-der-nord-stream-2-hat-geschlagen-2670870\/\">&uuml;bergab<\/a> ein Schweizer Gericht die Entscheidungsgewalt, was mit Nord Stream 2 passieren wird, de facto f&uuml;nf westeurop&auml;ischen Energiekonzernen, die als Gro&szlig;gl&auml;ubiger Forderungen gegen die Gazprom-Tochter haben, der Nord Stream 2 noch geh&ouml;rt. Sollte es keine Einigung geben, werden die Pipelines wohl im Fr&uuml;hsommer im Rahmen eines Konkursverfahrens versteigert. Bislang gibt es nur einen Interessenten und der ist ausgerechnet ein US-Investor und Trump-Vertrauter, der die US-Kontrolle &uuml;ber den europ&auml;ischen Gasmarkt sichern will. Wenn die Bundesregierung also die Option k&uuml;nftiger russischer Gaslieferungen &uuml;ber die Ostsee bewahren will, m&uuml;sste sie bald handeln. Doch das ist unwahrscheinlich. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5290\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-127213-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250114_Das_Zeitfenster_fuer_eine_moegliche_Sanierung_von_Nord_Stream_schliesst_sich_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250114_Das_Zeitfenster_fuer_eine_moegliche_Sanierung_von_Nord_Stream_schliesst_sich_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250114_Das_Zeitfenster_fuer_eine_moegliche_Sanierung_von_Nord_Stream_schliesst_sich_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250114_Das_Zeitfenster_fuer_eine_moegliche_Sanierung_von_Nord_Stream_schliesst_sich_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=127213-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250114_Das_Zeitfenster_fuer_eine_moegliche_Sanierung_von_Nord_Stream_schliesst_sich_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250114_Das_Zeitfenster_fuer_eine_moegliche_Sanierung_von_Nord_Stream_schliesst_sich_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Wenn &uuml;ber Nord Stream und die Zukunft der Ostseepipelines gesprochen wird, herrscht leider oft eine gewisse begriffliche Verwirrung, die vor allem darin begr&uuml;ndet ist, dass die beiden Pipelineprojekte Nord Stream und Nord Stream 2 nicht separat betrachtet werden. Das ist aber in diesem Kontext wichtig, da es gro&szlig;e Unterschiede sowohl bei der technischen, der &ouml;konomischen, aber auch der rechtlichen Situation gibt.<\/p><p><strong>Nord Stream 1<\/strong><\/p><p>Betrachten wir zun&auml;chst die Pipeline Nord Stream, manchmal auch Nord Stream 1 genannt. Nord Stream nahm 2011 seinen Betrieb auf und geh&ouml;rt der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nord_Stream_AG\">Nord Stream AG<\/a>, die im Schweizer Kanton Zug ans&auml;ssig ist. Die Nord Stream AG geh&ouml;rt zu 51 Prozent dem russischen Unternehmen Gazprom AG, an dem wiederum der russische Staat mit 50 Prozent die Mehrheitsbeteiligung h&auml;lt. Die restlichen 49 Prozent Besitz an der Nord Stream AG teilen sich heute nach einigen Umstrukturierungen die ehemals deutsche Wintershall Dea GmbH (15,5 Prozent), die ihrerseits im September 2024 von BASF an das britische Unternehmen Harbour Energy <a href=\"https:\/\/www.hessenschau.de\/wirtschaft\/zentrale-in-kassel-geschlossen-mitarbeiter-von-wintershall-dea-verlieren-job-v1,wintershall-dea-106.html\">verkauft wurde<\/a>. Weitere 15,5 Prozent geh&ouml;ren dem deutschen Energiemulti E.ON AG. Das niederl&auml;ndische Staatsunternehmen Gasunie sowie die franz&ouml;sische Engie, an der der franz&ouml;sische Staat mit 24,1 Prozent beteiligt ist, sind mit jeweils 9,0 Prozent an der Nord Stream AG beteiligt.<\/p><p>Der Nord Stream AG geh&ouml;ren die beiden R&ouml;hren der Nord-Stream-Pipeline. Beide R&ouml;hren wurden durch den Anschlag am 26. September 2022 schwer besch&auml;digt und sind seitdem au&szlig;er Betrieb. Die Nord Stream AG selbst ist jedoch nicht Gegenstand amerikanischer oder europ&auml;ischer Sanktionen, und auch wenn sie derzeit nur die besch&auml;digten Transportrohre verwaltet, ist sie auch nicht insolvent oder gar im Konkurs. Rechtlich und &ouml;konomisch g&auml;be es also zun&auml;chst einmal keine zwingenden Gr&uuml;nde, warum die beiden Str&auml;nge von Nord Stream 1 nicht wieder in Betrieb gehen k&ouml;nnten. <\/p><p>Technisch sieht dies jedoch anders aus. &Uuml;ber das Ausma&szlig; der Sch&auml;den gibt es unterschiedliche Angaben, wobei zahlreiche Quellen eine Sanierung und Wiederinbetriebnahme technisch durchaus f&uuml;r m&ouml;glich halten. Nur weil eine Sanierung technisch m&ouml;glich ist, hei&szlig;t dies jedoch nicht, dass dies auch rechtlich umsetzbar w&auml;re. Wenn beispielsweise die Sch&auml;den so gro&szlig; sind, dass man die besch&auml;digten Rohre durch Umleitungen &uuml;berbr&uuml;cken m&uuml;sste, w&auml;ren daf&uuml;r neue Zulassungsverfahren n&ouml;tig, bei denen auch die Anrainerstaaten gr&uuml;nes Licht geben m&uuml;ssten. Sicher &ndash; wir bewegen uns hier vollends im Konjunktiv, aber nach Lage der Dinge stehen die Chancen f&uuml;r eine Wiederinbetriebnahme der Str&auml;nge von Nord Stream 1 derzeit selbst dann eher schlecht, wenn eine kommende Bundesregierung dieses Vorhaben unterst&uuml;tzen w&uuml;rde.<\/p><p><strong>Nord Stream 2<\/strong><\/p><p>Vollkommen anders sieht die rechtliche und &ouml;konomische Situation f&uuml;r das neue, nie in Betrieb genommene Pipelineprojekt Nord Stream 2 aus. Nord Stream 2 geh&ouml;rt der Nord Stream 2 AG, die ebenfalls im Schweizer Kanton Zug sitzt, aber anders als die Nord Stream AG eine 100-prozentige Tochter der russischen Gazprom AG ist und internationalen Sanktionen unterliegt. Die zu Nord Stream 1 unterschiedlichen Besitzverh&auml;ltnisse sind &uuml;brigens Folge einer Entscheidung des polnischen Kartellamts, das eine &bdquo;marktbeherrschende Stellung&ldquo; beteiligter europ&auml;ischer Energiekonzerne verhindern wollte. Anstatt sich an der Nord Stream 2 AG zu beteiligen, haben die europ&auml;ischen Partner (die &ouml;sterreichische OMV, die damals finnische und mittlerweile vom deutschen Staat verstaatlichte Uniper, die damals deutsche und heute britische Wintershall Dea, die britisch-niederl&auml;ndische Shell AG und die franz&ouml;sische Engie) ihre &bdquo;Beteiligung&ldquo; an dem Pipelineprojekt in Form von Krediten beigesteuert. Mit jeweils 950 Millionen Euro haben sie sich zu 50 Prozent an den Gesamtbaukosten in H&ouml;he von 9,5 Milliarden Euro beteiligt.<\/p><p>Die Kredite sind nach dem Anschlag mittlerweile von den f&uuml;nf westeurop&auml;ischen Unternehmen abgeschrieben worden, zumal die Nord Stream 2 AG durch die Sanktionen de facto zahlungsunf&auml;hig ist und auch das Mutterunternehmen Gazprom aufgrund der Sanktionen die ausstehenden Kreditr&uuml;ckzahlungen selbst dann nicht leisten k&ouml;nnte, wenn es dies wollte. Die Nord Stream 2 AG ist also massiv verschuldet, verzeichnet keine Gesch&auml;ftseinnahmen und ist daher Gegenstand eines im Kanton Zug vom Kantonsgericht verhandelten Konkursverfahrens. Ziel dieses Verfahrens ist es, eine Einigung zwischen den Gl&auml;ubigern und der Nord Stream 2 AG zu erzielen. Wenn dies nicht gelingt, muss das Gericht den Konkurs er&ouml;ffnen und s&auml;mtliche Aktiva der AG werden &ouml;ffentlich versteigert &ndash; die einzigen wirklich nennenswerten Aktiva der Nord Stream 2 AG sind die beiden Pipelinestr&auml;nge, von denen einer &ndash; &auml;hnlich wie die beiden Nord-Stream-1-Str&auml;nge &ndash; beim Anschlag schwer besch&auml;digt wurde und der andere nach &ouml;ffentlich zug&auml;nglichen Informationen wohl nicht bzw. nur leicht besch&auml;digt ist und zumindest theoretisch ohne gro&szlig;e Sanierungsma&szlig;nahmen in Betrieb genommen werden k&ouml;nnte.<\/p><p>Doch auch wenn die Lage aus technischer Sicht bei Strang B von Nord Stream 2 wohl relativ positiv aussieht, steht einer denkbaren Betriebsaufnahme hier &ndash; anders als Nord Stream 1 &ndash; die rechtliche Lage im Weg. Bundeswirtschaftsminister Habeck stoppte am 22. Februar 2022 &ndash; zwei Tage vor dem russischen Angriff auf die Ukraine &ndash; das Zertifizierungsverfahren f&uuml;r die Nord Stream 2 AG. Im Rahmen der Zertifizierung wurde &uuml;brigens der &uuml;ber deutsches Hoheitsgebiet verlaufende Teil der Nord-Stream-2-R&ouml;hren an eine Schweriner Tochtergesellschaft &uuml;bertragen, die im Januar 2023 aufgel&ouml;st wurde. Welchen Einfluss dies auf die Besitztitel der R&ouml;hren hat, ist unklar. Festzuhalten bleibt jedoch, dass eine Inbetriebnahme des intakten Stranges B von Nord Stream 2 nicht ausgeschlossen ist und &ndash; den politischen Willen vorausgesetzt &ndash; &bdquo;lediglich&ldquo; am noch fehlenden deutschen Zertifizierungsverfahren und den laufenden Sanktionen der EU und der USA gegen die Nord Stream 2 AG scheitern w&uuml;rde. Dies sind keine Hindernisse, die auf alle Zeit bestehen m&uuml;ssen.<\/p><p>Anders sieht es beim schwer besch&auml;digten Strang A von Nord Stream 2 aus. Selbst wenn man diese R&ouml;hre sanieren k&ouml;nnte, ist es vollkommen ungewiss, ob diese R&ouml;hre auch rechtlich in Betrieb genommen werden k&ouml;nnte. Seit Inbetriebnahme von Nord Stream 1 haben sich n&auml;mlich auch die Richtlinien ge&auml;ndert und die EU hat Anrainerstaaten weitreichende M&ouml;glichkeiten gegeben, ihrerseits Einfluss auf das Genehmigungsverfahren zu nehmen. Dass Polen und die skandinavischen Anrainerstaaten einer m&ouml;glichen Sanierung und Inbetriebnahme von Strang A von Nord Stream 2 ihre Zustimmung verweigern w&uuml;rden, darf als gesetzt angenommen werden.<\/p><p>All diese Diskussionen k&ouml;nnten jedoch in wenigen Wochen ohnehin &uuml;berfl&uuml;ssig sein. Wenn es vor dem Kantonsgericht in Zug n&auml;mlich zu keiner Einigung der Gl&auml;ubiger mit der Nord Stream 2 AG kommt, werden beide R&ouml;hren versteigert. Russische Bieter d&uuml;rften durch die Sanktionen de facto von der Versteigerung ausgeschlossen sein und dass europ&auml;ische Konzerne ein gesteigertes Interesse daran haben, in der jetzigen Lage eine derart politisch explosive Entscheidung zu f&auml;llen, darf ebenfalls bezweifelt werden. Bleiben Gl&uuml;cksritter und strategische Investoren aus L&auml;ndern &uuml;brig, die selbstbewusster beim Energiepoker auftreten und deren Ziele nicht unbedingt mit niedrigen Energiepreisen in Deutschland im Einklang stehen. Die Rede ist vom US-Investor Stephen P. Lynch &ndash; der Kollege Florian Warweg <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=125377\">berichtete dazu<\/a>.<\/p><p>Lynch ist ein <a href=\"https:\/\/www.montevalle.partners\/\">Investor<\/a>, der sich auf &bdquo;problematische&ldquo; Investitionen in Osteuropa, Zentralasien, Russland und der Ukraine spezialisiert hat und dabei im engen Kontakt mit der US-Regierung steht, die ihm f&uuml;r seine Investments, die gegen US-Sanktionen versto&szlig;en, Ausnahmegenehmigungen erteilt. Lynch gilt als guter Vertrauter des kommenden US-Pr&auml;sidenten Trump und hat sich bereits eine Ausnahmegenehmigung f&uuml;r den Kauf der von den USA sanktionierten Pipeline Nord Stream 2 besorgt. Wenn es keine anderen Bieter gibt, ist es sehr wahrscheinlich, dass die einst 9,5 Milliarden Euro teure Pipeline f&uuml;r einen Spottpreis von ihm ersteigert werden kann. Nun kann man munter &uuml;ber die Motive von Lynch spekulieren. Er selbst deutet dabei an, den Betrieb von Nord Stream 2 &ndash; gemeint ist wohl nur der intakte Strang B &ndash; sp&auml;ter aufnehmen zu wollen. Warum Russland einem US-Investor, der sich &ndash; politisch von den USA flankiert &ndash; russisches Eigentum unter den Nagel gerissen hat, Gas liefern sollte, ist aber unklar. Genauso unklar ist, welchen Preis Lynch von seinen m&ouml;glichen Kunden nehmen w&uuml;rde.<\/p><p>Wahrscheinlicher ist es, dass es gar nicht darum geht, Nord Stream 2 wieder in Betrieb zu nehmen, sondern ganz im Gegenteil exakt dieses Vorhaben zu verhindern. Denn wenn der intakte Strang B erst einmal einem US-Investor geh&ouml;rt, liegt es weder in deutscher noch in russischer Hand, ob die Pipeline jemals in Betrieb gehen wird und was mit ihr passiert. Lynch k&ouml;nnte die Stahlr&ouml;hren auch einfach demontieren lassen und an ein anderes Pipelineprojekt verkaufen. Deutschland w&uuml;rde dann in die R&ouml;hre schauen &ndash; so oder so.<\/p><p><strong>Das Zeitfenster schlie&szlig;t sich<\/strong><\/p><p>Auch wenn derzeit im Wahlkampf sowohl die Opposition vom BSW und der AfD sowie vereinzelte Unionspolitiker wie Michael Kretschmer eine m&ouml;gliche Sanierung und Inbetriebnahme der Nord-Stream-Pipelines zu einem unbestimmten k&uuml;nftigen Zeitpunkt fordern, so werden die Weichen daf&uuml;r nicht zu einem unbestimmten k&uuml;nftigen Zeitpunkt, sondern in den n&auml;chsten Wochen gestellt.<\/p><p>F&uuml;r eine Wiederinbetriebnahme von Nord Stream 1 s&auml;he die Lage rein rechtlich gesehen gar nicht so schlecht aus, wenn denn tats&auml;chlich eine Sanierung, die ohne ein neues Zulassungsverfahren auskommt, m&ouml;glich w&auml;re. Dies scheint vor allem eine politische Frage zu sein, die jedoch nicht nur in Deutschland getroffen wird. Wenn Sanierungsma&szlig;nahmen durch die EU-Richtlinien auch von Anrainerstaaten bewilligt werden m&uuml;ssten, d&uuml;rften die Chancen jedoch bei null stehen.<\/p><p>Bei Nord Stream 2 sieht es noch schlechter aus. F&uuml;r den schwer besch&auml;digten Strang A gibt es wohl keine Hoffnung mehr, da hier nicht nur die Sanktionen, sondern auch der nicht vorhandene rechtliche Rahmen den Gegnern der Pipeline zahlreiche Einfallstore bieten. Strang B k&ouml;nnte durchaus ohne gro&szlig;en finanziellen und technischen Aufwand wieder in Betrieb genommen werden, wenn die Besitzverh&auml;ltnisse dies zulie&szlig;en. Hier schlie&szlig;t sich jedoch in diesen Wochen das Zeitfenster. Sollte die Pipeline erst einmal einem US-Investor geh&ouml;ren, k&ouml;nnen wir wohl s&auml;mtliche Hoffnungen auf preiswertes russisches Gas endg&uuml;ltig abschreiben.<\/p><p>Freilich lie&szlig;e sich dies verhindern. &Uuml;ber das reine Staatsunternehmen Uniper geh&ouml;rt der deutsche Staat schlie&szlig;lich selbst zu den Gl&auml;ubigern der Nord Stream 2 AG. Die &ouml;sterreichische OMV d&uuml;rfte auch ein Interesse an einer Wiederaufnahme der Gaslieferungen haben und die beiden britischen und den franz&ouml;sischen Gl&auml;ubiger k&ouml;nnte man sicher ausbezahlen, wenn man denn tats&auml;chlich interessiert w&auml;re. Aber genau das ist ja nicht der Fall. Die jetzige Bundesregierung vertritt die Position, man h&auml;tte mit der ganzen Sache nichts zu tun, dies sei eine <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=125377\">rein privatwirtschaftliche Angelegenheit<\/a> &ndash; eine fragw&uuml;rdige Argumentation, da die Uniper ja &ndash; wie bereits erw&auml;hnt &ndash; ein reines Staatsunternehmen Deutschlands ist.<\/p><p>Und selbst im Falle einer Versteigerung der beiden Nord-Stream-2-R&ouml;hren k&ouml;nnte Deutschland ja zumindest theoretisch selbst mitbieten und neuer Besitzer der Pipeline werden. Sicher, das ist angesichts der derzeitigen politischen Debatte extrem unwahrscheinlich. Dass Deutschland sich von den USA emanzipiert und eine eigene Energiepolitik zum Wohle der eigenen Wirtschaft und der eigenen B&uuml;rger betreibt, ist auszuschlie&szlig;en. Dumm nur, dass in diesen Wochen die Weichen gestellt werden und eine Korrektur dieser selbstzerst&ouml;rerischen Politik nicht mehr m&ouml;glich sein wird, wenn Nord Stream 2 erst einmal in amerikanischer Hand ist.<\/p><p><small>Titelbild: Damnwell Media\/shutterstock.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/4edb13141ff44e18948b0103ca1aa91d\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem gestern erschienenen Interview mit der <em>Berliner Zeitung<\/em> forderte der s&auml;chsische Ministerpr&auml;sident Kretschmer <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/kretschmer-will-neue-beziehungen-zu-russland-das-nord-stream-problem-muss-geloest-werden-li.2288977\">erneut<\/a>, aufgrund der hohen Energiepreise eine Wiederaufnahme der russisch-deutschen Gaslieferungen ins Auge zu fassen. 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