{"id":127246,"date":"2025-01-15T09:00:31","date_gmt":"2025-01-15T08:00:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=127246"},"modified":"2025-01-15T16:55:45","modified_gmt":"2025-01-15T15:55:45","slug":"nicht-ganz-dicht-lauterbachs-elektronische-patientenakte-fuer-hacker-so-offen-wie-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=127246","title":{"rendered":"Nicht ganz dicht. Lauterbachs elektronische Patientenakte f\u00fcr Hacker so offen wie ein &#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Heute startet die elektronische Patientenakte in den Pilotbetrieb, schon einen Monat sp&auml;ter soll sie bundesweit ausgerollt werden. Das ist ein k&uuml;hner Plan angesichts riesiger Sicherheitsl&uuml;cken und des geballten Protests von Medizinern und Datensch&uuml;tzern. Aber der Gesundheitsminister hat eine Verb&uuml;ndete von Rang: Deutschlands fr&uuml;here Chefethikerin Alena Buyx. Die hatte schon in Corona-Zeiten ein Herz f&uuml;r die Staatsmacht, Big Pharma und folgsame Herdentiere. Dabei ist es geblieben. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8354\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-127246-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250115-Nicht-ganz-dicht-Lauterbachs-ePA-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250115-Nicht-ganz-dicht-Lauterbachs-ePA-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250115-Nicht-ganz-dicht-Lauterbachs-ePA-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250115-Nicht-ganz-dicht-Lauterbachs-ePA-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=127246-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250115-Nicht-ganz-dicht-Lauterbachs-ePA-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250115-Nicht-ganz-dicht-Lauterbachs-ePA-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) muss nehmen, was und wen er kriegen kann. Kurz vor dem Start der elektronischen Patientenakte f&uuml;r alle (ePA) hat sich Alena Buyx als Fan des Projekts geoutet. O-Ton im Interview mit <em>Zeit-Online<\/em> (hinter Bezahlschranke): &bdquo;Ich freue mich dar&uuml;ber und werde nicht widersprechen.&ldquo; Ausgerechnet Buyx! Zu Corona-Zeiten ist sie als Vorsitzende des Deutschen Ethikrats noch jeden politisch verordneten Grundrechtsversto&szlig; mitgegangen. Dazu verlangte sie eine allgemeine Impfpflicht. Man m&uuml;sse <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=126572\">&bdquo;aus allen Rohren feuern&ldquo;<\/a>, denn &bdquo;wir wissen alles &uuml;ber die Sicherheit&ldquo;, und wer nicht mitmache, habe keine Solidarit&auml;t verdient. Wenigstens r&uuml;ckblickend lag die 47-j&auml;hrige Werteverfechterin in puncto Pandemie ziemlich oft daneben &ndash; gelinde ausgedr&uuml;ckt. Jetzt sagt sie &uuml;ber die ePA: &bdquo;Ein perfektes System wird es niemals geben, und das Streben nach perfekter Risikominimierung f&uuml;hrt dazu, dass etwas nie fertig wird.&ldquo; Und gefragt nach den eklatanten Sicherheitsl&uuml;cken im System setzt sie nach: &bdquo;Das &auml;ndert f&uuml;r mich wenig.&ldquo;<\/p><p>F&uuml;r einen ganz erheblichen Kreis an Experten &auml;ndert das eine ganze Menge. Seit Wochen melden sich wieder und wieder Akteure des Gesundheitswesens zu Wort &ndash; Mediziner, Klinikbetreiber, Apotheker, Datensch&uuml;tzer &ndash;, die das Vorhaben kritisieren, in Zweifel ziehen, rundweg ablehnen oder mindestens f&uuml;r einen Aufschub pl&auml;dieren. Zum Beispiel r&auml;t der Verband der Kinder- und Jugend&auml;rzte (BVKJ) Eltern dazu, <a href=\"https:\/\/www.bvkj.de\/politik-und-presse\/pressemitteilung\/schwachstellen-in-der-epa-bvkj-fordert-datensicherheit-fuer-kinder-und-jugendliche\/\">&bdquo;sich aktiv gegen die ePA zu entscheiden&ldquo;<\/a>. Die Freie &Auml;rzteschaft warnt vor einer &bdquo;Abschaffung der Schweigepflicht&ldquo;, einer &bdquo;T&auml;uschung von Patienten und &Auml;rzten&ldquo; und einem <a href=\"https:\/\/freie-aerzteschaft.de\/kritik-an-elektronischer-patientenakte-epa\/\">Primat des Profits<\/a>. Der Berufsverband Deutscher der Psychologinnen und Psychologen (BDP e.V.) spricht von <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/hintergrund\/Elektronische-Patientenakte-3-0-Psychologin-sieht-hohes-Stigmatisierungsrisiko-10200970.html\">katastrophalen Nebenwirkungen<\/a>, Stigmatisierungen, mithin falsche Behandlungen, wenn sensible Daten &uuml;ber psychische Erkrankungen &bdquo;in falsche H&auml;nde&ldquo; gerieten.<\/p><p><strong>Gesenkter Daumen vom &Auml;rztepr&auml;sident<\/strong><\/p><p>Nicht zuletzt der Pr&auml;sident der Bundes&auml;rztekammer (B&Auml;K), Klaus Reinhardt, straft die Planspiele mit Liebesentzug. Bei der Neujahrstagung seines Verbandes empfahl er Verbrauchern, das Angebot so lange nicht zu nutzen, wie bestehende Risiken best&uuml;nden. Momentan seien die <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/nachrichten\/156770\/Aerzte-sorgen-sich-um-Datenschutz-bei-elektronischer-Patientenakte\">&bdquo;m&ouml;glichen Einfallstore&ldquo;<\/a> einfach zu gro&szlig;. Jedenfalls gibt es kaum noch jemanden, der f&uuml;r Lauterbachs &bdquo;Revolution&ldquo; den Daumen hebt, abgesehen von den Lobbyisten der Gesundheits- und Daten&ouml;konomie, und eben die sogenannte Medizinethikerin Buyx. Aber den Minister ficht die massive Kritik nicht an. Ob er die ePA guten Gewissens empfehlen k&ouml;nne, wollte <em>web.de<\/em> zu Wochenanfang von ihm wissen. Antwort: <a href=\"https:\/\/web.de\/magazine\/politik\/inland\/elektronische-patientenakte-herr-lauterbach-40543464\">&bdquo;Auf jeden Fall&ldquo;<\/a>, die Daten der B&uuml;rger &bdquo;sind sicher vor Hackern&ldquo;.<\/p><p>Tats&auml;chlich? Vor dem Jahreswechsel hatten IT-Spezialisten des Chaos Computer Club (CCC) auf dessen Jahreskongress demonstriert, wie sich mit wenig M&uuml;he und auf verschiedenen Wegen auf bereits gespeicherte ePA-Daten zugreifen l&auml;sst, ganz ohne die Gesundheitskarte der Betroffenen. Stand jetzt sei dies in Zukunft bei allen &uuml;ber 70 Millionen Akten m&ouml;glich. Aber w&auml;hrend die Sicherheitsforscher &bdquo;in der ePA w&uuml;hlten, wurde am Fraunhofer-Institut das Sicherheitskonzept von einer KI gelesen und mit geringen M&auml;ngeln f&uuml;r &sbquo;sicher&lsquo; befunden&ldquo;, hei&szlig;t es in einer <a href=\"https:\/\/www.ccc.de\/de\/updates\/2024\/ende-der-epa-experimente\">Medienmitteilung<\/a> des Verbands. Das Vorgehen k&ouml;nne nur &bdquo;Stirnrunzeln hervorrufen&ldquo;, und die freudige Feststellung, die ePA f&uuml;r alle sei sicher, m&uuml;sse getrost als &bdquo;halluzinierte Fehldiagnose&ldquo; betrachtet werden.<\/p><p><strong>Erpressungspotenzial ungeheuerlich<\/strong><\/p><p>Auch der Gesundheitsminister hat die Befunde des CCC sp&auml;ter zu einem <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/nachrichten\/156740\/Start-der-elektronischen-Patientenakte-wenn-alle-Hackerangriffe-technisch-unmoeglich-sind\">&bdquo;theoretischen Problem&ldquo;<\/a> heruntergespielt. Ganz anders liest sich das beim Verband der Freien &Auml;rzte, die Lauterbach und der zust&auml;ndigen Nationalen Agentur f&uuml;r Digitale Medizin (gematik) eine &bdquo;verantwortungslose Vernebelungstaktik&ldquo; vorwerfen. Aufschlussreich ist das, was die stellvertretende Bundesvorsitzende Silke L&uuml;der in einer <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/57691\/5947639\">Medienmitteilung<\/a> vom Montag ausf&uuml;hrt. &bdquo;Die Krankheitsdaten werden nicht auf der Karte gespeichert, sondern in der Cloud bei den Firmen IBM und Rise &ndash; im Klartext, nicht einmal Ende-zu-Ende verschl&uuml;sselt.&ldquo; Der Zugriffsschl&uuml;ssel sei &bdquo;einfach nur die Versichertenkarte&ldquo;, ohne Pr&uuml;fung, ob die Karte an die richtige Person ausgegeben wurde. Man ben&ouml;tige lediglich Namen, Versichertennummer und das Geburtsdatum des Versicherten, dann werde die Karte praktisch an jegliche Anschrift geliefert. &bdquo;Da bei der neuen Version der ePA 3.0 auch noch die zugeh&ouml;rige PIN-Nummer abgeschafft wurde, kann man mit jeder Karte sehr einfach k&uuml;nftig auf die ganze Krankengeschichte zugreifen&ldquo;, so L&uuml;der. F&uuml;r jede Aktion beim Online-Banking nutze man eine Zwei-Faktor-Authentifizierung, &bdquo;nur bei den sensibelsten Daten, die wir haben, gibt es diese Sicherheit nicht&ldquo;.<\/p><p>&bdquo;Mindestens genauso gravierend&ldquo; sind f&uuml;r Verbandschef Wieland Dietrich &bdquo;m&ouml;gliche illegale Zugriffe&ldquo; durch praktisch alle Berufsgruppen des Gesundheitswesens. Insgesamt seien etwa zwei Millionen Menschen zugangsberechtigt. &bdquo;Das ist ein Unding&ldquo;, jeder Mitarbeiter einer Apotheke oder etwa einer Fu&szlig;pflegepraxis kann nach Stecken der Karte sehen, ob der Patient eine erektile Dysfunktion, psychische Probleme oder eine Geschlechtskrankheit habe. &bdquo;Das Erpressungspotenzial ist ungeheuerlich&ldquo;, so Dietrich, der darauf pocht, &bdquo;dass dieses gef&auml;hrliche Projekt in der jetzigen Form sofort gestoppt wird&ldquo;, und weiter: &bdquo;Wir sollen als &Auml;rzte unter Androhung finanzieller Strafen vom Staat gezwungen werden, die Arztbriefe unserer Patienten faktisch &ouml;ffentlich zu machen. Das grenzt an N&ouml;tigung.&ldquo;<\/p><p><strong>Profiteure vorm Beutezug<\/strong><\/p><p>N&ouml;tigung ist &uuml;berhaupt das bestimmende Motiv der ganzen Unternehmung. Die <em>NachDenkSeiten<\/em> hatten am 20. November im Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=125005\">&bdquo;Hauptsache Daten! Ein Patient hat gef&auml;lligst gl&auml;sern zu sein &ndash; nicht gesund zu werden&ldquo;<\/a> die Hintergr&uuml;nde aufgezeigt. Die ePA existiert schon seit vier Jahren, war aber ein Ladenh&uuml;ter. Kaum einer wollte sie. Nun werden die gesetzlich Versicherten zu ihrem &bdquo;Gl&uuml;ck&ldquo; gezwungen. Sie wird automatisch f&uuml;r alle eingerichtet, es sei denn, man widerspricht aktiv nach dem sogenannten Opt-out-Modell. Das aber machen aus Unkenntnis oder Bequemlichkeit die allerwenigsten. Nach Angaben der gro&szlig;en Krankenkassen ist die Zahl der Ablehnungen verschwindend gering.<\/p><p>Profitieren werden insbesondere die gro&szlig;en Pharmakonzerne, die sich von der Neuerung lukrative, aber nicht selten nutzlose Innovationen erhoffen. Das deutsche Gesundheitssystem ist vor allem deshalb so teuer, weil es <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=89282\">hochgradig durchprivatisiert<\/a> ist, auf kostspielige Ger&auml;temedizin, vielfach unsinnige Operationen und ein Meer an Medikamenten mit zweifelhafter Wirkung setzt. Die ePA verspricht dahingehend ganz neue M&ouml;glichkeiten. Die in ihr abgelegten Daten werden k&uuml;nftig der Forschung grunds&auml;tzlich zur Verf&uuml;gung gestellt, der in &ouml;ffentlicher Hand wie auch der privaten. Allerdings sollen die Daten laut Gesetz lediglich pseudonymisiert und nicht anonymisiert werden. Fachleute beklagen, damit lie&szlig;en sich die Informationen mit blo&szlig; geringem Aufwand der zugeh&ouml;rigen Einzelperson zuordnen. M&ouml;glichem Missbrauch sind hier T&uuml;r und Tor ge&ouml;ffnet und Szenarien, dass auch Versicherer, Kriminelle, Sicherheitsbeh&ouml;rden und Geheimdienste zulangen, praktisch programmiert.<\/p><p><strong>Ein Like von Facebook<\/strong><\/p><p>Frei bedienen k&ouml;nnen sollen sich auch die m&auml;chtigen IT-Konzerne. Ende November bei der Digital Health Conference in Berlin schw&auml;rmte Lauterbach &uuml;ber den riesigen und wertvollen Datenschatz, der mit dem Projekt gehoben und beim Forschungsdatenzentrum des Bundes (FDZ) gelagert werde. S&auml;mtliche Techgiganten seien daran interessiert, um damit ihre KI-Systeme zu trainieren und eine &bdquo;generative KI&ldquo; aufzubauen. <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/news\/epa-daten-und-ki\/\">&bdquo;Wir sind im Gespr&auml;ch mit Meta, mit Open-AI, mit Google&ldquo;<\/a>, und man habe sich von Israel beraten lassen, bemerkte der Minister. Ihm schweben noch weitere Durchbr&uuml;che vor, etwa in Sachen Telemedizin. So k&ouml;nnten Patienten k&uuml;nftig per Videoschalte behandelt werden und &Auml;rzte &bdquo;direkt alle Befunde einsehen und so entscheiden, ob der Patient doch in die Praxis kommen muss&ldquo;. So lie&szlig;en sich von einer Milliarde Arzt-Patient-Kontakten &bdquo;bis zu einem Drittel&ldquo; einsparen, glaubt er.<\/p><p>Das passt. Wie mehrfach berichtet, l&auml;uft Lauterbachs zuletzt beschlossene gro&szlig;e Krankenhausreform auf einen radikalen <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=114200\">Klinikkahlschlag<\/a> hinaus. Auch dem soll die forcierte Digitalisierung der Medizin und damit verbunden die ePA Vorschub leisten, indem etwa die Notfallambulanzen &bdquo;entlastet&ldquo; werden. Dass diese nicht selten vorschnell und zu Unrecht aufgesucht werden, ist ein offenkundiger Missstand. Allerdings wird im Zuge der Klinikreform die Lage der Notaufnahmen nicht verbessert. Vielmehr werden diese in gro&szlig;em Stil abgebaut, genauso wie <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=125112\">Geburtskliniken<\/a>. In besagtem Interview mit <em>web.de<\/em> entbl&ouml;&szlig;t der SPD-Politiker an einer Stelle sehr eindr&uuml;cklich sein arg verk&uuml;rztes Medizinverst&auml;ndnis. Nichts w&uuml;rde die &bdquo;Kosten und die Qualit&auml;t unseres Gesundheitssystems mehr beeinflussen als funktionierende Vorsorge&ldquo;, stellte er sehr zutreffend fest. Aber dann sein Beispiel: &bdquo;Die H&auml;lfte der Menschen mit Bluthochdruck in Deutschland wird nach wie vor nicht medikament&ouml;s behandelt.&ldquo; Ma&szlig;nahmen zur Gesunderhaltung in j&uuml;ngeren Jahren, mehr Bewegung, Sport und besseres Essen kommen Lauterbach gar nicht erst in den Sinn.<\/p><p><strong>Schrumpelbananensoftware<\/strong><\/p><p>Am heutigen Mittwoch geht die &bdquo;ePA f&uuml;r alle&ldquo; in die Pilotphase. In zun&auml;chst drei Modellregionen in Nordrhein-Westfalen, Franken (Bayern) und Hamburg und mit rund 270 Leistungserbringern wird das System auf Tauglichkeit in der Praxis gepr&uuml;ft. Kritiker haben f&uuml;r die Unternehmung den Begriff &bdquo;tiefgr&uuml;ne Schrumpelbananensoftware&ldquo; kreiert. Diese solle nach dem Geschmack der Verantwortlichen quasi erst im laufenden Betrieb allm&auml;hlich reifen &ndash; trotz aller Gefahren und Unw&auml;gbarkeiten. Der bundesweite Rollout starte erst, &bdquo;wenn der massenhafte Datenmissbrauch technisch ausgeschlossen ist&ldquo;, beteuert dagegen Lauterbach. &bdquo;Das sichere ich zu.&ldquo; Zugleich will er aber den daf&uuml;r avisierten Termin, 15. Februar, nicht infrage stellen, gewiss auch aus Sorge, der nahende Regierungswechsel k&ouml;nnte ihm und seinen Auftraggebern einen Strich durch die Rechnung machen.<\/p><p>Unterst&uuml;tzung gibt es daf&uuml;r selbstredend durch die fr&uuml;here Chefethikerin und Tr&auml;gerin des Bundesverdienstkreuzes Buyx. &bdquo;Sinnvoll ist, das Projekt jetzt auf die Stra&szlig;e zu bringen und gleichzeitig noch weitere Sicherungsstrukturen aufzubauen, wenn sich diese als n&ouml;tig erweisen&ldquo; &ndash; sprich: wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist &hellip; In Gro&szlig;britannien zum Beispiel sind im vergangenen Jahr <a href=\"https:\/\/www.it-boltwise.de\/grossbritannien-hacker-veroeffentlichen-patientendaten-im-darknet.html\">Bluttestdaten<\/a> von Patienten in gro&szlig;em Stil im Darknet aufgetaucht. In den USA sind vor knapp einem Jahr die <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Change-Healthcare-Groesstes-Datenleck-im-US-Gesundheitswesen-9998090.html\">Krankendaten von rund 100 Millionen B&uuml;rgern<\/a> &ndash; Versicherungsinformationen, medizinische Dokumente, Zahlungsdaten sowie Sozialversicherungsnummern &ndash; in die H&auml;nde von Hackern gefallen. Die Angreifer nutzten eine Sicherheitsl&uuml;cke bei Change Healthcare, dem gr&ouml;&szlig;ten Bezahldienstleister im Gesundheitswesen.<\/p><p>Aber in Deutschland hat man alles im Griff und will ein Big-Pharma-affiner Gesundheitsminister ein riesiges Sicherheitsloch in nur einem Monat stopfen. Besser nicht darauf verlassen. Noch kann man der ePA widersprechen, auch nachtr&auml;glich. Bei <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2025\/faq-wie-widerspreche-ich-der-elektronischen-patientenakte\/\"><em>Netzpolitik.org<\/em><\/a> steht geschrieben, wie das geht.<\/p><p><small>Titelbild: Amy K. Mitchell\/shutterstock.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/d992365ab42c4355955dab099c9f2c21\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute startet die elektronische Patientenakte in den Pilotbetrieb, schon einen Monat sp&auml;ter soll sie bundesweit ausgerollt werden. Das ist ein k&uuml;hner Plan angesichts riesiger Sicherheitsl&uuml;cken und des geballten Protests von Medizinern und Datensch&uuml;tzern. Aber der Gesundheitsminister hat eine Verb&uuml;ndete von Rang: Deutschlands fr&uuml;here Chefethikerin Alena Buyx. 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