{"id":127369,"date":"2025-01-19T15:00:39","date_gmt":"2025-01-19T14:00:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=127369"},"modified":"2025-01-17T16:45:16","modified_gmt":"2025-01-17T15:45:16","slug":"zur-doku-willy-verrat-am-kanzler-guillaumes-rolle-ueberzeichnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=127369","title":{"rendered":"Zur Doku \u201eWilly \u2013 Verrat am Kanzler\u201c &#8211; Guillaumes Rolle \u00fcberzeichnet"},"content":{"rendered":"<p>Am 8. Januar 2025 wurde <a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/video\/wdr-dok\/willy-verrat-am-kanzler\/wdr\/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtYmI0NTAwYWEtNzY4OS00MTEyLTkwMjctNjAxODcwYzA0ODdl\">diese Doku ausgestrahlt<\/a>. Ich komme darauf zur&uuml;ck, weil bei allem Respekt f&uuml;r dieses Werk einiges kritisch anzumerken ist. Vor allem wird die Bedeutung von G&uuml;nter Guillaume im Kanzleramt und damit &bdquo;in der N&auml;he Willy Brandts&ldquo; &ndash; wie so oft &ndash; &uuml;berzeichnet. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6460\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-127369-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250117-Ueber-WDR-Doku-Willa-Brandt-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250117-Ueber-WDR-Doku-Willa-Brandt-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250117-Ueber-WDR-Doku-Willa-Brandt-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250117-Ueber-WDR-Doku-Willa-Brandt-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=127369-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250117-Ueber-WDR-Doku-Willa-Brandt-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250117-Ueber-WDR-Doku-Willa-Brandt-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Zugestanden, es war ein gro&szlig;er Fehler der Zust&auml;ndigen und nicht Willy Brandts, G&uuml;nter Guillaume als einzigen Mitarbeiter neben den Sicherheitsleuten in den Urlaub mit nach Norwegen zu nehmen. Es war ein Fehler, Willy Brandt auf der Wahlkampftour im Sonderzug von Guillaume begleiten zu lassen. Aber ansonsten wird die N&auml;he des Spions zum Kanzler v&ouml;llig &uuml;bertrieben.<\/p><p>Mein Urteil folgt daraus, dass ich zur gleichen Zeit im Jahre 1972 zust&auml;ndig f&uuml;r den Wahlkampf der SPD und Willy Brandts und ab Februar 1973 Abteilungsleiter im Bundeskanzleramt war.<\/p><p>Bei keiner der Besprechungen zum Bundestagswahlkampf war Guillaume beteiligt. Er war auch nicht bei der Erarbeitung der Wahlkampfkampagnen beteiligt.<\/p><p>Im Bundeskanzleramt hatte Guillaume sein Arbeitszimmer unterm Dach, weit weg vom (wirklichen) pers&ouml;nlichen Referenten f&uuml;r Au&szlig;enpolitik Schilling und weit weg vom B&uuml;roleiter Willy Brandts Reinhardt Wilke. Interessant in diesem Zusammenhang: Die Autoren des Films scheinen das Buch von Reinhardt Wilke &bdquo;Meine Jahre mit Willy Brandt&ldquo;, das 2010 erschienen ist, nicht gelesen zu haben.<\/p><p>Im Film hei&szlig;t es, das Interessante an diesem Mann Guillaume sei sein Arbeitsplatz, das Palais Schaumburg, und zwar direkt an der Seite des damaligen Bundeskanzlers Willy Brandt gewesen. Das stimmt wie beschrieben nicht.<\/p><p>G&uuml;nter Guillaume war nicht berechtigt, an den Lagebesprechungen im Bundeskanzleramt teilzunehmen, die jeden fr&uuml;hen Morgen unter Leitung des Chefs des Bundeskanzleramtes stattfanden. Da trafen sich die f&uuml;nf Abteilungsleiter, der Chef des Bundeskanzleramtes, der Chef des Bundespresse- und Informationsamtes und der Redenschreiber des Bundeskanzlers zum Informations- und Gedankenaustausch. Guillaume war nie dabei. Auch zu einer kleinen Runde von Vertrauten des Bundeskanzlers, die sich mit ihm am Freitag Mittag traf, geh&ouml;rte Guillaume nicht. Mit dabei waren der Chef des Bundeskanzleramtes, B&uuml;roleiter Wilke und ich als Leiter der Planungsabteilung.<\/p><p>In dem hier kommentierten Film ging es wie immer bei solchen Dokumentationen und Artikeln zu Willy Brandt auch mal wieder um die Frauen. Die Erw&auml;hnung einer Liste insinuiert das &uuml;bliche: Weiberheld. Ich wei&szlig; von solchen, die auf der Liste stehen, dass sie zu Unrecht darauf stehen. Aber es ist allzu sch&ouml;n und so aufregend, dar&uuml;ber ausgedehnt zu spekulieren. Das geschieht leider auch in diesem Film.<\/p><p>Recht gut herausgearbeitet wird in diesem Film, dass es beim Fall Guillaume und seiner N&auml;he zu Willy Brandt vor allem um ein Versagen der Beh&ouml;rden geht. Diese h&auml;tten Guillaume nach dessen vermuteter Enttarnung nie in der N&auml;he des Bundeskanzlers sein lassen d&uuml;rfen. Ein Bundeskanzler als Lockvogel, das ist einfach zu viel des Guten. Das wird im besprochenen Film durchaus klar. Ein Pluspunkt zus&auml;tzlich zu anderen guten Stellen. <\/p><p><em>8. Januar 2025, 22:15 bis 23:45 Uhr | WDR Fernsehen<\/em><\/p><p><strong><a href=\"https:\/\/www.wdr.de\/programmvorschau\/wdrfernsehen\/sendung\/2025-01-08\/22-15\/whatson_11600152353527\/willy-verrat-am-kanzler.html\">Willy &ndash; Verrat am Kanzler<\/a><\/strong><br>\n<strong>Ein Film von Jan Peter und Sandra Naumann<\/strong><\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/250117-WillyBrandt-Film-WDR-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p><small>Willy: Verrat am Kanzler<\/small><\/p><p><a href=\"https:\/\/www1.wdr.de\/mediathek\/video\/sendungen\/wdr-dok\/willy-verrat-am-kanzler-108.html\"><strong>Video ansehen<\/strong><\/a><\/p><p>&ldquo;WILLY &ndash; Verrat am Kanzler&rdquo; taucht ein in die undurchsichtige Welt der Spionage und politischen Intrigen des Kalten Krieges. Anfang der 1970er-Jahre entschl&uuml;sselt der BND eine geheime Nachricht an einen Ost-Agenten im Westen. Die Botschaft, Gl&uuml;ckw&uuml;nsche zur Geburt des Sohnes, f&uuml;hrt in die N&auml;he des Kanzlers: Brandts Referent G&uuml;nter Guillaume ger&auml;t ins Visier. Am 24. April 1974 wird er zusammen mit seiner Frau als Spion der DDR verhaftet &ndash; das Ende einer Agentenkarriere.<\/p><p>Die Zeitreise in &ldquo;WILLY &ndash; Verrat am Kanzler&rdquo; beginnt am Ende des Zweiten Weltkriegs: G&uuml;nter Guillaume und Willy Brandt versuchen, in der DDR und in der BRD ein neues, ein besseres Deutschland aufzubauen. Doch im Osten ist die Bev&ouml;lkerung unzufrieden. Hunderttausende fliehen in den Westen &ndash; was die Staatssicherheit nutzt, um Spione einzuschleusen, darunter auch Guillaume. Er macht Karriere in der SPD. 1972 ersch&uuml;ttert ein Machtkampf die Bundesrepublik. Grund ist die neue Ostpolitik des Kanzlers und die wachsende Wut der Opposition. Neuwahlen stehen an. Zu Brandts Wahlkampfteam geh&ouml;rt auch Guillaume. Sechs Wochen ist Brandt mit ihm im Sonderzug auf &ldquo;Willy w&auml;hlen&rdquo;-Tour, absolviert bis zu acht Auftritte am Tag, schl&auml;ft zu wenig, raucht und trinkt zu viel. Er bleibt Kanzler, doch im April 1974 platzt die Bombe, der Spion im Kanzleramt wird enttarnt. Brandt ger&auml;t unter Druck. Die DDR-Regierung ger&auml;t in Panik, denn ein Sturz des Kanzlers k&ouml;nnte fatale Folgen f&uuml;r die deutsch-deutschen Beziehungen haben. Dann taucht eine brisante Liste auf: Namen von angeblichen Geliebten Brandts. Die Grenzen zwischen politischer Intrige und pers&ouml;nlichem Drama verschwimmen.<\/p><p>Die vierteilige ARD Mediatheksserie und der Dokumentarfilm &ldquo;WILLY &ndash; Verrat am Kanzler&rdquo; von Jan Peter und Sandra Naumann erz&auml;hlen eine Geschichte von Geheimnissen, L&uuml;gen und Verrat, die einem Puzzle gleicht. &ldquo;WILLY &ndash; Verrat am Kanzler&rdquo; zeigt eine Welt, in der die Vergangenheit mit der Gegenwart verschmilzt, verwoben mit Archivmaterial der damaligen Berichterstattung. Erinnert, erz&auml;hlt und reflektiert von Protagonistinnen wie der Journalistin und Brandt-Vertrauten Heli Ihlefeld, der DDR-Spionin Lilli P&ouml;ttrich, der Autorin &amp; Podcasterin Yasmine M&rsquo;Barek, der Journalistin Eva-Maria Lemke und der Historikerin &amp; Bestsellerautorin Katja Hoyer. Eine noch nie dagewesene Perspektive auf die historischen Ereignisse dieser Zeit &ndash; erstmals ausschlie&szlig;lich aus der Sicht von Frauen erz&auml;hlt. Wie schon in ihren fr&uuml;heren Arbeiten (&ldquo;Rohwedder&rdquo;, &ldquo;Deutschland 9\/11&rdquo;, &ldquo;Der letzte Flug&rdquo;, &ldquo;LUBI &ndash; Ein Polizist st&uuml;rzt ab&rdquo;) machen die beiden Filmemacher erneut Geschichte f&uuml;r ein heutiges Publikum erlebbar.<\/p><p><small>Titelbild: Screenshot WDR Doku &ldquo;Willy: Verrat am Kanzler&rdquo;<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 8. Januar 2025 wurde <a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/video\/wdr-dok\/willy-verrat-am-kanzler\/wdr\/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtYmI0NTAwYWEtNzY4OS00MTEyLTkwMjctNjAxODcwYzA0ODdl\">diese Doku ausgestrahlt<\/a>. Ich komme darauf zur&uuml;ck, weil bei allem Respekt f&uuml;r dieses Werk einiges kritisch anzumerken ist. 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