{"id":12801,"date":"2012-04-10T08:45:41","date_gmt":"2012-04-10T06:45:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12801"},"modified":"2012-04-11T08:03:58","modified_gmt":"2012-04-11T06:03:58","slug":"hinweise-des-tages-1612","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12801","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;Mehr&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12801#h01\">Grass<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12801#h02\">Europas Demokraten schleifen Arbeitnehmerrechte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12801#h03\">Gegen die &ldquo;akademische Prostitution&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12801#h04\">Stephan Schulmeister &ndash; Ein Graben zieht sich durch Europa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12801#h05\">Werner R&uuml;gemer &ndash; Die Notengeber der Weltwirtschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12801#h06\">Das Bildungspaket bestraft arme Eltern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12801#h07\">Klinik-Krise: Direktoren verschicken Brandbrief<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12801#h08\">Erg&auml;nzung zu unserem Artikel &bdquo;Was hat es mit der Spreizung der Verm&ouml;gensschere und der Steigerung der Kapitaleinkommen auf sich?&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12801#h09\">Ern&auml;hrungsindustrie &ndash; Billiger geht immer: Werkvertr&auml;ge<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12801#h10\">Wenn Jobs unter den Hammer kommen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12801#h11\">Kleine Jobs mit gro&szlig;em Aufwand &ndash; Die geplante Rentenversicherung f&uuml;r Minijobber<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12801#h12\">Herr Sch&auml;uble, 12.000 Wohnungen und manche Heuschrecke<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12801#h13\">hessen extra: Paukenschlag in Leipzig?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12801#h14\">Gut gemeinte Absicht, die ihre selbstkritische Kontrolle verliert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12801#h15\">Phase 3 &ndash; Die Piratenpartei wird bek&auml;mpft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12801#h16\">Unzufrieden mit der Parteienfinanzierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12801#h17\">&raquo;Deine Welt, dein Geld&laquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12801#h18\">Vier Fragen an Josef Joffe: Was macht die Welt?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12801#h19\">&bdquo;Mein Kopf geh&ouml;rt mir!&ldquo;: Kampagnen&bdquo;journalismus&ldquo; vom Feinsten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12801#h20\">Karl-Kraus-Preis 2012 f&uuml;r Peter Sloterdijk<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=12801#h21\">zu guter Letzt: Wir m&uuml;ssen endlich aufh&ouml;ren zu schweigen!!<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=12801&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Grass<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Was auch noch gesagt werden muss!<\/strong><br>\nIntellektuelle melden sich in Hintergrund zu Wort. Kommentare zur Grass-Debatte von Moshe Zuckermann, Noam Chomsky, Domenico Losurdo, Rolf Verleger, Ekkehart Krippendorff und Norman Paech<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hintergrund.de\/201204062011\/feuilleton\/zeitfragen\/was-auch-noch-gesagt-werden-muss.html\">Hintergrund<\/a><\/li>\n<li><strong>Jakob Augstein &ndash; Es musste gesagt werden<\/strong><br>\nMit seinem Gedicht &ldquo;Was gesagt werden muss&rdquo; liegt G&uuml;nter Grass richtig: Er holt Deutschland aus dem Schatten der Worte von Kanzlerin Merkel, die Sicherheit Israels geh&ouml;re zur deutschen &ldquo;Staatsr&auml;son&rdquo;. Und der Schriftsteller kritisiert zu Recht, dass Israel der Welt eine Logik des Ultimatums aufdr&auml;ngt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/a-826163.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Einreiseverbot f&uuml;r Grass &ndash; &ldquo;Damit r&uuml;ckt Israel sich in die N&auml;he Irans&rdquo;<\/strong><br>\nG&uuml;nter Grass darf nach einem Beschluss der Regierung in Jerusalem nicht mehr nach Israel reisen. Ein alberner und zynischer Beschluss, kritisiert der israelische Historiker Tom Segev. Im Interview spricht Segev &uuml;ber Zensur &ndash; und Grass&rsquo; Umgang mit seinem umstrittenen Gedicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,826335,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Unser engagierter Freund der NachDenkSeien, Kai Ruhsert, <a href=\"\/upload\/pdf\/120410_kai_ruhsert_zu_grass.pdf\">kritisiert G&uuml;nter Grass scharf [PDF &ndash; 106 KB]<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Zur Kritik von Kai Ruhsert:<\/strong> &bdquo;Ein ehemaliger SS-Mann will die Seite wechseln.&ldquo;<\/em><br>\n<em>WL: Im Zweiten Weltkrieg meldete sich G&uuml;nter Grass mit 15 Jahren (!) &ndash; nach eigenen Angaben, um aus der famili&auml;ren Enge zu entkommen &ndash; freiwillig zur Wehrmacht. Nach dem Einsatz als Luftwaffenhelfer und der Ableistung des Reichsarbeitsdienstes wurde er am 10. November 1944 im Alter von 17 Jahren (!) zur 10. SS-Panzer-Division &bdquo;Frundsberg&ldquo; der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/G%C3%BCnter_Grass#Zugeh.C3.B6rigkeit_zur_Waffen-SS%20\">Waffen-SS einberufen<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Europas Demokraten schleifen Arbeitnehmerrechte<\/strong><br>\nOb aufgeweichter K&uuml;ndigungsschutz oder drastische Lohnsenkungen: Unter dem Druck von Rezession und Staatsschulden schleifen manche europ&auml;ische Regierungen die Arbeitnehmerrechte<br>\nIn Griechenland, Spanien, Italien und Portugal w&uuml;tet die Krise. Ganz S&uuml;deuropa liegt am Boden. Ganz S&uuml;deuropa? Nein. Einigen Menschen in diesen L&auml;ndern gehen lang gehegte W&uuml;nsche in Erf&uuml;llung. Zum Beispiel Juan Rosell, Chef des spanischen Arbeitgeberverband CEOE. Jahrelang hatte er eine Aufweichung des K&uuml;ndigungsschutzes angemahnt. Nun hat die Regierung seine Forderung erf&uuml;llt. &bdquo;Es wird nicht die letzte Arbeitsmarktreform gewesen sein&ldquo; prophezeit Rosell siegesgewiss. Die Krise ist seine Chance.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berliner-zeitung.de\/finanzkrise\/agenda-2020-versuchslabor-griechenland,10808234,11946122.html%20\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Gegen die &ldquo;akademische Prostitution&rdquo;<\/strong><br>\nDie von der FTD mitentfachte Debatte um die Neuausrichtung der &Ouml;konomie zieht immer weitere Kreise. Nach den Interviews mit IfW-Chef Dennis Snower und HWWI-Direktor Thomas Straubhaar hat nun die Berliner Denkfabrik f&uuml;r Wirtschaftsethik einen Aufruf initiiert, den bislang bereits 144 Kritiker unterzeichnet haben.<br>\nDie Initiatoren des Aufrufs um den Wirtschaftsethiker Ulrich Thielemann fordern mehr Vielfalt in der Wissenschaft und praktische Relevanz. Deutliche Zeichen f&uuml;r den derzeit akademisch unhaltbaren Zustand sei die um sich greifende &ldquo;akademische Prostitution&rdquo;. An die Stelle der intrinsischen Orientierung an der Sache des Erkenntnisfortschritts sei der zu erwartende Publikationserfolg in m&ouml;glichst hoch klassierten Journals getreten, kritisieren die Unterzeichner. Genau das hat im FTD-Interview heute &uuml;brigens auch der Sachverst&auml;ndige Peter Bofinger gegei&szlig;elt.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/wirtschaftswunder.ftd.de\/2012\/04\/05\/gegen-die-akademische-prostitution\/\">FTD Wirtschaftswunder<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.mem-wirtschaftsethik.de\/memorandum-2012\/das-memorandum\/\">Das Memorandum<\/a>\n<p><strong>passend dazu: &ldquo;Das &Ouml;konomie-Studium heute gleicht einer Gehirnw&auml;sche&rdquo;<\/strong><br>\nWirtschaftsethiker fordert Neubegr&uuml;ndung der Wirtschaftswissenschaften<br>\nEs ist eine Generalabrechnung: &Uuml;ber Jahrzehnte haben sich die Wirtschaftswissenschaften in ihrer Disziplin eingekapselt und so die &Ouml;konomisierung aller Lebensverh&auml;ltnisse vorangetrieben, glaubt der Wirtschaftsethiker Ulrich Thielemann. &Ouml;konomen aller Lager h&auml;tten das Kapital stets hofiert &ndash; stattdessen geh&ouml;re es geb&auml;ndigt.<br>\nThielemann: Also dieser Aufruf ist eigentlich ein sehr sparsamer und er zielt auf die mangelnde Wissenschaftlichkeit der &ouml;konomischen Disziplin, und wir sagen, eine Disziplin, eine Wissenschaft ist eben unwissenschaftlich, wenn sie sich paradigmatisch verkapselt hat, wenn sie nur noch eine Meinung zul&auml;sst und Gegenmeinungen gar nicht mehr beachtet.<br>\nIm Besonderen, w&uuml;rde ich aber sagen, w&uuml;rde ich zwei Dinge hervorheben. Die &Ouml;konomen sehen sich ja selber zu guten Teilen als die konsequentesten Bef&uuml;rworter des Marktes, der Marktlogik, und das ist eben ethisch hoch fragw&uuml;rdig. Ich sage mal zwei Stichworte, n&auml;mlich das Stichwort der Rationalit&auml;t und der Effizienz. Da ist etwas ganz Spezifisches mit gemeint, und das ist ethisch, das ist normativ, was da verbreitet wird, aber eben ethisch hoch fragw&uuml;rdig. Rationalit&auml;t hei&szlig;t bei den &Ouml;konomen das eigene Interessestreben. Das ist rational, daf&uuml;r steht der Name Homo oeconomicus und das wird eben als rational klassiert und wer seine Eigeninteressen nicht konsequent verfolgt, der gilt eben dann als irrational, und das ist die falsche Botschaft. Manche sagen ja, das &Ouml;konomie-Studium heute gleicht einer Gehirnw&auml;sche&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/interview_dlf\/1723559\/\">Deutschlandfunk<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Stephan Schulmeister &ndash; Ein Graben zieht sich durch Europa<\/strong><br>\nMit dem Fiskalpakt werden Sparhaushalte zum europ&auml;ischen Dogma. Damit werden die Lasten f&uuml;r angeschlagene Staaten S&uuml;deuropas gr&ouml;&szlig;er. Auch die Finanztransaktionssteuer droht, die Kluft zwischen Nord und S&uuml;d zu vertiefen.<br>\nSchwere Jahre haben sie hinter sich, die marktreligi&ouml;sen Eliten. Die &bdquo;freiesten&ldquo; M&auml;rkte st&uuml;rzen die Wirtschaft in eine gro&szlig;e Krise, der verp&ouml;nte Staat muss helfen, der Neoliberalismus scheint am Ende, der Glaube der Herde schwindet. Ein S&uuml;hneopfer muss her: Die Banken sollen zahlen f&uuml;r ihre Gier. Ist ein Schuldiger gefunden, kann man systemische Ursachen leichter verdr&auml;ngen.<br>\nDoch immer mehr Menschen fordern statt einer Bankenabgabe eine Finanztransaktionssteuer. Damit w&uuml;rden Spekulationen belastet, gleichg&uuml;ltig, wer sie t&auml;tigt, und nicht &bdquo;die Banken&ldquo; pauschal. Die institutionellen &bdquo;Leittiere&ldquo; IWF, OECD und EU-Kommission verwahren sich gegen diesen Angriff auf den freien Markt. Doch Politiker sprechen sich f&uuml;r die Steuer aus, sei es, um ihre Popularit&auml;t zu steigern (Sarkozy), sei es, um die SPD im Wahlkampf ins Leere laufen zu lassen (Merkel).<br>\nDann passiert Unfassbares: Die EU-Kommission selbst schl&auml;gt eine Steuer auf fast alle Finanztransaktionen vor und zeigt, wie auch nur einige L&auml;nder allein die Steuer einf&uuml;hren k&ouml;nnten. Der Fall von Griechenland konsolidiert die Verst&ouml;rten: Endlich ein Staat, der schuldig ist an der Krise, noch dazu einer, der geschummelt hat und dessen Bewohner nach S&uuml;dl&auml;nderart wenig arbeiten. Aus der Finanzmarkt-Krise wird die Griechenland-Krise und aus dieser die generelle Staatsschulden-Krise.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/meinung\/gastbeitraege\/gastkommentar-ein-graben-zieht-sich-durch-europa\/6475468.html\">Handelsblatt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Werner R&uuml;gemer &ndash; Die Notengeber der Weltwirtschaft<\/strong><br>\nHintergrund: Woher die Ratingagenturen ihre globale Macht haben, wie sie die Macht &shy;aus&uuml;ben und warum das zur Enteignung von Unternehmen, Staaten und B&uuml;rgern f&uuml;hrt<br>\nBekanntlich waren die drei gro&szlig;en Ratingagenturen Standard&amp;Poor&rsquo;s, Moody&rsquo;s und Fitch Mitverursacher der Finanz- und Wirtschaftskrise, die 2007 ausbrach. Ihre Falschbeurteilungen hatten die Spekulationen der Banken, Versicherungen, Hedgefonds und Konzerne legitimiert und beschleunigt. Deswegen wurden die Agenturen zun&auml;chst hart kritisiert, sie sollten zerschlagen oder reformiert werden. Doch nichts dergleichen geschah. Verschiedene fr&uuml;here Krisen, die sie ebenfalls mitverursachten &ndash; Unternehmensbankrotte wie Enron, Parmalat und Bank Lehman, &raquo;Asienkrise&laquo; und andere &ndash;, hatten sie ebenfalls unversehrt, ja gest&auml;rkt &uuml;berstanden. Sie m&uuml;ssen also m&auml;chtige Freunde haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2012\/04-07\/036.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Das Bildungspaket bestraft arme Eltern<\/strong><br>\nDem Bildungspaket f&uuml;r arme Kinder liegt ein falscher Gedanke zugrunde, schreibt Leser Sascha Glimmann. Denn Kinder lassen sich finanziell nicht von ihren Eltern trennen.<br>\nArmut wird hierzulande oft als selbst verschuldet angesehen. In einer Gesellschaft, in der die Eigenverantwortung des Individuums im Vordergrund steht, wird armen Menschen die Schuld an ihrer Situation zugeschrieben. Schuld an Faulheit oder Disziplinlosigkeit, schuld daran, seine Ressourcen nicht sinnvoll genutzt zu haben. Das gilt aber nicht f&uuml;r Kinder. Seit der Romantik wird die Kindheit glorifiziert, Kinder sind daher per se unschuldig. Kinderarmut wird so zu unverschuldeter Armut &ndash; und damit zum Skandal.<br>\nDeshalb hat Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) das Bildungspaket erfunden. Doch der Versuch, Kinderarmut von Elternarmut zu trennen, ist zum Scheitern verurteilt. Denn zu jedem armen Kind geh&ouml;ren arme Eltern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2012-04\/leserartikel-bildungspaket-armut\">ZEIT<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Klinik-Krise: Direktoren verschicken Brandbrief<\/strong><br>\nEs brodelt am privatisierten Uniklinikum Marburg\/Gie&szlig;en. Jetzt schlagen die Klinikdirektoren Alarm &ndash; und liefern in einem Brandbrief 22 Thesen zur Krise.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.aerztezeitung.de\/praxis_wirtschaft\/klinikmanagement\/article\/809824\/klinik-krise-direktoren-verschicken-brandbrief.html\">&Auml;rztezeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.W.:<\/strong> Sehr interessant auch die aktuellen Kommentare!<\/em> <\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Unterst&uuml;tzen Sie die Unterschriftenaktion f&uuml;r die R&uuml;cknahme der Privatisierung, N&auml;heres <a href=\"http:\/\/notruf113.blog.de\/2012\/03\/10\/presserklaerung-aktionsbuendnisses-gemeinsam-klinikum-13148623\/\">hier<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Erg&auml;nzung zu unserem Artikel &bdquo;<a href=\"\/?p=12782\">Was hat es mit der Spreizung der Verm&ouml;gensschere und der Steigerung der Kapitaleinkommen auf sich?<\/a>&ldquo;<\/strong><br>\n<em>Unser Leser G.S. schrieb uns: Zum Artikel &ldquo;H&auml;ufig gestellte Fragen: Was hat es mit der Spreizung der Verm&ouml;gensschere und der Steigerung der Kapitaleinkommen auf sich?&rdquo; vom 2012-04-05 passend folgendes aus dem aktuellen Spiegel 15\/2012 vom 2012-04-07 im Anhang, eine Grafik unter dem Titel &ldquo;Vermehrte Armut &hellip;&rdquo;<\/em><br>\n<img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/120410_vermehrte_armut.png\" alt=\"\"><br>\nMan wird nicht schlau aus dem Spiegel ob der h&auml;ufigen Richtungswechsel&hellip;\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ansonsten erz&auml;hlt der Spiegel in dem Artikel  in der Printfassung mal wieder das M&auml;rchen von der Sozialdemokratisierung von Angela Merkel: &bdquo;Aus Schwarz wird Rot&ldquo;. Da wird sogar gesagt, dass von Ursula von der Leyen das Arbeitsministerium &bdquo;zur sozialen W&auml;rmestube der schwarz-gelben Koalition&ldquo; ausgebaut habe.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Ern&auml;hrungsindustrie &ndash; Billiger geht immer: Werkvertr&auml;ge<\/strong><br>\nLaut einer Umfrage von NGG bei fast 400 Betriebsr&auml;ten sind inzwischen rund 13 Prozent der Besch&auml;ftigten in der Ern&auml;hrungswirtschaft Leih- oder Werkvertragsarbeitnehmer. Im Schnitt verdienen die in Werkvertr&auml;gen besch&auml;ftigten Arbeitnehmer noch einmal fast einen Euro in der Stunde weniger als Leiharbeitnehmer. Billiger geht immer: Ausbeutung durch Werkvertr&auml;ge macht es m&ouml;glich. Dazu Claus-Harald G&uuml;ster, stellvertretender Vorsitzender von NGG: &ldquo;Die Politik muss handeln! Mit Werkvertr&auml;gen haben Arbeitgeber ein neues Modell der Ausbeutung gefunden.&rdquo; Seit der Missbrauch von Leiharbeit begrenzt werden konnte, sei der Missbrauch von Werkvertr&auml;gen stark gestiegen. G&uuml;ster: &ldquo;Auf Schlachth&ouml;fen war die Dimension der Werkvertr&auml;ge mit bis zu 90 Prozent Anteil an der Belegschaft bekannt. Inzwischen sind Werkvertr&auml;ge in der gesamten Ern&auml;hrungswirtschaft auf dem Vormarsch, vor allem in der Getr&auml;nkeindustrie, der Milchwirtschaft sowie der Brot- und Backwarenindustrie.&rdquo; Im Vergleich zur Stammbelegschaft verdienen Werkvertragsarbeitnehmer in der Ern&auml;hrungsindustrie im Schnitt sechs Euro weniger die Stunde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ngg.net\/themen_von_a_bis_z\/sozialpolitik\/umfrage-werkvertraege\/\">NGG<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Wenn Jobs unter den Hammer kommen<\/strong><br>\nSch&ouml;ne neue Arbeitswelt: Dienstleistungsportale im Netz<br>\nHeutzutage ruft man Handwerker nicht mehr nur an &ndash; man findet ihn oder sie online. Mehrere Portale bieten die M&ouml;glichkeit, f&uuml;r die gew&uuml;nschte Arbeit ein seri&ouml;ses Angebot einzuholen und sich f&uuml;r das beste zu entscheiden. Doch der Dienstleistungswettbewerb im Netz hat nicht nur Vorteile.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/hintergrundpolitik\/1723421\/\">Deutschlandfunk<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Kleine Jobs mit gro&szlig;em Aufwand &ndash; Die geplante Rentenversicherung f&uuml;r Minijobber<\/strong><br>\nMinijobber sind in verschiedenen Bereichen der Wirtschaft nicht mehr wegzudenken. Geld &uuml;brig haben sie in der Regel nicht, weshalb vermutlich nur wenige freiwillig in die Rentenversicherung einzahlen werden, wie es nun geplant ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/hintergrundpolitik\/1724593\/\">Deutschlandfunk<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Herr Sch&auml;uble, 12.000 Wohnungen und manche Heuschrecke<\/strong><br>\nDer Verkauf der ostdeutschen Immobiliengesellschaft soll endlich klappen. Das Vorhaben birgt politischen Sprengstoff. Der Finanzminister steht vor einem Dilemma: m&ouml;glichst viel Geld und Kritik oder weniger Einnahmen, daf&uuml;r aber keine Schelte.<br>\nBundesfinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble (CDU) nimmt einen zweiten Anlauf zur Privatisierung der ostdeutschen Immobiliengesellschaft TLG. F&uuml;r die 12.000 Wohnungen und gut 300 Gewerbeimmobilien im Wert von insgesamt 1,7 Mrd. Euro d&uuml;rften sich auch etliche Finanzinvestoren interessieren.<br>\nEin Jahr vor der Bundestagswahl ist das knifflig, denn gerade in der rot-gr&uuml;nen Opposition sind Beteiligungsfirmen verrufen. Seit Ex-SPD-Chef Franz M&uuml;ntefering sie als &ldquo;Heuschrecken&rdquo; brandmarkte, gelten sie als skrupellose Firmenj&auml;ger, die Unternehmen aussaugen und hohe Schulden aufb&uuml;rden. Falls ein Finanzinvestor intensiv um die TLG buhlt, steckt Sch&auml;uble in einem Dilemma: Streicht er m&ouml;glichst viel Geld f&uuml;r seinen klammen Haushalt ein oder nimmt er am Ende lieber eine Offerte an, die ihm weniger Schelte einbringt?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:heikler-verkauf-herr-schaeuble-12-000-wohnungen-und-manche-heuschrecke\/70019735.html\">FTD<\/a>\n<p><strong>dazu: Linke gegen Paketverkauf von Ost-Wohnungen<\/strong><br>\n&bdquo;Futter f&uuml;r die Heuschrecken&ldquo;: Die Linke-Bundestagsabgeordnete Heidrun Bluhm kritisiert den geplanten Paketverkauf aller ostdeutscher Wohnungen im Bundesbesitz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/bundesbesitz-linke-gegen-paketverkauf-von-ost-wohnungen\/6488252.html\">Handelsblatt<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>hessen extra: Paukenschlag in Leipzig?<\/strong><br>\nDas Bundesverwaltungsgericht hat am Mittwoch das vorl&auml;ufige Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen best&auml;tigt. Auch auf die Fl&uuml;ge in den Randzeiten warfen die Richter einen kritischen Blick. Den Ausbau des Flughafens billigten sie aber.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hr-online.de\/website\/fernsehen\/sendungen\/index.jsp?jmpage=1&amp;rubrik=73567&amp;mediakey=fs\/hessenschau\/20120404_hessen_extra_2015&amp;type=v&amp;jm=4&amp;key=standard_document_44411685\">hr-Fernsehen<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Es lohnt sich durchaus, diese 15-min&uuml;tige Sondersendung anzusehen. Neben diversen Kurzreportagen und Pressekonferenzen gab es eine Live-Diskussionsrunde mit dem hessischen Verkehrsminister Dieter Posch, dem B&uuml;rgermeister der Flugl&auml;rm-geplagten Stadt Raunheim (zwischen Flughafen und Mainz) Thomas und dem Frankfurter Musterkl&auml;ger Adolf Herrlein. Hier wurde Minister Posch vom B&uuml;rgermeister mit dem Vorwurf konfrontiert, 2009 in einer Arbeitsgruppe zur Vorbereitung der Koalitionsverhandlung der neuen Bundesregierung an einem Gesetzesentwurf gearbeitet zu haben, der sich f&uuml;r bessere Wettbewerbsbedingungen im Flugverkehr und damit f&uuml;r h&ouml;here H&uuml;rden bei Nachtflugverboten arbeitete.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Gut gemeinte Absicht, die ihre selbstkritische Kontrolle verliert<\/strong><br>\nDer Sozialwissenschaftler Hartmut Krauss &uuml;ber Political Correctness, postmodernen Feminismus und die die Errichtung wahrheitswidriger Tabuzonen. Teil 1<br>\nDer Siegeszug der &ldquo;Political Correctness&rdquo; beginnt am amerikanischen Campus der Achtziger Jahre und setzte sich in den 90ern &uuml;ber linke Zeitschriften und das b&uuml;rgerliche Feuilleton sowie in nicht wenigen Teilen des universit&auml;ren Betriebs in Deutschland fort. Seit einiger Zeit bereits ist der Begriff in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen, wo er mittlerweile Ziel f&uuml;r w&uuml;tende Angriffe konservativer und rechter Kritiker der sp&auml;tb&uuml;rgerlichen Gesellschaft geworden ist. &Auml;hnliches l&auml;sst sich auch &uuml;ber den Werdegang des postmodernen Feminismus berichten. Jedoch kann man beides nicht nur von rechts, sondern auch von links kritisieren. Ein Gespr&auml;ch mit dem Sozialwissenschaftler Hartmut Krauss.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/36\/36618\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Phase 3 &ndash; Die Piratenpartei wird bek&auml;mpft<\/strong><br>\nEin Gespenst geht um in Europa &ndash; doch es ist nicht das Gespenst von 1848, das eine Revolution wollte, sondern eine Art Pac-Man-Geist, der dem Urheberrecht und der Demokratie in einer Evolution ein Update verpassen m&ouml;chte. Statt Manifest und Diktatur bietet er Liquid Democracy und Basisdemokratie. Doch inzwischen hat der uners&auml;ttliche Pac-Man der Verwertungsindustrie die Kraftpille gefressen und jagt umgekehrt die nun von ihm einfarbig gemachten Schreckgespenster.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/36\/36728\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Unzufrieden mit der Parteienfinanzierung<\/strong><br>\nDie Staatengruppe gegen Korruption des Europarates kritisiert Deutschland scharf f&uuml;r seine lasche Kontrolle von Parteispenden. Zahlreiche Unzul&auml;nglichkeiten h&auml;tten nur &ldquo;sehr begrenzte Aufmerksamkeit&rdquo; erfahren, schlussfolgert ein aktueller Bericht der Staatengruppe gegen Korruption des Europarates (Greco), der die Umsetzung von Empfehlungen des Europarats &uuml;berpr&uuml;ft. &Uuml;ber zwei Jahre alt sind die Empfehlungen. Doch ernsthaft um mehr Transparenz hat sich die Regierung seither nicht bem&uuml;ht. Mit den Stimmen von CDU und FDP wurde im Innenausschuss lediglich eine kurze Stellungnahme an Greco verfasst, die viele Empfehlungen ignorierte. Doch jetzt will Greco Fortschritte sehen. Bis zum 30. Juni soll Deutschland erkl&auml;ren, was es unternommen hat. Greco kritisiert vor allem die hiesige Praxis von Parteispenden in Wahlkampfzeiten. W&auml;hrend in anderen EU-L&auml;ndern solche Spenden umgehend ver&ouml;ffentlicht werden, dauert dies in Deutschland im Regelfall anderthalb Jahre.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=in&amp;dig=2012%2F04%2F05%2Fa0094&amp;cHash=200caf7878\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>&raquo;Deine Welt, dein Geld&laquo;<\/strong><br>\nFinanz- und Versicherungskonzerne verkaufen ihre Ideologie an den Schulen als &raquo;P&auml;dagogik&laquo;. Die Politik l&auml;&szlig;t sie gew&auml;hren&hellip;<br>\nIn ihrer Studie &raquo;Wem geh&ouml;rt die &ouml;konomische Bildung&laquo; schl&uuml;sseln die Wissenschaftler nur beispielhaft 15 Plattformen mit Akteuren auf, die sich auf dem Feld der &raquo;Schulp&auml;dagogik&laquo; tummeln. Dazu z&auml;hlen das Institut der Deutschen Wirtschaft mit &raquo;Schule &amp; Unterricht&laquo;, die Citigroup Foundation mit &raquo;Oeconomix&laquo;, der Bundesverband deutscher Banken mit &raquo;SchulBank&laquo;, die Boston Consulting Group mit &raquo;business@school&laquo;, die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) mit &raquo;Wirtschaft und Schule&laquo; und eine vom Bundeswirtschaftsministerium unterst&uuml;tzte Initiative &raquo;Unternehmergeist in die Schulen&laquo;. Die breitgestreuten Lernmaterialien seien &raquo;nicht selten wissenschaftlich und politisch tendenzi&ouml;s und f&ouml;rdern oft einseitig unternehmernahe Weltbilder, Akteure und Interessen&laquo;, konstatieren die Forscher. Tonangebend ist dabei nach ihrer Erkenntnis die Finanz- und Versicherungsindustrie. Sie wirke als &raquo;Organisator, Geldgeber und Produzent von Lernmaterial&laquo; und vermittele Vertriebspersonal an Schulen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2012\/04-05\/027.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Vier Fragen an Josef Joffe: Was macht die Welt?<\/strong><br>\nObamas Gesundheitsreform und die Verfassung: Verst&ouml;&szlig;t eine gesetzliche Krankenversicherung gegen die Freiheit? &ldquo;Die Frage ist schief. Was vor dem Obersten Gericht entschieden wird, ist nicht Freiheit vs. Unfreiheit, sondern Bundes- vs. L&auml;nderrechte &ndash; ein uralter Konflikt in der US-Verfassungsgeschichte, den in Europa allenfalls Schweizer verstehen, weil sie die Vorrechte der Kantone sehr ernst nehmen. 14 Staaten haben gegen &bdquo;Obamacare&ldquo; geklagt, weil der Bund nicht das Recht h&auml;tte, eine Zwangsversicherung zu dekretieren; das d&uuml;rften, wenn &uuml;berhaupt, nur die L&auml;nder. Ab hier wird die Sache kompliziert, weshalb WmdW dem Supreme Court nicht vorgreifen will. Prinzipiell: Eine Gesundheitsversicherung macht nur Sinn, wenn alle einzahlen m&uuml;ssen. Sonst bleibt&rsquo;s bei der jetzigen Situation, wo die Versicherten und die Privatzahler f&uuml;r die 45 Millionen der unversicherten Trittbrettfahrer aufkommen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/zeitung\/vier-fragen-an-josef-joffe-was-macht-die-welt\/6465124.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der Mitherausgeber der Zeit beantwortet allmont&auml;glich vier Fragen zum Zeitgeschehen. Generell sollte man solche relativ spontanen Antworten nicht auf die Goldwaage legen. Diesmal schon, denn es schon bedeutsam, wenn ein &uuml;ber die Landesgrenzen hinaus bekannter, einflussreicher (Bilderberg 2006) Journalist anf&auml;ngt, eine Gruppe von Menschen auszugrenzen &ndash; die &sbquo;uninsured&lsquo; in den USA. Und er macht das sehr systematisch. Indem er zun&auml;chst einmal den Angriff der Republikaner auf Obamas Gesundheitsreform euphemistisch als Verfassungsfrage undefiniert. Er vermeint uns belehren zu m&uuml;ssen, dass es vor dem Obersten Gericht um den uralten Konflikt, Bundes- vs. L&auml;nderrechte, ginge. Er wei&szlig; es doch besser. Die &ldquo;Commerce Clause&rdquo; ist doch nur das Vehikel der Republikaner, &uuml;ber eine Verfassungsklage die Position des politischen Gegners zu schw&auml;chen. Die sogenannte &ldquo;Handelsklausel&rdquo; regelt urspr&uuml;nglich den Handel zwischen den einzelnen Bundesstaaten und bestimmt in der Tat heute das Zusammenwirken zwischen Bundesregierung und einzelstaatlichen. Nur, wo blieben die verfassungsrechtlichen Einw&auml;nde der Republikaner, als sie selbst eine Gesundheitsreform planten &ndash; sie wurde von der konservativen Heritage Foundation entwickelt &ndash; auf deren Grundlage Obama seine Reform entwickelte? Joffe verschweigt, dass nicht irgendwelche Staaten klagen, sondern 14 republikanische Staaten. Ebenso wie er vers&auml;umt, den zum Glaubenskampf hochstilisierten Angriff der von der Wall Street, der Pharma- und Versicherungsindustrie gesponserten vorgestrigen Rechten zu thematisieren. Vor allem aber, welches &ldquo;land of the free&rdquo; bereist Josef Joffe, wenn er in den USA 45 Millionen &ldquo;unversicherte Trittbrettfahrer&rdquo; des Gesundheitssytems ausmacht,  f&uuml;r die &ldquo;die Versicherten und die Privatzahler &hellip;  aufkommen&rdquo;? Wahrscheinlich das Land seiner bildungsb&uuml;rgerlichen US-Kollegen, die republikanisch w&auml;hlen. Jan-Werner M&uuml;ller hat in <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/vorwahlen-der-republikaner-satan-kam-doch-nicht-bis-washington-1.1324061\">einem lesenswerten Artikel darauf hingewiesen<\/a>.<\/em><br>\n<em>&bdquo;So ist denn die Vorstellung von den Arbeitern, die sich im fanatischen Kampf gegen Schwulenehe aufreiben und dar&uuml;ber ganz ihre wirtschaftlichen N&ouml;te vergessen, wohl ein Mythos. Im Gegenteil: Je besser man verdient, desto wahrscheinlicher, dass man die Republikaner w&auml;hlt.&ldquo; Es ist wohl dieses Milieu, in dem ignoriert wird, dass die &sbquo;Unversicherten&lsquo; eben keine ad&auml;quate Gesundheitsversorgung erhalten. Zigtausende starben deshalb noch vor drei Jahren (Harvard-Studie). Bis 2010 durften US-Versicherungsfirmen Klienten mit Vorerkrankungen abweisen. Diese Menschen mussten ihre Therapien bis hin zu aufwendigen Chemotherapien selbst finanzieren und wer es nicht konnte, krepierte, wenn er nicht eine helfende Non-Profit-Einrichtung fand, aufgrund seines Alters Anspruch auf Medicare hatte oder die rigorosen Bedingungen von Medicaid erf&uuml;llte.<\/em><br>\n<em>Es tut mir leid, aber Joffes Rede von 45 Millionen Trittbrettfahrern ist ein Zeugnis von &bdquo;gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit&ldquo;. Er betreibt: &bdquo;Die Aufrechterhaltung oder gar Verst&auml;rkung der Ungleichwertigkeit von Gruppen und ihrer Mitglieder sowie die Aufl&ouml;sung von Grenzen zur Sicherung ihrer physischen und psychischen Integrit&auml;t, die ihnen ein Leben in Anerkennung und m&ouml;glichst frei von Angst erm&ouml;glichen.&ldquo; (<a href=\"http:\/\/www.uni-bielefeld.de\/ikg\/gmf\/einfuehrung.html\">Institut f&uuml;r interdisziplin&auml;re Konflikt- und Gewaltforschung, Heitmeyer<\/a>)<\/em><br>\n<em>45 Millionen Trittbrettfahrer, das ist die ausgrenzende Sprache, wie wir sie von Sarrazin, Clement und Konsorten kennen. Irgendwann sind die &sbquo;Unversicherten&lsquo; dann die &Uuml;berfl&uuml;ssigen, die Wertlosen, die, welche den &ldquo;schwarzen Winkel&rdquo; verdienen &ndash;  und Geschichte wiederholt sich. Sie meinen, das w&auml;re zu weit gegriffen? Betrachtet man das j&uuml;ngste, zivilisatorisches Fiasko in Europa, den Jugoslawienkrieg, so muss man sich vor Augen halten, dass parallel zum wirtschaftliche Niedergang Jugoslawiens in den 80ern ein Medienkrieg stattfand, der bald nicht mehr tats&auml;chliche wirtschaftliche Probleme thematisierte, sondern das Heil in v&ouml;lkischer Abgrenzung gesucht wurde. Unter geschickter demagogischer Anleitung wurde Identit&auml;t in mittelalterlichen Mythen gesucht bzw. die Gegnerschaften des II. Weltkrieges wiederbelebt: Hier kroatische Ustascha, dort serbische Tschetniks.<\/em><br>\n<em>Nun, man k&ouml;nnte Josef Joffe einfach in die Reihe anderer Meinungsf&uuml;hrer eben wie Koch, Clement, Sarrazin, Westerwelle einreihen, die eine zynische Distanz zu den niederen St&auml;nden pflegen, aber erst j&uuml;ngst zeigte sich Joffe von einer ganz anderen Seite, als er &uuml;ber das antisemitische <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2012-04\/guenter-grass-gedicht-israel\">ES bei G&uuml;nter Grass sinnierte<\/a>: &bdquo;Der neue (oder abgeleitete) A., wie er aus dem Grass-Gedicht quillt, das von m&auml;chtigen Tabus &ndash; Scham und Schuldgef&uuml;hle &ndash; eingezw&auml;ngt wird. &hellip; Es geht um Schuldverschiebung und Selbstentlastung. Wie in dem legend&auml;ren Spruch, der dem israelischen Psychiater Zvi Rex zugeschrieben wird: &ldquo;Die Deutschen werden den Juden nie Auschwitz verzeihen.&rdquo; Denn allein deren Existenz ist die ewige Anklage gegen Grass und die schuldlosen Nachgeborenen. Der &ldquo;Jud&rdquo; ist von Tabus umgeben, Israel ist es nicht. Dieser staatgewordene &ldquo;Jud&rdquo; verh&auml;lt sich jetzt wie Nazi-Deutschland; deshalb soll er uns nicht andauernd &ldquo;zur Rede stellen&rdquo;, um uns zu erniedrigen und uns U-Boote abzuluchsen. Die Juden wollen, was wir getan haben. Gaza ist das Warschauer Ghetto, die israelische Bombe die neue Endl&ouml;sung, diesmal Made by Israel und reserviert f&uuml;r Muslime.&ldquo;<\/em><br>\n<em>Ein beachtlicher interpretatorischer Aufwand, um Grass des Antisemitismus zu &uuml;berf&uuml;hren. Nur jenseits von Grass, was hat den Joffe denn mit den amerikanischen &bdquo;unversicherten Trittbrettfahrern getan? Josef Joffe hat leider noch nicht begriffen oder will nicht begreifen, wie &ldquo;antisemitisch&rdquo; ES letztlich in ihm selbst aussieht. Nat&uuml;rlich ist Joffe kein Antisemit, aber welchen Sinn macht die Auseinandersetzung mit dem Judenhass, wenn sie nicht in universale Fragen m&uuml;ndet, beim Jud stehen bleibt, und nicht nach der Ausgrenzung des Niggers, des Zigeuners, des Christen, des Moslems, der T&uuml;rken, des Homosexuellen, der Frau, des &ldquo;arbeitsunwilligen&rdquo; Hartz-IV-Beziehers oder hier &ndash; der &bdquo;insured&ldquo; (Unversicherte) fragt. Es geht doch um das Syndrom &bdquo;Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit&ldquo;, unter das die Forscher um Heitmeyer Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Homophobie, Islamophobie, Etabliertenvorrechte, Klassischer Sexismus, Abwertung von Menschen mit Behinderung, Abwertung von Obdachlosen und Abwertung von Langzeitarbeitslosen subsummieren. Antisemitismus ist in ein Syndrom einzuordnen, das  dem Wesen nach Ausgrenzung ist und es bedarf nicht des Judenhasses, um Ausgrenzung bis hin zur Forderung nach Ausrottung zu betreiben. Insofern, Joffe: &ldquo;Aber was siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, doch den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr?&rdquo; (Matth&auml;us 7,3; Lukas 6,41).<\/em><br>\n<em>Zugegeben, G&uuml;nter Grass nervt, er gibt gern den Moralapostel und ist dabei oft recht undifferenziert, die Recherche l&auml;sst zu w&uuml;nschen &uuml;brig usw., aber ein Antisemit? Traurig auch seine Selbstkorrektur, dass er nicht Israel, sondern seine Regierung meine &ndash; dabei ist Israel eine Demokratie. Das klingt schon fast wie sein &bdquo;Maulheld&ldquo;, Ahmadinejad, der vorsichtigerweise auch immer vom zionistische Besatzungsregime spricht (V<\/em>ergleiche hierzu den <a href=\"http:\/\/www.jer-zentrum.org\/ViewArticle.aspx?ArticleId=154\">Artikel von Joshua Teitelbaum zu Absichten hinter der Sprache Ahmadinejads<\/a>)<br>\n<em>Das Grass-Gedicht gibt nicht den Antisemiten her und wer sind wir, dass wir uns im ES von Grass auskennen. Ob er recht hat, ist eine ganz andere Frage und kann diskutiert werden. Worauf Grass letztlich zielt, die Auseinandersetzung mit dem Iran, wird in Israel oder den USA schon l&auml;ngst l&auml;ngt diskutiert. &ndash; Und Ja, das Gedicht selbst ist nicht gerade eine lyrische Glanztat, erreicht nie einen Erich Fried geschweige denn Bert Brecht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>&bdquo;Mein Kopf geh&ouml;rt mir!&ldquo;: Kampagnen&bdquo;journalismus&ldquo; vom Feinsten<\/strong><br>\nGabor Steingart ist der Chefredakteur des D&uuml;sseldorfer Wirtschaftsversteher-K&uuml;mmerbl&auml;ttchens &bdquo;Handelsblatt&ldquo;, ein chronisch klammer Titel der Dieter von Holtzbrinck geh&ouml;rt, einem der beiden Holtzbrinck-Verlage (der Teil, der nicht viel online macht). Sein Blatt macht heute auf mit: &bdquo;Mein Kopf geh&ouml;rt mir! 100 Schriftsteller, S&auml;nger, K&uuml;nstler, Werber, Softwareentwickler und Unternehmer&ldquo; wollen ihren Kopf also nicht loswerden. Ach, denkt sich der geneigte Leser. Wirklich? Ein tiefer Griff in die Klischeekiste, mit Guillotinen-Revolutionsrhetorik (wer fordert hier wessen Kopf?) und einem schamlosen Griff zur &sect;218-Debatte um Abtreibung (&bdquo;Mein Bauch geh&ouml;rt mir&ldquo;). Aber Steingart, ehemals Spiegel-B&uuml;roleiter in Berlin, galt noch nie als irgendwie sonderlich zimperlich.<br>\nAlso alles keine Aufregung wert? Und &uuml;berhaupt: warum setzt man als Gegenpart zu den K&uuml;nstlern auf die Piratenpartei? Deren derzeit als Beschl&uuml;sse existierende Urheberrechtsideen sind allenfalls partiell revolution&auml;r. Leider ist der Hintergrund ernster: hier wird nicht Journalismus betrieben, hier wird eine politische Kampagne gefahren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/netzpolitik.org\/2012\/%E2%80%9Emein-kopf-gehort-mir-kampagnen%E2%80%9Ejournalismus-vom-feinsten\/#more-31186\">Netzpolitik.org<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Karl-Kraus-Preis 2012 f&uuml;r Peter Sloterdijk<\/strong><br>\nDen Karl-Kraus-Preis 2012 erh&auml;lt Peter Sloterdijk. Damit w&uuml;rdigt die Redaktion Werk und Wirken des Philosophen, Kulturwissenschaftlers, Essayisten und Fernsehmoderators. Sie kn&uuml;pft damit an eine Preis-Tradition an, die der Publizist Hermann L. Gremliza in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts initiiert hatte. Die Verleihung des (undotierten) Karl-Kraus-Preises findet am 28.April 2012, dem 138. Geburtstag des Sprach- und Zeitkritikers, im DGB-Haus\/ver.di-Fachbereich Buchhandel in M&uuml;nchen statt. Der Karl-Kraus-Preis unterscheidet sich in einem Punkt von allen anderen in Deutschland verliehenen Auszeichnungen:<br>\nMit der Annahme des Karl-Kraus-Preises verpflichtet sich der Preistr&auml;ger, nie wieder eine Zeile zu schreiben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hugendubel-verdi.de\/\">Hugendubel ver.di Infoblog<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>zu guter Letzt: Wir m&uuml;ssen endlich aufh&ouml;ren zu schweigen!!<\/strong><br>\n<img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/kari_20120406_Appell_kol.gif\" alt=\"\"><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stuttmann-karikaturen.de\/karikaturarchiv_4442.html\">Klaus Stuttmann<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;Mehr&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-12801","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12801","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12801"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12801\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12813,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12801\/revisions\/12813"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12801"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12801"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12801"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}