{"id":128230,"date":"2025-02-04T11:33:39","date_gmt":"2025-02-04T10:33:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=128230"},"modified":"2025-02-07T15:03:39","modified_gmt":"2025-02-07T14:03:39","slug":"neues-zur-bundestagswahl-nr-2-brandmauern-migration-und-zwei-elefanten-im-raum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=128230","title":{"rendered":"\u201eNeues zur Bundestagswahl Nr. 2\u201c: Brandmauern, Migration und zwei Elefanten im Raum"},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;Hart aber fair&ldquo; hat ein Problem. Die ARD-Polittalkshow widmet sich meist dem Thema der Woche. Doch dieses Thema ist oft am Montagabend bereits auserz&auml;hlt. Das w&auml;re nicht weiter schlimm und w&uuml;rde sogar die Gelegenheit bieten, ein wenig mehr in die Tiefe zu gehen und das nicht mehr ganz so tagesaktuelle Thema in einem umfassenderen Kontext zu betrachten. Doch das ist Louis Klamroths Sache nicht. So wurden auch in der gestrigen Sendung mit dem Titel <a href=\"https:\/\/www1.wdr.de\/daserste\/hartaberfair\/videos\/hart-aber-fair-merz-und-die-afd-ist-die-brandmauer-geschichte-100.html\">&bdquo;Merz und die AfD: Ist die Brandmauer Geschichte?&ldquo;<\/a> knallhart die interessanten Fragen ausgespart. Was &uuml;brigblieb, war Wahlkampf f&uuml;r diejenigen, die nicht schnell genug mit ihrer Fernbedienung den Sender wechseln konnten. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6254\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-128230-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250204_Neues_zur_Bundestagswahl_Nr_2_Brandmauern_Migration_und_zwei_Elefanten_im_Raum_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250204_Neues_zur_Bundestagswahl_Nr_2_Brandmauern_Migration_und_zwei_Elefanten_im_Raum_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250204_Neues_zur_Bundestagswahl_Nr_2_Brandmauern_Migration_und_zwei_Elefanten_im_Raum_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250204_Neues_zur_Bundestagswahl_Nr_2_Brandmauern_Migration_und_zwei_Elefanten_im_Raum_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=128230-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250204_Neues_zur_Bundestagswahl_Nr_2_Brandmauern_Migration_und_zwei_Elefanten_im_Raum_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250204_Neues_zur_Bundestagswahl_Nr_2_Brandmauern_Migration_und_zwei_Elefanten_im_Raum_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Brandmauer, Brandmauer, Tabubruch, Tabubruch, AfD, Migration und Merz &ndash; die gesamte letzte Woche schallten einem diese Begriffe aus den Medien entgegen. Wahlkampf halt. Die CDU tat glatt so, als h&auml;tte sie ihr &bdquo;Versprechen&ldquo;, im Bundestag keine Mehrheiten durch AfD-Stimmen zu bekommen, nur der guten Sache wegen begraben. Und klar &ndash; die gute Sache war nichts weniger als das Leben unserer Kinder, die von b&ouml;sen Messer-Fl&uuml;chtlingen bedroht werden. Gerade so, als h&auml;tte die CDU sonst ein gesteigertes Interesse am Wohl unserer Kinder. Wie war noch gleich die Position der CDU zur Kindergrundsicherung? Geschenkt. <\/p><p>Und auch Gr&uuml;ne und Linke liefen letzte Woche zu H&ouml;chstform auf. In einem Phoenix-Interview schaffte es das Gr&uuml;nen-Enfant-Terrible Anton Hofreiter gef&uuml;hlt gleich mindestens ein Dutzend Mal innerhalb einer Minute, der CDU, Friedrich Merz, der AfD und &uuml;berhaupt allen und jedem &bdquo;Faschismus&ldquo; vorzuwerfen. Und er, der Hofreiter Toni, und seine Partei st&uuml;nden in den Gr&auml;ben, um unser Land vor diesem &bdquo;Faschismus&ldquo; zu retten. Halleluja! Linken-Politikerin Heidi Reichinnek brachte gar hart an der Grenze zu Hysterie und Nervenzusammenbruch Auschwitz ins Spiel und rief den Menschen da drau&szlig;en zu, jetzt &bdquo;gegen den Faschismus auf die Barrikaden zu gehen!&ldquo;. O mei, o mei! Wie war das doch gleich mit Verharmlosung des Faschismus? Ach nein, wir haben ja Wahlkampf, da ist alles erlaubt; nur Inhalte sind ungern gesehen.<\/p><p>Das wohl Positivste an der gestrigen &bdquo;Hart aber fair&ldquo;-Sendung war dann auch, dass zumindest die Verharmlosung des Faschismus drau&szlig;en blieb; was sicher auch daran lag, dass keine &bdquo;Wahlk&auml;mpfenden&ldquo; der Gr&uuml;nen oder der Linken zugegen waren. Offenbar wollte die Redaktion stattdessen eine inhaltliche Debatte ansto&szlig;en, ist daran jedoch krachend gescheitert, was auch an der Auswahl der G&auml;ste lag. Als Politik-Erkl&auml;rb&auml;r vom Dienst war mal wieder der unvermeidbare Albrecht von Lucke im Dienst, der in seinem unnachahmlichen Tremolo Banalit&auml;ten von sich gab, um die ganze Debatte &bdquo;einzuordnen&ldquo;. Das war alles weder neu noch sonderlich originell. Daf&uuml;r konnte von Lucke seine Position als zweitschlimmster politischer Dampfplauderer hinter Robin Alexander mit Bravour verteidigen und sich damit f&uuml;r viele, viele weitere Talkshowauftritte empfehlen.<\/p><p>Anders als von Lucke konnte die ebenfalls geladene ARD-Journalistin Isabell Schayani tats&auml;chlich einige Akzente setzen, die die Debatte vertiefen und weiterf&uuml;hren k&ouml;nnten. So merkte sie vollkommen zu Recht an, dass in der Debatte &bdquo;das gro&szlig;e Ganze&ldquo; stets &bdquo;auf Fl&uuml;chtlinge reduziert&ldquo; wird. An dieser Stelle h&auml;tte Sprechstallmeister Klamroth einen Cut machen m&uuml;ssen und die Fl&uuml;chtlings- und Migrationsdebatte auf das &bdquo;gro&szlig;e Ganze&ldquo; heben k&ouml;nnen. Doch dazu war er offenbar weder gewillt noch in der Lage. Stattdessen hie&szlig; es &bdquo;Manege frei&ldquo; f&uuml;r Thorsten Frei von der CDU. Der schwadronierte dann vor sich hin, dass &bdquo;in den letzten vier Jahren drei Millionen Menschen legal und illegal als Migranten nach Deutschland gekommen seien, 1,2 Millionen aus der Ukraine, eine Million aus Syrien&ldquo;. Frei weiter: &bdquo;Da muss man sich doch fragen, welche Integrationskraft die Gesellschaft hat&ldquo;. Und da waren sie &ndash; die zwei Elefanten im Raum. Nur dass sie niemand in der Runde &ndash; das haben Elefanten im Raum ja auch an sich &ndash; sah.<\/p><p><strong>Elefant Nummer Eins: Wer &uuml;ber Fl&uuml;chtlinge redet, darf zu den Kriegen nicht schweigen<\/strong><\/p><p>Allein die 1,2 Millionen Fl&uuml;chtlinge aus der Ukraine h&auml;tten ja schon eine tiefgreifende Debatte verdient. Dabei k&ouml;nnte man zun&auml;chst ja mal fragen, warum <a href=\"https:\/\/www.statista.com\/statistics\/1312584\/ukrainian-refugees-by-country\/\">1,2 Millionen ukrainische Fl&uuml;chtlinge in Deutschland Schutz suchen<\/a> und bei unserem nur etwas kleinerem Nachbarn Frankreich gerade mal 66.000. Hie&szlig; es nicht mal, Europa sei auch in der Fl&uuml;chtlingsfrage untereinander solidarisch? Bei den von Frei angesprochenen Syrern sieht es &uuml;brigens ganz &auml;hnlich aus. Stand Mitte 2024 <a href=\"https:\/\/www.statista.com\/statistics\/740233\/major-syrian-refugee-hosting-countries-worldwide\/\">beherbergte<\/a> Deutschland rund 630.00 Fl&uuml;chtlinge aus Syrien, Frankreich nur 31.000. Um es klar zu sagen: Dieses Missverh&auml;ltnis ist nicht den Fl&uuml;chtlingen vorzuwerfen, sondern der Politik. Doch auch diese Debatte f&uuml;hrt eigentlich am Elefanten im Raum vorbei.<\/p><p>Ukraine, Syrien &ndash; war da nicht was? Richtig, in beiden L&auml;ndern herrschen bzw. herrschten Kriege, an deren Ausbruch der Westen nicht ganz unbeteiligt ist. Hie&szlig; es nicht fr&uuml;her mal, die beste Fl&uuml;chtlingspolitik sei es, die Fluchtursachen zu bek&auml;mpfen? Dass die Bundesregierungen diesen Vorsatz <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53206\">vergessen haben<\/a>, ist bekannt. Dass die hohe Politik aber noch nicht einmal in der derzeitigen Debatte daran erinnert wird, dass eine aktive Friedens- und Friedenssicherungspolitik die beste Fl&uuml;chtlingspolitik ist, da sie Fluchtursachen verhindert, ist aber unentschuldbar. <\/p><p>An dieser Stelle ist &uuml;brigens auch Kritik am BSW n&ouml;tig. Gerade vor dem Hintergrund der 1,2 Millionen ukrainischen Fl&uuml;chtlinge liegt es doch eigentlich auf der Hand, dass die auch vom BSW mit Priorit&auml;t gestellte Forderung, den Krieg in der Ukraine diplomatisch zu beenden, auch f&uuml;r die Fl&uuml;chtlingsdebatte h&ouml;chste Priorit&auml;t hat. Das werden auch BSW-Spitzenpolitiker so sehen, nur sie sagen es nicht und stimmen stattdessen lieber f&uuml;r CDU-Gesetzesentw&uuml;rfe, in denen die Fluchtursachen nicht einmal Erw&auml;hnung finden. Die Partei-Co-Vorsitzende Amira Mohamed Ali war gestern &uuml;brigens auch bei &bdquo;Hart aber fair&ldquo; zu Gast. Zu den Fluchtursachen h&ouml;rte man jedoch nichts von ihr.<\/p><p>Dabei liegt der Zusammenhang doch f&ouml;rmlich auf der Hand. Sollte Deutschland durch eine aktive Friedens- und Friedenssicherungspolitik dazu beitragen k&ouml;nnen, dass ein gro&szlig;er Teil der ukrainischen und syrischen Kriegsfl&uuml;chtlinge in seine alte Heimat zur&uuml;ckkehren kann, w&uuml;rden in den Kommunen in sehr gro&szlig;em Ma&szlig;stab genau die Kapazit&auml;ten frei, die n&ouml;tig sind, um den Rest der Fl&uuml;chtlinge ad&auml;quat zu betreuen. Doch darum geht es in der Debatte ja nicht. Die Rechte will abschieben und die Grenzen abschotten, die Linke will k&uuml;nftig auch &bdquo;Klimafl&uuml;chtlingen&ldquo; <a href=\"https:\/\/www.msn.com\/de-de\/nachrichten\/politik\/van-aken-fordert-asyl-f%C3%BCr-klimafl%C3%BCchtlinge\/ar-AA1ycXsD\">Asyl gew&auml;hren<\/a> und h&auml;lt auch eine Million Fl&uuml;chtlinge pro Jahr f&uuml;r &bdquo;v&ouml;llig &uuml;berschaubar&ldquo;. Wahnsinn! Das sind die beiden Extreme der Debatte. Es geht um weniger oder mehr Fl&uuml;chtlinge, die Fluchtursachen sind aus der Debatte verschwunden. Doch genau sie sind der erste Elefant im Raum.<\/p><p><strong>Elefant Nummer Zwei: Wer &uuml;ber Fl&uuml;chtlinge redet, muss auch &uuml;ber Geld reden<\/strong><\/p><p>Thorsten Frei fragte sich bei &bdquo;Hart aber fair&ldquo;, welche Integrationskraft die Gesellschaft habe &ndash; gerade so, als sei dies eine Konstante, die ceteris paribus &uuml;berhaupt nichts mit irgendwelchen Rahmenbedingungen und Budgetfragen zu tun habe. Und dabei ist die CDU doch die Partei, die stets betont, wie kompetent sie in Wirtschafts- und Finanzfragen sei. Die <em>NachDenkSeiten<\/em> hatten bereits <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27774\">2015 auf den gro&szlig;en Fehler in Deutschlands &bdquo;Wir-schaffen-das-Rhetorik&ldquo; hingewiesen<\/a>. Worte allein helfen weder den Menschen, die Schutz oder schlicht ein besseres Leben in Deutschland suchen, noch der Gesellschaft. Voraussetzung f&uuml;r eine erfolgreiche Fl&uuml;chtlingspolitik ist neben der Bek&auml;mpfung der Fluchtursachen nun einmal auch, dass man die logistischen, personellen und last but not least finanziellen Rahmenbedingungen schafft, um nicht nur eine Unterbringung, sondern auch eine m&ouml;glichst aussichtsreiche Integration zu gew&auml;hrleisten. Und genau hier hakt es in Deutschland gewaltig.<\/p><p>Die Kommunen werden mit dem Problem alleingelassen und sind damit bis an &ndash; und oft &uuml;ber &ndash; den Rand ihrer Leistungsf&auml;higkeit gelangt. Wie soll Integration stattfinden, wenn es keine Kapazit&auml;ten f&uuml;r Sprachunterricht, Ausbildung und psychologische Betreuung gibt? Dieses Problem wird in der Debatte zwar h&auml;ufig angesprochen &ndash; jedoch nur, um dann &uuml;ber Obergrenzen, Abschiebungen und Zur&uuml;ckweisungen zu reden. Warum diskutiert man nicht auch mal &uuml;ber Wohnungsbau, bessere Beh&ouml;rdenausstattung, mehr Deutschkurse, die Schaffung von Kitapl&auml;tzen? Das w&auml;re ja m&ouml;glich, wenn man tats&auml;chlich genau die Probleme angehen wollte, mit denen viele Kommunen in erster Linie nicht klarkommen.<\/p><p>Und auch wenn man eine harte Fl&uuml;chtlingspolitik pr&auml;feriert, was per se ja durchaus legitim und sicher nicht &bdquo;faschistisch&ldquo; ist, so kann man dabei doch nicht davon ausgehen, dass man dies schon irgendwie schaffen wird, wenn man nur bestimmte Gesetze &auml;ndert und diversen Sicherheitsorganen neue Kompetenzen zuweist. Nehmen wir daf&uuml;r das Messerattentat von Solingen als Beispiel. Der T&auml;ter, ein syrischer Fl&uuml;chtling, h&auml;tte nach Ablehnung seines Asylantrags lt. geltendem Recht lange vor seiner Tat nach Bulgarien zur&uuml;ckgeschickt werden m&uuml;ssen. Das geltende Recht konnte in diesem Fall aber nicht durchgesetzt werden, da die Beh&ouml;rden schlichtweg &uuml;berfordert und personell nicht ausreichend besetzt waren. Was nutzt das sch&auml;rfste Gesetz, wenn es nicht durchgesetzt werden kann, da das Personal fehlt?<\/p><p>Ganz &auml;hnlich verh&auml;lt es sich auch mit den <a href=\"https:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/20\/146\/2014698.pdf\">aktuell debattierten Vorschl&auml;gen<\/a> der CDU, die bei der AfD so viel Anklang finden. Dauerhafte Grenzkontrollen &ndash; wer soll die eigentlich durchf&uuml;hren? Die Gewerkschaft der Polizei <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/grenzkontrollen-polizei-faeser-100.html\">klagt bereits jetzt<\/a> &uuml;ber Personalmangel bei der Bundespolizei. Haft f&uuml;r abgewiesene Fl&uuml;chtlinge &ndash; in welchen Einrichtungen sollen die Ausreisepflichtigen denn untergebracht werden und wer soll sie dort bewachen und betreuen? Mehr Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die L&auml;nder, Schaffung von Bundesausreisezentren &ndash; wer soll das alles finanzieren und woher soll das Personal kommen? All diese Forderungen sind nicht kompatibel mit der sowohl von CDU als auch AfD vertretenen Linie, keine neuen Schulden aufzunehmen und den Bundeshaushalt zur&uuml;ckzufahren. Punkt.<\/p><p>Weder diejenigen, die f&uuml;r eine bessere Integration eintreten, noch diejenigen, die m&ouml;glichst hart die vorhandenen Gesetze exekutieren oder die Gesetze versch&auml;rften wollen, haben derzeit eine Antwort auf die Frage, wie sie dies &uuml;berhaupt finanzieren wollen und woher sie das Personal daf&uuml;r nehmen wollen. Auch dieser zweite Elefant im Raum wird lieber nicht angesprochen.<\/p><p><strong>Wer zu den Elefanten schweigt, lenkt nicht nur von den eigentlichen Problemen, sondern auch von den L&ouml;sungen ab<\/strong><\/p><p>Ginge es bei der Debatte um Fl&uuml;chtlingspolitik, w&uuml;rde sie ganz anders gef&uuml;hrt. Doch ganz offensichtlich geht es eigentlich um etwas anderes. Es ist ja richtig, dass die Themen Fl&uuml;chtlinge und Migration wichtig sind und vielen W&auml;hlern auf der Seele liegen. Sie &ndash; wie in der Vergangenheit zu h&auml;ufig geschehen &ndash; auszublenden und sch&ouml;nzureden, schadet am Ende allen Beteiligten &hellip; au&szlig;er vielleicht der AfD. Aber wem hilft es, wenn man die Debatte &ndash; wie derzeit &ndash; derart oberfl&auml;chlich f&uuml;hrt und auf die Fl&uuml;chtlinge selbst und nicht auf die Gr&uuml;nde f&uuml;r Fluchtbewegungen und Armutsmigration fokussiert? Die Verlierer sind so oder so die Fl&uuml;chtlinge. Sie werden entweder als potenzielle Messerstecher oder als kulturelle Bereicherung geframt und damit von rechts wie links im Wahlkampf instrumentalisiert. Doch Fl&uuml;chtlinge wollen meist vor allem eins: nicht fliehen m&uuml;ssen. Das wird vor allem im Wahlkampf gerne vergessen und da machte auch die gestrige Ausgabe von &bdquo;Hart aber fair&ldquo; keine Ausnahme. L&ouml;sungsorientiert war die Debatte an keinem Punkt, stattdessen war sie &ndash; nicht einmal gute &ndash; Unterhaltung. Und damit hat die Sendung sicher ihren tieferen Zweck auch erf&uuml;llt.<\/p><p>Wer sich derart oberfl&auml;chlich &uuml;ber Fl&uuml;chtlingspolitik &bdquo;zofft&ldquo;, der muss keine unangenehmen Fragen zu unbequemen Themen stellen. Warum l&auml;dt die <em>ARD<\/em> beispielsweise st&auml;ndig Politikerinnen, wie die auch gestern anwesende Frau von Storch von der AfD ein, um mit ihr &uuml;ber Migration und Fl&uuml;chtlinge zu sprechen? Nat&uuml;rlich, jeder Fernsehmacher wei&szlig;, dass eine &bdquo;gute&ldquo; Talkshow wie im Kasperletheater ein <a href=\"https:\/\/www.stern.de\/kultur\/tv\/uni-studie-zu-deutschen-talkshows-von-kasperle--krokodil-und-dem-erklaerbaeren-3204710.html\">&bdquo;Krokodil&ldquo;<\/a> braucht. W&auml;re es f&uuml;r den Zuschauer und den W&auml;hler aber nicht auch mal interessant zu erfahren, was Frau von Storch und die Vertreter anderer Parteien zu den Problemen zu sagen, die viele Menschen mindestens genauso besch&auml;ftigen wie die Fl&uuml;chtlingspolitik? Wie gedenken CDU und AfD beispielsweise den Wohnungsbau anzukurbeln und die Mieten in den Ballungsr&auml;umen wieder bezahlbar zu machen? Wie will man Energie f&uuml;r Haushalte und die Industrie wieder bezahlbar, wie Millionen Jobs in der Industrie zukunftssicher machen? Und welche Konzepte haben die Parteien, um den Krieg in der Ukraine zu beenden? Das w&auml;re doch mal spannend; spannender zumindest als die stetig alten, einstudierten, sinnlosen Phrasen zur Fl&uuml;chtlingspolitik.<\/p><p><em>Leserbriefe zu diesem Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=128391\">finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: Screenshot ARD<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/4a255178bb1148f6b694cd0b87a71e90\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Hart aber fair&ldquo; hat ein Problem. Die ARD-Polittalkshow widmet sich meist dem Thema der Woche. Doch dieses Thema ist oft am Montagabend bereits auserz&auml;hlt. 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