{"id":128298,"date":"2025-02-06T10:24:10","date_gmt":"2025-02-06T09:24:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=128298"},"modified":"2025-02-06T16:47:51","modified_gmt":"2025-02-06T15:47:51","slug":"die-ersten-schuesse-im-neuen-handelskrieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=128298","title":{"rendered":"Die ersten Sch\u00fcsse im neuen Handelskrieg"},"content":{"rendered":"<p>Wer Donald Trumps Wahlkampf verfolgt hat, d&uuml;rfte von den verk&uuml;ndeten neuen Z&ouml;llen gegen die Nachbarl&auml;nder Mexiko und Kanada und gegen den gro&szlig;en Rivalen China nicht &uuml;berrascht gewesen sein. Die Drohung auf Z&ouml;lle auf Einfuhren aus der EU wird schon bald folgen &ndash; das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Doch wie bei milit&auml;risch gef&uuml;hrten Kriegen gibt es auch bei Handelskriegen keine eigentlichen Gewinner und die normale Bev&ouml;lkerung steht ohnehin meist auf der Verliererseite. Die immer noch von einigen deutschen Politikern gepriesene regelbasierte Weltordnung liegt beim Welthandel ohnehin in Tr&uuml;mmern. Hier gilt das Recht des St&auml;rkeren und genau darauf setzt Donald Trump. Sein Handelskrieg ist nichts anderes als eine Spielart des Imperialismus und die EU ist hier kein Gegner auf Augenh&ouml;he, hat sie sich doch ohne Not von den USA abh&auml;ngig gemacht. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5860\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-128298-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250206_Die_ersten_Schuesse_im_neuen_Handelskrieg_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250206_Die_ersten_Schuesse_im_neuen_Handelskrieg_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250206_Die_ersten_Schuesse_im_neuen_Handelskrieg_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250206_Die_ersten_Schuesse_im_neuen_Handelskrieg_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=128298-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/250206_Die_ersten_Schuesse_im_neuen_Handelskrieg_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"250206_Die_ersten_Schuesse_im_neuen_Handelskrieg_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>&Ouml;konomen und &ouml;konomisch Interessierte d&uuml;rften bereits im US-Pr&auml;sidentschaftswahlkampf vom Glauben abgefallen sein. Da verk&uuml;ndete Donald Trump, wie er sich k&uuml;nftig die Neuordnung der Staatseinnahmen vorstellt. Direkte Steuern auf Eink&uuml;nfte aus Arbeit und Kapital sollten gesenkt und die dadurch entstehenden L&uuml;cken durch neue bzw. h&ouml;here Z&ouml;lle ausgeglichen werden. Er k&uuml;ndigte an, w&auml;hrend seiner Pr&auml;sidentschaft auf alle Importe in die USA Z&ouml;lle von mindestens 10 Prozent zu erheben. Importe aus Mexiko und Kanada sollten mit Z&ouml;llen von 25 Prozent, Importe aus China gar mit Z&ouml;llen von 60 Prozent belegt werden. In seiner Antrittsrede erkl&auml;rte der US-Pr&auml;sident: &bdquo;Es werden riesige Geldbetr&auml;ge aus ausl&auml;ndischen Quellen in unsere Staatskasse flie&szlig;en [&hellip;] Kein Land wird auf unsere Kosten leben d&uuml;rfen. Ich werde an jedem einzelnen Tag sagen: America First.&ldquo;<\/p><p>Diesen Zitaten liegt ein weitverbreitetes Missverst&auml;ndnis zu Grunde. Z&ouml;lle werden nicht von L&auml;ndern und auch nicht aus &bdquo;ausl&auml;ndischen Quellen&ldquo; bezahlt. Wenn die USA beispielsweise f&uuml;nf US-Dollar Zoll auf ein paar Turnschuhe erheben, die in China produziert wurden, so zahlt selbstverst&auml;ndlich nicht China diese Summe, sondern der Importeur in den USA und der gibt sie &uuml;ber den Preis an die K&auml;ufer weiter. Am Ende sind es immer die Endkunden, die Z&ouml;lle bezahlen. Wenn Trump also sagt, er wolle die Einkommenssteuer senken und daf&uuml;r h&ouml;here Z&ouml;lle erheben, ist dies erst einmal ein Nullsummenspiel &ndash; was der Amerikaner bei den Steuern spart, zahlt er beim Einkauf in Form von Z&ouml;llen wieder zur&uuml;ck. <\/p><p>Doch auch das ist nat&uuml;rlich nur die halbe Wahrheit. W&auml;hrend ein reicher Amerikaner sehr stark von Steuersenkungen profitiert, gibt er in der Regel relativ zu seinem Einkommen nur wenig f&uuml;r G&uuml;ter aus, die mit Z&ouml;llen belegt sind. Ein armer Amerikaner profitiert hingegen &uuml;berhaupt nicht von der Steuersenkung, da er ohnehin unter dem Steuerfreibetrag liegt, gibt aber in Relation zu seinem Einkommen sehr viel f&uuml;r G&uuml;ter aus, die mit Z&ouml;llen belegt sind &ndash; vor allem f&uuml;r preiswerte chinesische Importe. Der Investmentbanker tr&auml;gt sicher kein T-Shirt von Shein, seine Putzfrau vielleicht schon. Trumps geplante Neuordnung der Staatseinahmen, weg von der Einkommenssteuer hin zu Z&ouml;llen, ist also streng genommen eine Umverteilung von unten nach oben. Neoliberalismus, Klientelpolitik &ndash; man kennt es.<\/p><p>Aber Z&ouml;lle haben selbstverst&auml;ndlich auch andere volkswirtschaftliche Auswirkungen, die nicht per se zu kritisieren sind. H&auml;tte Preu&szlig;en beispielsweise keine exorbitanten Z&ouml;lle auf britischen Stahl erhoben, w&auml;re das sp&auml;tere Deutschland wom&ouml;glich nie ein Industrieland geworden, hinkte es in der beginnenden Industriellen Revolution doch Gro&szlig;britannien in Sachen Effizienz und Produktivit&auml;t meilenweit hinterher. Branchen- und produktspezifische Schutzz&ouml;lle k&ouml;nnen durchaus legitim und auch sinnvoll sein &ndash; vor allem in Bereichen, in denen man selbst Aufholbedarf hat und gr&ouml;&szlig;eres Potenzial sieht. Auch die EU f&uuml;hrt neben ihren allgemeinen Z&ouml;llen eine sehr, sehr lange Liste mit spezifischen Warengruppen, die je nach Herkunftsland mit teils sehr hohen &bdquo;Schutzz&ouml;llen&ldquo; belegt. <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/250206-Antidumping-Warenliste.pdf\">Diese Liste<\/a> reicht vom S&uuml;&szlig;stoff Acesulfam von drei chinesischen Herstellern bis hin zu Zuckermais aus Thailand. Offiziell werden diese Z&ouml;lle nat&uuml;rlich nicht Schutz- oder gar Strafz&ouml;lle genannt. Man bezeichnet sie elegant als &bdquo;Antidumping-Ma&szlig;nahmen&ldquo; und impliziert damit, dass es bei den Handelspreisen f&uuml;r diese G&uuml;ter nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Das mag in Einzelf&auml;llen so sein, meist handelt es sich hierbei jedoch um eine ganz traditionelle Standortpolitik.<\/p><p>Nehmen wir das genannte Beispiel Acesulfam, ein S&uuml;&szlig;stoff mit der Zusatzstoffnummer E950. Dieser Stoff wurde 1967 vom deutschen Chemiegiganten Hoechst entdeckt und seitdem in Frankfurt produziert; heute unter dem Dach des Chemieriesens Celanese. Als vor wenigen Jahren auch chinesische Chemiekonzerne diesen S&uuml;&szlig;stoff &ndash; und dies freilich wesentlich g&uuml;nstiger &ndash; produzierten, klagte der deutsche Hersteller bei der Europ&auml;ischen Kommission. Nun wird auf die Produkte der chinesischen Konkurrenten ein Strafzoll, der offiziell nat&uuml;rlich Antidumping-Ma&szlig;nahme hei&szlig;t, in H&ouml;he von bis zu 126 Prozent erhoben. Die deutschen Arbeitspl&auml;tze und Lieferketten sind gesch&uuml;tzt, ebenso wie die Dividenden der Aktion&auml;re von Celanese. Die Kosten daf&uuml;r tragen die Kunden, die sich Produkte kaufen, die mit Acesulfam ges&uuml;&szlig;t werden.<\/p><p>Aber zur&uuml;ck zu Trump. W&auml;hrend die EU bei ihrer Zollpolitik im Gro&szlig;en und Ganzen eher selektiv vorgeht und vor allem bestimmte Produktgruppen durch Z&ouml;lle verteuert, um europ&auml;ische Hersteller vor internationaler Konkurrenz zu sch&uuml;tzen, also eher das Florett f&uuml;hrt, haut Trump lieber mit dem Breitschwert um sich und hat dabei zun&auml;chst einmal die Nachbarn Kanada und Mexiko sowie den gro&szlig;en Rivalen China im Blick. So verk&uuml;ndeten die USA am Freitag die von Trump bereits im Wahlkampf angek&uuml;ndigten 25 Prozent Einfuhrz&ouml;lle auf s&auml;mtliche G&uuml;ter aus Kanada und Mexiko. Die USA sind mit Abstand der gr&ouml;&szlig;te Absatzmarkt f&uuml;r deren Produkte.<\/p><p>Doch so problemlos, wie Trump dies im Wahlkampf behauptete, sind die generellen Schutzz&ouml;lle gegen diese beiden Staaten nicht. So ist beispielsweise Kanada der mit Abstand gr&ouml;&szlig;te &Ouml;l-Lieferant f&uuml;r die USA. Das &Ouml;l kommt &uuml;ber Pipelines, sodass beispielsweise Raffinerien oder Chemiewerke im Norden der USA gar nicht auf &bdquo;heimisches&ldquo; &Ouml;l als Ersatz umsteigen k&ouml;nnten, selbst wenn sie dies wollten. Wenn es nur darum ginge, dass beispielsweise in diesen Raffinerien Benzin f&uuml;r den lokalen US-Markt hergestellt w&uuml;rde, w&auml;re dies erst einmal kein gro&szlig;es Problem &ndash; dann w&uuml;rde halt der Benzinpreis steigen, was jedoch bei den Trump-W&auml;hlern auch nicht so gut ank&auml;me. <\/p><p>Volkswirtschaftlich problematischer ist es jedoch, wenn es sich um ein Chemiewerk handelt, das mit seinen Produkten im internationalen Wettbewerb steht und nun durch h&ouml;here Produktionskosten Nachteile hat. Genau diese Beschwerden wurden Trump vorgetragen, er nahm zun&auml;chst die &Ouml;l- und Gasimporte von seiner Zollliste aus und dann reagierten Kanada und Mexiko auch noch mit Gegenz&ouml;llen, die sehr spezifisch amerikanische Einfuhren verteuern sollten. Trump knickte erst einmal ein, die Z&ouml;lle wurden vor&uuml;bergehend ausgesetzt. Die erste Schlacht im Handelskrieg hat Trump verloren. Doch das wird nicht das letzte Kapitel im Handelskrieg gegen die beiden Nachbarn sein. Nun wird verhandelt und es d&uuml;rfte eine zweite Runde von Z&ouml;llen seitens der USA folgen &ndash; diesmal aber sicher spezifischer und mit vielen Ausnahmen. Es geht ja schlie&szlig;lich auch darum, sein Gesicht zu wahren und dabei die eigene Volkswirtschaft nicht &uuml;ber Geb&uuml;hr zu sch&auml;digen.<\/p><p>Anders verh&auml;lt es sich mit China. Hier waren es die Chinesen, die zur Gesichtswahrung Trumps erste Zollrunde, die mit &bdquo;nur&ldquo; 10 Prozent weit hinter den im Wahlkampf verk&uuml;ndeten 60 Prozent Zoll auf chinesische Produkte zur&uuml;ckblieb, mit 15 Prozent Zoll auf einige wenige Produktgruppen von US-Importen konterten &ndash; darunter beispielsweise Kohle und LNG. Nur dass China ohnehin kaum Kohle und Fl&uuml;ssiggas aus den USA importiert. Diese erste Runde k&ouml;nnte man daher eher als Scharm&uuml;tzel denn als Schlacht im Handelskrieg bezeichnen &ndash; wenn da nicht eine von den Medien kaum beachtete Sonderregelung im Kleingedruckten w&auml;re.<\/p><p>Neben den 10 Prozent Zoll haben die USA n&auml;mlich die sogenannte &bdquo;De-Minimis-Regel&ldquo; f&uuml;r Pakete aus China ersatzlos gestrichen. Diese Regel besagt, dass Pakete mit einem Warenwert unter 850 US-Dollar ohne zollamtliche Kontrolle in den USA ausgeliefert werden. Das war die Grundlage f&uuml;r das gigantischen Wachstum chinesischer Onlinehandelsplattformen wie Temu oder Shein auf dem amerikanischen Markt. Damit ist jetzt mit einem Schlag Schluss. Ohne &bdquo;De-Minimis-Regel&ldquo; muss jedes Paket aus China nun zollamtlich in den USA abgewickelt werden. Die 10 Prozent Zoll spielen da &uuml;brigens keine Rolle, denn ob das T-Shirt von Shein nun 5 US-Dollar oder 5,50 US-Dollar kostet, ist unerheblich. Die staatliche US-Post USPS hat jedoch zeitgleich <a href=\"https:\/\/public-inspection.federalregister.gov\/2025-02293.pdf\">per ordre Trump<\/a> die zollamtlichen Bearbeitungsgeb&uuml;hren f&uuml;r alle Pakete aus China von 2,53 US-Dollar auf mindestens 32,71 US-Dollar angehoben. Dass T-Shirt von Shein wird also k&uuml;nftig f&uuml;r US-Kunden nicht 5,50 US-Dollar, sondern 38,21 US-Dollar kosten, sich also im Preis fast verachtfachen. Das d&uuml;rfte de facto das Ende f&uuml;r den chinesischen Onlinehandel auf dem US-Markt sein. <\/p><p>China war 2024 beim globalen E-Commerce mit einem Umsatz von 1,46 Billionen US-Dollar noch vor den USA mit 1,22 Billionen US-Dollar Weltmarktf&uuml;hrer &ndash; Deutschland ist &uuml;brigen mit 98 Milliarden US-Dollar abgeschlagen an f&uuml;nfter Stelle. Trumps erste Salve im neuen Handelskrieg war also sehr zielgenau und wird China wehtun. Kritiker werden jetzt fragen, wo &ndash; wenn nicht aus China &ndash; sollen denn die T-Shirts, Kopfh&ouml;rer und sonstigen Gimmicks k&uuml;nftig herkommen? Nat&uuml;rlich auch aus China, nur die Wertsch&ouml;pfung wird k&uuml;nftig ma&szlig;geblich in den USA stattfinden. Nicht mehr Temu oder Shein, sondern Amazon oder eBay werden den Gro&szlig;teil der Margen f&uuml;r die Billigprodukte kassieren, die dann sicher nicht mehr so billig sein werden. Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet Amazon-Chef Jeff Bezos bei Trumps Amtseinf&uuml;hrung gleich hinter dem Pr&auml;sidenten stand. Ist das ein Handelskrieg oder ein Geschenk f&uuml;r die US-Oligarchie oder beides?<\/p><p>Schon die Differenz zwischen den 10 Prozent Z&ouml;llen, die nun umgesetzt wurden, und den eigentlich geforderten 60 Prozent zeigt, dass dies nur die erste Schlacht im neuen Handelskrieg zwischen den USA und China war. Bereits in der ersten Amtszeit von Donald Trump ist der damals von ihm angezettelte Handelskrieg zwischen beiden Nationen eskaliert. Am Ende kam es zu einem mit dem Titel &bdquo;Phase Eins Abkommen&ldquo; benannten Friedensvertrag. Die USA senkten einige der von Trump damals verh&auml;ngten Strafz&ouml;lle, China verpflichtete sich im Gegenzug, genau definierte G&uuml;ter im Wert von 200 Milliarden US-Dollar aus den USA zu importieren. Doch dazu kam es nicht. China hielt sich schlichtweg nicht an das Abkommen und Trump wurde von Biden abgel&ouml;st, der zwar auch eine protektionistische Handelspolitik gegen China verfolgte, aber dabei weit hinter Trumps Linie zur&uuml;ckblieb und die Verletzung des &bdquo;Phase Eins Abkommens&ldquo; nicht weiter beachtete.<\/p><p>Das war 2021. China konnte vor Kraft kaum gehen, der Immobilien- und Finanzmarkt boomte und die Binnennachfrage war stark. Dann kamen die Coronama&szlig;nahmen, die Immobilienblase platzte und die Binnennachfrage sackte ab. Heute ist China immer noch ein Riese, aber da es im eigenen Land &ouml;konomisch weniger gut l&auml;uft, ist der Exportsektor &ndash; anders als damals &ndash; f&uuml;r China existenziell wichtig. Die Chancen, dass China sich auf Trumps Forderungen, egal wie sie aussehen werden, einlassen wird, stehen also nicht schlecht.<\/p><p>Nat&uuml;rlich ist das, was Trump da betreibt, eine Form des Imperialismus, Kanonenbootpolitik. Er setzt nur in diesem Fall keine Kanonenboote ein, aber seine handelspolitischen Drohungen haben letztlich eine &auml;hnliche Funktion. Und wie sieht es mit den Regeln im Welthandel aus? Nun, daf&uuml;r ist die WTO zust&auml;ndig. Die hat sogar ein Schiedsgericht f&uuml;r solche F&auml;lle, den &bdquo;Appellate Body&ldquo;, den China jetzt ja auch angerufen hat. Doch der ist gar nicht arbeitsf&auml;hig, da die USA nicht erst seit Trump, wie es <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/ausland\/neuer-handelskrieg-weshalb-sich-china-angesichts-der-trump-zoelle-so-zurueckhaelt-a-2d0de2b8-f486-4d3d-9e1d-2f5aed45bcbd\">f&auml;lschlicherweise der <em>SPIEGEL<\/em> behauptet<\/a> -, sondern bereits sei 2007 unter George W. Bush die Neubesetzung der Richterstellen in diesem Gremium blockieren &ndash; auch die so sehr auf eine &bdquo;regelbasierte Weltordnung&ldquo; bedachten Pr&auml;sidenten Obama und Biden hatten die US-Blockade fortgef&uuml;hrt. Es gibt also Regeln, eine Ordnung und sogar ein internationales Gremium, das &uuml;ber beides wachen sollte, doch dank der imperialistischen Politik der USA ist dieses Gremium nicht arbeitsf&auml;hig. Es gilt also auch hier das Recht des St&auml;rkeren.<\/p><p>Dies vor Augen sollte sich vor allem die EU schon mal warm anziehen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die USA auch der EU mit Strafz&ouml;llen den Handelskrieg erkl&auml;ren werden. In Br&uuml;ssel sieht man das gelassen. Man sei ja schlie&szlig;lich zu Kompromissen bereit &ndash; so k&ouml;nne man den Amerikanern anbieten, mehr LNG und mehr Waffen zu kaufen und so die Handelsbilanz auszugleichen. Ja, sind wir des Wahnsinns fette Beute? Verhandlungen auf Augenh&ouml;he scheinen ohnehin nicht m&ouml;glich, gl&auml;nzen die Eliten der EU doch auch ansonsten vor allem mit ihrer Servilit&auml;t gegen&uuml;ber den USA. Davon abgesehen ist es verhandlungstechnisch unsagbar dumm, bereits im Vorfeld &bdquo;Kompromisse&ldquo; anzubieten. Warum sollte Trump es bei LNG und Waffen belassen, wenn er ohnehin schon wei&szlig;, dass die EU ihm diesen Wunsch erf&uuml;llen wird? Wir d&uuml;rfen also gespannt sein, welche Wendungen dieser Teil des US-Handelskriegs gegen den Rest der Welt noch nehmen wird. Nur eins scheint hier bereits festzustehen &ndash; die EU wird ihn verlieren.<\/p><p>Die gro&szlig;e Frage bleibt jedoch, wer einen solchen Handelskrieg &uuml;berhaupt gewinnen kann. &bdquo;America first&ldquo; hei&szlig;t nicht, dass die normalen B&uuml;rger der USA irgendetwas zu gewinnen haben. Eher im Gegenteil. Gezielte protektionistische Ma&szlig;nahmen k&ouml;nnten in der Tat der US-Volkswirtschaft auf Kosten anderer Volkswirtschaften nutzen. Welche Konsequenzen dies haben wird, ist jedoch ungewiss. Handelskriege haben ja die Eigenschaft, dass sie wie alle Kriege nicht nur von einer Seite gef&uuml;hrt werden. Der Amerikaner nennt das &bdquo;Tit for Tat&ldquo; &ndash; auf jede Aktion folgt eine Reaktion und es steht zu bef&uuml;rchten, dass es am Ende nur Verlierer gibt. Aber selbst wenn Donald Trump seine zollpolitischen Wunschvorstellungen durchsetzen k&ouml;nnte und man die USA isoliert betrachtet, sind es am Ende die normalen US-B&uuml;rger, die diese Z&ouml;lle bei jedem Einkauf mitbezahlen. Wer ist also der Gewinner?<\/p><p><small>Titelbild: Lightspring\/shutterstock.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/c905d070b33e4c91982ee20a2e547391\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer Donald Trumps Wahlkampf verfolgt hat, d&uuml;rfte von den verk&uuml;ndeten neuen Z&ouml;llen gegen die Nachbarl&auml;nder Mexiko und Kanada und gegen den gro&szlig;en Rivalen China nicht &uuml;berrascht gewesen sein. Die Drohung auf Z&ouml;lle auf Einfuhren aus der EU wird schon bald folgen &ndash; das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. 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